Preis t» Augsburg für fich allein (ohne A. PostzeitungljLhrltch Ist. >*kr. Durch die Post kann dieses Wochenblatt nur vou Abonnenten der Post- zeitung bezogen werden, und erhöht sich der Preis nach Verhältniß der Entfernung. Sonntags-PeLbLatt zur Augsburger Postzeitung. Für fich allein, ohne die Augsburger Post» zeitnng, find diese Blätter nur im Wege de« Buchhandel« zu beziehen und kosten in ganz Deutschland, der Schweiz u.s. w. jährlich nur L fl. SOkr oder I Lhlr. Neunter Jahrgang L1. Februar L84S. Die katholische Kirche in den Bereinigten Staaten von Nordamerika. Der „Catholic Almanac" für 1849, herausgegeben von F. LucaS in Baltimore, ist so ch«l erschienen. Wir glauben im Interesse unserer Leser zu handeln, wefiw wir auH demselben auszugsweise ihnen hier eine Uebersicht von dem gegenwärtigen Stande der katholischen Kirche innerhalb der nordamerikanischen Union.vorlegen.' Innerhalb des Gebietes der^ Vereinigten Staaten waren, seitdem Oregon dazu gehört, zwei Erzbisthümer, welche, nachdem Galveston, Cleveland, Buffalo und Albany zu BiSthümern errichtet worden, 26 Bis- thümer umfassen. Die erzbischöfltchen Sitze sind Baltimore und Oregon City. Durch Verfügung des apostolischen Stuhles (20. Juli 1847) wurde auch der bischöfliche Sitz von St. Louis zum Range eines ErzbiS- thums erhoben. Auf dem nächsten (siebenten) Concilium der katholischen Kirche in den Vereinigten Staaten (welches am 4. Sonntage nach Ostern 1849 eröffnet werden soll) wird bestimmt werden, welche Liöcesen diese neue Kirchenprovinz ausmachen sollen. Gehen wir nun zu dem Stande der einzelnen Diöcesen über. 1) Die Erzdiöcese Baltimore umfaßt den Staat Marvland und den District Columbia. Sie wird regiert durch den hochwürdigsten Erzbischof Samuel Eccleston (consecrirt am 14. September 1834). Die Erzdiöcese zählt gegenwärtig 65 Kirchen, 3 im Bau begriffene, 9 Kapellen und 10 anderweitige Stationen. Geistliche sind 53 in der Mission und 40 anderwärts beschäftigt. Kirchliche Seminare sind in der Erzdiöcese 3, in welchen sich gegenwärtig 56 Stuvirende befinden. Ferner sind in derselben 5 gelehrte Anstalten für junge Männer, 5 weibliche religiöse Anstalten, 5 weibliche Pensionate »und 27 wohlthätige Anstalten. Die katholische Bevölkerung zählt 100,000 Seelen. 2) Die Diöcese Charleston, welche am 12. Juli 1820 errichtet ward, begreift die Staaten Nord- und Süd - Carolina und Georgien. Bischof der Diöcese ist der hochwürdigste JgnatiuS AloysiuS Reynolds (ward am 19. März 1844 consecrirt). Kirchen sind in der Diöcese 25, im Bau begriffen 2, Missionsstakionen 50. Geistliche zählt die Diöcese 22 und 3 Theologie Studirende. Ferner befinden sich 2 weibliche religiöse Anstalten, 2 weibliche Pensionate, 6 wohlthätige Anstalten und 7 Mäßigkeitsvereine in der Diöcese. Die katholische Bevölkerung beträgt 7000 Seelen. 3) Die Diöcese Galveston umfaßt den ganzen Staat TeraS. Bischof der Diöcese ist der hochwürdigste John Odin, welcher am 6. März 1842 consecrirt ward. In der Diöcese befinden sich 16 Kirchen und Kapellen, -4 im Bau begriffene Kirchen, 16 Geistliche, 4 Schulen und 1 Pensionat für junge Frauenzimmer. 4) Die Diöcese Neu-OrleanS', welche im Jahre 1793 errichtet ward, umfaßt den Staat Louisiana; den bischöflichen Stuhl nimmt der hochwürdigste Anton Blanc, welcher am 22. November >835 consecrirt warb, ein. In der Diöcese befinden fich 56 Kirchen und CapeUen. Geistliche sind verwandt in der Mission 60 und 14 anderwärts. In dem einen Seminare befinden sich 10 Theologie Studirende. Gelehrte Anstalten für junge Männer zählt die Diöcese 2, Pensionate für junge Frauenzimmer 7, Freischulen 3, wohlthätige Anstalten 6 und wohlthätige Vereine 3. 5) Die Diöcese Natchrz begreift den Staat Missisippi; Bischof derselben ist der hochwürdigste John I. Change, welcher am 14. März 1841 consecrirt ward. Die Diöcese besitzt 6 Geistliche und 7 Kirchen. MisfionSstationen find 14. Die Zahl der katholischen Bevölkerung ist 6 — 7000. 6) Die Diöcese NaShville. Sie umfaßt den Staat Tennessee und wird von dem hochwürdigsten Bischöfe Richard PiuS MtleS, welcher am 16. September 1838 consecrirt ward, regiert. Diese Diöcese begreift in sich 6 Kirchen. 2 Kapellen, 20 MissionSstalionen und 8 Geistliche; ferner 5 Geschäften zum heiligen Herzen, 1 Knabenschule, 1 Pensionat sür iunge Fecu nzimmer, 1 Schule für Farbige und l Hospital und Waisenhaus. Die Zahl der katholischen Bevölkerung ist 3000. 