Prei« i» Augsburg für sich allein (ohne A. Postzeitung) jährlich Ist. I»kr. Durch die Post kann dieses Wochenblatt nur von Abonnenten der Post- zeitung bezogen werden, und erhöht fich der Preis nach Verhältniß der Entfernung. Sonntags - Beiblatt zur Augsburger Postzeitung. Für fich allein, ohne die Augsburger Post» zeitung, find diese Blätter nur im Wege de« Buchhandels zu beziehen und kosten in ganz Deutschland, der Schweiz u.s. w. jährlich nur L fi. A«kr. oder I Thlr. Neunter Jahrgang. März 184S. Schreiben des Mainzer PiusvereineS, als Vorortes des katholischen Vereines Deutschland-, an unsern heiligen Vater Papst PinS LX. Heiligster Vater! WaS wir in unserm Schreiben vom 6. Oktober, worin wir Deiner Heiligkeit nach kindlicher Pflicht über unsern Verein Rechenschaft abgelegt, geahnet halten, daß nämlich die Wuth der Empörer selbst gegen Deine geheilige Person einen ruchlosen Plan im Schilde führe, ist leioer zu frühe eingetroffen. Nach göttlichen und menschlichen Gesetzen solltest Du, Heiligster Vater, als Nachfolger des Apostelfürsten Petrus, und als Fürst deö römischen Volkes, in Rom wohnen und regieren; aber Du mußtest, um Deine und der katholischen Kirche Freiheit zu retten, von Rom und den Römern fliehen, fliehen von dem geheiligten Grabe, von der ehrwürdigen Sckwelle Deines Vorfahren. ° Die ganze Welt war starr, als diese Nachricht überallhin sich verbreitete; denn schwerlich gibt eS einen Menschen, zu welcher Religion er auch immer sich bekennen mag, er müßte denn durch Partcihaß und blinde Verstocktheit besserer Gefühle ganz unfähig seyn, der nicht bei dem Namen PiuS IX. von Liebe und aufrichtiger Verehrung sich durchdrungen fühlte. Am meisten aber wurden durch diese Mißgeschicke Deiner Heiligkeit die Katholiken ergriffen, da sie eben so sehr durch die Gesetze und Einrichtungen ihrer heiligen Religion, als durch die Geschichte und Erfahrung so vieler Jahrhunderte hinlänglich unterrichtet sind, daß die Lage der katholischen Kirche von der Unversehrtheit und Sicherheit deS obersten Hirten der selben nie getrennt werden kann. Außerdem wissen wir Alle, wie innig die weltliche Oberherrschaft der römischen Päpste über den Kirchenstaat um der freien geistlichen Regierung der Kirche verknüpft ist, und baß eben deß halb die Vorsehung des allmächtigen GolteS den Nachfolgern des Apostel- fürsten daS Erbe des heiligen Petrus als weltlichen Staat überwiesen hat, damit sie, keiner irdischen Macht unterworfen, mit gleicher Gerechtigkeit und unbedingter Freiheit, wie eS dem Vater ver gesammlen Christenheit, dem Hirten der ganzen Heerbe des Herrn zukömmt, bei allen Fürsten und Völkern deS christlichen Erdkreises die göttlichen Gebote und die Gesetze und Rechte der Kirche schützen und aufrecht erhalten können. AuS diesem Grunde haben wir, Heiligster Vater, jenen gottlosen Aufstand in Rom, der Dich genölhiget hat, die Zügel der Regierung auf einige Zeit der Willkür verworfener und schlechter Menschen zu überlassen und ihrer Wuth nachzugeben, als ein allgemeines Unglück der ganzen christlichen Welt schmerzlich beklagt. In dieser Wehmulh hätte uns die sichere Hoffnung einigermaaßen aufrichten können, daß diese entsetzliche Verwirrung aller Verhältnisse in Rom nicht von langer Dauer seyn werde; denn wer härte glauben mögen, daß der Haufe jener Verrälher, die alles Heilige und Profane mit blinder Wuth durcheinander werfen, ihren Wahnsinn längere Zeit fortsetzen könnten, besonders da Alles, waS die römischen Päpste betrifft, ganz offenbar unter einer besondern und außerordentlichen Leitung der göttlichen Vorsehung steht. DaS aber hat uns besonders mit dem höchsten Schmerze und wahrhaft mit Trostlosigkeit erfüllt, daß die Umstände unter denen, und die Personen durch welche Dir, Heiligster Vater, diese Widerwärtigkeiten bereitet wurden, der Art sind, daß dadurch Dein väterliches Herz auf das Tiefste verwundet werden mußte. Denn nicht von Fremdlingen, o Heiligster Vater, nicht von den Feinden der katholischen Kirche, der Du durch Dein Ansehen und Deine Tugenden vorleuchtest, nicht von Ungläubigen und Heiden hast Du diese Unbild eifahrcn. Solches wäre gering zu achten und leicht erträglich dem obersten Hirten, der unter seinen Vorfahren so viele Märtyrer zählt, die von den Ungläubigen theils gelobtet, theils verfolgt wor-- dcn sind. Leider sind eS aber die Römer selbst, welche Dich so sehr mißhandelt, die Römer, denen von der. göttlicken Vorsehung und von allen Gläubigen des Erdkreises die Beschämung deS obersten LcilerS der ganzen Kirche anvertraut