K-'^r« ^ »7 . -7 '^->^» 7 «»^»/.^ H> Preis io AvgSburg für sich allein (ohne A. PostzeitungMhrlich Ist. Istkr. Dur» , die Post kaun diese« Wochenblatt nur von Abonnenten der Post- zeitung bezogen werden, und erhöht fich der Preis nach Verhältniß der Entfernung Sonntags - Beiblatt zur Augsburger Postzeitung. Für fich allein, ohnL die Augsburger Post- zeitung, find diese Blätter nur im Wege de« Buchhandels zu beziehen und kosten in ganz Deutschland, der Schweiz u. s. w. jähr«, lich nur I st. SO kie- «der 1 Lhlr. Neunter' Jahrgang. ^ 1 «. 11 . März 181 k». Hirtenbrief des Hochwürbigften Bischof- Peter Joseph von Limburg. Die heilige Fastenzeit, in die wir so eben eingetreten sind, gibt, wie alljährig, so besonders in diesem Jahre den von dem heiligen Geiste gesetzten Oberhirten dringende Veranlassung, Worte deS höchsten Ernstes an die ihnen anvertrauten. durch das Blut deS Gottmenschen Jesu Christi erkauften Gläubigen zu richten. Leben wir doch in einer Zeit, wo die Angriffe auf die katholische Kirche, die einzige, von Gott selbst für die Dauer der Welt gegründete Beschützerin der Wahrheit und Freiheit, maßloser, frecher und massenhafter sind, als je vordem; in einer Zeit, wo man vorgeblich im Interesse der Wahrheit, des Lichtes und der Aufklärung, die einzige und rechtmäßige Mutter und Pflegerin dieser Güter durch alle erdenkliche Mittel, durch List und Betrug, durch Hohn und Gewalt für immer aus der Welt verbannen möchte; in einer Zeit, wo man sinnlos und mit betäubendem Geschrei nach Freiheit ruft, und Gleichheit prediget und Brüderlichkeit im Munde führt, indeß so Viele den erbittertsten Haß gegen die katholische Kirche im Herzen tragen und in ihren Handlungen kundgeben, die Gleichheit in einem Sinne verstehen, der, ein absoluter Widerspruch deS Geistes und der göttlichen Weltordnung, zum Raub und zur Plünderung und nachmals zur allgemeinsten Verarmung führen müßte, und die Freiheit, welche uns Jesus Christus gebracht und die fort und fort von seiner Kirche verwirklicht und inS Leben eingeführt werden will, als unwürdige Knechtschaft verlästern, dagegen die Willkürherrschast der rohesten Leidenschaften, ein freches Ucberheben über alle göttliche und menschliche Gesetze und das Hingegebenseyn an die niedersten sinnlichen Genüsse als Freiheit anpreisen. Unter diesen Zeitverhältnissen konnten die Hochwürdigsten Erzbischöfe und Bischöfe Deutschlands nicht in Verlegenheit seyn bei der Auswahl der in ihren dießjährigcn Faslenhirtcnbriefen zu behandelnden Gegenstände, und, so viel uns biö jetzt bekannt geworden, haben sie so ziemlich allseitig die Wunden der Gegenwart berührt und die kräftigsten Heilmittel dagegen angegeben. Unter den letzter» stehen in der vordersten Reihe die Vereine der Katholiken, wie sie im vorigen Jahre in den verschiedenen Gegenden Deutschlands entstanden, bald darauf im Oktober zu Main; zu einem einzig großen Vereine zusammengetreten, und wenige Wochen daraus durch die zu Würzburg versammelten Erzbischöfe und Bischöfe gutgeheißen und allen Gläubigen nachdrücklichst empfohlen worden sind. Mit großer Vollständigkeit und Klarheit handelt von denselben der Hirtenbrief des Hochwürdigsten Bischofs Peter Joseph von Limburg, den wir deßhalb nachfolgend mittheilen, weil wir leider immer »och die traurige Erfahrung machen müssen, daß an vielen Orten kleinliche Rücksichten und ungegründete Besorgnisse die Gründung solcher katholischen Vereine hindern, indeß von der andern, feindlichen Seite Alles aufgeboten wird, die vorhandenen Kräfte zu sammeln, sie nach und nach und unvermerkt für ihre verderblichen Plane zu bearbeiten und sie sodann unter günstigern Verhältnissen zum Umstürze der Kirche, zum Verderben der Religion und Sittlichkeit wie überhaupt zum Untergang der bestehenden Ordnung zu mißbrauchen. Anknüpfend an den ernsten Zuruf deS vorigen JahreS: «Leget die Rüstung GotteS an, damit Ihr zur schlimmen Zeit Widerstand leisten und Alles besiegend das Feld behaupten könnet '). Ergreifet den Schild deS Glaubens 2), umgürtet Euch mit dem Panzer der Gerechtigkeit") und Liebes, und nehmet den Helm und das Schwert deS Geistes, welches GotteS Wort ist"). Denn der Feind, den wir zu überwinden haben, ist der Fürst der Finsterniß"), — der Gott dieser Welt, welcher den Verstand !dcr ihm dienenden Ungläubigen so geblendet hat, daß ihnen das hellste j Licht deS herrlichen Evangeliums Christi nicht leuchtet ). Nicht durch ! materielle Kräfte, nicht durch Geschütze, Festungen und Kerker läßt er sich izurückschrecken, sondern nur durch die Waffen deS Lichtes"), wenn wir, vertrauungSvoll um das so sehr verachtete und g-schmähte Kreuz des Erlösers unS schaarend, von denselben den rechten Gebrauch machen. Wie nämlich Christus am Kreuze über ihn triumphirtc, so wird Jeder auS unS siegreich gegen ihn kämpfen, der durch Glaube, Hoffnung und Liebe mit dem Heilande verbunden, sein Fleisch, sammt den Lüsten und Begierden kreuzigend "), sich und der Welt abstirbt ^), und dagegen Dem lebt, der für unS gestorben und auferstanden ist anknüpfend an diesen Zuruf beklagt der Obcrhirte, daß cS „selbst heute noch unzählig Viele giebt, welche zur Schändung ihres christlichen NamenS rücksichtlich der Erstrebung eines glücklicheren LooseS, als eS unö dermalen im Allgemeinen deschieden ist, auf die Seite Derer treten, die von Christus und seiner göttlichen Heilsanstalt, welcher doch alle civilisirten Völker ihre Gesittung und ihren Wohlstand verdanken, nichts mehr wissen wollen; den Leidenschaften, in welchen die Hauptquelle unseres Elendes liegt, — dem Stolze, der Habgier, Trägheit und sinnlichen Genußsucht noch schmeicheln und voll« Befriedigung versprechen, statt den treuen Verkünden, deS göttlichen Wortes und den sonstigen erleuchteten Männern und wahren Freunden deS Volkes zu folgen, die nur in der bußfertigen Rückkehr zu Gott, — in der Beherrschung der genannten Laster und in Pflege der denselben entgegen- gesetzten christlichen Tugenden, den Weg zum Frieden und zur Wohlfahrt erblicken. Sind vielleicht alle diese auch jetzt noch so verblendet, daß sie sich einbilden, durch dieses Verhalten ihr Gewissen nicht zu verletzen und zur Herbeiführung einer glücklicheren Zukunft mitzuwirken? Wäre dieses wirklich der Fall, so stünde eS wahrlich um sie traurig; aber noch trauriger steht eS um sie in der Wirklichkeit. Nein, Geliebte! sogar die Mehrzahl von ihnen hat noch eine bessere Ueberzeugung, handelt ihr aber auS niederer Selbstsucht, — auS Hoffnung aus vorübergehenden zeitlichen Gewinn, oder auS Furcht und Feigheit entgegen. Von ihnen läßt sich in gewissem Sinne sagen, waS einstenö der Heiland zu den Pharisäern sprach, als diese auf seine Aeußerung: „ich bin zum Gericht in die Welt gekommen, daß die Nichtsehendcn sehend und die Sehenden blind werden")," ihn gefragt hatten, ob auch sie blind seyen? „Wenn ihr blind wäret," erwiderte ihnen der Herr, «so gereichte cS euch nicht zur Sünde; nun ihr aber sprechet, wir sehen, so bleibet eure Sünde)." O, Geliebteste! wie unheilvoll ist diese herabwürdigende und unter allen Zeitverhältnissen verderbliche Gesinnungslosigkeit gerade jetzt! DaS Gute, waS die Bewegungen unserer Zeit hervorgebracht, — eine freiere, die Würde und Kraft des einzelnen Menschen, wie der Corporationen mehr ehrende Verfassung, kann dadurch, statt uns zum Segen zu gereichen, leicht zum Fluche werden. Denn diese freie Verfassung gestattet ihrer Natur nach nicht nur den erhaltenden, sondern auch den zerstörenden Kräften einen bedeutenderen Einfluß auf alle LcbenSkreise, und kann somit nur in so weit die von ihr gehegte» Hoffnungen erfüllen, als wir auS freier Selbstbestimmung weise und gerecht handeln. Welcher Zustand muß nun aber eintreten, wenn Die, welche noch den Glauben haben, daß wie für den einzelnen Menschen, so auch für die Familie und den Staat nur in Christus Heil zu finden ist, nicht zusammenhalten und mit vereinter Kraft die Segnungen deS Christenthums gegen das Verderben LeS Unglaubens zu schützen suchen? Darf «S unS dann befremden, wenn Diejenigen überall einen überwiegenden Einfluß gewinnen, welche die Freiheit nur zum Deckmantel 1) Sph. 6, 13. 2) Sph. s, 16. «, 17. «) Zoh. 13, ,1. 14, 30. 3) Sph. «.14. 4) 1. Theff. 5, 6. 5) Sph. r,'' 1) 2 Kor. 4 . 3 u. 4. 2) Rom. 13, 12. 3 ) Gal. ö, 24. 4) C»l. ö, 14. S) 2 Kor. b, 1b. S) Joh. S, 30. 