x> ^^»gs - Dei/.^ AugSburger der MNIV/Dh ?' ^s- ^ Xtz SÄ- H^MU tt Erste Jahreshälfte. Nachtgedanken. In feierlicher Stille Die Nacht am Himmel thront, Nnd ohne Wolkenhülle Strahlt mild und klar der Mond. Die gold'nen Sterne glühen , Am blauen Himmelsplan, Und seit Aeonen ziehen Sie friedlich ihre Bahn. Im Busch, auf grünen Zweigen Schläft still der Vögel Brüt, Versenkt in tiefes Schweigen Die ganze Schöpfung ruht. Mit leisen Schritten gehet Der Friede sanft und mild, Sein süßes Hauchen wehet Im schlammcrnden Gcsild. O Nacht! wie senke dein Frieden So tief sich in mein Herz, Als wär' von mir geschieden Auf ewig aller Schmerz. Ich fühlen Gottes Nähe Umwehen mich so süß, Als senkt' sich aus der Höhe Herab das Paradies. Nnd wahrlich, es hat wieder Herunter sich gesenkt, Der brachte es hernieder Der uns sein Blut geschenkt. Nnd jenes süße Wehen Im Feld, im grünen Strauch Iii wohl aus Himmclshöhcn Des Mittlers Liebeshauch. ">, >'^-'^> M- t? PpftzeLtung. KZ. April 5845. Ja! seit er hingegeben Sich hat zum Kreuzestod, Da schwand von allem Leben Die bitt're TodcSnoth. Das Herz, das einst der Thränen Des Schmerzes viel geweint, Das weint nun Licbesihränen Mir seinem Gott vereint. Doch ach, von Gram zerrissen Die Brust voll Weh und Qual, Noch Viele irren müssen In diesem Erdenthal. Sie hauchen in Gesängen Den Schmerz der Seele aus, Aus wilden Saitcnklängcn Tönt all ihr Gram heraus. Sie wollen Trost gewinnen Aus ihrer Wissenschaft, Doch ach, es fehlet ihnen . Die wahre Wissenschaft. Sie suchen nichr Genesung Wo uns ihr Brunnen quillt In Chiisli Wclrcrlosung, Die alle Schmerzen stillt. O! daß ihr doch erkenntet Daß eure Seele todt, O! daß ihr glauben könntet: Nur Eines sey euch Noth! Zum Kreuz, zum Kreuze gehet Da wird euch Trost zu Theil, Im Kreuz, das ihr verschmähet Im Kreuze nur ist Heil. München, 4. April. Fr. Xav. Schumacher. Geschichte einer christlichen Bekennerin. ^) (Katholik.) Zu Anfang des Jahres 1841 war eine nestorianischc Familie von drei Personen, eine arme Wittwe Namens Nassimou mit ihrem Sohne Nucjie! und ihrer Tochter Schimouni von Amadia gekommen und hatte sich in Arbil (in Kurdistan) niedergelassen. Da die Nachbarschaft von chalvciischcu Katholiken bewohnt war, so bildete sich bald zwischen ihnen und der nestorianischcn Familie ein freundschaftliches Verhältniß, in Folge dessen diese drei Personen zur katholischen Kirche zurückkehrten. Als nun eines Tages die junge Schimouni an dem öffcnt-^ liehen Brunnen zu Arbil Wasser schöpfte, kam ein Muselmann, eben so bekannt durch seine Laster als wegen seines Hasses gegen^ die Christen, zu ihr und machte ihr den Vorschlag, Mahometancrin - zu werden. Ohne zu antworten floh Schimouni voll Schrecken! und Abscheu zu ihrer Mutter zurück. Der Türke ließ sie aber! nicht in Frieden. Als sein erster Versuch mißlungen war, verständigte er sich mit einem musclmännischcn Weibe, dem er seine Rolle dictirtc, und am andern Morgen wurde diese Elende, nach LandcSsittc verschleiert, vor das HauS der Nassimou geführt. Di, ,t stellte sie nun der Türke in Bciseyn zweier Zeugen zur Rede und sie erklärte, sie sey Schimouni und wolle sich zum Islam bekennen. Der Betrüger führte nun sofort die Zeugen zum Kadi, um die Erklärung, welche sie so eben gehört, zu bestätigen, und der Kadi seinerseits verordnete, dasz das Mädchen ihm