H o ^^HS - Mei/,, der Attgsbttrgev Iweite Jahreshälfte. SS. Die heilige Communion. Auf de« Altare« Höhe« Da ruhet Gottes Sohn, Umglänzt von Edelsteinen, Auf golonem Königsthron! Und Schaarcn holder Engel, Mit Schwingen, blau und grün, Sie liegen da und schauen Und preisen ewig Ihn! Das sterblich Auge bräche Bor Seiner HerUichkeit, Driun wählte Seine Liebe Ein einfach Lilienkleid! Er ist der Herr der Welten, Denn Ihm entquoll ihr Seyn, Und Er löst' die Gefallnen Mit Seinem Blute ein! Uzd doch ruft Er: „O Seele, „Da unten tief im Thal! „Es sehnet mich, zu halten „Mit Dir das Hochzeitmahl! „Mach auf! Mach auf die Thüre „DeS kleinen Herzens Dein, „Mach auf, o Braut, und führe „Den Bräul'gam zu Dir ein!" Und unten tief im Thale Da steht das Hüttlein klein, Da wohnt die Menschenseele Gar dürftig und allein! Postzeittmg. August 5845. Sie trägt ein zartes Kleidchen Mit blülhenweißem Schein, Das wieder sie gewaschen Im Blut des Lammes rein! Ob des Gewandes Schimmer Ist sie erfreut gar sehr! — Da wallt der Ruf von Oben Zu ihrem Hüttchen her! — Es tönet süß und herrlich Wie Himmelsharmonicn! — Die Seele lauscht — und bebet — Und fasset nicht den S.nn! „Der König aller Wesen — „Mit mir — der Bettlerin! — „Weh mir! — Welch eine Täuschung „Verblendet meinen Sinn! — „Und doch! — die «w'ge Wahrheit „Ist's, di- hier zu mir spricht! — „Eher täuscht der Sonne Klarheit, „Eher täuscht d-r Sonne Licht!" — Da zuckt der Blitz des Glaubens Ihr durch die schwache Brust! — Sie rafft sich auf und fohlet Die reinste Himmelelust! — Sie Prüft nochmal ihr Kleidleia, Ob es auch lauter ganz, Und schmückt's mit Thränender!?» Von himmelreinem Glanz! — Dann ordnet sie noch sorgsam Ihr ganzes kleines Haus, Und z''crt's mit süßen WUnnen Und bunten Bänvcrn aus! Dann f.icher sie die Lampe Der Liebe lodernd an, Und schreitet so ^ur 'Ifortc Voll Seligkeit hinan! Sie öffnet — sie sinkt uicr>er! — Blickt zum Altarcsdom, U»d stammelt: Mein Erlöser! ?!nn komm! — Mein Jesu! Komm! — I. Sigbart. Aus dem Hirtenbriefe des hochwrirdigstcn Bischofes von Paderborn, Franz Drcppe r. Erlassen am 13, Inli 1845. Wie maiuiichfachc Wtchsclfällc und Veränderungen, wie manche Gefahren und unqünstigc Zcitvcrhältnissc bcdrohcten das altehrwür- digc BiSthum Padcrborn von der Zeit an, da der glaubensstarke Kaiser, Earl der Große, cS gründete, bis auf den heutigen Tag? Aber die gefahrdrohende» Stürme sind vorübergegangen, und der Weinberg des hl. LiboriuS, den die Rechte des Herrn gc^ pflanzt hat, besteht fort, ja ihm ist nach den überstcmdcnen Stürmen einer wechsclvollcn Vergangenheit eine Ausdehnung geworden, wie nie zuvor. In ununterbrochener Reihenfolge führten vor Uns 56 Bischöfe den Hirtcnstab über Unser Bisthum, von dem ersten und frommen Bischof Hathumar an, bis auf Unsern in Gott ruhenden ehrwürdigen AmtSoorgängcr Richard us. Unter ihnen haben viele um die Stadt und das Bisthum Paderborn sich hohe Verdienste erworben, sey cS durch das Licht herzlicher Frömmigkeit und apostolischen Eifers, womit sie ihren Untergebenen voranlcuchtcten, sey eS dnrch die tiefe Einsicht und Umsicht, womit sie dem zeitlichen und ewigen Wohlc der ihnen anvertrauten Hecrdc ihre unermüdliche Sorge