n ^^»S- - MeiA, der Attgsvttvger Iweite Jahreshälfte. M- »» Postzeitmtg. S. Nov. 1845 An die gebenedeite Mutter. Maria auf dem Himmelsthrone Blick' holde Mutter erdenwärts Und senk' aus deiner Strahlenkrone Nur Einen Strahl in dieses Herz. Verklärt stehst du vor deinem Sohne Und zeigest auf dein Mutterherz; O, bitte ihn, du Seelenwonne, Er möchte liniern meinen Schmerz. Sich' schmachtend lechzet meine Seele, Wie in der Wüste nach der Quelle Ein matter Wand'rer heiß sich sehnt. Erbitt' mir Labung, Trost urd Fr eden; Du bist zu trösten ja bcschicden, Wenn fromm ein Herz dich Mutter nennt. Fr. X. Das Blut des heiligen Januarius. (Aus Hurtcrö „Geburt und Wiedergeburt", drittes Bändchen.) (Fortsetzung.) So viel über den Ursprung und die Beschaffenheit des Flä'schchens und seines Inhaltes. Allein noch bis auf den heutigen Tag haben die Einen gemeint, mit etwelche» lügenhaften Berichten oder durch ein paar Witzworte die Sache abfertigen zu kön ncn. Redlichere haben cö vei sucht, verschiedene Hypothesen aufzustellen; das Einfache, irgend ein chemisches Präparat in durchaus übereinstimmendes Raumvcrhältniß zu bringen, auf durchaus gleiche Weise zu behandeln, und dann mittelst eines durchaus gleichen Eifolgcö von dem angeblichen Geheimniß den Schleier zu lüften, das ist meines Wissens noch nie versucht worden, wenigstens noch nie gelungen. Man kennt zwar wohl in der Cbcmie ein Präparat, welchem man den Namen Januarsblut beigelegt hat; dasselbe mag das Aussehen von Vlut haben, es mag seyn, daß es bet einer gewissen BehandlungSweise, bei gewissen Temp-raturgraden flüssig wird; darin liegt aber noch kein Beweis, überzeugend würde er nur bei Anwendung einer durchaus gleichen Behandlung, ohne alles Hinzutreten eines von außen einwirkenden Elementes. Daß von der brennenden und bloß bei dem Vorzeigen flüchtig bingehal- lencn Kerze auf das zwischen den bciten Gläsern isvlirt stehende Fläschchen auch nur irgendwelche Wärme ausstiömcn könne, das wird gewiß Niemand, welcher Augenzeuge war, behaupten wollen. Aber die Hand des Priesters! sagt man. Diese hält allerdings den Stiel des Gesäßes, indeß die Fingerspitzen der andern das Kreuz auf der Spitze berühren. Mache nun Jemand den Versuch mit einem Taschcnlatcrnchen, erfasse er dessen Stiel, stelle er in den leeren Raum das sensibelste Thermometer, und beobachte er, ob dasselbe nach viertelstündigem Halten auch nur unmerklich steigen werde? Nun bleibt noch die atmosphärische Wä>me in der vollen Kirche übrig. Nehme man einen Körper, der aus festem Zustande noch Welt schneller in den flüssigen übergeht, als geronnenes Oel, und bringe man denselben in vollkommen gleiche Temperatur-Verhältnisse, und sehe wieder nach, ob die Veiändernng in gleichem Zcitvcrlauf vor sich gehe, ob jedenfalls der Uebergang aus dem festen in den flüssigen Zustand mit gleicher Schnelligkeit erfolge, wie hier, wo das Flüssigwcrden nicht ein allmäliger, sondern ein rasch verlaufender Proeeß ist? Zu liescm Allem müßte noch eine höchst seltsame Voraussetzung hinzukommen: daß nämlich die höhere neapolitanische Geistlichkeit vor Jahrhunderten schon in dem Besitz chemischer Geheim isse gcwcsei sey, welche die in neuester Zeit erstaunlich vorangcschrittcne Wissenschaft bis auf den heutigen Tag noch nicht zu entziffern gewußt habe. Scllle das etwa ein hinterlassineS Eibstück des Erz;aubererö VirgiliuS gewesen seyn, von dessen Künsten Bischof Conrad von Halbersladt in seinem Reisebericht bei Arnold von Lübeck uns so merkwürdige Dinge erzählt? Bemerkenoweeth bleibt es immer, daß der berühmte Chemiker Daoy sich nicht im