vorgeführt werden sollte. Nun erschien die wahre Schimouni vor dem Gerichte, wo mau sie wegen ihres AbfallcS beglückwünschte. Sie schwur nun zwar voll Unwillen und Erstaunen, dasz sie von der ganzen Sache nichts wisse, allein die Zeugen sagten aus, daß sie vor ihnen erklärt habe, sie wolle freiwillig ihre Religion wechseln. Dieß war für den Richter genug, der gesetzliche Beweis lag vor und er sprach demnach die Christin dem Propheten zu. Umsonst protcstirtc diese g gen das Urtheil, ihre Festigkeit vergrößerte nun ihr Unglück. Der Kadi befahl nämlich, daß sie in den Kerker geworfen und so lange gefoltert werden sollte, bis sie die Wahrheit ihrer angeblichen Aussage anerkenne. Sie wnrdc nun wirklich in das Gefängniß abgeführt, zu Wasser und Brod! vcrurthcilt und ihre Hände und Füße mit Ketten belastet; außer-j dem erhielt sie »och dreimal täglich die Vastvnade und zwar fünf Tage hintereinander. Alles Dieses hatte jedoch keinen Ersolg und die muthigc Jungfrau war fest entschlossen, lieber zu sterben als ihren Gott zu^ vcrläugncn. Andererseits waren auch die Muselmänner wegen der Folgen dieser Geschichte nicht ganz ohne Bedcnklichkciten, denn sie! wußten, daß vor drei Monaten der französische Consul in Bagdad ihren Händen mehr als zwanzig Christinnen cntrissn, die der Bey von Navandouzc zu Sklavinnen gemacht hatte und sie fürchteten,! er werde, wenn er diese neue Gewaltthat vernehme, mit gewöhn-! ter Energie wieder einschreiten und die Verfolgung auf das Haupt ihrer Urheber zurückfallen. Sie nahmen daher der Schimouni ihre Ketten ab nnd schlugen sie nicht länger, um jetzt die Verführung der Versprechungen an ihr zu versuchen. Allein sie widerstand anch diesen, wie sie früher den Schmerzen widerstanden hatte. Da sie jedoch jetzt, nachten: die Art ihrer Prüfungen eine andere geworden war, etwas mehr Freiheit genoß , so dachte sie an ihre Flucht, und da sie gehört hatte, daß der französische Viceconsul in Mos-^ ") Die Geschichte wird von dein P, Rieccidonna aus der Gesellschaft Iesa im neiicsien Hefte der Annalen (Nr U9.) erzählt, von woher wir dieselbe entnommen haben. sul, Herr Benni, allen Unterdrückten seinen Schutz angedeihen lasse, so entrann sie heimlich der Aufsicht ihrer Wächter und kam am 8. Juni nach Mossul, wo sie sich mit ihrer Mutter unter den Schutz des Consularagentcn stellte. Der Consul nahm sie auf wie sein eigenes Kind, lobte ihre Standhaftigkeit und sprach ihr Muth ein. Allein während sie unter seinem Schutze wieder frei zu athmen anfing, traf sie ein neues Unglück in der Person ihres Bruders Nuejm, den der Kadi von Arbil, als ihre Flucht bekannt geworden war, als Geisel hatte verhaften lassen. Der Consul verlangte jedoch seine soso» tige Freilassung und erwirkte sie wirklich, worauf auch dieses zweite Opfer nach Mossul sich flüchtete. Unglücklicherweise befand sich nun damals der Vczicr Moha- met Pascha in Mardin und in seiner Abwesenheit setzte sich der Statthalter von Mossul ebenfalls in den Kopf, Schimouni zum Abfalle zu nöthigen. Er ließ daher die Zeugen von Arbil kommen und forderte am 29. Juni den Viceconsul auf, das Mädchen seinem Gerichte auszuliefern. Der Viceconsul wies jedoch diese Znmuthung energisch zurück und statt seiner Schutzbefohlenen erschien er selbst vor dem Divan, wo er, wenn nicht gänzliche Aufhebung des Processes, doch