H .^»s- ° Bei/., r Augsburger Erste Jahreshälfte. M? ÄS. * Zeichen der Zeit. Von Cöllen an dem Rhcine Eine Sage gehet laut: Es habe mit neuem Steine Der Dom sich angebaut. Ja, ja! das ragt und strebet Zum Himmel fort und fort. So Könige! regt und lebet Ein deutsches Königswort. Hört nur, wie im Gesteine Das „Weide!" pocht und pulst! So schafft das Wort, das Eine, — Nicht ciller Rede Schwulst. Dem fürstlichen Beginnen Hat sich das Land gesellt: Zum Gold der Königinnen Des Bürgers Gabe fällt. Aufopfernd trägt die Spenden Dcr Thürme Dreialtar Hinauf, wo das Vollenden Noch stehet immerdar. WaS hier die Herzen einte, Die sonst der Glaube schied, — Ein Traum, der sich versteinte, Ein Traum ist's und ein Lied! Ein Traum, in Stein geschrieben, Von deutscher Einigkeit! „Ein Glauben und ein Lieben!" Das Ammenlied der Zeit. Doch Jahre, viclgcraumc, Muß erst die Schrist crgrau'n, Bis vcrbemcldi im Traume Sich einst die Zeiten schau'n; Poftzeitung. SS. Juni 1845« Bis einst nicht mehr zur Lüge Des Liedes Stimme wird, Daß sich doch endlich füge Eine Heerde und Ein Hirt! Trier und Cöln. Auf und ab am RheincSstrom Klingt es tief und helle, Zwiesprach' hält von Cöln der Dom Mit dem Braus der Welle, Ja, der Rhein, er jubelt laut Auf in seiner Kläre, Seit die Mosel ihm vertraut Neue Wundcrmähre. Kunde geht von Ort zu Ort, Glockengrüßc schallen, Pilger siehst du sort und fort Nach dem Dome wallen, Wo mit Wchmulh sie und Dank Das Gewand erfüllet, Das des heil'gen Blutes trank, Und den Herrn gehüllet. — Gottes Wort ist im Gemüth Recht zum Frühling worden, Wunderblumen sind erblüht An des Altar's Borden. Merk'! es weht ein Gotteshauch Sichtend durch's Gcsilde, Blühen muß der edle Strauch Dorren muß dcr wilde. 1843. ______ Hier ergießt der alte Quell Labender die Fluthen, Fließt so klar, so himmelhell In der Sonne Gluthen: Dort, von heißem Durst geplagt, Nennt ein Volk, ein krankes, Pfützen, die der Tag gebracht, Quellen sr scheu Trankes! Blumen welken am Felsenrand, Burgen, deren Zinnen Mit der Dichtung Lichtgewand Mondlich sich umspinnen: Doch, indeß dem Zeitensturm Trümmernd sie sich neigen: Heb, sich Halle, hebt sich Thurm, Gott geweiht zu eigen. Bischöfe, die legen Grund Mit Gebet und Segen, Und im Bolke gibt sich kund Folgcsroh Bewegen. So am reinen MaubenSstrom Bauen fromme, schlichte Pilger einen geist'gen Dom In die Weltgeschichte! Noch zu serner Kunde schallt Einst sein festlich Läuten: Wer da mit gen Trier gewallt, Wird'S den Enkeln deuten, Wie auf leisen GviteSruf Sich da« Volk erhoben, Wie es diesen Tempel schuf Trotz der Feinde Toben. Zwar der Bauplan ist nicht seit Heute erst ersonnen: Nein! die gute alte Zeit Hat ihn schon begonnen: Aber jetzt, wo Fehde dräut, Jetzt ihn weiter bauen, In der glaubenSavmen Zeit — Macht den Bösen Grauen. Daß ihr Haß zur Flamme stieg: Eben das beweist es, Unser Bauwerk sey der Sieg Eines bessern Geistes. Doch wer stillt der Frevler Mund, Die ren Bauherrn') sckmähten, Auf der Kirche heil geu Grund Spott und Lüge säete»; ') Bischof Arnoldi, Sage, fahrlcS streuten sie Ihren gift'gen Samen! Sage, diesen Spöttern lieh Deutschland Schutz und Namen! — Ach was steht zu Cöln am Rhein Riesengroß geschrieben? Ist vergessen schon das: „Ein Glauben nur und Lieben!"