P 5 ^»ss ' M-i/., der Augsvurger Lu'eite Jahreshälfte. ir? Sck Postzeitnng. S4 August 1845 Wallfahrtszng von Aiblingen nach St. Georgenberg. 7 Aibling in Oberbayern, Anfangs Augnst. Daß die katholische Religion eine Weltreligion ist, und keine LandcSgränzcn und Nölkcrunterschicde kennt, zeigen verschiedene kirchliche Feste und Andachten in einem untrüglichen Lichte. Da kniecn die Katholiken verschiedener Länder und Sprachen mit einander ganz brüderlich vor Einem und demselben Gotte, und finden in ihrer Andacht in den verschiedensten Anliegen und Mißstimmungen ihres Herzens Trost und Beruhigung, vergessend auch Alles, was etwa Feindseliges unter ihnen vorgefallen. So weiß die Kirche, die selbst Einige, auch die Herzen der Ihrigen zu vereinigen. Ein solches Zeugniß einer christlichen Bruderliebe soll in den nachstehenden Zeilen der so mißtrauischen nnd neugierigen Welt vor Augen gestellt werde». Gegen Ende des vorigen Monats wurde in dem berühmten Wallfahrtsorte St. Gcorgenberg, einem Hospitium der Benedictincr-Abtci Fiecht bei Schweiz in Tirol, ein tausendjähriges Jubiläum gefeiert. Da der Gründer dieses Wallfahrtsortes ein edler Ritter aus Aiblingen in Bayern, NatholduS mit Namen, war, haben sich über hundert Personen aus der Pfarrei Aibling, Bürger und Landleutc, entschlossen, während dieser Jubelfeier eine WallfahrtSreise dahin zu machen, um das gesegnete Andenken ihres seligen LandSmanneS auf eine würdige Weise zu ehren, nnd vom Gn^dcnschaize ihrer heiligen Kirche Einiges mit sich in ihr Vaterland nach Hause zu bringen. Ihnen schlössen sich auch der Pfarrer und Bürgermeister deS Marktes Aibling an, nachdem ersterer die Sache als eine bloße Einladung in der Kirche verkündet hatte. Die Nachricht hievvn brachte im Kloster Fiecht und im benachbarten Städtchen Schwaz eine freudige Stimmung hervor, so daß der hochwllrdigc Prälat obigen Klosters und der Herr Bürgermeister von Schwaz den Pilgern einen feierlichen Empfang versicherten, was in Aibling mit freudiger Nüh- rung vernommen wurde. Nur die beginnende Erntezeit war Schuld, daß nicht Mehrere an dieser Pilgerreise Antheil nehmen konnten. Von Schwaz war sogar ein Abgeordneter bis Nattenberg, sechs stunden weit entgegengekommen, um uns zu begrüßen und die Zeit unicrer Ankunft in Schwaz dahin vorauözutragcn, denn man wollte uns mit zwei Schützcn-Compagnicen und ihrer Musik feierlich eingelciten; aber leider kamen wir zu spät dort an, als daß wir den umsonst Wartenden für eine so große und unverdiente: Ehre am selben Tage noch hätten danken können. Es war schon ergreifend für uns zu sehen, wie die biederen Bergleute, die am Abende gar friedlich vor ihren Häusern saßen, mit sichtlicher Freude uns vorüberziehen sahen, und mit einer arglosen Freundlichkeit uns überall begrüßten. Wahrlich, dieser Leute Herzen sind nicht ihrer riesigen Felsenwände Abbild, sondern der gastlichen Kühlung ihrer mit jedem Fremdling geschwätzigen Vergbäche Symbol! — DeS anderen Tages um 5 Uhr, so ward angeordnet, sollten wir von der schonen und großartigen Pfarrkirche Schwaz aus nach dem zwei Stunden entlegenen St. Gcorgenberg in Proccssion ziehen. Zwei Herrn Capläne geleiteten uns aus der Kirche, und auf dem Hauptplatze empfingen uns zwei in Parade aufqcstcllte Schützcn- Compagnicen