wenigstens Aufschub desselben bis zur Rückkehr des Pascha'S verlangte. Das wollten indessen die Nichter nicht. Ucberzcugt, daß Mohamet der Christin Gerechtigkeit werde angedeihen lassen, wiesen sie jeden Aufschub zurück, stürmten, da sie die Macht in Händen hatten, ohne Rücksicht auf den Repräsentanten einer befreundeten Macht, sein Haus, und führten die nnglücklichc Schimouni fort, die, stets unverzagt und ihrem Gottc getreu, laut ausrief, sie wolle sich lieber iu Stücke zerhauen als zum Abfalle verleiten lassen. Vom Tribunale weg wurde sie iu ein abscheuliches Gefängniß gestoßen, dem die Christen nicht nahe kommen durften. Allein auch der Viceconsul blieb nicht müßig. Ein erster Courier, den er an den Vczier abgesandt, winde zwar von den Arabern der Wüste aufgefangen, allein ein zweiter war glücklicher und brachte einen günstigen Bescheid zurück. Darum aber bekümmerte sich der Statthalter von Mossul Wenig. Als die Depejchcn ankamen, berief er den Divan, beschied den französischen Agenten vor denselben und statt ihm die Befehle mitzutheilen, welche er empfangen hatte, las er den Blies des ViceconsulS vor, in welchem dieser die Beamten von Mossul wegen ihrer Gewaltthat verklagt hatte. „Sehet, rief er wüthend ans, solche Klagen wagt ein Najah gegen uns vorzubringen! Machet mit ihm, was ihr wollet, und wenn ihr glaubet, sein Tod könne den euch angethanen Schimpf sühnen, so gebe ich ihn eurer Rache preis." Indessen wagte man es doch nicht in dieser Weise bis zum Aeußerstcn zu schreiten. Dasür mußte die arme Schimouni büßen. Von Neuem vor den Statthalter beschicve», wies sie mit neuer Kraft die lügenhaften Aussagen der Zeugen zurück. Doch man wollte mit ihr zu Ende kommen. »Im Namen unserer Gesetze, sagte der Richter, erkläre ich dich zur Muselmännin." — „Und ich, rief die Gefangene aus, erkläre, daß ich eine Christin bin, daß ich es stets gewesen bin, und bis zum Tode es seyn werde." Nun befahl der Nichter von seinem Sessel aufspringend sie zu schlagen und sie empfing an diesem einen Tage nahe an hundert Stockschlägc, außerdem wurden ihr mit den Haaren ganze Stücke blutender Haut vom Kopfe gerissen. Als nun die Jungfrau während dieser Mißhandlungen mit vor Schmerz erstickter Stimme vor sich hinsprach: „So lauge noch ein LebenShauch in mir ist, so soll er Jesus Christus angehören," wandte sich der Kadi an die Schergen nnd sagte dem Statthalter: , Diese Leute thun ihre Schuldigkeit nicht. Siehst Tu nicht an ihren gelinden Hiebe», daß sie vom Biccconsul bestochen sind? Lass' mich einmal gewahren und ich mache mich anheischig, die Christin so zu züchtigen, wie ihre Hartnäckigkeit es verdient." Und er ließ sie auf einer Tragbahre in sein Haus schlepprn, um sie dort einsam und verlasse» von jedem menschlichen Troste nach Herzenslust zu foltern. Frei von jeder Controle und ohne Zeugen bclud er nun sein Opfer mit Ketten, gab sie unter diesem glühenden Himmel den sengenden Strahlen der Sonne preis und ließ sie noch außerdem, daß er ihr fast alle Nahrung entzog, jeden Tag peitschen. Die Unglückliche gerieth in Folge dessen natürlich in einen schrecklichen Zustand und ein Arzt, der sie sah, meinte, daß sie keine vier und zwanzig Stunden mehr leben könne. Ja, der Kadi sprach ihr, um diesen TodeStamxs bis zur förmlichen Verzweiflung zu steigern, unaufhörlich vor, er werde