Preis iu Augsburg für sich allein (ohne A. Postzeitung) jährlich Ist I» kr. Durch die Post kaun dieses Wochenblatt nur von Abonnenten der Post- zeitung bezogen werden, und erhöht sich der Preis nach Verhältniß der Entfernung Sonntags - Beiblatt zur Augsburger Postzeitung. stür sich allein, ohn« die Augsburger Post» zeitung, find diese Blätter nur im Wege de< Buchhandels zu beziehen und kosten in ganz Deutschland, der Schweiz u.s. w. jährlich nur 1 st. »O kr. oder I Lhlr. Neunter- Jahrgang. ^ 7 . 18 . Februar 181 i-. Nicolaus, durch Gottes Barmherzigkeit und des apostolischen Stuhles Gnade Bischof von Speyer, allen Geistlichen und Gläubigen der Diöcese Gruß und Segen iu unserm Herrn Jesus Christus. Was der heilige Geist den Aposteln unsers Herrn Jesu Christi hinter dem Schleier der Zukunft gezeigt hat; was der Apostel Petrus zur Warnung, Vorsicht und Wachsamkeit späterer Zeiten vorhergesagt hat (2. Petr. 2, 1) mit den Worten: Auch unter euch werden falsche Lehrer seyn, welche Irrlehren deS Verderbens einführen, den Herrn, der sie erkauft hat, verläugnen, und schnelles Verderben unter sich herbeiführen: — das scheint in unserer Zeit sich erfüllt zu haben. ES sind zwar von jeher viele falsche Propheten in die Welt ausgegangen (1. Joh. 4, 1), welche das Wort der göttlichen Wahrheit durch ihre verkehrten Meinungen entstellt, und in vielen Gläubigen das Licht deS Evangeliums zu verfinstern gesucht haben. Allein noch in keinem Jahrhunderte, seitdem die heilige Kirche besteht, ist die göttliche Lehre deS Christenthums mit so vereinten Bestrebungen angegriffen, verspottet und verläugnet worden, wie in unsern Tagen. Noch nie waren die falschen Propheten, Lehrer und Prediger deS Irrthums und Unglaubens so zahlreich. Noch nie sind so ungescheuk die Haupimahrb,!' n des Evangeliums verdreht oder verworfen, und die verderblichsten Grundsätze allenthalben in Wort und Schrift verbreitet worden. Noch nie wurde es so frevelhaft gewagt, den Glauben an die himmlische Lehre deS Erlösers, welche die Christenheit seit mehr als achtzehn Jahrhunderten alö das Wort deS Lichtes und des Lebens, als ihr theuerstes Heiliglhum und die Quelle alles Trostes verehrt, in den Gemüthern der Unbefestigten zu erschüttern, zu vernichten, und die Kirche, die ihre Bewahrerin ist, zu zerstören. Als solche falsche Propheten und Jrrlchrer haben wir besonders die Stifter und Verbreiter der seit nicht langer Zeit entstandenen Secte zu erkennen, deren Anhänger sich da freie Christen, dort Deutsch tat ho- liken mit Unrecht nennen. Wie diese Secte in ihrem Entstehen an verschiedenen Orten unsers Vaterlandes von den Gegnern der heiligen K rche willkommen geheißen; so wird sie noch immer gepflegt, gefördert und unterstützt Diese Secte hat, unter Begünstigung der Feinde der Religion und zum Umsturz jeder rechtmäßigen bürgerlichen und kirchlichen Gewalt und Ordnung, mit dem offen ausgesprochenen Bestreben, einen allgemeinen Abfall von dem katholischen Christenthum herbeizuführen, auch in unsern Gegenden Eingang gefunden. Es ist ihr gelungen, durch trügerische Ueber- redung und andere unlautere Mittel manche laue, leichtsinnige, glaubenslose und verweltlichte Seelen zu Anhängern zu werben. Wo gibt eS aber eine Haupliehre des Christenthums, eine Grundfeste der göttlichen Wahrheit, ein aller Annahme wenheS Geheimniß des Evangeliums, welche nicht in den Schriften und Reden der Verkündiger und Theilnehmer dieser Irrlehre verkehrt gedeutet, verhöhnt und in den öffentlichen Bekenntnissen ihres Glaubens oder vielmehr Unglaubens verläugnet werden! So sehr auch diese Glaubensbekenntnisse unter einander im Wortlaute verschieden sind, so stimmen sie doch in der Aufnahme der Irrthümer aller Jahrhunderte unv in der Verneinung aller übernatürlichen Offenbarung mit einander überein. Es ist, Geliebte im Herrn, wie ihr wisset, die Grundlage, auf welcher der ganze christliche Glaube beruhet, und eö ist die UnterschetdungS- lehre der christlichen Religion von jeder anderen: baß wir den einigen Gott erkennen und anbeten sollen in drei Personen, den Vater, Sohn und heiligen Geist. Auf diese heilige Wahrheit sind nach der Vorschrift Jesu die Christen in allen Jahrhunderten getauft und zu deren Bekenntniß durch die Taufe verpflichtet worden. Allein diese höchste und tiefste Offenbarung- deS göttlichen WesenS findet in dem Bekenntnisse dieser Abtrünnigen keine ^ Stelle. Sie halten diese hochheilige