Professor v. Schutze-Gaevemitz Freiburg i. B. Schwaighofstraße 9 e der Ma ä^c chine 1. Der „Maschinenmensch". Der primitive Mensch ist triebhaft, träge, unzuverlässig, spielerisch; ihm widersteht die Exaktheit der Maschine, die er verabscheut. Nur unter dem Zwange bewaffneter Gewalt arbeitet er - als Sklave oder Leibeigener - mehr als der barste Lebensunterhalt erfordert. Auf diesem Zwange beruht alle ältere Kultur, die den Menschen in Lebenshaltung und Arbeitsleistung autoritativ.und gewohnheitsmässig bindet. Sie wi- 4 derBtrebt der Beweglichkeit des Körpers und der Beele, welche die Maschine von ihrem Diener fordert. Zudem ist die unfreie arbeit widerwillig und verdr&ssen. Verfeinerte Werkzeuge können ihr nicht in die „ - HäB.d gegeben werden. So konnten den Negersklaven Nordamerikas nach Roscher nur Maultiere, nicht die feiner besaiteten Pferde, anvertraut werden. Die Versuche, moderne Maschinen mit Leibeigenen zu betreiben, sind allemal gescheitert, sodie sog. Possessionsfabriken in Russland.+) Das MaächiBnzeitalter hat zwei geschichtliche Voraussetzungen eine juristische und eine wirtschaftliche. Zunächst muss der freie Arbeitsvertrag erreicht sein, in welchem der Arbeiter in formaler Freiheit seine Arbeitskraft kurzfristig verkauft. Es wird damit dem Unternehmer ermöglicht, die Arbeit anzuziehen und abzustossen je nach den Schwankungen der Konjunktur, die gerade zu Beginn des Fabrikwesens ausserordentlich heftig sind. Sodann muss eine grosse Menge landloser armer ihre Arbeit anbieten - Armer, die unter der Peitsche des Hungers das Fabriktor durchschreiten. Aber in ihnen lebt der primitive Vorfahr Professor v. Schulze-Gaevernitz Freiburg i.B. ** 2 — Schwaighofstraße 9 ^myder leibeigene Bauer, psychologisch fort. Die Maschine bemächtigt sich zunächst nur ihres Körpers, nicht ihrer Seelen. In mm England wurd on zuerst „Arme" im engeren Sinn, d.h. Leute, welchem zur Armenunterstützung Verpflichteten^ in die Fabriken abgeschoben*/"*^.. Man hat von den „weissen Sklaven" gesprochen, die das Fabriksystem erzeugt habe. Das ist mehr als eine Redensart. Denn trotz juristischer Unterschiede gleicht doch die Lage des von der Grossindustrie geschaffenen Fabrikprolctariates darin der des Sklaven, dass beide an das Lebensminimum geschmiedet sind, wobei jedes Interesse des Arbeiters an der Arbeit fehlt. Gleichzeitige Beobachter haben daraus das „Eherne Lohngesetz* abgeleitet. Sie hatten, wie wir heute sehen, nur jene erste Stufe der Arbeit vor Augen, die dem Jbergangszeitalter angehört. Dies geht schon daraus hervor, dass jene erste tiefstehende Fabrikarbeit gewiss nicht billig arbeitete. Bin sachkundiger Engländer berichtet aus der Wendezoit des 18- zum 19.Jahrhundert, dass es unmöglich gewesen sei, die Spinner zu regelmässiger Arbeit anzuhalten. „Häufig verbrachten sie zwei oder drei Tage der Woche in Nichtstun und Trunk und liessen die Kinder, die unter ihnen arbeiteten, in den Kneipen auf sie warten, bis sie sich entschlossen, an die Arbeit zu gehen. Wenn sie begannen, so konnten sie manchmal geradezu verzweifelt darauf los arbeiten, Tag und Nacht, um ihre Wirtshausrechnung zu bezahlen und neues Geld für Ausschweifungen zu verdienen." +) Ähnliches galt bis in die neusre Zeit von Deutschland. Bäuerlicher Traditionalismus, staatlicher Bürokratismus, vor allem aber die +) Uro, Cotton Manufacture, II, 448. Professor v. Schulze-Gaevernitz Freiburg i. B. Schwaighofstraße 9 - 3 - psychologischen Nachwirkungen der Leibeigenschaft haben solche rückständige Seelenhaltung in Deutschland bis in die neuere Zeit fortgefristet, es sei denn, dass die Arbeiterbewegung^ das psychologische Brdreich tief genug durchpflügte. Bin Beispiel bietet folgendes Erlebnis, das in die neunziger Jahre zurückgeht; Der Besitzer eines der grössten und schönsten Websale Augsburgs wollte die besseren seiner Neber veranlassen, statt wie bisher zwei, nunmehr drei Webstühle zu bedienen. Da diese Einrichtug dem Widerstreben der Arbeiter begegnete, liess er einen von ihnen zu sich kommen, um ihn nach dem Grunde zu fragen. Darauf aufmerksam gemacht, dass die neue Einrichtung doch einen höheren Wochenverdienst bedeute, antwortete der "ober, er und sein Weib verdienten 28 Mark die Woche; um mehr zu verdienen, wolle er sich niht anstrengen; mehr Geld die Woche bedeute nur „a Rausch mehr". Jener Mann stand auf dem Boden gwohnheitsmässiger Lebenshaltung und festlit onder Arbeitsleistung. Aus neuester Zeit besagt ähnliches ein Vergleich zwischen Ost- und Westdeutschland , der sich dort am schärfsten durchführen lässt, wo an denselben Maschinen dieselben Produkte hergestellt werden. In Schlesien sind die Arbeitereinkommen niederer als am Rhein; pm Rhein die Kosten der Arbeit pro Meter desselben Gewebes niederer als in Sohle sien. Der Schlesier, a&s seiner Reimat verpflanzt und damit von den psychologischen Nachwirkungen der Leibeigenschaft befreit, arbeitet im besten besonders herzhaft und wird dem Westdeutschen schnell ebenbürtig oft Überlegen. +) Drastischeres konnte ich aus Russland berichten. In meinem Werke „Volkswirtschaftliche Studien aus Russland" (Leipzig 1899, im Buchhandel vergriffen) gab ich eine Fülle von Beispielen jenes Arbeiter +) Ich verdanke diese Bemerkung meinem Schüler und Freunde Herrn Dr. Professor v. Schulze-Gaevernitz Freiburg i. B. Schwaighofstraße 9 - 4 - typus, der seelisch der Maschine widerspricht - des Maschinenmenschen, wie er nicht sein soll. Die Slavophilen sagten: die glänsende Kultur des Westens beruhe auf der Ausbeutung eines Arbeiterproletariates, dessen Lage sich zusehends verschlechtere und jene Kultur selbst mit Untergang bedrohe. Demgegenüber, so fuhren die Slavophilen fort, das „heilige" Russland: dort gäbe es kein Proletariat im westlichen Sinne. Jedes seiner Kinder, auch der Fabrikarbeiter, sei im Besitze des Urreohtos der Renschen, des Rechtes auf die heimische Scholle; der Gemeindebesitz verknüpfe ihn mit der Mutter Lrde* Unberührt von den Ideen des Westens, sei er wie der Bauer ein Träger altnationaler und altkicchlicher Tradition. Die Slavophilen irrten* Das Industrieproletariat wurde der Stosstrupp der politischen Revolution, welche den Kommunismus der Intellektuellen ans Ruder brachte. Der Kampf der Sowjetregiorung gegen die überlieforte Religion ist vor allem als Kampf gegen den bäuerlichen Traditionalismus bedeutsam. Aber die