. Dir Wogen, auf denen sie sich sanft wiegte, waren lazurblau, wir der Himmel. Frühe morgens, sobald die Gipfel der Schiffe mit den ersten Sonnenstrahlen sick vergoldet hatten, waren auch alle Masten zur Feierlichkeit des TagrS, zum Fronleichnamsfeste auf das herrlichste geschmückt. Am Vorabende, zur Zelt des Abendgebetes, wenn die Kugel des großen Gestirns in das Meer sich zu versenken begann, und noch einmal zwischen den Tauwcrken der Schiffe erschien, mitten in Räumen ohne Gränzen, hatte der Schiffs-Pater den Matrosen und der Besatzung bereits verkündet, daß morgen der Fronlcich- niimstag einfalle, das Fest Gottcö, des Herrn der Natur, der die Tiefen des Weltmeeres ausgehöhlet, und die Erde mit hohen Bergen bedeckt bat, das F. st Gvttrö, der dir Wellen bäumet, und die Saaten wachse» laßt. Unter den Menschen, die den Priester gehört hatten, war keiner, der dieses Festes sich nicht erinnern konnte, das er in seiner Stadt, oder seinem Grburtsdorfe seiern sah, da, Wo er noch bei seinen Eltern und Geschwistern war. Die Seeleute verlieren wenig von der Erinnerung an das feste Land, und haben es nöthig in den Einöden des Oeeanö. Mit Freude schickten die alten Matrosen und Schiffsjungen sich an, ihre Fahrzeuge zu verzieren. Dieser Tag hatte die Neiulichkeit und Pracht der Schiffe verdoppelt, und jedes Verdeck derselben glich dem Fußboden in einem wohlbehaltenen Hause: die langen, gcfeanzctcn Wimpel, die schmalen, lieblichen Fähnlein, entrollten und verlängerten stch, bogen wieder ein, wie Schlangen von verschiedenen Farben, und spielten hoch an den Masten. Dit von Wappen bunten Flaggen, Au« dem Französischen, und was von ältern Zelten gesagt wird, darf man wohl auch in des nrucrev sich zu Herze» nehmen. besonders die Wappen von Frankreich in ihrer majestätischen weis-- >'cn Farbe flatterten und klatschten in: Winde. Die ungeheuern Segel, gleich unermeßlichen Draperien, zeichneten sich wie breite Blumengehänge unter dem blauen Himmel aus. Daö Admiralschiff war gleichsam die Kathedrale der schwimmenden Stadt, und an seinem Bord mußte der Segen über die ganze Flotte gegeben werden. Die Bewohner der Insel hatten mit Anbruch des TageS an unsere Seeleute die ganze Ernte ihrer schönsten Blume» iiberbracht, und ihre leichten, langen Nachen, ganz mit Astwcrk beladen, gli. chen kleinen von den Wellen getragenen und geschaukslien I»srln. Die Matrose» empfingen mit freunvlichcr Erkenntlichkeit die ländlichen Gabe», und bedienten sich dieses grünenden und lieblich duftenden Tributes, um an den, Fuße des Hauptmastes dcS Admi- ralschiffeS einen herrlichen Altar herzustellen. — Es ist gewiß ein großes Vergnügen, die Blumen auf dem Boden sich entfalten sehen, wo sie entstanden; sehen. Wie die Bäume ihre Arstc über die Grasmalten ausbreiten, die sie duichbroch.» hallen, um groß zu wachsen. Aber rS war auch ein süßes Gefühl, diese Ausbeutung der Wälvcr und Gärten zu betrachten, wie sie ihre Farben und Grüne auf einem Schiffe initte» in den Wellen entsalirten; Blumen und Palmzweige getränt und verbannt von der Erde, um den A tar des Gottes der Natur zu zieren. Morgens war der Fronleichnams-Gottesdienst in den Pfarrkirchen der Insel gefeiert morde», und bis gegen Mittag konnten unsere Matrosen der Procelsion zusehen, von ihrem Auözug