Wahrheit, obgleich sie in der heiligen Schrift klar ausgesprochen, und durch die apostolische Ueberlieferung zu unS gekommen ist, für eine menschliche Erfindung und Vorstellung, die man mit Stillschweigen zu übergehen habe. Darum bekennen sie auch Jesum Christum den Herrn nicht als den cingebornen Sohn GvtteS, gleichen Wesens mit dem Vater. Sie bekennen ihn nicht als den von Gott verheißenen Heiland unv Erlöser, der gesandt worven, die abgefallene und verirrte Menschheit zu Gott zurückzuführen. Sie bekennen ihn nicht als den Sohn, durch den Gott in den letzten Tagen zu uns geredet, der daS GotleS-Wort, welches er verkündigte, durch Wunder unv Thaten bekräftiget hat; dessen Belehrung daher wahrhaftig, dessen Gebote verbindlich, dessen Verheißungen zuverlässig sind; der in jeder Hinsicht nur Worte deS Lebens hat. Diese Abtrünnigen bekennen Jesum Christum nicht als den Mittler, in welchem Gott die Well mit sich versöhnte (2. Kor. 5, 19); der durch seine Hingabe in den Tod und seinen Gehorsam bis zum Tode ces streuzeS unsere Schuld getragen, gut gemacht, unsere Rechtfertigung verdient; und der durch seine Auferstehung uns die unendliche Vaterliebe Gottes verbürgt hat. Sie bekennen ihn nicht als den, dem alle Gewalt ' '-st im Himmel und auf 'Erden. Ti. ..ek......-.» ihn nicht als den Richter der Lebendigen und der Todten, den Geber des Lebens und der Unsterblichkeit. Sie halten den Herrn Jesum Christum nicht für mehr als einen Menschen. Sie lassen ihn nur gelten als ein Werkzeug der göttlichen Vorsehung, als einen ausgezeichneten Lehrer, der die jüdische Religion verbessert, gereinigt, und die Menschen zur Erkenntniß der religiösen Wahrheiten der Vernunft gebracht habe. Die Erlösung von der Sünde durch den Tod Jesu, seine Stellvertretung unv das Vertrauen auf seine unendlichen Verdienste nenne» sie einen Wahn; da auf der menschlichen Natur keine erbliche Schuld liege und die Menschen zur Vergebung der Sünde nur eigener Besserung bedürfen. Was die heilige Schrift von der übernatürlichen Geburt deS göttlichen Heilandes, von seinen wundervollen Thaten, von seiner Auferstehung und Himmelfahrt erzählt, geben sie auS für unverbürgte Sagen und bildliche Vorstellungen der alten Welt, welche gläubig anzunehmen nicht nothwendig sey. Der heilige Geist ist diesen Abtrünnigen keine hochheilige, göttliche Person; sondern nur die geistige, religiöse Gesinnung, ja selbst daS wechselnde religiöse Bewußtseyn der Zeit. Sie lehren daher, eS sey Täuschung, vom heiligen Geist übernatürliche Gnadcnwirkungen erwarten wollen. Die heiligen Sacramente, welche diese Jrrlehrer, außer der Taufe und dem Abendmahle, verwerfen, sind ihnen daher nicht sichtbare, kräftige Zeichen der göttlichen Gnade, sondern nur Gedenkzeichcn der Ausnahme in ihre Gemeinde, Erinnerungen an Christus den Lehrer. Ja, die Taufe halten sie nicht einmal für nothwendig, da ohne dieselbe auch Juden in ihre Gemeinde aufgenommen werde». Die heilige Kirche halten diese Verirrten nur für eine menschliche Anstalt. Die kirchliche Gewalt und Gerichtsbarkeit, lehren sie, sey nur GeisteSdruck'und zur Gewissensknechtung eingeführt, von deren Fesseln man sich befreien müsse. Deßhalb hätten auch, so behaupten sie, die Gesetze, Anordnungen und Gebräuche der Kirche für die freien Gewissen keine verbindende Kraft. Sie erklären zwar, daß sie nebst der Vernunft die heilige Schrift als Quelle ihres LehrbegriffeS annehmen; aber sie verehren sie nicht als ein unter GotteS Eingebung geschriebenes Buch, und fälschen dieselbe durch verkehrte Deutung unv Auslegung. Sie ziehen die AuSsprüche der heiligen Schrift vor den Richterstuhl ihrer schwachen und doch übermüthigen Vernunft und sagen eS unverholen: daß sie nur Jenes in der heiligen Schrift für wahr erkennen, was sich mit der Vernunft, welche allein unser Denken zu leiten und zu berichtigen habe, begreifen lasse. Alles Geheimnißvolle, Wunderbare und Uebernatürliche lassen sie unbeachtet oder verwerfen eS als irrig. Sie vermessen sich zu behaupten, daß selbst die Lehre Christi, in welchem doch alle Schätze der Weisheit und Erkenntniß verborgen sind (Kol. 2, 3) und seiner Apostel, einer wettern Ausbildung und hohem Vervollkommnung fähig sey; und daß eS bei dem Christenthume überhaupt auf den Glauben nicht ankomme, sondern nur die Liebe das Wesentlichste desselben sey. AuS dieser kurzen Darstellung werdet ihr, Geliebte im Herrn, erkennen, wie wiverchristlich, wie dem Evangelium entgegengesetzt die Lehre dieser Secte ist. Ihr werdet erkennen, mit welchem Unrechte Jene, die sie angenommen haben, und ihre Anhänger, sich noch Christen und wahre Bekenner unsers Herrn und Erlöjers nennen, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist (Joh. 14, 6.). Höret den geliebten Jünger des Herrn, der mit dem größten Nachdrucke sich gegen solche Jrrlehrer erklärt (1. Joh. 2, 22. 