P ^»S- ' pei/., » der lL / ^/ Augsburger Zweite Jahreshälfte. St. Ppstzeitmtg. s«. Dee. A845» Zur Erinleerung an den 13. December (Münster'schcs SonntagSblatt.) Einen Tag von hoher Bedeutung für die ganze katholische Christenheit und auch wobl für so manche außer ihr, welche in dieser Zeit, wo alles reißt und bricht, einer geheimen Sehnsucht nach einem festen Haltpunct sich nicht mehr erwehren mögen, bringt uns noch der Schluß dieses viclbcwegten Jahres, — den drei- hundertjährigen Gcdächtnisztag der am 13. December 1545 geschehenen feierlichen Eröffnung des allgemeinen Conciliums von Trtent, einen Tag, der den unendlich reichen Keim einer großen Zukunft rettete und an der Marke einer von dort an immer trauriger sich verwickelnden, immer mehr von unnatürlichen Kämpfen zerisscnen, immer tiefer in die schrecklichen aber unver- Mridlichcn Folgen eines großen Fehlgriffes hineingezogenen Geschichte stehend, Wie ein Leuchtthurm auf Fclsengrund am MecrcSsicmd in die gährende, schäumende, sturmzerrissene See schaut. Wir dürfen nicht ohne eine ernste Erinnerung an diesen großen Tag vorübergehen und was wir als Lohn für unsere Mühe vom Leser begehren, das ist vor allem ein Gebet der Liebe zu dem Lenker seiner heil. Kirche, daß er die Augen der in den Fluthen Ringenden auf dieses RettungSzcichcn richten, dahin ihren Lauf zu nehmen, und ihre Hände stcnken wolle, nicht eher zu ermatten, als bis sie den Hafen erreicht haben. Schon war' eine Reihe von Jahren seit dem Beginne der unglücklichen Kirchenspaltung verflossen, schon hatte der Abfall weit hin in Deutschland und andern Ländern um sich gegriffen, die Grundsätze der neuen Irrlehren standen in der Augsburg er Konfession <^153l)) und anderen Bckcuntnißschriftcn bestimmt ausgeprägt da, und auch die äußeren Verhältnisse waren bereits zum großen Theil geordnet, ehe die Maaßregel der Einberufung eines allgemeinen Conciliums, von der die Heilung der klaffenden Wunde allein schien ausgehen zu können, zur Ausführung kam. Die Gründe dieser langen Verzögerung zu beurtheilen, ist nicht unsere Sache, aber so viel können wir mit Sicherheit behaupten, daß eben durch diese Verzögerung, wenn wir nicht bloß auf den nächsten Zweck, sondern auf die unermeßliche Wichtigkeit dieses Conciliums für die Zukunft sehen, die Sache der Kirche eher gewonnen als verloren hat. Der nächste Zweck des Conciliums, die Zurückführung der Abgefallenen, würde nach menschlicher Bcrech- nung um nichts besser erreicht worden seyn, wenn eS auch früher etwa in den zwanziger Jahren wäre gehalten worden. Denn nachdem die Glaubcnsneucrer den Grundsatz, daß daö Wort der Bibel ausgelegt von jedem Einzelnen über den AuSsprüchcn der Kirche stehe, einmal vollständig ausgebildet hatten, mußten sie jeden ihrer Auslegung der heil. Schrift zuwider laufenden Ausspruch der Kirche als unbiblisch verwerfen, ein rechtmäßig unter dem Papste versammeltes Concil, war ihnen als ein papistisches eben durch den Punct ein Gräuel, der es allein zu einem rechtmäßigen machen konnte und als ein allgemeines Concil waren sie nicht gemeint, ein solches anzuerkennen, worauf nicht auch ihnen eine entscheidende Stimme gegeben war. Aber für die vollständige Lösung seiner unendlich wichtigen Aufgabe für die Zukunft wurde das Concilium eben durch