e r tlas v 0 N e « in z w ö lf ill u mini r t e n Tharten. Nebst einem kurzen Abrisse von Preußens Geschichte von Friedrich von Hohenzollern Burggrafen von Nürnberg im Jahre 127Z bis zu Friedrich Wilhelm III. im Jahre 2Z16. Leipzig, ; « der B a u m g a ^ t n e r s ch e n Buchhandlung. 1 3 1 6. -.'/^ ^ >- ^ s-sS) Ä //^ Historischer Atlas von ' -' ' ^ - ^ . ^ "" ^ Preußen in zwölf illuminirten Charten. Nebst einem kurzen Abrisse von Preußens Geschichte von Friedrich von Hohenzollern Burggrafen von Nürnberg im Jahre 127z bis zu Friedrich Wilhelm III. im Jahre 1816. Leipzig, in der Baumgartnerschen Buchhandlung. 1 3 1 6. C i n l e Preußen ist Eine von den Monarchien, welche seit einem Jahrhunderte die öffentliche Aufmerksamkeit am meisten auf sich gezogen hat. Die hohen Geistesgaben seiner Beherrscher, die Größe und Stärke ihres Charakters, und ihre politischen und militairischen Einsichten neben der kräftigen Unterstützung ihrer Armee, die durch dk Talente ihrer Anführer, ihre Geschicklichkeit, ihre Mannszucht, ihre Treue, und ihre Tapferkeit Eine der Ersten worden war; der Heldensinn der Bewohner dieses Staats, welche muthig mit dem Schicksale kämpften, alle ihre Feinde besiegten und Europa den Frieden und die Freiheit wieder verschafften, hat die Bewunderung der ganzen Welt auf sich gezogen und wird, dies auch auf immer bei der Nachwelt thun« ^5m Jahre 1273 wurde Friedrich III. Fürst von Hohen;ollern, aus Einem der ältesten regierenden Häuser Teutsch lands, das in Schwaben Besitzungen Hatte, welcher sich mit Elisabeth, Erbin von Anspach und Culmbach, Vay- reu th vermählt hatte, vom Kaiser Nudulph von Habsburg mit dem Burg, grafthum Nürnberg wirklich belehnt, obschon sein Stammvater Conrad es schon im Jahre 1200 erhalten hatte. Sein Nachfolger war sein äkcster Sohn Johann, der Agnes von Hesse» heirathete und im Jahre 1293 sta-b.. i t « n g. Die gelehrte» Werke, welche man über diese Monarchie geschrieben hat, lassen kaum noch etwas zu wünschen übrig, allein uns scheint noch ein historische« Atlas zu fehlen, wo man auf einen Blick die allmähligen Vergrößerungen dieses Staats und die verschiedenen in den neuesten Zeiten erfolgten Ereignisse übersehen kann. Diesen Zweck haben wir uns bei diesem kleinen Werke vorgesetzt, welches wir in zwölf Charten liefern. Die kurzen historischen Nachrichten haben wir des, halb beigefügt, um die wichtigen Ereignisse kennen zu lehren und den Zeitpunkt der Erwerbungen und durch welch« Regenten sie gemacht worden sind u. f. w. zu be> merken. Friedrich ^1., zehnter Burggraf von Nürnberg, legte 1415 durch Ankauf der Churmark Brandenburg den ersten Grund zur künftigen Größe seines Hauses und e-r.pfing von dem Kaiser Sigismuud die Velchnung über dieses Land und die Churwürde. Sein Sohn Friedrich als Churfürst von Brandenburg der Zweite trat sein Stammland in Franken an seincnBruder ab. Auf der Charte Nv. I. sieht man den Umfang von Anspach und Culm, bach , Bay?euth, grün,, und das Churfürsten-und Ma^kgrafthum Branden« 4 burgs, blau, im Jahre 1419. Das Letztere bestand damals in den vier bekannten Theilen, welche heut zu Tageden Namen der Altmark, wo man Stendal sieht; Prignitz, wo Perleberg ist; der Mittelmark, wo Berlin liegt und der Ukermark führen, wo man Prenzlow bemerkt. Jetzt haben diese Bezirke 890,000 Einwohner/ allein damals