Preis in Augsburg für sich allein (ohne A. Postzeitung)jährlich L fl. IL kr. Durch die Post kann dieses Wochenblatt nur von Abonnenten der Post- ritung bezogen werden, und erhöht sich der Preis nach Verhältniß der Entfernung. Sonntags - Peiblatt zur Augsburger Postzeitung. Für sich allein, ohne die Augsburger Post« zeitiing, find diese Blätter nur im Wege de« Buchhandels zu beziehen und kosten I» ganz Deutschland, der Schweiz u.s. w. jährlich nur L fl. SOkr. oder I Thlr Neuntel' Jahrgang ^ 2S «4. Juni L84». Der Vorort deS katholischen VereineS Deutschlands a n die sämmtlichen Einzelvereine. Schon der erste Vorort des katholischen VereineS Deutschlands zu Mainz brachte am 3. März d. I ein kurzes Billigungsschreiben unserer VereinSsache von unserm heil. Vater PiuS IX. — Herr Dr. Büß, welcher als Präsident der ersten Generalversammlung die Zuschrift an den heiligen Vater mit der Schilderung unserer Zwecke und der Bitte um den apostolischen Segen verfaßt, hat nun eine ausführlichere Antwort von Sr. Hei- ligkeit empfangen und dem Vorort abschriftlich übersendet, welche wir zu veröffentlichen uns beeilen. Wir hoffen, die Mahnungen unseres heiligen Vaters werden von allen katholischen Vereinen wie ein heiliges Gesetz befolgt werden. BreSlau, den 24. Mai 1819. Der Vorsitzende: Lic. Wick. Der Schriftführer: Dr. Dinter. * PiuS H Geliebter Sohn, Gruß und apostolischen Segen! Was Wir in Unserm Briefe an den Capitular-Vicar der Kirche zu Mainz unter dem 10. deS vorigen Monats Februar schon kundgegeben, dasselbe, geliebter Sohn, bekräftigen Wir wiederholt und gern in diesem Schreiben: daß UnS nämlich der von Dir und andern trefflichen Männern Deutschlands gefaßte Plan zur starkmüihigen und eifrigen Vertheidigung der Sache GoiteS und der Kirche zumal bei der so großen Umwälzung der Dinge und Zeiten zum Wohlgefallen gereiche. Denn die schwerste Betrübniß zehrt an Unserm Leben Tag und Nacht, wenn die der katholischen Sache drohenden Gefahren Unserm Geist vorschweben, besonders im Hinblick auf jene zügellose Frechheit, welche ungestraft so weit hin herrscht, und vermöge welcher die Kinder deS Verderbens durch ihre giftigen Schriften unheilschwangere Lehren zu verbreiten und den schändlichsten Irrthümern Eingang zu verschaffen bemüht sind, um die Gläubigen vom katholischen Glauben und der Befolgung der göttlichen und kirchlichen Gebote abzuführen und sie dem der ges.tzlichen Gewalt schuldigen Gehorsam zu entfremden. Als Wir daher den Brief vom 6. Ociober v. I. empfingen und Kenntniß nahmen von-den Gesinnungen der Generalversammlung der katholischen Vereine Deutschlands, welchen nach Deiner Versicherung nichts anderes am Herzen liegt, als unter der Obhut deS heiligen Stuhles die Sache der heiligen Religion und ihre Rechte mit Freimulh zu schützen und zu verfechten, so konnten Wir nickt umhin, aus Eurem Eifer und Eurer Sorgfalt Trost zu schöpfen und Euer aller Bemühungen zu diesem herrlichen Zweck lobend anzuerkennen. Doch möget Ihr in dieser äußerst gefahrvollen Zeit vor Allem dafür Sorge tragen, daß Ihr die Richtschnur, welche Ihr selbst in Eurem Schreiben in so trefflichen Worten bezeichnet, um jeden Preis festhaltet, nämlich daß Ihr jeglichen Verdacht politischen Treibens mit Abscheu abweisend durch Eure Bestrebungen an Tag leget, wie Eure Frömmigkeit - und Eure Sorgfalt beschaffen und von welchem Eifer Ihr erglüht zur Erlangung und zum Schutz der Freiheit der Kirche, der einzig wahren Braut deS unbefleckten Lammes Jesu Christi, welche er mit seinem eigenen Blut sich erkauft hat. Währenv Ihr ferner darauf hinarbeitet, daß Gott gegeben werde, waS GotteS ist, saßt auch, wie sich'S ohnehin für katholische Männer ziemt, den andern Satz des göttlichen GcboteS inS Auge und zeigt Euch beständig bereit, dem Kaiser zu geben, waS deS Kaisers ist. Wir hegen die festeste Hoffnung, cS werde Euch mit der Gnade GotteS, von welchem aller Schutz und Schirm zu erwarten, glücklich nach Wunsch gelinge», daS zu erreichen, waS Ihr zu seines heiligen NamenS größerer Ehre und zum Gedeihen unserer heiligsten Religion nach Eurem so evlen UnS abgelegten Bekenntnisse sucht. WaS nun zum zweiten Dein Schreiben vom 1. Februar betrifft, so suhlen wir UnS, geliebter Sohn, gedrungen zu der Antwort, Du mögest fortfahren den allmächtigen Gott auf alle Weise zu bitten und zu beschwöre», damit die Tage unserer bittersten Bedrängr.iß abgekürzt werden. Gott selbst wollen wir mit beständigen Seufzern und häufigen Gebeten angehen, er wolle nicht die ihm und seiner heiligen Kirche zugefügten Unbilden (Beleidigungen) einst durch allgemeines Ungemach sühnen, und wollen in Anbetung der unersorschlichen Rathschlüfse dessen, der dieses zuläßt, erwarten, daß er sein Angesicht wende auf sein verwüstetes Heiligthum. Unterdessen ertheilen Wir zum Zeugniß Unseres Wohlwollens gegen Dich und jene katholischen Vereine und zum Unterpfand deS himmlischen Schutzes, Dir geliebter Sohn und jenen irr innigster Theilnahme Unseres väterlichen Herzens den apostolischen Segen. Gegeben zu Gaöta am 27. März 1849. Im dritten Jahre Unseres OberhirtenamteS. PiuS 1'. k. IX. Anrede, mit welcher die vom PiuSverein in Oberschneiving best Straubing in Nied erbayern am Pfingstdienstag, den 29. Mai 1819 berufene Volksversammlung eröffnet wurde. (Gesprochen von einem Laien.) Herzliche Liebe, freundlichsten Gruß, Verehrte Mitbürger, liebe Freunde und Bruder allgesammt! . Friede und treu inniges Zusammenhalten in guten und schlimmen Tagen unter Allen, die den festen Willen haben, zu stehen bei GotteS Gebot, bei Christi unseres Herrn heiliger Lehre, bei Recht und Gerechtigkeit, bei Treue und Gehorsam gegen Gesetz und König, und gegen jegliche von Gott verordnete Obrigkeit! Aufrichtiges Wohlwollen auch Allen, die nicht mit unS, die nicht guten, die verkehrten Willens sind, deren Anschläge wider unö sind! Fern sey jeglicher Haß, fern jegliche Leidenschaft gegen irgend Einen von denen, die unsere Brüter sind Lurch die Erschaffung, durch die auch für sie vollbrachte Erlösung, durch den auch für sie in diesen herrlichen Tagen herabgesandten göttlichen Geist der Heiligkeit. Und hätten sie auch den Geist GotteS nicht empfangen, und hätten Ihn von sich gewiesen, und hätten dem Heiligen Geiste — eS ist erschrecklich zu sagen — geflucht, so sey daS Gericht bei Gott; bei unS aber sey Barmherzigkeit und Liebe, und bis zum letzten Lebenshauche nur daS eine, kräftige Streben, auch die verirrten und falschen Brüter wieder zu gewinnen, unv mit unS zu vereinigen. DaS ist das wahre Streben nach jener Einigung, nach jener Kräftigung unseres lieben Vaterlandes, nach jener Einheit und Kraft, von welcher in unsern Tagen so manches edle Herz erfüllet ist, und von welcher jeglicher Mund überfließet. Nach diesem freundbrüderlichen und christlichen Gruß an unser gesamm- teS gottgesegneteS Bayerland, und an das gesammte große deutsche Vaterland, bitte ich Euch, Verehrte Freunde unv Brüder, mir nur aus eine kurze Weile das Wort zu gönnen, und mir mit Wohlwollen, und besonders mit Nachsicht, deren tch bedürftig bin, zuzuhören. Mehr als driithalbtausend Jahre sind eS, da schaute ein von Got* G l.S8 erleuchteter heiliger Seher weit hinaus in die Zukunft, Leiliaer Beaeisterung: irurgo, illuiniimro, ^oru-alvin; und da rief er in heiliger Begeisterung: 8urgo, illuininaro, Uoru»alvin; guis venit lumon tuuiu ot gluria Uoimiri 8Uj leuchte, Jerusalem; denn eS i st gekommen dein Licht, und der Glanz des Herrn ist über dich aufgegangen!" Und, setzt Jsaias hinzu: Ht Llinbulubuut gonto8 ln lulnino tuo, „und Böller werden wan- deln in deinem Lichte;" und dann sagl er noch weiter: k.uva in cir- «nilu 0 LN >08 tuu8 ot viele: omin.-8 i8li ooiigrogaU 8unt, vouoruut Ubi: ,Heb' auf ringsum deine Augen, und schaue; Alle diese von Tage zu Tage mehr und mehr verwirrt und verschlechtert, und nur haben sich versammelt, und sind zu dir gekommen!" Fürwahr,, darum ist Alles, was zur Heilung und Besserung derselben versucht und liebe Freunde und Bruder, wenn es an irgend einer Stelle in heiligen gethan worden ist, und noch wird, und nur darum sind alle zur Erleich- odcr weltlichen Büchern und Schriften einen Spruch gibt, der zu unserm leimig deö materiellen Nothstandes «„gerathenen und angewandten Mittel heutigen Feste paßt, so ist es der eben vernommene Spruch aus JsaiaS bis heule erfolglos geblieben, und nur darum finden wir unS in allen dem Propheten: und wenn auch jener Spruch zunächst sich beziehet aus die unsern zeitlichen Veryälinissen heute gleichsam auf die äußerste Spitze ge- Erscheinung deS Heilandes und auf Seine Verherrlichung unter den Völ-^ trieben und an den Rand eines entsetzlichen Abgrundes gedrängt, weil, und Zeitlichkeit, d. i. Staat, Gesellschaft und Haus, von einander reißen. Und das, liebe Freunde, das ist, nach den ergiebigen Vorarbeiten deS vorigen JahrhunderS, durch die von Gott getrennte Wissenschaft der gottlosen Philosophen, der Freimauerer und Jlluminaten, der vermeintlich auf. geklärten Plostssoren, Jugendlehlcr und Schulmeister, auch, und das verschweige ich nicht, vieler verweltlichten Priester, in unserm