ist; die Römer, deren höchste Ehre und Zierde gerade darin besteht, daß in ihrer Mitte der Statthalter Christi sich niedergelassen, ein Vorzug, um welchen, wenn eS die Religion gestaltete, alle Völker sie beneiden möchten; die Römer, die'Du,v Heiligster Vater, durch so viele Beweise Deiner Liebe, durch so viele Wohlthaten, durch so viele Zeugnisse Deines höchstens Vertrauens, durch so viele freisinnige Gesetz«: und Einrichtungen, durch die vollkommenste Amnestie vieler Strafbaren und Verbrecher ausgezeichnet und beglückt hattest; die Römer endlich, die noch vor Kurzem Lurch endloses Zujauchzen, durchVzZestzüge, durch Segenswünsche und selbst durch Eitschrvüre erklärt Hatley, daß ihre Treue gegen Dich durch nichts erschüttert werden könne, ihre Liebe zu Dir ewig dauern werbe. O deS jammervollen UnbestandeS der Menschen! O abscheuliche Undankbarkeit! O deS bittern Schmerzes des lösten Vaters und Fürsten! Nach der Erstarrung, in welche-wir durch die Nachricht von diesen höchst traurigen Ereignissen versitzt wurden, haben wir bei unS erwogen, ob wir durch irgend etwas den gerechten Kummer Deiner Heiligkeit lindern könnten, als einstimmig aus allen Gegenden Deutschlands an unS, den dermaligen Vorort deS kalichlischen VereineS Deutschlands, die Auf- soioeiüng erging, vaß wir Deiner Heiügten im Namen aller Mitgiierer aller Emzel-Vereine rie Gesühl^und Empfindungen ausdrücken sollten, von denen ein jedes wahrhaft katholische Herz bei jener Nachricht auf das Tiefste ergriffen und durchdrungen wurde. Indem wir diesem Auftrage andurch nachkommen und Dir, Heiligster Vater, die Versicherung auSsprechen, daß wir mit kindlicher Liebe Deine Leiden mit Dir theilen und das von Deinen Unterthanen an Dir begangene Verbrechen ausi daS Innigste verabscheuen; fügen wir zugleich die Erklärung hinzu, daß wir durch den Anblick Deiner schweren Trübsale nicht entfernt in unserm Glauben erschüttert werden. Wissen wir ja doch, daß Du auch dazu gesetzt bist, in dieser so stürmischen Zeit das Geschick der Kirche an Deinem eigene» Geschicke darzustellen, und daß Du auch in d e m Sinne Stellvertreter Christi bist, daß Du die leider! zu sehr überhandge- nominellen Sünden deS christlichen Volkes auf Deine Schultern nehmen und durch Deine Trübsale sühnen sollst. Sicher wirb der Tag einst kommen, an welchem der Erdkreis Deine feierliche Rückkehr in Deine Stadt mit Jubel vernehmen wird; und sollte wider Erwarten der'anbetungswürdige Rathschluß Gottes Liesen Tag verzögern, vielleicht in der Absicht, Laß auch die auswärtigen Völker Deiner Ankunft, Deiner Gegenwart sich erfreuen können, dann, heiligster Vater, wolle doch nicht an Deinen Söhnen in Deutschland vorübergehen. Gewiß, wir haben eS nicht vergessen, wie durch viele Jahrhunderte der Name der Römer mit dem deutschen Reiche so innig verknüpft war; und obgleich durch die Unbilo der Zeiten es dahin gekommen, daß die Fürsten in unserm Valerlande nicht mehr dem ehrenvollen Amte als Schutzherren der römischen Kirche nachkommen können, so hat doch die Ehrfurcht und Liebe gegen den heiligen Stuhl und die römischen Päpste in den Herzen der Gläubigen nicht abgenommen. Mit welch' unaussprechlicher Freude würden wir Dich, o Pins IX., o geliebtester und liebenswürdigster Vater und Hirte, aufnehmen! Schon jetzt, bey dem bloßen Gedanken an die Möglichkeit einer solchen Reise, eilet Dir unsere ganze Seele entgegen, sehnsuchtsvoll strecken wir die Arme nach Dir auS und haben kein höheres Verlangen, als daß eS unS vergönnt seyn möchte, Dir durch die That zu beweisen, daß der Nachfolger deS heiligen Petrus, daß vorab unser PiuS IX., wohin immer er auf der weiten Welt seinen Fuß richten mag, allüberall treue und gehorsame Söhne und Römer findet. Unterdessen werden wir täglich, wie auch alle Bischöfe Deutschlands t. 34 eS angeordnet haben, andächtig zum Himmel flehen, daß Deine durch die Arglist treuloser Menschen verführten Unterthanen endlich zur Besinnung kommen, daß Dir dadurch eine glückliche und frohe Rückkehr bereitet werde, und daß Du noch viele, viele Jahre hindurch von dem apostolischen Stuhle herab über den Erdkreis und die ewige Stadt Glück und Frieden und Segen spenden mögest. Gedenke bei Deinem Segen, wir flehen darum, auch an unS, den dermaligen Vorort deö katholischen Vereines Deutschlands, segne alle Mitglieder dieses Vereines! Zu Deinen Füßen niedergeworfen empfehlen wir eben so inständig als ehrfurchtsvoll Deinen heiligen Gebeten unser deutsches Vaterland, die Lage der katholischen Kirche in Deutschland, un fern