8.8.77 Wohlgebornen Herrn Fr. Josef Blaas stud. rer. nat. abzugeb. bei Familie v. Falser in Mieders Stubaithal Innsbruck 8. August 77. Lieber Blaas! Fürs erste: ich habe mich wirklich fast gescheut Deinen Brief zu lesen; je weiter ich kam; es war mir, als würde ich damit unbefugter Weise mit roher Hand in fremde Geheimnisse eingreifen. - Daraus magst Du erkennen, daß mir diese Dinge nicht gleichgültig sind, oder solche, über welche ich eigentlich ernstlich scherzen könnte. - Und doch werde ich mir alle Mühe geben müssen, schlechte Witze bei Seite zu lassen; ich mache so delicate Dinge lieber auf meine bekannte Weise ab; ich wäre leichter über sie hinaus . - Nur schriftlich geht es überhaupt leichter, u. ich gedenke überhaupt mit gegenwärtigen Zeilen mein letztes Wort zu sprechen, das übrige magst Du mit andern Leuten abmachen . - Was Berta betrifft, so ist selbe wirklich Ich beschränke mich darauf, zu sagen, was ich von der Sache denke, u. Dir vielleicht einen Rat zu geben. - 1. Ich wiederhole, was ich schon in einem frühern Briefe sagte, daß es mich freuen soll, wenn die Sache endigt, wie Du u. Berta es euch nun drehet. – Füge aber bei, daß ich, für meidaran ne Person, dagegen noch zu zweifeln mir erlaube. – Weil ich nun für diese Zweifel auch Gründe zu haben glaube, welche mir gewichtig genug scheinen, nach u. welche weiter unten folgen werden, möchte ich auch rathen, wenn es nicht schon geschehen ist, I. euch nicht zu fest zu binden, sondern abzuwarten, ob ihr euch auch in euerer Gegenseitigen Gesinnung gleich geblieben seid, II. wenn einen es einmal recht werden soll . - Jedenfalls aber hielte auch Fälle ich es für besser, weil eben das obige Eventualität möglicher Weise nicht eintreffen könnte, jedenfalls vor den Leuten, da euer Verhältnis wenigstens nicht ab, wenn die Leute vor euerem Verhältnisse nichts erfahren würden. — Diese Ratschläge sind ganz meine subjective Ansicht, Du od. ihr könnt deswegen immer noch thun, was ihr wollt, u. über was ihr euch mit der Mutter einigen werdet. Mit dieser habe ich nicht zalt gesprochen, aber wissen thut sie die Sache; was sie dazu denkt, weiß ich aber wiederum nicht; ich glaube, daß sie wohl einige Bedenken haben wird, kann mir aber nicht denken, daß dieselben erheblicher Natur sein könnten. — Du wirst unsere Mutter jedenfalls als eine verständige kennen lernen ruhige u. gute Frau finden, wenn Du Dich an sie wendest. – Und das letzere, glaube ich, sollst Du bald thun; wo das muß sie erwarten, nachdem sie die Sache von Mari u. wohl auch von Berta erfahren hat . - Es wird die vielleicht leichter sein diesen offiziellen Theil schriftlich abzumachen: So gieng es; so weit stehen wir mit einander; das bin ich; so glaub ich, sollen wir es bis zum Moment halten, wo es Ernst werden soll, wenn es aber ihnen recht ist." - Nun mein Bedenken an ein "Finis," wie ihr es auch drehet, und meine Gründe für meine Rathschläge. - Berta ist wirklich jetzt von einer Leidenschaft erfüllt, wie ich sie von ihr, die ich die "zachte Bechte" (zarte Berta!) zu nennen 4. liebte, nie erwartet hätte. Ich habe auch durchaus keinen eigentlichen Grund, weshalb ich glauben sollte, ihr Gefühl sei nur ein vorübergehendes, um so mehr als ich dich nicht für einen Menschen halte, viele welcher geeignet ist, durch eine seichte esflammen Eintagsfliegen von Liebschaften zu erzielen, (wie etwa Köllensperger) wohl aber für einen Menschen, welcher durch seinen Ernst d. seine Reife u. Überlegenheit in jeder Beziehung eine tüchte, ehrliche, Liebe zu erwerben im Stande ist.— Das um so mehr, als meine Schwester noch jung ist, u. das wohl das erste Gefühl ist, das sie ergreift.— Diese Jugend, u. daß sie eben noch vorig Lute bauen gelernt mir hat, würde vielleicht auch einen Grund abgeben können, wenn eben nicht die Überzeugung hätte, daß dieses ihr Gefühl wirklich ein tiefes ist, u. daß ich ich sie nicht für zu fricht gering halte, an einer Liebelei sich genügen zu lassen, um so mehr, da ich Dich für den Menschen halte, welcher gerade ihr so imponirt, daß sie kaum noch für einen andern Eindruck empfängl. sein dürfte. . 