23.). Wer ist, so spricht er, Wer ist der Lügner, alö der, welcher läugnet, daß Jesus der Christus ist. Daö ist der Widerchrist, wel- cher den Barer und den Sohn läugnet. Jeder, der den Sohn verläugnet, hat auch den Vater nicht; wer aber den Sohn bekennt, hat auch den Vater. Daran, so lehrt ferner derselbe Jünger der Liebe (1. Joh 4, 2. 3.), wird der Geist GvtleS erkannt: Jeder Geist der bekennet, daß Jesus Christus, im Fleische gekommen ist, der ist aus Gott. Jeder Geist aber, der Jesum läugnet, ist nicht auö Gott, sondern er ist der'Wider- christ. Und wieder schreibt der Jünger der Liebe (l. Jol). 5, 10. 11.): Wer an den Sohn Gottes glaubt, der hat Gottes Zeugniß in sich: wer dem Sohne nicht glaubet, der macht ihn zum Lügner, weil er an das Zeugniß nicht glaubt, welches Gott von seinem Sohne bezeuget Hai. Und oaS ist vaS Zeugniß, daß uns Gott das ewige Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohne. DaS ist aber der Sinn dieser Worte dcS Apostels: Wer nicht Jesum als den eingebvrnen Sohn GotleS bekennt; wer ihn nicht hält für den Christus, den Heiland und Mittler der Menschen, der um unseier Erlösung willen in das Fleisch gekommen, Mensch geworden, und daher Gott und Mensch zugleich ist; wer ihn nicht erkennt als den Urheber veS geistigen und unsterblichen Lebens; wer an ihn nicht glaubt, durch welchen der Vater sich gcoffenbaret hat; wer hingegen seine göttliche Lehre, die er verkündigt hat, in Zweifel zieht und verwirft, der bekennt auch den Vater nicht, der kann sich auch seiner Liebe und Gnade nicht trösten. Denn Niemand kommt zum Vater alö durch den Sohn (Joh. 14, 6.). Mit noch größerer Ungebühr maßen sich diese Abtrünnigen den Namen Katholische an, und nennen sich Glieder der allgemeinen, durch alle Länder der Erde verbreiteten, auf Erden streitenden, un Himmel triumphi- renden Kirche, die erbaut ist auf den Grund der Apostel und Propheten, wovon Christus der Eckstein ist (Eph. 2, 20.); der Kirche, welche seit mehr als achtzehn Jahrhunderten die himmlische Lehre des Herrn rein, unverkürzt und unverfälscht bewahrt har, und deren Bekenntniß so viele tausend Märtyrer mit ihrem Blute besiegelt haben. Diese Abtrünnigen, wenn sie auch von uns ausgegangen sind, so waren sie doch nicht auS uns (1. Joh. 2, 10.). Sie sind daher nicht mehr erbaut auf den Grund der Apostel. Sie haben sich losgerissen als unbefestigte Steine aus dem heiligen Tempel Gottes und sind der Stadt GoilcS Fremdlinge geworden. Sie haben sich losgetrennt von dem Felsen der Küche, losgesagt von dem Mittelpunkte der Einigkeit, dem obersten Hirten, dem der Herr anvertraut hat, seine Lämmer und seine Schafe zu weiden auf Erden (Joh. 21, 15 ff.), und von den Bischöfen der Kirche, welche der heilige Geist gesetzt hat, die Kirche Gottes zu regieren (Apostelg. 20, 28.). Sie wollen nichts hören von der Gemeinschaft der Heiligen und von der liebevollen Fürbitte der gnadenvollen Mutier Gottes und der Auserwähllen im Himmel. Sie verwerfen und verachten und wollen keinen Antheil mehr haben an dem erhabenen Opfer deS Altares, an der Vollzahl der heiligen Sacramente, an allen HeilSmitteln der Kirche, an ihren heiligen Anordnungen und Uebung gen. Sie wollen nicht mehr untergeben seyn als treue Kinder der mütterlichen Pflege und Zucht der Kirche. Wie können sie also den Namen Christen und Katholiken führen, wenn nicht zur Täuschung, zur lügenhaften Verführung der Unverständigen? Wie können sie den Namen haben, als ob sie lebten, da sie doch todt sind (Geh. Off. 3, 1.)