7) Die Diöcese Dubuque umfaßt den Staat Iowa; der hoch- Wüpbigste Bischof Mathias LoraS, welcher am 28. Juli 1837 consecrirt ward, ist Bischof Derselben. In dieser Diöcese sind 15 Kirchen, 10 Stationen, 2 JndianeNnissionen und 12 Geistliche; ferner 4 Theologie Stu- dirende (von denen bereits einer Subdiacon ist), 2 religiöse Akademien und eine katholische Bevölkerung von 7000 Seelen. 8) Die Diöcese Milwaukie umfaßt den Staat Wisconsin und wird von dem hochwürbigsten Bischöfe Johann Martin Henni, wel- cher am 19. März 1844 consecrirt ward, regiert. In dieser Diöcese sind bereits 44 Kirchen und Capellen erbaut und noch 23 sind im Bau begriffen. MijsionSstationen sind 42, welche von 33 Geistlichen versehen wer. den. Ferner befinden sich in derselben 1 theologisches Seminar, 1 Kollegium, 4 Ordenshäuser und eine katholische Bevölkerung von ungefähr 40,000 Seelen. 9) Die Diöcese Chicago umfaßt den Staat Illinois. Seitdem Tode deS hochwürbigsten Bischofs William Quarter ist'der Bruder "caselh.'n W. I. Quarter, Administrator der Diöcese. So eben trifft die Nachricht ein, daß der hochwürdigste Vandevelde, früher Provincial ver Gesellschaft Jesu in Missouri, von, heiligen Stuhle zum Bischöfe von Chicago ernannt worden sey. Die Diöcese zählt bereits 68 Kirchen und noch 18 weitere Kirchen sind im Bau begriffen. Die MissionSstationen sind zahlreich. Geistliche sind in der Mission 53 und anderwärts verwendet 4. Ferner sind in der Diöcese 1 theologisches Seminar, 1 Universität, 3 Akademien, 2 Convente, 6 wohlthätige Anstalten unv eine katholische Bevölkerung von 80,000 Seelen. 10) Die Diöcese Cincinnati umfaßt den Theil des Staates Ohio, welcher zwischen dem OhioZUver und dem 40" 4U nördlicher Breite liegt, und auf der andern Seite deö Ohio (Cincinnati gegenüber) die Städte Covinglon und Newport mit einem Gebiete von 3 Meilen Ausdehnung im Staate Kentucky. Die Diöcese steht unter der Jurisdiktion des hochwürdigsten Bischofs John Baptist Purcell, welcher am 13. Oktober 1833 consecrirt ward. Kirchen sind in der Diöcese 65, 4 weitere sind im Bau begriffen. Andere Stationen sind 10. In der Mission sind 58 und anderwärts 12 Priester verwendet. Ferner finden sich in ver Diöcese 1 geistliches Seminar, 10 Theologie Studirende, 1 Collegium für junge Männer, 8 OrdenSgenoffenschaslen, 6 weibliche Pensionate, 5 wohlthätige- und Unterstützungsanstalten, 9 (?) Schulen, 10 religiöse Gesell« schasten und eine katholische Bevölkerung von 65,000 Seelen. 11) Die Diöcese Cleveland umfaßt öen nördlichen Theil (über der Linie vom 40" 4U) des StaateS Ohio; sie steht unter der Jurisdiktion deS hochwürbigsten Bischofs A. Rappe, welcher am 10. Oct. 1847 in der Kathedrale zu Cincinnati consecrirt ward. In der Diöcese sind 34 Kirchen und noch einige sind im Bau begriffen. Andere Stationen find 40. In der Mission sind 28 Geistliche verwendet. In dem Seminare sind 16 Theologie Studirende. OrdenSgenoffenschaslen sind in der Diöcese 4, Pensionate für junge Frauenzimmer 2, wohlthätige Anstalten 6, Mäßigkeitö- gesellschaften 10 und die katholische Bevölkerung zählt 25,000 Seelen. 12) Die Diöcese LouiSvillc umfaßt den Staat Kentucky. Sie steht unter der JuriSdiction deS hochwürdigsten Bischofs Benedict Joseph Fläget (am 4. November 1810 consecrirt), welchem der bochwür- digste Martin John Spalding, Bischof von Lengone und Coadjutor von LouiSville, in der Verwaltung der Diöcese assistirt. Bischof Spalding ward am 10. September 1848 consecrirt. In der Diöcese find 44 Kir- 22 chen, 10 Kapellen, 75 andere Stationen und 46 Geistliche. Geistliche Anstalten find in derselben 2; Kollegien sür junge Männer 2, weibliche religiöse Anstalten 4, weibliche Pensionate 11 und 4 wohllhälige Anstalten. Die katholische Bevölkerung beträgt 30,000 Seelen. 13) Die Diöcese Hart fort umfaßt die Staaten Connecticut und Nhode-Jöland. Der Bischof der Diöcese, der hochwürdigste Win. Tylor, welcher am 17. März 1841 consecrirt ward, refidirt in Providence. In der Diöcese sind 12 Kuchen und 13 Geistliche. Ungefähr 20,000 Seelen beträgt die katholische Bevölkerung. 14) Die Diöcese Buffalo umfaßt den Theil des StaateS New- Uork, der westlich der östlichen Gränzen der CountieS Cayuga, Tompkins und Tioga liegt. Sie ist verwaltet durch den hochwürdigsten Bischof Timon, welcher am 17. October 1847 consecrirt wurde. 27 Kirchen und 30 Geistliche sind in der Diöcese. In dem Seminare befinden sich 8 Theologie Studircntc. Ferner sind in der Diöcese 1 Kollegium sür junge Männer und 5 Anstalten, die unter Leitung der barmherzigen Schwestern stehen. Die katholische Bevölkerung beträgt ungefähr 40,000 Seelen. 