? — Volk der Einen Kirche Du! Bau' am deutschen Horte, Ungeirret baue zu, Bau' hinein die Worte, Daß die Brüder, glaubensgleich, Einst am Eingang lesen, Was der Kirche liebcreich Losungswort gewesen! Doch — an diese Friedensschrift Muß ich Zeichen reihen, Die des Unrechts, so Dich trifft, Dein Jahrhundert zeihen. Mit dem Griffel, spitz und scharf, Grab' ich ein — die Schande, Daß Dein Glaube nicht pilgern darf Frei durch alle Lanve! Carl Thuina. Die Oblaten der allerseligsteit und unbefleckten Jungfrau Maria. In dem Maaße, als das Felv der Missionen ausgedehnter und fruchtbarer wird, beruft der Herr auch mehr Arbeiter in dasselbe. Er erweckt nicht nur einzelne Apostel zu diesem göttlichen Amte, sondern ruft auch ganz neue Kongregationen in's Leben, deren Gesammtthätigkeit allgemeine Bedürfnisse besser befriedigen kann. Unter diesen neuen Institutionen tritt eine jetzt zum erstenmale in die Missionsgeschichtc ein und Wir müssen ihre Entstehung zuerst erzählen, ehe wir von ihren Arbeiten Rechenschaft ablegen können. Die Gesellschaft der Oblaten der allerseligstcn Jungfrau (Odlats <1e Narie immaeuleo) wurde im mittäglichen Frankreich von Monsignore de Mazenod, gegenwärtig Bischof von Marseille, gegründet und besteht schon länger als achtzehn Jahre. Sie beschränkte Anfangs ihre Thätigkeit auf den Ort ihres Entstehens; als aber im Jahre 1841 Monsignor Bourget, Bischof von Montreal in Canada, in Angelegenheiten seiner Diöcesc, namentlich um Missionäre für dieselbe zu gewinnen, nach Europa kam, bat er den Hochwürdiasten Bischof von Marseille ihm eine Kolonie seiner Priester, die Oblaten Maria zu überlassen. Dem würdigen Prälaten, dem die Kirche von Canada schon so viel verdankt, wurde sein frommer Wunsch gewährt und es ward ihm der Trost zu Theil, daß er diese neuen Mitarbeiter in seine Diöcesc einführen konnte. Nachdem ihr Haus nach der Regel geordnet war, begannen sie sogleich ihre apostolischen Arbeiten, die der Herr überall mit reichlichem Segen begleitete. Die Oblaten der allerseligsten Jungfrau in Canada sind im Augenblick neunzehn Personen stark, unter welchen sich fünfzehn Missionare, welche die Gelübde abgelegt, und Vier Novizen befinden. Sie haben drei Häuser. Das erste, zu Longueil, wo der Generalvisitator residirt und das No- viciat sich befindet, ist besonders mit der Seelsorgc der Town- Ships beauftragt. Man bezeichnet mit diesem Namen die an den Gränzen von Canada und den Vereinigten Staaten zerstreut liegenden Niederlassungen, die, weil die Bevölkerung nicht zahlreich genug ist, zu Pfarreien mit einem ständig dort resivircndcn Priester nicht erhoben werden können. Es ist klar, daß die religiösen Bedürfnisse dieses stiefmütterlich bevachtcn Theiles der Hecrde eine besondere Pflege erfordern. Eine andere Genossenschaft von Oblaten Maria, die Mon- signor Signay in die Diöcese Quebcck berufen, ist in den nordöstlichen Theil des Saguenay, an die Ufer des Stromes, welcher diesen Namen trägt, verpflanzt worden. Außer den Missionen für die katholischen Pfarreien beschäftigen sich die Bäter dieser Station damit, den Wilden das Evangelium zu predigen, von