? Muß nicht, da sie dem wahren Glauben abgestorben sind, aus ihren Irrthümern der Grabesgeruch der Verwesung aller Gottseligkeit heraufsteigen? Wir haben euch, Geliebte in dem Herrn, nun den Inbegriff des Unglaubens und die Menge der Irrlehren dieser Secte, in welche Jene, die zu ihr übertreten, Viele vielleicht wiver ihrem Willen, nur angelockt und verblendet durch trügerisches Zureden verfallen, zu eurer Warnung vor Augen gestellt, damit ihr nicht jedem Geiste glaubet, sondern prüfet, ob sie aus Gott sind (1. Joh. 4, 1.). Wir aber würden unsere schwere Pflicht, zu wachen über eure Seelen, die unserer oberhirtlichen Obsorge anvertraut sind, versäumen, und große Verantwor- ! lung vor Jesus Christus, dem Hirten unv Bischöfe eurer Seelen (I.Petr. !2; 25.), uns zuziehen, wenn wir euch, die ihr den Glauben bewahret ^und dem Herrn Jesus Christus und seiner Kirche treu seyd, nicht auch die schwere Versündigung darlegten, deren Jene sich schuldig machen, welche an der Gemeinschaft der Abtrünnigen Theil nehmen, und wenn wir euch nicht auf die große Gefahr aufmerksam machten, die ihrem Seelenheile drohet. Warnend rufen wir euch daher mit dem Apostel zu: Lasset euch nicht von jedem Winde dvr Lehre hin- und Hertreiben durch die Schalkheit der Menschen, durch die arglistigen Kunstgriffe der Verführung zum Irrthume; sondern übet die Wahrheit in Liebe und nehmet zu in allen Stücken in !ihm',' der das Haupt ist, Christus. (Eph. 4, 14. 15.). Folger j dem Jünger der Liebe, welcher euch mahnt (2. Joh. 8, 9.): Sehet euch ^vor, daß ihr nicht verlieret, waS ihr erwirkt habt, sondern ^vollen Lohn empfanget. Jeder, der abweicht und nicht in !der Lehre Chrisü bleibet, hat Gott nicht; wer in der Lehre ^bleibet, der hat tz'en Vater und den Sohn. Wie aber konnten wir es in unserm bischöflichen Amte vor Gott ! verantworten, wenn wir nicht mit allem Eifer der väterlichen Liebe auch Jene, die schon am Glauben Schiffbruch gelitten, und in der Anfechtung gefallen sind, bitten und im Namen Jesu Christi ermähnen und beschwören würden, den verderblichen Irrthum zu verlassen, und zu der wahren Heerde zurückzukehren, für welche der göttliche Hirt sein Leben gelassen hat? Denn wie groß uud schrecklich ist doch die Versündigung, seinem Taufbunde untreu werden, und dem Bekenntnisse deS dreieinigen GottcS, auf welches wir in der Taufe eingeweihet werden, entsagen und dadurch auch auf die Seligkeit verzichten, die bei diesem Bunde verheißen wird! Wie unverantwortlich ist eS doch, den Herrn Jesum Christum, als den eingebvrnen Sohn Gottes, verläugnen, der unS von Gott zur Weisheit geworden ist, zur Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung (1. Kor. 1, 30.). Denn, wer an den Sohn glaubt, der hat vaS ewige Leben; wer aber dem Sohne nicht glaubt, der wird daS Leben nicht sehen, sondern der Zorn GotteS bleibt über ihm (Joh. 3, 36.). Wie vermessen und strafbar ist es doch, den Feinden der Kirche sich anschließen, und mit ihnen sich gegen sie auflehnen und empören, da sie doch die Verheißung des Wahrhaftigen hat, daß die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen werden! Wie vermessen ist eS, sich selbst aller Gna- denmiltel, Quellen und Kräfte deS Heils berauben, die uns in der Kirche dargeboten werden! Vor diesem Uuheile warnt der Apostel, wenn er an die Hebräer schreibt (Hebr.2, 3.4.): Wie werden wir entfliehen, wenn wir ein so großes Heil außer Acht lassen, welches anfangs von dem Herrn kund gemacht, dann von denen, die eS gehört, in uns befestigt worden ist, unter GotteS Mitbe- stätigung durch Zeichen und Wunder und mancherlei Krafterweisungen und Gaben deS heiligen Geistes nach seinem Willen? Und wird den unglücklichen Abtrünnigen wohl Freude und Wohlfahrt auf Erben erblühen aus ihrem traurigen Abfalle? Die Gunst der Feinde der Religion können sie zwar gewinnen; die Verführer können ihnen zeitliche Vortheile bieten, aber den Segen Gottes werden sie verlieren. WaS nützte eS ihnen aber, wenn sie die ganze Welt gewännen, an ihrer Seele aber Schaden litten (Matth. 16, 26.)? Werden ihre Kinder ihnen Freude machen durch Gehorsam und Wohlvershallen, welche sie nicht in der Zucht dcS Herrn erziehen, sondern von dem Herrn und seiner Wahrheit abwendig gemacht, unv auf den Weg des Verderbens geführt haben? Wird ihnen der Muth nicht sinken in den Tagen der Trübsal? Werden sie mit Vertrauen auf Gott unv mit Zuversicht hinzutreten können zum Throne der Gnade deS SohneS GotteS, deS Mittlers und mitleidigen HohepriesterS, den sie als solchen nicht mehr bekennen, damit sie Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden, zur Zeit, wenn sie Hilfe nöthig haben (Hebr. 4, 16.)