15) Die Erzdiöccse St. Louis. Durch ein apostolisches Schreiben von, 20 2">i >847 wurde der bischöfliche Sitz von St. Louis zum Range eines ErzbiSthumS erhoben. Wie oben bereits bemerkt, wirb erst auf dem nächsten Concilium von Baltimore bestimmt weiden, welche Diö- cesen diese neue Kirchenprvvinz bilden sollen. Dieses ErzbiSlhum wird von dem hochwürdigsten Erzbischofe Peter R. Kcnrick, welcher am 30. November 1811 consecnrt wurde, regiert. Es sind in derselben 53 Kirchen und ungefähr 25 andere Stationen. 65 Geistliche sind in der Mission und 42 anderweitig verwendet. Indianer-Missionen sind 6; 3 Seminarien, 3 Kollegien für junge Männer, 14 weibliche religiöse Genossenschaften, 9 Institute für junge Frauenzimmer, 13 Schulen und 8 wohlthätige Anstalten. 16) Die Diöcese Mobile umfaßt die Staaten Alabama und Florida. Der hochwürdigstc Michael Portier, welcher am 5 Novem ber 1826 consecnrt wurde, ist Bischof der Diöcese. 16 Kirchen sind in der Dlöcese und noch 2 weitere Kirchen sind im Bau begriffen. Stationen sind 20 und ebenfalls 30 Geistliche daselbst. Im Seminare befinden sich 5 Theologie Studirende. Ferner sind in der Diöcese I Kollegium sür junge Männer, 3 weibliche Pensionate, 3 wohlthätige Anstalten und eine katholische Bevölkerung von 11,000 Seelen. 17) Die Diöcese Little Rock begreift den Staat Arkansas und steht unter der Jurisdiktion des hochwürbigsten Andrew Byrne (am 10. März 1844 cousccrirl). 7 Kirchen sind in der Diöcese und 2 weitere sind noch nicht vollendet. Stationen sind 10 und 6 Geistliche sind in der Mission verwendet. Ferner sind 1 Seminar für junge Männer und 1 weibliches Pensionat in der Diöcese. Die katholische Bevölkerung ist nur 700 Seelen stark. 18) Die Diöcese PittSburg umfaßt den westlichen District von Pennsylvanieu, welcher von dem östlichen durch die Linie getrennt wird, welche die östlichen Gränzen der Grafschaften Bedsord, Huntingtou, Clear- field, Elk, Mac-Kean und Potter bilden. Die Diöcese wird regiert von dem hochwüldigsten Michael O'Connor, welcher am 15. August 1843 seine Consecration empfing. Kirchen sind in der Diöcese 60, Geistliche 45, Theologie Studirende 21, religiöse Genossenschaften 4 und die katholische Bevölkerung zählt 35,000 Seelen. 19) Die Diöcese Boston umfaßt die Staaten Massachusetts, Ncu-Hampshire, Bermout und Manie. Der hochwürdigste John B. Fitz- patrrck, welcher am 24. März 1844 conftcrirt wurde, ist Bischof der Diöcese. 58 Kirchen sind in derselben und noch einige andere sind im Bau begriffen. Andere Stationen sind sehr zahlreich in jedem Staate. 49 Geistliche sind in der Mission und 8 anderweitig beschäftigt. Ferner sind in der Diöcese l katholisches Kollegium für junge Männer, 1 Waisenhaus und zahlreiche Schulen. Die katholische Bevölkerung beträgt über 80,000.Seelen. 20) Die Diöcese New-Uork umfaßt (seit Errichtung der Diö- cesen Albany und Buffalo) Stadt und Counlh New-Aork nebst den Coun- tieö südlich deö 42. Grades nördlicher Breite und den östlichen Theil des StaateS Neu-Jersey und steht unter der Jurisdiktion dcs hochwürdigsten Bischofs John Hughes, welcher am 7. Januar 1838 consecnrt ward. In der Diöcese sind 56 Kirchen und 5 Kapellen. 75 Geistliche sind in der Mission und 16 anderwärts verwendet. Im Seminare befinden sich 30 Theologie Studirende. Wffseuschaflliche Anstalten für junge Männer sind in der Diöcese 2, ähnliche für junge Frauenzimmer 5, und Anstalten unter Leitung der barmherzigen Schwestern 12. Die katholische Bevölkerung beträgt 130,000 Seelen. 21) Die Dlöcese Albany begreift den Theil deS Staates New- Uork, welcher im Norden und Osten durch die Gränze des StaateS, im Westen durch die östliche Gränze der CountieS Cayuga, Tompkins und Tioga begränzt ist und im Süden bis zum 42. Grade nördlicher Breite reicht. Bischof der Diöcese ist der hochwürdigste Mac-Klos key; er wurde am 10. März 1844 consecnrt. ES sind in der Diöcese 47 Kirchen und 11 sind noch im Baue begriffen. Andere Stationen sind ungefähr 60. In der Mission sind 38 Geistliche verwendet. Anstalten, welche von barm- > herzigen Schwestern geleitet werden, sind 3 in der Diöcese. Die katho- ! lische Bevölkerung beträgt 60,000 Seelen. ! 22) Die Diöcese Detroit, welche im Jahre 1833 errichtet j ward, umfaßt den Staat Michigan. Der hochwürdigste Peter Paul Lefevre, Bischof von Zrla in ,mrt. inliä. ist Coadjutor und Administrator der Diöcese. Er wurde am 21. November 1841 consecnrt. 