katholischen Verein und schließlich unS selbst, Deiner Heiligkeit unter- thänigste und treueste Söhne und Diener, der Vorstand des dermaligen VororlS des katholischen Vereines Deutschlands. Mainz, 20 Dec. 1848. Die Priester der Wiener Erzdiöcese an Se. Heiligkeit Pins »X.. Heiligster Vater! Die Zuchtruthe der göttliche» Gerechtigkeit ist wach worden über den Nationen und die strafende Hand des Herrn ist ausgestreckt wider sie, weil sie eS versäumt haben, Ihm zu dienen im Glauben und heiliger Furcht und verschmäht haben, sich zu erkennen allcsammt als ein Eines und einiges Volk in Seiner heiligen Kirche. Den blinden Heiden gleich wissen sie in der Eitelkeit ihres Sinnes nur von den Göttern des Landes, indem sie geboren sind, und haben sie schmählich zerrissen daS Band der geistigen Wiedergeburt, das sie in Einheit umschlungen hat; sie sind abgeirrt von dem Wege, der zum Heile führt, von der Wahrheit, die den Frieden bringt, von dem Einen Leben, das Alle belebt in Einem Geiste; denn sie haben Christus verläugnet, welcher der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Nicht erfassen sie sich als das auserwählte Geschlecht, das königliche Priesterthum, das heilige Volk, das erworbene Volk, auf daß sie die Tugenden Desjenigen verkünden, der aus der Finsterniß in Sein wunderbares Licht unS berufen hat. (i. Petr. 2, 9.) Und weil der Glaube klein geworden und die Verkehrtheit überhand genommen, ist auch die Liebe erkaltet und der Friede verschwunden, und haßerfüllt und feindselig stehen unter dem welterschütternten Rufe: „Volk gegen Volk" in gräßlicher Fehde die Nationen sich gegenüber. In diesen traurigen Kampf wollte die Verkehrtheit auch Dich verwickeln, heiligster Vater! Und bei der Würde und Stellung, wornach Du der Stellvertreter des Zeichens bist, dem widersprochen werden wird, stürmten Widerwärtigkeiten auf Dich ein, über die wir aus tiefstem Herzen mit Dir sowohl trauern, als leiden. Dennoch verzagen wir nicht. Denn obgleich die göttliche Vorsehung eS zugegeben, daß die Leiden der Kirche in Deinem Leben sich ganz besonders darstellen und gleichsam, wie die Wunden des Heilandes, sich abspiegeln, so hat sie doch weder Dich, noch uns ohne Hoffnung gelassen. Denn wir haben eine feste prophetische Rede, daß die heilige Kirche Gottes eben durch Kampf und Trübsal ihrem Triumphe entgegeneilt. In ihr wirst auch Du siegen mit dem Zeichen des Kreuzes, das Du, wie der Heiland, demüthig und sanftmüthig auf Deinen Schultern trägst. Ja Du hast schon gesiegt. Dem nachfolgend, der Dich zu seinem Stellvertreter auf Erden berufen, bist Du auf den Kampfplatz getreten, und ob auch die Mächte der Finsterniß alle Gewalt brauchten und List auf List, Trug auf Trug häuften, bist Du doch als Sieger aus dem Kampfe hervorgegangen. Dieß aber ist Dein Sieg, den Du errungen — Deine Liebe, mit welcher Du alle Gläubigen Christi, die Glieder der ganzen Kirche umfassest; Deine Liebe, die dem Hasse weder Raum gibt, noch dienen mag; jene heilige Liebe, die im Leben des ErlöserS leuchtet und die Welt im Dulten und Leiden überwindet, ist Dein überaus herrlicher Sieg. Während wir daher bei der Treue, die als Deine Söhne an Dich rinS bindet, nicht umhin können, zu trauern mit Dir, freuen wir unS zugleich, den Sieg schauen zu dürfen, den Du errungen hast. Möge daher dieses erste freie Wort der Liebe, daS unS zu sprechen vergönnt, den Weg finden zu Deinem Herzen, und wenigstens mit einigem Trost es erfüllen, indem eS Dir Zeugniß gibt, daß wir Deine treuen Söhne geblieben. Denn — konnte zwar geraume Zeit hindurch in unsern Landen der freie Verkehr gehemmt werden, durch welchen Priester und Gläubige Gemeinschaft pflegen mit ihrem Haupte, dem Stellvertreter Christi, so konnte es doch unserm Herzen nicht verwehrt werden, seinem Zuge nach jenem heiligen Sitze zu folgen, von Dem die Einheit ausgeht. Weder Mißgunst, noch Bosheit noch List und Schlauheit der Feinde deS heiligen Primates der Kirche konnte unsere treue Liebe zu Dir, Vater der Väter! bisher vermindern. Eben so werden aber auch keine Künste, von wem immer sie ausgehen, und keine Hindernisse, von wem immer sie uns in den Weg gelegt werden mögen, ein Hemmniß für unsere kirchlichen Bemühungen seyn. Wohin Du immer, heiligster Vater, Deine Schritte lenken mögest, werden unsere Herzen Dir folgen. WaS immer die göttliche Vorsehung mit Dir verfügen und wohin immer sie Dich rufen mag, wirst Du im Geiste uns mit Dir haben. Und jeden Tag, den der Herr der Ewigkeit unS erleben läßt, bitten und beschwören wir Ihn, der da ist der Vater der Barmherzigkeit und der Gott allen Trostes, daß Sein Joch Dir sanft, und Seine Bürde Dir leicht werde, und daß Er die Kraft von Oben Dir ertheile, der Du auch unsere Stärkung bist, weil wir, wie die Glieder mit dem Haupte Dir verbunden sind. ES stärke und wird uns stärken jenes erhabene Wort, das Du in Deinem Leben sowohl ausprägst, als predigst: „Der Schüler ist nicht über den Meister." (Match. 