denen immer noch einige Stämme an den Quellen des St. Mau- rice und Saguenay, so wie an den Ufern des Montmorency wohnen. Weiter gegen Norden, nach dem 52. Breitengrade zu, gibt es noch PapinachoiS-Jndianer, zwischen den Seen Amnitchta- gcm, Pcipimouagan und Pirretibi. Auf den rechten Ufern des St. Lorenzo, nach dem östlichen Theile von Nieder-Canada hin, sind noch die Ucberreste der MisinakS oder Gaspcsier, die früher sehr zahlreich und wegen ihrer vorangeschrittencn Civilisation bemerkenswert!) waren. Die Trümmer dieser verschiedenen noch im Heidenthume lebenden Völker wurden seit mehreren Jahren von den Mitgliedern der Kongregation von St.. Sulpice und anderen canadischen Priestern besucht, deren Eifer wirklich mit sehr schönen Erfolgen gekrönt wurde, ja mehreren ward sogar, nachdem sie dem Herrn viele Seelen gewonnen, der gewöhnliche Lohn der Hingebung zu Theil, — als Opfer ihrer Liebe unterlagen sie den Beschwerden eines so schwierigen Amtes. Gegenwärtig besorgen die Oblaten der allerseligsten Jungfrau alle diese Missionen und einige der Väter müssen jedes Jahr alle die verschiedenen Posten besuchen, wo die Indianer sich versammeln, theils um sie dem Christenthum- zuzuführen, theils um jenen, welche schon Christen sind, den Trost der Religion zu spenden. Nimmt später die Anzahl der Missionäre zu, so werden sie ihre Wanderungen bis nach Labrador und zu den EsquimoS ausdehnen, die zum Theile noch dem Götzendienste huldigen. Das dritte HauS der Oblaten Maria ist zu Bytown, Diöcese Kingston in Ober-Canada. Die Mitglieder dieser Genossenschaft sind wie jene von Montreal dazu bestimmt ihre MissionS- thätigkeit den schon bestehenden Pfarreien zu widmen und der im Innern des Landes zerstreuten katholischen Bevölkerung das Evangelium zu predigen. Tausende von Holzhauern, die seither sechs Monate im Jahre in den Wäldern zerstreut waren, um dort das Schiffsbauholz zu fällen, und in religiöser Beziehung sich in vollkommener Verlassenheit befanden, können jetzt leicht an all' den geistigen Tröstungen Theil nehmen, welche Liebe und Eifer zu vermehren wissen, sobald eS um das Heil der Seelen sich handelt. Den Vätern deö HauseS von Bytown sind außerdem noch die Algoncmins und Abbitibbes anvertraut, zwei Jndianerstümme im nordwestlichen Theile von Canada zwischen dem 50. und 52. Breitengrade. Früher zahlreich, sind diese Stämme jetzt sehr herabgekommen, denn nachdem die vielen Kriege, welche sie theils unter sich, theils gegen die Weißen geführt, sie schon gegen Ende des vorigen Jahrhunderes sehr gelichtet, hat seitdem die stets anwachsende europäische Emigration sie in die Wälder getrieben, wo die Mehrzahl derselben vor Hunger und Elend umgekommen ist. Auch der hochwürdigste apostolische Vicar der Hudsonsbay verlangt Oblaten für seine ungeheuere Diöcese und sie werden dort ihre Thätigkeit im Laufe dieses Sommers beginnen. In diesem Lande, das fast so groß ist wie ganz Europa und sich vom 7t). bis zum 142. Grade westlicher Länge und vom 48. bis zum 68. Grade nördlicher Breite, d. h. einerseits von den westlichen Gränzen Labradors bis über die Felscngebirge nach dem stillen Ocean hin, und andererseits von dem oberen See