rt. ins., sowohl eines erleuchteten Obcrhirtcn, als auch der Gründung eines Pricster- scminars; und ein sogenanntes kleines Seminar steht in Aussicht. Nachdem die unmittelbar zwischen dem hl. Stuhl und dem königlichen Thron darüber gepflogenen Verhandlungen geschlossen, verkündete ein Hirtenbrief des apostolischen Vicar das frohe folgenreiche Ereigniß dem ganzen Volke und legt Allen die Wichtigkeit und den Segen einer kirchlichen Erziehung und Bildung klar vor Augen. „Aller Unterricht," heißt es im Anfange desselben, ,der nicht auf den Glauben gründet, alle Zucht, die nicht ans das Heil hinzielt, ist des Menschen unwürdig und für ihn werthlos, weil sie ihn nicht zu Gott führen, der sein Ursprung und Endziel, sein ewiger Herr und sein höchstes Gut ist. In der Kirche aber sind die Bischöfe und Priester, als Nachfolger der Apostel angc dieß kostbare Gut erhalten bleibt. Zuletzt sey noch aus dem herrlichen Hirtenbriefe bemerkt, daß nicht allem der König-Großherzog die ständige Besoldung des Seminarpräses und der sechs Professoren, den der Philosophie einbegriffen, sondern auch fünf ganze und zehn halbe Freitische für dürftige Zöglinge, und die bedeutenden Kosten für die Wiederherstellung des Gebäudes (des einen Flügels des ehemaligen Jesuiten- Collegiums, den dazu die Stadtbchörde zuvorkommend eingeräumt), so wie für die Anschaffung des sämmtlichen Hausgeräthes, aus der Staatscassc großmüthigst bewilligt, und überdieß aus öffentlichen Mitteln Unterstützung zur Erbauung und Einrichtung des kleinen Seminars huldreich zugesagt, auch zur Wahl und Ernennung der Obern und Lehrer dem apostol. Vicar die völlige Freiheit, wie sie ihm durch Lehre und Recht der Kirche zusteht, ungeschmälert gelassen hat. „Und so sind Wir denn," sagt derselbe, „unter dem Beistande des hl. Geistes zur Berufung der Männer geschritten, deren Händen Wir die Zöglinge des Gottesdienstes und der Seelsorge anvertrauen wollen. Die meisten derselben haben sich schon unter unsern Augen in verschiedenen kirchlichen Aemtern als treue Diener Gottes erprobt und bewährt. Einige von ihnen, nicht unserer Provinz, wohl aber unserm deutschen Baterlande entstammt, haben in schweren Stellungen sich um Glauben, Recht und Zucht der Kirche hochverdient gemacht und des ehrenden Vertrauens eines der erleuchtcsten Kirchenfürstcn unserer Zeit genossen. Vertrauensvoll ergreifen wir ihre Mithilfe bei dem wichtigen Geschäfte der Pricsterbildung. Um Ostern, das Fest der Auferstehung unsers Herrn, soll das HauS eröffnet werden, aus dem in Zukunft, wie aus einem heiligen Grabe, worin der irdische Mensch untergegangen, der neugewählte Priester wie ein wiesen, alle Völker zu lehren, sie Alles halten zu lehren, was! himmlischer Mensch hervorgehen und das göttliche Leben, dissen er der Herr ihnen geboten hat, aller Creatur das Evangelium zujvoll ist, seinen Brüdern mittheilen wird." predigen, und diese Lehre und Predigt müssen sie ohne Zweifel _ anheben bei der Jugend, deren Herz und Geist der empfängliche Boden für den Samen der heiligen und heilsamen Wahrheit ist. So kann denn auch die christl. Gesellschaft ihrem geiftl. Haupte, dem Pricstcrthum, einen vorzüglichen und durchgängigen Einfluß auf alles Erzichungs- und Unterrichtswcscn nicht versagen; . . . . nnd ist die Kirche die eigentliche nnd höchste Erzieherin und Lehrerin des Menschengeschlechts überhaupt, wie viel mehr wird es ihr obliegen nnd zustehen, die Genossen jenes Standes, dem sie ihre höchsten Angelegenheiten anvertraut, des vricsterlichcn, ausschließlich zu erziehen und auszubilden." Nachdem nun weiter ge- Rom. Fest der Erscheinung des Herrn. Um dem Herrn zu danken für das Licht des Glaubens und nach seinem Willen zu bitten um