psychologische Umwälzung erfordert Jahrzehnte* Trotz der offiziellen Verherrlichung der Maschine in Wort und Film, steckt in Russland der Maschinenmcnsch noch in den Kinderschuhen, wie die Klagen der Sowjetmachthaber über Unzuverlässigkoit, Undiszipliniorthoit und Landflucht der Industriearbeiter beweisen. Noch heute gilt der Satz: „Der Arbeiter hat das Band mit dem Lande noch nicht zerrissen"* Er ist nooh imj a#s*mehr oder weniger Bauer. Die Landflucht vollzieht sich in umgekehrter Richtung wie in Wusteuropa: von der Stadt auf das land* In vielen Fällen hofft der Arbeiter industriellen Nebenerwerb früher oder später wieder mit dem Pfluge zu vertauschen. Das Ziel seiner Wünsche sind die wogenden Getreidefelder seiner Heimat. Daher die Tendenz einer Be- Professor v. Schulze-Gaevernitz Freiburg i. B. Schwaighofstraße 9 - 5 - Völkerungsabnahme in Städten und Industrieorten, sobald der politische und fiskale Druck aufhört. So galt für die russische Industrie der Satz Haxthausens: „la main d'oeuvre est chere en Russie" - teuer trotz niedrigster Löhne. Ich belegte diesen Satz zifoernmässig durc^ Untersuchungen auf dem Gebiete der Baumwollindustrie, denen ich folgendes schlagende Beispiel entnehme: Ende der neunziger Jahre lag bei Garnnummer 36 in Moskau- Wladimir der Wochenlohn des Spinners zwischen 10 und 12 Mark, in Old- ham (England) um 40 Mark; die Arbe tszeit war dort 72, hier 55 Stunden die Woche; trotzdem nar der an Aufseher; Spinner und Gehilfen pro Pfund Garn bezahlte Spinnlohn dort 4,7 - 5, hier 2,8 Pfennig bei mehr als doppeltem Wochenerzeugnis der englischen Spindel im Vergleich zur russischen* +) Zur Begründung dieses merkwürdigen Widerspruches führte ich zahlreiche Einzelbeobachtungen an, deren Ergebnis i ch im fol genden; zusammenfasse. ^Die russische Fabacikarbeit ist grösstenteils unständig, flüssig und unzuverlässig. In den meisten Fabriken wird die gesamtem Arbeiterschaft im Frühjahr entlassen* Nach der mehrwöchigen Osterpause treten in 3ehr zahlreichen Fällen neue Arbeiter ein, welche oft in dem betreffenden Gewerbe überhaupt noch nicht beschäftigt waren. Immer von neuem ergibt sich die Notwendigkeit des Anlernens, welche jene allmähliche, aber stetige Steigerung des Arbeitsleistung verhindert, die im Westen eine wichtige Seite des industriellen Fortschritts ausmacht. ^Aber die russische Fabrikarbeit ist nicht nur unstät: sie ist widerwillig und nur dem äusseren Zwang gehorchend, dient sie der Schulze-Gaevernitz, Volkswirtschaftliche Studien aus Russland, Leipzig 1899, S.119* Professor v. Schutze-Gaevernitz Freiburg i. B. Schwaighofstraße 9 - 6 - Maschine. Innerlich hasst und verachtet sie die Fabrik. ^ Nicht verwunderlich ist es daher, wehn man in Russland die verschiedensten Mittel anwenden muss, um die widerwillig geleistete Arbeit an die Fabrik zu fesseln. In erster Linie zu nennen sind hier jene die Anlagekosten verteuernden Arbeiterkasernen zur Unterkunft der Arbeiter; häufig werden ihre Tore des Nachts verschlossen, da man fürchtet, dass die Arbeiter von abendlichen Ausgängen nicht wieder zurückkehren könnten. Hauptkalamität in Hussiand ist das Entlaufen der Arbeiter, selbst unter Instichlasaung der verdienten Löhne. Daher überall in Russland, selbst in den besten Grossbetrieben, jene Fülle von Ersatzarbeitern, welche einzutreten haben, wenn der zunächst verpflichtete ausbleibt. Hieraus erklärt sich auch der Mangel an bestimmten Arbeitspausen, in denen die Maschinen abgestellt werden; man lässt die Arbeiter nacheinander abtreten und behält immer noch genug für die zu verrichtende Arbeit übrig. Daher endlich auch das gänzliche Fehlen oder die Leschneidung der Sonntagspausen, da der Arbeiter durch zeitweises Wegbleiben oder völlige Flucht für die physiologisch unentbehrliche Ruhezeit selber sorgt. ^Wenn die Ronkurrenzfähigkeit einer Industrie auf niederen Lhnen, langen Arbeitszeiten und der Unterwürfigkeit beruhte, so müsst Moskau Manchester schlagen und Russland die industrielle Grösse Westeuropas bedrohen. Gerude das Umgekehrte ist der Fall* Alle Kenner der russischen Industrieverhältnisse sind darüber einig, dass die Erschliessung der ausserordentlichen Reichtümer Russlands vorwiegend durch Mängel auf seiten der Arbeit verlangsamt wird*^ Die welthistorische Mission der russischen Revolution liegt nicht in der Minderheitsdiktatur, auch nicht in dem kommunistischen Professor v. Schulze-Gaevernitz Freiburg i. B. Schwaighofstraße 9 — 7— Experiment - Marx würde beides als Stürme in der Wolhenregion bezeichnen - sondern in der psychologischen Umstellung breiter Volksschichten Neben der agraren Umschichtung &st dies das bedeutsamste und, wie immer die Politik läuft, bleibendste Ergebnis der Sowjetperiode. Das russische Volk hat, soviel man beurteilen kann, endgültig mit der t traditionalen Geistigkeit gebrochen,Teiche das vorrevolutionäre Russin wirtschaftlich zurückhielt. Russland bejaht heute die die Maschine untat-Verkürzung der Arbeitszeit und Verbesserung der Lebenshaltung der Arbeiterschaft als privilegierter Kulturschicht--- Kulturschicht wenigstens im Vergleich mit der eigenen Vergangenheit und der ländlichen Umgebung. Sogar in den Wohnungsverhältnissen, wie sie heute geschildert werden, bedeuten einen Fortschritt: mehrere Arbeiterfamilien bewohnen ein Zimmer und scheiden sich durch den berühmten kreidestrich. Dieser Fortschritt liegt in der Richtung auf den westeuropäischen Individualismus im Vergleich zum RA^Pmässigen Massendaaein der Vorzeit. - 8 - Sonderbare Bilder - dam Abendländer unglaublich - steigen in meiner Erinnerung ^uf: riesenhafte Eohlafsäle, i^äenen hunderte ermüdeter Gestalten wahllos niodersinken, in denen die Schafspelze und die Gritschen - von Betten ist keine Rede - niemals kalt werden, da in Schichten gearbeitet und geschlafen u?irdi Ma&senabfütterung dea Volkes aus riesigen nesseln, wobei der Älteste des Artella die Genossen nur zu oft betrügt; Schlafsäle, mit Dutzenden von Ehebetten besetzt, welche - ein Fortschritt auf den Rosten - von Vorhängen umgrenzt sind; Fehlen der linder, die bald nach der ^eburt in die ländliche Heimat abgeschoben werden, sie aber nicht immer lebend erreichen? riesige Arbeiterkaaernen mit endlosen Zimmerfluchten, in jeder der vier Ecken jedes Ziumora eins Familie hausend, noch unter dem Glitzern der Heili- enhilder aber jede schon mit eigener