Fall sah, eine befriedigende Erklärung aufstellen zu können, daher der Annahme eines außerordentlichen Herganges nicht abgeneigt war. Daß sin Anerbieten zu chemischer Untersuchung der in der Flasche besinnlichen Substanz von der Hand gewiesen wurde, ist doch wohl begreiflich, weniger, daß er ein solches Anerbieten nur machen konnte. Bleibt hiemit ge-riß für immer der analytische Weg versperrt, so steht der synthetische unbedingt offen, und Niemand könnte einen Chemiker an Herstellung einer Substanz hindern, mit welcher, unter vollkommen gleichen Modalitäten, eben dasjenige sich zutrüge, was mit der Substanz in dem Fläschchen. Hören wir nun nach diesen apriorischen Schlußfolgerungen «inige Zeugnisse! Beginnen wir dabei mit einem der neuesten. — Unter die tiefsten Denker und unter die ausgezeichnetsten Gelehrten seines Fackcs, die Neapel in letzter Zeit auszuweisen hat, gehölte der Professor Nikolaus Fergola, ein Mathematiker ersten Ranges, anncben hervorgehoben durch alle jene höhern und edlen geistigen und moralischen Eigenschaften, welche die Römer unter dem Wort Virlui^ begriffen haben. Er starb als Mitglied der königlichen Akademie der Wissnschasten am 21. Juni 1824. Unter de-> Wcrthvollcn Handschriflcn, die er zurückließ, und welche von der Bibliothek des königlichen bourbonischcn Museums aufbewahrt werden, fanden sich auch vollständige, nur der Ordnung noch bedür sende Materialien zu einer Schuft, die voriges Jahr durch den Professor Flauti herausgegeben wurde unter dem Titel: 'Ivorica lic- mirnceili, »^s^osts con metoclo eiimvslraUvv so^uita da un elioorso .ipole-gotiLli sul »rirueolo pulil)ili allu muteriiZ, malemuliLiiinentiz climo- strulo. Mathematiker gelten in der Ziegel nicht als Leute, welche durch Eindrücke aus die Einbilvungck-aft leicht sich bestechen lassen; sie geh n in der Regel bei ihren Forschungen behutsam zu Werke, wollen auf den Grund der Erscheinungen dringen, begnügen sich nicht mit Schein und Möglichkeiten, sondern verlangen zwingende Beweise. Fergvla's Definition eines Wunders ist ganz kurz fol gende: „ein Phänomen, von dem sich keine natürliche Erllä-ung geben läßt;" wobei er zugleich die Unzulänglichkeit der Wölfischen und der Clark'fchcn, so wie die Frechheit der Svinoza'schen Definition nachweist. Darauf geht er zu der innern Möglichkeit der Wunder über und widerlegt die Einwendungen der Gottlosen. Nachdnn er ferner über die Natur der Wunder, deren Urheber und Zweck, und über die Energumenen seine Sätze aufgestellt und erwiesen, kommt er aus das Wunder des Bluts des heiligen Januarius. Zuerst beschreibt er mit aller Genauigkeit das Gefäß, in welchem das Fläschchen gezeigt wird, und stimmt bezüglich der Weise der sorgfältigen Aufbcwah-ung mit dem früher Erwähnten vollkommen übcrclu. Das Flüssigwcrden erfolgt 25' Male im Jahr, mithin in einem Jahrhundert 2500 Mal, obwohl es etwa zu einer Zeit unte-bleibt. Die namhaftesten Aerzte, Philologen, Kritiker Neapels sind häufig Zeugen des Vorganges gewesen, und Keiner je fand sich zu Einwenvungen dagegen veranlaßt. Das Blut, so wie es flüssig wird, zeigt keine lcimarligcn Bestandtheile, sondern wird flüssig w>« Wasser, und bleibt sich in diesem Zustande stets gleich. Ob vor den Beschauenden das Fläschchen täglich über tausendmal gedreht werde, nle wird dasselbe trübe. Fergola^ hat seiner Abhandlung eine Tabelle beigefügt, in welcher diel Wärmegrade der Kirche während drei Octaoen, nach Fahrenheil'-^ schc-n Thermometer, uud zugleich die Zeitdauer des Flüssigwerdens ^ und der Stand von diesem genau verzeichnet ist. Während der gamen Octave vom 