Preis in Augsburg für sich allein (ohne A. Posizeitung)jährlich L fl. I S kr. Dur» die Post kann dieses Wochenblatt nur von Abonnenten der Postzeitung bezogen werden, und erhöht sich der Preis nach Verhältniß der Entfernung. Sonntags - Peiblatt zur Augsbrrrger Postzeitung. Für sich allein, ohne die AugSburger Post- zeitung, find diese Blätter nur im Wege de« Buchhandel« zu beziehen und kosten in ganz Deutschland, den Schweiz u. s. w. jährlich nur L fl. S«kr. oder I Thlr Neunter Jahrgang. IV? 22. L. Juni L84S. Ueber die zeitliche Herrschaft -es Papstes. Von I. Czerrn ak. I. Frechheit, Unwissenheit und Gedankenlosigkeit machen sich bereits seit geraumer Zeit auf daS Glänzendste breit in Bekämpfung der weltlichen Oberhoheit deS Papstes. Selbst sonst aufrichtige Katholiken betrüben sich darüber, ohne weiter viel Aergerniß zu nehmen an den verschrobensten, gang und gäbe gewordenen Aeußerungen. Andererseits gibt eS wieder Leute, die alles, waS geschehen ist, vorausgesehen haben wollen, und sich sofort über nichts, waS eben geschieht, wundern; diese nun meinen, daß daS Unglück und die gegenwärtige Erniedrigung deS päpstlichen Stuhles nur der Vordergrund einer herrlichen Perspektive sey, „in welcher die socialen Umwandlungen Eurcpa'S, ja der ganzen Welt sich entwickeln dürften," und wenn auch diese Neuerungen scheinbar der Kirche Gefahr drohen, so wissen sie doch, oder glauben sie vielmehr zu wissen, daß dieser Fortschritt (!) unfehlbar zur Ehre GotteS und zum Heile aller Seelen führen werde. Die verhängnißvolle Verwirrung der Geister erstreckt sich also auf obigen Punct, der uns zur Vorlage dient. Wie Sturmwinde die Wipfel der Bäume hin- und herschütteln und endlich knicken, so erschüttern Revolutionen den Geist deö Menschen; die Stärksten vermögen oft dem heftigen. Andrängen derselben nicht Stand zu hallen, und die Folge deS gewaltigen ZusammenstoßenS ist eine seltsame Verwirrung aller Begriffe und jeder auch auf den besten Grund gebauten Ueberzeugung. ES wird daher nicht unnütz seyn, wenn wir daS Wesen und die wahre Grundlage der weltlichen Herrschaft deS Papstes inS Gedächtniß rufen, und ungeachtet der religiösen und politischen Aufregung der Gegen wart, die Absichten der Vorsehung in der zeitlichen Oberherrlichkeit deS Papstes nach Möglichkeit zu ergründen suchen. Alle Werke Gottes tragen daS Gepräge der Größe, und zugleich der staunenswerthesten Einfachheit an sich, unv unstreitig vollführte der Sohn GotteS ein solches einfaches, und dabei doch so großes Werk, als Er einen armen Sterblichen zum obersten Haupte seiner unversehrbaren Kirche einsetzte. ES war dieß eine der wunderbarsten Darlegungen der Macht Christi, als Er zu diesem geringen Menschen, zu diesem am galiläischcn Meere aufgelesenen Sandkorn sagte: „Du bist Petrus, d. i. ein Fels, und auf diesen Fels werde ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen." Welches Eingehen in die menschlichen Bedürfnisse, welche ergreifende Vertraulichkeit liegt in diesen Worten, und zugleich welch' eine Aeußerung der göttlichen Vorsorge? Unwillkürlich erinnern wir unS hier an den AuSfpruch Fenelon'S: „DaS Wort eines aufrichtigen Menschen sagt, wie etwas ist; aber das allmächtige Wort des SohneS GotteS erfüllt, waS er sagt." Und gestehen wir es nur, dieser Mann, den Gott gesetzt, und in dem Er eine seiner größten Ideen in der Zeit verwirklicht hat, dieser Mann ist nicht bloß Gegenstand unsers Glaubens und unserer Liebe, er ist auch Gegenstand der unerschöpflichsten Bewunderung unsers Geistes. „Nie und nimmer," sagt ein neuerer katholischer Schriftsteller, „werde ich den Ein- druck vergessen, den ich empfand, als ich daS erste Mal zu Rom, unter der prunkenden Dachung von S. Maggiore den Statthalter Jesu Christi vor meinen Augen erscheinen sah! Dieser also der Papst? sagte ich mir; dieser der Nachfolger Petri, das Oberhaupt der ganzen Kirche! dieser der Mittelpunct LeS Glaubens und der katholischen Einheit! dieser die Fackel deS Lichtes und der Wahrheit, angezündet'um die Welt zu erleuchten! dieser gebrechliche Mensch die unverrückbare Grundlage deS göttlichen Bauwerkes, an dem die Mächte der Finsterniß umsonst ihre Stärke erproben! dieser der Eckstein, welcher der Stadt GotteS hier auf Erden Halt und Dauer gibt? dieses daS Haupt, aus dem die glorwüroigen Erinnerungen der Vergangenheit, alle Hoffnungen der Gegenwart und einer fortdauernden Zukunft ruhen! dieser der Fürst unter den Priestern, der Vater der Vätcr, der Erbe der Apostel, größer als Abraham durch sein Patriarchat, größer als Melchisedek in seiner Priesterwürbe, größer als MvseS in all' seiner Macht, größer als Samuel mit all' seiner Richlergewalt, — mit einem Worte, dieser der Hirt der Hirten, der