küohenbenutgung; Masaenabcrte, besetzt von Dutzenden schwatzender und rauchender Männlein und keiolein, zwischen denen aiohb linder herumtummeln und von denen keiner das „Clubzim^er" vor einer halben Stunde fröhlicher Sitzung vorlägst. Nenn die Sowjetbehörden solche Zustände im Harnender Menschenwürde beseitigten, ao yesohah diea nicht in der Richtung auf den Urkommunismus der Borde Bondern auf die Kleinfamilie des Wostena. Diese allein gewährleistet einen sesa- haften nrbeiteratand, ohne welchen die Maschine ein kostbares aber - wirkungsloses Spielzeug bleibt. Auch im Westen waren es Keiatcageachichtliche UnMälzunzen. welche das seelische Erdreich für die Maschine vorbereiteten. In der anglo-amerikanisohen Welt waren es jene einschneidenden Bewegungen, welche unter dem vieldeutigen Ausdruck ^Puritanisous" zuasm- - 9 - memgefasst werden, wobei der Methodismus und ihm folgend die Heilsarmee in die breiten Unterschichten griffen. Genoesenachafta- und Gewerkschaftsbewegung wirkten in gleicher Richtung. Ahnlich wie bei den Unternehmern als den Herren der Maschine, als den Pionieren des Maschinenwesens, handelte es sich auch bei den Arbeitarn als den Dienern der Maschine um eine Befreiung und Neubindung, die freilich erst etwa zwei Menschenalter später einsetzte als bei der kapitalistischen Oberschicht. Ks be arf zunächst der Hfreiung von den traditionallstisehen Bindungen, eines psychologischen Bruchs mit der Vorzeit. Rio der Unternehmungsgeist des Unternehmers die ganze Welt orgreift, „unersätt- lich" vorn Standpunkt einer früheren Gesellschaftsordnung aus, so fallen auch beim Arbeiter die Grenzen des wirtschaftlichen ßtrebons. Seine Bedürfnisse, bisher gewohnhe&Bmaaaig beschränkt, erfassen die gesamten Errungenschaften kultureller Lebenshaltung. Hoffnungslos auf dem Boden der kapitalistischen Gesellschaftsordnung, sucht er zunächst den Auaweg gewaltsamen Umsturzes* Aber je gefestigter der Kapitalismus ist, umso weniger ist er durch bewaffneten Handstreich zu stürzen, z.B. in England und Amerika weniger als in Russland und Indien. Sobald die revolutionäre Hoffnung durch grausame Erfahrung widerlegt ist, erkennt der Arbeiter in Steigerung der Technik und Verbesserung der Arbeitsleistung den Weg aar Befriedigung gesteigerter Anaprüohe. Br wird letz hin eine Art „Arbeitsuntarnoi-mer*; der für seine Arbeit als solide Ware den höchsten Kaufpreis sucht. Damit unterliegt er auch als letzter dam „Gesetz das grösstmöglichan Gewinnes", das zuerst den Kaufmann, dann den gewerblichen Unternehmer ergriffen und die moderne Gesellschaft hervorgebr cht hat. Der beste Arbeiter der Welt ist heute der mit den höchsten Bedürfnissen: der Amerikaner. - 10 - Man kann die sohoinbar paradoxe Behauptung rechtfertigen, daas die H :heder Lebenshaltung der arebeitonden Klassen geradezu ein Gradmesser der iaduat iellen Kraft einer Nation ist, weil sie zugleich das Mass das technischen Fortschritts anzeigt. Nicht die Länder, die die niedrigst gelohnte Handarbeit, sondern die, die besten und meisten Maschinen anwenden, erweisen sich heute als am stärksten im gewerblichen Lettkampt der Nationen, wobei die Maschine zugleich eine seelische Umstellung im Arbeiter aualöst. Er wird aus einem Haaseh zum Freunde der Maschine, dieaeine -räfte vervielfältigt, auf die er seinen Glauben an die bessere Zukunft einstellt, die ihm für Kind und -indoskind als Befreierin erscheint. Der zur Maschina geborene und erzogene Arbeiter ist ein spätes Produkt des Maschinenwesens und setzt seinen Bestand seit Jahrzehnten voraus. Er wurde zuerst in der englischen Raunwollindustrie geboren als der ältesten Rabrikindustrie der Welt. Der Wandel trat in dem Masse ein, als die glücklichen ^esitzer der ersten Maschinen ihre Monopolstellung gegenüber dem ^kapitalistischen Raum verloren. In den dreissiger Jähren des vorigen Jahrhunderts war es, dasa auf dem Gebiete der ältesten Groaainduatrie zum erstenmal die internationale Aonkurrens einsetzte. Wollte England siegen, so musste es die Produktionskosten herabsetzen. Wie war dies möglich? Nicht mehr durch herabdrüokung der Arbeiter, dann diese befanden sich auf (hm L&enaminimum. Das einzige Mittel des wirtschaftlichen Sieges bestand in Verbesserung der Technik, was ohne einen neuen Arbeitertypus nicht möglich war. Seine Vollendung erreichte dieser Typus in jenen amerikanischen Grossbetrieben, welche mit gelerntem „old stock" hochverfoincrte Maschiaen Erstellen* Als Muster achwoben mir jene Grossbetriebe vor, welche mit den von ihnen erzeugten Rechen- und Buehhaltungamasehinen das Rankgewerbe der halt von rein mechanischer Tätigkeit entlasten. Der dort beobachtete nrbeiter und vor allem die Arbeiterin, die eich äusnerlich vom „College Girl" kaum unterscheidet, sieht allerdinge reckt andere aus, als der n%aschinenmen3ch", wie ihn deutsche und russische Filmwerke (Metropolist) ohne jede Berührung mit der industriellen Praxis als ab- stodeendea Fabelwesen den Unkundigen vorführen. Dp steht „aufrecht" dMMM da, ein selbstsiecherer Mensch, dem das Rücken im wörtlichen wie im übertragenen Sinne erspart bleibt. als der Mensch der Zukunft findet er in der Vergangenheit nicht seinesgleichen^ Nicht die körperliche kraft ist ea, die ihn auszeichnet, denn die erforderliehen Bewegungskräfte liefert die Maschine. Kr gleicht auch nicht dem Arbeitevirtuoaen der sog* Manufaktur, der auf 8rund weitgehender Arbeitsteilung wenige Handgriffe möglichst vollkommen verrichtete. Resser leistet diese die Werkzeugmaschine, die mehr und mehr dae Gebiet der sog. „mechanische! Arbeit erga&ft. Den Menschen damit aus dem Nexusebr immer weiter fortschreitenden Arbeiteteilung befreiend, fordext die Maschine eine psychologische Neubindun%t . Die Maschinen werden grösser, dabei komplizierter, ihre Geschwindigkeit wird gesteigert. Es verlangt dies vom Arbeiter eine gesteigerte Behendigkeit und MMKgKHHgHgnKM KMMK Geistoeanapannuag, letzthin Verständnis für die in der Maschine verkörperten Gedanken. Der ihr dienende Mensch sollte ein Sohn des Zeitalters der Naturwissenschaft und der Technik sein- Im Ruesoratan Gegensatz zu jenem Handwerker, der aufgrund tatsächlicher oder rechtlicher Monopolstellung „seine -undon warten läset", arbeitet der Arbeiter an der Maschine gleichmassig, rhytmisch, „ohne Raat,dooh ohne Hast". Solche Arbeit kann die Frau nicht minder, in munnhan Fällen besser