war ihre Anzahl bei weitem nicht so groß, in, dessen hat man doch keine genaue Kenntniß davon. Friedrich II. Churfürst von Brandenburg vermehrte seine Staaten 144z durch Cotbus; 1443 durch Peitz; 1451 durch Deren bürg; 14ZZ durch die Neumark und 1462 durch Teupitz, Beerwalde und Groß-Lubben: 1449 bekam er auch die Lchns- und Landeshcrrlichkeit über die Grafschaft Wernige, rode. Die Charte No. 2. zeigt blau den Umfang des Churfürstenthums Vraudeuburg bei dem Tode Friedrichs II. im Jahre 1471. Da Friedrich II. keine mannlichen Kinder hatte, so trat er mit Einwil, ligung des Kaisers sein Churfürstenthum an seinen Bruder Albrecht Achill ab, der 1473 die Fürstenthümer in Franken erbte und 1473 das Amt Lökenitz und 1482 Crossen, Zülltchau, Vobersberg und Sommerfeld im Frieden zu Camenz an sein Haus brachte. Albrecht hatte sich schon längst im Kriege gegen die Herzöge von Bayern und Burgund und gegen Nürnberg sehr ausgezeichnet; weshalb man ihm den Beinamen des teutschen Achilles gab. Er vereinigte die zur Burggrafschaft Nürnberg gehörigen Lander wieder und verordnete, daß sie bloß unter zwei Fürsten getheilt würden; die übrigen Länder sollten insgesammt bei der Churmark bleiben. Lange vor seinem Tode, der im Jahre 1486 erfolgte, gab er die Churwürde seinem ältesten Sohne Johann; dem zweiten Friedrich, Anspach und dem dritten Siegmund, Bayrcuth. Der Churfürst Johann, den man wegen seiner Beredsamkeit Cicero «aimte, kaufte im Jahre 1490 die Herrschaft Zossen und war ein friedliebender Fürst, der unter seinen Unterthanen gern Aufklärung verbreiten wollte. Er starb 1499 und der Umfang seiner Lander betrug bei seinem Tode 580 Quadratmeilen. Sein Nachfolger war sein Sohn JoachimI- oder Nestor, der mancherlei Kenntnisse besaß und im Jahre 1506 die Universität Frankfurt an der Oder stiftete. Als der letzte Graf vvn Ruppin (1524) starb, vereinigte er dessen Graf, schaft mit der Churmark. Joachim I. starb den ii. Juli 1535, Sr Jahr alt. Ihm folgte sein Sohn I 0 ach im II. in der Regierung; dieser war ein weiser, tapferer und tugendhafter Fürst, der im Jahre 1539 die Reformation in seinen Staaten einführte. Im Jahre 1535 trat er die Neu mark nebst Crossen und Cotbus an seinen Bruder Johann von Cüstrin ab; bei seinem Tode betrug der Flächeninhalt seiner Länder 407 Quadratmeilen. Er starb 1571. Sein Nachfolger war I 0 hann Ge 0 rg, der dreimal vcrheirathet war und 23 Kinder hatte. Schon 1571 fielen die Neumark nebst Crossen und Cotbus an Brandenburg zurück. Im Jahre 1375 erwarb Johann Georg Bees, kow und Storkow durch böhmische Belehnung. Er war ein trefflicher Fürst liebte Ruhe und Friede und starb 1596. Ihm folgte sein Sohn Joachim Friedrich; im Jahre 1603 fielen die Fürstenthümer in Franken an Brandenburg zurück, allein der Churfürst Joachim Friedrich trat sie sogleich wieder an seine Brüder Christian und Joachim Ernst ab. Der Länderbestand war bei seinem Tode 1603 638 Quadrat, Meilen. Sein ältester Sohn Johann Sieg mund war sein Nachfolger. Im Jahre 1609 fielen Cleve, Mark und Ravensberg aus der clcvischen Erbschaft an ihn; auch erwarb er im nämlichen Jahre durch Rückfall Schwebt und Vier, raden. Im Jahre 1612 starben die preußischen Agnaten aus und er bekam Ost, preußen. Der Ländcrbestand des Churfürstenthums Brandenburg betrug da, mals 144Z Quadratmeilen, deren Umfang man auf der Charte No. 3. sieht. Die Nebenlinien sind Anspach, grün und Bayreuth, gelb. Das Hcrzogthum Preu, ßen ist violett, das seit dem Jahre 1525 von einem andern Zweige des branden, 6 burgischen Hauses besessen wurde.