10, 24.) Und: .Haben sie Mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen." (Joh. 15, 20.) Daher werden wir nicht minder in der Trauer als in der Freude, sowohl in Nöthen und Trübsalen, als im erwünschten Frieden der Kirche, indem wir jene Gelöbnisse der Treue und des Gehorsams, welche die zu Würzburg versammelten Bischöfe dem heiligen Stuhle abgelegt haben, zu den unsrigen machen, unerschütterlich an dem nothwendigen Mittelpuncte der kirchlichen Einheit festhalten und sowohl jeder für sich, als in Vereinigung mit den Gläubigen zum Erhalter und Lenker der Kirche ohne Unterlaß beten: „Der Herr erhalte Dich und verleihe Dir Leben und Heil auf Erben und übergebe Dich nicht in die Hände Deiner Feinte." Zu Deinen Füßen knieend, flehen wir endlich, heiligster Vater, nach der Fülle Deiner zärtlichen Liebe sowohl für unS, als für die Gläubigen in Demuth um Deinen väterliche» Segen. Wien in Oesterreich, am Feste der heiligen Jungfrau Scholastik«, im Jahre deS Heils Eintausend achthundert vierzig und neun. (Folgen die Unterschriften.) Da- neue Goldland und das Christenthum. Neu-OrleanS, 3. Dec. Das Goldland Californien ist, wie Sie sich denken können, auch bei unS das dritte Wort, und Tausende sind bereits aufgebrochen, um in jenem fernen Lande sich Reichthümer auf eine leichte Weise zu sammeln. Unsere Uankees achten die Beschwerden der langen Reise für nichts und die Gefahren, welche das Klima von Califor- nien ihnen darbieten könnte, verspotten sie. Doch nicht mir NativeS aus der Union, sondern auch Einwanderer aus Europa ziehen in großen Karawanen nach dem Eldorado von Californien, und besonders sind es englische und irische Emigranten, welche heute den geldgierigen Spaniern unter Cortez und Pizarro nachahmen. Auch Franzosen und Deutsche werden noch erwartet, dürften aber wohl zu spät ankommen und eine Beute gewissenloser Agenten und Entrepreneurs werden. Die Berge und Thäler Cali- fornienS werden erstaunen über die bunte Gesellschaft, welche sich dort zusammenfindet, und eS ist ein Glück für das Land, daß es keine dichte Bevölkerung besitzt, die unfehlbar durch die Laster und Ausschweifungen der Goldsucher in kurzer Zeit geistig und leiblich zu Grunde gehen müßte. Allein auch die wenigen Ureinwohner, von denen bekanntlich eine nicht geringe Anzahl von den Vatern des heiligen FranciscuS zum Christenthume bekehrt und in festen Wohnsitzen, den bekannten Redactionen von Californien, vereinigt wurden, sind allen Gefahren und dem Verderben der Civilisation preisgegeben; denn daß diese Reduktionen, die ohnedieß in der jüngsten Zeit schon zurückgekommen waren, da die früheren Unterstützungen von Seiten der spanischen Krone seit der Unabhängigkeilserklärung der spanischen Colonien in Amerika in Wegfall gekommen und die republicanische Regierung von Merico den von Allem entblößten Franciscanern höchst großmüthig im Laufe der Jahre ein oder zweimal eine Schiffsladung voll Cigarren zukommen ließ, — daß diese Redactionen durch die Goldsucher und ihre keine Gränzen kennende Habsucht vollends den Todesstoß erleiden werden, ist nach den neuesten Nachrichten so gut als gewiß. Doch weiß Gott immerdar Alles zum Besten zu lenken, und Cali- formen wird dereinst in der Geschichte der Missionen ganz gewiß eine nicht minder bedeutende Rolle spielen, als in der Handelsgeschichte. Schauen I Sie nur einmal auf die Karte von Amerika und lassen Sie Ihre Blicke hinüberschweifen über den großen Ocean, der CalifornienS Küsten bespült, und Sie werden selbst sagen müssen, daß dieses Land der Schlüssel zu China und Japan ist, daß Monterey und Sän Franciöco so recht als l 35 MissionSstapelplätze, wenn ich mich dieses Ausdruckes bedienen darf, sich darstellen. Die armen Seelen, die da ihre Seligkeit auf den Besitz deS gelben Metalles gründen und sich nur in zeitliches und ewiges Elend stürzen, arbeiten, ohne eS zu ahnen, der Kirche rüstig entgegen, denn bald wird der amerikanische SpeculationSgeist die ferne Westküste Californiens mit den östlichen Staaten durch Schienenwege verbinden und ein Haupt- Hinderniß, daS sich bis jetzt der Christianistrung