Jahrhundert gelungen; unsere zeitlichen Verhältnisse sind von dem Christenlhume losgerissen; und darum, uno nur darum haben sich dieselben seit 50 Jahren hebet auf ringsum euere Augen, und schauet! Schauet die unermeßliche Wirkungen deS nun einmal in unserer Welt überall vorhandenen Bösen Menge, deren Zahl Viele, viele Tausende ist: sie Alle haben sich versam-^nicht zu widerstehen vermögen. Ich sage eS, und bin davon innigst über- melt, sie Alle sind gekommen, vor allen Dingen durch ihre Gegenwart zu zeugt, und die Weltgeschichte hat eS mich im Verlaufe ihrer Jahrtausende bekennen, daß sie bei Gott dem Vater, bei Jesu Christo und bei dem heiligen Geiste halten, leben und sterben wollen; zu bekennen, daß ihre Ehre ist im Namen Christi, und ihr Ruhm im siegreichen Kreuze; zu bekennen, baß sie unbekümmert um Hohn und Spott der Widersacher, unrer dem Panier des Kreuzes siegen oder sterben wollen: und Keiner von ihnen ist, der nicht freudig und frohbegeistert einstimme m den Jubelruf: „Gelobt sey Jesus Christus!"*) . Ueber alles Erwarten herrlich habt ihr eingestimmt in den Jubelruf zum Preise Christi! Ist darum nicht diese Versammlung eine wahrhafte..Erscheinung Seiner Herrlichkeit? Wohlan denn. so erhebe dich, du mit feierlichst begrüßte christliche Ver- sammlung, erhebe dich, uno leuchte; denn hier ist dir dein Licht gekommen, und der Glanz Gottes ist über dich aufgegangen! Du feierst hier ein Herr- licheS Pfingstfest, und gibst Zeugniß von der allmächtigen Kraft des Gei- fieö, der über dich auSgegossen wurde: du feierst auch das Pfingstfest, das Fest der Erstlinge des allen Bundes: denn diese Versammlung ist die klar erkennen lassen, so lange nicht wieder die Staatsbürger Christen, und die menschliche Gesellschaft christlich, und die Familien Pflanzschulen deS Christenthums sind, so lange nicht Staat, Gesellschaft und Familie, Jegliches innerhalb deS Kreises seiner Wirksamkeit das Christenthum frei und unbeirrt walten, und sich selbst durch baS Christenthum gestalten und von dem Christenthum durchdringen läßt, so lange kann in Staat, Gesellschaft und Familie der Geist der Ordnung nicht zurückkehren, und eS kann nicht Ruhe und Friede werden; und, daß ich mich wieder eines BildeS bediene, das Schiff unserer Zeitlichkeit wird von dem Sturme der wild auslosenden Wogen verschlungen werden, wenn wir eS noch länger verschmähen sollten, den Nothanker auszuwerfen, und unser nothleibendeS Schiff an den Anker der Erbarmung, wie die Seeleute sprechen, anzuhängen, daS heißt, wenn wir nicht bald, bald die Rettung dort suchen, wo allein sie zu finden ist, nämlich in der Rückkehr zu unserm so leichtsinnig verlassenen Christenthume. Seht, liebe Freunde, darum habe ich, ein weltlicher Redner, einen erste, sie ist das Opfer der Erstlinge in diesen reich gesegneten Fluren, l christlichen Rebeton vor euch angestimmt, und Jeder, der eS gut meint mit Ja, Ja, daS Volk deiner Brüder, nahe und fern, muß wandeln in der-!der Menschheit, und Jeder, der Erbarmen trägt mit den schweren Drang- nein Lichte, und die Fürsten der Finsterniß werden weichen: denn, so sang!salen, welche unsere Gesellschaft betroffen haben, Jeder, der da helfen in diesen Tage» die Kirche, und so wird sie noch einmal singen: „Wenn!möchte, Noth und Elend unserer Zeit zu lindern, der kann gewiß nichts sich der Herr erhebt, so werden zerstreuet Seine Feinde, Besseres thun, als für sich selbst und vor Anderen, und bei jeglicher Grund eS fliehen vor Sein ein Ange sichte die, so Ihn h assen!"! legenheit in die christliche Rede einzustimmen, und durch die That und Aber, liebe Freunde und Brüder, ihr wundert euch vielleicht, und!durch selbsteigeneS christliches Handeln und Wirken zu beweisen, daß seine christlichen Worte und Mahnungen nicht bloß leere Reden sind. Und damit ich nun auch an einem Beispiele recht praktisch und deut. lich zeige, wie all unser politisches Streben, getrennt von Religion und Christenthum, nicht nur eitel und fruchtlos ist, sondern gerade zum Gegentheile des erstrebten Gutes hinführt, so will ich bei dem allgemeinen Lo- fraget mich: Wozu alle diese deine frommen, geistlichen Reben, da wir von dir, dem Laien und Weltmanne, vielmehr weltliche, politische, unsere bürgerlichen und geselligen Verhältnisse berührende Reden zu vernehmen hofften? Die Religion gehört in die Kirche, und um sie zu verkündigen, haben wir unsere Priester. So rede denn du von dem, was deine Sache ist, und greife nicht mit ungeweihter Hand nach dem Heiligthume deS, sungSworte unseres Jahrhunderts,'und zumeist unserer