wiömetcn, sey es durch den Glaubcns- und Kampfesmnth, womit sie dieselbe in bedrängnißvollen Zeiten gegen die sie bedrohenden Feinde bewachten und schützten, sey es durch die thatkräftige GotteS- und Nächstenliebe, womit sie erhebende Tempel erbauten zur Ehre des Höchsten, UnterrichtS-Anftaltcn gründeten zur Heranbildung einer gottcsfürchtigcn Jugend, oder durch milde Stiftungen bleibend fließende Quellen der Erstickung und dcS Trostes eröffneten für die leibende Menschheit. Mit dankbarer Verehrung blicken Wir hin auf die lange Reihe jener treu befundenen nnd nun in die Fr ende ihres Herrn eingegangenen Hirten. Das Andenken ihres gottgefälligen, pflichttreuen, ausdauernden Wirkens, die Erinnerung an den Schutz und Segen Gottes, der auf ihren Arbeiten ruhcte, wird auch Uns zur Ermunterung dienen, alle Unsere Kräfte dem Uns gewordenen Apostolische» Amte zu weihen, auf daß Wir zur Ehre Gottes, zum Wohle der Kirche und des Staates, und zu Eurem Heile, geliebte Diöcesanen! den Bischöfliche» Stuhl der ehrwürdigen Kathedrale einnehmen, in welcher so viele Denkmäler des Frommsinncs Unserer verklärten AmiSoorgängcr Uns umgeben. — Während Wir also im Aufblicke zum Hinimel, und im Rückblicke auf die Vergangenheit Ermunterung und Ermuthigung zur Uebernahme der schweren, Uns gewordenen Bürde finden, läßtauch die Gegenwart, so ernst und sorgcnerregcnd sie vor Uns liegt, Uns nicht ohne Trost; denn Wir sehen in Unserm Domcapitel Uns umgeben von einem Kreise ehrwürdiger, im Dienste der Kirche ergrauten Brüder, die mit dem Ncichthume ihrer Kenntnisse und Erfahrungen ihren Beistand Uns nicht versagen, vielmehr Unsere Sorgen theilen, und dnrch Rath und That die Last des heute von Uns angetretenen Amtes UnS erleichtern werden. Wir sehen in den Städten und Dörfern Unsers ausgedehnten Bisthumes ein gläubiges Volk der Hirtcnsorge würdiger Priester anvertraut, die ^mit der Wissenschaft des Heiles, mit bewährter N'nnve in Führung der Seelen, Liebe ihres hohen Berufes und einen erbauenden Wandel verbinden, die als gntc Hirten treue Sorge tragen für ldie ihnen anvertraute Hecrdc, und in Lehre und Beispiel sie hinführen auf gute Weide. Ja, bei dem Gedanken an die zahlreichen, Unsrer Sorge übcrwicscncn Kinder, die Unserm Herzen so nahe, Leiber dem Wohnsitze ihrcö Bischofs und Vaters so ferne liegen, ^ wo könnten Wir Ncruhigung finden, wenn nicht in dem Vertrauen, ^welches wir auf Eure vereinte, eifrige Mithilfe setzn, ehrwürdige Brüder und Mitarbeiter in dem Weinberge des Herrn. — In einer Zeit, in welcher so unsäglich Vieles abhängt von würdigen Priestern, die in Wort und Wandel, in Liebe, im Glaube», und i» Reinheit das Vorbild der Gläubigen, das Licht der Welt, und das Salz der Erde sind, in solcher Zeit werdet Ihr nicht täuschen die Hoffnung ! Eures Bischofs, werdet seine Freude seyn und sein Trost, werbet mit Glaubensmnth und Bernfstrcnc um ihn Euch schaeucn, mit Uhni, wie gesunde Glieder eines kräftigen Leibes Euch einen zu ^gemeinsamen heiligen Streben, ans daß Wir kämpfen einen Iguten Kampf, die Laufbahn vollenden und den Glauben bewahren. Viele aus Euch vernahmen einst aus Unserm Munde die Lehren unsers heil. Glaubens. Erweiset Euch nun als Unsre