? » ^^»gs - Mei/., der UttgsbttVgev Iweite Jahreshälfte. »«. Poftzeitttng. S7. Juli 1845. Leben des seligen Petrus Canisius, Priesters der Gesellschaft Jesu. (Fortsetzung.) Canisius kam an das Hoflager des Kaisers und flehte im Namcn der kölnischen Universität, der Stadt und der ganzen Geistlichkeit die Hilfe des Monarchen sür Köln an. Scinc Worte fanden Gehör und er kehrte mit der frohen Botschaft nach Köln zurück, daß der Kaiser die nöthige Hilfe versprochen habe. Wirklich traf den Erzbischof nicht lange nachher der Bannstiahl. Adolph von Schauenburg folgte ihm in der bischöflichen Würde. Am Hoflagcr des Kaisers war es, wo Otho, Cardinal und Truchscß, Bischof von Augsburg, unsern CanisiuS in seiner ganzen Vortrefflichkcit kennen lernte und durchschaute. Er bestimmte ihn für das Concilium von Tricnt. Bereits war der große Theolog JasuS auf Otho'S Betrieb dorthin abgegangen. Canisius reisetc in einem Alter von 26 Jahren zum Concilium von Tnent, obwohl Köln ihn ungern gehen ließ und Stadt sowohl als Universität bei dem General des Ordens, dem heil. Jgnatius, sich um ihn verwandten. CanisiuS glänzte bald als junger Mann unter den ergrauten Kirchenfllrstcn der Versammlung und gab nicht nur mit andern Theologen scinc Meinung, sondern faßte auch das, was andere sammelten, in cine eben so schöne als kräftige Sprache. Der heil. Kirchcnrath wurde auf einige Zeit unterbrochen. Inzwischen halte ihn der heilige Jgnatius nach Rom berufen. Canisius wurde vom Papste mit allen Zeichen der Liebe und des Wohlwollens empfangen. An der Seite des heil. Jgnatius athmete CanisiuS unter den Uebungen der Demuth und des Gehorsams, die einzig große Geister auf dem Gebiete der Kirche gebildet haben, ein apostolisches Leben in reicherem Maaße. Nach fünf Monaten sandte der heil. Jgnatius ihn nach Messina in Sicilicn, wo Johannes Vega, der königliche Statthalter, das erste Kollegium der Gesellschaft Jesu gestiftet hatte. Hier wurde Canisius zum Lehrer der Rhetorik verordnet. Er, der kurz vorher in heiliger Versammlung unter den ersten Gotteö- gelchrten der ganzen Welt seine Meinung gab und die Meinung Anderer in das treffendste Wort faßte, arbeitet in demüthigstem Gehorsam als Lehrer der Jünglinge. Wenn je einer im Geiste seines Ordens, in Demuth und Gehorsam wirkte, so war es der ! ehrwürdige Canisius. Die Seele seines Lebens, Demuth und ! Gehorsam, fand man nach seinem Tode auf einem Blatte geschrieben: „Ich gelobe heilig und ohne Ausnahme, daß ich niemals trachten will, daß wir meiner Bequemlichkeit wegen irgend ein Amt oder Ort angewiesen werde. Diese Sorge und Gewalt, mit mir umzugehen, und sowohl meinen Leib als meine Seele zu regieren, überlasse ich ganz und gar meinem Vater in Christo und vorgesetztem General Jgnatius, dessen Gutbcsindcn ich mein Urtheil und mcincn Willen ganz unterwerfe, demüthig opfere und vertrauensvoll übergebe. Im Jahre Christi 1548 den 5. Februar. Petrus CanisiuS von Nymwcgcn." Mittlerweile hatte der erlauchte Herzog in Bayern Wilhelm IV., der den Glauben und die Kirche so mächtig schützte, Canisius vom heil. JgnatinS für Bayern sich erbeten. Canisius eilte auf Befehl des Vaters JgnatiuS nach Bayern und richtete sofort seinen Blick auf die Universität. Jngolstadt lag darnieder. In Verbindung mit JajuS und Salmcor erhob er die Universität bald wieder zn ihrem frühern Glänze. Canisius