die Erweiterung seines Reiches auf Erden, stiert die ganze christliche Welt das Fest der Erscheinung des Herrn. Der Jubel und die Freude der Kirche über dieses große Geschenk kann sich nun wohl nirgends so lebhaft und ungestört auösprcchen, als in Rom, dem Mittelpuncte jener Kirche, Welche sich kraft ihres unfehlbaren Lehramtes rühmen darf, jenen hehren lcbendigmachenden Glauben, jenes Gotteswort, durch alle Jahrhunderte hindurch bis auf den heutigen Tag rein und unverfälscht erhalten und allen Nationen überliefert zu haben. Am Feste der Erscheinung bietet daher auch Rom Alles auf, um sich als die Metropole des Bischofes der Bischöfe, unter dessen Obhut von Christo alle Schafe, alle Lämmer gegeben sind, zu bewähren. Keine Stadt auf der Welt, außer Rom, hat auch solche Mittel, die Einheit und Allgemeinheit der Kirche klar und lebendig vor Augen zu stellen. Denn die Hauptstadt der Welt besitzt jene unvergleichliche Anstalt, jenes Weltscmiuar, wie kein zweites zu finden, die blühende Anstalt der Propaganda, in welcher gegenwärtig über 190 Jünglinge aus allen Völkern der Erde zu Aposteln ihres Vaterlandes herangebildet werden. Mit derselben Weisung, die einst der Herr seinen Zwölfen gab: Gehet hin und lehret alle Völker u. f. w., sendet sein Stellvertreter jährlich «uS der Propaganda Priester in die Welt, damit sie ihrem Volke die Erlösung durch Christum verkünden. Zum Zeugnisse aber, daß die Gemeinschaft der vielen Glieder mit dem Einen Haupte das wahre Leben bedingt und daß dieselbe durch Verschiedenheit der Abstammung, der Gebräuche und der Sprache nicht nur nicht gestört, sondern dadurch noch offener hervortritt, wird am Feste der Erscheinung in der HauScapelle der Propaganda das hl. Opfer in mehrerlei Ritus und Sprache dargebracht, und am Nachmittage (dieses Jahr am Nachmittage des nächsten Sonntagcö) hört man von den einzelnen Zöglingen in den verschiedensten Sprachen das Lob des Erlösers verkünden. Ganz eigenthümlich und der Weltstadt würdig ist ebenfalls die an diesem Tage beginnende achttägige Feier in der Kirche 8t. ^näroa clella Valle. Man muß selbst zugegen gewesen seyn, um in die allgemeine Meinung mitcinzu- stimmen, daß Rom fast keine schönere und bedeutungsvollere Fcst- fcier aufzuweisen hat. Der Stifter derselben ist ein schlichter, armer, demüthiger Priester aus dem Neapolitanischen, Namens Vincenz Palotta. Allgemein wegen seiner Tugenden hochverehrt, fiel es ihm nicht schwer, überall die nöthige Beihilfe zu erhalten; und so brachte er eS mit Genehmigung des Papstes zu Stande, daß in besagter Kirche die Octavc des Festes der Erscheinung im eigentlichen Sinne des Wortes als Völkerfest gefeiert wird. Außerdem, daß an jedem Morgen mehrere stille hl. Messen in verschiedenen Ritus gefeiert werden, finden täglich zwei Hochämter statt, eines in abendländischem, das andere in morgenländischem Ritus, und zwar dieses Jahr am ersten Tage das lateinische Hochamt von den Vätern des Ordens der Theatiner, das orientalische von den Armeniern. Am zweiten Tage hielten das lateinische die Patres des hl. Franz von Paulo, das orientalische die Maroniten. So wechselten diese acht Tage hindurch die lateinischen Orden in Darbringung des hl. Opfers mit den unirtcn Griechen, Syriern, Melchiten, Armeniern und Chaldäern. Die Sprache und Ceremonien waren zwar verschieden, aber ein und derselbe Glaube, dieselbe Anbetung vereinigte die Priester der verschiedensten Völker so wie am Mittelpuncte der Einheit der Lehre und Verfassung, so auch vor dem Mittelpuncte der Andacht und des Gottesdienstes. — Dann ist ferner die passende Anordnung getroffen, daß an jedem Tage die Zöglinge je irgend eines Kollegiums sowohl Morgens beim feierlichen