) f 4 . lie 3iographie einer Persönlichkeit Schaffenskraft unter uns weilt scheint^ die in voller / defahron mangelnder C-bjok g<^e tivität mit sich zu brir^on, die Lebensbeschreibung jener Gestal- ten leichter entbehrt, die b er eits d e r - O e dchich te a i igehöron^ '^Vonn ich mir auch dieser Schwierigkeiten durchaus bowusst bin, sc war ec oino Dankespflicht einen hochverehrten Lehrer gegenüber, der ich nich den Rufe des Verlegers folgend besonders gern unterzog; denn ich bin der Meinung, dass der Mann, dessen Leben,Tirken und Forschen ich zu schil- dam versuchte,/^en Anspruch erhoben kann,der Mit- und Nachwelt als Vorbild darge3tellt zu werden. Ich freue nich deshalb, dass Herr Professor von Schulze daovemitz selbst an diosor Arbeit den lobhaftoste/%, Anteil genommen und nir vielerlei wichtigö/Mittoilungoh für dio bio- graphischen Teile^g hgeooR hat. Zur Einführung in den bibliographischen Teil des ßuche3 <^rouch 3-e ich eine kurze Analyse der Terke Schulze Gaevernitz' gebep, damit auch diejenigen, die bisher seine Bücher nicht kannten, in H#e dedanken eingoführt und zu ihrer^Loktdre ver- anlasst werden. Berlin,-Schöneberg, den ^r.Kurt Ziolo^zigor I. Dar 'Verdegang Garhart von Schulze Gaavarnitz wurde am 25*Juli 1864 in 3re3lau geboren. Dar Einfluss dar Familie, seine Abstammung von Gelahrten und Industriellen, zugleich das Milieu, in dam er aufwuchs^und die Erziehung, die er genoss, all das musste bestimmend auf sein ganzes Loben wirken. Er nennt sich selbst einen echten deutschen Univorcitätsab- köm mling, donn aie er seiner Zeit zum Prorektor der Universität Freiburg gewählt wurde, bekleidete er das Univer3itätsro^torat in vierter Generation,"ein saltbner, vielleicht einziger Fall". Sein Vater war der bekannte Staatsrechtlahrer Hamann von Schulze Gaovemitz, der am 23.September 1824, also noch zu Goethes Zeit, zu Jana geboren wurde. In diesan Bannkreis des kla ssischen Vaimars und Jonas geraten seine Vorfahren immer^wieder. Hermann Schulze wirkte in Jana als Professor des Staat3rechts, urde 1857 nach 3ro3lau berufen, 1878 Mitglied des Preussischen Herrenhauses und kam 1878 nach Heidelberg. Im Jahre 1888 wurda er unter dom Namen von Schulze Gaevemitz geadelt und starb im gleichen Jahre am 28.Oktober. Schulze Gaevemitz' Gropsvater war Fri edrich Gottlob Schulze, ein Nachkomme "freier Erbsassen", der im Jahre 1795 zu Gaevemitz bei ^ Meissen geboren wurde, dem Orto, dar der Familie den Namen gab. Er wurde Obervarwalter der wUmaricchen Kammergüter Tiefurt, Oborweinar und Lützendorf und trat so in engste Beziehungen zu Karl August.,1821 kam er al3 ordentlicher Professor der Landwirtschaftslehre und Nationalökonomie nach Jena, gründete dort als Freund und Mitarbeiter Albrecht * Thaers eine landwirtschaftliche Akademie und starb in Jena 1860. Fried** rieh Gottlob ochulze war nicht nur ein führender Nationalökonom seiner Zeit, sondern auch ein "streng durchgebildetei* Kantianer". Die Liebe zu dem Studium dos Wirtschaftslebens und dom philospphischen System vererbte er dem Enkel. , Auch Schulzes Urgr ossvatar Jaoo b Grie sbach , der Schwiegervater jenes Friedrich Gottlob Schulze, stand dem Goothekrois nahe. Er war ein Jugendgan03se Goethes^ der in späteren Jahren den Landsmann in Jena, wo er als bekannter Theologe wirkte, gern besuchte, um mit ihm das"vertraute Frankfurter Dautsch"zu rddan. Dia üfrgrossmutter Griesbach war eine Freundin Wielands und Sohillj-ers. Wie von der Familie des Vaters der Geist der Klassiker als Erbgut ihn mitgegeben wurde, so stammte von der seiner Mutter dar Sinn für die Politik und die Wirtschaftspraxis. Dann Schulzes Gro33vater mütterlicherseit s war l ^arl Aug us t Mil de,"Kattundrucker und Baunwollspinner in Breslau, verwurzelt in dam Manchester Cobdens, wo er englisches Industriewesen, und englische Politik in mehrjähriger Lehrtätigkeit kennen gelernt hatte, später Führer des schlesischen Liberalismus", Präsident der Preussi- schen Nationalversammlung von 1848 und schlias3lioh preussischer Handelsminister, in welcher Eigenschaft er die erste Aktienbank in Preus sen (den Schaaffhausenschon Bankverein) konzessionierte. Schülze Gao- vamitz' frühe Kindheit im grosselter^lichen Anwosen war umrauscht << von Baumwollspindeln"/deren