7) 3«h. S, 41. der Bosheit mißbrauchen — welche auf nichts Anderes sinnen, als nach dem Umstürze alles Bestehenden sich zu Despoten über unsere materiellen, wie über unsere geistigen Güter auszuwerfen, nicht nur unser leibliches, sondern auch unser geistiges Leben zu beherrschen? Doch zu diesem äußersten Grade der Sklaverei wird eS und kann eS, wenigstens in Deutschland, nicht kommen, wenn der im verflossenen Jabre gerade im Momente der wüthendsten Verfolgung unserer heiligen Kirche inS Leben getretene, mit dem Namen, wie mit den glänzenden Tugenden unseres heiligen Vaters PiuS IX. geschmückte katholische Verein, welcher dermalen in der alten katholische» Rheinstadt Mainz, wo einst der große Apostel der Deutschen, der heil. BonifaciuS, den Hirtcnstab führte- leinen Mittelpunct hat, von dem aus er seine Wirksamkeit zur christlichen Wiederbelebung Deutschlands bereits durch alle Gauen desselben verbreitet, wenn, sagen Wir, dieser katholische Verein Deutschlands die ihm gebührende Anerkennung und Theilnahme findet. Denn wo dieser fruchtbare Ast an dem Lebensbaume unserer heiligen Kirche bis jetzt seine Verzweigungen hinge- trieben, da setzte er dem Bunde der Verblendung und Gesinnungslosigkeit nicht nur eine unüberwindliche Schranke, sondern brachte auch durch die gesunde, kräftigende Nahrung, die er bietet, Viele von den Verirrungen ihres Geistes und Herzens zurück. Darum, Geliebte! können Wir, indem Wir Angesichts deS für Deutschland noch nicht entschiedenen KampfeS zwischen dem neucrwachten Heidenthume und dem Christenthnme bei der Wiederkehr der heiligen Fasten« zeit Uns abermals verpflichtet fühlen, Euch zur freudigen Ausdauer unter der Fahne Christi zu ermuthigen, die unumwundene Erklärung Euch nicht vorenthalten, daß UnS unter den vielfachen traurigen Erfahrungen, welche UnS die Gegenwart in Unserem BcrusSkreise bicrer, nichts mehr zu trösten und zu erfreuen vermöchte, als wenn alle Gemeinden Unserer Diöcese rück- sichtlich der Gründung von Filialvereincn und deren Anschluß an den katholischen Verein Deutschlands dem schönen Beispiele folgten, welches mehrere Gemeinden deS BiöthumS bereits gegeben haben. Damit wollen Wir zwar keineswegs sagen, daß man nur alö Mitglied eines solchen Vereines sich als einsichtsvollen und gesinnungStüchtigen Katholiken bewäh ren könne; zieht ja der katholische Verein Deutschlands seine ganze Lebenskraft selbst nur a»S dem großen, von Christus gestifteten und seinem Geiste beseelten Vereine unserer heiligen Kirche; allein warum sollen, wenn die durch den Zeitgeist irregeleiteten Glieder der Kirche mit den Feinden des Christenthums gegen dieselbe gemeinschaftlich wirken, nicht auch die auS Ueberzeugung ihr treu Gebliebenen zur Förderung ihrer Lebensthätigkeit in einen engeren Verband miteinander treten? Sollen sie sich hierzu nicht um so mehr berechtiget und bestimmt fühlen, wenn die Wirksamkeit dieser Ver eine, ohne das Recht auch nur eines Einzigen zu verletzen, nicht nur das Wohl der Kirche, sondern auch das deS Staates fördert? Daß aber dieses der Fall ist, muß Jeder einräumen, der die löbliche Aufgabe, welche der katholische Verein Deutschlands mit lallen seinen Zweigvcreinen sich gesetzt, und die niitadelhaften Mittel, die er zu ihrer Verwirklichung einzig erlaubt, gehörig kennt und unparteiisch beurtheilt. Betrachtet nur, Geliebte! die Aufgabe deS katholischen Ver- einS Deutschlands im Hinblicke auf die Hauptmißstände unserer Zeit, und Ihr sehet sogleich ein, daß sie die Grundübel der Gegenwart an ihrer Wurzel faßt und durch die einzig zureichenden Mittel ihre Heilung versucht. Diese Grundübel sind, was wohl nicht erst eines Beweises bedarf: eine hie und da bis zum Hasse der christlichen Frömmigkeit gesteigerte Irreligiosität, eine durch keine Autorität in Schranken zu hallende Ungerechtigkeit und Unfittlichkeit, und endlich die aus beiden entsprungene Noth und Unzufriedenheit, welche, so lange ihre wahre Ursache nicht erkannt, und in geeigneter Weise ihr entgegen gewirkt wird, die Gefahr staatlicher und gesellschaftlicher Umwälzungen stets unterhalten. Jeder Einsichtsvolle wird zugeben, daß hier eben darum mit neuen StaatSversassungcn, Verwaltungsformcn, menschlichen Gesetzen und Einrichtungen, so weise und zweckmäßig sie auch seyn mögen, wenig geholfen ist, so lange nicht durch die Rückkehr zum lebendigen Glauben an Christum der in ihm uns offenbarte Wille Gotteö wieder als höchstes, unverletzliches Gesetz anerkannt, und durch die auS dem Glauben quellende Liebe die Erzeugerin der bestehenden Zwietracht und Noth, nämlich die Selbstsucht, überwunden wird. Soll aber das Christenthum wiederum diesen Einfluß auf die menschliche Gesellschaft erhalten, soll es die Ansichten, Neigungen, Wünsche und Bestrebungen der Menschen wiederum bestimmen, und insbesondere durch seine göttliche Autorität der weltlichen Obrigkeit den ihr gebührenden Gehorsam sichern; so darf die Trägerin desselben, unsere heilige katholische Kirche, nicht länger unter der Bevormundung deS i) i Ksr. s, 14. . . StaateS in Erfüllung ihres hohen BerufeS sich gehemmt fühlen; sondern sie muß, wie eS für den Naffauischen Theil Unserer Diöcese schon durch die landesherrliche Proclamation vom 5. März deS verflossenen Jahres verheißen und seitdem für die katholische Kirche in ganz Deutschland durch Art. 5. 