19. bis 26. September 17^14 wechselte der Wärmegrad bloß zw s.hcn 77 und 80 G-ad Fahrcnhcit (20 bis! 21^2 Rcaumur), wahrlich ein unbedeutender Unterschied; die Zeit des glüssigwcrdenö dagegen von 5 bis 27 Minuten, und einmal nur wurde die Substanz bloß halb flüssig. Bemerkenswert!) ist,I daß am 19. Sept. bei 80 Graden 27 Minuten, am 26. aber bei bloß 77 Graden nur fünf Minuten verflossen. Vom 2. bis 10. Mai 1795 wechselte das Thermometer zwischen 67 und 80 Grad, die Zeit zwischen 2 und 41 Minuten, bei 67 Grad verflossen 15 Minuten, bei 80 Grad 33 Minuten; wonach Wä me- grad und Zeitdauer außer aller gegenseitigen Beziehung stehen. Noch merkwürdiger ist der Wechsel der Zeitdauer in dem Verhältniß zu der Folge der Tage. Man wäre vielleicht geneigt, zu glauben, die Zeit bis zum Flüssigwerden nehme im Fortschreiten der Tage ab, und wenn dasselbe heute stattgefunden, w rde es morgen um so schneller vor sich gehen. Keineswegs. Am 2. Mai verflossen 12 Minuten, am 3. bloß 2, am 4. hingegen 41 und am 5. nur 22. In den acht Tagen vom 19. bis 26. September des gleichen Jahres schwankte das Thermometer zwischen 74 und 81 Grad, die Zeit aber zwischen 3 und 32 Minuten. Auch dicßmal standen Zeit und Wärmegrad durchaus in keiner Wcchscl- verbindung. Im September erfolgt das Flüssigwcrden um 9 Uhr Vormittags, worauf das Blut aus der weit wärmern JanuarS- CaxeUe auf den Hochaltar der kältern Dvmkirche getragen wird, und bis zum Abend, wo man cS wieder in seine Nische stellt, in immer gleich flüssigem Zustande bleibt. Im Mai ist es täglich zweimal flüssig, Vormittag von 9 bis 12 Uhr; um Mittag wird das Rcligua ium verhüllt und die Kirche geschlossen. Wird hierauf Nachmittugö drei Uhr die Hülle weggenommen, so findet sich das Blut wieder in festem Zustande, bis es abermals slreßnrd wird. Das nun sind die Beobachtungen eineS Privatmannes, während des Verlaufes einer kurzen Zcitsrist. Allein seit dem Jahr 1659 werden alle Wahrnehmungen über die Beschaffenheit des Blutes bei dem Herausnehmen aus der Ni'chc, über die Umstände, unter denen es flüssig wi-d, über den Grad der Flüssigkeit, über den Zeitverlauf bis zu dieser, durch den Schatzmeister der Capcllc und einen Chorherr» Jedesmal aufgezeichnet. Würde das wohl geschehen, oder der Mühe werth eracht t werden, wenn hier Betrug statt fände? Diese Auflcichnu'gen sind zugleich ein fortlaufen^ der Commentar zu dem eidlich beschworencn Bericht des SecrctärS der zur Deputation des Schatzes Verordneten, der darüber sagt: „Manchmal veizieht sich das Flüssigwcrden, Einmal etwa erfolgt es gar nicht; bisweilen ist das Blut schon flüssig, wenn es aus dem Schrank genommen wird; nicht selten füllt es das Fläschchen so, daß die Bewegung des Flüssigen nicht kann wahrgenommen werden. Das Gleiche ist zuweilen der Fall, wenn cS ausgesetzt ist; entweder bleibt es so den ganzen Tag, oder es sinkt wieder. Jetzt wird die ganze Masse flüssig, dann wieder bleibt ein Klumpen zurück, der in dem Fläschchen umhcrschwimmt; ein anderes Mal, jedoch selten, wird es flüssig, indem es zum Küssen dargereicht wird, gewöhnlich indlß, wenn es auf dem Altare steht, wo Niemand es zu berühren im Stande ist; eine brennende Kerze wird von Zeit zu Zeit hingehalten, um zu sehen, ob das Flüssig- werden erfolgt sey. Alle diese Verschiedenheiten erzeigen sich ohne Ordnung oder Neihcngcmg, auf den etwa die Witterung Vc;ug haben könnte. Nicht nur wird zu gleicher Zeit des einen Jahres wahrgenommen, was in derjenigen des andern anders ist, ja oft in der gleichen Octave, selbst an dem gleichen Tag sind Verschiedenheiten zu bemerken." Hierin