die eingetretene Zögcrung erst recht befähigt. Denn mit dem förmlichen Abfall eines großen Theiles der Christenheit von der wahren Kirche war der Kampf, den das Ungöttliche mit dem göttlichen in der Geschichte der gefallenen Menschheit führt, in eine neue, entscheidende Periode eingetreten, und in diesem gewaltigen Kampfe, der um so durchdringender werden mußte, je näher am Hecrde der göttlichen Offenbarung er entsprungen war, sollte durch das Concilium von Trient eine feste Grundlage, ein unwandelbarer Haltpunct für die Kirche gegeben werden, die göttliche Wahrheit mußte zu dem Ende gerade Vcn Grundsätzen der Neuerer gegenüber bestimmt ausgeprägt dargelegt werden und das konnte da am besten geschehen, als die Grundsätze der neuen Irrlehre selbst sich bestimmt ausgesprochen hatten. Gerade so also, wie das erste allgemeine Concilium von Nicäa durch seine unantastbaren dcigmatischcn Bestimmungen über die Gottheit Jesu Christi die Ketzerei der Arianer kirchlich freilich entschied, aber deßhalb der Kamps mit den Ariancrn noch keineswegs beendet war, dieser vielmehr erst an jenen dogmatischen Bestimmungen recht sich entwickelte, so hatte das Concilium von Trient, welches wir vor allen andern d.'in von Nicäa an Wichtigkeit wenigstens an die Seite stellen müssen, die Bestimmung in dem noch gewaltigeren Kampfe, der mit dem Protestantismus jetzt begonnen war, einen unerschütterlichen Haltpunct für die Kirche zu bilden und wir tragen keinen Augenblick Bedenken, von all-m Begebenheiten, welche, die zweite Hälfte des fünfzehnten und die erste des sechzehnten Jahrhunderts auszeichnen, das Concilium von Trient als die bedeutendste zu bezeichnen, von dem man auch die neue Epoche in der Geschichte beginnen würde, wenn man nicht in derselben mehr auf daS äußerlich als auf das innerlich Bedeutende zu sehen gewohnt wäre. Der allerdings nur für die Außenseite der Dinge, nur für gewaltige Massen und für plötzlich und sichtbar ins Leben eingreifende Veränderungen Sinn hat, oder der gar die dogmatischen Bestimmungen der Kirche nur als nichtsnutzige Spitzfindigkeiten betrachtet, dem wird eine solche Behauptung lächerlich erscheinen. Wer eö aber einmal inne geworden ist, daß alle Bewegungen in der Geschichte im Grunde von geistigen Mächten ausgehen , wer es weiß, daß diese höchsten geistigen Güter der Menschheit eben in den Geheimnissen des Glaubens enthalten sind, dem wird eö leicht einleuchtend, daß eigentlich die allgemeinen Concilien der Kirche die epochemachenden Begebenheiten in der Entwicklung der chrisilicben Welt bilden, wo dann wieder die hervorragendsten diejenigen sind, in denen die Grund- und Knotenpuncte im Systeme des christlichen Glaubens zur Sprache kamen. — An solcher innerer Bedeutung aber alle überragend ist wie wir schon bemerkten neben dem Concilium von Nicäa das Tridentinische. — Ehe wir nun darlegen, wie das Concilium seine große Ausgabe gclösct habe, geben wir einen kurzen Abriß der so bewegten äußeren Geschichte desselben. Nachdem die vielen Hindernisse beseitigt waren und die Päpste von ihrer Forderung, daß das Concil in Italien gehalten werden! solle, in so weit abgestanden hatten, daß man eö in einen deutschen Grcnzort verlegte, wurde am 13. December im Jahre 1545 unter Papst Paul III. das Concilium zu