8 . 17. der Grundrechte ausgesprochen worden ist, in Allem, waS zu ihrem Bereiche gehöret, — in Lehre, Gottesdienst, Anstellung und Abberufung ihrer Diener, Handhabung der Disciplin und Verwaltung ihres Vermögens frei und setbstständig werden. Dem entsprechend stellt der katholische Verein Deutschlands an die Spitze seiner Aufgabe: „Die Verwirklichung der Freiheit der Kirche und aller ihrer Rechte durch die ihm zu Gebot stehenden Mittel zu erstreben." Sieht man nun, Geliebteste! auf die Anwendung der Freiheit der Kirche, als der Grundbedingung ihrer ungeschmälerten segensreichen Wirksamkeit, so. erscheint dieselbe im Interesse der Anbahnung einer besseren Zukunft nirgends dringender geboten, als da, wo sie ihr lange Zeit am hartnäckigsten verweigert worden ist und zum Theil noch verweigert zu werden pflegt, — im Gebiete deS Unterrichtes und der Erziehung. Niemand kann es bestreiten, daß, wie hoch man auch die Leistungen deS neueren Schulwesens, insbesondere in Beziehung auf die Entwickelung der geistigen Kräfte, anschlagen mag, dieselben dock für das Wissen, wie für das Leben weit hinter den Leistungen aus der Zeit zurückstehen, wo die Kirche unbehindert Schulen errichten und leiten konnte. Zwar hat die Schule seit mehreren Decennien Alles aufgeboten, um den Verstand möglichst zu bilden, ihn mit Kenntnissen zu bereichern und den Menschen für seinen irdischen Lebensberuf zu befähigen; allein weil sie nicht vom Standpuncte des Christenthums auS in gleichem Maaße auf die Veredlung seines Herzens hinwirkte und seine ewige Bestimmung im Auge behielt: so hat diese naturwidrige Einseitigkeit sowohl der. Aneignung höherer Weisheit, als dem friedlichen Genusse deS Lebens unberechenbaren Abbruch gethan, lind konnte die Folge dieser verkehrten Richtung eine andere seyn? Wenn der Verstand nicht ein gebildetes, für die Liebe deö Ueberstnnlichcn und Göttlichen empfängliches Herz zur Begleiterin hat, so tritt er nur allzu bald in den Dienst niederer Leidenschaften; und wo diese den Menschen beherrschen, da verliucrn sie ihm nicht nur jeden Lebensgenuß, sondern trüben auch den Blick seines Geistes so sehr, daß er zuletzt die einfachsten Wahrheiten, wenn sie nicht mit der Befriedigung seiner Neigungen und Begierden in naher oder entfernter Beziehung stehen, z. B. die klarsten religiösen und sittlichen Begriffe und Grundsätze nicht mehr zu fassen vermag, — bestätigend das Wort des Apostels: „Der sinnliche Mensch nimmt nicht auf, waS des Geistes ist; ihm ist eS Thorheit und er vermag eS nicht zu fassen, weil es nur geistig gefaßt werden kann Hierin, geliebte BiS- lhums-Angehörige! liegt auch der tiefste Grund des Unglaubens der heutigen Generation und die ausreichendste Erklärung ihrer traurigen Lage. Unzählig viele Menschen haben sich nämlich eine Glaubenslehre gebildet, wie sie die Beschaffenheit ihres Herzens verlangte; aber auch eine Lage sich bereitet, wie ihr verdorbenes Herz sie verdiente. Weil sie so leben, daß sie den Himmel, den sie wohl gerne nach dem Tode annähmen, nicht hoffen können, und die Hölle, die sie freilich fliehen möchten, fürchten müssen; so läugnen sie beide und suchen den Himmel schon auf der Erde in der ungezügelten Befriedigung ihrer niederen Triebe; aber statt ihn hierin zu finden, verwandelt sich ihnen die Erbe gleichsam zur Hölle, nämlich zu einem Orte steter Unruhe und steigender Qual; indem daS, wor- nach sie haschen, sie täuscht, uns das, was sie beglücken könnte, ihren Neigungen zuwider ist. Gewiß zeugt eS darum nicht weniger von dem richtigen Blicke in die Bedürfnisse unserer Zeit, als von dem lobenSwerthe- sten Willen des katholischen VereincS Deutschlands, daß er als nächsten Theil seiner Aufgabe bezeichnet: „Die Freiheit des Unterrichtes zu erringen und zu sichern." Der Verein begnügt sich übrigens nicht damit, rücksichtlich der Förderung christlicher Weisheit und Tugend seine Fürsorge der Jugend zu widmen. Die unmittelbar folgende weitere Bestimmung seiner