treuen Gehilfen an der Euch angewiesenen Stelle dcö göttlichen Weinberges; lasset vor den Enrcr Hirtuisorge übcrwiesencn ! unsterblichen Seelen das Licht EureS thatkräftigen Glaubens und priestcrlichen Wandels leuchten; verkündet mit Eifer das göttliche Wort, spendet mit Winde die heiligen Sacramcnte, feiert zur .Erbauung der Gläubigen das heiligste Opfer, snchct mit Liebe die ^Verlorenen, seyd Väter der Armen, Tröster der Trauernden; widmet Eure eifrige Sorge dem Unterrichte der Jugend, auf daß sie in den Geist und Zusammenhang der christlichen Hcilswahrhcitcn I tiefer eindringe, und das Wort Gottes die Leuchte ihres L.bcns ! werde, und ihr Schirm gegen die mannichfachc» Gefahren, welche !im jugendlichen Alter den Glanben und die Unschuld bedrohe». Vernachlässiget die Gnade nicht, die Euch verliehen lst mit Auflegung der Hände des Priesterthums. Ihr habet dc» Hcrr» erwählt zu Eurem Erb theile. Lasset ^ nicht erkalten die erste Liebe, womit Ihr Ihm Ench wcihctet, und Er ist es, der Euer Erbe Euch wieder erstatten wird. Aber auch an Euch alle, vielgeliebte Diöcesanen, haben Wir Worte väterlicher Liebe und Ermahnung zu richten, an dem Tage, an welchem Wir zum Erstenmale als Bischof und Hirte Enrer Seelen, als Wächter Eures Glaubens zu Euch reden. Eingedenk der Gefahren und Kämpfe, welche gegen Eure Glanbcnslrcue, und gegen Eure Anhänglichkeit an die einige, heilige, katholische, Apostolische Kirche, unsere Mutter, in unsern Tagen sich erheben, fleheten Wir heute beim Antritte Unsres Obcrhirtcnamteö für Euch Alle zu dem Vater der Erbarmungcn, und Wir werden nicht müde werden für Euch zu flehen: Heiliger Vater, erhalte sie in seinem Namen, die du mir gegeben hast. Heilige sie in deiner Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit; damit Alle Eins seyen, in lebendigem Glauben, in thätiger Liebe, und damit Keiner vvn denen, die du mir gegeben hast, verloren gehe. Wie könnten Wir es unberührt lassen, was vor Aller Augen liegt? Wir leben in Tagen, in welchen nahe und ferne in allen Theilen des großen Leibes der Kirche, neu erwachteö Leben, er- höhete Treue der kirchlichen Gesinnung, und vermehrte Theilnahme für Alles sich kund gibt, was die heiligsten F'agcn unsres Lebens, und der Kirche Wohl und Wehe berührt. Während diese Erschci- Führer; schaaret Euch um sie, als um Eure Hirten, hörct ihre Stimme und folget ihr. Gehorchet Euern Vorgesetzten und seyd ihnen Unterthan, denn sie wachen für eure Seelen als solche, die Rechenschaft geben müs- sen; damit sie dieses mit Freuden thun und nicht mit Seufzen. Dazu hat Christus in der Kirche Hirten und Lehrer verordnet, damit wir Alle gelangen zur Einheit im Glauben, und in der Erkenntnis; des Sohnes Gottes, daß wir nicht mehr Kinder seyen, die hin und her schwanken, und von jedem Winde der nung Unser Herz mit heil. Freude erfüllt, fchll es nicht an an- Lehre umhergetrieben werden, durch die Schallhastig- dern Zeichen der Zeit, welche uns Allen, geliebte BiSthumsange->kcit der Menschen, durch Kunstgriffe der Verführung, hörige! nachdrücklich die ernste Mahnung zurufen: Wach et; !sondcr» daß wir Wahrheit übend in Liebe an Allem stehet fest im Glauben, handelt männlich und