Trient durch die päpstlichen Legaten den Caidinalbischvf Johann Maria del Monte, den Cardinalpriester Cervini und den Cardinaldiacon Rcginald PoluS und nur 31 Vätern eröffnet, und eö wurden in ununterbrochener Reihe bis zum 11. Mai 1547 acht Sitzungen gehalten, nachdem die Zahl der Väter sich allmälig vermehrt hatte. Auf Bei langen des Papstes, das durch eine zu Trient auSgcorochene pestartige Krankheit unterstützt wurde, wurde darauf das Concilium nach Bologna verlegt, wo aber, weil nicht alle Väter dahin folgten , nur drei nichts entscheidende Sitzungen gehalten worden sind. Unterdlssen starb Paul III. Ihm folgte Julius III., unter dem daö Concilium im Jahre 1551 zu Trient wieder begonnen und bis zur 16. Sitzung (1552) fortgesetzt wurde, anfangs ohne die französischen Vischöf-, welche König Heinrich II. von Frankreich, der mit dem Kaiser im Kriege war, zurück hielt. M>t der 16. Sitzung erfolgte eine abermalige Suspension, weil Moriz von Sachsen, nachdem er den Kaiser verrathen, plötzlich mit feindlichen Truppen der Stadt sich näherte. Nach neunjähriger Unteibrcchung, in welcher Zeit auf I u l iu S III., MarccllusII. und Paul IV. auf den päpstlichen Stuhl g-folgt waren, wuide es endlich unter PiuS IV. am 13. Januar 1562 mit der 17. Sitzung wieder eröffnet, und bis zum 4. December des Jahreö 1563 fortgesetzt, wo es mit der 25. Sitzung bcschloss-n wurde. So ist es äußerlich zcrstückt und zerrissen, aber trotz dem im Inneren ein Werk aus einem Gusse und eben dadurch ein um so siegreicheres Zeugniß der katholischen Einheit. (Schluß folgt.) Die Redenrptoristeu in den vereinigten Staaten und die deutsche Colonisattou. (Schluß.) Kehren wir nuu zu den einzelnen Missionsstationen zurück. Wir sanden die erste in Baltimore, gegründet auf den Ruf des hochwürdlgsten Erzbischofs Samuel Eccleston. Da» erste nothwendigste Bedürfniß war der Bau einer hinreichend geräumigen Kirche für eine Gemeinde von wenigstens fünftausend Deutschen, und einer nicht geringen Anzahl Franzosen, Jrländer und Amerikaner. Zwar steuerte der Lyoner Verein, so wie die Leopoloinen- Stiftung in Wien zu diesem Baue bei, allein diese Hilfe war nicht im Stande die Ausgaben nur einigermaßen zu decken, da der Bauplatz allein 10.000 Dollars (1 Dollar — 5 Francs 30 Cent.) kostete und der Bau, wenn er ganz vollendet seyn wird, bts auf 371,00» Francs sich belaufen wird. Düse Kirche ist die bedeutendste der bisher von den Vätern in Am°rtka gebauten. Sie ist in einem einfachen gothischen Slyle, mit Vermeidung aller nicht unumgänglich nothwendigen Ornamente, gebaut. Wennauch die Gemeinte nach Kräften beisteuerte, so lastet doch noch eine große Schuldenlast auf dieser Kirche, in welcher bereits seit längerer Zeit Gottesdienst gehalten wird. Wegen dieser Schuldenlast konnte man noch nicht dazu kommen, neben der Kirche ein HauS für die Patres und Laienbrüder zu baue» und sie müssen sich noch immer mit einer alle Unbequemlichkeiten darbietenden Localität begnügen. Es befinden sich hier vier Vät.r und eben so viele Laienbrüder, wrlchc theils zur Bedienung des HauseS verwendet werden, da die Ncdcmptoristcn niemals weibliche Bedienung zulassen, theils zum Dienste der Kirche und zu Anfertigung von Tischlerarbeiten im Jlincen der Kirche, worin dieselben eine kunstreiche Ge- schicklichkcit entwickelt haben. Diese Kirche ist dem heiligen Alphon- sus von Liguori geweiht. 