Californiens entgegenstellte, die weite Entfernung und die unsichere, höchst kostspielige Verbindung mit den bevolkerteren Landstrichen werden verschwinden, so wie auch die dünne Bevölkerung, schneller als man eS zu ahnen vermag, sich bedeutend vermehren wird. Freilich müssen die gesellschaftlichen Verhältnisse Californiens sich erst consolidiren und geregelt werden, denn jetzt geht eS dort nicht viel besser zu als in einem Lande, in welchem man eines schönen Tages alle Zucht- und Correctionshäuser auf einmal geöffnet und den bisherigen Insassen vollkommene Freiheit gegeben, ihre bisherigen Gaunereien und Schlechtigkeiten und alle ihre Lieblingslaster nach Gefallen auszuüben. Doch wird der Congreß schon dafür sorgen, daß daS für die Union so wichtige Land der habsüchtigen Spcculationswuth entrückt und die Zustände desselben gesetzmäßig geregelt werden. Ist dieß einmal geschehen, und es wird zuversichtlich bald geschehen, dann darf die Kirche nicht säumen, von dem so günstig gelegenen Lande Besitz zu ergreifen, ja sie muß schon jetzt ihre Vorposten dort aufstellen und vor Allein darauf bedacht seyn, die oben-erwähnten Reduktionen vor der Hand zu erhalten. ES haben einzelne Priester sich auch schon entschlossen, den californischen Goldsuchern zu folgen, nicht um den glänzenden Mammon mit ihnen zu theilen, sondern die Schätze des Himmels ihnen nachzutragen und den armen verblendeten Leuten, wenn sie, vorn Fieber und den Leidenschaften verzehrt, ihre unglückselige Gewinnsucht verwünschen, die Tröstungen und Heilmittel der Religion liebreich anzubieten. Auch die wenigen Eingeborenen spanischer Abkunft, so wie nicht minder die in verschiedene Stämme getheilten Indianer werden sich der verdoppelten Sorgfalt der Kirche zu erfreuen haben. Hat diese aber einmal einiges Terrain in Californien gewonnen, so wird es, bei der vollkommenen Religionsfreiheit in den vereinigten Staaten, gar keine Mühe kosten, in Californien etwa zu Monterey oder zu Sän Franciseo einen Bischofssitz zu errichten. Besonders dürfte sich Sän Carlos de Monterey zu einem solchen eignen, da eS als Hauptort des Landes an der Bay von Monterey eine äußerst günstige Lage besitzt und die dort herrschende Luft wegen der nahen Bergkette von Santa Lucia sehr gesund ist. Auch Sän Franciseo, jetzt wie Monterey freilich nur ein elendes Dorf, besitzt einen schönen Hafen, von welchem auS die Missionäre in verhältnißmäßig kurzer Zeit nach China kommen können, wenn einmal erst die Communicalion zwischen Californien und unseren östlichen Staaten hergestellt seyn wird. China selbst wird dem so mächtig nach Westen gerichteten Dränge der Amerikaner noch weniger Widerstand leisten können, als es den englischen Waffen und Flotten zu widerstehen vermochte. Jede Concession aber, die das Reich der Mitte der alle Schranken umstoßenden und alle Mauern übersteigenden Handels- thätigkeit zu machen sich gezwungen sieht, wird und muß zugleich der Ausbreitung des Christenthumes zum Vortheile gereichen, wie eS der englisch-chinesische Krieg zur Genüge bewiesen, selbst dann noch, wenn, wie gewöhnlich, die mercantilischcn Interessen dem Christenthume nicht eben hold sind. Noch ein Reich aber liegt Californien gegenüber, welches die Blicke der Missionäre schon so oft und roch bis jetzt stets vergeblich aufgesucht, Japan, daS mit Neucalifornien genau unter einer Breite liegt und auf welches die UankeeS nächstens ihre Aufmerksamkeit richten werden, was so viel heißt, als jenes Jnselreich dahin zu bringen, daß es mit ihnen in nähere Verbindung tritt. Vielleicht kommen die Allengländer dem Bruder Jonalhan zuvor, aber gleichviel: auch für Japan hat die Stunde geschla gen, in welcher daS Kreuz wieder glänzen wird über den Gräbern eines heiligen Märtyrervolkes. Und von Californien auS, daS viel günstiger gelegen als Oregon und auch wegen seines Metallreichthumes weit eher durch Eisenbahnen, Landstraßen und Canäle mit der Union verbunden seyn Wird als dieses, von Californien aus werden die neuen Apostel Japans und deS noch größtenteils verschlossenen und doch so dicht bevölkerten Osten von Asiens ausgehen und das Werk des heiligen Franz Laser vollenden, vielleicht zu einer Zeit, wo es in der alten Hcimath des Christenthumes den Gottlosen und Atheisten gelungen seyn wird, die Religion des Kreuzes zu verdrängen. (Katholik.) Säcularfeier des Benedictinerstiftes Raygern. Aus Mäbren im Januar. Raygern und sein achtes S ä- culum. DaS Benedictinerklosterstift zu Raygern in Mähren hat am 26. November 1848 daS achte Jahrhundert