mit ihren Fahnen und feierlicher Musik. Volk war in Masse zusammengeströmt, sogar von Innsbruck waren Bürger und Honoratioren zugegen. Thränen der Rührung standen in unsern Augen; denn wer könnte gegen solche Ehre und Auszeichnung, in einem fremden Lande und ohne Verdienste, in seinem Herzen kalt bleiben können! Desto wärmer stiegen aber auch unsere Gebete zum Himmel für diejenigen, die uns so anszeichuctcn. Diese ehrenvolle Begleitung zog unter klingendem Spiele eine gute halbe Stunde mit uns, bis in die Klosterkirche Fiecht, vor deren Portale sie sich nach einem heiligen Segen in die Linie stellte und uns an ihrer Fronte unter militärischer Salutirnng vorbeiziehen ließ. Unsere dankbaren Blicke und Herzen begleiteten sie in die biedere Stadt zurück. — Die Kirche St. Gcorgenberg mit ihrem Klostcrgcbände steht auf einem gesonderten Fclseukopfe in Mitte einer wilden Thalschlucht, die ein rauschender Bergbach durchbrauset, in schwindelnder Höhe. Sobald wir in die Schlucht eintraten, und staunend zu unserm Ziele hinaufschautcn, widerhallten die Berge vom feierlichen Donner der Böller und dem Schalle einer andern hier aufgestellten Schützen-Compagnie, und die einsamen Glöcklein mit lieblichem Tone begrüßten uns so freundlich, daß unsere Herzen von Stein hätten seyn müssen, wenn sie nicht wären ergriffen worden. Bis aufs Höchste stieg unsere Rührung und Freude, als an der Brücke über die Bcrgschlucht der hochwürdige Herr Prälat selbst in liebenswürdiger Freundlichkeit mit seinem Klerus uns entgegen kam, und uns in herzlicher Anrede erinnerte, wie vor ungefähr tausend Jahren ebenfalls Aiblingcr hier eingezogen und eine Stätte zur ewigen Anbetung Gottes gründeten. Wie schon bekannte Schäflcin folgten wir dem ehrwürdigen Abte, der uns mit einer wahren Vatcrlicbe aufgenommen, in das heilige HauS, wo vor tausend Jahren unser seliger LandSmann NatholduS seine Wohnung aufgeschlagen. Hier mußte neuerdings die väterliche Aufmerksamkeit und Sorge des hvchwürdigcn Herrn Prälaten unsere Ehrfurcht erregen, da in den obern Gängen der niedlichen und ehrwürdigen Kirche eigens für unS Platz gemacht war, so daß wir ungestört unsere Andacht verrichten konnten. Gleiche liebevolle Aufmerksamkeit mit ihrem würdigen Abte schenkten unS auch alle übrigen Conventualcn des Klosters. — Wahrlich diesen Tag müssen wir zu den schönsten unseres L.bens rechnen, und werden ihn gewiß auch nie vergessen, so wie auch alle diejenigen nicht, die ihn uns zu einem so schönen Tage gemacht haben. Und nicht nur wir nicht, sondern auch die Unsrigcn im Hcimath- lande nicht, die mit gleicher Freude und Rührung die Erzählung unserer freundlichen und ehrenvollen Aufnahme bei den Tirolern insbesondere in Schwaz und St. Gcvrgenberg vernommen haben. Aus unserer Hcimath noch rufen wir gerührten Herzens den edlen Bewohnern Tirols, die nnS so liebevoll begegnet, einen innigen Dank über die Berge hinüber, und wünschen, daß der Segen des Allerhöchsten über ihre friedlichen Thäler hcrabsteigen möge! Ein Mitpilgcr und Augenzeuge. Exercitien in der Diöcese Cichstädt. 