2) Der Herr Erzblischof übertrug der Congregation die Besorgung einer zweiten Kirche in Baltimore, der des heiligen JacobuS, mit einer Pfarrei von circa 3000 Scel,n, ebenfalls g> öszlcntheiis Deutsche, obgleich, wegen der Engländer, welche dazu gehen, bestimmt wurde, hier später auch einen englischen GvttlSvlenst abzuhalten. Neben di scr Kirche zum heiligen JacobuS Wurde ein Haus zur Aufnahm? der angehenden Missionäre gebaut, welche hier ihre Studien machen, nebst den nöthigen Wohnnngcn für die Patres, die z>> Professoren bestimmt sind und die nöthigen Laienbrüder. Von diesen beiccn Häusern aus, nämlich dem von St. Alphons und von St. JacobuS, wird auch der Gottesdienst und die geistliche Leitung des Hospitals der barmherzigen Schwestern und des StaatSgcfängnisscS besorgt, so wie den sehr verlassenen Carmcliterinn n und den schwarzen Schwestern, welche letztere sich dem Unterrichte und der Erziehung farbiger Kinder widmen, nach Kräften dagestanden. Eben so veische» die Väter von Baltimore den Gottesdienst mehrerer c^dcicr deutscher Gemeinden in größerer oder geringerer Entfernung, so in Washington, Rich- mond in Virginien und bei den zerstreut lebenden Deutschen dieser Gegenden. 3) Fast gleichzeitig mit der Gründung der Häuser in Baltimore ist die des Hauses in Pittsburg, im Jahre 1841. Es lebte» hier damals gegen 6000 katholische Deutsche, wie überall ohne geistliche Hilfe. DaS erste Bedürfniß war auch hier der Bau einer Kirche, und man mußte bauen, von Mitteln entblößt, allein auf die Vorsehung vertrauend. Der Bauplatz für die Kirche kostete 65.000 Frcs. und die Kirche, welche bereits unter Dach ist, gegen 100,000 Frcs. Und demungcachtet zeigt sich schon jetzt die Aussicht der Nothwendigkeit eine zweite Kirche zu bauen, da die Zahl der katholischen Deutschen täglich zunimmt. Die Gemeinde machte die freigebigsten Anstrengungen, um den Vätern im Bau beizustehen, da aber die meisten unvermögend sind, so sehen sich die guten Väter noch immer mit einer großen Schuldenlast beschwerte Nicht einmal an den so nothwendigen Ba» einer Wohnung für die «Geistlichen hat man bisher denken können und die armen Diener Gottes schmachten noch immer, von Hitze wie Kälte gleich gequält, in ihrem dürftigen Bretterverschläge. Einer der diesigen Väter ist fortwährend mit der Seclsorge unter den vielen Deutschen der nahen und fernen Umgegend beschäftigt und versieht die ziemlich zahlreiche Gemeinde in Wheeling am Ohio. 4) Vor zwei Jahren wurden die Nedemptoristcn durch die Wiederholten Vorstellungen des Hochwürdigsten Bischofs Kenrick von Philadelphia bewogen, daselbst eine Gemeinde katholischer Deutscher zu überncbmen, so wie den Bau einer Kirche für dieselben. Bis dahin hatten dieselben eine sehr kleine Kirche, unter der traurigen Verwaltung von Kirchcnvorstehern, wodurch fortwäh-! rendes Aerqcrniß entstand und sogar Viele die Kirche ganz mieden, j Andere die protestantischen Vcrsammlungshäuscr besuchten. Der nöthige Bauplatz wurde angekauft für 55,000 Frcö. und eine Kirche zu bauen begonnen, in welcher bereits seit einiger Zeit Gottesdienst gehalten wird. Die Unkosten dieses Baues werden, wenn er vcllendct ist, 150,000 Frcs. und