Interlaken 28 Sept. 1896 Geehrter Herr Professor! Adressat ist der Nationalökonom Gerhart von Schulze-Gävernitz . Ihr v. Schreiben vom 24. Sept. ist mir von Berlin heute zuge- kommen. Ich bin mit dem größten Vergnügen bereit, Ihnen meine Dienste zu dem angegebenen Zweck zur Verfügung zu stellen. Das Bankhaus, welches sich in erster Reihe als das geeignete anstellt ist das von Mendelssohn & Co. Gemeint ist das Bankhaus Mendelssohn & Co., das damals Ernst von Mendelssohn-Bartholdy leitete. in altangestammter Vertrauensfirma der Russ. Finanzminister. In zweiter Reihe käme(?) Rob. Warschauer Gemeint ist das Privatbankhaus Robert Warschauer und Co. , das damals Robert Warschauer junior leitete. . Ich bin mit den Chefs der beiden Häuser befreundet und werde mich in der angedeuteten Reihenfolge zunächst an sie wenden. Zunächst bitte ich mir aber zu sagen, ob die Entscheidung auf etwa 2 bis 3 Wochen pressiert? Ich denke am 15 Octob. in Berlin zu sein, und mündlich machen sich solche Dinge viel leichter und zweck- mäßiger als brieflich. Wünschen Sie aber eine frischere Entscheidung so würde ich zunächst mich an Mendelssohn wenden. Würden Sie mir gestatten Ihren Brief in natura einzusenden, oder ziehen Sie vor, daß ich nur einen Auszug gebe? Ganz nach Ihrem Belieben. Ihre werte(?) Antwort findet mich in den nächsten acht Tagen noch hier. Mein Name genügt als Adresse. Mit vorzüglicher Hochachtung - Ihr Ergebener LBamberger