Geräusch, wie er sagt, ihn heute noch so heimatlich berührt wie den Müllersohn das Klappern dar Mühle"^veräoh- lene Blicke in die Spinnsäle und in das geheimnisvolle Treiben der wei3Sgekleidetan Spinnerinnen" gehören zu seinen frühesten Kinderar- innerungen. Diese Stimmu n gen wirken in seinem "Grossbetriob", de#/er dem Andenken Carl August Mildes widmete, fort. Die Familie Schulze^ wie sie damals noch hiess. über siedelto im Jahre 1878 von Breslau /(iurch die Berufung Hermann Schulzo3\nach Heidelberg, wo der junge Garhart vielfache Anregungen durch den ausgezeichneten Direktor des dortigen humanistischen Gymnasiums Uhlig erhielt. Von diesem Zeitpunkt ab wird ihm das badischo Land zur zweiten Heimat, an deren wirtschaftlichen und kulturellen Fortschritt er LT aufs intensivste mitarbeitet. Naoh Beendigung de3 Abiturientenexamons glaubt er, lass der Staatsdienst sein Lebensberuf sein müsse, er studiert deshalb Reohts- und Staatswissenschaften , zunächst in seiner neuen Vaterstadt Heidelberg, später in Berlin, Leipzig, Göttingen und wird so Schaler Bekkors, Gierkes, Brunners und auch Schmollers. Im Jahre 1886 besteht er in Calle das Roferendarexamen, promoviert kurz danach in Göttingan zum Dr.jur. und beabsichtigt zunächst der juristischen Laufbahn treuzubleiben. Bei der weltbürgerlichen Einstellung sei— ner Familie i3t sich Gerhart von Schulze Gaevomitz darüber klar, dass nur der Beamte wikkkch berufen i3t, den oigenon Staat zu verwalten, der seinen Horizont erweitert und in andern Ländern Erfahrungen gesammelt hat. Deshalb begibt er sicn zunächst auf grössere Studienreisen, die ihn nach England, Belgien, Frankreich und Italien führen.^Nach seiner Rückkehr wird er zun kaiserlichen Regierung3refera ndar in Stras** ourg ernannt und hier fa llen die Würfel seines Lebens. An dar neuen deutschen Universität zu Strassburg wirkt Lujo 3rentano, der auf der Höhe seines Lebens stehend, sich als Meister der Sozialpolitik einen Weltruf erworben hat. Zu ihm tritt der junge Referondar in eng3to Beziehungen, wird Schüler seines 3aminars. Von Brentano beeinflusst begibt Sohulze Gaev3rnitz sich naoh England, vertieft 3ich vornehmlich in die Probleme der englishhen Sozialpolitik und wird gefesselt von der Persönlichkeit Arnold Toynboe s, dos/ selbstlosen Wohltäters dar englischen Arbeiter. Dar kaiserliche Rogiorungsreferendar sieht schärfer als die meisten seiner Vorgesetzten in der sozialen Frage a uoä das Problem der deutschen Innenpolitik und veröffentlicht 1890 —soeben Regierung3as3essor geworden*-als Ergebnis seiner Stullen, die ihn tief hinein in die englische Goicteaw^tgoführt haben, das zweibändige Werk "Zum sozialen Frieden". Um die Kühnheit zu erma33on, die die Herausgabe eines solchen Buoho 3 bedeutete, müssen wir uns erinnern, lass es im Jahre 1890 geschah, in dam zwar Biamarks Sturz nach len sozialpolitischen Februarerla3sen las jungen Kaisers erfolgte uni da3 Sozialistengesetz ablief, in dem aber im Eisas s ein Herr vo n Köller die schwärzeste Reaktion förderte. So ktnnta es nicht ausbleiben, lass Schulze Gaevemitz zu dam allmächtigen Staatssekretär befohlen '.v*,rl#. Köller eröffnet dem jungen Assa33or, la33 für Männer seines Schlages die Beförderung3aussichtan gleich *^11 soion. Kurz entschlossen nimmt Schulze Gaevemitz seinen Abschied. Die rückschrittliche Regierung führt ihn zu seinem eigentlichen 3oruf: dam dos Gelehrten. Er rei3t sofort zu Rosche r nach Leipzig , wo er sich auf Grund seines Buches nach kurzer Zeit habilitieren kann. Apis dam Juristen ist der Sozialökonom geworden, um auch äussorlioh die Brücken zu der Wisson- schaftsdiszipiin, der?sich jetzt widmet, zu schlagen, promoviert er im Jahr9 1891 zu%Dr.phil. mit einer Schrift über " Carlyle3 Stellung / ,^i a_auf seinen englischen Studien fUsst/%' ' zu Christentum und Revoluti on"/^Den Winter 1892/93 verlebt er in Russland, lernt russisch und beschäftigt sich nun aufs intensivste mit den Fragen der russischen Politik, Wirtschaft und Kultur und knüpft Beziehungen mit den verschiedensten Angehörigen dos russischen Geistes- und Wirtschaftslebens an. Er hört Vorlesungen an der Universität in Moskau und bereist das Land, um die wirtschaftlichen Verhältnisse aus eigener Anschauung kennen zu