zugleich um vieles die Kräfte dieser Gemeinde übersteigen, und doch hat man bei Aufführung dieses Baues kaum den allernothwendigsten Anforderungen einer Kirche entsprochen. Gegenwärtig besinnen sich hier drei Patrcö und mehrere Laienbrüder. Die gänzliche Verlassenheit der Jugend und die augenscheinliche Gefahr, worin sie sich durch den Besuch der protestantischen Schulen befanden, nöthigte hier so wie an andern Orten die Väter der Congrcgation, den Unterncht theils selbst provisorisch zu geben, durch Laienbrüder ertheilen zu lassen, oder auf eigene Unkosten Lehrer anzustellen. Da die Schulen aber durchaus nicht im Berufe des OrdcnS sind, so konnte diese Ueber nahine nur durch die äußerste Noth der armen Kinder bewirkt werben, und es ist zu wünschen, daß bald Schulbrüder ihre Stelle einnehmen. Die Zahl der katholischen Deutschen in Philadelphia ist etwa 10,000. Es befinden sich auch in der Umgegend von Philadelphia viele klmicre deutsche Gemeinden, welche sämmtlich von den Vätern besucht werden. 5) In New-Aork lebten ungefähr zwanzig Tausend katholisch- Deutsche in sehr verlassenem Zustande. Ihre Zahl mehrt sich täglich. Die Congngatio» folgte dem bringenden Wunsche des Hochwürdigstcn Herrn Hughes, Bischofs von Ncw-A rk, sich auch dieser Seele» anzunehmen und zugleich eine Kirche zu bauen. Seit zwei Jahren arbeiten nun drei Väter der Kongregation in dieser Gemeinde mit eben so großem Eifer als Erfolge. Da die Mittel biohcr fehlten zum Bau emer Küche, so hat man vorläufig einen Bauplatz für 130,000 FrcS. angekauft und eine Nolhki chc aufgeführt. Auch hier wohnen die Patres in einer Art hölzerner Barrackcu, allem Wechsel cer Temperatur ausgesetzt, 6) Derselbe Hochwürdigste Bischof von Ncw-Iock übergab der Congregation die deutsche Gemeinde von Röche st er von circa 2000 Katholiken. Zwei Patres leiten diese Mission und die Gemeinden der Umgegend. Die Unkosten des Bauplatzes und der Kirche, welche bereits unter Dach ist, werden nach Vollendung letzterer 150,000 Frcs. üb.rsteigen. 7) Vor etwa einem Jahre sandte der Orden auf Wunsch des Hochwürdigstcn Bischofs von New-Aork einen Pater »ach Buffalv. In wenigen Monaten hatte sich cinc Gemeinde von 2000 Deutschen um diesen Missionär gesammelt, von denen alle, ohne Ausnahme, ihre österlichen Pflichten erfüllten. Die Nothkirche ward hier auf Kosten des Hvchwürdigsten Bischofs aufgeführt, und es hängt von der Unterwerfung der Kircheuvorstchcr einer andern Kirche der Stadt ab, welche sich gegen den Bischof und die Diöccsangcsttze empört und vieles Aergerniß H-gröktt haben, ob die Kongregation diese Mission, welche cinc änderst wichtige und trostreiche zu werden verspricht, definitiv übernehmen und ein Etablissement auf eigene Kosten gründen wird. Hiezu- wäre freilich bedeutende Beihilfe erforderlich. Es befinden sich in Buffalo auch gegen 100 französische Familien alles pncstcrlichen Beistandes beraubt. *) In Monroe in Michtgan versehen seit achtzehn Monaten zwei Patres der Nedriuptoristen die Mission in der Stadt und der weiten Umgegend. Die Bewohner sind grvsztenthcilS cana- dischc Hieher übersiedelte Franzosen von großem religiösen Eifer und großer Sitteneiiifachhcit. Diese Missionäre haben auch die Sorge für die deutschen und englischen Ansiedler, so wie die zahlreichen am Lac St. Claire und Huron lebenden Wilden die Arbeiten der Nedemptoristcn, so bald als es möglich seyn wird, in Anspruch nehmen werden. Es ist der Wunsch des Hochwürdigstcn Bischofs von Detroit in Monroe ein Ccntralhaus für die Missionen dieser Gegenden zu gründen, wozu der Congrcgation bisher die Mittel fehlen. 