7 Divccsc Eichstädt, 12. August. Durch einen dichten Wald von Grcding her gegen Osten führt eine ziemlich ruinöse Straße nach dem Schlosse Hirschbcrg, das im Jahre vom Grafen Gebharb von Hirschbcrg dem Fürstbischöfe von Eichstädt geschenkt wurde, jetzt aber Eigenthum des Staates, und von Sr. Majestät dem hvchwürdigsten Herrn Bischöfe von Eichstädt zur Benützung für die Zöglinge des Willibaldinischen KuabenscminarS überlassen ist, die hier ihre Ferienzeit vc-leben. Dicßmal sind es aber nicht die Zöglinge dieses Seminars, die auf der ehemalige» Fürstcnstraßc durch das Burgthor in die Für- stcuwohiumg einziehen: es sind die Priester der Diöcese Eichstädt mit den Alumnen des Klerikalseminars, die von West und Ost, von Süd und Nord zahlreich dem Schlosse zuwallcn, um hier, entrückt ihren täglichen BcrufSgeschäften, entrissen allen Zerstreuungen, in heiligem Ernste sich einzig mit Gott und sich zu beschäftigen — E.rcrciticn zu machen. Für die Zeit vom 3. zum 9. und vom 17. bis 23. August l. Jahrs sind dieselben zu diesem Zwecke von Sr. Hochbischöflichen Gnaden eingeladen. Die Exercitien leitete unv wird leiten ein Vater der Gesellschaft Jesu. Heilige Einsamkeit, so erhob sich'S in meinem Innern beim Einzüge in lic glückselige Zurückgezogenheit, heilige Einsamkeit sey mir gegrüßt! heilige Armuth sey mir geküßt! Wie wonniglich wohnt sich'S hier in den verlassenen Zellen ehemaliger fürstlicher Pracht! wie wonniglich in diesen Tagen zu diesem Zwecke! Jeder Stein der Mark und Gebein erschütternden Fürstcnstraße, jede Ruine ganz oder thcilwcisc zerfallener Mauern und Thürme, der mit Gras bewachsene Schloßhof. die ihrer Geweihe -beraubten Hirschköpfe an dem Gemäuer des viereckig! länglichten Schlosses, Thüren, Zimmer, Gänge, Mauern, einzelne Frcsco-Malcrcicn, theils ganz, theils zum Theile sichtbar, predigen mit eigenem Nachdrucke und unwiderstehlicher Gewalt das „sie truusil ^loria »nmcli." Ein Tisch der einfachsten Art, ein hölzerner Stuhl, auf dem Tische ein Schreibzeug, etliche Bogen Papier nebst 3 ungeschnittcneu Schreibfedern, eine kunstlose Bettstelle mit ihrem einfachen Lager — dieses alles innerhalb 4 kahler Wände ist der Reichthum des Einsiedlers auf Hirschberg. Doch öffne das Fenster, welche Augenweide! Unten am Fuße des VergeS, auf dessen Borsprung vas stolze, weithinrcwende Hirschberg sich erhebt, liegt in südöstlicher Richtung das freundliche Städtchen BcilngricS, hinter ihm ein ziemlich kahler Berg, mit magerer Waldung zum Theile bedeckt, der eine Scheidewand bildet zwischen dem Ottmciringcr-, das der Ludwig-Donau-Main-Canal durchzieht, und dem von der Allmühle durchschlängelten Thale. In beide Thäler steht die Aussicht offen, letzteres öffnet sich auch in seiner westlichen Richtung und gewährt durch seinen bunten Tcppich von Wusen und Gctreidfcl- vern, aus dencn sich traulich cinmuihige Dörfchen mit ihren Kirchlein erheben, überfließenden Stoff zu Meditationen über die irdischen Herrlichkeiten und deren Hinfälligkeit. Hier, wo man der Welt entrückt, und dem Himmel nicht bloß räumlich näher gerückt ist, hat Alles seine eigene Gestalt und seine eigene Sprache. Selbst was sonst nur zerstreut, ist hier geeignet zu sammeln und die Seele mit ernster Stimmung zu füllen. Der Ort ist vortrefflich gewählt. Alles so stille! — Kein lärmendes Fuhrmanns- gcrassel oder Rossegctrampcl, kein Getöse ungezogen schreiender Hausen, kein Klopfen hämmernder Schmiede, schlagender, stoßender, meißelnder Handwerker unterbricht