30 Kir» chen sind in der Diöcese und noch 7 sind im Bau begriffen; andere Stationen sind ungefähr 25. Indianer-Missionen sind 6. 27 Geistliche sind in der Mission verwendet. ES bestehen: 1 geistliches Seminar, 1 Pensionat für junge Frauenzimmer und 13 katholische Schulen. Ferner bestehen 1 Hospital und 11 wohlthätige und fromme Gesellschaften. Die katholische Bevölkerung beträgt 75,000 Seelen. 23) Die Döcese Bincennes, welche den Staat Jndiana umfaßt, steht seit dem Tode des hochwürbigsten Bischofs Bazin unter der Administration des hochwürdigen Herrn Maurice de St. Palais; den neuesten Nachrichten zufolge ist dieser vom heiligen Stuhle als Bischof der Diöcese ernannt worden. Es sind in der Dlöcese 51 Kirchen und Kapellen, und 34 Geistliche in der Mission verwendet. In dem Seminare befinden sich 7 Theologie Studirende. Religiöse Genossenschaften sind in der Diöcese 3, wissenschaftliche Anstalten für junge Männer 1, weibliche Pensionate 5, Schulen unter der Leitung von Schulbrüdern 6. Die katholische Bevölkerung beträgt ungefähr 30,000 Seele». 24) Die Diöcese Philadelphia begreift den östlichen District von Pennsylvanieu, den westlichen von Neu.Jersey und den Staat Dela- ware. Der hochwiircigste Franciö Patrick Kenrick, welcher am 6. Juni 1830 consecrirt ward, ist Bischof der Diöcese. Gegenwärtig sind in der Diöcese 77 Kirchen und 6 Kapellen. 6l Geistliche sind in der ! Mission und 8 anderweitig verwendet. 24 Theologie Studirende befinden ^ sich in dem Seminare. Wffsenichaftliche Anstalten bestehen 6 für Knaben und 5 für Mädchen. Wohlthätige Anstalten zählt die Diöcese 4, und die katholische Bevölkerung beträgt ungefähr 120,000 Seelen. 25) Die Diöcese Richmond, welche den Staat Virginien umfaßt, steht unter der JuriSbiction des hochwürdigsten Bischofs Richard B. Whei an, welcher gegenwärtig in Wheeling resivirt. Er wurde am 21. März 1841 consecrirt. Die Zahl der Geistlichen ist 9, der Kirchen l4, der Capellen 2, der Theologie Studirenden 10, der Schulen für junge Frauenzimmer 3 und der wohlthätigen Anstalten 4. 26) Die Erzdiöcese von Oregon-Cily. Das Oregon-Tern- torium ist in acht Diöcesen getheilt, welche eine Kirchenproviuz bilden, deren Metropolitansiß Oregon-City ist. Den erzbischöfliche» Stuhl nimmt der hochwürdigstc Erchischos Franciö N. Blanchet (welcher 1845 consecrirt ward) ein und verwaltet zugleich auch die Diöcese Nesgualy. — Die Diöcese von Walla-Walla steht unter der JuriSbiction des hochwürdigsten Bischofs Magloire Blanchet, welchem gleichzeitig provisorisch die JuriSbiction über die Diöcesen Fort-Hall und Collville übertragen ist. In diesem Erzbisthume sind gegenwärtig 12 Kirchen und mehrere andere Stationen. Geistliche sind ungefähr 20 in der Mission verwendet. Pensionate bestehen 3 Die katholische Bevölkerung besteht aus 6500 SavageS Indianern und 1600 katholischen Einwanderern aus Canada. Die Misfioue» des Socialismus. Wie oft und mit Recht sind die katholischen Reduktionen der Jesuiten unter den Jndianerstämmen Paraguay's gepriesen und gerühmt und jene Macht, die solche Schöpfungen hervorgerufen und sie zu erhalten vermochte, als eine sehr hohe bewundert worden; eS war dieß aber auch eine Macht, die nicht von dieser Erde stammte, sondern von Gott: eS war dieß jener lebendige Glaube, wie ihn nur die katholische Kirche auszuweisen vermag. Die Redactionen der Jesuiten in Paraguay stehen übrigens nicht vereinzelt da, wir finden außer ihnen noch in Amerika die Reductionen der Franciscaner in Kalifornien; in Asien auf den Hochebenen der Mongolei und Dsungarei zahlreiche einzeln verstreute Dörfer und Niederlassungen, Reductionen im eigentlichsten Sinne deS Wortes, angelegt und bevölkert von flüchtigen chinesischen Neophyten; ferner in Afrika unter den verschiedenen Negerstämmen auf den Küsten von Angola und Mozambique sogar christliche Königreiche unter eingeborenen Fürsten, gegründet und geleitet von katholischen Missionären und Priestern; endlich in dem jugendlichen Oceanicn gleichfalls schon katholische Dörfer und Kolonien, gleichen Ursprunges wie die Rcductionen von Paraguay. So finden wir in allen Erdlheilen, unter allen Racen deS Menschengeschlechtes die katholische Kirche, repräsentirt durch arme aber glaubenSreiche Missionäre und apostolische Männer, als Schöpferin und Erhalkerin der blühendsten Niederlassungen und Kolonien; und selbst die Europäer fühlen sich glücklich und wohl unter dem Schirme der alten, aber ewig jugendlich-kräftigen