? Werden ihnen nicht alle Quellen deS Trostes und der Beruhigung versiegen, die nur daS Christenthum seinen treuen Bekennern eröffnet? Werden die Erinnerungen ihres frühern christlichen Glaubens und deS seligen Lebens in Christo, welche sie doch in ihrer Seele nicht vernichten können, nicht einmal über daS andermal ihnen ihren schmählichen Abfall strafend vorhalten? Wird ihnen die Qual deS bösen Gewissens nicht den Frieden der Seele für immer rauben? Und endlich in der Stunde des Todes, wo alle 27 Blendwerke des Betrugs verschwinden, wo die Stimme der Verführer nicht mehr Gehör findet vor der ernsten Aussicht in die Ewigkeit; wie wird die Furcht sie nicht ängstigen und die Hoffnungslosigkeit sie umlagern, wenn sie dahin scheiden ohne Reue und Buße, unv unversöhnt erscheinen vor dem Richterstuhle dessen, der den Ausspruch gethan hat: Wer mich vor den Menschen bekennet, den will ich auch vor meinem Vater im Himmel bekennen; wer mich aber vor den Menschen ver- läugnet, den will auch ich vor meinem Vater vertäu gnen, der im Himmel ist (Matth. 10, 32. 33.). Darum nun, Geliebte im Herrn, nehmet unsere väterlich warnenden Worte der Ermahnung zu Herzen und lasset euch von Niemanden irre führen aus keine Weise (2. Thess. 2, 3.). Lasset euch nicht abwendig machen von unserm heiligen katholischen und apostolischen Glauben. Ihr aber, die ihr den Weg der Wahrheit verlassen habt, kehret reumüthig zurück und rettet eure Seelen. Damit aber Niemand sich täusche, damit Niemand unser bisheriges Stillschweigen zur Entschuldigung seiner Verirrung vorwende, indem wir bisher noch hofften, die Lethörlen würden von selbst und auf die '.Mahnung ihrer Seelsorger die Leerheit und Nichtigkeit der Irrlehre erkennen und sie verlassen, so erklären wir: 1. Daß alle Jene, welche die katholische Kirche verlassen und in die Gemeinde der neuen Irrlehre eintreten, als ihre Glieder sich einzeichnen lassen, oder das sogenannte Abendmahl der Abtrünnigen empfangen haben, wenn sie auf die wiederholte Ermahnung ihrer Seelsorger nicht ausireten aus derselben, unv Las Bekenntniß ihres Unglaubens nicht reumüthig widerrufen, in die Strafe des Kirchenbannes verfallen sind, und fortan aus dem Schooße der heiligen Kirche ausgeschlossen sind, somit aller Gnaden, heiligen Sacramente und Diensterwcisungen der Kirche Gottes verlustig werden. 2. Da das heilige Sacrament der Taufe auf dem Glauben an den dreieinigen Gott, und auf dem Erlösungstode unsers Mittlers und Heilandes Jesu Christi beruhet, welche Glaubenswahrheiten die neuen Jrrlehrer verwerfen; so müssen wir fürchten, daß sie die von dem göttlichen Heilande verordnete, rechtmäßige Weise der AuSspendung .der heiligen Taufe nicht beobachten, und die von ihm vorgeschriebenen heiligen Worte der Weihe, wovon die 'Giltigkeit der heiligen Taufe abhängt, verändern oder verstümmeln, wie schon geschehen ist. Wir verordnen daher, daß alle von diesen Seclirern getauften Kinder oder Erwachsenen, wenn sie in die Kirche ausgenommen werden wollen, bedingungsweise getauft werden sollen. 3. Erklären wir, daß alle katholischen Christen, welche den religiösen Handlungen dieser Scctirer beiwohnen, ihre Reden und Vortrage anhören, oder gar die Gründung der Gemeinden derselben begünstigen und unterstützen, sich der fremden Sünde schuldig machen, und gewtssermaaßen Antheil nehmen an ihrer Untreue. Dabei aber, Geliebte im Herrn, legen wir euch dringend an das Herz: So sehr ihr auch den Irrthum und den Unglauben euerer unglücklichen verirrten Brüder verabscheuen und meiden sollt, laßt euch nicht gegen sie erbittern; versagt ihnen die herzliche Liebe nicht; seyd immer, wie eS wahren Christen geziemt, bereitwillig zu aller Dienstleistung und Wohlthätigkeit nach eueri» Vermögen und ihren Bedürfnissen; besonders aber erweiset Barmherzigkeit ihren Seelen, die in so großer Gefahr ihres Heiles schweben; wendet zu ihrer Rettung den Einfluß an. welchen euch euer Ansehen, euer Beruf, die Bande des BluteS und der Verwandtschaft, der Freundschaft, des Umgangs und der gemeinschaftlichen Lebensvcrhällnisse auf sie gewähren; und werdet nicht müde mit Freimüthigkeit ihnen die Augen über ihren Irrthum zu öffnen, die Gefahr ihnen zu enthüllen, die ihrer Seele drohet, und sie zu warnen vor dem Verderben, dem sie entgegen gehen. Höret nicht auf mit sanftmüthigem Geiste, mit herzlich brüderlicher Liebe sie zu ermähnen und um der Liebe Christi willen sie zu bitten, zurückzukehren zu der Wahrheit, von der sie abgewichen sind; unterlasset nie, die Wankenden mit aller Treue zu dem Herrn im Glauben zu befestigen und in der Kirche zu bewahren. Ermähnet ench selbst einander, nach der Weisung des Apostels, alle Tage, so lange eS noch „heute" heißet, damit nicht Jemand verhärtet werde durch den Trug der Sünde (Hebr. 3, 13.). Verbindet aber auch mit euern Bemühungen anhaltende Fürbitte zu dem Geiste der Gnade, in Vereinigung mit der wirksamen Fürbitte der Mutter unsers Herrn und aller unserer verklärten Brüder im Himmel, daß er erwecke die Abgefallenen zur Sinnesänderung, daß er sie zurückführe auf den Weg deS Lebens und der Glückseligkeit, in die Gemeinschaft deS Sohnes Gottes und in den Schooß seiner heil. Kirche. Bedenket, was der Apostel lehrt (Jak. 5, 19. 