ist dann die Behauptung des Temperaturwechscls zwischen der angeblich kältern Nische, worin das Biut aufbewahrt wird, und der wärmcrn Kirche entschieden widerlegt, wenn nicht von vornherein dürfte angenommen werden, daß diese Temperatur- Verschiedenheit nicht so bedeutend seyn könne, um einen festen Körper in einen flüssigen zu verwandeln. Wäre aber auch, wovon sich nach Fergola's Untersuchungen das Gegentheil herausstellt, die Mauer-Nische wirklich kälter, als die Domkircbc, so könnte doch der Unterschied der Temperatur nicht so bedeutend seyn, um einen flüssigen Stoff in ganz kurzer Zeit in den Zustand des Gcronncn- seyns zu verwandeln. Mache man den Versuch mit dem feinsten Oel, und sehe man, ob in einer neapolitanischen Kirche je eine so niedere Temperatur eintrete, die das Oel zum Gerinnen bringen könne. Der Engländer Weedall stillte dergleichen Versuche an. Er setzte ein Glasgesäß mit Gallerte aus Kalbsfüßen mit einem Thermometer über eine F »erwärme von 73 —- 75 Grad Fahren- heit, und mußte sie fü'ns Viertelstunden drehen, bis sie zu zerfließen begann; bei steigender Wärme von 60 — 36 Graden bedürfte sie 35 Minuten, bei 105 Graden (32 ^ Reaumnr, also einer Tempcraturhöhc, die zu keiner Zeit in der Kirche vorkommen kann) 15 Minuten. Bei 78 Graden wird Butter nur in fünf Viertelstunden, und erst auf der Oberfläche weich, und bloß bei 100 ^ ivg vergeht er in 12 Minuten völlig. Eis dagegen Wurde bei 68 Grad seine Festigkeit nicht lange bewahren, doch eben so wenig, und betrüge es an Gewicht bloß eine Unze, in 12 Minuten vollständig zergehen. Hiebei ist dann nicht zu übersehen, daß alle diese Stoffe bei gleichem Wärmegrad unabweichlich in gleicher Zeitsrist sich verändern, indeß bei dem Blut des heil. JanucrriuS hierin die größte Verschiedenheit bemerkt wird, und der Wärmegrad auf die Zeit des Flüsstgwerdcns keinerlei Einfluß übt. Wie endlich soll man es erklären, daß die Flüssigkeit das Einemal das Fläschchcn füllt, ein Andermal nicht? Fergola läßt seinen Beobachtungen den Satz folgen: Ein hermetisch verschloss ncs, jedem chemischen AgcnS und jedem nußern Einfluß unzugängliches Fläschchcn ist auf zwei Dritthcile seines Raums mit einer harten Substanz angefüllt; wie kommt es nun, daß diese, in die Nähe eines andern Körpers (der Reliquien des Heiligen) gebracht, unter verschiedenen Modalitäten, j^tzt den gleichen Raum einnehmend, dann das Fläschchcn füllend, doch ohne es zu zersprengen, flüssig wird gleich Waffer, dabei niemals das Fläschch n trübt? Hierauf entgegnit er: „als Ranon der Physik steht fest: man darf zu Erklärung der Naturerscheinungen keine andern, als wahrhaftige Gründe und deren nicht mehr, als zur Erklärung nothwendig sind, beibringen." des heiligen Januars die Nacht durch aus's sorgfältigste bewache», und es würde das Flüssigwerden dennoch vor sich gehen, würden Jene wohl alsdann die Nichtigkeit der Thatsache anerkennen? Lieber würden sie das Wort der Juden wiederholen: die Wächter haben geschlafen, sie hoben von den Priestern sich überlisten lassen. Aber in der Octave der Translation bleibt das Blut immerwährend von Mittag bis drei Uhr auf dem Hochaltar des Doms, nur verhüllt, und zeigt sich Jedesmal beim Enthüllen geronnen und wird neuerdings flüssig. Wer schleicht denn am hellen Tage hinein, um die Operation des Füllens des FlaschchenS vorzunehmen?" Fergola schließt dieses Eapitel mit den Worten, welche sich auch mit vollem Recht auf di^ gelahrten Wundcrzerklärer des Neue» Testaments anwenden lassen: „Wer die Wahrheit der Wunder läugncn will, sieht sich ;u tausenderlei Tollheiten