lehrte nicht nur die Wissenschaft, sondern er begann auch in deutscher Sprache zu predigen. Mächtig strömte sein Wort. Die größte Kirche war für die Menge der Zuhörer zu klein. Ja, er trug die Botschaft des Heils auch in die Gefängnisse, Spitäler und in die Hütten der Armen. Seine Bemühung ward gekrönt; balv wählte man ihn einstimmig zum Nector Magnificus der Universität. Dadurch hatte sein Einfluß gewonnen, und er verwandte nun seinen ganzen Einfluß und alle seine Kräfte darauf, die Gebrechen der Universität, und namentlich die Wunden, welche bereits die Irrlehre ihr geschlagen, zu heilen. CanisiuS wachte, wie ein sorgsamer Hausvater, über sein Haus. Vor Allem räumte er jene Bücher aus dem Wege, die heimlich das Gift der Irrlehre und des Lasters in die Herzen trugen. Mit dem akademischen Senate herzlich und innig vereinigt wirkte er strenge gegen alle Laster und Ungezogenheiten. Nnr die Unverbesserlichen entfernte er, andere strafte er mit Weisheit und Milde. Junge Gemüther suchte er sür Frömmigkeit und Tugend zu gewinnen. Zu dem Ende eröffnete er cine Privatschule in seinem Hause und suchte durch freundliche Gespräche nicht so den Verstand, als das Gemüth katholisch zu bilden, gegen die herrschenden Zeitübel zu warnen, zur wahren Weisheit zu ermähnen. Es lag ihm Alles daran, tüchtige Arbeiter für den Weinberg des Herrn zu gewinnen; darum wußte er junge Männer, die reich an Talenten, aber arm an Gütern waren, aus der Menge herauszufinden, sammelte für sie die nöthigen Geldmittel und unterstützte sie durch seinen Unterricht. Sein Wirken umfaßte jedoch nicht bloß die Universität, sein großer Geist durchdrang und erschaute schnell alle Verhältnisse und so blieben ihm auch die großen Uebel, an welchen ganz Ingolstadt krankte, nicht verborgen. Unter dem Volke waren mannichsachc Mißbräuche cingerissm und üble Sitten und Gewohnheiten aus dem Aberglauben und dem Mangel an gründlichem Unterricht erwachsen. Canisins durchschaute das Uebel, und unterließ nicht, alle Mittel anzuwenden, welche Liebe, Klugheit und ächt christliche Weisheit ihm eingaben, um dem Nolkc die entschiedene Richtung auf das Wahre und Gute wieder zu geben. Bor Allem mangelte es am Gebete, diesem eigentlichen Pnlsschlage des geistigen und geistlichen Lebens, woran man den gesunden und kranken Gemütszustand der Menschen und der Völker leicht erkennt. Die Leute schämten sich des Gebetes. Canisius begegnete dem Uebel. Er belehrte das Volk über das Wesen des Gebetes, lehrte die einfachste und leichteste Art zu beten und weil überall zu dem Worte das Beispiel hinzukommen muß, so ging er selbst umher, fiel auf die Kniee nieder und betete ihnen vor. Er wählte Jünglinge aus, die den Geist der Andacht hatten, und ließ sie in der Kirche voibet.n. Die Leute, aus Mangel an Unterricht, durch elende Schriften und schlechte Beispiele irregeführt und lau gemacht, vernachlässigten den Gottesdienst, begnügten sich mit der Hülste vcr heil. Messe oder gingen gar nicht hin, CanisiuS belehrte das Volk über das erhabene Geheimniß des heiligsten Opfers, unterrichtete bei Tag und bei Nacht, ermunterte, ermähnte, tröstete, belehrte, bekehrte, betete, reinigte, schmückte die Kirchen, stellte den Gottesdienst in würdevoller, katholischer Feier wieder her — und siehe, ein neuer Geist dlN'chwchte Ingolstadt und die ganze Umgegend, mau strömte zu den Kirchen