sturmbewegten Tage, Priesters! Liebe Freunde, solche und noch viel andere Einreden müßte ich ^-stehen bleiben. Freiheit, Freiheit! daS ist daS Zauberwort, daS die mir wohl fürerst gefallen lassen, wenn Ihr sie erheben wolltet. Fern von! Welt nach allen vier Winden hin in die gewaltigste Aufregung bringt, daS mir sey eS, mit unheiliger Hand daS Heiligthum zu entweihen, oder mitj selbst die Besonnensten unter unS gleichsam zu einem rasenden Veitstänze frecher Anmaßung mich einzudrängen in daS Allerheiligste, ohne dazu beru-^zu verhexen vermag. Und die Freiheit, daS ist etwas so Schönes, so fen zu seyn gleich Aaron! Aber, merket auf und erkennet mit mir, was Liebliches, so der menschlichen Natur Angemessenes, daß der nicht werth ^ ^ ' ' ' könnte. Freiheit Freiheit kann die - , ., . „ , . > die hohe Würde zwar nicht nur im Allgemeinen auf einer sogenannt christlichen Sittenlehre > ihrer ewigen Bestimmung erreichen. DaS Heidenthum erkannte keine Frei- ohne Glauben und Gottesdienst und Kirche, sondern auf dem ganzen unzer-^heit deS menschlichen Gesetzes, und dieß brauche ich nicht erst zu beweisen: theilten, geoffenbarten, positiven Christenthume mit seiner ganzen Glau-! das Christenthum aber ist gekommen, und hat die Menschheit frei gemacht; LenS- und Sittenlehre, mit seiner Kirche und seinem Gottesdienste. Und! dieses beweise ich ebenfalls nicht: wer eS nicht weiß, daß die Menschheit Liese Grundlage deS Christenthums ist für den Bau unserer Staaten, un-! durch den Sieg des Christenthums befreit, und nach und nach im Ver- serer Gesellschaft und unserer Familie etwas so absolut Wesentliches, daß ^ lause der christlichen Wiedergeburt durch die Kirche in die volle Freiheit mit dem Schwinden des christlichen Unterbaues daS ganze Staats-, gesellige und Familicngebäude nothwenig in Trümmer zerfallen muß. DaS aber ist der große, entsetzliche, auf unserm Jahrhundert lastende Fluch, eingesetzt worden ist, wer dieß nicht weiß, der mag eS aus der Geschichte lernen, oder einstweilen glauben, oder — auch nicht glauben. Diese . , .... ... , . . __ Freiheit aber stand im Christenthum unzertrennlich verbunden mit der Ge- Laß daö unausgesetzte Streben desselben dahin geht, den Staat, die Ge-^sctzmäßigkeit: „Freiheil und Gesetzmäßigkeit" das ist der durchaus sellschaft und das Haus von jener christlichen Grundlage zu verrücken, christliche Wahlspruch unseres Allerdurchlauchtigsten KönigeS. Keine Frei- unv für dieselben einen anderen, angeblich selbstständigcn Unterbau aus!hrit ohne Gesetzmäßigkeit; denn Gesetzlosigkeit, oder schrankenlose sogenannte ihnen selbst herauSzubauen und unterzuschieben. Man will Christenthum Freiheit ist Willkür jedes Einzelnen, d. i. unvermeidliche Knechtschaft Aller. Darum entstand und bestand und blühete die Freiheit im Christenthum von mehr als 5000 Versau,' vermöge deS strengen und freiwilligen Gehorsams gegen die Gebote Gottes und gegen die Gesetze der von Gott verordneten weltlichen, wie geistlichen. Obrigkeit. DaS Christenthum wieß einen Jeden, weß Geschlechtes, Stau- ') Bei dicscn Worten brach die unermeßliche Menge von mehr als 5000 Bersam- mkllcnnilt entblößtem Haupte in den dreimaligen Jubcirus aus: „Gelobt sey Jesus Christus!" ' SS deS und Alters er war, zu seinen Pflichten an, und durch die willige Erfüllung der Pflichten des Einen waren die Rechte des Andern, und in der Gesetzmäßigkeil Aller die Freiheit Aller sicher und geborgen. Die Feinde deS Christenthums begriffen dieses Wechselverhältniß nicht, oder Wollten es nicht begreifen. In Frankreich, ihr wißt eS, wurde im vorigen Jahrhundert das Christenthum in großen Massen deS Volkes nach und nach aufgelöst; in der ersten französischen Revolution wurde es zu Grabe getragen; selbst der liebe Gott wurde abgesetzt, und die befreite menschliche Vernunft in einem sauberen sehr handgreiflichen Abbilde als Göttin auf den Altar gehoben. Die Freiheit aber, für welche sich die Massen erhoben hatten, die Freiheit, ihr wißt es auch, wurde eine furchtbar grausame Hyäne, welche sich in dem Blutstrome von hunderltausenden unschuldig erwürgter Scklacht- opfer gütlich that. Wie war daS gekommen? So war es gekommen: man hatte die Freiheit losgerissen von der christliche» Gesetzmäßigkeit; da stürzten Thron und Altar, und auf ihren Trümmern erhob sich die Schreckens? Herrschaft schrankenloser Willkür zur erbarmungslosen Knechtung Aller. Und schauen wir etwas weiter herüber in die Begebnisse unserer Tage! Hat die Befeindung deö Christenthums und der Kirche in der Schweiz die Sache der Freiheit