Hochamte, als auch Nachmittags bei der Vesper und am Abend bei dem Segen assistircn, so am ersten Tage die Alumnen unseres deutschen Collegiums, mehr denn 60 an der Zahl, dann an anderen Tagen abwechselnd die der römischen, englischen, schottischen, irländischen u. s. w. Kollegien. Die übrige Zeit, wo keine Messe oder sonstige Andacht stattfand, war für die Predigten in verschiedenen europäischen Sprachen bestimmt, und zwar jedesmal eine Stunde vor Mittag. Am ersten und siebenten Tage wurde in deutscher Sprache gepredigt, uud zwar von dem Priester Franz Joseph Gehlen aus der Diöccsc Münster. Die musterhaften Vorträge des unstreitig ersten Kanzclredners in Rom, des ?. Ventura, der täglich irgend eine HcilSwcchrhcit mit besonderem Bezug aus die von der Kirche Getrennten auf die anziehendste Weise an das Evangelium von den drei Weisen anzuknüpfen und mit hinreißender Klarheit und Beredsamkeit durchzuführen wußte, wurden von Fremden und Einheimischen, selbst auch von den sich hier aufyaltcnden Protestanten, Russen und Engländern zahlreich besucht. An jedem Abende nach der italienischen Predigt sah man die nach römischem Geschmack gezierte Kirche wahrhaft festlich erleuchtet, und nach Aussetzung des hvchwürdigstcn Gutes ward alsdann abwechselnd vom Chor und dem Volke der 116te Psalm: „Lobet den Herrn alle Völker, lobet ihn alle Nationen" gesungen und dann sofort die lauretanische Litanei angestimmt. Nach derselben ertheilte jedesmal Einer der Kardinäle den hl. Segen. Wer endlich das Glück gehabt hat, dem feierlichen Tedcum am Schlüsse dieser merkwürdigen Octavc beizuwohnen und ^zu gewahren, wie vollkommen zufrieden die Christen aller Stände und so zu sagen aller Völker mit der sinnvollen Feier dieser Tage waren und wie gerührt sie Alle in dieses Schluß-Tedeum einstimmten; der wird nicht zuviel sagen, wenn er behauptet- Eine solche dem Feste der Erscheinung durchaus anpassende, hcrzerhcbendc, alle Völker wie zu Einem Volke in Christo vereinende Feier vermag nur Eine und zwar die katholische Kirche zu begehen. Nur in ihr macht es Eindruck, nur in ihr fühlt man, was cö heißen will: „Lobet den Herrn alle Völker — denn es ist bestätigt über uns seine Barmherzigkeit und die Wahrheit des Herrn bleibet in Ewigkeit." (Münst. S.-Bl.) Die katholischen Blätter aus Tirol schreiben aus Rom, Ende Januar: „Wer Rom nur nach dem beurtheilet, was seinen Blicken auf öffentlichen Plätzen, in Straßen und Gassen begegnet, dürfte keinen giltigern Schluß machen, als ein Mann, der durch eine sehr reiche Stadt gehet und sich über ihre Armuth beklagt, weil er auf den Gassen kein Gold und keine Diamanten, sondern nur gemeine Pflastersteine entdeckt. Rom, das im Schooße seiner begnadigten Erde die Gebeine vieler Tausende von Heiligen bewahret, ist noch immer eine fruchtbare Mutter, die durch Tugend und besondere Heiligkeit ausgezeichnete Kinder aus jedem Stande, jedem Alter und Geschlechte an ihrem Busen ernähret. Wie aber auf Roms heiligem Boden so manches schöne Väumchen emporwächst, blühet und himmlische Früchte trägt, ganz unbemerkt vor den Augen der großen Menge, mag unter Anderm das beweisen, was ich Ihnen eben berichte. „Am 4. October v. I. starb auf dem Quirinal im Kloster jener Frauen, welche die ewige Anbetung des allerheiligstcn Sacra- mentes zur schönen Aufgabe haben, eine fromme Klosterfrau, Maria Guisevpe mit Namen, seit vielen Jahren Oberin dieser klösterlichen Gemeinde. So wie ihr Leben, so war auch ihr Tod nur der nächsten Umgebung bekannt. Erst nach bereits einem Vierteljahre hörte ich zufällig in einer Versammlung von Priestern den Namen der Dahingeschiedenen nennen, ihre Heiligkeit preisen und die Wunder erzählen, welche nach ihrem Tode zur