*) Die Hauptstadt war Königsberg. Man sehe die Charte No. 4. Im Jahre 1619 folgte Georg Wilhelm, dessen Nachfolger Friedrich Wilhelm im Jahre 1640 war, welcher den Namen des großen Churfürsten führt und seinen Staat sehr vergrößerte. Er war es vorzüglich, welcher den Grund zu Preußens Macht legte. Im Jahre 1637 war schon Hinterpommern an das Churfürstenthum Brandenburg gekommen. Der Churfürst Friedrich Wilhelm erwarb im Jahre 1648 Halbcrstadt, Hohenstein, Minden, Kamin durch den westfälischen Frieden; 1633 Lauen bürg und Bütow durch polnische Beleh, nunz; 1668 die Herrschaft Draheim; 1671 die Grafschaft Rein stein durch Be, sitzergrcifung; 1630 das Hcrzogthum Magdeburg auf Anwartschaft; 1636 den Schwiebuser Kreis gegen Entsagung der Ansprüche auf Jägerndorf und 1637 Stadt und Amt Burg. Als er nach einer 43jährigen Regierung im Jahre 1638 starb, war der Landerbestand des Churfürstenthums Brandenburg 1961 Quadratmcilen mit 1,500,000 Einwohnern. Die Charte No. 5. blau zeigt den Umfang seiner Staate». Damals wurden Ansp ach und Bayreuth, grün, von dem Markgrafen I 0 h a n n Friedrich besessen. Sein Nachfolger War sein Sohn der Churfürst Friedrich, welcher im Jahre 1701 unter dem Namen Friedrich I. von Preußen die Königskrone am nahm. Er hatte drei Gemahlinnen und erwarb nach und nach 1691 Tauroggen und Servey durch Schenkung der Prinzessin Radzivil; 1697 die Erbvoigtei über Quedlingburg; 1693 das Amt Petersberg im Saalkreise und zwar beides durch Kauf von Chursachsen; 1707 Mörs und Lingen aus der oranifchen Erbschaft; den Svlmsischen Antheil an Teklenburg durch Ankauf und Neu schale! und Vallengin durch freiwillige Uebertragung der Stande; jedoch trat er 1695 den Schwiebuserkreis an Oesterreich ab. Bei seinem Tode, der 1713 er, folgte, war der Länderbestand des nunmehrigen Königreichs Preußen 1992 Oua, dratmeilen, auf denen 1,620,000 Einwohner lebten. *) Der teutsche Ordensmeister, Markgraf Albrecht von Bravd'enbu »g, bekam IS2S Preußen als cw erbliches Herzogt-Hum, aber'unter der Lehnshvheit v«n Polen. Sein Nachfolger war sein Sohn F r i e d r i ch W i l h e l m I. der im Jahre 1713 Preußisch , Geldern im Frieden von Utrecht und die frans kische Grafschaft Limpurg durch Anfall; 1720 Vorpommern bis an die Peene im Frieden zu Stettin und 1729 den Bentheimischen Antheil von Teklen, bürg durch Ankauf bekam. Der Länderbestand bei seinem Tode im Jahre 1740 be, trug 2105 Quadratmcilen. Auf der Charte No. 6. blau ^ sieht man den Umfang der Länder, welche er seinem Sohne hinterließ und aufweichen sich 2,200,000 Ein, wvhner befanden. Im Jahre 1740 gelangt Friedrich II. mit dem Beinamen der Große zur Regierung und bewirkte durch seine Eeistcsstärke, Einsicht, Thätigkeit und seinen Muth eine gänzliche Veränderung im Innern des Staats. Seine Gemahlin war Elisabeth von Braunschweig, mit der er aber keine Kinder zeugte. Im Kriege und Frieden bewicß er sich gleich selbstständig und über die Umstände erhaben. Mit ihm beginnt eine neue Zeit, nicht bloß in Preußen, sondern in ganz Teutsch, land, ja in einem großen Theile von Europa. Er führte blutige und