Mutter, wie dieß u. A. die Kolonie St. Marien stadt in den Bereinigren Staaten von Nerdamerika bekundet. Auch die protestantischen Secten suchten, wie in manchem Andern, der katholischen Kirche hierin nachzuahmen, und wir stoßen namerttlich auf die Secle der Herrn Hüter, die in fast allen Erdtheilen (Oceanien ausgenommen) Kolonien zu gründen versuchte und daS Muster der Nevuclionen von Paraguay (vielfach modificirt freilich nach den Satzungen ihrer Serie) bei der Ausführung ihrer Colonisations-Versuche benützte. Allein, so sehr auch diese Hcrrnhuter-Colouieu von den Herrnhutern selbst gelobt und stets als in, blühendsten Zustande befindlich geschildert wurden; so haben doch neuere Reisende, und zwar Piotestanten, eingestehen müssen, daß diese Kolonien theils wieder aufgegeben worden seyen, theils in einem nichiS Weniger alö blühenden Zustande sich befänden. Dieß gilt zunächst von den Kolonien in Afrika unter den Hottentotten und Bosjemans. Die Kolonien unter den Indianern in Nordamerika sind entweder schon im vorigen Jahrhunderte wieder spurlos verschwunden, oder — in europäische Ansiedelungen verwandelt wurden, in welchen sich auch nicht Ein Neophyte befindet. Dasselbe gilt von den wenigen Colonien im russischen Asien, z. B. Sarepla, einer Niederlassung, in welcher so wenig bekehrte Heiden oder ehemalige Nichtchristen sich aufhalten, als in den Stammsitzen Herrnhut oder Ber- thclsrorf in Sachsen. Um nichts zu übergehen, gedenken wir noch der von dem Prediger Egede im vorigen Jahrhunderte von Kopenhagen aus in Grönland gegründeten Colonien bekehrter Eskimos. Egede, — den man protestantischer Seils dem heiligen Indianer-Apostel Franz Taver an die Seite zu stellen versucht hat, — hatte große Schwierigkeiten zu überwinden, ehe es ihm gelang, einige Eskimos in Colonien a la Herrnhut zu vereinigen; kaum war er aber gestorben, so verschwanden die Neubekehrten wie Spreu im Winde und an ihre Stelle traten dänische Rvbbenjäger und Thransieder. Wir verweilten absichtlich Etwas länger bei den Kolonien der Herruhuter: sie werden ja so oft von den Gegnern der katholischen Kirche als Muster aufgestellt und sollen als Belege dafür dienen, daß der Protestantismus als solcher wohl auch im Stande sey, Colonien, ähnlich den Redactionen der Jesuiten, zu gründen und im blühenden Zustande zu erhalten. Nun wir haben gesehen, wie es mit der Erhaltung deS blühenden Zustandes dieser am meisten gepriesenen aller protestantischen Missionö- Colonien steht, und überlassen es den Lesern des MissionsblalteS sich über die weniger gepriesenen Misstonsstakionen anderer protestantischer Secten hiernach ein Urtheil zu bilden. Wir erwähnten oben der katholischen Kolonie St. Marienstadr in den Vereinigten Staaten und deuteten darauf hin, daß die katholische Kirche auch diejenige Kraft besitze, schon civilistrte Menschen — und zwar verschiedener Abstammung — zu vereinigen und ihnen Alles zu sichern, was zu einem so viel als möglich sorgenfreien Erdenleben gehört. Auch der Protestantismus und der Socialismus und Kommunismus haben sich auf diesem Felde versucht, und besonders letztere, indem sie sich die Aufgabe gestellt, den Menschen schon auf Erben glückselig zu machen, ihr Hauptaugenmerk auf die Etablirung überseeischer Niederlassungen und Colonien gerichtet. Wir begegnen auch hier zuerst wieder den Herrnhutern, die, wie schon gejagt, in fast allen Theilen der Welt europäische Colonien gegründet, welche sämmtlich dem Stammsitze Herrnhut, äußerlich wenigstens, auf ein Haar gleichen. Man kann diesen Gemeinden daS Zeugniß nicht absprechen, daß sie ein Bild äußerer Ordnung und Zufriedenheit abgeben; die inneren Verhältnisse sind aber überall sehr verworren und eine eifersüchtige Herrschsucht der Prediger und Nettesten auf der einen Seite hat auf der andern Seite vielfache Unzufriedenheit und Mißstimmung hervorgerufen, die sich zwar noch passiv verhalten, allein über kurz oder lang auf eine die Societät der Herrnhuter Brüdergemeinden vernichtende Weise an den Tag treten werden. — Wir können und wollen hier nicht alle die Anstedelungsversuche deS Protestantismus und AntikatholiciSmus aufzählen und beleuchten, wie z. B. die Versuche der Methodisten, Mormonen, des Würltembergerö Rapp u. A.; nur der Versuche von Seiten des Kommunisten Cabet sey hier ausführlicher gedacht, besonders da dieselben die öffentliche Aufmerksamkeit in unseren Tagen stark in Anspruch genommen haben. Folgendes Schreiben eines Anhängers von Cabet, das so