leisten als dar dann- Die Maschine hebt die Soziallage des heibea und legt Breache in daa uralte System der MRnnerherraahaft. Die .rbeit isticht mit der gesteigerten ^rodugtion schwerer geworden, vielmehr die rein körperliche Anstrengung eher geringer. Der Spinner als äelfaktor arbeitet z.B. nicht 2000 mal mehr als die emsige Landspinnerin, der "ober am Kraftstuhl nicht 40 mal mehr ala d#, unermüdliche Handweber. Früher hatte derjenige Arbeiter daa grösste Erzeugnis, der am unausgesetztesten die Hände rührte. Loi vollendetem maschinenmässigem Betriebe liefert derjenige Arbeiter am meisten, der am wonigsten mit der Hand einzugreifen hat und diese Eingriffe auf dit kürzeste ^oit zu beschranken weiss. Denn die Maschine verwandelt in fortdauerndem Prozose den Rohstoff in das Fabrikat. Der Eingriff des Arbeiters bedeutet Beseitigung von Störungen und daher Hindererzeug- nis. Worauf es ankommt, daa ist, den hieraus erwachsenden Verlust einzuschränken, was eine verständnisvolle und sorgliche Behandlung der Maschine, vor allem Sauberhaltung, erfordert. Zum Beispiol hängt daa Woohenorzeugais pro Spindel nicht allein von der Grösse und Beschleunigung der Maschine ab, sondern auch von dem Verhältnis der tatsächlichen zur möglichen Leistung. In Betracht kommt hier vor allem die Zahl der Fadenbrüche. Die Geschickiid&eit der Arbeiter bestimmt die Zeit, die das Anknüpfen dar gerissenen Fäden, daa Abnehmen der vollen und das Aufsetzen der leeren Spulen in Anspruch nimmt. In der deutschen Textilanquete von 1878 sagte ein Fabrikant, dasa in England 95 %, im Blsaas dagegen nur EM& &0% der theoretisch möglichen Leistung tatsächlich erreicht werde. - 13 - Ebenso wäre es irrig, wenn man meinen wollte, die Arbeit sei leichter gewordenes*gegen früher. Soweit ein Vergleich möglich i3t, ist eher das Gegenteil der Fall. Ein Handwerker kann Iß Stunden am Tage arbeiten; einen ßechsatuhlweber 13 Stunden am Tage arbeiten zu lassen, ist eine Unmöglichkeit. Die Natur der Arbeit ist eine andere geworden. Anstelle der Muskeltätigkeit tritt geistige nspannung. Wer den Spinner beobachtet hat, den 2a Tausend Spindeln umschwirren oder die Ueberin, die sechs Weberschiffchen mit da: Geschwindigkeit von 200 Schlagen in der Minute umtosen, der weiss, welch hoher Grad xelstixer Anspannung hier verlangt wird. Darüber hinaus erfordern die Maschinen, je verfeinerter sie werden, eine gewisse^ Freundschaft. Ähnlich wie das Vollblutpferd mit ^Sympathie" geleitet werden will und der rohen Behandlung eines unerfahrenen Stallknechts den Gehorsam versagt, ähnlich, wie jener hochentwickelte Typus der ^abrikarbeit selbst dort die besten Resultate liefert, wo ihm ein gewisses Verständnis für seine Hlassenbe- strebungen seitens des Unternehmers entgegengebracht wird, so vertragen auch die im er kunstvolleren Maschinen eine unwillige Behandlung nicht. Wunderwerke des menschlichen ^eisten, liefern sie dort das beste Erzeugnis, wo der MMN an ihnen beschäftigte Arbeiter ihren Gedankenihhalt nachempfindet. Ein weiteres kommt in Betracht. Die Maschinen werden immer kostspieliger; die Menge des durchlaufenden Rohstoffes oder Halbfabrikates wird gesteigert. Damit wachst die ^erantworßUHH des einzelnen Arbeiters. Man vergleiche etwa jenen Puddler, von dessen Tüchtigkeit lediglich das Erzeugnis seines Puddelofens abhängt, mit jenem Mann, der für den gesamten Inhalt eines Converters verantwortlich ist. Für die Baumwollindustrie gilt gleiches. Wieviel grösser - 14 - ist doch die Verantwortlichkeit jenes Arbeit ra, der 'Pausende von Selfaktor-Spindeln beaufsichtigt^ gegenüber den alten Handmulespinne^y dessen Maschine nur wenige hundert Spindeln hatte und der in mühsamer Arbeit sogar pro Spindel weit weniger als sein Nachfolger lieferte. Physische Behendigkeit, geistige Mitarbeit, willige Verantwortlichkeit sind von jenem schlecht genährten labrikprolotariat, wie es die Grossinduetrie bei ihrem Auftreten schuf, nicht au erwarten. Hierzu bewarf es einer höheren Lebenshaltung dos Arbeiters und der Rückführung dar -Arbeitszeit auf angemessene Grenzen. Wodurch wird beides erreicht, ohne dasa dadurch eine privatwirtschaftliche Schädigung des Unternehmers eintritt, der in Wettbewerb auf dem Weltmarkt - nickt zuletzt im Interesse seiner Arbeiter - sich durchzusetzen hat? Wir sahen, dass das Ergebnis des technischen Fortschrittes BS eine ungeheure Steigerung der Produktion ist. Damit wird eine ait- sprcchcudö Herabsetzung dora^r losten der Arbeit pro Einheit des Produkts ermöglicht. Jedoch werden diese Kosten nicht in demselben Verhältnis herabgesetzt, in dem die Produktion steigt* wobei der Arbeiter in derselben Lage bleiben würde wie vorher. Vielmehr ist das Verhältnis dieser Herabsetzung geringer als die Produktionavermehrung, sodass der Leitvcrdionct dos Arbeiters steigt, der Stücklohn sinkt. Ein Viorstuhlwcbor erhält pro Stuhl bedeutend weniger als ein Binstuhlwebcr; aber er erhält pro Stuhl mehr als don vierten Teil des Verdienstes des letzteren- Er mnsa mehr erhalten, denn sonst könnte seine Lebenshaltung nicht höher sein als die das Einntuhlwebers, Mit solcher Lebenshaltung aber wäre der Vierstuhlweber nickt möglich- Ea bedeutet dies nichts anderes, als &ss ein Teil des Mehr- erzeugpisses, das der Maschine verdankt wird, an den Arbeiter abgetreten wird und abgetreten werden muss, um die physiologischen und psychologischen Voraussetzungen des vervollkommneten Maschinenwesens zu setzen. Dieser Vorgang geht bis in die Anfange des Maschinenzeitalters zurück. So gab der seiner Seit hochangesehene Grossindustrieile 13. Houldeworth vor dem Conmittee on Mnuafactures 1833 folgendes interessante# Beispiel: Wochenleistung Arbeitszeit Wochenverdienst Kaufkraft dieses Verdes Spinners des Spinners dienstes in Pfund Nr. Pfd.Garn 3td. Weizenmehl -- Fleisch 1804 180 12 74 - 80 32 ah. 6 d. 117 62 200 9 36 " 6 " 124 75 1814 180 18, ^ 44 ' 6 ? 175 67 200 13# ^ 60 " 279 90 1833 180 22 33 " 8 " 210 6? 