lernen. Bald nach seiner Rückkehr ans Russland wird Schulze Gaevemitz an die Universität in Freiburg in Br . al3 ausser o rde ntlicher Profes- sor be rufen und dort/bereits 1896 zum ordentlichen Professor ernannt. Dieser schönen badischen Stadt 13t er zeitlebens treu geblieben. Im Jahre 1897 vermähl t er sich mitjohanna H irsch aus Mannheim, die einer hochangesehenen Grosskaufmannsfamilie entstammte, einer Tochter jener"Frau Kultur ", der Friedrich Naumann in einem wundervollen Aufsatz ein Denkmal gesetzt hat. "Von einer Frau", so sagt er, "will ich erzählen, teils wie sie war und teil3 wie ich sie mir denke, denn sohon haute kann ich nicht mehr unterscheiden, an welchen Stallen mein Bild von ihr mit einer Idee zusammengeflos3on ist. Deshalb nenne ich sie auoh ganz allgemein Frau Kultur und woiss, dass es ihr salbst, wenn sie es hören könnte, Freude machen würde, gerade so zu heissen"."Tfenn sie arm gewesen wäre, würde 3ia sicher auch fein und tüchtig gewesen 3ein, aber allerdings eine Frau Kultur im hohen Sinne des Wortes kann auch eine begabte Frau nur werden, wenn alle äusseren Möglichkeiten dar Bildung und Lebencgestaltung vorhanden sindS. "Ihre Hände reichten in der Tat vom englischen Tory bis zum deutschen Sozialisten, und an ihrem Tische fanden sich Bekenner aller politischen Programms"^ (Die Hilfe No.4 vom 23.Januar 1913,S.56/58). In dom Hause dieser seltenen Frau, die einen Salon besass, wie ihn Berlin nur zur Zeit Rahels hhnnta, lernt Schulze Gaevernitz viele bedeutende^ Männer kennen, die später seinen Lebensweg kreuzten, hier knüpft er auch dLe enge Freundschaft mit Ludwig Frank. Seiner Ehe entsprossen zwei Töchter und ein Sohn Gero, der inzwischen bereits Bationalökonomon wie der Vater, nach seiner Promoviorung zum Dr.rer.pol. sich als Bankvolontär in Amerika aufhikt. Schulze Gaevernitz* wissenschaftliches Wirken 30 II/einer eingehenden Betrachtung R=ash unterzogen worden, sein Forscherleben wird im Jahre 1912 durch die Wahl in den Reichst ag,dom er bis zu dessen Auflösung 1918 als Mitglied der Fortschrittlichen Volkspartei ange- später hört unlYdurch seine Zugehörigkeit zur Nationalversammlung unterbrochen. Auoh seine politische Tätigkeit muss ausführlich besprochen werden. Der Ausbruch de s Krie ges ruft ihn zur Tat ! Der Fünfzigjährige will durch das Beispiel beweisen, da33 die Staatsbejahung, die er durch fordert, in der Stunde der Not von jedermann a * ** *b Opfer für das Vaterland bewiesen waden muss.$o stellt er sich, der nie Soldat gewesen als gemeiner Mann einem Luftschifferbataillon zur Verfügung^ wird in Froiburg militärisch aucgobildet und bereits Weihnachten 1914 zum Offizier befördert. Bald darauf wird er der Verwaltung Belgiens zuget eilt, wo er sich speziell mit der Vlamonfrage beschäftigt. Aber auch dort bleibt er nicht lange, dann die deutsche Regierung betraut ihn mit wichtigen Spezialaufgaben, die ihn während des Krieges in die verschiedensten Länder,jnach Born, Riga und Konstantinopal führen* Im Jahre 1922 legt Sohulze Gaevemitz seine snxscmxxordantliche Professur nieder, um sich mehr seinen Forschungsarbeiten widmen zu können. Vor allem begibt er 3ich wieder auf Reisen, die ihn verschiedentlich in das Ausland führen. Bai seinen ausgezeichneten Boziahun- hen und seinem mannhaften Eintreten für eine Völkerverständigung während des Krieges war es ihm leicht, die dmmch den Krieg abgerissenen Fäden neu zu knüpfen* So kann er in England und 1924 in Amerika als Gastdozent verschiedener amerikanischer Universitäten, wie der Cor- nell—^Columbia-^und Lladison University in seiner Eigenschaft als Vertreter der deutschen Kultur für das Verständnis deutschen Wissens und deutscher Wünsche wirken; sich selbst aber in die Probleme der neuen Weltmaoht Amerikafver^^^**^*' ,-roin-rs-rt-t- ^npch dio vor kurzem erfolgte B__ .r geistige Von Froiburg und im Sommer meist von dem im schönen Glatzer Landä^ gelegenen Familie ngute C rainsdorf baicNeurode aus, wo er sich auch als tätiger Agrarpolitikor erweist, verfolgt Schulze Gaevemitz wie immer in lebhaftester Anteilnahme alle Fragen der Politik, und des WirtschaR*- lebens, in jugendreicher Schaffenskraft nimmt er zu ihnen Stellung, um zur Zeit Untersuchungen über englische und amerikanische Probleme 