und Altären, man ward froh und freudig, reich und glücklich wieder im Glauben und in der Tugend. Das Geld, welches ihm als Ncctor zufiel, nahm er niemals an. Die Akademie wählte ihn zum Prokanzler und Herzog Albert trug ihm durch ein ausdrückliches Schreiben diese Stelle an. Doch CanisiuS verschmähte den Glanz hoher Stellen; auch wollte er sich nicht dnrch diese Stelle an einen festen Ort binvcn, sondern gehen, wohin ihn die Noth und der Gehorsam gegen seinen heil. Batcr Jgnatius rief. Und wirklich rief ihn ganz Deutschland. So luv ihn Julius Pflug, Bischof von Naumburg, ein; so die Domherren zu Straßburg, so begehrten ihn die Bischöfe von Frcising und Eichstädt für das wicdercrösfnete Concilium zu Trient. Doch Herzog Albert wollte ihn aus Bayern nicht entlassen. Endlich ward Canisius von dem Schwiegervater des Herzogs Albert, dem römischen Könige Fcrvinand, nach Wien berufen und er folgte den Befehlen des Papstes und des heil. Jgna- tius. Im März des Jahres 1552 ging er von Ingolstadt nach Wien. Ein glänzendes Zeugniß begleitete ihn. In Wien eröffnete sich für die Thätigkeit des großen Mannes ein neues, weites Feld. Überall Bcrdcrbniß in Erkenntniß und Sitten und zwar nicht nur im gemeinen Volke, sondern auch im Klerus, in Klöstern, in Schulen, in allen Ständen, überall die Rcchtgläubigkcit durch den Irrthum wie verdrängt! Unter Zwanzig gab es kaum Einen wahren Katholiken. Die Seelen- Hirten in Dörfern und Städten waren meistens Miethlinge, ohne Bildung, ohne sittlichen Wandel. Die Geheimnisse der Religion wurden vernachlässiget oder verachtet. Ein betrübender Anblick für die Seele eines CanisiuS! — Vor Allem zuerst wandte er sich im . Gebete zu Gott und bat auch den heil. Jgnatius, durch sein Gerbet den Herrn zu versöhnen. Der hl. Jgnatiuö erließ an sämmtliche Mitglieder der Gesellschaft Jesu die Aufforderung, monatlich ^Einmal zur Ausrottung ter Irrthümer das heilige Opfer darzubringen. So durch Gebet und durch festes Vertrauen auf Gott gestärkt begann CanisiuS sein Wirken in der großen Hauptstadt. Älle, welche einen akademischen Grad zu erlangen suchten, wurden strenge geprüft. Er schärfte Wachsamkeit und Sorgfalt ein, damit nur ausgezeichnete Männer, welche gründliche Wissenschaft mit wahrer Frömmigkeit verbanden, zum Lehramte ausgewählt wurden. ^Um für alle Zeiten tüchtige Männer zu bilden, rieth er, ein Seminar zu stiften; hier sollten fähige Jünglinge wahrhaft kirchlich erzogen werden. Um aber das Unkraut von dem Weizen zu ! scheiden, trat er öffentlich als heiliger Kämpfer gegen den Irrthum in die Schranken und bekämpfte die neue Lehre mit den Waffen des Wortes, welches ist das Schwert des Geistes, das in ihm durch Gebet und Wissenschaft geschärft war. Viele verstummten, viele entflohen, viele schwuren den Irrthum ab. Aus dem Unglauben und Irrglauben war das Laster als nächste und notl> wendige Folge entsprungen. CanisiuS bekämpfte durch die Predigt das Laster und bestrafte ungescheut die Fehler aller Stände. Nach dem Tode des berühmten Friedrich Ncuser ernannte ihn der Kaiser zum Hofprediger von Wien. Der Donner seines Wortes brachte den Irrthum zur Wahrheit, das Laster zur Tugend. Licle bekannten ihre Sünden und die heil. Beichtanstalt, welche von den Gegnern als Tortur verschrien war, wurde für Wien wiederum eine Quelle des Friedens und der Freude. Ja, er predigte nicht