I. In Elsaß-Lothringen Das ist ein Visibility-Test. spricht etwa 1/9 der Bevölkerung Französisch als Muttersprache, ein starkes Fünftel ist protestantisch, ein knappes Fünftel altdeutscher Abstammung. II. Gegen jede Veränderung der Verfaßung des Lands, welche nicht in Richtung einer ei - ner Entwicklung zum selbständigen Bundesstaat Bun - desstaat liegt, werden unsere Herrn Politiker Po - litiker mit viel Geschrei in Preße u. Parlament Par - lament Einspruch erheben. Den schärfsten schärf - sten Widerspruch würde jede Zerstückelung Zerstücke - lung des Elsaßes finden, demnächst das Preußischwerden. Auch gegen das Bayerischwerden Bayerisch - werden würden Liberale u. Demokraten, vielleicht auch die Sozialdemokraten Verwahrung einlegen. Die Trennung des Elsaßes von Lothringen würde nur in sehr /örtlich sehr/ beschränkten beschränk - ten Kreisen (Nordwestteil des Kreises Zabern, Ostteil des Kreises Saarburg) auf Widerstand stoßen. III. Das Ideal des Durchschnitts[-?-] tus ist die neutrale Republik mit wirtschaftlicher Angliederung an Deutschland Deutsch - land u. freier kultureller Beeinflußung durch die beiden Nachbarreiche. Es soll ein zweites Luxemburg: ein Land ohne Gesinnung, aber mit viel Gelegenheit zum Geldverdienen entstehen. IV. Kurz vor dem Kriege hätten durch Preße u. Agitation unbeeinflusste Abstimmungen Abstim - mungen etwa folgendes Ergebnis gehabt: bei a) Fragestellung: Deutsches Reichsland oder Zurück an Frankreich? 60 % für Deutsches Reichsland, 20 % für Frankreich, 20 % weisse weis - se Zettel. b) Fragestellung: Bayerisch oder Französisch: 25 % für Bayern, 25 % für Frankreich, 50 % weiße Zettel. c) Fragestellung: Preußisch oder Französisch: 25 % für Frankreich, 20 % für Preußen u. 55 % weiße Zettel. V. Der Krieg hat die öffentliche Meinung stark beeinflusst. Bis gegen Mitte Oktober Okto - Oktober ber 1914 hatte "das Elsaß seine deutsche Seele entdeckt". Wer noch für Französischwerden war, wagte es kaum zu denken, geschweige denn zu sagen. Mit der Dauer des Krieges trat aber ein immer schärferer Umschwung ein. Die öffentl. Meinung schwankt wie ein Barometer je nach den Aussichten der günstigen Beendigung Been - digung des Krieges für die eine oder die andere an - dere Seite. Die Mehrzahl der Elsaßer nimmt heute keinen festen Standpunkt ein. Sehr ungünstig hat gewirkt, daß unter dem frischen Eindruck der Affäre Zabern sich ein erheblicher Teil der Truppen Els. Lothr. wie Feindesland ansah ( u. noch ansieht ) u. die Bevölkerung entsprechend behandelte. Er schreckend ist die große Zahl der Spionage- u. Verratsfälle, an denen Elsäßer beteiligt sind. Die Maßnahmen der militärischen Behörden sind vielfach ohne jede Rücksicht auf die Wirkung auf die Stimmung der Bevölkerung getroffen worden. Bei einzelnen einzel - nen Vorkommnißen muß man sich fragen, ob nicht die Absicht einer Reizung zum Widerstand mit Gewalt vorlag. Der Elsäßer ist aber jeder Gewalttat abhold. Ihm fehlt /im allgemeinen/ der starke Rückhalt einer vaterländisch- deutschen Gesinnung wie jenseits des Rheines Rhei - nes , welche die Leiden des Krieges viel leichter ertragen läßt. Dann ist auch die Sehnsucht nach einem Frieden um jeden Preis größer wie in Altdeutschland. Es ist daher mißlich /jetzt/ Ziffern über etwaige etwa - ige Abstimmungen anzugeben. Bemerkt sei nur folgendes 1) Die Zahl der angesprochenen Französlinge Französ - linge dürfte ein wenig gestiegen sein. 2) Für das Bayerischwerden ist alles, was klerikal ist u. auf deutschem Standpunkt steht, d. h. die Menge der kathol. Bauern, ein Teil der Altdeutschen, der kleine Teil kathol. Bürger u. Arbeiter, der nicht zu Frankreich neigt. 3) Für das Preußischwerden ist ein Teil der protestant. Bauern, die lothringer Eisenindustrie, die deutsch-gesinnte nicht klerikale Intelligenz, die Mehrzahl Mehr - Mehrzahl zahl der Altdeutschen. Bei jeder Abstimmung – ich nehme ja an, daß man nicht ernstlich an einen solchen Unfug denkt – ist zu berücksichtigen, daß in Elsaß-Lothringen Elsaß-Lothrin - gen die konfeßionellen Gegensätze größer grös - ser sind wie die politischen u. nationalen natio - nalen .