9) Es wurde vor einiger Zeit in der Grafschaft Elk in Pcnnsylvanien eine katholische Kolonie, St. Maria, gegründet, auf einem zu diesem Behufe angckauftcn Landstriche von circa 5^/z deutschen Quadratmcilen. Es war cm lange gefühltes Bedürfniß, durch Ansiedelungen dieser Art dem vielen Unheile entgegenzuarbeiten, wtlchem die zerstreuten von Protestakten umgebenen Niederlassung?» ausgcs tzt sind. Abgesehen davon, daß den ersten Bedingnissen zum Gedeihen einer Kolonie, nämlich ein sicherer Rechtstitel, geeignete Lage, guter Boden, gesunde Luft und gesundes Wasser, welche leiter so häufig alle oder theilweise in diesem Land.' mangeln, in dieser Niederlassung auf das vollkommenste entsprochen ist, bictci sie dem Katholiken die noch nothwendigeren höheren Anforderungen: Gelegenheit ungestört seinen religiösen Pflichten leben und seinen Kindern eine solide, ächt katholische Erziehung geben zu können. ES ist die Meinung der drei Unternehmer dieser Kolonie hier einen Mittelpunkt für das katholische Leben und die katholische Erzicbung der teutschen Jugend in Amerika zu bilden. Die Kongregation des allerhciligsten Erlösers hat die geistliche Sorge dieser rein katholischen Kolonie übernommen , unv beabsichtigt mit der Zeit ihr StudicuhauS hierher zu verlegen. Die erste hier gebaute Kirche ist, wegen der täglich zunehmende» Zahl der Bewohner, schon zu klein, und eine zweite ist erforccrlich, größer als die in den übrige» MlssionSstaatcn erbauten, da, nach dem Urtheile Aller, St. Maria in Kürze eine bedeutende Stadt ;u werden verspricht. Dieß sind die nun bisher begründeten Missionshäuser der Kongregation des allerhciligst.n Erlösers in Nordamerika. Leider konnte den dringenden Anforderungen der Bischöfe von New-Orleans, von Orcgon, Chicago und Boston nicht entsprochen ^wcrdcn, in ihren Diöccscn Missionen zu übernehmen, da zum Unterhalte der oben angeführten die von Europa gesandten Mittel ^ bei weitem nicht ausreichen, und unmöglich ;u den frühcrcn drii- ! ckendcn zeitlichen Verlegenheiten neue hinzugefügt werden können, um auf dem betretenen Wege sich weiter auszubreiten. Werfen wir nun einen Blick auf das bisher betrachtete Feld ^ der Arbeiten dieses OrdcnS zurück, so finden wir eine so groß- ! artige MissionSthätigkeit, wie kein anderer Theil der Erde sie var- > bieten möchte. Wir sehen, wie unter der geistlichen Leitung dieser ') Die Congrcgation hat diese Mission bereits angenommen, wie wir eben erfahren. Väter ein eben so tüchtiges wie stlbststcindiges katholisches Leben einer ganzen deutschen Bevölkerung in jenem Wclttheile sich ausbildet. Niemand kann an der hohen religiösen und nationalen Wichtigk-it dieser unter sichtbarem Beistände Gottes arbeitenden Mission zweifeln. Möchte ihr daher auch die Aufmerksamkeit und die Hilfe aus dem Vatcrlandc zugewandt werden, deren sie so sehr bedarf, und ohne welche ihre großartige Thätigkeit nur gelähmt werden würde! Endlich bemerken wir noch, daß die Im