sie, wenn sie nicht Muselmäuuiu würde, den rohe» Mißhandlungen dbs türkischen Pövels preisgeben. Gott ließ indessen nicht zu, daß diese schreckliche Drohung zur Wirklichkeit wurde. Es wurde nämlich zu Mossul bekannt, daß der französische Gcueralconsul zu Bagdad bereits zu Cvnstan- tinopel geklagt hatte; auch der Viccconsul hatte von Neuem an den Vezicr geschrieben und ein wiederholter Befehl von Mvhamet dem Statthalter eingeschärft, das ganze Verfahren bis zu seiner Rückkehr einzustellen. So mußte man wohl nothgedrungrn endlich nachgeben. Nach einer vierthalbmonatlichcn Abwesenheit kehrte Mohamet endlich nach Mossul zurück und gerade an dem Tagc,> wo die chalvLische Kirche das Fest der Namenspatronin von Schi- Mvuni feiert, wurde die hcldcnmüthi.ie Neubekchrte ihrer Mutter zurückgegeben. Beide kehrten mit cincmdcr nach Amavia, ihrem Geburtsort, zurück, um dort in der Uebung der Religion und in Treue gegen den Glauben, den sie fast mit ihrem Blute besiegelt hätten, in Frieden ihre Tage zu beschließen. Ich war bei ihrer Rückkehr in der Stadt selbst cmwcsc»d. Das Eigentliche in der Zesuitenfrage. Die „Union suisse" bringt hierüber Folgendes vor: „Die Streitfrage ist nicht mehr zwischen den Jesuiten uud ihren Feinden, sagt ein neuerer französischer Schriftsteller, dieß Verfahren ist abgenutzt, und zur lächerlichen Komödie geworden. Die Streitfrage ist nun ausschließend zwischen dem Katholicismus, der Kirche, dem Papstthum, dem Episkopat und jenem modernen Nationalismus, der cS in seiner hochmüthigcn Anmaßung noch nicht weiter gebracht hat, als die Menschheit mit schottischen, englischen und deutschen Ideologien zu begaben. „Die Streitfrage ist nicht minder zwischen der Kirche und den heutigen Regierungen. Es handelt sich darum, zu wissen, welchen Antheil von Freiheit die neueren politischen Institutionen, welche aus den Revolutionen dieses Jahrhunderts entsprungen sind, der Kirche, ihrer Auctorität und ihren Instituten lassen wolle»; Europa's ganze Zuknnst hängt von der Lösung dieser Aufgabe ab, welche gleichzeitig die Geister bewegt in Frankreich, mit seinem alten Schweif von philosophischen, ketzerischen und politischen Seelen; in Belgien, mit seiner Minorität von falschen Liberalen und Freimaurern; in der Schweiz, mit ihren Radicalcn und Protestanten; in Deutschland mit seiner Hegcl'schcn Negation; in Nußland, Großbritannien und Spanien. „Mau muß sich ja nicht täuschen lassen; die in Frankreich unter dem Vorwandc der Jesuiten begonnene Polemik war nur der Anfang jenes große» Kampfes, welcher entscheiden soll, wie cö gewisse conscrvative Schriftsteller behaupten, daß alle Revolutionen und modernen Verfassungen nur zu Gunsten der Feind? des Christenthums gemacht wurden. Laßt die Frage gegen die Jesuiten entscheiden, so wird sie auch bald gegen die übrigen religiösen Orden, ja gegen die ganze Kirche entschieden seyn. Es find dieß nicht finstere Prophezeiungen, es ist Geschichte. „Ich war vor einigen Monaten in Avignon, um die herrlichen christlichen und päpstlichen Alterthümer dieser merkwürdigen Stadt zu besichtigen. Indem ich den „Auicle clu vc-vscivur" las, wurde meine Aufmerksamkeit durch folgende historische Anekdote gefesselt: „Als die Jesuiten in geordnetem Zuge das Kollegium verließen , um in die Vcibannung zu gehen, stand ei» Mönch von einem andern Orden