10 Dir Julius lässt Dich auch grüßen, wenn er Dich nicht selbst schreibt, od. schon geschrieben hat. Er hat nicht gerade den besten Humor, [Kurzschrift] [KS] [KS] [KS], er hätte auch nicht gerade eilige Arbeit, aber er muß dableiben, damit man ihm sein Atelier nicht ganz verrungeriert. (Die Schüler gar in dem obersten Verschlage) Er ist noch immer hoch oben (Du kennst schon den Platz) aber alle Wände sind durchbrochen; u. Holztheile, u. Staub auf alledem zolldick. Man kommt zu ihm über ein paar Bretter die lebensgefährlich genug ausschauen. über den tiefen Abgrund zwischen dem hinteren Stüberl, u. dem Verbindungsstückel gelegt sind. (Ich weiß nicht, ob Dir die Localität klar genug vor Augen schwebt,um die Gefahr zu ermessen.) Mitten drin sitzt Julius mit seinem Federbart, melancholischen Auges, wie Jeramias auf den Trümmern Jerusalems; zu den Füßen desProfeten kauern 2 Löwen(1 [KS]) [KS] Macht seines Auges gezähmt. Grüße von meinen Leuten besond. v. B Grüße u. Empfehlungen an die Familie v. Falser. (Du wirst Grüße u. Empfehlung wohl gut vertheilen, an Sepp natürlich pfundte Grüße Bei Gelegenheit kannst Du auch bei Zahlfleisch etwas ausrichten. 95 d. Auch als ich ihr endlich doch das Uhr sagte, der Maglasse für spensigl 1. Grüßen gab es Wette s mit dem annochen Begleist schreiben wirst die wohl die Karte meinen.— Ich habe sie einen Tag späte 15 aufgegeben, in der Angst ich möchte wohl den Brie : Er meine Sache recht dem gemacht haben. aus dem gleichen Gedanken erklärt sich auf das . stole Viertenbarte, welches ich noch nachträgl. 1 z auf dem Wege in das Conventstette mit der u Juhalt ssloos soll es war zu öffen, in Concert welches den Brief enthielt welcher auch beide d 3 u angenug. die Dummheiten ad 2. 12k habe, nicht . andere Leute entgelten lassen.| d was ich auf der beseitz unter vor aufmützen, – sagt e 4. machte ich so vorstanden haben. Wenn die Bezug auf 52 Tiefe? oder sonst, etwas nicht recht zu sein scheint, so 8 5t worte bis durchig darüber nachdedacht hast, ob die in deinen dis bezüglichen Anspruchen nicht zuweich . gehst.— für den Fall, daß du über trotz Überles L 5 bridedoch Ansicht bleibst, in ich ist oder wäre Seite 2 A ja mein Rat No 2 nicht so übel am Plat . Ver Pedlich noch bei der als damit fiele dich welche d . 5 hieltest da Er läßt dich grüßen, ich habe der ersten Theil seinen uisionen Spälch vortrischen ist Wintel an dich gelesen, 5 1 u. Ich fernereich auf deine bildchen.| 5. Wenn ich glaube, daß Stifters Lectüre ihr zwar durchauß dieses Gefühl ihr nicht angebäuselt habe, wohl aber sie dafür empfänglichen gemacht habe, so glaube ich dann ist nichts für sie oder dich Nachtheiliges zu glauben. Nen zu Dir – Beider wird, es schon wohl, Unter Schwärm von die die Halpern,— fürs erstein in dieser begelesenheit, nicht für Berts A haben solltest, habe ich ganz etwas anderes vorstanden, als du wosest.| Ich meine nur so, und meine es Theilwer doch se darf.— Die bist ein Wörlich das mit seine| liebebedürftigen Herz und heimgeste an| din dieselben bisher theils nicht an die rechte Pforte ich diesen stratete| theils aber sonst beglück gehabt arlehrt Eich weiß ja der her nichtse gattin dieser Pärbte – Du hast aber un tmehr das Bedürfens geliebt zu werden u. zu lieben.— daß erst von wurdest du nun von Ber da, u. zers sehr.— daß mehrt ist du auch bald erliegen.— Und ich bin nun doch ein zu gut Brüder, um nicht gern zu glauben, daß dich diese Liebe Bertos freute.— Sie ist, worauch durch ous nichts aus wordentliches doch ein gutes, gemüth volles ding, und geliebt zu worden erfreut uns orn leiste werschen ja imme.— Du konntest sich wegen wie von sich oft dietzt: Viers wäre, wenn es würft 8 hierinderten und hierin schwarmen, daß d ich glaube auch| sie auch zern haberst, und daß das in gewisselt sehr daher ein Sinn der Fall sei.