die heilige Stille. Hie und da die Variationen eines im Thale dahineilenden Postillons, das Geläute im nahen BcilngricS und den weiter entfernten Dörfern , das eintönige Geklingel grasender Heerdcn und manchmal das Hustcu dcr nächsten Nachbarn — ist alles, was die lautlose Stille unterbricht. Also in dcr großen fürstlichen Clause kein Leben? Alles ersterben? Ohngcfähr 80 Kleriker bewohnen die vielen Gemächer. — O sie leben alle und wollen des LibcnS Fülle schöpfen aus den ewigen Wassern, damit eS ausströme nach allen Richtungen. Nicht einmal eine Uhr im ganzen Schlosse unterbricht durch ihren Stundcnschlag die Einförmigkeit; dasllr verkünden etliche Handglöckchen, von jungen Klerikern angeschlagen, die Abschnitte der knapp vorgeschnittenen Zeit. Es öffnen sich dann die Thüren nnd Alles eilt durch die langen Gänge dcr Eapclle zu, die gerade groß genug ist, die Anwesenden zu fassen. Wie manches bekannte und unbekannte Gesicht begegnet hier unvcrmuthet dem Auge! Auch du hier? und auch du? war ich manchmal versucht zu fragen, wenn ich den einen und den andern erblickte, vor dem ich kaum gewagt hätte, nur das Wort „Exercitien" auSzusprechen. Die Eapclle ist ganz geeignet, die rechte Stimmung zu erhalten und zu erhöhen. Sie ist einfach und erhaben zugleich. Ueber dem niedrigen Tabernakel, auf dem ein kleines Crucifix steht, ist in einer großen Nische die Statue des hl. Evangelisten Jobcm- neS in sprechendem Ausdrucke — aus weißem Marmor gemeißelt — angebracht, wie dieser Jünger der Liebe unter Gesträuch auf PathmoS ruhend sein Gesicht mit dem Ausdrucke dcr Verzückung in die Höhe richtet zum Dreicinigcn, dcr durch dic zcrthciltcn Wolken Licht auf sein verklärtes Antlitz hernieder sendet. Neben dem Evangelisten steht der Adler, das treffende Bild seines geistigen Schwunges. Sonst kein Bild in dcr ganzen Capellc; aber schöne Stuccatruarbciten, dic die ganze Capellc schmücken, geben derselben ein erhabenes Gepräge. Hier versammeln sich täglich 7 Mal während der 6 Tage dic Söhne des hl. Willibald, uud unter ihnen erscheint wie einer aus ihnen der ehrwürdige Sohn Lojola's — ein Mann im schönsten Alter — voll des Geiste-. Seine ganze Haltung predigt ungchcuchclrc Dcmuth, über seine Lippen fließen mächtige Ströme jcncS Feuers, von dem gesagt ist: I"N0M veni mitters irr terrsm et quiä volo, nisi ut aLLen-^geistige Wohl der ihrem Scepter unterworfenen Völker, und sicher ciatur? und keiner der Anwesenden ist so steinern, dos; er von ^ lieh, hätte sie diese Gesetze gegen Verbrechen erlassen, so wurde hm nicht geschmolzen würde. Um ihn her stehen, sitzen oder > Dänemark daS Eldorado seyn, von welchem die Poeten geträumt knicen die Priester Des Herrn, gewohnt, sonst andern zu predigen dießmal, um sich predigen zu lassen. Und was hören sie? Nichts Unerhörtes und Neues; was sie selbst schon wußten, bedachten und andern predigten, das vernehmen sie. Sie betrachten die Bestimmung des Menschen, die Bestimmung des Priesters, die Sünde in ihrer Natur und in ihren Wirkungen bei jedem Menschen und bei dem Priester insbesondere, das gräuliche Vergehen haben, während eS jetzt daS prosaischste aller Länder ist, dessen Bewohner, gebeugt unter das Joch der scandinavischen Pritchard, keine größere Seligkeit kennen als Essen und Trinken. Ich