allein in Wien, sondern besuchte auch die Landgemeinden, wo Priester mangelten oder Miethlinge waren. Kaiser Ferdinand erkannte die außerordentlichen Verdienste des ManncS und wollte ihn, als der Bischof von Wien gestorben war, zu dessen Nachfolger einsetzen. Auch hätte der Papst gern den erleuchteten Priester zur Würde eines Bischofes erhoben, doch aus Demuth schlug CanisiuS die hohe Würde aus und bat den heil. Jgnatius, seiner Erhebung zu widersprechen. Der heil. Jgnatius that es, invcm er dem Oberhaupte der Kirche vorstellte, „daß es im Geiste der Gesellschaft Jesu liege, dem Ehrgeize zu steuern." (Fortsetzung folgt.) Die Grundsteinlegung zur St. Johannes-Kirche in Cincinnati, am Feste Maria Verkündigung 1845. Ueber diese in der Postzeitung schon kurz erwähnte Feierlichkeit berichtet der in Cincinnati erscheinende WahrheitS- frcund: Selten noch habe ich die Feder mit freudigerem Gefühle ergriffen, um eine Mittheilung über einen erlebten frohen Tag an Jemanden zu schreiben, als ich es heute thue, um mit wenigen Worten die Feier zu schildern, welche gestern in unserer „Königin deö Westens" statt gesunden: ich meine die Grundsteinlegung zur dritten deutschen katholischen Kirche in Cincinnati, welche unter Anrufung des heiligen Johannes des Taufers an der Grccn- Straße, zwischen der Race und Vine erbaut wird. Die seit mehreren Tagen anhaltende unangenehme kalte und stürmische Witterung machte unö nicht wenig besorgt, daß die auf den 25. März festgesetzte Feierlichkeit auf eine betrübende Weise g stört oder gar verschoben werden müßte. — Aber siehe, noch am Vorabende zum Kirchenfeste der St. Marien-Kirche legte sich der seit einiger Zeit herrschende Wcchsclwind, der Mond ging wie eine Rubinen-Scheibe auf, und die hell leuchtenden Sterne waren gute Boten eines schön darauf folgenden Tages. An diesem schönen Tage wurve denn Lormittags ein solennes Pontifical-Amt vom Hochwürvigsten Herrn Bischöfe ?ui-oell in der St. Marien-Kirche gehalten, wobei der Hvchwürdige Herr Fcrne- ding die Fest-Nede hielt. Die große geräumige Kirche war dabei zum Erdrücken angefüllt, wie dies; jeden Sonntag der Fall ist, und mehrere hundert Personen standen vor den Kirchen-Thüren, welche in dem inneren Raume keinen Platz mehr finden konnten. Nachmittags gegen 2 Uhr setzten sich die mancherlei Vereine der zwei deutschen katholischen Gemeinden in Bewegung, um von ihren bezüglichen Pfarr-Kirchen. aus sich zur Ordnung anzuschicken, in welcher die Proccssion von der St. Marien-Kirche aus nach dem neuen Kirchen-Platze gesuhlt werden sollte. — Etwas nach 3 Uhr fing der Festzug an. Voran nach alter Christen-Weise das hohe Processions-Kreuz mit einem prächtigen Crucifix-Bilde, welches man erst kürzlich aus Deutschland hatte kommen lassen. Darauf folgten paarweise die Schulkinder der zwei deutschen katholischen Schulen in einer fast endlosen Reihe (die St. Marien-Schule allein zählt über 500 Kinder und hat ein recht niedliches Pannicr); nach den Kindern kam der Klerus, dem das Pontifical-Kreuz mit mehreren Ministranten vorausging. Von den 16 Geistlichen, welche dem Hochwürdigstcn Bischöfe vorangingen, waren der Hochwürdige Herr I>. Lllst, 8.^., Ceremonien-Meister, die Herren ?. Vvi'IiL^cllZii, 8.