Führer der Führer, der Schlüssel der katholischen Kirche! die unzerstörbare Festung der Gemeinschaft der Kinder GotteS!" Und dieses Wunder dauert nun durch mehr als 18 Jahrhunderte, ein sprechender Beweis, daß cS daS Werk einer unendlichen Macht, daS Werk GotteS sey, von Ihm zu einem ewigen Zwecke gesetzt, und bestimmt zu dauern für alle Zeiten! Fragen wir unS nun, welcher Mittel, welcher Werkzeuge sich Gott zur Vollfübrung seines Werkes und zur Erhaltung desselben auf alle Jahrhunderte hindurch bediene? Die Antwort ist kurz und bündig: Er erhält und beschützt eS und führt cS zu seinem Endzwecke, wie Er alles Uebrige von Ihm Geschaffene erhält und schützt, durch die Kraft deS Menschen, unter seinem (GotteS) mächtigen Beistand. Die Idee, daS Werk ist von Gott — das Werkzeug ist genommen von der Erde — dieß das Geheimniß der göttlichen Oekonomie. Zwei große, unmittelbar von Gott kommende Werke treten vor unser Auge, die Schöpfung und die Erlösung; beide gehen von Ihm aus, aber die Geschöpfe sind cS, durch die Er sie fortführt. In der Familie, der gesetzmäßigen und geheiligten Gemeinschaft Eines Mannes und Einer Frau. vollendet er die Schöpfung. Im christlichen Priesterthume mit seinem Oberhaupte, dem römischen Papste, alö Lehrer, Bewahrer und AuSspender der wahren Lehre, der Sittlichkeit und des evangelischen Cultus verewigt er die Lehre, das Opfer und die Wohlthaten der Erlösung. Menschen aber sind cS, und nicht überirdische Geister, die Gott mit diesem Priesterthume und mit dieser Macht bekleidet hat. Menschliche, einfache, dem Anscheine nach gemeine und natürliche Mittel sind eS, nicht aber Wunder, wodurch Er dieses sein Werk vollführt. Denn nicht immer und überall bedient sich die Vorsehung der Wunder; sondern sie hat das Gesetz gegeben, und dieses bringt die Wirkungen hervor, die eS hervorbringen soll. Wollte Gott seine Thätigkeit nicht anders äußern, als durch stete AuSnahmhandlungen von seinen eigenen Gesetzen, dann würden wir schwerlich dieses Gleichgewicht und diese schöne Ruhe in der Weltordnung bemerken, welche Augustinus „den Frieden der Werke GotteS, den Frieden der Welt" nennt. Und betrachten wir die geringfügigen, ganz gemeinen Mittel, diese intirnm, stulta, eontemptibilig, wie PauluS schreibt, und deren sich die Vorsehung bedient, so haben wir ohnedem ein immerwährendes Wunder vor Augen. In diesem Sinne ist die Kirche durch ein blutiges Wunder, daS durch drei Jahrhunderte gedauert hat, befestigt worden. Im Gegensatze zu allen menschlichen Gewohnheiten sollte sie ihr Königthum mit dem Martyrlhume beginnen. Durch drei Jahrhunderte nun, schwebend gleichsam zwischen Himmel und Erde, ohne menschliche Stütze, gekrönt mit der Tiara deS ApostolatS, der Bruderliebe und deS OpsergeisteS sandte die römische Kirche ihre ersten Päpste hin zum blutigen Bekenntnisse, und nicht Einer weigerte sich, seinem Amte und der Würde seines Stuhles dieses Zeugniß zu bringen. Nachdem aber Gott Lurch diese lange und schreckliche Erfahrung der Welt gezeigt hat, daß seine Kirche weder Furcht kenne, noch menschliche Stütze bedarf, führte er diese auf einen andern Weg, und wollte, daß sie aus seinen Händen die Herrschaft empfange, und zwar eine irdische Oberherrlichkeit, gleichsam als eine zeitliche Bürgschaft ihrer äußern Sicherheit mitten in den Stürmen der Erde. Er wollte, daß dieses menschliche Mittel zur ! Vollendung und Verewigung seines göttlichen Werkes diene, und zwar .nicht erst seil der Zeit Karls deS Großen, sondern gewissermassen schon seit !Constantin. Unstreitig bedürfen wir als Schüler des Evangeliums und ><-- >. ,H- 86 Kinder der Kirche keineswegs diese zeitliche Feststellung des päpstlichen! stehe, gehört hätten. Sogleich packte ich mein Reisegeräth zusammen, und Stuhles, um an die römisch katholisch apostolische Kirche zu glauben. Und setzte mich auf den mitgebrachten Schlitten, mit dem kaS kanadische Pferdwenn die Römer, dieses Volk, von den Aposteln Peler und Paul so sehrlchen schnell wie ein Vogel dahinflog. Allein plötzlich erhob sich ein furcht- geliebt, in ihrer gegenwärtigen Anarchie auch von, Glauben abfallen wür-! barer Sturmwind und ein Schneegestöber, das die Bahn ganz unsichtbar den waS Gott verhüte, so würde dennoch der Nachfolger Petrt, obgleich i machke. Unter donnerndem Krachen stürzten reck'tS und links riesenanige Bischof von Rom, i» psrtilms iulilleliuin das Oberhaupt der ganzen Kirche! Bäume nieder. Noch gräßlicher als selbst der Wind heulte aber ein Mann, bleiben, lind mag er die Meere durchschiffen, und, daS Evangelium in! dem wir begegneten, und dem so eben ein entwurzelter Baum daS Paar der einen Hand, die kirchliche Konstitution in der andern, in einer Statt Ochsen erschlagen