Bestätigung ihrer Heiligkeit geschehen sind. Ich begab mich, um an der Quelle die reine Wahrheit zu schöpfen, zur gegenwärtigen Oberin des Klosters, welche mir das schon bereits Gehörte theils bestätigte, theils berichtigte. Diese Maria Guiscppc hatte früher als Schwester des dritten Ordens drS heiligen FrcmciscuS in der Welt, jedoch sehr abgeschieden gelebt, als sie im Jahre 1808 mit mehrern frommen Frauen gleicher Gesinnung den Entschluß faßte, eine religiöse Gemeinde zur ewigen Anbetung des allerheiligsten Sacra- mcntcs zu stiften. Bekanntlich war damals der Gräuel politischer und kirchlicher Wirren in der heiligen Stadt bereits auf den höchsten Grad gestiegen; verachtet und zertreten von den Füßen eines stolzen Machthabers, seufzte die Kirche um Heil und Rettung von oben. Während ganze Schaaren wilder Raubvögel das heilige Sivn umschwirrten, und ihre eisernen Krallen an Religion und die heiligen Rechte der Kirche, ja selbst an die geheiligte Person des obersten Hirten schonungslos ansetzten, öffnete der heil. Vater diesen Tänblcin Christi recht gerne ein stilles verborgenes Obdach, wo sie unbekannt und sicher vor den Feinden der Kirche Tag und Nacht den Tabernakel des Herrn bewachen, unablässig für das Wohl der christlichen Hcerde seufzen und beten, und den gerechten Zorn dcö Herrn durch Werke der Buße und Frömmigkeit besänftigen sollten. Als Grundlage ihres geistlichen Lebens wurde ihnen die Regel dcS heil. Augustin gegeben; sie tragen ein weißes Or- dcnsklcid, haben strenge Clausur, legen die feierlichen Gelübde ab, und sind zur ununterbrochenen Anbetung des heiligsten Sacramentes verpflichtet. Maria Guiscppe gründete später auch ein ähnliches Haus in Neapel. Eine lange Reihe von Jahren lebte sie hier als Oberin ihres Klosters. Ihr Leben war das Leben einer Heilige — das vollkommenste Muster der ihr untergebenen Gemeinde. Mit ihrem uncrmüdcten Gebetscifer, in dem sie alle freien Stunden bei Tag und Nacht vor dem Allerheiligsten zubrachte, und dem selbst ihre vielen körperlichen Leiden keinen Eintrag machen konnten, verband sie eine seltene Strenge. Sie aß nur dreimal in der Woche etwas von Gemüsen; alle übrigen Tage nährte sie sich nur von Wasser und Brod, und der Boden und die Wände ihrer kleinen Zelle zeigen noch nach ihrem Tode die unverkennbaren Spuren ihres strengen Bnßlcbcns. Eine ernsthafte Krankheit heftete sie im vorigen Jahre an'S Bett, und drohte der tiefbctrübten Gemeinde ihre unaussprechlich geliebte Mutter und Oberin zu entreißen, als sie mit Hilfe des Arztes zur höchsten Freude wieder genas, und unter ihren lieben Kindern erschien — leider nur, um bald, und zwar auf immer aus ihrer Mitte zu verschwinden. Am Feste ihres einstmaligen Ordensvaters, des heiligen FranciscuS, zu dem sie eine ganz besondere Andacht hatte, ging sie, ohne daß Jemand eine so nahe Auflösung auch nur geahnet hätte, in das bessere Leben über, im 57stcn Jahre ihres Alters. Der Arzt, der sich diesen unerwarteten Tovcsfall nicht erklären konnte, bat um Erlaubniß, den Leichnam öffnen und untersuchen zu dürfen. Bei der Section fand sich, daß die Lunge bereits ganz aufgezehrt, ihr Herz aber so ungewöhnlich klein war, daß nach der Versicherung der Aerzte bei diesen Organen auch nur ein stundenlanges Leben an'S Wunderbare gränze. Die Klosterfrauen von hier beschlossen, das Herz ihrer lieben Mutter und Stisterin ihren Mitschwestcrn in Neapel als theures Andenken zu übersenden, und ein frommer KanonicuS von hier, der mit dem Kloster in geistlicher Verbindung stehet, übernahm den Transport dieses geschätzten Kleinodes. Als er in Neapel im Francnkloster angekommen war, und den tief gerührten nnd um ihn herum sich drängenden Frauen seinen mitgebrachten