letzten Sommer unternommene Visitationsreise des Hochwürdigen Pater von Held, Provincial der vereinten belgischen und amerikanischen Provinz, von den scgenreichsten Folgen für Amerila war, da er alle die vielfachen Bedürfnisse der neuen Stationen mit eigenen Augen sah, und mit ungemeincr Umsicht und Weisheit alle nöthigen Einrichtungen zur Ordnung und Befestigung seines Ordens traf. Niemand, der nicht mit eigenen Augen sah, wie diese Väter in Amerika leben, kann sich eine Vorstellung davon machen, bis zu welchem Grade sie der nöthigsten Hilfsmittel beraubt sind, indem sie bisher alle Zuschüsse lediglich zum Bau der Kirchen verwenden zu müssen glaubten, ohne an ihre eigene Erhaltung zu denken. Daß ihnen fast überall geeignete Wohnungen fehlen, haben wir gesehen; ihre Nahrung ist so dürftig, daß der ärmste Amerikaner sie zu schlecht für sich halten würde; dazu fehlen ihnen durchaus alle Bücher, und eö herrscht die größte Noth an Rechengerät!), Meßgewändern, kurz an Allem, dessen der Missionär bedarf. Je größer aber die Noth, um so lebendiger ist auch unser Vertrauen auf Den, der die Herzen der Menschen wie Wnsserbeiche leitet, daß er dahin Hilfe, baldige und wirksame Hilfe sende, wo sie einzig und allein zu seiner Ehre und zum Heile vieler Tausenden von Seelen erfleht wird! Schreiben Wiseman's an die Bischöfe Frankreichs. Dem genannten, und in der Postzeitung schon erwähnten Schreiben des CoadjutorS Bischofs Dr. Wiscman entnehmen wir folgende Stellen: „ES hat der göttlichen Vorsicht gefallen, Sie zum Hirtenamte in einem Lande zu berufen, wo die katholische Religion beinahe von sämmtlicher Bevölkerung bekannt wird; wo eine zahlreiche, sceleneif- rigc und sittlich untadelige Pnestcrschaft die Bürde ihrer Regierung erleichtert und Sie durch eine gesegnete Wirksamkeit tröget. Nach vielen Jahren der Prüfungen sehen Sie die Religion und ihre ehrwürdigen Diener geläuterter und glänzender aus dem Feucrofen kommen. Uns hingegen hat Gott in ein Land gestellt, wo lange Zeit Häresie und Spaltung herrschten und noch zur Stunde die Masse des Volkes in Finsternissen gefesselt sitzt, wo die Arbeiter im Evangelium unzulänglich für die Ernte sind, kurz, wo noch Alles zu geschehen hat, wo Kirchen gebaut, für die Erziehung gesorgt und religiöse Anstalten gegründet werden müssen. Trotz dieser Verlassenheit hat der Allmächtige eine Umwandlung hervorgerufen, welche in Trost unsere Herzen aufrichtet; er ließ einen Hoffnungsstrahl über uns leuchten, der die Nacht der Zukunft erhellt; er hat unsere Mühen versüßt und im Vergleich mit der nächst vergangenen Zeit unsere Arbeiten leicht gemacht. Unsere Vorgänger im Amte haben in Thränen gescict, und wir ernten in.Freuve, „Die ganze katholische Kirche hat mit der angenehmsten Ucberraschnng wahrgenommen, daß in England eine Erwecknng dcö religiösen Geistes sich kund gibt, welche man nicht anders denn als eine Offenbarung desselben heiligen Geistes betrachten kann, Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen. der die Gewässer der Tiefe bewegte, um Ordnung und Licht zu schaffen, und in unsern Tagen das wilde Meer menschlicher Irrthümer aufzuregen scheint, um hinter dem Sturme Einheit und Wahrheit herbeizuführen und eine neue Welt religiösen Glaubens aufzubauen. Nicht allein, daß uns