— Ich glaube sogen, daß 6 diese ruhige Liebe deinerheits, ein wol ohne we Gewöhn für die dauer eines Verhält erstos drienhutige ist, als sie eine widerlich oft bieten so wurde Immerhin aber heft ich glaube ich, daß die, der sehr viel, vielleicht zu viel verlangt, da einmal ein Mädchen wie sie alle sind. dr hohen wirst 2 Ich meielt das nicht an eigentlich großartige haben, das vorstelt sich aus jetzt 00. die solltest eine Frau können gelernt haben se zu der du aufschauen mährtest, die doch begeistern u. deine Ideale mehr machen könte. e Ich weiß aucht, ob es eine solche Frau zieh odige, war das der Fall, wie lange es da dauern würde, bis du sagen würdest, uches halt berich abz Jodenfalls aber sprache ich dabei nicht sehr in sororis meaerze ad causa. daß sie nicht ein ganz überflächliches ding ist, glaube ich sagen zu dürfen, ob sie deinen Anspröchen an Tiefe entsprochen werde, daraufhin mußt du näsch sie aber archsterren Cornen.— und ich möchte dich in dieser Beziehung wirklich bitter, ihr nicht jedes King in dieser Hinsicht aufzumuter besonders in Streden deres trot sins oder war du in Haug ideals in Regie von schwebst, dazu Sie ist eben ein Mensch, und kein großarti ger oder hervorragender.| Wos unsere Verwandschaft anbelangt ist der zu rechnen war so ist dieselbe wohl kaum zuberücksichtigen unter mehr als Jes. Paler sie nicht in Insbruk ist.— nähere Leutern Hausbruch welche bei das ist ist eine Frau, welche uns alle ganz gern habe viel thut er zothen hat, welche aber etwas nachbarstlich ist u. ge in vorig— in engstendertragen gesagt, der Kaustycanon vielen möchte. Das .M. Jetzt ist dieselbe in Behang, wo ihrer meiers Vaters solgälteste Schweste zerstorben ist letzten kontagsbegraben die Tante kam erst wittwoch früh od. dersten Abendt hieraus unsere Contiel, ging fördlich sehr ungen mit. Er, um nicht später allein gehen zu möchte. dieselbe verantwa ein in Betreff der dergliche ten der zwischenzeit zu berücksichtigen, ich glaube sie durft meinen 2. Rath billigen.| Wie ich trotz deiner Gegenbemerkung von Trachen geben t dersein, auch seit noch meinen ersten Rath bad Ich salz an, dass| ruth, so letzt, ich auf derselben überhaupt nicht viel Gericht lege, war die auf dieser Brief hin noch hatt elfast bist, – schon das halb nicht, weil er wohl schon port factor kruten war ich von solchen Vorgängen die richtige Anschauung habe. Von der nun Brief habe ich meinen Leuten gar nichts mitgetheilt—(die Grabstörmlich: in setze du ich schöne S un sei mir habe ich in meiner Rockzeit ge sogt, wenn ich etwas thun sollte, woran vernünftige Leiternichtstander 8. Du wirst mich verstehen: Ich möchte nicht haben, daß meine Leute wüßten, daß ich solche delicate Briefe erhalte, oder auch schreibe (weßhalb Du auch keine Maßregel als von mir angerathen angeben wirst, wenn Du auch vielleicht erwähnen willst, daß Du mit mir gesprochen habest) Ich möchte auch nicht haben, daß Berta wisse, daß ich so viel von ihren Geheimnissen u. deren Einzelheiten wisse.— Was das Letzere anbelangt: ich habe weder der Berta noch meinen Leuten deine Grüße schon am ersten Tage ausgerichtet.— Da kommt wieder Marie u sagt: die Berta quäle sie: (zu sie = quäle, nicht maule) n ich wäre sie nicht sonst m I. Worner aber die vorausgesetzten !!!) thäte ich ihr doch spracht ausrichten, nicht aber ich würde ich thun, als wüßte ich von der Sache nichts, während doch Mari mir an huftrages davon gesagt habe.-(Ich habe a. sie sogar noch einmal mit dem Strici aufge zogen.— Die Jetzt habe ich es natürlich schon ausgerichtet. Ich sagte: Ich habe der 3. Brief noch ein mal gelesen, u. hätte, da so alle Ueberbei auch noch einen Größe an keinetent gefürchen.— Sie ist jetzt sehr reich gestimm u. war wurde sie ihn nicht die Frist ichst schon wie anschaus tängt in gleich an zu weilen.