auö der Kirche bis on das Grab von Paulus und Virginia. Um die Majestät des Festes zur See zu verherrlichen kamen die Priester von lsle-c!e-k'rnri<:l.', und die jungen Missionäre, die nach Indien wollten, sich an die Schiffsgcistlichtut anzuschließen. Die Abendzeit war gewählt zur E.rernonie der Anbetung und dcS Segens; eine geheimniß- und anmulhovollc Stunde, eine Stunde, wo man andächtiger betet, weil man da von einem un- bestimmten Gefühle der Traurigkeit lingcnommcn ist, und die Wolken des Himmels wie purpurne, init Gold eingefaßte Drape- rien über unsern Häuptern stehen. Im Augenblicke, da man in den Städten das Zeichen zum Angeluü Domini gibt, begann die Errrmonic am Borde des Av- miralschiffs; hundert und ein Kanonenschüsse kündeten es an, und __ hohem Grade, und keine Hand kann ihnen besser geben, was ihnen mangelt, als die der Religion. Die Stimme des Priesters, der Anblick der geheiligten Hostie in der golvenen Monstranz, die Schwingungen dcS Rauchfasses, die entblätterten Blumen, die abgesungenen Hymnen, die öffentlichen Gebete verfehlen ihren Eindruck auf die Herzen der Matrosen gewiß nicht. jedes Schiff gab S^lve, und auch die Strandbatterien mischten von weitem her ihre Donner unter das erhabene Gebrüll, das von den Flotten her sich hören ließ, und auf einige Augenblicke verschwand die Rosen- und Golvfarbe des Himmels unter dem dicken Rauch so vieler Feuerschlünde. — Alle diese Donner der Menschen mißfielen Gott gewiß nicht; denn sie brachten den Tod nicht mit sich; sie waren kein Kricgs-Signal, kein Ruf zum Morden, sondern zum Gebete, zur Anbetung eines Gottes der Liebe und des Frieden.?. Bei der Ruhe die in den Lüften und auf den Fluthcn herrschte, hätte man sagen mögen, daß die Natur sich sammle und stillschweige bei der Ankunft des Schöpfers. Die Winde legten sich, und keine Welle schlug an die Seite der Schiffe. Nur hörte man von Zeit zu Zeit die Stimmen der Priester, und sah von weitem über den bloßen Häuptern der knieendcn Matrosen das Kreuz und das heiligste Sacrament, welches die Geistlichen in Processio» rings um das Admiralschiff,tru-> gen. Beim Untergang der Sonne schimmerte die Monstranz mit ihren golvenen Strahlen we eine andere Sonne, und die unschuldigen r.inen Hände der wie Engel gekleideten Kinder streuten verschwenderisch Blume» von allen Farben und Wol'lgerüchcn. Diese auf das Verdick fallenden Blume» bildeten gleichsam ^einen buntscheckigen Tcppich unter den Füßen der Priester, und bezeichnete den hl. Weg im Umkreise des Schiffes. Das a» dem Fuße des Hauptmastes errichtete Behältniß war über mehrere Staffeln erhaben, und der Altar war so gestellt, daß er von der ganzen Flotte konnte gesehen weiden. — Welch ein Tempel wäre dieß! Uncrmcßlichkeit über dem Haupte des Priesters! Uncrmcßlichkeit unter seinen Füßen! Und um den Augenblick des Segens zu verkünden , ist es nicht ein Glöcklein in den Händen des kleinen Ministranten, sondern eine Salve von .hundert Kanonen. Hundert zugleich donnernde Kanonen rufen den Soldaten, den Matrosen, dem Meere, der Erde und dem Himmel zu: „Betet hier den Gott der Hcerschaaren an!" — Wirklich dars man Menschen, die nicht beten mö>zcn, gemeiniglich nicht auf dem Meere, zwischen den Höhen der Himmel, und den Tiesc» des Abgrundes suchen; nein, der