2um Abschluss zu bringen. II.Der Politiker An die Spitze der Betrachtung, die wir dem Politiker Gerhart von Sohulze Gaovernitz widmen,wollen, könnteh wir keine besseren Worte stellen als diejenigen, die Friedrich Nauman n dom Freunde zum 50^,Geburtstage in seiner "Hilfe" ln einem Artikel, 4 den er "Politische Professoren" npnnt*, gewidmet hat: "Der fünfzigste Geburtstag meines Freundes, Abgeordneten Professor von Schulze Gaevemitz in Freibura veranlasst mich, heute über politische Professoren zu schreiben, denn das ist das Besondere und Charakteristische an ihm, dass er politischer Professor in jenem alten, guten Sinne ist, in dem vor einem halben Jahrhundert noch fast alle -deutschen Universitätslehrer sich persönlich und kräftig am Staatsleben und auch an der Parteipolitik beteiligten....... Bas ist nicht so zu verstehen, als ob nun unser Freund v.Scht^^^j^ das einzige Licht in solcher Düsternis sei, aber in der Tat, er ist ei ner von d enen, die immer für den Staat godaoght und gearbeitet ha- ban, ein Sohn nn d Enkel a^er politischer Idealiste n, ein Jünger der Dichter und Denker von vor hundert Jahren, die alle zucammon viel 3tnatspolitisoher waren als die Denker oder gar als die Dichter von heute. Seine Arbeit ist vielseitig und hat ihre innere Einheit nur in diesem Staatsgedanken". Seine Lehrtätigkeit, 3eine Forsohungsar^* beit und sein politisches Wirken haben von ja im Zeiche n do3 deut - schen Idealismu s gestanden, mit ihm bejaht er den Staat im kanti- sohen Pflichtgefühl. Wohl nur wenige doutsoho Gelehrte sind so felsen- fest überzeugte Idealisten wie er und haben mit solchem Mut und solcher Ehrlichkeit versucht,ihren Gedanken naohzuleban. In seiner Schrift über "M arx ode r Eant"sagt er, dass T%ie Wahl der Weltanschauung nicht Saohe des Wissens sondern das Gewissens" sei, denn "Jeder Mensch, gross oder klein," so ergänzt er don ersten Ausspruch in seinem "Britischen Imperialianus""Donkor oder Tater ist vor die Frage gestellt, ob er Werte anerkennt, die über sein eigenes Dasein hinaus liegen, ob er Pflichten bejaht oder verneint, ob er dam Sein ein Soll üborordnet, indem der Zweok seines Seins liegt". So wird da%* Axiom seiner wirtsonaftliohen Lehre"der Ueberwirtschafts mensc h" , denn sein ZukunftsstaAt ist nicht der, den Marx ersehnte, sondern da%* Reich Kants und Ficht es, in dem die "Freiheit eines jeden Gliedes nuK' durch die Zusammenstimmung mit der Freiheit aller anderen eingeschränkt ist, in der niemand mehr Vorteile genlesst, damit die anderen desto mehr entbehren müssen". Sohulze Gaevemitz war als ehhter doutsoher Idealist v&n ^ -gar ein De mokrat und gleichzeitig erfüllt von don Gedanken das dout— schon Lib eralismus, ohne je die Einseitigkeiten der Mancho3te&^ohre zu billigen. Seine er ste politische Betätigu ng lag auf sozialpolitischem J3sl)iet, und je mehr er sich mit diesen Fragen bosch&ftigte, desto mehr leh nte e r in vollem Bewusstsein den Marxis mus ab, denn ihm war Immanuel Kaut der Heros der klassischen Kultur Deutschlands. Aus dem Primat der praktischen Vernunft fliosst ihm der Glauben an die Macht das Guten in dar Welt und damit die "IdoeK desjposchichtlichen Fortschritts in der Richtung auf den überempiriachan Wart". In diesem Sinne, sagt Schulze, bedarf t%er wirtschaftlich wie politisch aufsteigande deutscheJ^rbeitor einer anderen Weltanschauung als der hoffnungsfeme Proletarier, den ein Marx aufpeitschte. Er bedarf einer Weltanschauung der Wertbojahung gegnüber der Wortverneinung, in welcher Marx wurzelt". Wie SonfG. ai3 Sozialpolitiker in don frühesten Jahren seiner politischen Wirksamkeit daohte, können wir^einer Besprechung ent^- -7- Zi ^ nehmen, die er den "Bericht der von industriellen und wirthschaft- liohen Vereinen nach England entsendeten Kommission zur Untersuchung der dortigen Arbeitsverhältnisse* widmetet " Günstige Arbeiterverhältnisse liegen für mich dort vor, wo sich der Arbeiter nicht ausser-, sondern innerhalb der Gesells chaft , nicht als ihr Feind, sondern als ihr Glied fühlt, sehr günstige dort, wo ich den Arbeiter und insbesondere den in der Arbeiterbewegung einflussreichen Führer sich mit Stolz den Bürger seines Vaterlandes nennen höre". So schrieb er im Jahre 1890, u nd n n t'dt e