gefördert? Unsinn oder Lüge, oder beides zugleich wäre cS, solches zu behaupten: Zwingherrschaft des RadicaliSmuS, Unterdrückung deS eigentlichen Volkes durch die rohe Gewalt der augenblicklichen Macht. Haber, Raub, Gewaltthat an Leib und Seele, allgemeine Unsicherheit, das sind die Zustände der Schweiz. Ist das Freiheit? Und was wir von den Feinden der Pfaffen und Jesuiten, wie jetzt der Sprachgebrauch ist, in Wien, in Turin, in Florenz, in Rom, in Frankfurt, und noch hier und dort erfahren haben, wie sie LichnowSky, Auerswald, Latour und Rossi ermordeten, wie sie die armen Schildwachen auf ihren Posten mit verrätherischer Schießbaumwolle unversehendS und unbemerkt niederstreckten, wie sie sengten und brennten, und gewaltig thaten in allem Uebermuthe deS frechen Wortes und ihres ruchlosen Werkes: ich frage euch, liebe Freunde, ist das Freiheit? Und wenn im Namen der Freiheit die Priester und die.christliche Geistlichkeit aus der Schule ausgewiesen werden, wenn freisinnige Schullehrer, wie sie in Hünseld und noch hier und da zu Rathe saßen, LoSreißung der Schule von der Kirche verlangten, und dadurch euern armen Kindern Schulen ohne Religion und Erziehung, ohne Christenthum, zu euer Aller Schrecken in Aussicht gestellt wurden; so frage ich abermals: Ist das Freiheit? Und wenn Julius Fröbel, einer der Abgeordneten zur Nationalversammlung in Frankfurt, den Glauben an das Daseyn Gottes und an die Unsterblichkeit der Seele und die Fortdauer nach diesem Leben abgeschafft wissen will, wenn nach seinem Willen die Ehe aufgehoben und freier, gemischter und durchaus unbeschränkter Verkehr der Geschlechter eingeführt, dabei auch kein Eigenthum deö Einzelnen und besonders kein Erbrecht gestattet seyn soll; so frage ich, um euch nicht weiter zu ermüden, zum letzten Male, ist daS Freiheit? Und nun, liebe Freunde, überlasse ich es euch selbst, die zehn Gebote Gottes der Reihe nach durchzugehen, und dann werdet ihr, ohne sonderliche Mühe und Anstrengung eueres Verstandes, erkennen und begreifen, daß jegliches Gebot, wenn es gehalten wird, mittels der Gesetzmäßigkeit die wahre Freiheit fördert, und daß jegliche Uebertrctung irgend eines der Gebote, vermöge der Nngesetzmäßigkeit, die Freiheit bedrohet, und in letzter Folge zerstören muß. Oder meinet ihr, wenn das erste und daS zweite Gebot aufgehoben wären, und wir nicht mehr an Einen Gott glaubten, auf Ihn hofften, Ihn über Alles lieben und anbeten, und Seinen Namen über Alles heilig halten müßten, glaubt ihr, dann würde Freiheit seyn, oder seyn können in der Welt? Schaut nach Rom, wo im Jahr .1527 daS gegen die sogenannte heilige Liga und gegen die beklagenswerthe Politik des Papstes Clemens VII. siegende bourbonische Kriegsherr sich nach der Erstürmung Roms in wildem Uebermuthe überstürzte, und die christlichen Heiligthümer entweihte, und GotteS und Seines heiligen Na- menS vergessen, hatte in schrankenloser sogenannter Freiheit; schauet nur, welch eine furchtbare Schreckensherrschaft dort von der entfesselten Ruch- losigkeit sieben Monate lang geführt wurde. Und in HildeSheim, wo im Jahre 1513 zuerst die Schneider, und sodann, deren Beispiel folgend, die übrigen Handwerker das Bild des Kreuztragenden Heilandes der Reihe nach auf die verschiedenen Zunflhäuser brachten, und unter den entsetzlichsten Gotteslästerungen verhöhnten, und den betrübten Heiland spottend zur Theilnahme an ihrer wilden Ausschweifung einluden; Freunde, wir wissen es, zu jener Zeit war in Hildesheim Niemand frei, als nur die schmutzige, verliederlichte Rotte der Gottlosen. Und als zu Münster in Westfalen, jener altkatholischen, getreuen Stadt, jenem köstlichen Edelsteine in dem Geschmeide der Braut des Herrn, der Vaterstadt der erlauchten Brüder Clemens August und Caspar Mar Droste zu Vischering, als in Münster i. I. 1535 der König der Wiedertäufer Johann Bockhold, der Schneider von Leiden, mit seinen vierzehn Weibern, seine ruchlose königliche Herrschaft über sein himmlisches Reich bis auf die äußerste Spitze trüb, wir wissen eS, wie da in dem Reiche der Freiheit daS Blut von Freund und Feind je nach des Befreiers königlichem Willen in Srrömcn floß. Ich schweige von Frankreich und von den Dlutgräueln, welche im Namen der von den drei ersten Geboten GolteS enthobenen Freiheit verübt wurden. Und wie, mein Freund, der du, wie ich, und wie wir alle arbeiten mußt, ist nicht daS drille Gebot von der geheiliglen Ruhe deS SabbateS ein Gesetz zum Schutze deiner Freiheit? Erreiche das dritte Gebet aus, so knechtest du Jahr auS Jahr ein, und du bist