^. u. 5. >Vc>oä Lau- tores. Nach dem Hochwürdigsten Bischöfe, der in kontilivalidus zum erstenmale in Procession durch die Straßen dieser Stadt zog, folgten die '1>>istl? Johannes darauf beziehen, und suchte auch das Vcrnunstgemäße der erhabenen symbolischen Ceremonien der katholischen Kirche, insbesondere bei der Weihe eines Ecksteines zu einem neuen GotteS-Hause bemerkbar zu machen. — Das ihm von der St. Marien-Kirche her zuleuchtcudc „Kreuz in der Höhe' flößte Herrn Hammer die Zuversicht ein, daß auch das Kreuz auf dem Thurm der St. „JohanncS-Kirche" bald zur Himmels-Wcite hinauf leuchten werde. Nach dieser Anrede stieg der Klerus von der Tribüne wieder herab, setzte die Einweihung der Grundmauern fort, und beschloß beim Grundstein selbst die Weihe desselben. Alle auf diese Weihe bestimmten Psalmen wurden feierlich gesungen, wobei die Hochm. Herr» f!!>ntore8 die Schönheit unserer Ritual-Gesänge unter Gottes freiem Himmel prciswürdig entfalteten, und so Manchen zum Mitsingen unwillkürlich hinzogen. Zuletzt sprach noch einige tief ergreifende Worte der Hochw. Pontificant selbst. -—- Die eben untergehende Sonne gab ihm Gelegenheit, ganz passend zu sagen, daß die Sonne in der katholischen Welt nicht untergehe u. f. w., und nachdem er es öfter wiederholt, daß alle die voran gegangenen Gebete und Gesänge und Feierlichkeiten nur zur größeren Glorie des höchsten Herrn verrichtet worden sind, schilderte er die Armseligkeit des Anfangs der katholischen Kirche in Cincinnati, und offenbarte seine Gcmüths- Bcwcgung, die er fühlte, als er l^der Hochwürdigstc Bischof) in der Proccssion bei dem Gottesacker in der Vine-Str. l^Ecke der Corporations-Linic) vorüberging, auf dem einst die erste katholische Capcllc von Cincinnati, eher einem Stalle ähnlich, gestanden, und dann auf Rollen in die Stadt, wo jetzt die St. Peters- Kathcdralc steht, geschoben wurde u. s. w., und sprach dann seinen Wunsch aus, daß aus dem Rückwege eine Station auf diesem Gottesacker, dem ersten katholischen Kirchen-Platze von Cincinnati, gehalten werden möchte. — Der Hochwürdigstc Bischof ertheilte dann den bischöflichen Segen der anwesenden unzählbaren Volks- Mengc und die Proccssion zog zur St. Marien-Kirche zurück. Die allen Anwesenden tief in die Seele gehende Station für die verstorbenen Vvrfahrer wurde unter Absingung des Psalmes vo ?ro- lunctis und der hiczu gehörenden Oration gehalten, und nun ging es ohne Verzug zur Kirche auf dieselbe Weise zurück, auf welche der Zug von derselben ausging. — Das Pscilmodircn wurve durch die Straßen bis zum Altare der St. Marien-Kirche fortgesetzt. — Der schön erleuchtete Hochaltar mit der dabei kuicendcn Pricster- Sckaar vor dem ausgesetzten Allcrhciligstcn Sacramcnte, die beiden Seiten-Altäre mit den kunstgerechten l^zum erstenmale an diesem Tage aufgestellten) Standbildern der seligsten Jungfrau und des heiligen Josephs inmitten frischer Zedern-Bäume, der Lichtglanz im Innern der Kirche bei hcrcingcbrochcner Nacht außerhalb derselben mußte die in den Tempel zurückgekehrten Gemeinden zum Doum lauclnmus hinreißen, welches in deutscher Sprache angestimmt wurde, sobalv der Segen mit dem Hochwürdigstc» Gute gegeben und somit der Festlichkeit des ganzen Tages das Siegel des Glaubens und der Liebe vollends aufgedrückt worden war, — eines Tages, den die meisten Katholiken von Cincinnati ohne Zweifel unter die schönsten ihres Lebens rechnen werden. » » « Als eine Randglosse möchte ich noch beifügen, daß bei der