s# Auff^ooun^pv e n j e h *r ' Seine Stellungnahme zur Handelspolitik, die heute in den Tagen, da uns wieder die Fragen des Schutzzolls aufs ptarksto interessieren, besonders aktuell ist, lässt ihn au f der Se ite der Fre ihänd ler s tehen, ohne das3 er den Freihandel kat exochen verlangte. Gelegentlich der V erhan dlu ngen des nationalsozi alen Vereins^ den Nahmann in den neunziger Jahren begründet hatte, und dem sich Schv^^^^va^r frühzeitig ansohloss, über die deutsche H andel3vettragspolitik ,^*** September 1898 hielt Lnleitende Referat, in dem er das Pro- gramm einer autonomen Schutzzollpolitik, insbesondere^aer getreide- zölle, unter Kündigung der Handelsverträge verwarf. In seinen damals aufgestellten Thesen hiess es, dass "a^&n Rücksicht auf die grosse Mehrzahl des deutschen Volkes, insbesondere die arbeitenden Klassen als Konsumenten;b. ln Rücksicht aüf die deutsche Industrie, welcher die Produktionskosten verteuert und Absatzgebiete vorsohlosaan würden, indem das Ausland sicherlich in der Erhöhung der Zölle uns nachfolgte; c. in Rüoksioht auf die grosse Mehrzahl der deutschen Landwirtschaftsbetriebe, welche entweder mehr Getreide kaufen als verkaufen, oder wenigstens keinen Getreidoüber3chus3 auf den Matkt bringen; d. in Rücksicht auf dis wünschenswerte Vermehrung der ländlichen Klein- und Mittelbetriebe, deren Ausbreitung auf Kosten des Grossgrundbositzes durch eine Erhöhung der Getreidezölle verlangsamt würde", diese abgelehnt werden müssen, denn duroh 3ie würde das,Bund nis zwischen ostelbisohen Rittergut und rheinischem Hochofen" besie- Wir haben-achnn -darauf hingewiooon, dasa 3olnQ^ sich von -r-Miihn .* **-! an mit dan VrM-hHItnlrtntan Annlftndaa ha- HUiiS f iigt hat . Duinlgu häufige^ Reisen in das Ausland und die ausgedehnten Baa&a#üngen, die er dort gewann, hielten ihn trotz se ines atark ausgeprägten und stet3 betonten Nationalbewusstseins von jeglichem Nationa lism u s fern . Eine Stelle in seinen "Russischen Beise- briefen, dieyfervon seiner ersten Ruaalandreise 1892 in die Heimat sandte,zeigt una, wie bewu33t er diese Auslandsreisen durohführto. ^Der Deutsche," so schreibt er,"muss heute heraus, und es ist die Kenntnis des Auslandes mit einer der besten Dienste, den ^an seinem Vaterlande leisten kann". Fast prophetisch mutet uns die Fortsetzung dieses Briefes an,wenn 33 in ihm heisst:"Es wurde mir reoht aohwer.. die Reise zu unterbrechen, da sich mir oben eine völlig neue Welt zu ersohliesseu begann... eine Welt, deren Entwickelung im nächsten Menschenalter uns Deutscho sehr beeinflussen kann". Trotz der jahrelangen intensiven politischen Betätigung hat Swr6^ ernstlich mit sioh gerungen,als dar Ruf an ihn erging, sioh als Reia&stagskandidat aufstellon zu lassonytob er bei seiner wissenschaftlichen Einstellung berechtigt aei/\als aktiver Politiker zu wirken. Erst Max Weber konnte ihn dazu bestimmen, der Aufforderung zu folgen. Naoh einem harten Wählkampf wurde er Endo Januar 1912 als Abgeordneter für den Wahlkreis Bad en V (Fra ibu rg i.3. ) 9- mit 16668 gegen 15603 Stimmen, dio für dedjbiahorigen Frolburger Abgeordneten, der dem Zentrum angehörte, gewählt und schloss sich der Fortschrittlichen Volkapartei an. wenn nucl im Reic^^, tag Gelegenheit hatte, eine überragende politische Rollo zu apielen, #e konnte er doch bei einer Reihe wichtiger Fragen sehr tatkräftig eingrsifanhand dank seiner Bedeutung al3 Wirtschaftswissenschaftler einen massgebenden Einfluss ausüben. in Jahre 1913 beschäftigte/sioh -S+h. in einer Reichstagsreda mit dar Ernährung Deutschlands im Kriegsfall, er bekämpfte den Identitätsnachweis für da ,3 Gotroido und for- derte Wiedereinführung zollfreier Läger. Er wandte aioh vor allem gegen die Getreideausfuhr, die in den Jahre vor Kriegsausbruch in die ^underte von Millionen ging und befürwortete die Auffüllung der Läger durch den Handel. Al3 Berichterstatter der Leuchtölkoomiasion befürwortete S o h.G . die Einführung des Reiohshandelsnonopols für Leuchtöl zur Versorgung do3 Heeres und der Marino mit Benzin und Schweröl und den Erwerb von Rohstoffquellen im Auslände durch das bereits iniA befö rd e rt* --Während seiner Flie —- gertätigkeit verfas st^ er d a,3 erste vielfach nachgoahnte politische Fl iagerflugblatt , gegen