lange Kriege, durch welche er sein Reich sehr vergrößerte. Im Jahre 1742 bekam er Schlesien bis an die Oppa und Glatz im Frieden von Breslau; im Jahre 1744 Ost, friesland durch Anfall; im Jahre 1763 das Dorf Schidlo im Hubertsburger Frieden, das aber in der Folge wieder abgetreten wurde; 1773 Westpreußen und den Netz bezirk von Polen, wogegen er Limpurg abtrat. Als er im Jahre 1736 den l7. August starb, hinterließ er seinem Nachfolger einen Länderbestand von 3396 Quadratmcilen mit 5,800,000 Einwohnern. Auf der Charte No. 7, blau, sieht man^den Umfang seiner Staaten. Sein Nachfolger war sein Neffe Friedrich Wilhelm II., welcher sich zuerst mit Elisabeth von Braunschweig'und dann mit Fricderiken von Hessen , Darm siadt vermahlte. Dieser König vermehrte sein Reich ebenfalls be, deutend; 1791 erhielt er die fränkischen Fürstenthüme» durch einen Vergleich mit dem Markgrafen Christian Friedrich Karl Alexander, welche 108 Quadrat» Meilen betragen. Als im Jahre 1792 die Franzosen den Kaiser von Oester, reich oder vielmehr dem Könige von Ungarn und Böhmen den Krieg erklärten- trat auch Preußen mit einer bedeutenden Macht vermöge des Pilnitzer Vertrags 2 6 g-egcn Frankreich auf und seine Armee marschirt« in dies Land ein, allein schon der erste Feldzug fiel sehr unglücklich aus und da man nach drei Jahren keinen bessern Erfolg sah und des Kriegs müde war, so schloß Preußen den 5. April 1795 zu Basel Friede mit der Republik Frankreich. Der König Friedrich Wilh elm II. erweiterte selbst wahrend dieses um glücklichen Kampfs sein Land, indem er von 1792 bis 1796 die reichsstanvischen Gebiete im Umfange von Anspach und Bayreuth im Besitz nahm. Im Jahre 1793 wurde Polen zum zweiten Male gelheilt und bei dieser Gelegenheit erhielt Preußen Danzig, Thoren und einen Theil des nachmals sogenannten Südpreußens, welche Bezirke zusammen einen Flächeninhalt von 760 Quadratmeilcn haben. Im Jahre 1795 wurde der Ucbcrrest von Polen vollends getheilt und bei dieser dritten Theilung bekam Preußen den Rest von Südpreußen und die nachmals sogenannten Provinzen Ncuostpreußen und Neuschlesicn und zwar durch einen Vertrag, der den 24. Octvber zu St. Petersburg geschlossen wurde. Bei dieser Gelegenheit trat Preußen an Rußland Tauroggen ab. Das, was Preußen durch die letzte Theilung von Polen erhielt, betrug 1223 Quadratmeilen. Friedrich Wilhelm II-, der ein sehr gutmüthiger Regent war/ aber von schlauen und eigennützigen Menschen gemißbraucht und zu Maaßregeln verleitet wurde, welche eben so sehr gegen die öffentliche Denkart verstießen, als sie verderblich für sein Land waren, starb den 17. November 1797. Der Landerbestand Preußens bei seinem Tode betrug Z496 Quadratmeilen, auf welchen 8/700,000 Mensche» lebten. Den Umfang diefer Länder sieht man auf der Charte No. 3. Durch einen geheimen Vertrag mit den Franzosen im Jahre 1796 hatte Preußen seine Besitzungen auf dem linken Rheinufer abgetreten, wo sich Mörs, Geldern und ein Theil des Herzogthums Cleve befinden, allein für diese abgetretenen Provinzen sollte es im Frieden mit dem teutschen Reiche entschädigt werden, welches im Jahre 1802 auch sehr reichlich geschah. Sein Nachfolger war sein Sohn, der jetzt regierende König von Preußen, Friedrich Wilhelm III., der sich im Jahre 1793 mit einer Prinzessin von Meklen bürg - Strelitz