eben die französischen Blätter mittheilen, möge unsere Leser in den Stand setzen, sich ein Urtheil zu bilden über die schaffende und erhaltende Kraft deö CommuniSmuS in Bezug auf Colonien, die von einer religiösen Ueberzeugung oder Ansicht ins Leben gerufen worden. DaS Schreiben lautet: „Ehre uno Ruhm dem Pascha Cabet und seinen Janilscharen! Jka- ricn ist begründet, Jkarien cristtrt, es ist ein Eden, ein wahres irdisches Paradies; o, wenn Ihr Jkarien sehen würbet!" so lauten die enthusiastischen Reden, mit welchen die Schafe, welche darauf hören, verlockt und dann geschoren werden sollen. „Ihr müßt mir blind vertrauen," sagt der Pascha von Jkarien. Auch ich habe wie so viele Andere bescheiden die Augen zugedrückt und mich weder um die Hilfsquelle» des Landes, noch um den Zustand ber Casse bekümmert. Keiner der Passagiere kannte die Einnahmen und Ausgaben, eben so wenig war uns die Urkunde über den Erwerb einer Million Acres Land vorgelegt worden, wir reiste» ab wie wahre Hämmel. Kaum waren wir indessen auf der See, so erklärte mir ber Stellvertreter von Cabet, daß diese angebliche Concession von einer Million AcreS Land gar nicht eristire. Es war dieses die erste Täuschung. Bei unserer Ankunft in Neu-OrleanS erfuhr ich, daß die Waarenniedcrlage zu Shrewport und die Uhren der Ikarier für 1000 FraucS versetzt seyen. Zweite Täuschung. Da ich krank war, so verlaugie ich einen Arzt; der Oberjauitschar Favard antworteie mir aber, in Neu OileanS seyen die Aerzte alle Quacksalber, meine Krankheit sey auch nicht so bedeutend, daß ich mich deßhalb aufhatten sollte, ich solle darum nur nach Jkarien gehe» und mich dort von dem Arzte der Gesellschaft behandeln lassen. Später erfuhr ich indessen, baß der Janilschar Favarv sich nie um einen Arzt bekümmert, daß er vielmehr erklärt habe, er habe kein Geld, um einen Doctor zu bezahlen. Dritte Täuschung. Wie wurde ich aber erst überrascht, als ich nach Shrewport kam und das zur Aufnahme der Frauen bestimmte Gebäude sah. ES befindet sich in einem solchen Zustande, daß die Einwohner sagten, sie möchten keinen Gaul hineinstellen! Die vierte und stärkste Täuschung war unser Zug durch die Wälder und Prairien von TeraS, während dessen wir wegen der Habgier des Oberjanitsckaren alle möglichen Entbehrungen erdulden mußten. Die letzte und traurigste aller Täuschungen war jedoch unsere Ankunft in Jkarien selbst. Wir sandcn bort keinen Menschen, sondern Leichname, keine Spur von Kultur in diesem angeblichen Paradiese, wohl aber 10,000 FrancS Schulden. Am Tage nach unserer Ankunft wurde deßhalb einstimmig mit Ausnahme von drei Stimmen beschlossen, daß die Gesellschaft aufgelöst sey und wir AlleS im Stiche lassen wollten. Der Rückzug war mit großen Schwierigkeiten verbunden und wir mußten unterwegs viele Kranke zurücklassen. Die Koffer und das gesammte Weißzeug deS letzten Zuges mußten auf den Prairien zurückgelassen werden. Wir erwarteten nun zu Shrewport Hilfe von Frankreich aus und es kam auch wirklich eine aus fünf Mitgliedern bestehende Commission am 24. Oktober an, die uns sagte, sie habe im Ganzen 4000 FrancS, während sie in der That 25,000 FrancS hatte. Jeder von unS erhielt nun 55 Francs, womit er sich nach Neu-OrleanS durchschlagen mußte. Ein Mitglied der Commission, NauienS Chaise, ging mit einem Theile dieser Summe durch, die anderen haben einen sogenannten Bruderbund gebildet, dessen Mitglieder alle Wochen 30 SouS zum Besttu der kranken und arbeitslosen Ikarier zahlen müssen. Da indess.n fast Alle, welche auS Teras zurückgekommen, krank sind unv nicht arbeiten können, so werden bloß die jungen Schafe in den Verein treten »nd bezahlen, und wenn sie je einmal Rechnung verlangen, so ward der Janitschar kommen, und ihnen sagen: .Ihr müsset uns blind vertrauen!" Ich für meinen Theil bin ohne Arbeit und habe 1000 FrancS, davon 400 FrancS auf Rechnung meines Neffen, in die Casse geschossen Da indessen mein Neffe nicht kommt, weil Eden in der Auflösung begriffen ist, so glaubte ich, daß ich diese Summe wieder bekommen würde. Als ich aber mit dem Janit- scharen Favard davon sprach, gab mir dieser Vertrauensmann deS Pascha zur Antwort: „Dein Geld wie das aller Anderen ist zum T—." Diese Änderen sind die Familien, welche noch in Frankreich sind, die ihr Geld eingeschossen haben, allein jetzt nicht abreisen werden, weil die ganze Unternehmung aufgegeben ist. In der Sitzung deS BrudervereineS von, 21. Oct. bat ich um einen Vorschuß, damit ich bis zur Ankunft