hatte, das an seinem Schlitten gespannt war. Nicht oder einer Wüste der andern Hemisphäre sich niederlassen: mit Ihm wird ohne Schauer sahen wir mit eigenen Augen das gräuliche Speklakel, und Lie Kirche wandern, landen, und sich niederlassen, und wir werden nicht setzten, nachdem wir diese Barrikade glücklich passirt, unsere Reise trotz der aufhören, mit dem heiligen AmbrosiuS zu rufen: Ubi Petrus il>i eoclesis. auch uns drohenden gleichen Gefahr fort „Weil ich Sie, Pater, zu füh- Wie die Sonne, unbeweglich am Firmamente befestigt — so kann auch dieser Mann seine» Platz auf der Erde zu wechseln scheinen; aber unerschütterlich auf seiner göttlichen Grundlage, wird er immer die ganze Erde überstrahlen, die Augen der ganzen sittlichen Welt weLdin auf ihn gerichtet seyn, und er wird mit dcnu^ nantastbarsten Rechte sagen können: „Rom ist nicht mehr in Rom, eS ^Wdort, wo ich bin!" Sehen wir nun, was Europa, was Italien, waS Rom seyn würde ohne ihn. ES sind dieß Fragen, deren Wichtigkeit fast durchaus verkannt wird, und über deren religiöses und sociales JnterGss man mit dem stoi- schestcn Glcichmuthe hinauszusehen pflegt. Fürwahr, oft muß man erschrecken über daS, waS man da sagen hört; zwar ist eS nicht die römisch- ren habe," sagte mein Führer, „fürchte ich nicht daS Geringste. Gott ist gut und hält die Bäume, und wenn sie auch fallen, so fallen sie gewiß nicht auf unS." Und wirklich so geschah eS auch, obwohl ich am Rückwege auf einer Strecke von kaum 30 Schritten 12 der stärksten Bäume zählte, die der Orkan niedergestürzt hatte. Aber nun gingen wir einer neuen Gefahr entgegen. ES war schon später Abend, als ich im Schnee eine Menge Spuren von Fußtritten wilder Thiere bemerkte. Auf meine Frage, waS dieses zu bedeuten habe, entdeckte mir mein Fuhrmann nicht ohne sichtliche Angst, daß vor einigen Tagen sich in dieser Gegend ein Rudel von nahe an 200 Wölfen gezeigt habe. Zwei dieser hungrigen Bestien hätten erst unlängst eine Frau zerrissen, die ihrer Nachbarin einen katholische Kirche, für die wir erschrecken; die römisch katholische Kirche ist ^ Besuch gemacht. Der Mann, der ihr entgegen ging, traf die Wölfe noch ja alt geworden in Kämpfen; nichts verletzt sie; Verfolgungen, Verrath,! bei ihrem Raub; doch eS war schon zu spät. Ein andermal ging eine Drohungen und Neuerungen, alles um sie herum sinkt in den Staub, und ! Mutter mit ihren 2 kleinen Knaben aus. Da stürzte ein Bär daher, und »„erschüttert blickt sie herab auf die Wogen, die an ihrem Fuße sich brechen,! packte einen derselben. Zum Glücke hatte die Mutter eine Art bei sich, und auch dieser neue Kampf wird für sie nur eine Glorie mehr seyn. und schlug so wacker auf die Bestie, daß sie dieselbe erlegte. Mit solchen Aber wir erschrecken um der Seelen willen, die verloren gehen, um der Blindheit der Geisternder Selbstsucht, der Vorspiegelungen, und des Dünkels gewisser Leute wegen, die kein größeres Vergnügen kennen, asS die eben nicht kurzweiligen Geschichtchen unterhielt mich mein Führer noch länger. Doch uns begegnete weder Bär noch Wolf, und so langten wir glücklich bei dem Ziele unserer Reise, einer kleinen niedern Hütte an, die zeitliche Macht deS Papstes vernichtet zu sehen. Sie geben sich alle Mühe, statt deS Daches bloß mit einigen darüber gelegten Brettern gedeckt war. wie wir Anfangs sagten, in dieser Vernichtung eine Verjüngung der Kirche,! Mein Erscheinen erweckte unter den Leuten, welche diese Hütte bewohnten, einen Fortschritt in derselben zu sehen. Einen Kult, der an den nöthigsten! eine Freude, als wenn der Himmel sich auf die Erde niedergelassen hätte. Bedürfnissen Mangel leidet, Gefäße von GlaS und Holz, die Priester al^ Schnell wurde der Tisch gedeckt, und als die Speisen aufgetragen waren, Bettler, den Statthalter Christi als einen Mann, der nicht weiß, wohin hieß eS: „Jetzt machen Sie sich glücklich!" Dieß ist die gewöhnliche For- er sein Haupt legen soll, und in die alte Nacht der Katakomben zurück zukehren genöthigt ist — daS sind Dinge, die ihnen vor allen andern Herr lich scheinen, und die das Herz dieser erhabenen Forlschrittsmänner vor Freude zittern machen. Wir aber sind so frei, mit Hintansetzung dieser mei, guten Appetit zu wünschen. Und ich fand mich wirklich auch recht glücklich bei meiner frugalen Mahlzeit, da wir während der ganzen Reise nirgends einkehren konnten, um unsern Hunger zu stillen. Die Nacht war grimmig kalt, und da die vier Wände der Wohnung nur aus dicken über- Erhabenheit einer weit gemeinern Ansicht zu seyn; wenn wir auch freudig! einandergelegten Bäumen bestunden, zwischen welchen man inS Freie hin- bekennen, daß ein Kreuz von Holz die Welt erlöSt hat, und immer fort aussehen, und der Wind hereinsausen