gezwungen." (Fortsetzung folgt.) Die katholische Kirche und die Secten im Orient Konstantinopcl, 27. September. ") Aus Demuth und Umsicht hebt die katholische Propaganda nicht alle Tagesereignisse hervor, welche unsere Missionäre stärken und trösten, sie vcrmci det vielmehr, so weit dieses in ihren Kräften sieht, den äußeren Glanz eines Ruhmes, der das Hciligthum entweihen oder Verdienste, die einer höheren Belohnung würdig sind, mit dem Rubine vor den Menschen aus gleiche L nie stellen würde. Zudem würden lange Listen von Bekehrungen in einem Lande, das gesetzlich die Freiheit des Gewissens noch nicht besitzt, leicht zu eben so viel Prvscriptlonslistcn in den Händen der Fei de der Kirche werden, welche stets aus ihre Wirksamkeit lauern und derselben hemmend entgegenzutreten suchen. Europa kennt darum nicht alle Fortschritte des Glaubens im Oriente und der größte Theil des Guten, welches die Missionäre wirken, bleibt und kannt. Anders geht freilich der Protestantismus zu Werke, denn dieser s tzt die Trompete an den Mund und verkündigt Ersoige, die er nicht errungen hat. Daher mochte es denn kommen, daß neulich durch franzö>ische und deutsche Zeitungen die Nachricht gelaufen ist, der Patriarch, Weiter ist es Kanon der! der Episkopat, die Geistlichkeit und das Volk der Kritik: „Die Cautelcn, welche eine Gesellschaft anwendet, um eine Nestorianer seyen zum anglicanischcn Glauben über- Thalsache gegen Betrug sicher zu stellen, müssen gewisse Gränzen getreten. Die Katholiken können indessen darüber rudig seyn! hcrbm, über welche hinaus dieselben nicht geben dürfen, denn sonst S)enn die Kirche Heirrichs VUI. und der Königin Beß, iv.lchc müßte man Cautelcn gegen die Cautelcn verlangen, was in's End-! zu Hause immer mehr altert, hat bis jetzt das Geheimniß lose getrieben werden könnte, und alle moraiische Gcwißh.it ver-i noch nicht gefunden, sich nach außmhin zu verjüngen oder gar Nichten, die Gcsellichast auflösen müßte. Unter solchem Skepticis-! neu zu gebären. Im vorigen Jahre hat sie allerdings bei den muS könnte kein Sohn sich sür rechtmäßig erkennen, kein Vertrag türkischen Nestoricrnern zwei Pred'ger, Renegaten des Pu-- giltig, gar nichts mehr gesichert seyn." seyismus, unterhalten, allein diese beiden Arbeiter im Weinberge „Aber," fährt er fort, „möchten die Nationalisten am Endeides Herrn bekümmerten sich wenig um Die, welchen sie das Evan- cinwenden: wäre es nicht denkbar daß die Priester von San ^gelium predigen sollten, sondern gericthen dn, Sendlingcn des Germano mittelst falscher Schlüssel Nachts die Capellc aufschlössen,! Methodismus in die Haare und daö Resultat des Kampfes war, das Fläschchcn aus dem Rcliguarium herausnähmen, und Men- daß beide alle Achtung in den Augen der Bevölkerung verloren struum, oder irgend cine chemische Zubereitung, in dasselbe göffn und das Feld räumen mußten, aus welchem die Dominicaner von und es bewerkstelligten, daß am folgendin Tag zu bestimmtes Mossul und die Capuciner von Mardin friedlich wie seither Stunde das Blut flüssig werde?" — Fergola beantwortete dieß fortarbeiten. Der Ncstorianischc Patriarch, den der englische Ge- mit dem Sprüchlein: „Betrug dauert selten lange," und zum sandte unter seinen besonderen Schutz genommen hat, belicht zwar Theil mit denjenigen Gründen, welche in Betreff einer Sache, die seinen monatlichen Gehalt fort, allein er steht in der Stadt Mos- unter den verschiedensten Kö>ngshäuscrn und unter Zusammenwirkens sul allein, verlassen und voll Verlegenheit, daß er nicht wenig- vicler Personen während mehrerer Jahrhunderte immer statt gcfun-Ostens einige Seelen gekapert, die er für seine Hceide ausgeben den hat, alsbald auch mir sich darboten. „Trüge man indeßkönnte. Dieß ist die ganze Geschichte, woraus die protestantischen sagt Fergola weiter, „der Einwendungen der Ungläubigen größere!