200 19 ^9 4g * 9 * 267 85 Die hier genannten hohen GA&nnummem wurden damals auf den europäischen FesOahdo noch k^.um gesponnen, weil man den dazu erfopder- licnen gelernten Arbeiter nicht besass. Sie wurden ausser in England allein von der indischen Handspinnerin gefertigt, deren Geschicklichkeit bis dahin das Staunen Europas gewesen war. Die feinsten indischen Musseline hiessen „gewobener wind ; sie waren ausserordentlich kostbar, denn Garnnummern bis zu 240 waren bei ihnen keine Seltenheit. Aber wenn die indische Spinnerin jener feinsten, bisher im Abendland unerreichten Garne wöchentlich etwa 9 d. erhielt, der englische Spinner also etwa 40 bis 50 mal soviel vordiente, so vernichtete der letztere doch jenen uralten ^unstfleiss, der — paradox genug — an teurer arbeit zugrunde ging* einer Arbeit, di^ etwa viermal so teuer war wie in - England. - 16 - Diese Entwicklung ist zweifellos durch die gewerkschaftliche Organisation der Arbeiter beschleunigt worden, zunächst unbewusst, später bewusst. So steht z.B. fest, das dar von Roberts 1830 erfundene Seifaktor zunächst zur Bekämpfung der Spinner diente und erst infolge von Streiks zu allgemeiner Einführung gelangte. Diese Erkenntnis findet sich ausnahmsweise früh ausgesprochen in der Edinburgh Review vom Juli 1835* „Wären seit der Entdeckung der Spannrahmen", heisst es da, „Arbeiterkoalitionen und Ausstände unbekannt geblieben, so können %ir ohne Übertreibung behaupten, dass die Industrie nicht die halben Fortschritte gemacht hätte." Später treten die Gewerkschaften bewusst auf die Seite des technischen Portachritts und damit der technischen Bildung der Arbeiter. Ist Nissen ein Mehr ein Macht, so ist Fachwissen ein Mehr an Lohn. Die Gewerkschaftspresse füllt sich mit fachwissen- aohaftlichen Erörterungen. Auch hier ist die Cotton Faotory Times, das Organ der Baumwollarbeiter Lancashires, um Jahrzehnte voran gegangen. In Amerika werden die Arbeiter von Geworkschaftsseite hör aufgefordert, durch ihren Rat, ihre Erfahrung, ihren ErfimdungpgeiBt die Betriebsleitungen zu unterstützen. Der Vorsitzende des amerikanischen Gewerk- achaftsbundes erklärte, daas der Arbeiter Schritt zu halten habe mit der Richtung und Geschwindigkeit des technischen Fortschritts, wenn er nicht Hemmnis werden wolle. +) Aber auch der Unternehmer hat die Möglichkeit, die psychologisch Umstellung des Arbeiters zu Gunsten der Maschine zu beschleunigen, etwa durch Einführung von Löhnungssysteman, welche unter Festhaltung des tarifmäaaigen Zeitlohnes hühre Leistungen prämiieren. Hören wir einen +) William Green auf dem internationalen Hongress für wissenschaftliche Organisation der arbeit, Juni 1929* - 17 - Freund und Vertrauensmann Fords. P o r d kaufte eine schlecht rentierende Bisenbahn, um seine Rohstoffe auf eigenen Schienen nach seinen Werken zu befördern. Die grossen Eisehbahngosellschaften bedeutetem ihm, sie erwarteten, dass er die gemeinsame Lohnpolitik der Eisenbahnen nicht durchbrechen werde, da es Bich um Hunderttausende von Arbeitern handle. Ford würde es, wenn er dagegen Verstösse^, mit ihnen, den gröcsten dapit^lmdchton des Landes, zu tun bekommen* Trotzdem dekretierte Ford den „Fordlohn", 7 Dollar pro Tag. Zugleich befahl er, keine neuen Leute mehr einzustellen und schrittweise die kahl der Leute herabzumindern, wobei er solchen, die geneigt waren, die Möglichkeit offen liess, in seine ..orke in Detroit übernommen zu werden. Zugleich schaffte er - abgesehen von einigen Personenzügen, den Sonntagsverkehr ab. Durch Rationalisierug des Betriebs und Zusammenlegung der Arbeit gelang es, das, was bisher zwei Leute gemacht hatten, nunmehr durch einen Mann verrichten zu lassen. Die Leistung der Bahn wurde erheblich gesteigert, die Posten pro bewegte Einheit wurden herabgesetzt - die Bahn rentierte. Ford benötigte behufs Verbilligung der Autos billiges Glas. Er wandte sich an die grossen Glasfabriken des Landes mit der Aufforderung, den Glaspreis herabzusetzen* Antwort: unmöglich! Ford kaufte darauf ein älteres Glaswerk mittlerer Grösse, welches mit Verlust arbeitete. Er belioss den bisherigen Direktor in seinem Amt und schickte durah einen seiner höheren angestellten den Befehl, die Löhne von 41 auf die Fordhöhe von 7 Dollar pro Tag heraufzusetzen. Der Direktor, welcher noch grössere Verluste fürchtete, wollte widersprechen. Der Bote Fords teilte ihm jedoch mit, dass er damit sofortige Absetzung riskiere. Der Direktor fügte sich und produzierte mit erheblichem Verlast, bemerkte jedoch zu seiner Überraschung, dass die besten Arbeiter fest zum - 18 - Werke hielten und sich seinen nordnun-on willig fügten. Inzwischen bearbeitete Ford mit besten Technikern und Experten der Glaafübrlkrti- on eine Neuorganisation des Betriebes aufgrund dos kontinuierlichen Produktionsverfahrens aus. Nach etwa drei Monaten sandte er abermals seinen Vertreter zur Glasfabrik, um nach den neuen Zeichnungen das Werk völlig umzustellen. In der Zwischenzeit hatte sich die Mentalität der Arbeiter völlig verändert; sie gingen willig auf Fords Gedanken ein, um im Werk zu bleiben. Wirkung nach Jahresfrist: Lohnerhöhung um 70%; Verbilligung des Glases (einschliesslich Amortisation der Neuanlage) 30%. Ford steht auf dem Standpunkt, zuerst durch drastische Lohnerhöhung die Psychologie der Arbeiter von Grund aus umzustellen, un- ! geeignete Leute, vom Direktor angefangen, auszumerzen, um sodann die Technik des Betriebes umzuwälzen. Ohne irgendwie die Gewerkschaften zu bekämpfen, ignoriert er sie, da seine Löhne und Arbeitsbedingungen erheblich über den durchschnittlichen liegen. Mit diesem Prinzip wurde er der reichste Mann der Reit. Nur ganz allmählich, der Entwicklung nachhinkend, bekehrt sich der Chor der Intellektuellen. Professor kaumerer hat als einer der oraten in seiner -estrode vom 2o.Januar 1903 in der Technischen Hochschule zu Berlin bereits folgendes ausgeführt: „Wenn hervorgehoben wird, dass heute noch recht viel menschenunwürdige arbeit vorrichtet werden muss, so ist zu bedenken, dass wir nicht am Schluss einer Entwicklung sondern erst an deren Anfang stehen. Der Fabrikarbeiter, der der Maschine als gedankenloser Handlanger dient, wird ebenso verschwinden, wie/lor Haa&teuerer der -raten Dampfmaschinen, der unablLLssi^ nach dorn Takt der Maschine die Dampfhdhne auf- und zudrehen mursta. Die ersten Maschinen, die gebaut wurden, waren so unvollkommen und - 19 - hilflos, doaa eine Annahl von Wärtern stete su ihrer Pflege tatig sein inusste, um Betriebsstörungen zu vermeiden. Die moderne Entwicklung der Maschinenkunst zeigt das Bestreben, alle Hilfeleistung, allen Handlangerdienst, alle Transportbewegungen der Maschine selbst aufzubürden, sodass der mensch nur Verlegende und regelnde Tätigkeit auszuüben hat, etwa wie der Steuermann eines