seiner Einweihe durch den Präger Bischof SeveruS zurückgelegt. Es war daher natürlich, daß in den Bewohnern dieses Stiftes der Gedanke auftauchte, feierlich zu begehen daS Andenken dieses hochwichtigen Momentes. Der allgeliebte Abt Victor Schlosser, welcher bei der Sorge um daS zeitliche Wohl deS Hauses stets sich gegenwärtig hält die Worte deS heiligen AugnstinnS: „Ut in omnilms glarilwvtur Heus"— setzte, nach genommener Rücksprache mit seinen Conven- tualen, den 19. Sonntag nach Pfingsten (22. Oktober) als den zur Eröffnung der Feier geeignetsten Tag fest; also zu einer Zeit, wo Oesterreichs politischer Himmel zwar umflort, aber noch nicht verfinstert, noch nickt mit Blitzen und Feuersäulen gefüllt war. Der heilige Vater PinS IX. bewilligte zur Verherrlichung des Festes einen vollkommenen Ablaß für Alle, welche nach erfüllten Bekingnngcn während der Octav die Stiftskirche besuchen würden, die Namen der Pontificanten und Festredner waren schon aufgezeichnet — kurz alle die nöthigen Anstalten besprochen. Da geschahen am 6. October die bekannten Gräuelscenen in Wien, — LatourS Blut befleckte auf immer der Residenzstadt geschichtliche Blätter, sie sah Bürger- blut und verlor die Besinnung. Die Provinzen erblaßten ob der ruchlosen That, und mehr als Eine schien daS Gleichgewicht zu verlieren; Wühler jeder Art und Gattung mehrten durch unzcitige Reden den Schrecken, schüchterten die Gutgesinnten ein und gaben Muth den Tollen. O schrecklich waren die Oclobertage, schrecklich für Jeden, dem Recht und Tugend kein leerer Schall! — Wie, und in den Tagen deS Schreckens sollte Raygern ein Fest begehen? — sprach man ja frei und offen von der Schmach deS souveränen Volkes, daS noch Klöster duldet, theilte ja aus Flugschriften voll schändlicher Lügen gegen Bischöfe und Priester! — Wie zur Zeit deS FaustrecktcS mußten die Klosterpforten verwahrt und bewacht werden, um nicht unvorbereitet vom losen, räuberischen Gesinde! überfallen zu werden — und dieß in einem katholischen Staate! — war da also noch eine Möglichkeit an ein Fest zu denken, wo die persönliche Existenz und Sicherheit so gefährdet war? — Allerdings: „Solle BretiSlaw'S Stiftung durch gottlose Hände fallen — wohlan denn, so möge sie würdig fallen" — so sprachen die Mönche, und weder der Kanonendonner, noch daS Sturmgeläute des nahen Brünn, noch der Aufruf zum Landstürme und die Züge der Proletarier hielten sie ab, den einmal gefaßten Entschluß zu verwirklichen. Es war ihnen ja nicht um weltlichen Pomp zu thun, nur ihrem Dränge, Gott zu danken, wollten sie Genüge thun. Eröffnet ward daS Fest den 21. mit einer solennen Vesper.- O wie ganz anders klang damals das „veus in scljutoriurn" in der hell umstrahlten bräutlich geschmückten Stiftskirche, wie ernst tönte das „Uonlitoor" durch die weite» Hallen, wie herzbrechend das „Vv grokuixIiZ." Man fühlte GotteS Nähe, sah sein unmittelbares Walten, die eigene Nichtigkeit — daS Grab geöffnet. Am Montage las der Brünner Bischof unter Assistenz seines Capitels daS Hochamt, das päpstliche Ablaßbreve ward öffentlich vorgelesen und eine ergreifende Rede von einem benachbarten, würdigen Pfarrer gehalten. Die Kirche war zwar zahlreich besucht, aber keineswegs in der Art, wie eS sonst bei andern minder wichtigen Gelegenheiten zu geschehen pflegte. Und wie gering war die Zahl Derer, welche durch die heilige Commuiiion ihren Willen, den Ablaß zu gewinnen, kundgaben? Mit vollem Rechte schloß man auf die Theilnamlosigkeit der Gläubigen. Auch der zweite Tag ging still vorüber; aber am dritten, vierten und den nachfolgenden, da konnte die Stiftskirche, eine der größten in Mähren, nicht mehr fassen die herbeiströmende Menge. Was bewirkte diese plötzliche Umwandlung? — der Eifer der nachbarlichen Seelsorger. Die sprachen kräftige Worte zu ihren Gemeinden, erklärten ihnen die Bedeutung deS Festes, die Zeichen der Zeit, die Nothwendigkeit deS innigsten AnschlnsseS an den Weltenlenker. Unabsehbare Schaaren pilgerten unter frommen Gesängen zur Klosterpforte, als wären sie mitten im Frieden. Junge Priester, ganz und gar ergeben ihrem Volke und dessen Heile, betraten ohne Vorbereitung die Kanzel — (denn man bestellte keine Prediger, weil man der Zeit nicht traute) — und sprachen so herrlich, wie dieß nur ein begeistertes, rein religiöses Gemüth zu thun im Stande ist. Sie mußten gehoben werden diese Redner, als sie sahen, wie ihr Volk, an dem man bereits zu zweifeln anfing, sich so empfänglich zeigt für daS allein Wahre — für Gott und Vaterland. Und fast könnte man