20): Meine Brüder! wenn Jemand unter euch von der Wahrheit abgewichen seyn sollte, und Jemand ihn bekehret, der wisse, daß, wer den Sünder »so seinem Irrwege zurückführt, dessen Seele vom Tode errettet, und die Menge der Sünden bedeckt. So werdet auch ihr theilhaftig der Freude de« Himmels über die Sünder, die Buße thun. Endlich aber ermuntern wir euch, Geliebte im Herrn, selbst eure Vorsicht und Wachsamkeit zu verdoppeln in der gegenwärtigen Stunde der Versuchung, die gekommen ist über den Erdkreis, zu prüfen die Bewohner der Erde, an dem zu halten, waS ihr habt, damit Niemand eure Krone nehme (Geh. Off. 3, 10. 11.). Hütet euch, daß ihr durch den Irrthum der Thoren nicht mit fortgerissen werdet und eure eigene Fe st igkeit verlieret; wachset vielmehr in der Gnade und Erkenntniß unsers Herrn Jesu Christi (2. Petr. 3, 17. 18.); damit ihr allzeit bereit seyd zur Verantwortung gegen Jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über eure Hoffnung, doch mit Sanftmuth und Ehrfurcht (1. Petr. 3, 15. 16). Je gewaltiger und feindseliger die Bestrebungen, Mittel und Bemühungen der falschen Propheten und Jrrlehrer sind, daS Reich deS Unglaubens zu verbreiten, unv die heilige Kirche zu untergraben; desto fester stehet im Geiste und Eines Sinnes, für den Glauben deS Evangeliums zu kämpfen, und wandelt würdig dieses eures Glaubens (Phil. 1, 27.); desto enger schließet euch an einander und an eure Seelenhirten an im Glauben und in der Liebe; desto größer und aufrichtiger sey eure Ehrerbietung gegen, die heilige Kirche; desto williger sey euer Gehorsam gegen ihre Vorschriften; desto eifriger sey euer Bestreben, die heilige Religion, die ihr bekennet, zu ehren durch einen untadclhasten Wandel in aller Gottseligkeit. Denn wie ihr Jesum Christum, den Herrn angenommen habet, so wandelt in ihm, eingewurzelt und gegründet in ihm, und fest im Glauben, so wie ihr gelehrt worden, und wachset in ihm mit Danksagung (Kol. 2, 6. 7.). Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft deS heiligen GelsteS sey mit euch Alle». Amen. Speyer, am Feste der Erscheinung deS Herrn (6. Januar) 1849. h N i c o l a u S, Bischof. Deutschland. Linz. Wir können nicht umhin unsern Lesern daS herzliche Schreiben deS hochwürdigsten Herrn Bischofes von Linz an daS ehrwürdige Kollegium der versammelten Bischöfe Deutschlands zu Würzburg nebst der Antwort hierauf mitzutheilen. Eure Eminenz, Hochwürdigstcr Herr Cardinal und Primas! Eure Excellenzen, Hoch- und Wohlgeborne, Hochwürdigste Herren Erzbischöfe, Bischöfe und Doctoren der Theologie! Sehr gerne würbe ich Ihrer so heiligen, Ihrer so hohen Versammlung, Erhabene Brüder! beigewohnt haben, hätte nicht die bedrängte Zeit, die, wie Sie wohl wissen, gegenwärtig über Oesterreichs Lande hereingebrochen, allseitig mich daran gehindert. Geleitet von meinem priesterlichen Berufe, durchdrungen von der Liebe für die katholische Kirche, die seit früher Jugend mir im Herzen glüht, gedachte ich, so schwer auch die Last der Jahre und allmälige Verfinsterung meines Augenlichtes auf mir liegen, in Begleitung eines Genossen in Ihre Mitte zu eilen. Glauben Sie meiner Versicherung, hoch und abermal hoch schätzen wir Ihre Versammlung, die, wenn je, so gewiß in unsern Tagen zur höchsten Nothwendigkeit geworden ist, auf daß der alte, angestammte Glaube vertheidiget, und die priesterliche Zucht wieder befestigt werde in den deutschen Landen. Nicht so viele Schwierigkeiten erheben sich dawider, als vorzüglich unzählbare Schaaren von Feinden, die man theils Ungläubige, theils Liberale oder Jndifferentisten zu nennen gewohnt ist. Der Haß gegen daS Christenthum muß also gemildert, das Vvrurtheil müßiger Menschen mit Sanftmuth widerlegt, und die hie und da eingerissene Lauheit der Gläubigen mit aller Kraft zur wahren Frömmigkeit zurückgeführt werden. Auf daß Ihre