das^in dar franzÖ3i30hen Presse lebhafte Angriffe erheben wurden . Er bekämpft^ in Wirt und Schrift dio Fliegerangriffe auf Universitäts-und Lazarottstädto und erroicht^ es, dass seine Bemühungen Sympathieorklärungon der englischen Bischöfe Jim * ^ / s t a r B e g ets tor nng-sla -Krl eg s^ psbeAllä g o r sur V e rfügung -Tnrd wurde zü- /Ijr Freiuur**/ nä ah at ela g e m e in e r M ann e i n en Luft s chAf fer betaill o n zug etei l t , eher 0berhau3e hervorriefan. Ausse rdem wer er an de r Gründung\ $ lor Gazette das Ardennes/beteiligt,.einer dar bekanntestenFeldzoitungöhJ Be Jath t (beteiligt, ^elner dar bekanntastenFeldzeitungöhJ ' 'ee19l5*ve rhs& Ael t e H< eh . in Bem im Aufträge Aar deutschen Regierung mit dam Se nator Bnaant , dom Bürgermeister von Laon,wegen der Verp rovian tie rung des von den Deutschen besetzten französischen Gebietes duroh die Neutralen und bewirkt^ oa, dass dioae Verpflegungsmassnahmen in Kraft gesetztvwgrden, die bis zum Ausgang des Krieges bestehen bl^abon. #m selben Jahre-nceh wprde SehLG. der Verwaltung Belgiens zugeteilt und widmet^ sioh ganz besonders intensiv den konpli- ziertent b e lg i e a he n Problemen. Er vertieft^ 3ich be sonder s in die Vlamenfrage un=d befürwortet^ die Verwaltungotrannung zwischen Vla- / men und Vallonen Universitäten Gent , Infolge! essen/an der Gründung der viamischon In einem Aufsatz "Dia Tiamon" behauptet Sohf,^dnss das Belgien von heute keine völkische Einheit sei, sondern seine Existenz dam diplomatischen Ränkospiol zwischen England und Frankreich verdanke. "Vallonien i3t spraohliah wie kulturell ein Stück Frankreichs.....dagegen sind die Vlamen zwar nicht Deutsche, aber die den Deutschen zunäoh3t ^rwandten aller Germanen". Trotz dieser Feststellung hat 3shi stet3 in schärfster * Form jode auch nur verhüllte Art einer Annexion Belgiens be- k & S *pft, ebenso hat er aich/g Agen die Zwangsdoportation belgi scher Arbeiter naoh Deut3chlan^^ mit allen Mit teln !) gowandd, "sadl^s ge- lkng^ihm gemeinsam mit dem Staatssekretär Zimmermqnn diese Ma33- nähme rückgängig zu machen. In wi e kurs s i c htig e r .W e is e JLis deutn- seh e n Militär* i hr * -P oli t i k i 3 T a ts ac h e, Anas gersdl _ auf Grand d er Angaben der belgischen Polizei zur Zwangsarbeit ^ 7 ^/^ ^<\yerurteilt wurden.^ Gein E int re t e n für diese b e lgi sc h e n Arbeiter **t n-h* q*iner^vor qllem gegen England für die Gleichberechtigung Deutschlands als Flottenmac ht und a *MrUeberseahandeI)u nd^für ^d?o^Anork ^^onnung dos Pri- vateigentums zur See im Kriege eintritt^fDie Studion^uber England ipfeln in dom Meisterwerk "Britischer Imperialismus und englischer Freihandel im 19.Jahrhundert" (1906), 2.Auflage 1915). In diesem Buch kennzeichnet - Schulz e Oa e v s mit zrin geistvoller Wei30 gestützt auf die Untersuchungen Max Gebers und Ernst Troeltzsch!$ die ^rund- la gen der britischen Weltmacht , ihre historischen Aufgaoen und ihre kulturelle Mission-."&om weltgeschichtlichen Standpunkt aus ist das wi chtigste Ereignis des 19.Jahrhande rt3^*30 leitet er sein Buch ein, "die Wel therrschaft das Angelsach3entum s". "Napol%bn^ 3 choinbar^%hn- tastische und ausoinandorgehondo Politik ist nur dann in ihrer Einheit und Grösse zu verstehen, wenn man den einen leitenden Gedanken erfasst hat: Der Kampf gegen England beherrscht bei Napoleon alles". Infolgedessen bedeutete der glänzende Sieg Deutschlands über Frahk- Waadung-in der reichs 187071 auch ein^yPolitik für England . "Boi Sedan donnerten diedeutschen Kanonen auch zu Gunsten Englands". In Anlehnung an Max Webers berühmte Abhandlung über die Puritaner entrollt Schulze Gaevamitz ein Bild der geistigen Entwickelung Englands vor unseren Augen. /Der Geist 3entham3 hat die alte Welt zersprengt. "Gold wird der Zweck schlechthin", der ökonomische Rationalismus triumphiert und findet seinen Höhepunkt in Ricardo. "L iberalismus , aber Demokratie 3ind britisch-puritanischon Ursprungs gohond vom Independgntentum, gipfelnA.n den Quäkern, k^%5h die Engländer nach Sohulze Gaevomitzeae Meinung von dor Gewissens- zur bürgerlichen Freiheit. So ooE53^3 agland/die Aufklärung , dor englischen entstammt die französische,^"dieser die deutsche^. Kant wurde zu ihrem Uo - berwinder, "indem er alle Metaphysik beseitigte, lehnte er auch jo- - den Eingriff jenseitiger Dinge in da3 Wirtschaftsleben ab", ^e n i hm __ _ au u g a hnH d' komuL man zur Forderung eines "Uoberwirtachaftsmenschon" , "aber iamit tritt man aus der englischen Goistosgoschichte heraus". Schulze Gaovarnitz 3ieht in dor 3 eligio n"da3 R ückgrat dar angol3äch - iso hen Kultur ", oo maoht sich hi e rin dort^ Einfluss do3 Puritanortums g ei ton &; Jarr das Jenseits in da3 Di0330its übertrügt. 