Schiffes. In dorn rastlosen OotRe&e einer modernen Mühle oder eines Elektrizitätswerkes bewegen sich in selbsttätig geregeltem Gleichklang die Stahlglieder dar Maschinen, von wenigen Menschen überwacht, nickt bedient. Die gewaltige Maschine eines modernen HalzweBkcs mit all ihren selbsttätigen Hilfsvorrichtungen wird mittels Fernsteuerung von einem einzigen Menschen beherrscht, der keinerlei körperliche ..rbeit zu leisten hat, aber mit Anspannung aller Überlegung und Geistesgegenwart sein Reich regieren muss. - Je weiter technische Arbeit ihre ^me spannt, umso mehr wächst die Zahl der Arbeitskräfte, die sie schützend umfängt- Geisttötende Handlangerarbeit findet sich heute zumeist in den Gewerben, die der Ingeniourkunst noch zu ferne stehen- In unserer borgangszeit zwischen Begonnenem und kaum halb Vollendetem darf nicht das, was aus alter Reit unvollendet geblieben i&t, als Muastub angesehen werden, sondern nur das Herdende und Keimfähige." 20 - Von groeaer Bedeutung in den vorstehenden Ausführungen ist die Unterscheid^ swißchen halbm^to^t i.ec:: ar und voilaRtOiati Boher r.h#8iiiae. Dem eat&praehan veredhladeae Typen des Arbeitern. Im ersteroa Pell hat ein ungelernter Mansch wenige, stets gleiche Handgriffe gu vollziehen. Es ist dies die Stufe, auf o&cher die Maschine den Menschen versklavt, wenn man will, sura Maschinenteil entwürdigt. Die Monotonie der Arbeit kann durah den Rhythmus gemildert werden, wobei der eingeübte Arbeiter WaohtrüumEa nachhängen kann, wie sie d&r ältere, der Maschine noch nicht voll aagepasate Arbeiter liebt So sagt Fords einige unserer Aufgaben sind ausserordentlich monoton, aber es gibt nicht wenige Leute, welche ihren Lebensunterhalt au verdienen wünschen, ohne au denken. Gerade bei dieser Art von Arbeit ist der Wechsel gering, obgleich gedem dar Ueborgang au anderen Abteilung gen unserer Marke offen steht* Der Gesundheitszustand ist begaer als bei Arbeiten, die mehr 8ei8teaaaspaanuag verlangen* Trots- dem flieht der geistig geweckte Teil der Arbeiterschaft diese Art dar Arbeit. 1) Obgleich die vollautomat&edbe Maschine erst in wenigen Fällen erreicht ist* so geht die Tandesa der Entwicklung in ihrer Richtung; sie erobert schrittweise immer breitere Gebiete. Ihr entspricht der Typus des volleatEiekelten Hagehinenmensehen, welcher als Besufuich* tigor, wann man will, Beherrscher eiaea hpahverfeiaerten , daau kostspieligen Meohsaimue eeeliodbe Eigenschaften beizubringen hat, welche dio^&eele" dar Maschine erst ataa Loben erwecken. Inmitten einer ungeheuren psychologisch en stehend, sind wir kaum in der Luga, deren Umfang voll su ermessen. Technische ?rob- leme und technische Erfolge traten in den Mittelpunkt des Löbens. Nichts hat im lotsten I^nochenalter solche Begeisterung erweckt * S1 * wie die Eroberung der Luft, obgleich dieser uieg der Technik, wie Saabart sehr richtig bemerkt, dem kapitalistischen Geist wenig genutzt, ja, eher Schaden gebracht hat# durah die riesenhafte Verwendung, kapitalistisch gesehen; Verschwendung von Arbeit und Kapital für einen iibsa wiegend konoumptiven Zweck. Diese Einstellung, welche die l^suag eines technischen Probleme sun Solbstaweok erhebt, erinnert an den Willen künstlerischer Gestaltung, wie er im alten Griechentum labte; beide unterwerfen Stoff und Kraft - blinde Titanen - dem menschlichen Reiste, in der Architektur, dem Maschinenbau und Schiffsbau fltasaan Technik und Kunst heute zusammen* In höchstem Kasse gilt das Gesagte vom Automobil , welches mit der Seele das Hensehen die Wirtschaft revolutioniert. Kein neuartiger Knabe, der nicht von Motoren träumte; wenige Amerikaner von 13 Jahren - Schüler wie dchälcrinnon - die nicht den 'car^ lenken kürm-en. Auch A-"-A das Publikum ?aass, bei Lebensgefahr, äTch^umstellen. Dar schwerfällige '.lehel# der träumerische Guckindieluft, d..r,- feuchtfröhliche Bruder Anders, diese Typen der guten alten Zeit, geraten im buchstäblichen Sinn uater die Räder, Dag^an bat der vollkommene Fabrar alle jene Eigenschaften aufzuweisen, die den Maachiaeomensohea überhaupt ausseiet- ncRi Behendigkeit, Verantwortlichkeit, Selbstbeherrschung, schnelle Bntaehlusshraft, technische Gesamteinetellung, r soll seine "'.lasc-im-^ kennen und pflegen, das geringste Geräusch verrät ihm Störungen, deren Ursache er erkennt und meistert. Der reibungslose Ssag des Wagens arf&%% den Fahrer mit Freude und Selbstgefühl, als den Herren dar Nat^rkraft* Das Automobil hat die Beweglichkeit des Manschen unendlich gesteigert, ihn von der acholle gelöst, Entfernungen und Grausen überbrückt* Ford erhofft von der AutomebiRKvvuv.: 'nrojaa di - U berwindung dos K&iogcgvi* ates. Jedenfalls verteil!.,.;nt der ivuer allgemeinere Kuaaeh* einen " agex - 22 - su besitze* zu gesteigerter Arbeitsleistung* Das Auto hat eine grosse Kahl v 8 Reuen Berufen hervorgerufen, üo waren in Ai^ -'ika 1328 neben ßOO.ooo Renschen in der Aatomobilheratelluag noch 5,7 Dillionen Jien- B3&9M in Berufen beschäftigt* die vom Automobil geschaffen worden sind* als Fahrer, Verkäufer* in den Reparaturwerkstätten* in der Drdüliadu- Stria usw* 1) Das, was das Automobil h ute leistet, dürfte in wenigen Jahrn von Flugzeug überboten werden. In wundervollen Werten hat Graf Coudenhove*Kßl3rgt dem Glauben der. r ^el'd- nseitt .11 :.-re ^ds33r^rowhetisjhen Ausdruck verliehen! 'Die Maschine als Gesehspf und Tempel das heiligen HeasOhengeistee symbolisiert die Ccberwindung der Materie durah den Geist, des Starren durch die Bewegung* dar T^ighcit durch die Kraft* die "i^nseAhaitabefreiung^ durah die Tat* ?#do bisherige Kultur war auf Sklaverei gegründet! die antike auf Aklanan, die mittels!taFliehe auf Leibeigene* die neuseitliche auf Proletarier* Die kulturbildeade Freiheit und Auase weniger konnte nur geschaffen worden durch Ehoehtsohaft und Ueborarbc ituwg vi 1er, nadsiel der Technik ist* Bveata der Sklavenarbeit durch Meachi* nenarboit* BrhebMBg dar GeBaatmaabehhoit zur Herreakksse* in deren Diea% ein Heer van Naturkräftea in Ma8eMnongest3.lt arbeitet* Durch Mehrung der . Voduktioa wird die Maschine die Not SMäMht brechen* durch Minderung der Arbeit die Sklaverei, Die Maschine erbffaet die Aussieht auf Ver- geietiguag der menschlichen Arbeitt ihre freie und oehSpferiaCAg Komponente wird wachsen gegenüber dar autom^t&8ch*mec!iani- achan* die geistige gegenüber der materiellen. Der Abbau der Grs stadt als Folge des Aufschwungee der VarkahratOaha&k ist eine notwendige Voraussetzung wirklicher Kultur* - Dar Erfinder* der* etwa durah Atomger- trüsnorung* einen prt.3ktie^ton Ko&lcaersata schafft, wird für die Mensch holt mehr geleistet haben als der erfolgreichste soziale haforaator* a.,4. ^ * H3 * dorn; er wird die Millionen Kohleaapbeitar aus ihrem soRsehenuHwardigoa Dasein erlösen und einen grossen Teil der measehliehea Arbeitslast til* gen, Jährend heute kein ^omäunistiachey Diktator es vermeiden k'*anto# Mr-nec r^n Hu nterirdieche-.3 Gräbst! bot. au v.