an eine Säule des PorticuS des Kollegiums gelehnt. Er betrachtete die ausziehenden Bätcr der Gesellschaft Jesu, und freute sich mit heimlichem Lächeln ihrer Austreibung. Einer der Söhne des heil. Jgnaz, nicht minder schalkhaft, bemerke es und sagte ihm: „Lachet, lachet nur, mein Vatc>, ihr kommt mich noch cm die Reihe; wir halte» hier eine Procession, wir gehe» zwar voraus und tragen das Kreuz, ihr aber werdet hinter uns hergehen." Die Weissagung des Jesuiten erfüllte sich achtel», Jahre später; der lachende Mönch mußte ftin Kloster auch verlassen, auch ihn traf die Verbannung. „Auf die OrdenSlcutc folgte» die Bischöse und Priester, auf die Verbannung das Gemetzel. Nach der Kirche wurde das Königthum geopfert; ein unschuldiger König mußte mit seinem Kopfe die Fehler strafbarer Könige bezahlen. Kaum waren fünfzehn Jahre seit der Aufhebung des Jesuitenordens verflossen, so läutete die Sturmglocke der Revolution von 1789 schon zum Begräbnisse der Monarchie, ja der ganzen bürgerliche» Gesellschaft; die Köpfe der Minister, der Magistrate und der Philosophen, welche ZWO ihrer Mitbürger proscribirt hatten, rollten auf dem Schaffot. Man weiß das Uebrige. „Im Zcchre 1828 wollten dieselben Grundsätze und dieselben Leute die gleiche Verfolgung wiederholrn; zwei Jahre spater unterlag das Königthum einer neuen Revolution, und cine ganze Dv- ncistic wanderte zum dritten Male ins Exil." Deutschland. Fr ei bürg. Unterm 17. v. M. ist ein Hirtenbrief des Hochwürdigstcn Erzbischofs Hermann an die gcsammtc Curat- geistlicbkcit erjchicncn über die betrübenden religiösen Bewegungen der Gegenwart uud die ernste Aufgabe, welche hieraus für die Geistlichkeit erwächst; insbesondere sind als Lehren , welche in jeder Gemeinde in Behandlung komme» solle» — für den Umfang, in dem es zu geschehen hat, sind die Ortsbc- düifnissc d>r Maaßstab — aufgeführt: Die Lehren von der heiligen Schrift und Tradition, als den Quellen der katholischen Wahrheit; von der Erbsünde und Erlösuugsbedürftigkcit des Menschen; von Jesus Christus, dem wesensgleichen Sohne Gottes, und von der Menschwerdung desselben, insbesondere von den großen praktischen Wahrheiten, welche in der Idee der Menschwerdung enthalten sind; vo» deni Erlösungswerke und dessen allseitiger Beziehung zu den Bedürfnissen und Nothständen der Menschheit; von der Kirche uud ihren w scnilichcn Merkmalen, namentlich von ihrer Einigkeit, von dem Primate Pctri und seiner Nachfolger; von der Leitung der Kirche durch den heil. Geist und ihrer Unfehlbarkeit; von den Sacramenten, besonders von der Spccialbeicht »nd dem . Opfcr der heiligen Mcssc; von der Unsterblichkeit der Seele und der Ewigkeit der Höllcnstrasen u. s. w. Anßer diesen Hanptlehrcn unseres Glaubens bilden noch einen dringenden Gegenstand des genauen Unterrichtes die Lehren von der Verehrung der Heiligen, der Bilder und Reliquien, dann die mannichfachcn im katholischen Cultus üblichen Gebräuche und Segnungen n. s. w.; endlich die Kirchcngcbotc und deren Nothwendigkeit und Weisheit. Die Süddeutsche Zeitung schreibt: Bei einiger- maaßcn aufmerksamerer Erwägung mancher Nachrichten stellt sich die tiefe Besorgnis; ein, daß Herr Schreiber nicht ohne Einverständnis; mehrerer geistlichen Standcögcnosscn gehandelt habe. Die gegenkircklichcn Vcrsammlungcn oberlä'ndischcr Geistlichen in Engen