seyd zunehmen, in ihm, welcher das Hanpt ist Ehristuö. stark. Lasset in dieser Zeit der religiösen Auflegung und dcsMic ihr Christum den Herrn angenommen habet, so Kampfes Euch nicht irre machen in der Ueberzeugung von dcr-wandelt in Ihm; eingewurzelt und gegründet in Ihm, Göitlickkeit jenes Glaubens, in welchem Eure Väter Frieden san- und fest im Glauben, so wie ihr gelehrt worden, und den im Leben und seligen Trost im Sterben, dem Ihr in der wachset in Ihm mit Danksagung. Sehet zu, daß euch unvergeßlichen Stunde Eurer ersten heiligen Communion Treue ^Niemand verführe durch WcltweiSheit und leeren gelobtet. Seyd und bleibt treue Söhne und Töchter jener heil. Trug, nach der Ueberlieferung der Menschen, nach Kirche, welche erbauet ist auf dem Fundamente der Pro-!den Kindheits lehren der Welt und nicht nach Christo, pheten und Apostel, deren Eckstein Er selbst ist, Jesus denn in Ihm wohnet die ganze Fülle der Gvtth.it Christus. Ihr gibt eine ruhmvolle Vergangenheit von 18 Jahr-Leibhaftig. Bleibet bei dem, was ihr gelernt habet Hunderten das Zeugniß, daß sie nicht Menschen- sondern GotteS-^und euch anvertraut ist, denn ihr wißt ja, von wem werk, daß sie jene von dem Gottessöhne zur Fortführung seines ^ihr es gelernt habet. Auch in unsern Tagen gilt die Er- Erlösuns^verkcs gestiftete Heileanstalt sty, der Er die tröstende Mahnung, die der Apostel PaulnS an die Christen in Galaticn Verhcißn.ig gegeben hat: Sehet ich bin bei euch alle Tage, sichtet?: es gibt Einige, die euch verwirren und das bis an vas Ende der Welt. Du bist Petrus, auf die-^Evangelium Jesu Christi zu verkehren suchen. Aber scn Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen. Ich will den Vater bitten, und Er wird euch einen an dern Tröster senden, damit Er bei euch bleibe ewiglich, den Geist der Wahrheit. Seit der Heiland dieses große Wort gesprochen, wie viele menschliche Schöpfungen und Werke, die eine unzcrstörlichc Dauer wenn wir, oder ein Engel vom Himmel euch predigen möchten anders, als wir euch gepredigt haben, der sey verflucht. Erweiset euch als gehorsame Kinder jener Kirche, die da gesetzt ist zum Ruhme der Jahrhunderte, deren Herrlichkeit sich erstreckt von Meer zu Meer, welcher Könige und Fürsten angehören, und die von Schaaren himmlischer Engel umgeben ist. In ihr hat versprachen, sind in den Stanb gesunken; aber des Herrn Worte-JcsuS Christus alle seine Wahrheiten und Gnadcnmittcl nieder gc- sind mcht vergangen; seine heil. Kirche nnd die bcwnndcrungo- legt, sie ist die Bcwahrcrin und Verkünderin seiner Lehre, die würdige Einrichtung und Verfassung, die Er ihr gegeben, dauert sort, und sie wird fortdauern bis zum Ende der Tage. Dessen freuet Euch in dem Herrn, vielgeliebte Divccscuic»! Freuet Euch einer Kirche anzugehören, die in ihrer Lehre, in ihren Sacramen- tcn, in ihrer Verfassung stets den unschätzbaren Vorzug der Einheit und des Apostolischen Ursprung s bewahrte, an deren Spitze als Mittclpunct der Einheit, als Wächter über die Reinheit des Glaubens ein höchstes, von Christus angeordnetes sichtbares Oberhaupt steht, welches mit der Sorge und Liebe deö Vaters wachet über das geistliche Wohl der über den ganzen Erdkreis zerstreuten