konnte, stand ich schlotternd vor erlösen wird, so glauben wir doch, daß eS der Kirche nicht zukommen kann, Kälte von meinem Lager auf, unv lief, in meinen Mantel gehüllt, außer sich 15 Jahrhunderte zurück zu versetzen, und gleichsam von vorne wieder der Hütte eine ziemliche Strecke auf und ab, um mich einigermaaßen zu anzufangen, sondern daß sie vielmehr den Weg zu gehen, und zu verfolgen erwärmen. Am Morgen dann ging daS MissionSgeschäfl an. Ich hörte hat, auf den Gott sie gewiesen, unv daß sie ihren, ihr von der Vorsehung geschenkten, zeitlichen Besitz zu erhalten trachten muß, um ihren geistigen Besitz zu vollenden. Wir glauben, daß eS in Rücksicht auf die Werke GotteS von unS weiser gethan ist, die Absichten, die er dabei haben konnte, zu erforschen, und in Demuth unS darnach zu richten, als unsere Hirn- gespinnste, so glänzend sie auch aussehen mögen, ihm als eine Norm vorschreiben, und seine Weisheit nach unserer Einsicht modeln zu wollen. Dieß gilt besonders da, wo eS sich um die Interessen der Kirche handelt, weil nirgends romantische Blendwerke von größerer Gefahr seyn können, in aller Kälte dasitzend Beicht bis nach 12 Uhr, las dann Messe, und theilte die heilige Kommunion aus. Abends war Religionsunterricht. Die drei folgenden Tage war eS eben -so. Gegen 30 Personen hatten auS Mangel eines Priesters 7 bis 10 Jahre nicht mehr gebeichtet. Nebst einem alten 60jährigen Manne unv einem 17jährigen Jüngling taufte ich auch mehrere Kinder von 2 bis 3 Jahren. Der letzten Predigt am Sonntag wohnten so viele Menschen bei, daß ein großer Theil außerhalb deS Hauses herumstehend sie anhören mußte. Wie dringend baten mich alle, in zwei Monaten wieder zu kommen! Als ich nach eingenommenem Mittag- alS eben hier, und wir glauben fest, daß in der ausgesprochenen Absicht mahl meinen Altar-Apparat zusammenpackte, stürzte ein Haufe wilder In GotteS die Gewissensfreiheit der katholischen Wahrheit vorsorglich mit der dianer mit so gräßlichem Geschrei in die Hütte herein, daß ich im ersten Freiheit und zeitlichen Unabhängigkeit des heiligen Stuhles vereinigt bei- Augenblicke glaubte, nun habe mein letztes Stündlein geschlagen. Mit sammen liegen. Und eben diese letztere ist es, welche von dem republica- dem Crucifir in der erhobenen Hand trat ich unter sie, wie ein anderer Nischen Frankreich, dem protestantischen England, wie von dem katholischen Johann Kapistran einst unter die Türken. Mit gellender Stimme riefen sie Spanien in den jüngsten Tagen anerkannt und proclamirt wurde. Der mir in ihrer Sprache einige Worte zu, die mir einer auS ihnen, der eng- schiSmatische Selbstherrscher aller Neusten huldigte dieser Wahrheit in der lisch verstand, dolmetschte. Sie riefen, sagte er, „Schwarzrock! Schwarz- Person Gregors deS Sechzehnten, und selbst die Pforte schickt heut zu Tage rock! ein Priester deS großen Geistes." Zwei derselben drückten ihre Freude Gesandte an den päpstlichen Stuhl. Was sollen wir jenen Vermessenen! über meine Gegenwart durch Zeichen auS, und ließen durch den Dolmetsch Weiter erwidern, welche die von der Vorsehung durch heilige Rechte an mir sagen, sie seyen Katholiken (alle übrigen waren Methodisten) und den Papst übertragene, und durch die Huldigungen fast der ganzen Erde hätten zu Hause auch zwei Schwarzröcke, ob ich sie kenne? ES sind ohne anerkannte zeitliche Oberherrlichkeit deS römischen Stuhles anzutasten wagen? Zweifel unsere Patres auf der großen Manitoulin-Insel am Huron-See. (W. K. Z.) Mission Sbericht. New-Germany (in Kanada), 26. März 1849. Eines Morgens saß ich eben am warmen Ofen, als ein mir unbekannter Mann eintrat, und mich bat, ihm in ein 28 (englische) Meilen entferntes, von 300 irländischen Katholiken bewohntes Township (DistrictS Region) zu folgen, die glücklicher Weise von meiner Ankunft, und daß ich englisch ver- AUe diese Indianer, bet 40 an der Zahl, trugen weißwollene Kozen, die bis an die Knie reichten, hölzerne Sandalien, und um die Mitte deS Leibes einen farbigen Gürtel. Sie verlangten nur Brod und PoiotoeS (Getränk), waS ihnen auch willig gereicht wurde. Am Rückwege mußte ich bei einer in Mitte deS Waldes auf halbem Wege von meinem Wohnsitze gelegenen Hütte vorüber, bei der eS mich schon am Hinwege wie mit Gewalt hineinzuziehen geschienen hatte. Auch dießmal fuhr ich vorüber, um daS Pferd nicht in der Kälte dastehen zu lassen. Doch eS befiel mich plötzlich eine mir unerklärbare Unruhe; ich wurde ganz blaß, und verlangte 87 auSzusteigen. Geraden Weges der Hütte zugehend näherte ich mich dem Feuerherde unter dem Vorwande, mich ein wenig wärmen zu wollen, weil ich vor Kälte ganz erstarrt wäre. „Das ist gewiß ein römisch katholischer Priester" flüsterten sich zwei die