seine Gnade mit weit mehr Bekehrungen zum katholischen Glauben als ehemals, erfreut; die alten Vorurtheile verschwinden, man bezeugt sich gegen uns liebevoller und immer Mehrere denken an die Widcrkehr der Einigkeit und wünschen sie mit Sehnsucht herbei. „Gott der Herr hat uns dabei gegen die Gefahren des Stolzes bewahrt, indem die glückliche Umgestaltung unter Umständen vor sich ging, daß wir uns nicht einmal den kleinsten Antheil daran zuschreiben können. „Ja, die Ereignisse in England sind nicht durch die Thätigkeit der Katholiken, nicht durch die Predigten unsers Klerus nicht durch die Beredtsamkeit unserer Schriftsteller, noch durch den Eifer und durch die Frömmigkeit unserer Gläubigen hervorgerufen worden. Nicht menschliche Gewandtheit oder Klugheit oder Weisheit haben, auch nur im Entferntesten, zur Entwickelung beigetragen. Im Gegentheil scheint jede Dazwischenkamst von unserer Seite die große Bewegung zu beschleunigen und Denen, welche sich uns näherten, die Hand zu reichen, eher einen Stillstand, als einen Fortschritt zur Folge gehabt zu haben. „Keiner andern Mittel hat der Herr sich bedient, als seiner Gnadengaben, welche er in reichem Maaße sendete und indem er eine Reihe von Begebenheiten eintreten ließ, wodurch die denkwürdige Bewegung vorbereitet wurde. „Der Glaube lehrt uns, daß wir die Einflüsse seiner Gnade durch unsere Gebete fruchtbarer machen, uud die Erfahrung hat bewiesen, daß darin unsere einzige und mächtigste Hilfsquelle besteht. „Mit aufrichtigem Danke vernahmen die Katholiken in England, daß ihre Brüder in Europa und in Frankreich insbesondere, fromme Bitten mit den ihrigen vereint haben. Sie erkennen es als ein Merkmal brüderlicher Liebe, daH in inbrünstiger Andacht für Englands Wiedervereinigung mit der katholischen Kirche zu einer Zeit gestehet wird, wo Gott die Herzen einiger Protestanten gerührt und ihnen den Gedanken eingegeben hat, in dem Schooße ihrer betrübten Mutter den gestörten Seelenfrieden zu suchen. Den Einen hat der Herr zum Gebete entflammt, dem Andern hat er in seine Dunkelheit Licht gesendet: die Bekehrungen waren in einem gewissen Sinne Vergeltung des Gebetes. So mußte unser Flehen mit dem Erfolge, der es krönte, inniger und feuriger werden. Um diese Hilft, um diese LiebcSbezcugnng bittet Sie nun der niedrigste Ihrer Brüder. Eine Zeit drängt heran, von der wir uns viel Gutes versprechen; die Geister sind aufgeregter als je, und sie schwanken, was zu thun seyn. Viele sind bereitet, zu uns zu kommen, und best.hcn dabei die furchtbarsten Kämpft; sie haben nnr die Wahl, alle zeitlichen Guter zu verlieren oder der Wahrheit zu entsagen; sie müssen Menschenscheu und Vorur- theilc überwinden, auf den Verkehr mit ihren Familien Verzicht leisten und die theuersten Bande zerreißen. Schwierigkeiten aller Art thürmen sich bei manchem Uebertrittc auf, und Mehreren kostete er eine Selbstvc.läugnung, die von wahrem Heldenmuthe zeigt. „Welcher Katholik könnte sein Gebet versagen, welcher Sohn der Kirche sollte sich nicht glücklich schätzen, den in schwerem Streit Begriffenen hilfreich beizustehen? Viele sind noch unentschieden, welchen Weg sie einschlagen sollen. Wer wollie nicht den' Geist der Weisheit und der Kraft in Fülle für sie erbitten? _ Verlags-Jnhabir: F. C. Krem er.