der elendeste Sclave, magst du für dich, oder für andere arbeite», und deine eigene verblendete Selbstsucht, oder die Härte erbarmungelvser Dienst-, ArbettS« und Fabrikherren wird dich nie mehr von deiner Sclavenketle loslassen. Und streiche daS vierte Gebot, so werden dich deine Kinder, wen» du ihnerr im Wege stehst, auS dem Hause werfen, und dich sehr praktisch belehren, waS die Freiheit ohne GolteS Gebot ist Und in dem fünften, dem sechsten und dem siebenten Gebote, da findest, du deinen Schutz und deine Sicherheit gegen Gefährdung deS Lebens und der Gesundheit des LeibeS wie der Seele, gegen Entwürdigung deiner selbst und deS Abbildes Gottes in dir durch das Häßlichste, daS dick zum Thiere erniedrigen würbe: ja auch dein Eigensinn ist dir gesichert gegen die Gewaltthat derer, die dazu eiir ungerechtes Gelüste verspüren möchten. Und damit selbst nicht böse Lust gehegt werde nach Dingen, die zu thun oder zu besitzen verboten sind, und die wachsende Lust nicht unversehendS zur That überspringe, darum ist im neunten und zehnten Gebote selbst jegliche ungerechte Lust verboten, auf daß du ganz sicher und frei seyn könntest unter dem Schirme einer treuen Gesetzmäßigkeit. Endlich, damit nicht daS Gift der Verleumdung und die Kunst der Hölle, d. i. die Lüge, dir schade, so verbleiet daS achte Gebot daS falsche Zeugniß, und mit demselben jegliche Lüge und ungerechte, unwahre Rede wider den Nächsten. Kurz, lösche die zehn Gebote aus und vernichte ihre, zu strenger Gesetzmäßigkeit verbindende Kraft, so bist augenblicklich mit zehnmal zehn Sklavenketten gebunden, und jeglicher Freiheit bar und ledig. Wohlan, liebe Freunde und Brüder, so stehet bei den Geboten GotteS, bei Christo und Seiner Kirche, wo diese Gebote, und i» denselben die christliche Gesetzmäßigkeit, die.Grundlage so wie die Richtschnur für alle zeitlichen Verhältnisse sind. So bleiben wir treu vereint in der Gesinnung, in welcher wir heute zusammen gekommen sind, und wirken also mit vereinter Kraft, und stehen, leben und sterben mit Gott, für unsern lieben König, und für unser theureS Vaterland! Die AuswanLerungsfrage, eine Angelegenheit der katholischen Vereine Deutschlands. (Schluß.) Sind die Gründe, welche auf politischem und socialem Gebiete dem Vereine die Uebersiedclungen nach den untern Donaugegenden als eine seiner lohnendsten Aufgaben nahe legen, sehr in die Augen springend, so sind eS die religiösen Interessen nicht minder, welche einerseits die vollste Berücksichtigung verdienen. Der Verein ist zwar kein kirchlicher, d. h. kein Verein, der sich die Belebung LeS kirchlichen Sinnes hauptsächlich zur Aufgabe gestellt, oder für die Kirche einen wettern Boden zu gewinnen den «Beruf hat; allein er ist ein katholischer, d. h. seine Mitglieder gehören ^ in jeder Beziehung der katholischen Kirche an und sagt deßhalb daS Statut j 8- 12 cl: „Der Verein fühlt sich als Glied deö gesammten Körpers der ! Kirche und empfindet die Freude und den Schmerz jedes andern Gliedes. ! Er wird deßhalb bei großen, die Kirche und ihre Anliegen ergreifenden i Ereignissen, in welchem Theile der Erde sie stattfinden, seine Sympathien « an den Tag legen und die gerechte Sache mit Rath und That in brüderlicher Liebe unterstützen." 'ÄZenn daher irgendwo die Interessen der katholischen Kirche die Aufmerksamkeit deS VercineS auf sich ziehen, so ist eS vorzugsweise Ungarn, ^ wohin derselbe sieb durch Rath und That zu wenden hat. Nicht nur , daß «dieses Land ein seltenes Gemisch von Religionen und Konfessionen in sich birgt, ist dort auch, wie fast in keinem andern Lande, durch den Jndiffe- rentiSmuS unter dem Adel und dem Bürgerstande und durch die furchtbare materielle und geistige Knechtschaft deS Bauernstandes, verbunden mit einer Verkommenheit des Klerus, der erst in jüngster Zeit durch würdige Bischöfe Einhalt gethan worden, das katholische Leben entsetzlich untergraben und der wohlthätige Einfluß der Kirche fast ganz vernichtet worden. Noch steht zwar äußerlich dort die katholische Kirche auf der alten politischen Grundlage, und ist dieselbe im Besitze von unermeßlichen Gütern und ! Stiftungen; allein daS politische Gebäude, auf welches ihr Besitz gegrün-- det worden, ist morsch, eS wird bald zusammenbrechen unter den anstürmenden Wogen der Revolution, und diese wird nicht nur das verschlingen, waS die Kirche immerhin entbehren kann, sondern auch daS innerste Heilig- thum nicht schonen, wie fie im Laufe weniger Jahrzehnte eS fast in allen Ländern bewiesen. Wenn da, im Angesichle solcher fast unabwendbaren