Lämmer und Schaafe der Hccrde Christi. Die Biftöfe und Priester, denen größere oder kleinere Theile jener Hecrde anvertraut sind, haben ihre Sendung von Christus dem Herrn, sind Nachfolger der Apostel, habe» durch feierliche Händeauslegung die sacra- mcntalischc Weihe zu ihrem hohen Berufe empfangen. Von ihnen gilt das Wort des Herrn: Wie der Vater mich gesendet hat, also sende ich euch. — Ihr habet nicht mich erwählet, sondern ich habe euch erwählet, und dazu euch Ansspenverin seiner Gnaden. Hörct bereitwillig das göttliche Wort, welches sie Euch verkündet, bewahret cö in Enrcm Herzen, unv befolget cS in Eurem Leben, geliebte Bisthumeangchörige! Seyd Thäter des Wortes, nicht Hörer allein. Nahet Euch oft und mit würdiger Vorbereitung den heiligen Sacramcntcn der Buße und des Altars, und ihr werdet erleuchtet, gereimgct, gc- heiligct werden. Versammelt Euch oft um die Altäre des Herrn znr frommen Theilnahme an der Feier des heiligsten OpferS; in ihr werdet Ihr finden Tugend- nnd Dnlvungetraft, Trost und Frieden. Feiert mit der Kirche, nach ihrer Anleitung und mit eifriger Theilnahme die Sonn- und Festtage und die heiligen Zeiten des JahreS, und Ihr werdet immer mehr theilhaftig werden der herrlichen Segnungen, welche in den großen Wahrheiten und Begebenheiten des Christenthums verborgen liegen. Unterwerfet Euch mit gewissenhafter Treue den Geboten und Verbote» der vom heil. Geiste geleiteten Kirche; ihr ist von Jesus Christus die Gewalt zu binden und zu lösen gegeben; alle ihre Anordnungen sind Ausflüsse ihrer Weisheit und mütterlichen Liebe, und bc- bestimmt, daß ihr hingehet und Frucht bringet, und-rechnet für Euer ewiges Heil. Begnüget Euch nicht damit, äufzer- daß eure Frucht bleibe. Wer euch höret, der höret mich. Wer euch verachtet, der verachtet mich. Darum schließet an die Vorsteher der Kirche Euch an, geliebte Diöcesanen! als an Eure von Gott gesendeten Lehrer und lich der Kirche anzugehören, seyd vielmehr ihre Bekcnner in Wort und That, mit Herz, Sinn und Wandel, folget treu ihrer mütterlichen Führung auf dem Wege des Heiles, und an den Früchten, die in Eurem Herzen und in Eucrm Leben sich offenbaren, werdet ihr erkennen, daß ihr? Lehre aus Gott ist. O wie reichlich würde der Friede Gottes wohnen in Eure» Herzen, geliebte Diö- cesancn! wie würde Ordnung, Eintracht und Segen blühen in Eure» Familien und Gemeinden, wenn Ihr Alle glaubenstreuc und folgsame Kinder der Kirche wäret. Ist ja all ihr Wirken unaufhörluh dahin gerichtet, jene Gottesfurcht unter den Menschen zu verbreiten, welche der Anfang der Weisheit ist, jenen Glauben, welcher thätig ist in Liebe, jene Hoffnung, in der wir selig sind, jene Liebe, welche des Gesetzes Er' fiillung ist und das Band der Vollkommenheit; jene Liebe, ohne welche wir ein tönend Erz wären und eine klingende Schelle, ob wir auch die Sprache» aller Menschen und Engeln reden könnten und einen Glauben hätten, also daß wir Berge versetzten. Worauf ruhet Ordnung und Friede im häuslichen und öffentlichen Leben, worauf die Milde und Menschenfreundlichkeit Der Herrschaften, die Treue und Redlichkeit der Dienstboten, worauf ruhet der Gehorsam und die Treue der Unterthanen gegen die von