vermählte, welche ein Muster der Frauen war und im Jahre igro starb. Sie liebte ihr Vaterland, ihren Gemahl und war eine eben so zärtliche Mutter, als eine große Menschenfreund!». Friedrich Wilhelm ist in der Schule des Unglücks geprüft worden und hat die Wandelbarkcit der Dinge kennen gelernt, wie irgend ein Fürst; er strebt nach dem Besten feines Landes, fein Volk liebt ihn und hat ihm und dem Vaterland? Opfer gebracht, wie kaum ein Anderes. Im Jahre 1798 nahm Preußen das Gebiet von Nürnberg in Besitz und im Jahre 1301 besetzte es die Stadt Nürnberg selbst. Im Jahre 1802 er, hielt es sehr große Entschädigungen in Teutschland für seine jenseits des Rheins abgetretenen Provinzen. Diese Entschädigungen waren Hildesheim, Goslar, Paderborn, ein Theil von Münster mit Cavpenberg, Erfurt, Blankenhayn und Untergleichen, das Eichsfeld, Mühlhaußen, Nord- haußen, Quedlingburg, Essen, Werden, Elten und Herford, welche zusammen einen Flächeninhalt von 194 Quadratmeilen haben, auf denen über 800,000 Menschen leben. Verloren hatte es dagegen bloß 50 Quadratmeilen mit etwa 110,000 Einwohnern, welche es an Frankreich abgetreten hatte. Durch die Ausgleichung mit Baiern bekam Preußen in Franken das Oberstift Eichstedt, Weissenburg, Windsheim und Dünkelskühl, welche 13 Quadratmeilen enthalten, wofür es Neustadt am Culm und andere Theile an Baiern abtrat, welche 8 Quadratmeilen betrugen. Im Jahre 1804 war, wie man auf der Charte No. 9. sieht, wo jedoch die Jahreszahl 1802 angegeben ist, was fast keine Veränderung macht, der Länderbestand S647 Quadratmeilen, auf denen 9,856,000 Menschen lebten. Im Jahre 1305 den 15. December trat Preußen im Wiener Vertrage Anspach mit 270,000 Einwohnern und das Fürstenthum Neufchatel mit 47,600 Einwohner ab und bekam dafür Hannover und Osnabrück mit 972,000 Einwohnern: die beiden Letztem nahm es jedoch erst den r. April 1806 förmlich in Besitz. Den Umfang der preußischen Länder in der Mitte des Jahres 1306 sieht man auf der Charte No. 10. Indessen schloß Preußen den 15. Februar und iZ. März 1306 zu Paris zwei Verträge ab, in welchen er das Hcrzogthum Cleve und die Festung Wesel an Frankreich abtrat, welche beide am 18. März geräumt wurden. Preußen verlor dadurch 54,000 Einwohner. Es hatte also jetzt lo,485,0>-o Einwohner; hierzu aber ist Hannover und Osnabrück gerechnet. 7 Der unglückliche Krieg von 1306 begann; Preußen verlor den 14. Octo, ber die Schlacht bei Jena und mit ihr stürzte das ganze politische Gebäude dieses Reichs zusammen. Feigheit, wie Verrath, trugen dazu bei und so tapfer und cnt, schlössen auch die Preußen im Zahre 1807 fochten, so konnte doch bei der Ueber, macht Frankreichs, der Geübtheit seiner Truppen und der Gcschicklichkeit seiner Anführer, das Unglück nicht wieder gut gemacht werde»; den 9. July 1807 unter, zeichnete Preußen zu Tilsit einen Frieden, welcher ihm die Hälfte seiner Länder raubte. Es verlor alle Provinzen, welche es auf dem linken Ufer der Elbe besaß, so wie auch die, welche es nach und nach durch die Theilung Polens erhalte« hatte. Dieser Verlust betraf folgende Länder: Die Altmark von 73 Quadratmeilcu mit 110,428 Einwohnern. Den Cotbusser Kreis von 175 Quadratmeilen mit'^3,260 Einwohnern. Das Magdeburgische auf dem linken Elbufer mit dem Saalkveife von 5Z Quadratmeilen mit 233,000 Einwohnern. Das Fürstenthum