kann Ihnen alle diese Gesetze nicht wörtlich anführen. Zum Theile kennen Sie dieselben schon aus jeuen Christians V. (1683) und Christians VII. (1766), die ich Ihnen früher mitgetheilt habe, und Sie erinnern sich wahrscheinlich noch, daß nach einer sacrilegischcn Messe, des Priesters Reinigkeit, den laue» diesen Gesetzen, welche noch in Kraft sind, die Katholiken keine Priester, den Tod, das Gericht, die Hölle, und insbesondere die-freie Ausübung ihres Cultus genießen und Geistliche, Mönche Hölle des verworfenen Priesters, das Brcoicrgebet, das Leben des Priesters nach dem Geiste Jesu, den Eifer, die Bcichtanstalt, Die Beharrlichkeit zc. Aber cS ist etwas ganz anderes, über diese Gegenstände für sich nachzudenken, mehr gelcgcnheitlich, und etwas anders, acht Tage lang, entfernt von allen übrigen Geschäften — ununterbrochen von dem Allcrwichtigsten zn hören und damit mit ganzer Seele sich beschäftigen, zu hören von einem Manne, der nicht in gesuchten Worten oder Floskeln spricht, aber dasür in den einfachsten Worten den Anwesenden die Blitze der Wahrheit ins Angesicht schleudert. Gerne ließ jeder sich nkderschmettern, um als ein im Feuer der Buße gereinigter Paulus auszustehen und mit dankbar gerührtem Herzen küßte jeder im Geiste dem guten Vater die Hand für die geschlagenen Wunden, weil er auf sie ;u- uud Jesuiten sich im Lande nicht aufhalten dürfen. Jesuiten namentlich, die trotz dieses Verbotes im Lande sich betreten lassen, sollen geköpft, es soll ihnen der Kopf vor die Füße gelegt werden, wie das Gesetz sagt. Ich will mich daher für jetzt darauf beschränken, der bedeutendsten dieser Gesetze zn erwähnen und die hervorstechendsten Bestimmungen derselben heraus zuhebcn. Der größeren Klarheit willen scheint cS mir jedoch nothwendig, einige Bemerkungen über die dänische Kanzlei und die dänischen Kolonien in Wcstindien vorauszuschicken, von denen oft die Rede seyn wird. Die dänische Kanzlei ist das erste und bedeutendste der Ministerien, unter welchem die gcsammte innere Verwaltung, die bürgerlichen und religiösen Angelegenheiten des eigentlichen Däne« gleich auch so heilenden Balsam zu legen wußte. Vom Mittwoche Quarks, das heißt der Inseln und Jütlandö stehen, und welches an war Allen Gelegenheit gegeben, eine Beicht über ihr ganzes! mit Ausnahme Der Finanzen und auswärtigen Angelegenheiten bisheriges Leben abzulegen. Alle Falten DeS HerzenS waren weit! alle Attribntioncn der übrigen Ministerien in sich vereinigt. Der ausnnandcrgcrisscn und es wurde somit leicht gesehen, was man sonst vielleicht nie bemerkte und Alles — Alles ausgeschüttet. O wie süß ist cS, zu den Füßen des Beichtvaters zu liegen, wenn die Herzen so zubereitet sind! Am Samstage celebrirtc der Hochwllrdigste Herr Bischof die heilige Messe, unter welcher alle Ercrciiantcn die heilige Communion empfingen, und hielt die Schlußrede. Hochdcrsclbe war innigst erfreut und gerührt über die große Anzahl der Theilnehmer. „l^cee ciuam donuni et cruzin ^'ueunclum, Iraditaie lratres iir Jeder. Solche Tage sind Tage, War auch nur Einer unter uns, Der sie nicht Zeitlebens segnen wird? Ich gestehe, ein heimliches Heimweh beschlcicht mich, so oft ich au Hirschberg denke. Und doch bin ich anch wieder so gerne unter den Meinigen und arbeite neu belebt uud