Aufgabe geht dahin, auch „für die geistige und sittliche Bildung des Volkes zu wirken;" und daß er dafür eine nicht minder lobende Anerkennung verdient, bedarf nach dem über den dcrmaligen geistigen und sitt- lichen Zustand des Volkes bereits Erwähnten wohl keiner Erinnerung. Wie nun der katholische Verein Deutschlands in den angeführten drei Bestimmungen seiner Aufgabe die geistigen und sittlichen Bedürfnisse der menschlichen Gesellschaft erfaßt und ihnen abzuhelfen strebt; so richtet er in der vierten, in welcher er sich vorsetzt: „zur Hebung der herrschenden socialen Mißverhältnisse und Uebelstände nach Kräften beizutragen," seine Aufmerksamkeit auf die aus der geistigen und moralischen Verkommenheit entstandene Schwankung der gesetzlichen Ordnung und Verwirrung der materiellen Verhältnisse. Unv wie er hinsichtlich jener sowohl dem Mißbrauche als der Nichtbeachtung der gesetzlichen Gewalt 3V durch Förderung der Gerechtigkeit und wahren Freiheit entgegen tritt; so sucht er diese auf eine Weise zu beseitigen, daß das bereits so sehr bedrohte Eigrnthumörecht, ohne dessen Bestand kein Staat und keine Gesellschaft eristiren kann, nicht gefährdet wird, nämlich durch freiwillige Unterstützung der Armen und Nolhleidendcn, durch Sorge für Arbeit und Verdienst, durch Belebung deS Fleißes, der Mäßigkeit und Sparsamkeit. Da aber dem Vereine die Lösung seiner Aufgabe sowohl in Ansehung auf Förderung des leiblichen, als deS geistigen Wohles deS Volkes sehr erschwert und zum Theil unmöglich gemacht würde, wenn der katholischen Kirche der Rest des Vermögens, welcher ihr nach der Säkularisation geblie teln zu ihrer Lösung, au« dem Verhalten der VereinSglieder eine gegründete Veranlassung zu Beschuldigungen hergenommen werden kann. Wir halten es übrigens nicht für nothwendig, Geliebte! im Einzelnen anzuführen, was in vieler Beziehung Euck obliegt. Ihr sehet c« wohl selbst ein, daß die Glieder eines Vereines, der sich keine geringere Aufgabe gestellt, als die Wahrheit deS Christenthums durch ein demselben entsprechendes heiliges Leben und den aus diesem entspringenden Segen gegen die alle ächte Religiosität und Sittlichkeit untergrabenden und nur Unheil und Verderben stiftenden Bestrebungen der Antichriste» unserer Tage wieder zur allgemeinen Anerkennung zu bringen, — daß die Glieder eines solchen den, noch geschmälert würde: so erkennt er eS als einen weiteren Theil VereineS gleich den Bekennen, Jesu in den ersten christlichen Jahrhunderten seiner Aufgabe, „auf geeignetem Wege dafür einzutreten, daß in allen Tugenden vorleuchten müssen, durch welche diese trotz der Vcr« katholische Stiftungen für Kirche, Schule und Wohlthätig. dächtigungen, Verleumdungen und blutigen Verfolgungen, die sie zu erdul- keit ihren Bestimmungen erhalten werden." den hatten, den Sieg über das Heideiuh»», errungen haben. Nur Eines In dem Bewußtseyn endlich, daß, wie er selbst sein Daseyn und können Wir nicht unterlassen, Euch besonders anzuempfehlen: Zeiget that- seine Wirksamkeit dem AssociationS-, d. h. dem VereinSrechte verdankt, so sächlich, daß die aufrichtige und innige Liebe, die Ihr gegen alle Men- bei Wahrung dieses Rechtes, der Gründung neuer oder Wiedereinführung scheu, welchem religiösen oder irreligiösen Bekenntnisse sie auch zugethan schon früher bestandener, unter dem Namen geistlicher Orden bekannter seyn mögen, im Herzen traget, so unüberwindlich ist, als Euer Beharren Vereine nichts mehr im Wege steht, welche Vereine zur Zeit ihrer Blüche in dem von Euer» Vätern ererbten katholischen Glauben, und daß Ihr in Deutschland für Wissenschaft, Kunst, Frömmigkeit und ganz besonders! nicht weniger gewissenhaft seyd in Erfüllung Eurer Pflichten gegen den auch für Linderung der leiblichen Noth der Armen so außerordentlich Gro- Staat, als in Ausübung derer gegen die Kirche, — daß Ihr in gleichem ßeS geleistet haben, ist eS die Schlußbestimmung deS katholischen Vereines Grade bereit seyd, dem Kaiser zu geben, was des Kaisers ist, alö Gott, Deutschlands: „DaS Recht der freien Association gegen Ein-'waS Gottes ist'), und zwar ebendarum, weil Euer katholischer Glaube griffe und Verletzungen zu wahren." >Euch so zu handeln befiehlt. Ueberblicket nun, Geliebtcste! die Aufgabe deS katholischen Vereines ^ Zeigen wir uns, geliebte BiSthumS-Angehörige! hierin als wahre Deutschlands in ihren einzelnen Bestimmungen, und Ihr werdet mit Uns Jünger deS