und den Gränzen der Vereinigten Staaten bis zum Eismeere erstreckt, sinv nur fünf Priester, deren ganzes, von einer Bevölkerung von ungefähr ZWO Katholiken vielfach in Anspruch genommenes Leben kaum dazu ausreicht die verschiedenen Posten der englischen Compagnie zu besuchen. Allerdings haben diese Priester bei all' ihrem Eifer bis jetzt nur hie und da den guten Samen ausgestreut in jenen ungeheueren Länderstrecken, wo die meisten Jndianerstämme ihre Unabhängigkeit noch bewahrt haben. Allein bald werden sie ihren festen Wohnsitz aufschlagen unter jenen fast noch unbekannten Völkern, die nach den Gegenden, welche sie bewohnen, verschiedene Namen führen und alle geneigt scheinen die Diener des Evangeliums mit offenen Armen aufzunehmen. (Katholik.) Aus dem heiligen Lande. Ausflug von Betlchem zur Wüste von Engaddi. Betrachtungen beim Anblick des todten Meeres. Das Dorf der Hirten. Nach dem Tagebuche von I. G. Priester der Diöcese Münster. Vetlehem, 24. April 1844. 77 Gleich nach dem Mittagessen ritten wir, unser drei Deutsche, vom Kloster ab. Das Ziel unseres Ausflugs war Davids einstmalige Zufluchtsstätte, die Wüste von Engaddi. Als Begleiter gingen mit unö zwei Betlehemitcn, auf deren Treue und Redlichkeit wir rechnen durften. Es war der Sohn des uns unvergeßlich gewordenen Commandari, des ersten Bürgers der Stadt. Wir nannten ihn gewöhnlich den kleinen David; der rechte Name aber des guten und wackeren Knaben war Antonio. Da er in der Franciscancr- oder katholischen Schule seinen Unterricht genossen hatte, so war es in der Ordnung, daß er wie überhaupt die katholischen Araber sehr gut italienisch sprechen konnte, obgleich es mitunter recht naive Ausdrücke absetzte. Der andere Begleiter, den der Vater des Knaben zu noch größerer Sicherheit mitgehen ließ, war ein alter Araber, der aber keine Sylbe italienisch verstand, wohl aber, weil er sich zur griechischen Kirche hielt, einige Worte Griechisch redete. Dieser Alte der in seiner Tracht und seinem Weißen Barte wirklich etwas Ehnurchtgcbictcndcö an sich hatte — er erinnerte uns an den heil. Joseph — sollte, im Falle sich uns Beduinen nähern würden, das Wort für unS nehmen. So ritten wir also, mit einigem Proviant versehen, den uns die guten Mönche von Betlchem als Nachmittagbrod mitgaben, ab und kamen bald am Felde der Hirten vorbei zum flachanlaufcnden Gebirge hinauf. Das F.ld der Hirten! wer könnte es passiren, ohne an das Aloria in exeeisis zu denken, was hier zum Erstenmale von EngclSstimmcn erArmz! Nnwürdigcrweffe hatten auch wir diesen hehren Hymnus. »Ze ihn die Kirche je nach den verschiedenen Festen in der heil. Messe balv feierlich, bald minder feierlich ertönen läßt, in der Nähe dieses Feldes angestimmt, und selig im Glücke, ihn an diesem Orte singen zu könncn, mehrmals wiederholt, bis wir fast die Hälfte des Gebirges erreicht hatten. So kahl und steinig die '-öcrge dahier auch seyn mögen, einige Kräuter unv — Schade, daß wir keine Botaniker waren — vielleicht manche nützliche und heilsame bringen sie doch hervor. Es ist als habe von der Fruchtbarkeit des Bodens, der einstens, wie die heil. Schrift sagt, von Milch und Honig floß, noch eine letzte Spur übrig