Anblick der Räume ohne Gränzen, des Unendlichen, das sie umgibt, die große Stimme d>°S Oceans, die dem Seemann ohne Unterlaß prediget, bringt ihm einen höhern Begriff der Seele bei, und lehret ihn glauben. So ist auch kein Officier, kein Matrose, kein Soldat, der nicht mit tiefer Rührung sich niederwürfe, wenn dao heilige Sacrament in den Händen des Priesters sich erhebt, die ganze Heercsmacht zu segnen. — Nun fingen die Sterne allgemach an sich an d m Himmel zu zeigen, nnd man hatte sagen sollen, auch sie wollten mit den Menschen dcu Gott anbeten, der sie an dem Firmamente ciuSgest.cut hatte, und jeden von ihnen beim Namen nennt. — Die Nacht war im Anzüge, und breitete allmälig ihre unermeßlichen Schleier über den Gesichtskreis. Die Flotten standen im Dunkeln, und der Gla»z des Festes erlosch, wie in einer gemeinen Kirche, wenn der Gottesdienst geendet ist, die Lichter auf dem Allare nebe» dem Tabernakel zu brennen aufhören, und nur Uebersicht die Lampe des Hciliglhnmö noch angezündet bleibt. . ^ m ^ . ^ . , ^ ^ , >- M... <- . ^. ^ ^- ci-',^... ^> -s .- , !der von der Versammlung des Allerhelliosten Erlo- '^ian sage nicht, dein, die ganze Feierlichkeit, die ich o eben . ^ . ^ c> - ^ » i o, >, .^,,5 - ^" > beschrieben habe, nichts anderes ais eine pomphafte und eitle Cere- l"' vom 22 Jun.us 1844 b.s l. Apr. ld45 .m Äo.ng- monie gewesen sey- 0 nein, sie war mehr als Poesie und Ueber- "'^ abgehaltenen Missionen, raschung. Sie gewährte Älte», die da anbeteten, süße Tröstungen Altötting, 1. Mai 18ä5. und heilsame Erinnerungen, Lcnte, die man weither der Hcimath^ In einer unterm 28. Mai 1844 ausgestellten und in diesem c»!ii»c» hatte, wo sie geboren waren, die einer rohen Dienstbar- Blatte mitgetheilten Erklärung hat Der Unterzeichnete die erste kcit iu>d strengen Disciplin unterworfen wurden, bedürfen auf ihren Uebersicht über die in Bayern von der Verjammlm g des Aller- von Wind und Welle» gepeitscht.» Fahrzeugen dcS Trostes in heiligsten E.löscio abgehaltene» Missionen mltgelheüt. Derselbst So wird aber das Fronleichnamsfest immer und überall herrlich gefeiert, zu Land und Meer, auf den azurnen Wogen und grünen Wiesen, in großen Stadt.n und am Borde großer Schiffe. In der Normandie und den Gegenden von Paris bemerkte man ehedem einen rührenden Gebrauch. Die Mütter führten ihre kleinen Kinder auf den Weg des hl. Sacraments, und der Vorstand der Kirche, oder der gewöhnliche Priester, der es trug, hielt inne, und setzte den Fuß der Monstranz auf das Haupt des Rindes, um ihm Stärke und Wachsthum zu verschaffen. — Auch die Kranken kamen herbei, und flehten mit ihr, n blassen Angesichtern zu Gott, um Heilung ihrer Gebrechen. Dieß machte nun freilich häusigen Aufenthalt, schadete aber der Schönheit der Ceremonie nichts, und erinnerte an das Auflegen der Hände Jesu, und seiner Apostel, da sie durch Judäa gingen, und Allen Gutes thaten, und Alle heilten, und an die Worte: Lasset die Kleinen zu mir kommen — und: Kommet Alle zu mir, die ihr mit Mühe und Armseligkeit beladen seyd, und ich will euch erquicken. — O selig der Mensch, der das, was diese Worte sagen, kindlich glaubt, vertrauensvoll auffaßt, und nicht zufrieden, an dem Triumphzuge des Heilandes Theil genommen zu haben, auch oft und würdig sich seinem Tische