Herrn; so mag,der Fürst der Finsterniß noch so viele Leidendste Ueberzeugung theilen, daß die Berechtigung wie die Verdienstlichkeit,'schaften gegen uns aufregen; wir werden siegreich aus dem zu bestehenden zur Lösung derselben durch Gründung von Filialvereinen mitzuwirken, so'Kampfe hervorgehen, und unser Sieg wirb nur um so glänzender, ver- wenig bestritten werden kann, als die Berechtigung und Verdienstlichkeit, dienstlicher und erfolgreicher seyn, je schwerer die Prüfung ist, die dem- im Geiste unserer heiligen Kirche dem Wohle der Menschheit seine Kräfte selben vorausgeht. Dafür bürgt uns Jesus selbst, — der Anfänger und zu widmen. Wir wissen übrigens wohl, Geliebte! daß demungeachtet über Vollender unseres Glaubens, welcher statt der für ihn vorhandenen Freude den katholischen Verein die härtestem Urtheile gefällt werden, und mitunter I baS Kreuz erduldete und der Schmach nicht achtete, nnn aber zur Rechten selbst von Solchen, die sich Katholiken nennen. Allein daS darf uns nichts des göttlichen Thrones sitzt"). Denn zuverlässig ist das Wort: sterben befremden in einer Zeit, in welcher, bei allem Stolze auf den Fortschritt > wir mit ihm, so werden wir mit ihm auch leben; dulden wir mit ihm, deS Wissens, in Ansehung auf die wichtigsten Angelegenheiten deö Lebens!so werden wir mit ihm auch herrschen"). eine Unwissenheit und Begriffsverwirrung herrscht, wie sie kaum in einer! Wer auS unS, Geliebte! fühlte sich in Erwägung dessen nicht früheren Periode der christlichen Geschichte sich findet; eS darf unS nicht! gedrungen, mit dem Apostel auszurufen: „Was kann u»S scheiden von der befremden in einer Zeit, in der Manche aus Verblendung in ihrem Hasse Liebe Christi? Trübsal? oder Angst? oder Verfolgung? oder Hunger? oder gegen die Wahrheil so weit gehen, daß sie lieber Alles für recht erklären, j Blöße? oder Gefahr? oder Schwert? .... Voller Sieg wirb uns über als daß sie der katholischen Kirche ein Recht oder die Ausübung eines sol-! dieses Alles durch ihn, der uns geliebt hat ')." Und so lasset uns den», chen zuerkennen, und stets über Verletzung des FriedenS, der Humanität und christlichen Toleranz klagen, wenn man den FanatiSmuS ihres Unglaubens nicht schweigend tolerirt, oder gar als ein Zeichen von Friedensliebe, Humanität und christlicher Toleranz gelten läßt. Oder sollten etwa die Mittel, deren sich der Verein in Erstrebung erneuern, Jesu zu leben und Jesu zu sterben, seiner Zwecke bedient, zu einer gerechten Klage Veranlassung geben? Dieß iAllen. Amen! — ist eben so wenig der Fall. Der §. 8. deS katholischen Vereines Deutschlands spricht sich hierüber folgendermaaßen auS: »Zur Erreichung seiner Zwecke wird der Verein sich aller gesetzlichen Mittel bedienen, namentlich deS freien Versammln ngS- und Ver- einörechteS, des PetitionSrechtes, deS Rechtes der freien Rede und der freien Presse: wie er auch durch Verbreitung guter Schriften und Bücher der geistigen, und durch Ausübung und Förderung aller Werke der christlichen Nächstenliebe der leiblichen Noth deS Volkes zu steuern sich bemühen wird." Geliebteste! wozu uns auch schon die bevorstehende heilige Fastenzeit auffordert, im vertrauensvollen Hinblicke auf ihn ablegen jede Bürde, nämlich die Sünde, die unS anklebt, und mit Muth die unS angewiesene Kampfbahn durchlaufen "); lasset unS mit Herz und Mund das Versprechen Seine Gnade sey mit uns Au- G a « t a. Gaäta, 3. Fcbr. Gestern, am Feste Mariä Reinigung, fand ein großartiger Gottesdienst in der Kathedrale statt, welchem die ganze königliche Familie von Neapel und der Papst beiwohnten. Nach der Messe hielt der Generalprocurator der Barnabiten eine Anrede an den Papst, welcher darauf folgendermaaßen antwortete: „Jedesmal, wo ich von der göttlichen Vorsehung berufen werde, diesen heiligen Versammlungen vorzusitzen, in Bei dem richtigen Urtheile, geliebte BiSthums-Angehörige! daS Ihr! denen mit dem Beistande des heiligen Geistes die Entscheidungen über die trotz der vielfach bei Euch gemachten Versuche, Euere treue Anhänglichkeit'Handlungen der Helden der Kirche Jesu Christi erörtert werben, erfüllen an unsere heilige katholische Kirche zu erschüttern, und durch daS Truglicht ^ mein Herz Freude und Vertraue» und Bewunderung der allweisen Fügun- einer falschen Aufklärung Euch von dem Wege der Wahrheit abzuleiten, in ^ gen Gottes, der in den Rathschlüssen seiner Liebe zum Menschengeschlechte kirchlichen