Gott gesetzten Obrigkeiten, worauf ruhet die Pflichttreue Aller, die iu höhcrn oder mindern Aemtern thätig sind im großen Haushalte Gottes, worauf stützt sich gegenseitiges Vertrauen im Handel und Verkehr unv in allen Verhältnissen des Lebens, worauf ruhet die Treue der Ehegatten, die Hcilighaltung der Unschuld, die Sicherheit des Eigenthumes, das Wohl der Familien und Staaten? Auf jener Gewissenhaftigkeit, welche in der Stimme des Gewissens uns die Stimme Gottes erkennen und ehren lehn, uud an seine Aussprüche uns bindet mit unwiderstehlicher Gewalt, auch dann, wenn kein menschliches Auge die Uebertretung bemerkt. Die Kirche aber ist eo, welche jene zarte Gewissenhaftigkeit mit treuer Sorge in ihren Kindern pflegt, durch ihre Lehren und durch den Reichthum ihrer HcilSanstalte», insbesondere durch das scgcnbringcnde Scicrament der Buße, bei dessen Spendung der Priester dem zweifelnd-n oder irrenden Gewissen als freundlicher Lehrer, dem verwundeten als kundiger Arzt, und Allen als gottgesandter Richter erscheint zur Stärkung, Ermunterung uud Beruhigung der Seelen. So rufen Wir Euch denn, vielgeliebte Diöcesancn! nochmals die väterliche Ermahnung zu: haltet fest an der Kirche des lebendigen Gottes; ergreifet den Schild ihres erhebenden, ermunternden und trostvollen Glaubens, in allen freudigen, traurigen und gefahrdrohenden Stunden eures Lebens; seyd und bleibet wie die Glieder mit ihrem Haupte, vereinigt mit dem heiligen Apostolischen Stuhle zu Rom, mit dem Statthalter Jesu Christi, dem Vater und Lehrer der Gläubigen, dem Mittclpuncte der Einheit. Schöpfet aus den von der Kirche Euch dargebotenen Gnadenschätzcn der heiligen Sacramcnte; trinket mit Heilsbegicrde eiuS den Quellen des lebendigen Wassers, welche der Herr in ihr eröffnet hat. Ihr insbesondere, Ihr Väter und Mütter, Ihr Lehrer unv Erzieher der Jugend! lasset vor den Euch anvertrauten Kleinen leuchten das Licht Eures lebendigen Glaubens, Eures kirchlichen Sinnes, Eures christlichen Wandels; erziehet sie in der Lehre und Furcht des Herrn; pfleget in ihren zarten Herzen jene heil. Keime der Religiosität und Gottesfurcht, aus welchen allein ihr dauerndes Glück erblühet für Zeit und Ewigkeit. Seyd allzumal katholische Christen, in Wort, Gesinnung und That. Wandelt im Geiste, bringet Früchte des Geistes, die da sind: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Güte, Langmut!), Sanftmuth, Bescheidenheit, Enthaltsamkeit, Keu schh eit. Peramwortlicher Redacteur: L. Schönchen. Bei unerschütterlicher Festigkeit im Glauben verletzet nicht die heilige Liebe; enthaltet Euch iu Wort und That aller Kränkungen und Feindseligkeiten gegen AndcrSglaubcnde, auch gegen diejenigen, welche euch schmähen und anfeinden. Suchet die Gegner zu belehren und von der Heiligkeit unsers Glaubens zu überzeugen, mehr durch Eure Werke und durch Euren christlichen Wandel, als durch aufgeregten Wortstreit. Erweiset Euch als würdige Nachahmer Jesu Christi, des Urhebers und Vollenders unsers Glaubens, welcher, wenn er gelästert wurde, nicht wieder lästerte; und am Kreuze für seine Feinde betete: Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun. Seyd beharrlich im Gebete, erstehet