Bemühungen, Erhabene Brüder! dieser heiligen Absicht entsprechen, flehe ich, obwohl ferne von Ihnen, mit meinem Klerus unv meiner Heerde täglich zu Gott, um so mehr, da ich, als Bischof der Aelteste in unserm theuren, deutschen Vaterlaude, so sehr gewünscht hätte, mit meiner Wirksamkeit und Demuth, mit meiner Bereitwilligkeit und Geneigtheit in Ihrer Mitte zu weilen, und nach meiner noch geringen Fähigkeit Ihre weit stärkeren Kräfte wenigstens durch meine Winke zu unterstützen. UebrigenS wird der gute, fromme Wille und, wie gesagt, daS gemeinsame Gebet der Gläubigen meine wie immer gestaltete Leistung ersetzen. DaS Oberhaupt unterer katholischen Kirche PiuS IX. wird het- S8 irren Antlitzes Ihren heiligen Sitzungen wenigstens im Geiste beiwohnen, so wie unsere seligsten Vorfahren, ein Bonisaz, ein Kilian, ein Wilibalv, rtn Adalbero, ein Ulrich, ein Rupert, ein Benno, ein Maximilian u. s. w. Solchergestalt wird, wie vor AlterSzeit die Eine, Heilige, Apostolische, Katholische Kirche ztz Nicäa, EphesuS, Chalcedon n. s. w. auch, Ihre Versammlung in unserm geliebten Vaterlande daS Band der christlichen Einheit immer fester schlingen. O im Herrn versammelte Oberhirten! DaS Petro-apostolische Lehramt wird fest stehen, und den spätesten Nachkommen noch den ursprünglichen, reinen katholischen Glauben vermitteln. Meine „Betrachtungen", die mir die jüngst verflossenen Tage in die Feder zu dictiren schienen, lege ich demüthigen Herzens Ihrer Erwägung vor, und verspreche mein inständiges Gebet zum Himmel. Nicht minder bitte ich aber, daß Sie mir und meiner Heerde Ihren Segen ertheilen. Ihrer hochverehrten Versammlung demüthiger Bruder der Bischof von Linz' An den ehrw. Senat der zu Würzburg versammelten Bischöfe. Antwort Sr. Excellenz deS ErzbischofcS von Köln, JohannneS, im Namen des hohen CollegiumS der versammelten Bischöfe, als erwählten Präses, an den hochwürdigsten Bischof zu Linz. Eucre Excellenz, Hoch- und Wohlgeborner, Hochwürdigster Herr! In Christo geliebtester Bruder! DaS höchst angenehme Schreiben, welches Sie am 28. Octvber d. I. zugleich mit Ihren erst jüngst veröffentlichten Betrachtungen an UnS gesendet, wurde in Aller Gegenwart bei Unserer Sitzung vom 3. d. M. vorgelesen, und hat Unsere Herzen auf daS Zärtlichste berührt. Eine so besondere Reinheit und Liebe der Seele leuchtet aus selbem hervor, einen so ächten Eifer für Religion und Frömmigkeit athmet cS, daß UnS nichts Angenehmeres und Freudigeres hätte zu Theil werden können, als dieses ehrenvolle Zeugniß der Hochachtung von Seite eines solchen, eines so hochverehrten Mannes. Aber einen desto tiefern Schmerz haben Wir auch darüber empfunden, daß Wir bei Unseren Berathungen über so schwierige und so hochwichtige Gegenstände die Gelehrsamkeit, die Weisheit und daS Ansehen Unsers geliebtesten und erfahrenste» Bischof-SeuiorS entbehren müssen. Den Schmerz mildert, und Trost gewährt Ihr frommer Wille gegen unS, vermittelst welchem Sie so freundlich und gütig versprochen, mit Ihren und den Gebeten Ihrer Heerde Unsere Arbeiten und Berathungen zu unterstützen, und die Wahrnehmung^ daß Wir noch immer dasselbe, wie Sie gefühlt, und denselben Endzweck UnS vorgesetzt haben. Denn dieses Ziel werden Wir nach Kräften verfolgen, daß der katholische Glaube unverletzt bewahrt, daß das Band der allgemeinen, kirchlichen Einheit mit dem Statthalter Christi auf Erden erhalten werde, und so zugleich mit dem Wohls unseres theuren Vaterlandes daS Heil der hohen Braut Christi erblühe und weit hin erstrahle. Alles, worüber Wir gehandelt und was Wir schriftlich niedergelegt haben, werden Wir Ihnen mittheilen. Leben Sie wohl. — Würzburg, 6. Nov. 18-18. — Johannes, Erzbischof von Köln, des heiligen apostolischen Stuhles geborner Legat. Alls den katholischen Missionen. Neu-Orleans, 10. Oct. Heute, am Feste des heiligen Frau- ciScuS BorgiaS wohnten wir dem feierlichen Gottesdienste im Kollegium der Gesellschaft Jesu bei. Hohe Andacht, dankbare Freude und tiefer Schmerz waren die Gefühle, die uns während und nach dem heiligen j Opfer und der Predigt erfüllten. Auch der leichtsinnigste und ungläubigste! Mensch wird die Gefühle der Andacht mit unS theilen müssen, wenn er! in einer Kirche der Gesellschaft Jesu dem Gottesdienste beizuwohnen das! Glück hat. Der katholische Cultus, groß und erhaben, die Sinne würdig ! fesselnd und die Herzen hinreißend, bekommt in den Kirchen der Jesuiten ^ etwas eigenthümlich Kindliches, Rührendes, wir möchten sagen Seraph!