Angelegenheiten bis jetzt im Allgemeinen Euch bewahrt habt, und! von Zeit zu Zeit einige seiner Diener mit seinem heiligen Geiste auSge- bei dem unter Euch sich immer weiter verbreitenden Verlangen, an den! rüstet, aus daß sie im Kriege wider die Hölle die Feinde der Wahrheit preiSwürdigen Bestrebungen des katholischen VereineS Deutschlands Theil angreifen und gegen sie den Kampf deS Herrn kämpfen. Dieser Gedanke zu nehmen, scheint UnS daS Gesagte hinreichend, um Uns der zuversicht- tröstet mich in meinen gegenwärtigen Leiden; er öffnet mein Herz zu der liehen Hoffnung hingeben zu können, daß keine gegnerischen Bemühungen Zuversicht auf den Herrn, daß er unter seinen Dienern neue gute und tm Stande seyn werden, das Wachsthum der in mehreren Gemeinden bereits erachteten, so wie die alsbaldige Gründung neuer Filialvereine in den übrigen Gemeinden der Diöcese zu verhindern. Und so erübriget Uns, um Unsererseits nichts zu versäumen, was dazu beitragen kann, recht bald von dem Troste und der Freude aufgerichtet zu werden, die Wir in dieser Hinsicht von Euch erwarten, nur noch die väterliche Ermahnung, daß Alle, welche an einen solchen Verein sich anschließen oder bereits angeschlossen haben, sich auch als würdige Glieder desselben bewähren mögen, damit eben so wenig, wie aus der Aufgabe deS VereineS und seinen Mit- getreue Rüstzeuge erwecken wird, die sich der Erleuchiung und Bekehrung deS Volkes widmen und eS von der Wunde heilen werden, die zu seinem großen Schaden und Gefahr mit jedem Tage weiter wird. Stolz, Ueber- druß aller Unterordnung und die heftige Herrschsucht Einiger führen eS einem Joche entgegen, schwerer und unheilvoller als das, welches eS zu zerbrechen trachtete. Und da jener Geist deS Stolzes geradeSweges Gott 1) Matth. 22. 21. ». 37. 5) Hebe. 12, 1. S) Heb. 13, 2. 3) 2. Tim. 2, 11. 12. S) Rom. 8, 35 angreift, so kann eö geschehen, daß der Allmächtige ihm plötzlich Einhalt thut wie einst in den Gefilden Babels. Die heilige Maria bieter uns in der Feier dieses TageS ein Beispiel, wie wir dem Stolze des Zeitalters widerstehen sollen, nämlich durch Demuth und Gebet. Möge auf ihre Fürsprache der Herr seine väterlichen Blicke auf das Elend aller seiner Kinder lenken, und vor allen auf diejenigen, welche sich in der Hauptstadt der christlichen Welt durch das verführerische Wort von Menschen haben verleiten lassen, die sie zum Glücke einluden und sie täglich betrogen haben. O Rom I Rom! Gott ist mein Zeuge, daß ich jeden Tag meine Stimme zum Höchsten erhebe und, flehend bahtngestreckl, inbrünstig bete, daß er der Geißel Einbalt thue, die täglich schwerer auf dir lastet! Ich bitte ihn, ein Ende zu machen den Vorspiegelungen jener falschen Lehren und zu entfernen aus deinen Mauern und aus dem ganzen Staate jene politischen Redner, die den Namen des Volke« mißbrauchen. Ich bitte ihn auch den König, die königliche Familie und dieses ganze Reich vor der allgemeinen Erschütterung zu bewahren. Seine Majestät verdient es durch seine Fröm-^ migkeit und sein Volk durch seinen Glauben." (Katholik.) ! Aus de» katholischen Missionen. In Algier scheint eS in kirchlicher Beziehung noch immer nicht zum Besten zu gehen. Die bischöfliche Kathedrale in der Hauptstadt steht unvollendet da und eS kann kein Gottesdienst in derselben gehalten werden; in Buffarik ist dieser Tage zwar eine Kirche eingeweiht worden, allein sie hat keinen Glockenthurm, der um so mehr vermißt wird, als Buffarik in dem Mittelpuncte der großen Ebene von Metidscha liegt und sein Geläute, wenn eS eins hätte, mehrere Stunden weit vernommen werden könnte. UebrigenS ist diese Kirche noch die schönste von allen, sie hat wenigstens Chor, Schiff und Seitengänge, während alle übrigen neugebauten Gotteshäuser bloß auS vier Mauern bestehen. Auch das Dorf Affroun in der Metidscha, welches den zuerst angekommenen Pariser Colonisten angewiesen worden ist, hat noch keine Kirche und es fehlen auch alle Mittel, eine solche zu bauen. Von den Colonisten selbst hört man indessen nur Gutes und eS scheint, daß sie ihre schlimmen Eigenschaften in dem modernen Babylon zurückgelassen haben. Während so der Kirche hier alle äußeren Hilfsmittel fehlen, wird um so eifriger an dem Ausbau deS innern Menschen gearbeitet und es wird schon nächster Tage eine neue Gesellschaft von Missionären auS der Provence, welche der Bischof von Marseille geschickt, in Blibah sich