Deutsche Hochschule für Politik Berlin W 56, den 17. Oktober 1925 Schinkelplatz 6 Fernsprecher: Zentrum 2802 Sehr geehrter Herr Doktor. Da ich leider nur heute auf der Durchreise mich in Ber lin noch aufhalte, so muss ich Jhren freundlichen Brief vom 9.d.M. schriftlich beantworten. Mit grossem Bedauern habe ich die Nachricht gelesen, dass Jhr Berliner Betrieb aufgelöst worden ist und ich hoffe von Herzen, dass Sie bald einen neuen Wirkungskreis finden. Was Jhre Arbeit angeht, so bin auch ich der Mei nung, dass sie baldmöglichst erscheinen sollte. Es wird daher einfacher sein, dass Sie mir statt des Manuskripts die Druckbogen übersenden, welche ich sorgfältig korri gieren will. Jch reise heute Abend nach Freiburg, wo ich mich die nächste Woche anfhalten werde. Falls Sie bis da hin nicht in der Lage sein sollten, mir die Druckbogen zu zusenden, so bitte ich Sie, dieselben nach obiger Adresse zu adressieren. Ich werde in den ersten Novembertagen wie der in Berlin einlaufen, in der Zwischenzeit zwischen Frei burg und Berlin werde ich in Paris sein, woselbst ich kaum Zeit finden würde, die Korrekturen zu erledigen. Am Schluss der Biographie können Sie darauf hinweisen, dass dass ich als erster Deutscher, noch vor Eintritt Deutschlands in den Völkerbund, zum Direktor der wissen schaftlichen Abteilung des Jnstituts für geistige Zusam menarbeit vom Völkerbunde erwählt worden bin. Da ich möchte, dass Jhrer so erheblichen Arbeit auch die entsprechende äussere Form gegeben wird, so würde ich wohl bereit sein, die Herstellungskosten des Porträts, wel ches dem Buche beigegeben werden soll, teilweise oder ganz zu übernehmen; ich bitte Sie mir mitzuteilen, ob 100 M für diesen Zweck genügen würden. Sobald ich wieder in Ber- lin bin, wird es mir eine grosse Freude sein, Sie persön lich zu sehen. Einstweilen verbleibe ich mit bestem Grusse Jhr Schulze Gävernitz