Köpfe zusammensteckende Personen zu. Als ich eS bejahte, richtete sich in einem unfern davon stehenden Kette «in dritter Kopf eines alten Mannes in die Höhe. ES war ein dem Tode naher Kranker. Er konnte kaum mehr reden, weinte aber die hellen Thränen, als ich zu ihm hintrat. Er habe schon lange zu Gott geseufzt, sagte er, und eg bereut, in dieß Land gekommen zu seyn, wo es so wenige Priester gebe. Ich hörte seine Beicht an, ertheilte ihm die heil. Kommunion (wir nehmen gewöhnlich einige consecrirte Hostien auf unsere MissionS- reisen mit) und die letzte Oelung. Am andern Tag war er, wie ich nachher erfuhr, bereits gestorben. Wie wunderbar ist der Herr in den Wegen seiner Vorsehung! Einen ähnlichen noch auffallenderen Vorfall hatte ich schon früher einmal gehabt. ' Endlich heimgekehrt ruht man von allen Strapazen aus, und zieht nach ein paar Tagen auf ein neues zu Feld. An Arbeit fehlt eS hier nicht. Deutsche Katholiken, in Gemeinden gesammelt, gibt eS bloß im brittischen Oberkanada, und diese sind unserer Obsorge übergeben. Ganz aus Deutschen bestehend sind nur zwei derselben, wovon jede beiläufig 1000 Seelen zählt. Dann gibt es aber noch drei andere mit Jilänvern und Franzosen gemischte. In Allem mögen bei -1000 deutsche Katholiken sich hier befinden, mit 5 Kirchen und andern Missionsplätzen, wo man auS Mangel an Capellen in elenden Hütten den Gottesdienst hält. Eine der schönsten Kirchen werben wir hier in New-Germany bekommen, die selbst in Innsbruck sich gut auSnehmen würde. Sie ist ganz von Steinen gebaut (was hier eine Seltenheit ist), hat 8 große Fenster, einen geräumigen Chor und hübschen Thurm, der nach amerikanischer Bauart, durch die Emporkirche aufsteigend, 75 Fuß sich erhebt. An Geld haben wir hiezu nicht mehr als 900 Thaler verwendet, während sie anderswo auf 3000 Thaler zu stehen gekommen wäre. Allein Holz und Steine lieferten die Leute umsonst, und alles, alt und jung, sogar Weiber und Kinder waren thätig beim Baue. Die 900 Thaler wurden bloß durch freiwillige Beiträge in einem Jahre zusammengebracht. Sie hat zwar noch keinen Fußboden, und die Mauern sind von innen und außen nicht verputzt; indessen wird schon seit dem ersten Adventsonntage regelmäßig darin Gottesdienst gehalten, und ich sah schon Leute, die 9 und 10 Stunden weit entfernt zu demselben herbeikamen. Von dieser Kirche und ihrem Patron, dem heiligen Bonifacius, hoffen wir Heil und Segen für alle deutschen Katholiken in Kanada, daß recht viele verirrte und verwahrloste Kinder unserer heil. Kirche hieher pilgern mögen, und ausgesöhnt mit der allerbesten Mutter in treuer Liede bei ihr verharren. Unterdessen flehen wir zum Herrn mit den Worten des 79. Psalmes: „Gott der Heerschaaren, wende dich zu unS: schau vom Himmel und steh, und suche diesen Weinberg heim, den deine Rechte gepflanzt hat, und baue ihn aus!" In unserer zweiten Residenz, in Wilmot, 9 Stunden von hier, wo zwei ParreS von unS mit einem Bruder sind, hatten wir unlängst eine schöne Feierlichkeit — eine Glockenweihe! Die Glocken, die zusammen 130 Tbaler kosteten, und wovon die eine 3, die andere 2 Zentner wiegt, wurden noch an demselben Sonntage aufgezogen und geläutet. O! wie viele weinten vor Freude, daß sie das Glück erlebt, wieder einmal festlichen Glocken- klang zu hören! Unsere Wirksamkeit ist aber nicht auf diese zwei Orte beschränkt. DaS Land ist in Districte oder TownshipS getheilt. Vier solche Town- syips mit den angränzenden Orten, wo kein Priester hinkommt, sind unS zur Besorgung übergeben. Jenes, wo ich bin, hat 8000 Bewohner, wovon beiläufig 1500 Katholiken sind. In den zwei angränzenden Town- stzipS, wohin ich alle 6 oder 8 Wochen fahre, ist bis jetzt weder Capelle noch Schule. Ich möchte gern beides bauen. ES ist aber hier kein Geld, ja in manchen Häusern kein Kreuzer zu finden. Alles geschieht hier auf Credit und gegen Umtausch anderer Artikel. Die meisten Einwohner sind blutarme Jrländer. Indessen sind die- Priester bei ihnen gut versorgt und in großer Verehrung. In allen Schulen wird, deutsch und englisch gelehrt. Hier in New-Germany sind 120 und oft mehr Kinder in der Schule. In einem Jahre lernen sie lesen, schreiben, rechnen, etwas Geographie und Geschichte, deutsch und englisch. Sind sie einmal zur österlichen Commu- rtion gegangen, besuchen sie die Schule nicht mehr; denn sie sind zu Hause unentbehrlich, und man hätte auch nicht Platz für sie. Wir haben unser Häuschen hier nun recht wohnlich eingerichtet, und für unsern Lebensunterhalt ist vollkommen gesorgt. Die Leute bringen unS alle Viktualien in reichlicher Menge. MelasseS (das die Stelle dcS HonigS vertritt und auS den Zuckeibäumen bereitet wird) ist im Ueberfluß vorhanden, und steht dreimal