3o beruht n a* h Sahula #- "die Ueberlegenheit de3 angelsächsischen Typus auf kapitalistischer, sexueller, nationaler und sozialer Disziplinierung". Wenn auch Deutschland "über ein geringeres ethisch-politisches Erbteil al3 England" verfügt, i3t e3 doch die Gebürt3stätte des Idealismus. "AU3 deutschen Gewässern tauchte jene3 Fel 3 oneiland auf, auf dem eine Kulturwolt neu gegründet worden kann. Dor deutsche Idealismus war es%, welcher Puritanettun und Aufklärung dadurch:überwand, dass er die beide zu höherer Einheit emporführte". Nicht ba33or kann Schulze Gaovarnitz'Denkungsart und Wesen gekennzeichnet worden, als durch die Worte, die wie eine Mahnung in unsoron Tagon oinos oberflächlichen Nationalismus und krassen Materialismus klingen: "Hüton wir Deutsche uns vor dem Wahne, die Erbpächter do3 Idealismus zu sein, jfn Weltanschauungsfragen mu33 jedes Geschlecht neu erwerben, mm zu besitzen". Schulze Gaevernitz widmet 3oino Untersuchungen zunächst don ^ Grundgedanken, die 4ar#a- beitr a g e n - , den britischen Imperialismus hageünden. Wir finden in seinen Untersuchunge n : manche Idoo^% die wir schon aus seinem Uugondwerken kennen. "Aufklärung und Idoalismus— -34- Bentham uni Carlyle— Ryardo uni Ruskin— Coblan uhl Cocil Rhodas- Manchestertum und Imperialismus-:dio3 3ind die Gogoncätzo, in denen sioh las politische uni volkswirtschaftliche Danken las englischen Volkes im 19. Jahrhundert bewogt." Im M ^ichept^y^un^ sieht * S ohula ^ "den jüngsten uni h':ch.3tan Spross am Baume der englischen Aufklärung". Die Mmahastarcolil ik füijte zum Freihandel uni machte dami t England zum Mitteipunkt der Weltwirtschaft. Carlyle, der Nachkomme der Puritaner wird "der Vater dar imperialistischen Gedanken"^. Zur angol - sächsischen Kulturgemeinschaft zählen die britischen Imperialisten auch die Varfstaaten. A^arlEperialicYIschön Typus nohildoJt un s Sehu i zo Oao v eruita Caoil Rhod os, or war "kein Junker, noch weniger ein Kleinkapitalist. Als 33lb3tgemacnter^%^chimillionär stand Rhodos in einer Welt-, des durchgefü&rtan Kapitalismus. Aber die letzten Ziele eines Rhodos lagen jenseit3 de3 Gelderwerbs. Nach seiner Pfeife tana^ der Kapitalismus, und Rhodos machte das Kapital poli- tischen Zwecken dienstbar." Hierin sollte or den deutschen Wirtschaftsführen zum Vorbild dienen. Die imperialistische Wirtsonafts- Politik Thglanla gipfelt naoa lohulzdp I^aiüi.'mg' in dom Bestreben der " Welt herrschaft der angelsächsischen Rasse und Kultur" und der "politischen Organisation des Weltreiches". %#<^io3em Imperialismus go- /**- hörig nach der Meinung vieler seiner Anhüngor dor Freihandel,während 4 ^^ andere wie Chamberlqin aus dom britischen Gedankenr eich ein abgeschlossenes Wirtschaftsgebiet schaffen wollen. An der S pitze der britischen Volkswirtschaft 3teht "ein neuer Typus Mensch und greift/nach dem Steuer", es ist dor Finanoior , der an die"Stolle des in der Heimat wurzelnden, mit Gebäuden und Maschinen beschwerten^industriellen Unternehmers tritt, welcher Worte schafft um 3 ie möglichst achnell wieder abzu3t033on,"Gedanken, wie sie houta^in Amerika For d alo neuest e pr^^a^iort. Dioso Wirtschafts- zu 3 tämde führep^iach Schulze Gaevemitz h*ainu&g- zur kapitalistischen Erschlaffung/" auf den Höhen las 3antnerstaate3 hat England dia schwebenden Gärten der Kunst errichtet"."In den quadorgofügten Untergeschossen, auf denen der gewaltige Kulturaufbau ruht, nimmt unser Auge heute leise, aber doch verräterische Sprünge und Rt3se wahr". Doch war^^chulze Gaevomitz vie l mit Form e r e ng l ia chon Wesens, um nich -t vor Uebertraibungon-g u wamoB , er lsshj3h, Ias3 "britische Patrioten die Farben düster aufzutragen pflegen, um ihrd Landsleute anzuspoman". Tie rächt er gehabt hat, und wie wenig man berechtigt wa^ von einer