ncngestärkt in meinem Berufe. Gott erhalte die schönen Vorsätze, die gemacht worden. Verehrte Brüder, wir haben sie mit cinmüthigcm Herzen gemacht. Laßt uns einander beim Worte nehmen und uns zurufen: Ja das haben wir in Hirschbcrg miteinander ausgemacht, wenn auch, ohne ein Wort miteinander zu sprechen — treu unserm erhabenen Berufe in heiliger Liebe uns zu opfern zur Ehre Gottes für das Heil der unsterblichen Seelen. Einer der Excrcitantcn. Chef der dänischen Kanzlei ist der erste Minister des Königs, also die erste Person im Staate. WaS die dänischen Kolonien betrifft, so bestehen diese in drei kleinen Inseln von den Antillen, von welchen St. Thomas die bedeutendste ist, in einer Factorci an Guinea und in einer zweiten Factorci im cngli- Die Katholiken in Dänemark. ( Kathel.k.) Kopenhagen, 15. Juli. Wenn wir die Gesetze, Verordnungen und Nescripte überblicken, welche von der dänischen Regierung nach und nach gegen die Katholiken erlassen worden sind, so bcläuft sich die Zahl derselben auf wenigstens fünfundzwanzig. Fünfundzwanzig Gesetze in ohngcfähr einem und einem halben Jahrhundert zeugen gewiß von dem Eifer der Regierung für das der Küste von scheu Indien Von allen diesen Gesetzen nun ist nur ein einziges den Katholiken günstig, jenes vom 11. März 1682, welches die Ausübung unum." DaS fühlte gewiß! der katholischen Religion in der Stadt Friedcricia in Jütland die der Herr gemacht hat. > tolerirt. Es hatte nämlich zu dieser Zeit der Handel eine große Menge Fremder dahin gezogen. Sie dürfen sich indessen über den Begriff, welchen daö Wort Toleranz hier hat, nicht täuschen. Toleranz bedeutet hier nicht, daß jeder Einwohner von Friedcricia oom Protestantismus zur katholischen Kirche zurückkehren, oder daß ein Katholik, der eine dänische Frau gchcirathet, seine Kinder in seinem Glaubcn erziehen kann; Toleranz bedeutet hier bloß, daß die Regierung den Katholiken cS erlaubt, eine Capclle zu besuchen, die sie auf ihre Kosten erbaut haben, daß alle Kinder aus gemischten Ehen lutherisch werden müssen, und daß kein katholischer Priester außerhalb der Capclle eine Ceremonie verrichten oder in seinem geistlichen Kleide erscheinen darf. Durch die Verordnungen vom 2. Juni 1773 und vom 20. Sept. 1754 ist die Wohlthat dieses Gesetzes auch auf die Westindischen Kolonien ausgedehnt worden, unter dem Vorbehalt jedoch, daß nie ein Jesuit den Boden derselben betrete. Durch ein neueres Gesetz vom 4. Dcc. 1816 sind diese Bestimmungen bestätigt worden. Ein Decrct der dänischen Kanzlei von 1780 spricht den Zweifel aus, ob wohl überhaupt katholische Kinder in lutherischen Kirchen getaust werden könnten, wenn die Eltern sich nicht dazu verpflichten wollten, sie im evangelischen Glauben zu crzichcn. Später erschienen jedoch zwei Verordnungen, die eine am 20. Sept. 1793, die andere am 17. Januar 1806, welche bestimmten, daß die Taufe dcn Katholiken nicht versagt werden sollte, sie müsse jedoch nach lutherischem Ritus gespendet werden. Durch die Verordnungen vom 4. Juli 1795 und vom 6. Sept. 1808 erlaubt die Kanzlei dcn Katholiken das lutherische Abendmahl zu empfangen, sie ertheilt die Erlaubniß, wie dort gesagt wird, ohne dazu zu verpflichten, wenn ein Katholik gefährlich krank ist. In diesem Falle soll der Prediger dem