-! schcS, ohne daß die Großartigkeit und Erhabenheit des Cultus darunter! litte. Woher kommt dieß? Wir antworten hierauf: dieß kommt vcn der^ aufrichtigen Demuth und dem innigen Glauben Derer, welche die heiligen ! Geheimnisse feiern. Ein Priester der Gesellschaft Jesu, am Altare das! Opfer darbringend, wird durch seine ungcheuchelte Andacht, durch die! glühende Ueberzeugung, die sich in seinen Blicken abspiegelt, stets an einen! heiligen JgnatiuS oder einen heiligen AloysiuS erinnern und gleiche Gefühle in den Herzen aller Anwesenden erwecken. ' Dieß ist der natürliche Zauber, welchen die Jesuiten in allen ihren Kirchen ausüben, in ver alten, so in der neuen Welt! — Unsere dankbare Freude fand ihren Grund in! den so zahlreich wie noch nie im Chöre versammelten Priestern und Vätern der Gesellschaft, von denen die meisten erst zu unS herübergekommen waren, um dem dankbareren Boden von Amerika die goldenen Samenkörner anzuvertrauen, die daS versteinerte und doch so morsch und faul gewordene Europa sich aufzunehmen weigert. WaS einst die Benedictiner und Prä« monstratenser für einen großen Theil unseres Mutterlandes jenseits deS OceancS geworden: Gleiches werden nun in Amerika die gottbegeisterten und glaubensfrcudigen Söhne deS heil. JgnatiuS und deS heil. AlphonS erfüllen; je finsterer eS in Europa wird, desto lichter wird eS in Amerika werden; für jeden in der alten Welt umgestürzten Altar des Allerhöchsten werden sich bei uns zwei neue erheben! Und wenn die entarteten, und in ihrer Entartung in den Dienst SatanS getretenen Europäer sich noch so sehr abmühen, der katholischen Kirche, als der einzigen Bewahren» deS Christenthumes, den GarauS zu wachen: bis über den Ocean reichen ihre teuflischen Künste nicht, und kommen sie selbst, so werden sie nur Spott und Verderben ernten, ganz so wie sie eS verdienen. Bruder Jonathan macht wenig Komplimente, am allerwenigsten mit den Gottesläugnern! Dieß können jene Herren zur Genüge bezeugen, welche zu unS herüberkamen und in New-Aork z. B. als Apostel der Rongerei aufzutreten wagten. — Tiefer Schmerz aber muß uns als ehemalige Europäer und Deutsche durchdringen, denn jedes Schiff bringt unS Kunde von der europäischen Verdorbenheit; jeder vertriebene Jesuit, jeder verbannte Liguorianer oder überhaupt jeder OrdcnSgeistliche, der unsere Gestade betritt, um bei uns Zuflucht für sich und seinen Glauben zu suchen, ist ein sprechender Beleg für die Herrschaft der Glaubenslosigkeit, Bosheit, Rohhcit und Niederträchtigkeit in dem größten Theile von Europa! Trösten kann unS hier nur die Ueberzeugung, daß die Bestrebungen der Bösen in Europa, daS Christenthum zu unterdrücken, daS gerade Gegentheil in Amerika herbeiführen, ganz so, wie vor dreihundert Jahren, wo Luther und Calvin und ihr Schwärm den Christenglauben in der alten Welt auszurotten versuchten, während die Söhne deS heiligen FranciscuS, DominicuS und JgnatiuS die neue Welt für diesen Glauben eroberten. Gott mit Ihnen und ihrem Vaterlandc! (Katholik.) Aschern»! t t w o ch. Der Jubel ist verklungen, Dahin die bunten Reih'n, Vom Grabe wird gesungen. Man segnet Asche ein. Und heute vieles meiden. Was gestern sie geliebt, Entsagen eitel» Freuden, Nicht stiehn wo's Dornen gibt, DaS Eitle ist vernichtet Es weht der Demuth Blau, DaS Auge steht gerichtet Ruf Kreuz und Marierscha». Man sieht die Blicke hangen An Jesu Krciizesbild, Mit Wchmuth, Neu' und Bangen Ist jedes Herz erfüllt. Die heiligen Altäre Sind jeden Schmuckes bar, Der Buße ernste Lehre Zeigt ihre Trauer klar. Ach! die gebroch'nen Blicke Sie sprechen von der Schuld, Die Er dort zahlt zurücke Voll Liebe, Schmerz und Huld: Viel' zieh» zum heil'gcn Orte, Gebeugten Sinnes, hin; ES tönen ernste Worte Von Tod und Grab darin. Der Schuld, die wir getragen Und die Er auf Sich lud! Wer kaun mit Worten sagen, WaS hier die Liebe thut? Sie lassen Asche streuen Auf's srcudenmüde Haupt, Und sich dem Tode weihen Der Erdenfreudcn raubt. Laßt uns den Fels besteigen Auf dem der Mittler ringt, Er wird den Pfad uns zeigen, Der auf, zu Ihm uns bringt' Sie wollen Buße üben. Den Ehristeusinn erncu'n Und heute vieles lieben, WaS gestern sie noch schcu'n. Ja laßt uns kämpfen, ringen, Laßt weinen uns und sich'», Das wird uns zu Ihm bringen Auf Seines Berges Höh'n! Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen.. Verlags-Inhaber: F. C. Kremer.