-.-.^teilen, Jede jaaaivl- stisehe und ieboasfeiadiie&o Propaganda* die sieh gegen die tee&nisoha und industrielle Eatwiahluag richtet* ist Hochverrat an der Arbeitsarmac Europas, denn sie ist die Aufforderung sum Rüoksug und sur Fah- nonfl taht 'Während des äntaeheidungshaapfes. : ine ./affenstreeltung der Technik würde die Welt in den aaiatisohaa KUltuRkraiclsuf au-* rüakjorfan* Hart vor ihrsm Siele würde die tee&aioehe Woltrevolution# die Europa heisst. sKssMmeabreebea und ein# der gr asten Eeasahheits- hoffnungen begraben. * Bas höchste lotste Ideal europäischer Sukunfts- rematik ist! Rückkehr nur Natur auf höherer Ebene* Im Dienste dieses Ideals steht die Technik* Dach hMadarttaueeadaa von Kriegsjahron soll der Mensch wieder Frieden sdhliasaan mit der Hä Satur und keim* kehren in ihr Reich? aber nicht als ihr Gesohüpf - sondern als ihr Herr." 1) Aber auch der auabtem abwägende Wiceenochaftler# der nur su sehr geneigt ist* Waoaer in den Wein dos Propheten sa gieasen* ist su der Feststellung genötigt; die Maschine ist karte und sontrale Tatsache unserer Wirtschafte* -ie 3eeallaehafteordnMRg. Dia Entwicklung ist über das Bär und Wider hinweggegangen* welche noch die Tagung des Vereins für Doaialpolitib su dien 1D&9 erfüllte* Sit Amerika* mit Ford hat die Maschine auf der ganseu liaio jooiegt* Aus einer geradezu Rbergültigoadt den Fülle von Tatsachen heben sieh folgende Grundgedanken hervor; Aawoa* dung arbeitsparender Technik* Verbilliguas der Produktionskosten# ine* besondere Steigerung des Kopfprodukts pro Arbeiter# Verbillige: der Arbeit pro wtüak des Produktes* Steigerung den SOadnallohnos* Rrwei* teruwg dee Markteo# Verbilligung der ...reise# weitere bteigeyung das — 34 ** Reallohnes. De^ontspreehend wurde die i&sohine^ her "teilende Industrie, der Mas^inenbtm , den im weitesten Sinne Automobil- und Flugzeugbau bei zu- sühlen sind, In den leitenden Ländern zu einer leitenden Industrie * leitend in dem ^aaae als die Industrialisierung der JolbfortsMhreitatw leitend insbesondere in der Ausfuhr* Ca bat Afrika 193.3 für nahezu eine Milliarde Dollar an Haaehinea und Automobilen ausgeführt* wobei auf beide Pasten otwa je die Hülfte fiel, Nach den Ausführungen des bekannten Dr* Klein, Unterataatssehretärs im Handelsministerium in Washington* deckte Amerika 87^* England und Deutschland je 13 ^ dos aolt- bedarf'c ca Ilasehiacs, ^Ahr -HA^SLlo übrig'n linder ausseen nur 17 ,., kamen. Die jähr iehe Leistung des Arbeiters in der naookineninduatrie schätzt Klein für Amerika auf 5303 Dollar* für Deutschland und England auf 1300 Dollar. 1) Daher sind trotz sehr als doppelter Lohnhühe die Kosten der Arbeit in Amerika nicht Mhor sondern eher geringer als in In der amerikanischen Kaschineninductria hat sieh seit 1913 der Lohn verdoppelt, die Ausfuhr sehr als vordoppelt* Aber auch in Beutaahland vollzog sieh gerade in der Hesohincn- iaduatrie ein ähnlicher Vorgang, der ls '"radikale Reorganisation naah wissenschaftlichen nathodenP bezeichnet wird* Voran ging die Spezialisierung dar Fabrikation auf eine geringere Anzahl von rcougnisson* womöglich ein einziges Fabrikat für das Verk. Ihr folgte die Typeng d.h. die Verringerung der Anzahl der Modelle, nach welchen ein batima- tes Fabrikat hergestellt wird. 3e wurde z.B. der Bau dar Budhdrue&aa- sehinen von 119 auf 4 Typen herabgesetzt. Hieran eohloos sieh die Hormune dar Manchinenteilc* welche nunmehr in Serien von ?3ohrcren hundert* ja 1) Dr. Klein auf der jahrestagnan der National Industrie! Advertioero Association* Mai 1919. - 38 - mehreren tausend Stück hergestellt werden. in Band dsmit erfolgte da? Böberg;.;,ng gur FUesBsrbeit* So wurden in der gasgotoreafabKlh in Deuts vor der Anstellung voa 380 ^aaa Belageehaft bei eleeza durchschnitt'* liehen Botorgoglsht vsn 48 kg 900 kennen erseagt , ns,ch der Stellung ven 343 Arbeitern bei einem Botorgewioht von 34,8, kg 930 Tennen* Durah die 311aesarbait wurden 43,* un Höhnen gespart, obaohl eine BrhShuag des Stundenlohnes um 36 ^ eintrat* In einer leitenden nghsa9a&&Bafa&rRk in Ba&laruhe Ronatea die -DUhne der Arbeiter von 7,80 auf 18 bis 14 Hark pro Tf:g gesteigert worden? da sieh jedoch die Tagesleistung pro Hopf um 90 *. 70 g- heb, lag immer nach eine Vorbilligung der Arbaitakoat&a vor* Eine PpeisgoakuBg für deutsche HaeehlHea bei gleichseitiger bedeutender ..Qualitätsverbesserung führte sur Steigerung des Verbrauchs an Maschinen erheb im lalsad sowie an einer H^Eniiahen Steigerung der Ausfuhr* Die mehr oder minder industrialisierte Länder Europas beten die aufnahmefähig* stea Märkte, sc Proeßbritaaniea, Italien, Holland, Russlaad 1), Damit trat die n^ohlnenindustrle 193? an die Spltse der deutschen Ausfuhrin* dustvien überhaupt, indem sie mit einem AuofUhrüberachuss von 7 7 Millle* neu Hafk die chemische Industrie mit einem solchen von 783 Millionen . Hark überholte* Die Arbeiter dar deutschen Shsehincninductrie gehören au den bcstbosahltea deutschen Arbeitern und dürften eiasahllesslldh der Soziallastea die Lohnhöhe der englischen BorufegeaeBsaa gut erreichen. Dia Schweig und oohwadea* beides Länder mit aufstrebender HaaoblRgaiadu- strie, geigen ein ähnliches Bild? Verdoppelung dar &Shae u ad Verdoppelung der Ausfuhr zwischen 1918 und 1988. 8) - 1) ,.A. Burg ia ^Oetexport", Berlin, 10.Dea.1988. 3) Jtatistiaohes Handbuch für die deutsche Maachiaeaiadustrle, 1988. - Bio gaaohinea&Hdustr&e der Welt, 1938. * Die deutsche Mae^Maeiadustri 1988 und 1923. Sämtlich her&usgoigebcn von Verein Deutscher Maschinen* b&unnstaltea, Bcrli8*3harlotteabnrg. Flein Zweifel: Das Maschinenzeitlater ist unentrinnbares Schicksal, und das Volk, das hierbei nicht Ham er ist, vird zum nmboss. Indem .