niederlassen. Diese guten Priester sind eigentlich dazu bestimmt, den Arabern daS Evangelium zu predigen, werden aber vorläufig noch die Seelsorge der in der Ebene zerstreuten Colonisten übernehmen. In der Capelle des Seminars deS heiligen Geistes wird bis Sonntag den 14. Januar Abbü Bessieur von dem hochwürdigstcn Bischöfe von LangreS unter Assistenz der MissivnSbischöfe Mvnnet und KobeS zum Bischöfe consecrirt werden. Der neue Bischof wird den Titel von Galli- polis in partibus führen und er ist für das apostolische Vicariat der beiden Guinea'S an der westafrikanischen Küste bestimmt. Monsignor Bessieur, jetzt 46 Jahre alt, stammt an- der Diöcese Montpellier und ist der einzige Ueberlebende von sechs Priestern, weiche nach Guinea auSgesandt worden waren. Am Ende war er in Gabon — ganz allein und er lebte dort achtzehn Monate lang, ohne einen Mitbruver zu sehen oder irgend eine Nachricht auS Europa zu erfahren. Während der Zeit erlernte er die Landessprache und ist derselben so vollkommen mächtig, daß er ein Wörterbuch, eine Grammatik und einen Katechismus in derselben verfaßt hat, die auf Kosten der Regierung gedruckt worden sind. Die Mission, welche die beiden Guinea'S und Scnegambien umfaßt, ist ohngefähr so groß wie ganz Europa und zählt 30 Millionen Einwohner. Von der Propaganda ist die Besorgung derselben der Congregation deS heiligen Herzens Mariä, die mit der Congregation deS heiligen Geistes jetzt vereinigt ist, übertragen worden, Monsignor Bessieur gehört derselben an und wird bei seiner bevorstehenden Abreise von seinem Coadjutor, dem hochwürdigsten Bischöfe KobeS auS der Diöcese Straßburg begleitet werden. DaS Klima von Guinea ist nämlich so gefährlich, daß die christliche Klugheit den Rath an die Hand gegeben hat, keinen Bischof mehr allein dahin ziehen zu lassen, eS muß vielmehr, wenn einer unterliegt, sogleich ein anderer an Ort und Stelle seyn, um die Lücke wieder auszufüllen. Herr KobeS ist übrigens aller Wahrscheinlichkeit nach der jüngste von allen Bischöfen der katholischen Welt, denn er ist erst 29 Jahre alt und er mußte vor seiner Consecration eine Alterödispense haben; er führt den Titel eines Bischofs von Modon in Griechenland. Ein schon längst gefaßter Plan ist jetzt seiner Ausführung nahe; die Regierung der Republik wird drei neue BiSthümer für die französischen Eolonien errichten. Dem Andenken deö gottseligen Priesters Matthias Amann, geweiht am 2. Juli 1847; gestorben am 10. Februar 1849 in WolferSdorf bei Freising. Leb' wohl, o Freund, auf Wiederseh'n . Im schönen HimmelSgarteu! Uns, die im Thränenthal noch geh'», Magst jetzo dort erwarten! Hast auf der Rennbahn nicht geweitet. Bist uns voraus zum Ziel geeilet; Schon darfst Du halten süße Rast Von Deines Tages Hitz' und Last. Erst schaut' ich Dich mit Lieb' und Lust Im neuen Priesterkleide, ES glühte noch in Deiner Brust Die erste Priestersreude, Noch duften von des Geistes Spende, Von frischer Salbung Deine Hände; — Da bricht, ich sag'S mit herbem Schmerz, — Der Tod Dein treues Pricsterhcrz. Bist mit der Lampe klarem Licht' Zum Bräutigam gekommen. Hast schöne Garben, schwer und dicht, In Freuden mitgenommen. Du hast so gern' in heißen Tagen Das süße Joch des Herrn getragen; Nun kannst Du trocknen Deinen Schweiß, — Nimm hin den ausledung'ncn Preis! Er selber ist Dein großer Lohn, Von keinem ausgewogen, Den täglich Du vom HimmelSthron' Zu Dir herabgezogen; Den Du mit liebendem Verlangen Hast täglich am Altar umfangen. — Der hält in Seinem Hochzcitsaal Mit Dir ein ew'ges Priestcrmahl. Hast Seine heii'ge, reine Braut In treuer Lieb' verehret, Hast Salems Mauern mi'gebaut, Dem argen Feind' gewchrct. Für den Dein Mund im Feuerworte Sich aufgethan am hcil'gen Orte, Den schaust Du Selbst in Seinem Licht Von Angesicht zu Angesicht. Du hast den Frieden, süße Freud', Darfst nimmer mit uns klagen; Wir Andern müssen manchen Streit Und manche Schlacht noch schlagen! Jetzt müssen wir die Kräfte einen; W:r zählten, Bruder, aus die Deinen; Drum, bricht ein solches Priestcrherz, — Verzeihe Gott des Priesters Schmerz! Die Siegeskron', die nie verblüht, Umschlinget schon Dein Haupt, Und Wonne Deine Seel' durchglüht, Die keine Macht Dir raubt. Leb' wohl, auf Wiederseh'n! — Wir kommen. Wann wir die Marterpalm' genommen. Wann wir gewaschen und erneut Im Blut' des Lammes unser Kleid! — Verantwortlicher Redacteur! L. Schönchen. Verlags-Inhaber: F. E. Krr«er.