behaupten, daß diese so angeregte religiöse Stimmung daS mächtigste Hinderniß Allen wurde, die im Solde der Umsturzpartei RaygernS Anwohner zum Landstürme gegen die k. k. Truppen, die gegen Wien zogen, bewegen wollten. Auch nicht Ein Mann folgte ihrem tollen Rufe; man vertrieb vielmehr die Wühler und bewahrte die Treue gegen daS angestammte, heißgeliebte Herrscherhaus. — Beendet ward daS Fest nach achr Tagen durch ein Ponnficalamt des HauSabteS Victor, welcher die hohe Freude hatte, zu sehen, wie Tausende, dem Rufe der heiligen Kirche folgend, die Bedingungen zur Gewinnung deS vollkommenen Ablasseö erfüllten, wie sie gestärkt die Worte deS Heiles in ihre Heimath brachten, 36 wie sie durch die Theilnahme am Feste deutlich auSsprachen, daß sie die Klöster und die religiösen Orden nicht als eine Schmach veS souveränen Volkes, sondern als von der Kirche approbirte, ihre Zwecke fördernde Institute ansehen, die der allgemeinen Achtung sich um so mehr erfreuen werden, je mehr sie die Bedürfnisse der Zeit und ihrer Aufgabe auffassen. — Und darum, lasset nur spotten und mit schalem Witze besudeln die Klöster und ihre Bewohner: ist eS diesen Ernst mit ihrem Berufe, so werden sie um so fester an ihrer Regel hängen und sich freuen, daß ihnen Gelegenheit ward, durch die That zu beweisen, daß sie der Welt und ihren Freuden abgestorben. (Katholik.) Proselyten zu machen, als sie nur immer wollen; sie dürfen bei uns zu ihrer Reise in den Himmel diejenige Landstraße wählen, die ihnen am besten gefällt, wenn sie nur überall den gesetzmäßigen Zoll bezahlen. Wir lieben die Jesuiten, wir bewundern die Jesuiten, wir ehren die Jesuiten und das alles nicht wegen ihrer schlechten Eigen« schaften, und wegen ihrer schlechten Tendenzen, sondern wegen ihrer Wissenschaft, ihrer geistigen Bildung, und wegen der Kühnheit in ihren Unternehmungen zur Verbreitung des Unterrichtes. Wir machen bei unS keinen Unterschied unter den verschiedenen religiösen Secten, alle finden bei uns Friede und Duldung." Belgische Zustände. Belgien (Lüttich). Während ringS um unS, und in fast allen Ländern von Europa die heftigste politische und sociale Aufregung, Aufstand, Krieg und blutiges Unheil herrschen, genießt unser schönes, gesegnetes Belgien einer inneren Ruhe und Sicherheit, wie man sich derselben kaum seit einem Jahrhundert zu erinnern weiß. In Belgien werden durch königliche Verordnungen Kirchen und geistliche Orden für Wohlthätigkeit, der Verein der christlichen Liebe zu Antwerpen, das HauS zum guten Hirten für die Pflege entlassener Verbrecher zu Namur, der Verein der Frauen der Barmherzigkeit zu Brüssel, freigebig unterstützt: in Belgien werden Kirchen gebaut, und mit großer Pracht eingeweiht, und dabei deS Segens und des Schutzes der göttlichen Vorsehung mit freudiger Dankbarkeit gedacht: in Belgien befiehl ein gesetzliches und geregeltes Einvernehmen zwischen Regierung und Unterthanen, und freundlicher Verkehr so zwischen Privaten, wie zwischen den Beamten deS StaateS, der Gemeinden und der Kirche. Dieses freundliche Bild von den belgischen Zuständen zeigte sich besonders neulich in Lüttich bei Gelegenheit der am 27. November mit ungewöhnlicher Feierlichkeit vollzogenen Consecration der neuen Pfarrkirche St. Veronica durch den hochwürdigsten Herrn Bischof van Bommel. Die Anwesenheit hoher Staatsbeamten, so wie der Provincial- und Gemeindebehörden und einer »»gemein zahlreichen Geistlichkeit verherrlichte das Fest, bei welchem der hochwürdigste Herr Bischof in seiner gewohnten und beredten Weise zu wiederholten Malen Worte der Erbauung, der Ermunterung und des DankeS an die verschiedenen Stände der Anwesenden richtete. Die lautlose Stille, mit welcher allemal diese Worte von der so lebhaften und beweglichen Bevölkerung von Lüttich angehört wurden, gab Zeugniß von der hohen Theilnahme, mit welcher dieselben vernommen wurde». Am höchsten stieg diese Theilnahme, als der Bischof zuletzt mit feierlich erhobener Stimme verkündigte, daß er daS Fest mit dem Gebete für den König beschließen wolle, weßhalb er alle Anwesenden auffordere, ihr Gebet mit dem Seinigen zu vereinigen, um den Segen GotteS für den vielgeliebten Herrscher, für das königliche HauS, und für ganz Belgien zu erflehen. „Möge unser schönes Land fort und fort sich jenes besonderen Schutzes der Vorsehung erfreuen, der unS vor all jenen Un g l ü cks fä l le n und Umwälzungen bewahre) hat, dergleichen wir mit Schrecken auS so manchen andern Gegenden erfahren haben!" Dieß waren die Schlußworte der Anrede am Ende deS