Halberstad t von 27Z Quadratmeilen mit 101,297 Ein, wvhnern. - Die GrafschaftM a n n s fel d von 8 Quadratmeilen mit 22,350 Eiw wohnern. Die Grafschaft Wernigervde von 5^ Quadratmeilen mit 11,350 Ein, wohnern. Die Grafschaft Hohen stein von 8? Quadratmeilen mit 26,956 Einwvh, nern. Das Fürstenthum Ostfries land von 54 Quadratmeilen mit 119,995 Ein, wohnern. Die Grafschaft Lingen von 8 Quadratmeilen mit 23,324 Einwohnern. Die Grafschaft T e k l e nb u r g von 65 Quadratmeilen mit 20,076 Ein, wohnern. Das Fürstenthum Minden von 31 Quadratmeilen mit 72,936Einwohnern. Die Grafschaft Ravensberg von 165- Quadratmeilen mit 90,121 Ein, wohnern. Die Grasschaft Mark von 45 Quadratmeilen mit 142,331 Einwohnern. Das Fürstenthum Bavrcuth von 585 Quadratmeilen mit 247,560 Ein, wohnern. Neuostprcußen von 778 Quadratmeilen mit 914,650 Einwohnern. Südpreußen von 953 Quadratmeilen mit 1,432,703 Einwohnern. Einen Theil von Westpreu ßen von 226 Quadratmeilen mit 346,366 Ein, wohncrn. Das Fürstenthum Hildesheim von 46 Quadratmeilen mit 126,333 Ein, wohnern. Das Fürstenthum Paderborn von 50 Quadratmeilen mit 99,233 Ein-, wohncrn. Das Fürstenthum Münster von 60 Quadratmeilen mit 128,655 Ein, wvhnern. Das Eichsfeld und Treffurt von 35 Quadratmeilen mit 37,835 Ein, wohnern. Erfurt, Untergleichen, Kranichsfeld von 15 Quadratmeilen mit 50,441 Einwohnern. Mühlhaufen, Nordhausen und Gostar von 5 Quadratmeilen mit 30,304 Einwohnern. Quedliugburg, Herforden, Elten, Essen, Werden, CoppeN, b erg von 10 Quadratmeilen mit 36,791 Einwohnern. Hannover und Osnabrück von 564 Quadratmeilen mit 972,000 Ein, wohncrn. Neuschlesien von 50 Quadratmeilen mit 70,300 Einwohnern. Das Danziger Gebiet von 2 Quadratmeilen mit 3000 Einwohnern. Preußen verlor also durch den Frieden zu Tilsit 32"^ Quadratmci, len und 5,554,1-5 Einwohner, und behielt bloß folgende Provinzen: Ostpreußen von 704 Quadratmeilen mit 979 854 Einwohnern. Westpreußen von 406 Quadratmeilen mit 453,732 Einwohnern. Die Neumark von 133z Quadratmeilen mit 292,553 Einwohnern. Die Churmark von 333 Quadratmeilen mit 777,ooo Einwohnern. Das Hcrzogthum Pommern von Z06 Quadratmeilen mit 526,coo Eiiu wohnern. Das Magdeburgische auf dem rechten Elbufer von 4z Quadratmei, len mit 52,189 Einwohnern. Das Hcrzogthum Schlesien von 683 Quadratmeilen mit 2,078,188 Einwohnern. Es besaß also noch an Land 26-85 Quadratmeilen und an Menschen 6,165,397. Den Länderbestand Preußens nach dem Frieden von Tilsit sieht man auf der Charte No. 11. Von 1307 bis 1813 hatte Preußen mit furchtbaren Uebeln zu kämpfen; sein Land war außerordentlich verkleinert, feine Finanzen zu Grunde gerichtet und der Handel schmachtete unter den Fesseln des Continentalsystems, aber es ließ den Muth nicht sinken und gab die Hoffnung der Rettung nicht auf und dies bringt immer Heil. Als Napoleon mit einem ungeheuern Heere nach Rußland zog, marschir- ten auch 20,000 Preußen mit, welche ihre Richtung gegen Riga nahmen. Die frühzeitige Kalte, der Hunger und die Kosaken vernichteten das gewaltige Heer Napoleons, es floh aus Rußland und nur ein sehr kleiner Theil kam bis auf das linke Elbufer» Die Russen rückten in Preußen ein; der Konig von Preu, ße n verband sich mit dem Kaiser aller Reu ssen; Preußens Jünglinge und Man, ner eilten zu den Waffen. Napoleon kehrte wieder mit einem machtigen