- Rechnung als sie verdienen, ließe man die Mauernischen im Schatz! .) U„z Univcrs nach der Uebertragung des „Katholiken." Blätter die Neuigkeit geschmiedet haben, der Patriarch, der Episkopat, der Klerus und das Volk der Ncstorianer seyen für den anglieanischen Glauben gewonnen worden. Man hat dabei nur das kleine Verschen begangen, daß man den Theil für das Ganze genommen und für den ganzen Körper ein von dem Leibe losgetrenntes Haupt gehalten hat, das nicht aus irgend welchem religiösen Bedürfnisse, sondern bloß in der Hoffnung durch englischen Einfluß den in den Gebirgen von Kurdistan gelegenen bischöflichen Stuhl von KhodjamöS zu besteigen, unter englischen Schutz getreten ist. In zweiter Linie stehen die amerikanischen Methode sten, die jedoch bei den Nestorianern in Persien eben so unglücklich sind. Zwar berichten auch sie schon seit zehn Jahren nach Hause, daß sie den Episkopat, die Geistlichkeit und das Volk gewonnen hätten, allein auch das ist unwahr. Sie zahlen zwar den Bischöfen und Priestern in der Ebene von Urin iah einen Jahrcsgehcilt aus, in welchem Sinne sie dieselben allerdings gewonnen haben; allein das Volk hat der Bestechung Widerstanden und die unerhörten Anstrengungen, welche die intole- ranten Herren schon seit fünf Jahren machen, um die französischen La;aristcn, deren Ankunft allen ihren Bestrebungen Stillstand geboten, aus Persien zu vertreiben, sind nur zu ihrem Nachtheile auogeschlagcn, woher es auch kommen mag, daß sie j-üngnhin in ihren Briefen an daö Comite; zu Boston diese gefährdete Mission dem Gebiete der dortigen Freunde empfohlen haben. Eben so unglücklich sind sie in Griechenland, wo das Bostoner Comite wegen der störrischen Gemüthsart der Griechen zu Athen nur noch einen einzigen Missionär unterhält, eben jenen Herrn King, dem das Volk der hellenischen Hauptstadt neulich fast übel mitgespielt hätte, weil er eine Broschüre geschrieben, in welcher nach dem Geiste seiner Sects die Jungfräulichkeit und Heiligkeit der Mutter GottcS gelästert waren. Ueberhaupt bestebt ihr ganzes Missionspersonal zu Konstantinopcl, Smyrna, Brussa, Trapezuni, Erzerum, Abei im Libanon und Urmiah in Pcrsien aus dreißig verheir.itheten Herren, acht Damen und neunzehn aus den verschiedenen Localitäten stammenden Assistenten, wozu nun noch Miß Fidelia Fiek und Miß Harriet Lcwell kommen, von denen die erstere ein Erzichungoinstitut zu Urmiah mit zwei und Zwanzig Pensionärinnen leitet und die zweite eines zu Konstantinopel gründen wollte, das invissen einer gewissen Concurrenz wegen nicht zu Stande gekommen ist. Es ist in der That schwer zu begreifen^ was Miß Harriet Lowell neben den barmherzigen Schwestern ausrichten will, die schon mehr als hundert Pensionäre, über dreihundert Externe hab.n und dabei noch die Kranken ohne Unterschied der Religion und Nat ionalität verpflegen. Die Zahl der verpflegten Kranken bclief sich im vorigen Jahrc auf 22,600 und Wird dieses Jahr das Dreifache dieser Zahl erreichen. Dieser überwiegende katholische Einfluß, der sowohl im Unterrichte als in der Wirlscnnkcit der Missionäre hervo-tritt, ärgert nun allerdings gewisse Diplomaten, die von der fixen Idee besessen sind, sie müßten die papistisch jesuitischen Einflüsse bekämpfen. Sie fühlen, daß sie hier von einer unbekannten und unwiderstehlichen Kraft überflügelt Werden, deren