neuer Geldmittel auS Frankreich leben könne. Ich erwarte Geld, denn icb habe an meine Familie darum geschrieben, unv erwarte auck meine Frau, die sitzt schon auf der Reise zu mir seyn muß, und ebenfalls 1200 FrancS eingeschossen hat. Ich versprach hoch und theuer, daß ick diesen Vorschuß zurückgeben würde, so bald mein Geld aus Frankreich ankäme; Alle wußten, baß ich ganz mittellos war und keinen Menschen in Neu-OrleanS kannte. Kraft deS Princips ber Brüderlichkeit wurde mir indessen jede Unterstützung rundweg abgeschlagen. Welch eine Lehre für mich! Möge sie den anderen Unglücklichen zur Warnung dienen, die sich durch Cabet und seine Janit- scharen verführen lassen. E. Dubuisson, Golcarbeiter." AuS diesen Andeutungen und Beispielen läßt sich.zur Genüge erkennen und die Folgerung steht fest, daß nur die katholische Kirche die Kraft besitzt, kirchliche Colonien zu gründen und zu erhalten, alle Secten aber, sie mögen heißen, wie sie wollen, find nicht im Stande, für die Dauer eine Vereinigung von Menschen zu erhalten; denn nur der katholischen Kirche stehen Glaube und Liebe zu Gebote, zwei Bindemittel, die alle anderen überdauern, selbst den Eigennutz, diese so starke Triebfeder menschlicher Leidenschaften. (Katholik.) Alvineirt« I»««,«, qnitt piilvts (AuS: Sechs Predigten über da« heilige Bußsacrament, von W. I. Franz. ') „Uemento Ilomo, guia pulvis es!" So spricht die heilige Mutter, die Kircke, mit Anfang der heil. Fastenzeit zu ihren Kindern ein ernstes Wort: Ich soll gedenken; — du sollst gevenken; — er, sie, soll gedenken; — Wir sollen gedenken! — WaS? — Ich werde sterben; — du wirst sterben; — er, sie, cS wird sterben; — wir werden sterben; — und »auf den Tod folgt das Gericht." (Hebr. 9, 27.) An den Tod sollen wir denken und was darauf weiter kommt! — O, daS ist eine alte Geschichte! sagt der FaschingSmensch, dem das Aschermittwochlied nicht gefallen will; daS ist eine alte Geschichte! Denkt man denn nicht ohnedem genug daran? Nein! sagt die Erfahrung, man denkt nicht genug daran. Stirbt ein AltcS, da sagen die Jungen: Die Jahre waren da; cS hat lange genug gehalten. — Stirbt ein junger Mensch, da sagen dann die Alten: Der oder die hat auch zu geschwinde gelebt, oder fügen, sich selber beruhigend, wohl die Bemerkung bei: Die Jungen, wenn eS zum Krankwerden kommt, reißt es meist schneller weg, als die Alten. — Stirbt ein Kranker, da sagen die Gesunden: DaS war bei dieser Krankheit vorauszusehen!... stirbt ein dem Anscheine nach Gesunder in der Fülle seiner Kraft, — da sagen die Kranken und Kränkler: Er ist ein Opfer seiner Dollblütigkeit geworden; ja sie vertrösten sich: ein oftmaliger Patient sey diel sicherer vor dem Tode, als so ein Riese; weil wer mehr mit Kränklichkeit zu thun habe, viel sorgfältiger sich zu bewahren verstehe.— Stirbt «in Armer, da denken die Reichen: Dem Menschen hat es an Nahrung, Pflege und einem guten Arzte gefehlt: sonst wäre er wohl aufgekommen! — Stirbt ein Reicher, da sagen dann die Armen: Der könnte auch noch gesund seyn, wenn er einfacher gelebt hätte, und die vielen Arzneien haben ihm vollends den Rest gegeben; — einfache Kost und Hausmittel erhalten uns länger.... So und ähnlich denken und reden Tausende, ehe nur Eines auf den rechten Grund kommt und sagt: Der ist gestorben und Die ist gestorben, weil sie sterbliche Menschen waren, wie auch ich bin und nicht weiß, weder den Tag noch die Stunde. — So und ähnlich wie die eben Geschilderten macht man es aber eben, weil man an den Tod nicht denken mag, selbst wenn man von ihm reden muß!... und dock kann nicht daS Vergessen, kann nur daS ernste, lebenSverbeffcrnde Bedenken des nun einmal unvermeidlichen TodeS, diesem seinen Stachel, diesem die vorangehende und nachfolgende Bitterkeit benehmen. Erforsche also dein Gewissen, ordne dein HeilSgeschäft im Andenken der Asche und im Spiegel des TodeS; — und waö du an dir findest, das du im Sterben nicht an dir haben möchtest, — daS ist gewiß nicht recht! Daß es aber wieder recht werbe, mit der Gnade GotteS, in jedem solchen Falle, mahnt mit verdoppelt liebevollem Rufen, mahnt mit Worten, mahnt mit Sinnbildern unsere Heilsbesorgte, liebende Mutter, die hl. Kirche, «den in der heiligen Fastenzeit. — Ein geistreicher christlicher Dichter hat diesen Fastenbußruf in folgenden Denkrcim gefaßt, mit welchem ich schließen will: Zeit der Reue, Zeit der Buße kommt auf'« Neue, Grüßet uns mit ernstem Gruße, Mensch! nicht säume, nimmer hascht eitle Träume! Ist dein