nahet! — » hron. Feiern diese» Tag der Liebe Christen wir im Iubclton! Dankbar op-crn unsre Triebe Wir der Liebe, Die herab sich läßt von, cw'gen Festlich triumphirt der Glaube, Der verhüllt die Gottheit sieht, Dem in stiller FriedenSlaube Hier im Staube Ewiger Vergeltung Dämm'rung glüht. Seuf-cr schweiget! Trocknet Thränen! Hoffend blickt auf cuern Freund, Der einst stillt der Herzen Sehnen Allen denen, Die die Liebe hier mit Ihm vereint! , ! glaubt im Interesse der Leser — namentlich unter dem Hochwürdigen Klerus — zu handeln, wenn er auch dieses Jahr eine solche Uebersicht mittheilt, woraus hervorgeht, daß einerseits daö Ver- langen nach den Segnungen der Missionen fortwährend im Zunehmen begriffen, andrerseits aber es der Versammlung des Aller- heiligstcn Erlösers durch Erstarkung ihrer Kräfte möglich geworden ist, diesem Verlangen in größerm Maaße als bisher zu entsprechen. Unsere vorjährige Uebersicht schloß mit der vom 25. — 30. April v. I. zu Anger abgehaltenen Mission, an welche sich, weil wegen eintretender Wallfahrtszcit zu Altötting und des Mangels an Priestern in der Versammlung während der Monate Mai und Juni keine Mission achalten werden konnte, eine Mission in der Erzdiöccse München sich anschloß, nämlich jene zu Lauierbach, Filiale der Pfarrei Einspach, Landgericht Dachau, welche vom 22. — 27. Junius 1844 abgehalten wurde. Diese Mission veranstaltete der Herr Gutsbesitzer Ritter von Röckel, und in seinem Schloßhofe wurden die vorzüglichsten Predigten im Freien gehalten. Bei der Mission waren täglich viele Fremde vom Adel der Umgegend gegenwärtig und mehrere derselben machten sie ganz mit. Die Mission wurde auch noch verherrlichet durch den Herrn Hoscapcllmcister Aibli"ger, welcher mit rein kirchlichen musikalischen Kompositionen und Liedern die vorzüglichsten Andachten der Mission begleitete, welche durch einen zahlreichen Chor von Educantinnen der Schulschwestern, die in Lauterbach eine Filiale besitzen, ausgeführt wurden. Am 25. Juni, gerade nach dem ersten Theile d>r Abendpredigt, welche von der Mutter Gottes handelte, kam der furchtbare Hagelschlag, der einen großen Theil von Allbaycrn so schrecklich verheerte. Der Prediger mußte sich, da die Predigt im Freien war, mit d.m Volke in die Kirche flücht, n, und ob- schon dasselbe anfangs sehr bewegt war und wegen des Unglückes viele Thränen vergoß, so war doch die ruhige Haltung nach einer Viertelstunde schon wieder vollkommen hergestellt und die Mission erlitt dcßungeachtet nicht die mindeste Störung. Als bei der feierlichen Abbitte vor dem Hochwürdigstcn Gute dasselbe prvcessionali- »r von der Filialkirche in den Schloßhof getragen wurde, begleitete der Herr Gutsbesitzer und die anwesenden Herren und Damen von Adel das Hochwürbigste Gut mit Lichtern und empfingen bei den Gcneralcommunioncn mit dem Volke zur Erbauung desselben den Leib des Herrn. Ein Aufsatz in der Sion beschrieb die Mission auch für solche, die nicht gegenwärtig waren. Die zweite Mission wmde in der Erzdiöccse München-Frcy- sing zu Gunzclhofen, Landgericht Brück, vom 21. — 26. Juli gehalten. Diese Mission zeichnete sich durch die Anwesenheit vieler Geistlichen, besonders aus der Augsburger Diöcese auö, welche mit besonderem Interesse den Gang dieser Uebungen verfolgten. Die