unverzeihliches Unrecht immer noch darin besteht, daß sie eine wahre F>cundin und Beföiderin der Civilisa-^ tion ten für allgemeine Gewissensfreiheit im türkischen Reiche nicht und begnügen sich mit einzelnen Zugeständnissen, wie z. B. in der Renegatcnfrage, weil sie wohl voraussehen daß volle Glaubensfreiheit die Erfolglosigkeit der protestantischen Propaganda und die Triumphe der katholischen Wahrheit nur vermehren könne. Alle englischen Intriguen im Libanon gehen von diesem einen Principe aus. Niemand gewinnt bet diesem Verfahren der Engländer mehr als das griechisch russische Schisma. Da die Freiheit sein Tod seyn würde, so benutzt es die ihm vergönnte Frist nach Kräften, um die unter sinem Joche seufzenden Völker desto fester zu knebeln und allerwärts Schutz- und Trutzbündnisse zu schließen. So hat der griechische Patnarch jetzt die Gültigkeit der Taufe bei dcrr nichtunirten Armeniern anerkannt, eine Concession, welche von der St. Petersburger Synode dictirt worden ist und die zwei getrennten Kirchen einander näher bringt. Andererseits haben der griechische und armenische Patriarch mit dem Oberrabbiner der Juden den ganz eigenthümlichen Vertrag abgesctl> sscn, daß Keiner von ihnen Proselytcn aus der Religionsgemeinschaft deö Andern aufnehmen solle, ja sie haben sich sogar das Recht der gegenseitigen Änslicferung vorbehalten, ein lächerlicher Contract, durch welchen der Begriff der religiösen Einheit und Wahrheit in Frage gestellt wird und der unter der Maske eines gottlosen Indifferentismus nichts Anderes bezweckt, als den Pros.lytismus im Allgemeinen zu unterdrücken. Ein junger Jsraelite, den ein dunkles Gefühl zum Chiisteuthume hinzog, kam bald darauf zum griechischen Patriarchen und wurde von ihm im Namen der ebengedachten Convention aufgefordert, beim Judenthume zu bleiben. Da jeroch dieser Grund den jungen Mann nicht befriedigte, so führte ihn dieselbe Hand, die ihn zur Erforschung der Wahrheit geleitet, jetzt zu den lateinischen Missionären und der Jsraelite, der nicht schismatisch weiden durste, wurde nun katholisch. Trotz aller dieser Rücksichten auf jene nordische Macht, die im Oriente den Ucbertritt von einer Religion zur andern nicht dulden will, stehen die Angelegenheiten des griechischen Patriarchen nicht zum Besten. Er hat zwar von dem Hvspodar der Wailachei, Bibesko, einen mit sechs Pserden bespannten Wagen zum Geschenke erhalten, weil er zu der ziemlich skandalösen Ehescheidung und Wiederverchelichung dies-s Fürsten seine Einwilligung gegeben, allein sein geistlicher Credit ist rarum um nichts gebessert worden. Da er unter dem Ministerium Risa gewählt worden ist, so benutzen seine Mitbewerber diesen Umstand, ihn mit dieser heicklen Cabinetsfrage in Berührung zu bringen und es ist leicht möglich daß er bald einen Nachfolger erhalten wud, eine Absetzung, die ihn nicht nur der mit seiner Würrc neulich veebundenen politischen Ehren berauben, sondern auch der Wuth s.incr Gläubiier preisgeben wird, welche die zur Bcfö!ve?ung seiner Wahl vorgeschossenen Geldsummen noch nicht zurückerhalten haben. Frankreich. An den geistlichen Exercitien, welche jedesmal im Herbste für die Priester am Sitze ihres Bischofes abgehalten werden, ward dieß Jahr abermals mit gesteigertem Eiser Theil genommen. Auch die Vischöse wohnten meistens denselben bet. In der Diöcese Montpellier z. V. fanden sich ungefähr 409 Priester zu den ist. Diese Männer obgleich NeP^ Uebungen 'ein- die Zahl der Tyeilnehmer aus dem liberalen Poln.k, ...ter^utzen d.e französischen Bestrebungen Valcnce stieg über 20» Verlags - Inhaber : F. C. Krem er.