Feierlichkeit — die außerhalb der Kirche begangen wurde, — auch nicht die mindeste böswillige Störung vorfiel, was den «katholischen, anders denkenden Mitbürgern zur Ehre gereicht, welches die betheiligtcn Katholiken mit Dank anerkennen und sich freuen, in einer Stadt Nord-Amerika's zu leben, wo „Religions- Freiheit" kein leerer Schall, sondern ein gediegenes Manncs- Wort ist. Der Hochwürdigste apostolische Nuntius in Köln. Der Katholik berichtet darüber unter cmdcrm: Am 30. Juni gegen Abend mit dem Dampfboote der Kölnischen Gesellschaft hier angelangt wurde der Hochverehrte Gast durch die Equipage des Herrn Erzbischofs in das Erzbischöflichc Palais abgeholt und nach kurzer Ruhe schon ein Besuch der weltberühmten Kathedrale gemacht, welche auf Se. Excellenz den vortheilhaftesten Eindruck machte und dadurch die Veranlassung wiederholter B, suche in den Tagen der Anwesenheit wurde. Am 3. Juli erschien eine aus sieben Mitgliedern bestehende Deputation der Bürgerschaft — Beamten und Kaufleute — und überreichte in schöner Bewillkommungsrede eine zahlreich unterzeichnete Adresse, deren schöner Inhalt das Herz des Stellvertreters des heiligen Vaters tief rührte und auf welche der so festlich Bewillkommte in deutscher Sprache erwiderte. Die Erwiderung, deren reine und schöne Sprache, so schwer für den an weichere und wohlklingendere Formen gewöhnten Italiener, bewundert ward, verdient ihrer in angemessener Kürze enthaltenen Gediegenheit wegen eine weitere Verbreitung. „Die Stadt Köln," so lautete dieselbe, „hat sich immer durch ihren Eifer für die katholische Kirche, durch Verehrung und Ergebenheit gegen das Oberhaupt derselben ausgezeichnet. Die Gesinnungen, die Sie mir ausgesprochen haben, beweisen, daß Sie ihrer Vorfahren würdig sind; ich wünsche Ihnen Glllll dazu! Der heilige Vater wird sich darüber freuen und groß wird auch Seine Freude seyn zu vernehmen, daß Sie dem würdigsten Prälaten, dem die Verwaltung dieser Diöccsc anvertraut ist, von ganzem Herzen ergeben sind. Ich brauche nicht, meine Herren, von der väterlichen Liebe des heiligen Vaters zu Ihnen zu sprechen, da Sie bereits überzeugt sind, daß dieselbe die innigste, die zärtlichste ist: zum Zeugnisse dieser Seiner Liebe wird der heilige Vatcr den apostolischen Segen über Sie aussprcchen und der Segen des Stellvertreters Jesu Christi auf Erden wird ein Unterpfand seyn aller jener Tröstungen und Segnungen, womit Gott Sie und diese Stadt bereichern und erfüllen wird. Fahren Sie fort, meine Herren, auf diesem Wege der Wahrheit und des Heiles durch treue Erfüllung aller Ihrer religiösen und bürgerlichen Pflichten zu wandeln, damit Köln das alte, das katholische, das heilige Köln immer sey und bleibe!" Daß diese mit Wärme und apostolischer Salbung gesprochenen Worte von den biedern und warmkirchlichcn Kölnern mit Begeisterung und nachhaltiger Treue aufgenommen, bewahrt und in weiten Kreisen verbreitet wurden, brauche ich hier wohl nicht weiter zu sagen; nur möchte ich nicht unerwähnt lassen, daß dieser schöne, wohlthuende Eindruck bei dem darauf folgenden Diner, wozu nebst anderen Honoratioren und einzelnen Geistlichen der Stadt die Herren Deputirten von Sr. Erzbischöflichen Gnaden geladen waren, in der Nähe des ausgezeichneten Prälaten noch erhöht wurde. Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen. Verlags-Inhaber : F. C. Krem er.