dritte Mission wnrde in der Erzdiöccse München-Frcy- sing für die Pfarrei Anzing, Landgericht Ebersberg, vom 8 — 13. September gehalten. Diese Mission wurde durch viele Besuche von München, worunter Personen vom höchsten Range waren, verherrlichet. Mehrere gediegene Aufsätze iu der Augiiburger Poft- zeitung zc. beschrieben ih.e Wirkungen. Die vierte Mission wurde gehalten in der Diöcese Paßau, Pfarrei Zeilarn, Landgericht Simbach, vom 7 — 13. Oct. Ein sehr schöner Aufsatz iu der Paßaucr Kirchcnzeitung von einem ausgezeichneten Weltpricstcr beschreibt ihre Früchte. Als ein besonders rührender Act muß hier erwäh t werden, daß nach der Schlußpredigt, welche im Freien gehalten wurde, in d m sehr geräumigen Hofe dcö Pfarrhauses die Tausende, welche gegenwärtig waren, !ich um das Missionskrcuz drängten und cS zu küssen verlangten. s Die fünfte Mission wurde gehalten in der Pfarrei Sulzbach, Diöcese Paßau, Landgericht Paßau, vom 15. — 20. lOctober. Da Sulzbach an der österreichischen Gränze gelegen ist, so strömten in großen Zügen, wie bei einer Wallfahrt, die Jnn- vicrtler von Schärding und seinen Umgebungen zu Mission. Die sechste Mission wurde in der Pfarrei Reitern, Diöcese Paßau, Landgericht GrieSbach, vom 22. — 28. Octobcr gehalten. Es war dieß eine von jenen Missionen, bei welcher die Menge des hc>-zuströmendcn Volkes außerordentlich war; bei den letzten Predigten im Freien schätzte man die Vvlkszcchl auf 15.000. Die siebente Mission wurde in der Pfarrei Ampfing, Erzdiöccse München-Freysing, Landgericht Mühldorf, vom 1. — 6. November gehalten. Auch hier hat der Adel der umliegenden Gegend mit großer Theilnahme beigewohnt; besonders rührend aber war der Abschied des Volkes bei der Schlußpredigt, welche im Freien gehalten wurde. Alles drängte sich um den Prediger und reichte ihm die Hand auf die Kanzel, welche in der M>tte des Ortes aufgestellt war, und Jeder wollte dadurch den Missionären seinen Dank ausdrücken. Die achte Mission wurde in der Pfarrei Wang, Erzdiöcest München-Freysing, Landgericht Wasserburg, vom 0. -— 13. Nov. abgehalten. Die neunte Mission war in der Pfarrei Nott, Erzdiöccse München-Freysing, Landgericht Wasserburg, vom 15. — 20. Nov. Die zehnte Mission fand statt zu Ebersberg, Erzdiöccse München-Freysing, Landgericht Ebersbcrg, vom 25. — 30. Nov. Diese Mission zeichnete sich besonders aus durch die große Theilnahme, welche die vielen dascchst befindlichen Beamten für die Mission an den Tag legten; sie sowohl, als ihre Frauen gaben das schönste Beispiel, da sie sich bei den Gcncralcommunionen an der Spitze der Pfarrkindcr einfanden. Sogar bei der Abreise der Missionäre gaben sie diesen noch ausdrückliche Beweise ihrer wohlwollenden Gesinnungen. Ein schöner Aufsatz in der Sion von einer gcwandien Hand beschrieb diese Mission ausführlich. Die cilfte 'Mission wurde gehalten in Walpcrtskirchen, Erzdiöccse München-Freysing, Landgericht Erding, vom 5.