D^adonco Englands trotz seines Ueharkapitalismu3 zu sprechen, hat wohl der Krieg bewiesen* "Tief in der englischen Volksseele wurzelt da 3 soziale Ideal , das Stroben nach materieller und geistiger Hebung der untoron Volka- klassen/. Neben dam Imperialismus ist dieses Ideal die grosso bewegende Kraft dar Gegenwart". Grosso sozialpolitische Wandlungen sieht Schulz^ voraus, die sich inzwischen durch den Aufstieg der Arbeiterpartei^ zur Regiorungamacht - Mac Donald als Ministorpräsidont- verwirklicht haben. "Der Zusammenhalt und die Stärke dieses himmelstürmenden Gebäudes^,das von den Puritanern begründet^den Globus umfasst, ruht muf einer -*tragkräftigen Weltan3chauungogrundlago", donn "otwas gemeinsames besessen alle jenayf Gegensätze^ deren Zusammenwirken die britische Kultur des 19.Jahrhunderts ausmacht, otwa 3 gemeinsames verband einen Richard Cobdon mit einem Cocil Rnodos und oinom William Morris* Ihnen allen stand fest, dass dia Welt auf Grand gewisser Sollsätza zu bearbeiten, 2 ' ' ' sorn sei* * Aber Schulze Gaevomltz sdetst^ln^ärea modomon England diu* al -t oR - Idoalo fall e n , es zerfällt die alte und einst 30 mächtige Beruf 3 idee. üj^Lchts zu tun lebt dar Ausorwählto^in diesem Ausspruch Oscar Wildes und in dam B arnard Snaw3 :"Jedermann lügt 3l3 eine Sache dos guten Geschmacks über Gegenstände,wolcho or als ernsthaft betrachtet" s i o& % Schulze Gaavernitz die Anzaichon dor national- u nd s ozialpolitisc hen Zersetzung* "Das kapitalistische Systom versagt,**- moint asr; *wo mit Ausbreitung antim*rali3ti3cher Tendenzen der KoA- pitalist grundsätzlich zum Gauner und Betrüger aufstoigt"* So bleibt nur übrig, über diese neueste Moderne zurückzukehren zu jenem "tiefen und doch einfachen Gedanken, den Kant mit dom Worte "Primat dor praktischen Vernunft" für alle Zeiten geprägt hat und dor als eigentlicher Kdrn dem gaatAaB deutschen Idealismus Einhoit gibt."Der deutsche Idealismus gibt dem kapitalistischen Geiste Antwort auf das rebellische ^zu? Erhobenen Hauptes kehrt dar Sklave der Buchbilanz auf seinen Kontorbook zurück* Indem or Ziffern an Ziffern roi&t, dient er wie sein puritanischer Vorfahr, höherer Berufung: $r erweitert den Nahrungsspielraum für die überquellende Menschheit; er untermauert die Grösse und Macht do3 Vaterlandes"* -36- _ _ _ Neien England eA jhian Schulze Gaavernitz Russland 3tets als /ihm/ derjenige Faktor, der/für die Bestimmung der deutschen Au33onpolitik als der wichtigste erschien* Seine Studien an dor Moskauer Universität und seine vielfachen Reisen in Russland nachten ihn zu einen besonders guten Kenner der russischen politischen und wirtochaftli - chen Verhältnisse. Verschiedenen kleineren Studi e n i ibor die russisc he Baumwollindustrie und Reiseberichten über Russland folgten dann 1894 7 --- -- dhe Aufsätze über den russischen Nationalismus in den "Prou3sischon Jahrbüchern". Seine vielfachen Artikel übor dio russischen Zustände fanden ihren Niederschlag in dam grundlegenden Werk "Volkswirtschaft- lich 9 Studien au 3 Russland" 1899, dta heute wieder mehr denn je beachtet werden 3 ollte^^wann auch natürlich manche^I3& Tatsachen durch -37- die Ereignisse überholt worden sind."Nicht die europäischen Gedanken europäisieren Russlands Verhältnisse ,"30 sagt Schulze Gaovemitz in der Einleitung^"Phne Si-iflu.33 auf die gesellschaftliche Struktur da3 ganzen verkümmern 3ie in dar dünnen, literarisch gebildeten Oberschicht, weil ihnen der volkspsychologische Boden fohlt, in den 3ie breite lürzeln einsenken könnten"."Von Bedeutung worden die philosophischen, politischen, sozialen Golanken Europas in Russland erst iq^soweit, al3 sie den eigenartigen wirtschaftlichen Bedürfnissen \ das Zarenreicnes sich dienstbar erweisen". Was Schulze Gaovemitz vor mehr als 20 Jahren in Russland festotollte, dürfte noch heute vo n derjIndustrie gelten , da33 sie "einen kolonialen Char akter trägt; die mpdernen Formen des faorikmässigen Grossbetriebes wurden vom 'Vesten her übernommen und unvermittelt aufgobaut". Der Merkantilismus Peters dos Grossen, de^Jversuchta) aus Russland einen europäischen Staat zu machen^ unterschA&daä; 3ich wesentlich von dam der Wostmächt^ ,/y^^^^;rdenn dort war "der moddrne Staat nichts anderes als die Organisation /6^%