und andern Orten des Obcrrheins sind bekannt, und man besorgt, das; manche solche glcichgcsinnte Standcögcnosscn nicht so fast durch offenen Abfall 'von dcr Kirche sich lossagen, als vielmehr, mit Rücksicht auf die Beibehaltung ihrer Pfründen, für dic Rongc'sche Secte auf weniger auffallende Weise und desto verderblicher in ihren Psarrgemcindcn wirken und sonach größere Abfälle vorbcrcitcn werden. Möge uns diese nnscrc trübc Aussicht täuschen! Poscn. Wie verlautet, ist zwischen dcm „Psarrcr" CzerSki und seiner Gemeinde eine Differenz zu Tage gekommen. Letztere will Nvngcanisch-katholisch seyn und dcr arme CzerSki stände sonach mit seinem apostolisch-katholischen Symbolum isolirt. Zwar hat diese Gemeinde ihrem Bekenntnisse bis in den Tod treu anzuhängen gclobt, abcr die freie Forschung hat ihr im Lichte, das von BrcSlau ausstrahlt, gezeigt, daß die Modisiccition zeitgemäß sey und daS Grundprincip durch dieselbe nicht verlassen werde. Das Thcolognmcnon, nach welchem nicht die Gemeinde ein geistiges Erzcngnif; dcS Pricstcrthums ist, sondern das umgekehrte Verhältnis; stattfindet, ist zwar wi?crchristlich und widerspricht so stark als möglich dcm Verhältniß zwischen Christus, dcm ewigen Hohenpriester, und seiner Kirche; aber es ist gleichsam die Basis der Ron- gc'schcn Reformen und macht sich auch in Artikeln bemerkbar, dic über oder vielmehr für dic Schneivcmühler Sccte geschrieben seyn wollen. In einem derselben wurde vor einiger Zeit berichtet, daß zwei polnische Baucrngemcindcn Deputationen an Czerski gesendet hätten, um wcgcn cincö Anschlusses zn unterhandln. „Dieses möchte wohl" — heißi's dann — „am besten von den gesunden Principien dieser kirchlichen Reform zeugen, insbesondere wenn man bedenkt, daß es polnische Bauern sind, gerade dieselben, welche man sonst für den Typus dcr Bigotterie zu nehmen pflegt." Also während gerade in unsern Tagen die intellectuclle Bildung bis zur Einseitigkeit betrieben wird, sollen unterrichtete Bauern über Prin- cipicniragcn entscheiden I Dic Gesundheit jener Principien macht sich in Symptomen bemerkbar, wie unter andern folgende: daß dic Bibel als einzige Quelle der Offenbarung, zugleich aber auch Sätze angenommen werden, welche vollständig nur mit Beziehung auf dic rirchristliche Geschichte, d. i. Tradition crwusen werden können; das; ferner die königl. Regierung zu Brombcrg die Bibclgcmäßheit des neuen Bekenntnisses prüfen soll, nachdem dasselbe Bekenntniß jeden Einzelnen für befähigt erklärt hat, seine Glaubenslehre selbst aus dcr Bibel zu schöpfen; daß Lebende zwar für Gestorbene beten dürfen, die vollendeten Gerechten im Himmel aber nicht für die noch auf Erden nach der Vollendung Ringenden; daß Priester nicht allein hcirathcn dürfen, sondern es auch dem alten Testamente zufolge sollen u, s. w. Daß über dic seit Jahrhunderten schwebenden Lebensfragen dcr gemeine Mann entscheiden soll, darf indeß!