deS TageS in allen Haushaltungen auf dem Tische. Butter und Milch ist hier viel süßer und bester als in Europa; Hühner, wilde und zahme Tauben, Fische und Schwciuflcisch gibt eS genug. Beinahe alle 20 Schritte sprudelt aus lebendiger Quelle srischeS und gesundes Wasser empor. Es ist unser Neudeuischlanv der gesundeste Ort in Oberkanada. Von 1000 Seele» starb, so lauge ich hier bin — über ein halbes Jahr — ein einziger 80jähriger Mann. Sogar eine Zeitung fehlt hie und da nickt; doch für die Zeitung fehlt die Zeit. Am Ostersonntag werde ich in einem kleinen Städtchen 12 Meilen von hier englisch und deutsch predigen, und dann in einem andern nicht weit davon gelegenen Städtchen französisch und englisch. — Diesen Winter fuhr ich zweimal nach Hamilton, und einmal nach Toronto. DaS sind schöne und große Städte. Ich beneide sie aber um ihre stattlichen Häuser nicht. Anfangs ersckrack ich zwar über unser ärmliches und winziges Blockhäuschen, in welchem Kücke und Refektorium ganz identisch und unter der Erde angebracht ist. Nachdem ich aber öfter in den elenden Hütten der Jrländer, auf schlechtem Lager, aller Kälte des kanadischen Winters preisgegeben zugebracht hatte, finde ich, daß unser Wohnhaus ein wahrer Palast ist, worin sich'S recht gemüthlich wohnen läßt, während das Feuer den ganzen Tag und bis in die späte Nacht im kleinen eisernen Ofen brennt. „I,,8i guickum ogenteg, multos gutem UoeupIolantoZ." DaS tröstet und versüßt die Arbeit! Ich erhalte so eben zwei Briefe vom Generalvicar zu Toronto, worin er mich dringend bittet, i» eine 100 Meilen von hier befindliche Misston zu gehen. Sie hat einen Umkreis wie ein paar Kreise von Tirol, und ich hätte nur von einem Ort zum andern herum zu reiten, um die österlichen Beichten aufzunehmen. Allein ich kann unsere deutsche Mission nicht auf so lange Zeit aufgeben. — Einer unserer Väler, P. Lacking, Superior in New-Uork, erhielt vor Kurzem ein päpstliches Breve, worin er von Sr. Heiligkeit zum Bischof von Toronto ernannt wird. Ob er eS annimmt, weiß ich noch nicht. Der Erzbischof von Baltimore hat den heiligen Vater eingeladen dem römisch katholischen Concil im Mai d. I. beizuwohnen, und die ganze katholische Bevölkerung der vereinigten Staaten (anderthalb Millionen) und Protestanten von allen Benennungen freuen sich schon dem gefeierten Papst PiuS IX. einen herzlichen Willkomm entgegen zu rufen. Doch, er »st ja noch in Europa? Eines unserer Blätter sagt: „Wir dürfen behaupten, daß in der ganzen christlichen Welt hier allein der Papst sich vollkommener geistlicher und kirchlicher Freiheit erfreuen könnte." Wir empfehlen unsere ganze Mission in da« heilige Gebet! P. Iohann Holzer 8. 1. (K. Bl. a. T.) DaS christliche Verein-wesen in Botzen. *) Der WohlthätigkeitSsinn und praktische Verstand der Botzcner haben sich, wie zu allen Zeiten, so auch unter den Wirren und gewaltigen Anforderungen der Gegenwart glänzend bewährt. Davon gibt, neben so vielen nützlichen Anstalten aus der Vorzeit, das glänzende Resultat* der von Herrn I)r. Gaffer veranstalteten Sammlung zur Errichtung eines ObergymnasiumS Zeugniß. Davon geben namentlich auch Zeugniß die von dem geistlichen Hrn. Kukstatscher errichteten Mädchenschulen, nämlich die Näh- und Strickschule und die unter Mitwirkung edler Damen und Bürgerinnen jüngst i»S Leben getretene blühende Kleinkinderbewahranstalt. Unermeßlich ist der Segen, den diese Anstalten bereits gestiftet haben. Nicht nur sind eine Menge Töchter armer Eltern dem Beitel und den damit verbundenen Lastern entrissen und zu braven und geschickten Dienstboten und Hausfrauen herangebildet worden, sondern auch auf manche Eltern dieser sonst verwahrlosten Geschöpfe hat deren Erfolg heilsam zurückgewirkt. Sie haben sich an dem Beispiele ihrer Kinder erbaut und gebessert. Wetteifernd mit den edlen Frauen sind nun auch die Männer zusammengetreten, ihrer 250 an der Zahl, um den armen Knaben eine ähnliche Sorgfalt zuzuwenden. Diese Knaben werden durch den Verein mit Kleidung, Speise und den Schulbedürfnisien versehen, zum Schulbesuche angehalten, bei braven Bürgern und Bauern als Lehrlinge untergebracht und in der Lehre überwacht. Diese Nacheiferung der Männer hat nun den Eifer der Frauen zu neuen Fortschritten entflammt und in ihnen den äußerst heilsamen, vortrefflichen Gedanken angeregt, einen eigenen Verein zu Gunsten der erwachsenen, auS der Schule und auS der Pflege deS ersten Vereines auStretenden armen Mädchen zu stiften. An diesen ist unendlich viel Gutes zu thun. Im gefährlichsten Alter treten sie, der Aussicht und Leitung gewohnt, in das gesellige Leben über, wo tausenderlei Gefahren und Lockungen ihrer harren. Sie dagegen in Schutz zu nehmen, bei braven