— 10. December. Die zwölfte Mission war zu Lengdorf, Erzdiöccse München- Freysing, Landgericht Erding, vom 13. — 18. December. Die dreizehnte Mission wurde gcbaltcn in Wag ing, Erz- diöcese München-Freysing, Landgericht Laufen, vom 22. — 27. December. Einige schöne Aufsätze in der AugSburgcr Postzritung beschrieben ihre Wirkungen. Die vierzehnte Mission fand statt in Dingolfing, Diöcese Ncgcnsburg, Landgericht Dingolfing, und wurde vom !). - 15. Januar 1845 abgehalten. Ihre Wirkungen waren außerordentlich^ die gleich darauf folgenden Faschiagtagc gingen ohne allen Exceß vorüber, die Polizeistunde wurde püuctlich gehalten, das ^ ganze Städtchen war wie umgewandelt. Der Hvchwürdigste Herr Bischof von Rcgensburg hielt die Generalcommunion der Männer und - predigte am Schlüsse der Mission. Auch unterstutzten die Beamten auS Kräften die Misston. Die lünszchnte Mission war in Scheycrn, Erzdiöccse Mün- chen-Fikysing, Landgericht Pfaffenhvfen, vom 18. — 23. Jan. Die Hochwürdigen i?. 1>. Benedicti-^cr daselbst gaben durch die Berufung der Missionäre einen rührenden Beweis ihres Eifers für das Seelenheil ihrer Piarrtindcr, und obschon durch dtN Eiser dieses Ordens schon viel geschehen war. so war dennoch nach dem Zeugnisse des Hochwürdigstcn Herrn Prälaten und der übrigen Ordensglicder die Mission auch dort nothwendig und heilsam, und cS bewährte sich der Erfahrungssatz, daß die ungewöhnliche Erscheinung von fremden Priestern stets außerordentliche Wirkungen hervorbringt. Unermüdet war die Mitwirkung von Seite der Ordens-Mitglleder im Anhören fremder Beichtlcute, welche in ungeheuren Massen hinzuströmtcn. Die Sitcncaplle, wo die bayerischen Herzoge begraben liegen, war bei strenger Kälte einigemal so sehr mit dem von der wogenden Menschenmasse aufsteigenden Dunste erfüllt, daß vie dichte Rauchwolke für vie Wirkung eines rmsgcbrochenen Feuers gehalten wurde. Die sechzehnte Mission war jene in der Pfarrei Reisin g, Diöcese Ntgcnsburg, Landgericht Straubing, gehalten vom 8 — 13. Februar. Der Hochwürdigstc Herr Bischof beehrte diese Mission mit Seiner Gegenwart und predigte daselbst. Die sicbcnzrhntc Mission wurde «ehalten in der Pfarrei Psatter, Diöccse Regensburg, Landgericht Stadtambof, vom 15. — 2l. Februar. Es fanden sich in derselben mehrere Fremde aus Regensburg ein. Der Hochwürdigste Herr Bischof predigte auch dort. Der Landrichter und mehrere andere Beamte bezeigte,, ihre vollkommene Zufriedenheit und erklärten, daß ihrer Ueberzeugung gemäß durch die Missionen für die Störung des confes- sioncllen Friedens nichts zu fürchten sey. Die achtzehnte Mission wurde in der Pfarrei Mammen- dorf, Erzdiöcese München Frcysing, Landgericht Brück, vom 1. — 6. März abgehalten. Die neunzehnte Mission fand statt in der Pfarrei Chie- ming, Erzdiöcese Münchcn-Frcysing, Landgericht Traunsiein, vom 9—15. März. Die zwanzigste und letzte Mission in diesem Berichte wurde in der Stadtpfarrei Laufen, Landgericht Lausen, Erzdiöcese München-Frcysinq, vom 27. Mär; bis 1. Apnl abgehalten. Viele Vorurthcilc herrschten in diesem Städtchen gegen die Missionen, sie wurden aber durch die Mission selbst glänzend besiegt. Die Bekehrung war so allgemein, daß mehrere dem Guten fcindjelige 'Menschen den Entschluß faßten, diese Stadt zu vcilassen, da sie in derselben ihr bisheriges Leben nicht mehr ungestört fortsetzen konnten— das beste Zeugniß für die Mission! — Ocsterreichisch- Laufcn nahm, so weit dieß möglich war, thätigen Antheil an der Mission. Da mehrere außerordentliche Früchte der Missionen schon in den einzelnen Berichten über dieselben mitgetheilt sind, und es übcrdieß nur die Absicht