Kranken dcn Unterschied der katholischen und lutherischen Lehre in Bezug auf Beichte und Abendmahl erklären, — man muß gestehen, daß der Augenblick vortrefflich gewählt ist, — und ihn besonders auf die Folgen Dieser seiner Communivn aufmerksam machen. Mehr als Einer unserer Bruder ist aus Schwachheit diesem heuchlerischen Gesetze schon erlegen. Die armcn Leute wollten nämlich, wenn sie wieder gesund geworden waren, wie früher zur katholischen Kirche zurückkehren; allein da hieß es Halt! Ihr seyd keine Katholiken mehr, Ihr gehöret zu uns; denn Ihr habet das Abendmahl nach der wahren Lehre empfangen. Mochten sie auch auf ihre Unwissenheit, ihrcn KrankhcitSzustand und ihre geschwächten Geisteskräfte sich beruf,n, Alles half nichts, die Ncubekehrtcn geborten von Rechtswegen der Staatskirche an. In demselben Jahre, am 31. December 1808, erschien noch ein Nachtrag zu diesem Gesetze, welcher dcn Pastoren aufgab, dcn Katholiken vorzustellen, daß selbst nach katholischer Lehre der Empfang dcS katholischen Abendmahles nicht nothwendig sey zur Erlangung cincS seligen Todes. Man benutzte also nicht allein die Beängstigungen der Krankheit, um dcn schwankenden Glauben eines Katholiken zum Falle zu bringen, sondern versuchte auch noch die etwa Wider- spcnstigcn mit ihrcn cigcncn Waffen zu schlagen. Die Verordnung vom 13. Mai 1720 gewährt einzig und allein dein lutherischen Pfarrer das Richt Brautleute verschiedener Religion zu trauen. Es ist jedoch bei solchen gemischtcn Ehen dcn Pastoren ausdrücklich vorgeschrieben, sich von dem katholiftbcn Theile einen in die Pfarrbüchcr einzutragenden Act geben zu lassen, durch welchen der katholische Theil sich feierlich verpflichtet, alle Kinder in der lutherischen Religion zu erziehen. Die Verordnungen vom 14. December 1748 und vom 30. April 1824 verbieten es den katholischen Priestern strengstens ohne besondere Genehmigung der Kanzlei eine Trauung vorzunehmen. Durch Verordnung vom 18. Mai 1827 sind jedoch die Westindischen Kolonien von dieser Bestimmung ausgenommen. Das Gesetz vom 22. Dctobcr 170 t gcbictct dcn bürgerlichen und geistlichen Behörden alle ans gemischten Ehen entsprossenen Kinder zu überwachen und bcsonrcrs dafür zu sorgen, daß die lutherische Gatlin durch die Einflüsterungen ihrcs Mannes nicht vom wahren Glauben verführt werde. Nach dem Ritual der evangelisch-lutherischen Kirche durfte früher kein Katholik nach dcn Vorschriften ihres Cultus beerdigt werden. Seitdem die Regierung jedoch für mehrere Orte besondere Privilegien ertheilt, hat die Kanzlei es sür angemessen erachtet, durch ein Gesetz vom 26. November 1616 dcn Predigern zu erlauben, auch die Katholiken zu begraben und eine Handvoll Erde aus ihre Särge zu werfen. Unsere beiden hiesigen Geistlichen, die Caplänc der österreichischen Gesandtschaft, dürfen bis jetzt dem Leichenwagen nur in bürgerlicher Kleidung folgen, sie dürfen bei einem Begräbnisse kein Krcnz vvrantragcn lassen, keinen Chorrock anziehen, unv müssen aus dem Gottesacker die üblichen Gebete so schnell als möglich verrichten. Voll Eifer und Liebe spenden sie inocsftn die Sacramcnte der Kirche Armcn und Reichen ohne Unterschied, ohne etwas dafür zu fordern, und der Fall ist noch nicht vorgekommen, daß ein Katholik von einem Prediger beerdigt worden