Hausfrauen in Dienste zu bringen, in allen nützlichen Kenntnissen und Fähigkeiten weiter zu bilden und ihnen in ihrem moralischen Wandel die *) Aus dem Tiroler Wochenblatt. Stütze eines veredelnden Umganges und der erhebenden Aufsicht aus anständige Versorgung oder Unterkunft für alle Zukunft zu gewähren, ist der Zweck dieses neuen, eben im Entstehen begriffenen VercineS. Wir wünschen ihm alles mögliche Gedeihen, Ermunterung und Unterstützung von Seite der geistlichen und weltlichen Behörden. „Den Armen wird die frohe Botschaft verkündet," sprach unser Herr zu den Jüngern des Johannes, als diese ihn fragte», ob er der verheißene MesfiaS fty. Die Erfüllung dieses göitlichen Wortes bleibt fort und fort die eindringlichste Predigt deS wahren Glaubens und die sicherste Schutzwaffe gegen die Gefahren deS CommuniSmuS und jeder Revolution. Hätte man dieß nicht so sehr vergessen, wir stünden heute nicht da, wo wir stehen. Kölner Dombaufest. Köln, 22. Mai. Allgemeines Festgeläute verkündete gestern Abend der Stadt die heutige Jahresfeier der Stiftung deS Eentral-DombauvereinS, dessen Wirken für das große, heilige Werk deutschen FrommstnnS und deutscher Kunst sein achtes Jahr beginnt. Wolle Gott, es sey ein segensreiches des Vaterlandes, wie dem Werke selbst, in dem wir daS hohe Symbol der Einigkeit deS deutschen Vaterlandes seiner Vollendung entgegenführen! Mit feierlichen Klängen begrüßten diesen Morgen früh die Glocken aller Kirchen den Festtag. Uni acht Uhr riefen die Domglocken die Freunde und Förderer des ewigen BaueS in seine Hallen, um des Himmels Segen für dessen Fortgang zu erflehen. Der Vorstand deS Central-DombauvereinS, die übrigen Vereine mit ihren Bannern und viele Mitglieder deS allgemei nen Dombau VereinS wohnten dem Hochamte bei, bei welchem auch der Herr Erzbischof zugegen war. Nach dem Schlüsse deS Gottesdienstes ordnete sich der Festzug, welchen ein Musik-CorpS und alle Werkleute der Dombau-Hülte mit den Jnsignicn ihrer Gewerke eröffneten. Dann folgte daS VereinS Banner, an welches sich der Central Vorstand, die auSwär- tigcn Depulirten, ein auS hiesigen Gesang-Vereinen gebildetes Sänger- Chor, die Mitglieder deS Central-BereineS und die übrigen Vereine anschlössen, begleitet von verschiedenen Bannern und Fahnen. Der Zug bewegte sich die Hochstraße entlang, Oben MarSpforten herunter, nach dem Gürzenich-Saale. Als sich hier die Theilnehnicr geordnet, der Vorstand auf der westlichen Estrade Platz genommen, wurde die Feier mit dem Liede: „Laßt Gesanges Jubel", eröffnet. Hierauf hielt der Präsident des Vereines, Hr. Justizrath Esser II., eine Ansprache an die Versammlung, mit herzlicher Wärme die heilige Wichtigkeit deö Werkes, dem unser Streben gilt, hervorhebend. Der VercinS-Secretär, Hr. Pfarrverwalter Thift sen, erstattete dann den Jahresbericht, und der Dombaumeister, Hr. Regierung-- und Baurath Zwirner, einen ausführlichen Baubericht, worauf zu der Wahl von den zehn nach dem Statut ausgeschiedenen Mitgliedern deS Vorstandes geschritten wurde. Ein großes Vocal- und Jnstrumental- Cyncert, unter der Leitung der königl. Musik-Directoren H. Dorn und F. Weber, an dem sich alle unsere musicalischen Kräfte mit der größten Bereitwilligkeit betheiligt, wird die Feier des TageS schließen. Sey er dem Werke ein segensreicher, an daS sich für daS gesammte deutsche Vaterland so ernste Hoffnungen und Wünsche knüpfen! (Köln. Ztg.) Jerusalem. AuS Konstantinopel schreibt ein Correspondent deS „Univers" unterm 25. April, daß die Lage der Katholiken in Jerusalem nichts weniger als beneidenSwerlh sey, daß sie viel von der Unduldsamkeit und dem Scctenhaß der Griechen zu leiden haben, und daß dem zufolge der leiten! nische Patriarch mit dem Gedanken umgehe, seinen Sitz zu verlegen, um! wenigstens den täglichen Neckereien deS schismatischen Patriarchen, gegen die er weder bei dem Pascha noch bei dem französischen Consul hinreichenden kräftigen Schutz finden könne, auszuweichen. Der englisch-preußische Protestantismus daselbst hat.diese Angriffe nicht auszuhalten; dessen ungeachtet will cö mit ihm nicht recht voran: die Armenier haben ihre Neu- giede befriedigt und kümmern sich nicht mehr um die neue Lehre und deren Verkünder. Einen Übeln Streich hat diesen und ihrer Sache, welche sie vertreten, ein Mitglied der englisch preußisch-evangelischen Mission gespielt durch Unterschlagung einer sehr bedeutenden Summe Geldes, welche für die Kirche, für daS Hospital und die Schule bestimmt war. Der Schuldige ist vor Gericht gezogen, und hat dieser Vorfall die herzliche Eintracht zwischen dem preußischen und englischen Consul bedeutend abgekühlt. In Konstantinopel dagegen haben die Katholiken den Verein des heil. Vincenz von Paul