bleiben sollen; denn alle diese Pflanzchcn und Kräuter, so verschiedenartig sie auch seyn mögen, alle geben sie einen mehr oder minder angenehmen, aromatischen Duft von sich, so daß man in den üppigsten Blumengarten versetzt zu seyn glauben würde — und ein Blinder würde eS sich nicht ausreden lassen, — wenn nicht die von aller Erde entblößten Felsen rund herum dem getäuschten Auge nur zu sehr eine öde Wüste darböten. In den Thälern links und rechts sieht man allerdings auch noch fruchtbares, von Beduinen angebautes Land. Auch mehrere Be- duinenlagcr sieht man hie und da in den Ebenen scstgestcckt. Wie schwarze Milben, die sich zu einem Häuflein zusammen gefunden hab>n, liegen sie da, die von Rauch schwarz und gelb gewordenen Zelte. In der Nähe weidet gewöhnlich eine Hcerde langohriger Schafe, und das Gebell dcö HurdcS vom Lager ciuö läßt merken, daß auch dort lebende Wesen sind. Was jedoch die armen Bewohner dieser bcduinischen Lager betrifft, so soll man in Zeiten, wo der Boden die nöthige Nahrung nicht versagt, vor diesen Beduinen wenig zu fürchten haben. Sie stehen schon im größeren Verkehre mit der Stadt, und sind ungefähr das waS bei uns die Bauern. — Zur Rechten jenseits des Thales schauten wir den himmelan sich erhebenden kegelförmigen Frankcnberg, zu dessen Füßen das Hirtcndvrflcin Thecua liegt, der Geburtsort des Pro- vhcicn Amos dcö Hirten von Thecua (vergleiche AmoS I.) Was jenen Frankcnberg betrifft, so ist er eine zum Theil künstliche Erhöhung auf dem Rücken des Gebirges, von den Kreuzfahrern, die wie auch jetzt noch alle Europäer von den Orientalen Franken genannt werde», als letzte Zufluchtsstätte benutzt, um sich vor den das Land überschwemmenden Saracenen zu retten. Ucbcrbleibsel eines Forts sollen noch vorhanden seyn. Nachdem wir endlich nach etwa 2 und ^ stündigem Ritt den Rücken des Berges erreicht hatten, bot sich uns ein überraschender Anblick dar. Das todte Meer lag dem Anscheine nach keine Stunde entfernt vor uns zu unseren Füßen. Doch man täuscht sich sehr. Die erst nach und nach sich abflachenden, kreuz und aucr herumführenden Gebirge lassen wenigstens noch 3 Stunden auf und ab steigen, ehe man das Ufer des Meeres erreichen kann. Doch dem seh, wie ihm wolle, es lag vor uns das Welt bekannte Meer, die schlimmberüchtigte Gegend von Sodom, wir sahen ans sie hinab, ohne des fast beständig darüber hängenden Nebels wegen das Ende desselben mit den Augen erreichen zu könncn. Wir vergaßen Engaddi, stiegen ab von unseren Thieren, setzten uns nieder und öffneten die Schritt. Daß wir das Glück haben sollten, bei einer anderen Ercursion das stille Ufer dieses SalzmccrcS zu erreichen, seine verbrannten schwarzen Steine zu schauen, von seinem Pcchharz ein Stück als Andenken mit in die Hcimath zu bringen, daß wir das jedem Sünder zu wünschende Gluck baden sollten, dahier mit der Natur die Folgen des Lasters und der Sünde zu schauen und zu beweinen, wie Hütten wir das erwarten dürfen, da man uns ja diese Gegend als so gar gefährlich geschildert hatte. Das war also einstens jene Gegend um den Jordan, die da war wie das Paradies der Erde, und wie Egvvten; das die Gegend, die sich Loth erwählte, als der