Gefahren, der katholische Verein nicht den Beruf in sich fühlt, der katholischen Kirche und in ihr seinen bedrohten Brüvern hilfreiche Hand zu reichen, und zu wahren und zu retten, waS beschützt oder erhalten werden kann, da findet er diesen Beruf auch nirgendwo. Es kaun und darf unS Katholiken Deutschlands schon um unserer selbst willen nicht gleichgiltig seyn, wie die sachlichen Verhältnisse an der untern Donau sich gestalten, denn sie hängen fast unmittelbar mit den unsrigen zusammen, und das erst so recht, wenn die politischen Gränzen fallen, welche dort gegen unS bisher bestanden haben. Besser aber vermögen wir die Interessen der katholischen Kirche dort nicht zu wahren, als indem wir durch Gründung ächt- katholischer Gemeinden dem kirchlichen Leben feste Anhaltspuncte schaffen, von denen auS dasselbe am ehesten reinigend und belebend auf die ältern Gemeinden einwirken kann. So würde der katholische Verein auf den drei Hauptgebieten der heutigen Gesellschaft, dem politischen, dem socialen und dem kirchlichen sich einen Wirkungskreis schaffen, der in seiner Anlage und in seinem Umfange Alles überbietet, waS bisher auf dem Wege der freien Association erreicht worden; allein er nur in seiner, auf katholischem Boden ruhenden Grundlage und in seiner tausendfältigen, daS ganze deutsche Volk und Land umfassenden Gliederung ist einer solchen Aufgabe gewachsen. Nimmt er dieselbe auf, so reiht er sich den segensreichen Institutionen, die fast in allen Jahrhunderten dem Boden der katholischen Kirche entsprossen, würdig an und die Erfolge seines Streben« werden nicht im politischen Strudel verschwinden, sondern sich bleibend einprägen in jene Gestaltungen, die auS den gegenwärtigen Kämpfen und Bewegungen hervorgehen. Unterliegt eS keinem Zweifel, daß die Uedersiedelung von Deutschen auS übervölkerten Distrikten in die untern Donauländer eine würdige Aufgabe deS katholischen VereineS ist, so fragt es sich zunächst, wie dieselbe auszuführen wäre. Daß jede Gemeinde vor Allem ein Interesse hat, sich der Mittellosen zu entledigen, ist keine Frage, und würde der Verein nothwendig gegen diese insbesondere seine Theilnahme richten, ohne gerade zu versäumen, auch Bemittelte für dle Uedersiedelung zu gewinnen. Der Umschwung in den gewerblichen Verhältnissen, in dem Gemeinde- und Armenwesen:c. ist in unserer Zeit ein so gewaltiger, daß durch ihn die Zahl der UnterstützungS- bedürftigen inS Unendliche sich gesteigert und kaum auf einem andern Wege, als auf dem der Uebersiedelung, eine durchgreifende Heilung erreicht werden kann. DaS drückende Uebergewicht deS Geldcapitales und die übermäßig gesteigerte Arbeiterbevölkerung sind nicht auf dem einfachen Wege der Reform in Einklang zu bringen und muß zunächst der Arbeitskraft weiterer Raum gewonnen werden. DaS furchtbare Elend der Arbeiter- bevölkerung, daS ganze Proletariat entsteht (materiell) größtentheilS dadurch, daß der Arbeiter weder ein Stückchen Erve, noch eine Hütte besitzt, um die nothwendigste Nahrung und daS unentbehrliche Obdach sich zu sichern, und daß sein Lohn in der Regel ein zu karger und unbeständiger ist. Die unzureichende und verderbliche Einrichtung deS ArmenwesenS, dem brodlose Arbeiter stets anheimfallen, wirft diesen alsbald in den furchtbaren Schlund deS PauperiSmuS, auS welchem sich wenige zu nützlichen Gliedern der Gesellschaft wieder erheben. Die materielle Noth überliefert den bis zur Verzweiflung Gesunkenen allzuleicht dem geistigen Verderben, und darf eS nicht wundern, daß Jrreligiösität, Siltenlosigkeit und Verderben auf eine schaudererregende Weise überhand nehmen. Diesen allgemein herrschenden Uebeln der Gesellschaft ist, wie bemerkt, erst dann mir Erfolg entgegenzuwirken, wenn für die Thätigkeit deS Einzelnen mehr Raum und wo möglich ein eigenes Lcsitzlhum gewonnen wird; waö wieder für uns nur durch Auswanderungen zu erreichen wäre — ein Heilmittel, zu welchem gegenwärtig sich Tausende fast instiiictarti'g hindrängen. Indem also der Verein diesen Drang zur Besserung der gesellschaftlichen Zustände zu regeln versucht, verdient er vorzüglich die kräftigste Unterstützung der Gemeinte» und aller Derer, die zum allgemeinen Wohle etwas beizutragen vermögen. Wie bei allen, in daS ganze Leben deS Volkes tiefeingrcifenden Unterneh mungen, so hängt anch hier vieles von der Art und Weise ab, wie der Verein diese Angelegenheit in die Hand nimmt. DaS ganze Unternehmen ist ein zu großartiges und sind die Verhältnisse weder hier noch in den Donauländern zu wenig demselben entsprechend geregelt, um