-sien zur iaschine greift, europäisiert es sich geistig, wirtschaftlich, und politisch, wobei es mit europäischer Technik der Gewaltherrschaft Buropas begegnet. Die asiatische Unabhängigkeitsbewegung mit ihrer kapitalistisch-proletarischen Grundlage bedeutet vielleicht die politische Niederlage und den wirtschaftlichen Niedergang Europas, abor, wie Coudenhove-Kalorgi, der Sohn einer japanisohox Mutter, feststellt, den geistigen Sieg des Buropäortuma im Asiaten. Mit Spinnrad und Handmühle wird Gandhi die englische Herrschaft in Indien nicht erschüttern, wohl aber drohen ihr die Proletariermassen, weiche die Maschine in der indischen Groastadt in Aas Leben rief. Einstweilen indessen ist die Maschine noch das Machtmittel der enRlisch-amorikanischen Weltherrschaft. v .ie die inhaltsohworen Ziffern besagen, welche ich einer interessanten Veröffentlichung des Vereins deutscher Maschinenbauanstalten entnehme 1): Maschinenverbrauch pro Kopf in Reichsmark, 1925- < Vereinigte Staaten 99,4 Deutschland 36,2 Japan 6,4 Canada 93,5 Frankreich 14,5 Russland 4 ,3 Australien 46,5 östr.ung.Nachfol- 12,8 Brit.Indien 0,7 Grossbritannien 42,8 gestauten China o,2 übriges Westeuropa 13,3 Drei Einwände* Bestritten ist nicht mehr die Tatsache, wohl aber die Wertung der Maschine. In dieser Hinsicht wiegen die gefühlamässigen Anklagen der Laien, sobald sie sozialpolitische Breite gewinnen, schwerer als 1) Die Maschinenindustrie der Welt, 1926. - 26 a - die kühl abwägenden Bedenken der Gelehrten 1). So ertönen aus intellektuellem Lager ethisch oder ästhetisch gefärbte Anklagen gegen die Maschine: die Maschine raube dem Arbeiter das beste, den persönlichen und geistigen Lebensinhalt, sie versklave und, verkrüppele ihre Diener seelisch wie körperlich, sie entwürdige die arbeit zur Plage, den Arbeiter selbst zur Maschine- Demgegenüber ist zuzugeben* dass zweifellos viel menschenunwürdiges Dasein noch heute an die Maschine gebunden ist, daas der körperliche wie geistige Zustand dos durchschnittlichen Masohi- 1) Diehl-Mombert, ausgewählte Leseatücke zum Studium der politischen Ökonomie, Karlsruhe, Band 20. Daselbst ältere Literatur. - üann- städt, Die kapitalistische Anwendung der Maschine, I9c5- - Ü.Diehl Die soziale Bedeutung des technischen Fortschritts, Conrads Jahrbücher l9o8* - R.boldt, Die Lntwicklung der Sozialpolitik im Verhältnis zur modernen Technik, in „Buropas Volkswirtschaft in Wort und Bild , herausg. von der Frankfurter Zeitung, 1925/26. - Derselbe, Die Lebenswelt des Industriearbeiters, Leipzig 1926. - Gottl-Ottlilienfeid, Wirtschaft und Technik, in Grundriss der Sozialökonomik, II, 2. - Derselbe, Fordisnua, Jena 1925* - H.Marr, Von der Arbeitsgesinnung unserer industriellen Massen, Frankfurt 1924. - Gorhardt, ABbeitsmticnalisierung und persönliche Abhängigkeit, Tübingen 1925* - Nicholson, The efiect of machinery on wages, London 1912. - John A.Hbbson, The evolution of modern capi- talism, y .Aufl.1926, üapitel IV, XIII, XIV. - Bertram .amtin and Francis Lloyd, The seeret o& high wages, London 1926. - Barnett, Labour and machinery, London 1926. - W.Ü.Mitchell, Economics and engineering, 1922- - Stewart Chase, Man and machines, NewYork 1929* - Thoretein Vehlen, Inetinct of workmanship, C.G.üyers, Industrial psychology, 1925- - L.P.Ogbum, Social ohange 1922* - 27 - nanarboitars vieles zu wünschen übrig lüsot, gerne :aan dorn idealen ..':ü''.-, xi- r .5 *.:* '.'.P -'-O ' ' .': - " < ' xX*:,.x:;x?'.. genähert* vorglicion .alt dar nisera plabs des alten Europa* des heu- fj. - '. x J .r-i,*:.' . ;: yil'', U '- x rJl -n V .r.. de- '11 W, ' t oret In e .< xe i .i .-x,i '' '-eetye n den neaelncunenechcn, der d..: .'. Jasen der 3aoha eatsuRsat und die Zukunft keimhaft in sich #e aghlineat* Von ihm behauptet der Amerikaner &.;'* Dodge, die Naochine bringe einen ulrKuassvalleraa Arbeiter# einen erweiterten Manschen, einen besseren Bürger hervor (a merx effieient warber, a broader ;.3an, a, better Citizen)* i . Axx ix-ix? seis fn-'ieylcohc ortun.. -i 1 nx x .x xS.cxt widerlegen, wehl aber ihnen die ^'orbekraft des eigenen Ideals gogonüber- t '1 :u- xr ^'xx ^ib .rplixxjx .':. x Joxxxtdx x : . ixt des inxol nen auf Persönlichkeit das lotste und höchste, so ordnen wir diesem Recht das soziale Ganze übxr; wir bejahen da^it das :o::i.xlrodui:t nieht nur alo wirtschaftliche Notwendigkeit* eoadem auch als den, höhe-, ren hhlturwert. Brot durch Hinordnuag in die Gemeinschaft wird das Binsoldascin mit seinen höchsten Möglichkeiten erfüllt* Das Hrseugnis dar Maschine aber ist Sozialprodukt* Nur ia der Gemeinschaft ergreift dar Monooh die Herroohaft über die S^tur* Technik un d Gemeinschaft sind die L&itaotive der Tugend,wogegen die Lobrednor der Vergangenheit als unerheblich beiseite bleiben. Wichtiger als IIa Stellungnahme der Intellektuellen ißt die der handarbeitenden Millionen* Man hat hierbei die Winsteilung der verschiedenen Nationen zu unterscheiden* 1) Amerika griff nur Maschine Man and aaohincs, NOwTprk 1929. - Tkorotu&a Vehlen, laatinet of werkaanship, , - C+h. M&ars, luduetrial psycholoxy, 1935, - .. .'* ügbum, social ahango* 1923. 1) Harr, Von dar Arboitsgcaiunuag unserer industriellen HssesBu Frankfurt, 1934. ** «* ni^ht nur Waaiaiaa Heaadhoamaaseass der Bru^ mit der Vergast- genheitt den der r&n?anderar Fellg&cden überwältigte die peyCho* legte dun He: .üauagen* die de-.i Barerer gRa&shat die Hp.ochine vorl^iden. *'0 ^i *.erepri^:.t daa ä bcitadahken der latei^isah en wi-:-- es in SyndlRalisräuo d eh verMtr^^rt, nach h"ute der Bleni^lia def.^ Srcsabc^ tri "hos tmd d^a eisernen I^ng der ISnechine. la SintwTW3dc lebt die Sehnsn^^t n&ch der .'bnlhclt h-d der Arbeit? belebe d^g ^ Atelier^ sie hl iMA erRataat srA'glieht. Al3 KA^pf^ittel empfiehlt der SydihaliasRm d*i* d.i# '.^b^ud^d^sM^ohung der ^echine# In anderer *eia& liebt der aagliae^s Arbeiter die .^nf tierisch gesahütata ir^lheit, wie eie die Regevkcghnftca alten ntild durc!t lehraeit^ Liatritteggidev, Arbeitnb.r-sa^izdnmg ereaastrettigReitan Mater den Be.ruf^ und ähnliche j%$MHgagsa dar ggaaahiaa aatgegaaaatgtaa* Aach im eag&isChea etideasoaialie- ums lebt wa ' 'iHinn ^crria her die üehnaMCht nach haadcgrRl&C&cm Be** VMfer<:/rb^ad and Bsmfeh^na^a$ uie d^an siaer seiner Ht^ptv^-rtretar# ,Art,Arn'- J, Aoaty*. geradezu die ^ndberwindnag des Induetrinlimms" fordert* Die ISideratände# welche die r^eei^ahe Volkaaealc der Haechiße entgegen* satat, werden ran mir an naderer Stelle geschildert. Sein Aurepder vollzog 4