Leib nicht Staub und Asche? — Ach ermesse was dir noth, Nicht vergesse deines Heilands bittern Tod! Wein' und klage, daß viel Stunden Daß viel' Tage leer und thöricht sind befunden; Andrer Gram so dich beschwert Wahrlich ist der Müh' nicht werth! Diese heilige Gesinnung und daS ihr entsprechende Thun möge unS begleiten durch die nahende Fasten, durch unsere ganze Lebenszeit! Augsburg, M. Rieger'sche Buchhandlung. Barmherzigkeit eines Priesters. „DaS freie Oesterreich" bringt unter der Aufschrift: „Handlung eines katholischen Priesters auS den Octoberragen von 1848" unter der Chiffre Dr. G. B. folgende Erzählung. Ich kam, meinen Geschäften nachgehend, am 6. October gerade in dem Augenblicke aus dem Stephansplatze an, als der blutige Zusammenstoß der Garden war, und wurde dort in ein Gedränge von Menschen hineingerissen. Bald hörte ich hinter mir Kugeln pfeifen, und viele Menschen, so wie ich, flohen in daS AlumnatSgebäuve; dort merkte ich erst, nachdem ich einigen Verwundeten Hilfe geleistet harte, daß ich selbst im Rücken von einer Kugel verwundet sey. Ich ließ mich in daS deutsche Haus führen, wo der Arzt meine Wunde für tödtlich erklärte, und wirklich hatten mich die Kräfte schon so verlassen, daß ich halb bewußtlos zusammen sank. ES wurde um einen geistlichen Herrn geschickt, und der Priester deS deutschen Ordens, der hochwürdige Pater Holzapfel kam, und versah mich mit den heiligen Sterbsacramenten. Er hatte wohl iir meinen Augen den Wunsch erkannt, ein Plätzchen zu haben, um ruhig sterben zu können, da jede Berührung mir ungeheure Schmerzen verursachte. Da erbarmte er sich, und ließ mich in ein abgesondertes Zimmer bringen, wobei er thätig Hand anlegte, deckte mich dann mit seiner eigenen Bettdecke zu, und pflegte mich mehrere Tage und Nächte unausgesetzt, so daß, wenn ich des Nachts von wüthenden Schmerzen erwachte, ich ihn neben meinem Lager (welches in der Eile auf den Boden gemacht worden war) auf dem harten Fußboden, nur seinen Kopf auf meinem Polster liegend, fand, und er mir dann stundenlang den heiligen Trost der Religion zusprach. Als ich mich so weit erholte, daß eine Operation an mir vorgenommen werden konnte, übernahm er die Kosten derselben, und verwiest mich freundlich zur Ruhe, als ich ihm sagte, daß ich ein ganz armer Mensch sey, und ihm nichts ersetzen könne. Die Operation ging glücklich von Statten, nnv er pflegte mich während meiner Wundfieber fort, so sorgsam, wie es meine eigene Mutter nicht besser hätte thun können, und behielt mich auch, nachdem ich NcconvaleScent wurde, in seinem eigenen Zimmer bei sich, wo er mir manches gar schöne Erbanungsbuch zu lesen gab. So geschah eS, daß ich, an Leib und Seele gesunder von ihm auS dem deutschen Hause entlassen wurde, als ich hineingekommen war. Gott möge cS ihm lohnen, ich kann nichts, als für ihn beten, und seinen guten Lehren folgen. Und dieß will ich auch, so wahr mir Gott helfe. PiuSvereine. BreSlau. Der hiesige Piusvercin beschäftigt sich gegenwärtig mit Errichtung von Abend- und Sonntagsschulcn für Gesellen, Lehrlinge, Arbeiter und Dienstboten. Auch hat sich ein Auöschuß zur Gründung katholischer Volksbibliotheken gebildet. — Ueberhaupt gewinnen die katholischen Vereine in Schlesien immer weitere Ausbreitung, so daß ihre Zahl bereits auf 56 gestiegen ist; die bis jetzt bestehenden entwickeln auch eine Thätigkeit, die von dem Aufschwung katholischer Gesinnung ein herrliches Zeugniß gibt. Wenn man bedenkt, daß fast sämmtliche Vereine wöchentliche Versammlungen halten; daß die meisten ihre Wirksamkeit meilenweit ausdehnen; daß die wichtigsten kirchlichen Fragen allgemach durchbesprochen, und eine gründliche Wissenschaft deS Nothwendigen Gemeingut von Tausenden wird; daß ferner die VereinSglieder eifrige Sendboten im Familien- und Freundeskreise abgeben, so kann man den Segen deS katholischen Ver- einSwerkes nicht gering anschlagen. Augsburg, 8. Febr. Vom hiesigen PiuSverein, der von Tag zu Tag an Bedeutung gewinnt und nun über 500 Mitglieder zählt, während sich bereits auch mehrere Zweigvcreine mit Hunderten von Mitgliedern angeschlossen haben, wurde in seiner gestrigen, zum erstenmal im goldenen Saale in der Jesuitengaffe abgehaltenen Generalversammlung eine Adresse an die Kammer der Abgeordneten angenommen, welche im Einklänge mit der Denkschrift der deutschen Bischöfe für die Kirche die vollständigste Freiheit in Anspruch nimmt. Verantwortlicher Redacteur: 8. Schönchen. Verlags-Inhaber: F. C. Kremer.