wäre. Wenn wir indessen in Dänemark so gedrückt sind, so liegt die Schuld zum Theile an uns selbst. Würden einmal alle Katholiken in Kopenhagen eine Petition unterzeichnen und diese Petition von den Repräsentanten der katholischen Mächte unterstützt werden, so würde das die Minister wohl zu einigem Nachdenken bewegen. Früher unterstützten Frankreich und Spanien überall die katholische, Kirche mit ihrem Einflüsse, und diese beiden Mächte besaßen in ihrem GesandtschaftShütcl zu Kopenhagen eine Capclle. Seit dem Jahre 1830 indessen haltcn es die französischen Gesandten in Dänemark für überflüssig, eine heilige Messe zu hören, und der Geschäftsträger Ihrer Katholischen Majestät hat die Paramente ur>d heiligen Gefäße der spanischen Capclle unter Schloß nnd Riegel gelegt. So auf unsere eigenen Kräfte b schränkt und von allen Mächten, mit Ausnahme Oesterreichs-) verlassen, müssen wir unter der Wucht solcher Gesetze erliegen und es haben sich seit fünfzig Jahren unsere Kirchen mit jedem Tage mehr gelichtet. Nur ein Hoffnungsschimmer leuchtet unö noch. Wenn nämlich die Frage von der religiösen Freiheit zu Gunsten aller protcstirendcn Scctcn, eine Frage, die von der dänischen Presse schon mehrfach erörtert wordcn ist, vor die Ständeversammlung gebracht wird, so wird die Regierung trotz der Pastoren wohl Concessionen machen unv nach Norwegens Beispiel die religiöse Freiheit gewähren müssen. Italien. Rom, 2. Aug. Schon als Prälat entwarf der Papst dcn Plan znr Abhilfe eines Bedürfnisses in dem historischen Theil der Theologie, das zwar früher schon oft als solches aufgezeigt ward, wobei es aber beim Besprechen blieb. Er dachte dabei an die Beschaffung eines allnmsasscndcn, von jeder confcssioncllen Verschiedenheit der Parteien abstrahircnden Panovlions aus Quellen gesammelten theologischen WisscnS. Seitens der O.uellcn, auf gcschichtlichcm Grunde basircnd, sollte es somit alle wahrhaften Elemente der Kirchcngcschichtc, biblischen und patristischen Hermeneutik nnd Exegese, Literatur, Liturgik, Pädagogik, kirchlichen Archäologie, Ka- nvnistik, praktischen Theologie im engern Verstände, wo es nöthig in genetischer Entwicklung, sonst überall in der Form dcS an sich bieten. Dieser Gcsammtapparat von Wissenschaft wollte in seinen Enden das kirchliche Dogma anzeigen, ohne aber die Momente desselben zu erhärten. Der Ruf zu höhcrn Ehren und die damit überkommenen Geschäfte waren der Ausführung des Vorhabens nicht günstig. Das änderte sich zum Bessern nach der Besteigung des Stuhls Petri. Ein vom nunmehrigen Papst hochgeschätzter Hofbeamter, der Kavalier Moroni, nahm dcn Plan auf und verwirklicht ihn im Verein mit dcn auSgczcichnctstcn Thcologcu und andern Fachgelehrten, nicht ohne Mitwirkung seines Urhebers. Somit erscheint ein Werk dcS Titels: „Dixionario cli eiucii/ione storioo - eoelegiastiLSl da 8sn ?ieti-o sino ai noslii tc-mpi," das, ans ctwa 35 starke Octav- bände berechnet, schon halb vollendet ist. Keine uns bekannte Literatur besitzt einen ähnlichen Schatz für die Fachthcolvgic; merkwürdig durch seincn wahren Autor und von seltener Vollendung durch die darauf verwendcicn geistigen Mittel. l^A. Z.) ') Das Gott dafür segnen wolle. Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen. Verlags-Inhaber: F. C. Krem er.