Festes, welches um halb 8 Uhr begonnen hatte, und mit Einschluß des PontificalamteS bis 1 Uhr Mittags dauerte. DaS folgende Festmahl im Pfarrhause war ein Verein deS heitersten Frohsinns und der aufrichtigsten Herzlichkeit. (Sion.) Nordamerika. Vereinigte Staaten. Der „New-Aork Herald," ein protestantisches Journal, schrieb ohnlängst: „Wie wir erfahren, sind sieben oder acht Jesuiten cu.S dem Kloster zu Freiburg in der Schweiz mit dem letzten französischen Dampfboot in New Aork angekommen. Dem Vernehmen nach haben andere Fahrzeuge eine noch größere Anzahl von Priestern aus dcm- selbigen Orden herüber gebracht. Ueberhaupt haben wir in den sechs letzten Monaten eine größere Anzahl von Priestern auS Europa erhalten, als in vielen früheren Jahren zusammengenommen. Die Jesuiten, so wie andere, sowohl protestantische, wie katholische Geistliche, welche man in Europa um ihrer religiösen Meinungen willen verfolgt, thun recht daran, daß sie zu unS kommen; in unserem Lande steht cS ihnen frei, so viele Robert Blum. Wir haben die endliche Bekehrung deS in den RongeanismuS und rothen RepublicaniSmuS verirrten Robert Blum nach Fr. HurterS verläßlichem Zeugnisse vor einiger Zeit in der Postzeitung berichtet. Nun tritt der schon öfter genannte Gratzer Rongeaner Scholl in seinen Sonntagsblättern mit der ganzen Kraft seiner Sophistik auf, um den unglücklichen Blum auch in seinem Tode noch als Märtyrer und Helden dem Nongethum zu retten; „denn es gilt daS Bild unsers Todten rein zu halten von pfäffischer Entstellung, rein zu waschen von pfäffischen Verdächtigungen und Verleumdungen, mit welchen dieselben, die ihn im Leben gehaßt, selbst den Todten jetzt nicht verschont lassen." Man sollte nach solchem Anlaufe erwarten, Scholl werde authentische Documente vorlegen, auS denen unwidersprechlich sich zeigte, Blum sey als Rongeaner gestorben. Allein dem ist nicht so; die ganze Beweisführung besteht vielmehr in einem anonymen Artikel aus der „Jllustrirten Zeitung" von Leipüg, der durch vierte Hand den Schottenbenedictiner P. Raimund als Quelle angibt. Wir wollen über die Verläßlichkeit der erwähnten Zeitung nicht rechten, sondern theilen nur zur Bestätigung der Hurter'schen Angaben und zur vollkommenen Widerlegung aller gegentheiligen Berichte «katholischer Blätter folgenden Erlaß des fürstbischöflichen Consistoriums in Wien mit. Dieser lautet: „In Folge des anher gestellten Gesuches vom 10. dieses Monats wurde der Curat an der hiesigen StiftSpfarre zu den Schotten, P. Raimund Schwedler, welcher dem Robert Blum in seinen letzten Lebensstunden die Tröstungen der Religion zu spenden berufen war, über die in Frage gestellte Versöhnung desselben mit Gott und seiner heiligen Kirche einvernommen. Die von diesem Priester abgegebene Erklärung bestätiget, daß Robert Blum, welcher sich schon bei dem Verhöre als Katholik angegeben hatte, den ihm gemachten Ermahnungen und Belehrungen in sein Herz, welches über daS unerwartete Ende, insbesondere aber wegen des Schicksals seiner Gattin und seiner Kinder sehr bekümmert war, Eingang gewährt, und, nachdem mit GotteS Gnade bei der Erinnerung an seine Mutter und ihre Lehren der alte Glaube in ihm erwacht war, auch daS Sündenbe- kenntniß abgelegt und die heilige Wegzehrung mit sichtbarer Rührung und Andacht empfangen habe. Zuletzt dankte er diesem Priester für die gespendeten Tröstungen der Religion und starb mit den Worten: „„Vater in deine Hände empfehle ich meinen Geist."" Wien, den 27. Januar 1849. FürsterzbischöflicheS Konsistorium: Matthias Pillitzer, Bischof von Telmäse in pari., Generalvicar. Leopold Eikelhart, Kanzleidirector." Piusvereine. Trier, 12. Januar. Unser PiuSverein, der so klein und unscheinbar begonnen, ist in einem sehr erfreulichen Wachsthume begriffen. Er zählt gegenwärtig etwa 560 Mitglieder. Wir sind der festen Ueberzeugung, daß daS Wachsthum und Gedeihen deS VereinS davon abhängt, daß er als solcher keiner politischen Partei sich anschließt, als solcher keinerlei politische Bestrebungen unterstützt, sondern lediglich die Wahrung der religiösen Freiheit und die Hebung der socialen Zustände durch die vom Christenthum und der katholischen Kirche gebotenen Mittel als einziges und Hauptziel im Auge behält, und dadurch einem Jeden, zu welcher politischen Farbe er sich auch bekennen mag, wenn er nur anders ein wahrer und warmer Katholik ist, den Eintritt ermöglicht. (Ist auch die Ansicht des AugSburger PiuSvereines.) Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen. Verlags-Inhaber: F. C. Kremer.