Heere, welches freilich größtentheils aus Neulingen ohne Reuterei bestand, über den Rhein zurück, und rückte gegen Sachsen vor, wo die Russen und Preußen stan- den; es erfolgten die blutigen Schlachten bei Lützen (d. 2. Mai 18'3) und bei Bautzen (den 20. und 21. Mai); in beiden siegten die Franzosen, die Verbündeten kehrten nach Schlesien zurück; den 4. Juni erfolgte zu Pleifchwitz ein Wassellsiillstaud. Während dieser Zeit rüsteten sich Preußen und Oesterreich, so wie sich alle kriegführenden Heere mächtig verstärkten. Zu Prag wurden Unterhand, lungcn begonnen, die aber keinen glücklichen Ausgang hatten. Der Waffenstillestand wurde aufgekündigt, Oesterreich nahm am Kampfe Autheil und die Feindseligkei- ten begannen den 17. August 13-3 von neuem blutiger und wüthender als je. Den 26. und 27. August siegten die Franzosen bei Dresden; Blücher errang den 26. Aug. Napoleon siegte und die bei Water- loo den 13., wo er gänzlich geschlagen wurde; hierauf entsagte er zum zweiten Male dem Throne und wurde nach der Insel St. Helena verbannt. Preußen bekam nicht bloß in Teutsch land große Besitzungen, sondern erhielt auch von Frankreich die Festung Saarlouis und mehrere Bezirke Landes. Die meisten Provinzen Teutschlands, welche auf dem linken Rheinufcr liegen und welche Frankreich in Besitz gehabt hatte, wurde Preußen zu Theil. Auf derCharteNo» 12 blau, sieht man den gegenwärtigen Landerbesiand der preußischen Monarchie. ' Die Gebietsgröße, welche jetzt Preußen besitzt, so wie die Anzahl der Einwohner ist nicht ganz genau auszumitttkn, weit sowohl Abtretungen uny Zerstücke- lungen schon statt gefunden haben, als auch noch statt finden werden. Von dein Hcrzogthume Sachsen hat Preußen mehrere Städte und Oerter an dascherzvg« thum Weimar abgetreten; vor kurzem haben jenseits des Rheins «inige-leutfche Fürsten z. B. der Herzog von Sachsen i Coburg Lander von Preußen erhallen» So sind auch die Grenzen noch nicht mit dem Churfürstenthume C a sse l und Andern berichtigt und ob gleich Preußen Hildesheim mit 120,000 und Ostfries, land mit 119,993 Einwohnern an das Königreich Hannover abgetreten hat, so kann man doch mit Grund atmehmen,. daß die Anzahl seiner Bewohner noch etwas über 10 Millionen betragt. Es hat neuerlich Schwedisch -Pommern (Vor, p ommern) von ungefähr 63 Quadratmeilen mit 115,305 Einwohnern uud von dem Eroßherzoge von Hessen das Herzogthum Westphalen von 66 Quadratmeilen mit 121,000 Einwohnern erhalten. Die Kriegsmacht Preußens ist sehr beträchtlich und da jetzt im Nothfalle ein großer Theil der männlichen Bewohner die Waffen ergreift, so läßt sich ihre gegen, wartige Große nicht genau angeben. Der Churfürst Ge 0rg Wilhelm unterhielt im Jahre 1627 4000 Mann; derChurfürst Friedlich Wilhelm im Jahre 168S zs,oco Mann; der König Friedrich Wilhelm I. im Jahre 1740 75,000;- der König Friedrich II. im Jahre 1756 200,000 und du jetzt regierende König Friedrich Wilhelm III. im-Zabrc 1803 240,000» Vermöge seiner Größe an Land und Leuten sollte Preußen eine Macht vom zwei, ten oder dritten Range seyn und doch wurde es seit Friedrichs II. Regierung bis zur SchlachtvonJena imJahre i8o6undnachdcm.Frieden zu Paris den30.May imJah, re 1813 unter die Machte des ersten Ranges gerechnet. Woher rührt dies? Was giebt Preußen solche Ansprüche? Nicht die Menge der Quadratmcilcn, noch