gegründet, welchem von Tag zu Tag mehr Mitglieder und Wohlthäter beitreten, so daß dessen Wirksamkeit in Linderung des leiblichen und geistigen Elendes der Armen jetzt schon die herrlichsten Früchte bringt. PiuSvereine. Trier, 14. Mai. Ich beeile mich, Ihnen die erfreuliche Mittheilung zu machen, daß der hiesige PiuSverein, in Verbindung mit dem hier bestehenden Handwerkerverein, eine Handwerker-Bild ungöan st alt gegründet, deren Protectorat der Hochwürdigste Herr mit Freuden übernommen hat, da diese Anstalt, als eine katholische, unS einen tüchtigen Handwerkerstand heranzubilden verspricht. Auch ist der Verein des heiligen Vincenz von Paulo gegründet worden und hat, so viel man bis jetzt noch sagen kann, einen ziemlich günstigen Fortgang. Derselbe beabsichtiget, wie ich höre, eine Vereinigung zu bewerkstelligen mit dem schon längere Zeit hier bestehenden Elisabeihen-Vereine und wird sich wohl in dieser Angelegenheit an den Mainzer Vorstand wenden, um von dort Näheres zu erfahren, was ihm vielleicht als Richtschnur bei seinem Vorhaben dienen könnte. (Katholik.) * » Augsburg, 24. Mai. In der gestrigen Versammlung deS hiesigen PiuS-Vereines erstatteten die HH. Schönchen und Dr. ZinSler Bericht über die allgemeine Versammlung deS katholischen VereinS Deutschlands, welche am 9., 10. und 11. d. MtS. in Breslau abgehalten worden ist. Beide Herrn sprachen wiederholt auS, daß diese Versammlung einen unbeschreiblich tiefen Eindruck auf sie gemacht habe. Unter nicht günstigen Aussichten seyen die Abgeordneten in BreSlau angekommen. Die Einen über Leipzig und DreSden reisend hätten müssen Zeugen seyn von gewaltsamer Auflehnung gegen Gesetz und Ordnung, von Rebellion, Barricaden u. s. w.; die Andern, durch die katholischen Länder Bayern und Oesterreich ziehend, um sich an dem katholischen Leben dieser deutschen Bruder zu erbauen, hätten gefunden, daß ein sehr großer Theil katholischer Christen eben nur so lange katholisch zu seyn scheine, als er sich in der Kirche befinde und im Gebetbuche blättere. Traurige Erscheinungen! Dazu kam dann noch der Belagerungszustand in Breslau. der eS zweifelhaft erscheinen ließ, ob die Versammlung überhaupt in Breslau öffentlich stattfinden könne. Dieß, so wie manches Andere sey nicht geeignet gewesen, sie in freudige Stimmung zu versetzen. Ueberreichen Ersatz dafür aber boten die Verhandlungen selbst. Da seyen Alle nur von einem Geiste beseelt, Alle von einem Gedanken durchdrungen gewesen, und jeder habe denselben in der ihm eigenthümlichen Weise möglichst kräftig und mächtig auSzusprechen gesucht und verstanden. Es wurden Berichte erstattet über die segensreiche Wirksamkeit der Vereine in den verschiedenen Gauen Deutschlands. Derselbe bestehe bereits in 30 Diöcesen (ganz Deutschland zählt mit Gnesen und Posen, Culm und Ermeland 42); in der Provinz Schlesien allein bestehen über 100 Filial-Vereine. Besonders rührend sey die Schilderung deS religiösen Eifers der Katholiken in der Mark Brandenburg und in Pommern gewesen. Diese bekommen oft Jahre lang keinen Priester zu sehen, hätten keine Kirchen, und dennoch seyen sie an Bekenntniß und That, in Leben und Sitten die treuesten Söhne der Kirche. Von den gefaßten Beschlüssen wollen wir nur zwei erwähnen. Es wurde beschlossen, daS Verhältniß der Schule zur Kirche als eine Preisfrage aufzustellen, zu deren Lösung öffentlich einzuladen mit dem Bemerken, daß die Arbeiten bis Anfangs September an den Vorort BreSlau einzusenden seyen und von einer bei der nächsten allgemeinen Versammlung zu wählenden Commission geprüft würden. Ein anderer Beschluß lautete dahin, daß auch christliche Frauen und Jungfrauen in abgesonderten Räumen, z. B. auf Galerien, als hörende — aber nicht als mitberathende und mitstimmende Mitglieder den Versammlungen beywohnen können. Zu diesem Beschlusse gab ein Vortrug deS Ver- einSabgeorcneten, Metzgermeister Falk auS Mainz Veranlassung. Derselbe hob nämlich in kräftiger Sprache hervor, wie alles Recenhallen von Kanzeln und Bühnen herab den gewünschten Erfolg nicht haben werde, wenn nicht die christlichen Frauen und Jungfrauen durch ihr Beispiel, durch ihren religiösen Sinn und Eifer in der Familie fortwährende Prediger seyen. Um sie zu diesem ihrem erhabenen Berufe zu begeistern, dürfte eS angemessen seyn, sie zum Beitritt als hörende Mitglieder cinzuladcu. Wirklich waren auch dießmal in Breölau die sehr geräumigen Galerien von Damen gedrängt besetzt. Die beiden Berichterstatter führten noch viele Einzelnheiten an, und schloffen mit der Bemerkung, daß in BreSIau ihre Glaubensfreudigkeit gehoben, ihr katholischer Muth gestärkt worden sey. (Lechbote.) Verantwortlicher Redacteur; L. Schöncheu Verlags-Inhaber: F. C. Krem er.