Sammlung Schulze-Gävernitz

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Gerhart von Schulze-Gävernitz In der Gemeinsamen Normdatei der DNB nachschlagen In Wikipedia suchen nach Gerhart von Schulze-Gävernitz (geb. 25. Juli 1864 in Breslau; gest. 10. Juli 1943 in Krainsdorf) war ein deutscher Nationalökonom und Politiker.
Schulze-Gävernitz wurde 1864 als Sohn des Staatsrechtlers Hermann von Schulze-Gävernitz In der Gemeinsamen Normdatei der DNB nachschlagen In Wikipedia suchen nach Hermann von Schulze-Gävernitz in Schlesien geboren. Er studierte von 1882 bis 1885 Rechts- und Staatswissenschaften an den Universitäten Heidelberg, Berlin, Leipzig und Göttingen, insbesondere bei Gustav von Schmoller In der Gemeinsamen Normdatei der DNB nachschlagen In Wikipedia suchen nach Gustav von Schmoller und Lujo Brentano In der Gemeinsamen Normdatei der DNB nachschlagen In Wikipedia suchen nach Lujo Brentano. 1886 wurde er an der Universität Göttingen zum Doktor der Rechte promoviert und habilitierte sich 1890 an der Universität Leipzig mit der stark von Brentano inspirierten Schrift Zum socialen Frieden im Fach Nationalökonomie. 1891 wurde er mit der Arbeit Carlyles Stellung zu Christentum und Revolution ebenfalls zum Doktor der Philosophie promoviert. Vom Wintersemester 1891 bis zum Sommersemster 1893 hielt er Vorlesungen an der Universität Leipzig und wurde schließlich 1893 zum außerordentlichen, 1896 zum ordentlichen Professor an der Universität Freiburg berufen.
Von 1912 bis 1918 war Schulze-Gävernitz für die Fraktion der Fortschrittlichen Volkspartei Abgeordneter im Deutschen Reichstag. In den Jahren 1919 und 1920 war er Mitglied der Weimarer Nationalversammlung für die Deutsche Demokratische Partei.
Schulze-Gävernitz legte seine ordentliche Professur 1923 nieder und wurde von der badischen Regierung zum Honorarprofessor ernannt. Im Jahr 1924 nahm er Gastprofessuren in den USA wahr, die ihn an die Cornell-, Columbia- und Madison-University führten. Im Wintersemester 1925/26 hielt er Gastvorlesungen an der Deutschen Hochschule für Politik. 1926 wurde Schulze-Gävernitz zum Direktor der wissenschaftlichen Abteilung des Instituts für geistige Zusammenarbeit beim Völkerbund berufen. Mit der zunehmenden politischen Radikalisierung in Deutschland zog er sich nach 1932 vorwiegend auf sein schlesisches Gut zurück, wo er 1943 verstarb.

Bestandsbeschreibung

Werkmanuskripte (u.a. zur Wirtschaftspolitik und Finanzwissenschaft), Korrespondenz (u.a. mit seinem Biographen Kurt Zielenziger In der Gemeinsamen Normdatei der DNB nachschlagen In Wikipedia suchen nach Kurt Zielenziger), Lebensdokumente (u.a. Kindheitserinnerungen, eine Abschrift des Ehevertrages, Gesprächsniederschriften aus dem I. Weltkrieg) sowie Druckschriften und Sekundärquellen aus den Jahren 1890 bis 1934.

Bestandsgeschichte

Der vorliegende Teilnachlass sowie die Druckschriften und Sekundärquellen wurden in den zurückliegenden Jahren von der semantics GmbH im Antiquariatshandel erworben und digitalisiert. Weitere Vorbesitzer und nähere Details zur Provenienz konnten nicht ermittelt werden.
Die Korrespondenz zwischen Schulze-Gävernitz und Zielenziger sowie die Entwurfsfassungen und Exzerpte zur Bio-Biobliographie stammen aus dem Bestand des International Institute of Social History, Amsterdam und wurde im Auftrag der semantics GmbH digitalisiert.
Für den weiteren Aufbau der Sammlung der Druckschriften ist die 1926 von Zielenziger vorgelegte Bibliographie maßgeblich.

Bestandsverzeichnis

Quellen zu Leben und Werk

  • Zielenziger, Kurt: Gerhart von Schulze Gaevernitz. Eine Darstellung seines Wirkens und seiner Werke. Berlin: Prager, 1926. [Online]
  • Dieter Krüger: Nationalökonomen im wilhelminischen Deutschland. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1983 (Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft, Bd. 58.), insb. S. 20ff. [In Auszügen online]

Weitere Nachlassbestände