die Anzahl seiner Einwohner, sondern der Geist, welcher diese belebt, die Entschlossenheit, welche sie beherrscht und die Einsicht, die sie erlangt haben. Hierzu kommt auch noch die Denkart und die Maximen, welche die Regierung beselen und die ihr bei weiser Bcnu, tzung der Staatskräfte ein großes Uebcrgcwicht über Mächte geben, welche weit mehr Land und Leute besitzen. Preußens Ansehen, Macht und Einfluß beruht also auf Beförderung der Kenntnisse und auf Aufklärung; auf dem kräftigen Schutze der Frei, heit des Volks und der Ausbreitung freisinniger Ideen» Der Geist vermag weit mch« als der Körper und ein durch erhabene Ideen und für große Zwecke begeistertes Gemülh überwindet unglaubliche Gefahren, besiegt die größten Schwierigkeiten und opfert gern Gut und Blut, sobald es dir Freiheit und Selbststandigkeit des Vaterlandes gilt. Eine volksstellvertretcnde Verfassung haben zu ihrem Heile und zu ihrer Ehre alleVölkcr nöthig; Aller Glück beruht auf der Aufrechthaltung oder Einführung der Gleichheit vor dem Ge, setze; auf einer billigen Verthcilung der Abgaben nach den Kräften eines jeden und auf der' Einführung aller der freisinnigen Einrichtungen, welche das ächte Staatsbürgerleben begründen und ein Volk zum würdigen Gebrauche der Freiheit erziehen , und welcher Staat bedarf solcher Anstalten nothwendiger als der, welcher seine Größe und sein An, sehen hauptsächlich auf den Besitz und die Verbreitung von Kenntnissen uud Eeistesbil, dung gründen muß? Auf jeder Charte ist äußer der Nummer noch das Jahr angegeben, auf wel, che? sie sich bezieht. Ans einer zweiten Zahl weiter unten ersieht man, wie viele Jahre seit dem Zustande verflossen sind, Welcher auf der vorhergehenden Charte bemerkt wo», den ist. Tabelle. Charte No. »27z Friedrich, Burggraf von Nürnberg. Johann 129g Johann II. »Z57 Friedrich Johann III. 1415 Churfürst von Vrandenburg 463 QM. »46 — 1 2419 1420 5 10 144 a Friedrich N. 54Z QM. A —Igo2 9/öö6,»oo Einwohners z6 -->- 2 145Z 4^10—^go6 S647 QM. »47. Albrecht Achilles 6go — 1—11—I,go6 -4S6 Johann Cicero. Zgo — 9—>1L—lgl,6 »499 Joachim I. 61z — ^) Ende. .5-5 »ZZ5 Joachim II. 407 -- .67- Johann Georg 6Z3 --- Berichtigungen. .59» Joachim Friedrich 6Zg. — 160g Johann Siegmunv >44Z — Auf der Charte No. 12 ist Neustadt andcrOrla durch die Illumination -66"" Z—1610 noch zu Preußen gezogen, ob diese Stadt schon dem Großherzoge von Weimar gei - -4 1611 hört. So find auch neuerlich noch einige kleine Veränderungen vorgefallen, welche 1619 Georg Wilhelm »443 — durch die Illumination nicht ganz richtig angegeben sind. So gehört z. B. Arens« »640 Friedrich Wilhelm 1691 —. mit i,Zoo,ooo Einwohnern berg im Herzogthume Westphalen, das vor einiger Zeit Hessen , Darmstadt 77 — S—i6gg Friedrichl. König v.Preußen»992 , 1,620,000 — — an Preußen abgetreten hat, dieser letzten Macht. Auch Venloo und St. Mi, »7.S Friedrich Wilhelm I. S.oZ < 2,200,000 — >--- chel sind aus Jrthum blau illuminirt. Z2 — 6-174» Friedrich n. 3Z96 - » s,goo,ooo - »- 46- 7—1736 Friedrich Wilhelm H. S4?6 — z 9,700,000 >»- ---- *) Diese Anzahl der Qnadratmeile» »n» »er Einwohner ist von »cm Todesjahre der Regenten »« L—1797 Friedrich Wilhelm m. verstehen, «««genommen ««türltch bei Friedrich Wilhelm III» » ^---i-^ ^ ^ ^- « » « ^?<-^-i,^?. « .Svs-^, S ^ /^?. « ^--^A? ^k^/»-! » ^Ks'S-^. ^ xs> «