des Unterzeichneten war, die einfachsten Daten über die Missionen hier mitzutheilen, so enthielt er sich gänzlich, solche näher zu berühren, kann indeß doch nicht umhin, eine Begebenheit kurz zu erwähnen, welche anderswo nicht berichtet werden tonnte, da sie zu speciell war, und dic doch ein so^ kräf^ tigcs Zeugniß ist für die ganz besondere übernatürliche Gewalt, welche eine Mission über die Menschen ausübt. In einer der genannten Pfarreien machte der Pfarrer die Missionäre' auf einen jun en Menschen aufm rksam, weicher einen besondern Haß gegen ihn hegte, so daß cr^ ihm schon mehrmals mit dem Tode gedroht hatte; „viescr", bemerkte der Pfarrer, „würde sich gewiß nicht bekehren." Und sich! doch geschah gerade das Gegentheil. Dieser junge Mensch erlangte in rer Mission eine solche Erkenntniß seines Unrechtes m-d wurde so heftig erschüttert, daß er sich aufrichtig bekehrte und den Pfarrer vor mehreren Geistlichen im Pfarrhofe «M Verzeihung bat, dic ihm dieser unter Thränen ertheilte. Wenn man diese zwanzig Missionen diöcescnweise zusammenstellt, so ergibt sich, daß vierzehn derselben in der ErMcese Münchcn-Frcysing, drei in der Diöccse Regensburg, drei aber in der Diöcese Paßau gehalten wurden. Dic Zahl der Seelen, denen in diesen zwanzig Pfarreien die Missionen gehalten wurden, beträgt 29,215; stellt man indeß die dicßjährige und vorjährige Uebersicht zusammen, so zeigt sich, daß in ganz Bayern bereits dreißig Missionen gehalten wurden: einundzwanzig in der Erzdiöcese München - Frcysing, fünf in der Diöcese Paßau, und vier in der Diöcese Regensburg — oder einundzwanzig in Oberbayern, acht in Nicderbaycrn, und eine in der Obcrpfalz; die Seelenzahl aber in diesen dreißig Missionen beträgt ^2,651. Zum Schlüsse glaubt der Unterzeichnete noch zwei Bemerkungen, namentlich für jene Hochwürdigc Herren Pfarrer beifügen zu müssen, die entweder die Absicht haben, eine Mission haltcn zu lassen, oder vie sich bereits an den Unterzeichneten um Abhaltung einer solchen gewendet haben. Vorerst theilt derselbe mit, daß Seine Majestät der König in Folge höchster Entschließung vom 2. September 1844 die Bornabme geistlicher Missionen durch die Patres Ncdemptvristcn von Altötting in Pfarrsprengeln innerhalb der Regierungsbezirke der Obcrpfalz und von Regensburg, dann von Schwaben und Ncuburg, wenn sie von dem Hochwürdigsten Herrn Vischose oder von den resp. Pfarrvorständen hiezu berufen werden, allergnädigst zu bewilligen geruht haben. Zweitens bemerkt der Unterzeichnete, daß, obgleich die Zahl der Missionäre sich seit einem Jahre bedeutend vermehrt hat, dennoch die Menge der verlangten Missionen zu groß ist — bis jetzt sind 50 Ansuchungcn aus verschiedenen Theilen Bayerns bei dem Unterzeichneten eingelaufen — als daß dieselben vor anderthalb Jahren alle erledigt werden könnten. Er bittet deßhalb die Hoch- würdigen Herren Pfarrer, die sich bereits an ihn gewendet haben, gefälligst abwarten zu wollen, bis er mit ihnen die nechern Einleitungen zu den bei ihnen abzuhaltenden Misstonen treffen könne und überzeugt zu seyn, daß jedes derartige Gesuch möglichst nach der Ordnung der Eingabe erledigt werden wird. P. Bruch mann, Ncctor der Versammlung des Allcrheiligsten Erlösers. Italien. Schon lange wurde daran gearbeitet die Krankenpflege