friedliebende Abraham ihm die Wahl gelassen hatte, zur Linken oder zur Rechten zu ziehen. Lieber, so glaubten wir Abraham reden zu hören, laß keinen Zank seyn zwischen mir und dir, und zwischen meinen Hirten und deinen Hirten! denn wir sind Brüder. Siehe, das ganze Land ist vor dir, ich bitte scheide von mir; gehest du ,ur Linken, so bleibe ich zur Rechten, willst du aber die Gegend zur Rechten wählen, so ziehe ich zur Linken, l^l. Mos. 13, 8.) Wir betrachteten Loth's Schicksal, der da bei allem zeitlichen Glücke dieses nebst seiner Seele verloren hätte, wenn Gott nicht an Abraham gedacht, und um dessen willen ihn erlöset hätte von dem schrecklichen Gerichte, was über die Bewohner jener Städte verhängt und vollzogen ward. (1. Mos. 19, 29.) Dort also war es, wohin eines Abends zwei Engel kamen als Loth eben am Thore der Stadt saß. Dort in Sodom war es, wo die Männer der Stadt vom Knaben bis zum Gr.is Loth's Haus, wo jene Jünglinge nach alter Sitte gastfreundschaftliche Einkehr genommen hatten, bestürmten, und seine Gäste herausforderten, um mit ihnen, den Unschuldigen, jenes die Menschheit entehrende, Völker- und staatcn- zerrüttcndc, nicht mit Unrecht auch heutzutage noch sodomitisch genannte Laster zu treiben. Schauderlich ist es, zu vernehmen: alle umgaben sie das Haus (s pusro usczuu sei senem,) und riefen: eciue illos live, ut cognosesmug eog. l^l.Mos. 19.) Wahrlich da mußte wohl das Maaß der Langmuth Gottes voll werden; an den Engeln des Herrn selber wollten sie sich vergreisen, an Fremdlingen, an Gästen, denen doch die alte und ehrwürdige Sitte Achtung und Schutz angedcihcn ließ! Doch wie alles eigene Ehrgefühl, so war auch alles Rcchtsgefühl in Folge ihrer viehischen Lüste längst erstickt. Kein Zureden Loth's half, das vor Leidenschaft entbrannte Volk drang immer näher, die Thüren des Hauses wollte man erbrechen. Da streckten die Männer, die im Auftrage Gottes hinübergckommencn Engel, ihre Hände hinaus und Alle, die draußen waren, wurden mit Blindheit geschlagen, vom Kleinsten bis zum Größten, so daß sie die Thüre nicht finden konnten, dann offenbarten sie den Zweck ihrer Reise. Alle die dein sind, so sprachen sie zu Loth, führe aus dieser Stadt; denn wir wollen diesen Ort vertilgen, weil sein Geschrei groß geworden ist vor dem Herrn, der uns gesandt hat, ihn zu verderben. Also noch eine Nacht blieben sie verschont, jene ungerechten, in den tiefsten Abgrund von Unsittlichkeit versunkenen Menschen, sie die da verdient hatten, auf der Stelle in die tiefsten Tiefen der Erde zu versinken, sie blieben noch einige Stunden verschont. — (Schluß folgt.) Schweiz. Frciburg, 4. Juni. Letzten Sonntag wurden in der Kirche !zu Unser Lieben Frau die von dem Jesuiten P. Morel eingeführten !Maricnandachten, welche den ganzen Maimonat dauerten, mit einer !auf den Sieg der Luzerner bezüglichen Predigt des Bischofs unter ! ungeheurem Zudrang des andächtigen Volkes beschlossen. Eben > dieser von der Vorsehung geschenkte Sieg wurde auf bischöfliche i Anordnung auch in den katholischen Kirchen der Kantone Waadt, iNcucnburg und Genf gefeiert. Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen. Verlags-Jnhab-r: F. C. Kr einer.