Schatz enthüllte, da fing dieses Herz — als wollte es sich in Liebe gegen ihre geistlichen Töchter erweitern -— im Angcsichtc Aller an, sich so bedcuicnd auszudehnen, I daß das Gefäß, in dem cS ruhte, bereits ganz davon augcsiillti Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen. wnrde. Alle brachen beim Anblicke dieses wunderbaren Ereignisses in Thränen und Schluchzen, in Jubel und Lob Gottes aus. Zwei Schwestern, die in dem Kloster schwer krank lagen, wurden gleich gesund, als sie dieß Herz gläubig und vertrauensvoll an sich drückten, und sich der Fürbitte ihrer seligen Stifterin empfahlen. Auch in Rom wurde eine Frau, die an der rechten Seite ganz gelähmt war, geheilet, als man ihr das Cilicium der seligen Maria Guiseppe auf die kranke Seite legte. „Ich habe Ihnen diese Thatsache, wovon vielleicht halb Rom noch keine Notiz genommen hat, gerne mitgetheilt, da das, was Gott selbst so wunderbar öffentlich macht, nicht verborgen bleiben soll; und da es mir angenehm ist, Jenen gegenüber, welche in Rom immer nur Disteln und Unkraut sehen, wieder auf eine schöne Blume hinweisen zu können, die, wie so viele andere, in stiller Verborgenheit fortgcblühet, und auf römischem Boden zu himmlischer Schönheit sich entfaltet hat." Deutschland. Köln, 1. März. Die große Auflage des dießjcihrigen Hirtenbriefes des Herrn Erzbischof-Coadjutors ist bald vergriffen gewesen, und eine neue Auflage seit mehreren Tagen wieder erschienen. Auch in Speyer, Mainz und anderen Orten des Auslandes sind Abdrücke veranstaltet und vnl verbreitet. Nimmt man dazu die unzähligen Abdrücke, welche durch die Zeitungen (die beiden Kölner, die Düsseldorfer, Aachener:c.) und die Zeitschriften (Nathanacl, Rheinisches Kirchenblatt, das Münster'sche Sonntags« blatt :c.), so wie durch anderweitige Abdrücke in Brochürcn verbreitet worden sind, so zeigt sich, daß unser trefflicher Oberhirt ein Wort zur Zeit gesprochen, und daß unser katholisches Volk noch warme Empfänglichkeit für die glaubenstreue Sprache seiner Bischöfe hat. Und in der That: die unvcrholene katholische Gesinnung, die diesem Hirtenbriefe zur Unterlage dient, der warme Ton, der durch ihn sich durchzieht und die meisterhafte Umsicht und Schonung, womit die trüben Zeichen der Zeit unzweideutig berührt sind, können als Muster geistlicher Beredsamkeit gelten, und ertheilen diesem Pastoralschreiben eine Wichtigkeit und Bedeutung, die weit über die Gränzen des betreffenden Sprengels hinausgehen. Paßau, 2. März. Das von dem Hochwürdigsten Herrn Bischof Heinrich im Jahre 1843 begründete Knabcnseminar erfreute sich bereits im ersten Jahre seines Bestandes eines glücklichen Gedeihens. Der gesammte Seelsorgklerus wirkte unermüder vurch Wort und Beispiel für die Ausbreitung und Consolidirung des Maximilian- und Valentins-Vereines, und die Gläubigen achteten überall mit Bereitwilligkeit auf die Stimme und das Vorbild ihrer geistlichen Führer, und ließen es an großmüthigen Spenden nicht fehlen. Für die bessere Unterbringung der zahlreichen Zöglinge des KnabenscininarS wurde ein auf dem Paradcplatz gelegenes sehr geräumiges HauS nebst Garten von dem Hochwürdigsten Herrn Bischof aus Hochdessen eigenen Mitteln um die Summe von 18,500 fl. angekauft, und dasselbe dem Knaben- scminar als Geschenk zugewiesen. — Die Bruderschaft zum heiligen und unbefleckten Herzen Maria zur Bekehrung der Sünder wurde durch die zweite Hälfte des verflossenen Jahres in 15Psarr- und Filialkirchcn der Diöcesc, die Kathedralkirche ungerechnet, errichtet. — Kapellen zur Privataudacht wurden 11 erbaut. — Missionen wurden durch die ?. Redemptoristcn in 4 Pfarreien oer Diöcesc abgehalten. (Paß, k. K. Z.) _ ^ Verlags-Inhaber : F. C. Krem er.