/ > nicht bcfremvcn; denn wer will in unsern Tagen nicht über theologische Gegenstände aburtheilen? Man spricht von Laien in dcr ^Wissenschaft und Kunst und von Priestern derselben; in dcr Theologie soll diese Unterscheidung nichts mehr gelten; in der Medicin, den Naturwissenschaften, der Jurisprudenz, Philologie u. s. w. erkennt man Autoritäten an, in dcr Theologie sind es dic Theologen, die sich zurechtgewiesen sehen als Befangene, die für die Interessen ihrer Kaste eifern, sie sind im allgemcimn Sprechsaal nicht mehr die lehrende, sondern die hörende Kirche. Und doch ist der wesentliche Inhalt dcr Theologie ein gegebener, die christliche Kirche hat eine Geschichte von achtzehn Jahrhunderten; ihr Studium letzt viele HilfS- und Vorkcnntnisse voraus; ihre Literatur ist unermeßlich, wo;u noch kommt, daß gerade auf diesem Gebiete dcr Parteigcist die ärgsten Verwirrungen angerichtet hat; der Theologe soll wo möglich allcS Wissen und Erkcnncn seincr Zcit in sich aufgenommen haben, aber höher als dieses steht SinneSadel und geistige Freiheit. An der Spitze dcr VewegungSpartei sehen wir aber Beamte, cincn Thcater-Secrctär, Industrielle und freilich auch ein paar Tbeologcn; der eine dersclben ist so überaus gelehrt, daß er Vieles vergessen mnßte, um Reformator zu werden; wie gründlich aber dcr andere scinc theologische Vorbildung betrieben hat, das offenbaren seine Sendschreiben und sein gcsammteS reformistisches Vorschrcitcn. Beide sind nahe daran überflügelt und bei Seite geschoben zu werden. Wie in Betracht des Zeichens die Wcrkleute vcrschiedur sind, so sind es auch dic Materialien, die sie. zu dem Um- oder Neubau verwenden. Hicr werden 7 Sacramente sta- tuirt, dort genügen 2, anderswo reihen sich an die 3 noch 5 kirchliche Weihen; hicr gilt die Bibel ohne, dort mit dcr Tradition als Glaubcnsurkunde; jetzt ist das Schneidemühlcr, dann das Brcs- laucr Symbolum an dcr Tagesordnung, dann wicdcr cin justs milieu (rechte Mitte)! Wenn die Lente sich recht besinnen werden, werden sie mit Erstaunen wahrnchmcn, daß sic insgesammt Protestanten oder gar über den bibelgläubigen ProtestautisinnS längst hinaus sino. Ein Satz mehr oder weniger macht es nicht; wer die Autorität dcr Kirche verwirft, um nach eigener Faeon Katholik zu seyn, hat schon aufgehört cs zu seyn. Von den Ncnkatho- likcn gehörte d.r größere Theil „durch den Zufall dcr Gcbnrt" der Kirche an und wirklich schließen sich dcr Bewegung verhältnisz- luäßig viele Protestanten an, wie es auch überall Protestanten sind, welche ihr am meisten Vorschub leisten. — Diejenigen, welche von CzerSki'S Erschein«: in Brcslan große Erfolge erwarteten, haben sich verrechnet, die öffentlichen Blätter wissen davon wenig zu sagen; nnS freilich fällt das nicht ans. Daß sich ihm cin aus dcm Seminar zu Pclvlin unfreiwillig auSgctrctencr Klcrikcr angeschlossen hat, ist schon berichtet; daß er „schr gute Zeugnisse" mitgebracht hat, versteht sich eben so von selbst, als daß ihm die Gebrechen dcr römischen Kirche im Lichte von Schncidcmühl in ihrcr Blöße offenbar geworden sind. Gott sprach: „Es werde Licht, und cs ward Licht/' — so ist CzerSki'S Rechtfertigung überschrieben. — Nach Privcttnachrichtcn werden in der Umgegend von Glogau die Schriften dcS .großen Reformators" Rongc in jede Hütte hineingetragen, sogar dic Lumpcnsammlcr treiben damit Industrie und geben sic hin für Lumpen. Das geschieht sonder Zweifel aus vem Einen und keinem andern Grunde, um die Forschrttte dcr Civilisation anschaulich zu machen, dic den weggeworfenen Lumpen zum Träger des Gedankens macht, und wie erhabener und tiefer Gedanken, Gedanken, welche die Herolde cincr neuen Zeit sind! ^ (Schlcs. K. Bl.) Verantwortlicher Rcdatteur: L. Schönchen. Verlags-Inhaber : F. C. Krem er.