alsbald dasselbe mit aller Kraft aufnehmen und durchführen zu können. Der erste Schritt deS VereineS in dieser Unternehmurg wäre: die Bildung eines Comitä's in jedem Vereine, der sich dem katholischen Vereine einverleibt und von dem der Verein deS Vorortes (oder eines andern durch besondere Verhältnisse dazu etwa mehr geeigneten) daS CentralcomitS bildete. Diese Comitä's empfingen zunächst die Aufgabe: 1) in ihrem Bereiche eine tabellarische Liste derjenigen anzufertigen, die sich zur Uebersiedelung entschließen und in diese Liste alle Bemerkungen (besonders über Vermögens- und Berufsverhältnisse) aufzunehmen, die für die Uebersiedelung von Bedeutung sind. 2) Freiwillige Beiträge in Geld und brauchbaren Gegenständen für unbemittelte Uebeisiedeler zu erwerben. DaS Centralcomilä würde außerdem sich mit dem österreichischen Ministerium in Verbindung setzen, um alle jene Erkundigungen einzuziehen (über die verfügbaren Landstriche, die Bedingungen ihrer Uebergabe rc. rc.), deren eS von dorther bedarf. Nach Ablauf einer gewissen Frist senden die Vereine ihre Verzeichnisse der zur Uebersiedelung Entschlossenen an daS Centralcomilü ein, so daß dieses auS denselben eine Uebersicht der Zahl und der Verhältnisse der bis dahin angemeldeten Uebersiedler erhielte. Im Besitze dieses ersten Resultates der Tkätigkeit wäre das Centralcomitä in Stand gesetzt, die weitem Schritte anzuordnen und zu thun und, je nach dem ermittelten Bedürfnisse, durch sachkundige Agenten Plätze zu Niederlassungen aufzusuchen. Die Comltü'S würden dagegen mit den Gemeindevorständen in nähere Verbindung treten und, je nach der Zahl der unbemittelten Uebersiedeler, von ihnen Kostenbeiträge erwirken. Wo diese, so wie die freiwilligen Beiträge, nicht ausreichen für die Kosten und die Ausrüstungen der Uebersiedelung, da müßte durch den CentralauSschuß aus Staatsfonds der einzelnen Länder, oder aus der ReichScaffe ein Zuschuß nachgesucht werden; wie überhaupt nichts versäumt werden darf, um möglichst reiche Beisteuern zu erzielen. Eine weitere Aufgabe des Centralcomitä'S wäre eS nun, die aufgezeichneten Uebersiedeler je nach ihrem Berufe rc. (mit möglichster Berücksichtigung ihrer Wünsche) zu gruppiren, so daß jede Niederlaff ing in Zahl und Verhältniß diejenigen geistigen und materiellen Kräfte erhalte, deren sie zu ihrem Gedeihen bedarf. Ist auf diesem Wege eine Niederlassung vollständig zusammengestellt und ausgerüstet, so würde sie durch Vermittelung deS VereineS, unter besonderer Mitwirkung der auf dem Wege liegenden Einzelvereine, an den Ort ihrer Bestimmung gebracht und unter Leitung eines vom Centralcomitä dazu Erwählten geordnet und dann einer eigenen, auS ihr gewählten Verwaltung, nach der für sie geltenden Gemeindeverfassung, übergeben. Jede solche Niederlassung oder Gemeinde bildet alsdann ein Glied deS großen katholischen VereineS und bleibt mit diesem in der innigsten Verbindung. Dieß wäre in den wesentlichsten Grundzügen die Art der Betheiligung deS katholischen Vereines an der Uebersiedelung in die untern Donau- länver; eS wird genügen, um die Bedeutung und die Ausführbarkeit für den katholischen Verein zu prüfen und bedarf eS hier dicserhalb keiner weiter» Ausführung. Möge die Versammlung der katholischen Vereine dieses hohe Werk mit jenem Gottverlrauen und jener E-nmüthigkeit erfassen, deren dasselbe bedarf, wenn es der Kirche, dem Vaterlande, der Gemeinde und jedem Betheiligten zum Heile gereichen und dem Vereine selbst einen Einfluß .verschaffen soll, der in dem Herzen deS Volkes wurzelt und dasselbe nach allen Richtungen hin segensreich durchdringl! Köln, am 1. Mai 18ä9. Fr. Baudri. Deu tschland. Wien, 20. Juni. Vergangenen Sonntag wurde die hohe Versammlung der österreichischen Bischöfe geschlossen. Sie hielten, gerade wie am Tage der Eröffnung, einen feierlichen Einzug in die Ste- phanSkirche und wohnten dem Hochamte bei, bann begaben sie sich zur Schlußsitzung in den fürsterzbischöfllchen Palast. Bereits haben die meisten derselben Wren verlassen. Am l. Juli wird fast in allen Diöccsen die Veröffentlichung der feierlichen Ansprache an daö Volk und die Geistlichkeit erfolgen, welche die frommen Oberhirlen beschlossen haben. Auch an daS Ministerium sind ihre Anträge bereits ergangen, nun ist eS an diesem seine Versprechungen zu erfüllen und durch Genehmigung der bischöflichen Anträge der Kirche die Freiheit in der That zu gewähren, ohne welche fie nicht gedeihen kann. (Oest. Volksfreund.) Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen, Verlags-Inhaber: F. C. Kremer.