insbesondere den Schutz und Segen Got- tesüber unsern heiligsten Vater, den Papst Grcgorius XVI., ciufdaß der Allgütige das würdige Oberhaupt noch lange seiner hl. Kirche erhalten wolle zum Troste der Lämmer undSchaase der großen Heerde Christi... Die Nongeaner in Schwaben. Unsere Nongcaner in Ulm und Stuttgart machen manche Schwabenstreiche. So trat der bekannte Julian Chowuitz bei der neulichcn Anwesenheit Kerblers in Ulm nach dessen Sermon vor das versammelte Publicum und forderte die „ Lusttragcnden" auf, ihre Namen auf die Liste der Gemeinde zu schreiben. Er hoffte zweifelsohnezahlreiche Beitrittserklärungen. Lautlose Stille herrschte. Aber nicht ein Mensch trat hervor sich einzuzeichnen. Sichtliche Schamröthe überflog und überzog das Angesicht der Reformatoren. Hr. Julian aber suchte sich dadurch auö der Verlegenheit zu helfen, daß er die, welche sich „geniren" hierzu unterschreiben, in seine Wohnung einluv. Dem Apostaten Kerbler soll dabei auch ein Stichvurch dcisHerz gegangen seyn, er konntedaraus sehrdcutlich abnehmen, daß sein Wort Gottes auf unfruchtbaren Boden gefallen sey. Vor einigen Tagen brachte der Schwäbische Merkur die Nachricht, daß den Deutschkirchlern nunmehr vcrstailetsey, ohne Hinderniß in der resormirten Kirche ihren Gottesdienst abzuhalten, und daß dieses ein Beweis der Humanität unserer Regierung sey, vie sich bereit zeige, billige Forderungen Ver Zeit zu unterstützen. Der neckische Zufall aber wollte es, daß dieselbe Nummer deS Merkurs eine gar merkwürdige Erklärnng brachte, worin das „Vorstandsmitglied" Buttcrftein sich gegen die Beschuldigung, als sey er Nachts in einem Straßenscandal gesehen worvcn, verwahrt. Die Häupter sind überhaupt stattliche Leute. Obenan steht Herr Julian Chownitz, Gründer der ersten Gemeinde in Schwaben, ja in Süv- Veutschlanv, erster Geschichtschreiber der von ihm gegründeten Gemeinde, Vorsitzender derselben, gewesener Nevacteur der „Ulmcr Schncllpvst," Versasstr vvn Ritter-, Räuber- und Li-besrvmanen und nisendes Genie. Folgt sodann Herr Buchbinder Leycndecker, der im heiligen Rocke eine Naht entdeckt und in seiner Noth den dicken Schreiner zu Hilfe gerufen. Hr. Würmle, „Pfarrer" der schwäbischen Gemeinden, der zwischen Ulm und Stuttgart hin- und herfährt; aber auch noch andere Gemeinden pastorirt, von denen sich die Vettern und Basen ins Ohr raunen, von .denen aber wir Uneingeweihte noch nichts verkommen haben. Da Hr. Würmle in Baden in zwölfjähriger Lerwcserei schmachtete, und zunächst keine Aussicht halte, katholischer Pfarrer zu werden, ist er nun plötzlich ohne Mühe Nvnge'scher Apostel geworden. Ueber seine Antece- denticn mögen wir nichts sagen. Jedenfalls war er nicht deßwegen unverweslicher Verweser, weil er zu fest katholisch war. Seine vieljährige Lerwcserei steht mit dem Katholicismus des Herrn Würmle nicht in der entferntesten Verbindung. Endlich folgt Herr I o se p h Butterstein, der vor einigen Monaten noch auf dem Hohenaöberg war, sodann „evangelisch" und bald darauf Rongeancr wurde, und sich jetzt gegen den Vorwurf vertheidigen muß, er sey nicht betrunken in »einem Straßenscandal" gesehen worden! (Nach dem Katholik.)__^ Verlags-Inhaber: F. C. Krem er.