Vierteljähriger Abon- nementspreis im Bereiche von ganz Bayern nur 2V kr., ohne irgend einen weiteren Post-Aufschlag. Auch von Nicht Abonnenten der Postzeitung werden Bestellungen angenommen. Sonntags - Beiblatt zur Augsburger Postzeitung. Auch durch den Buchhandel können diese Blätter bezogen wer« den. Der Preis beträgt, wie bei dem Bezug durch die Post, jährlich 1 st. 2t> kr. Neunter' Jahr-gang. ^ 28 . 1. Juli 184». Erwiderung der hohen Versammlung der österreichischen Bischöse auf die Vertrauensadresse des Wiener Katholikenvereins. An den Wiener Katholikenverein für Glauben, Freiheit und Gesittung. Die versammelten Bischöfe haben in der Zuschrift deS Wiener Katholikenvereins mit Freuden den Ausdruck des frommen Muthes und der treuen kirchlichen Gesinnung gefunden, welche den Verein beseelen, und einen Beweis deS Vertrauens und der Theilnahme, die derselbe der Versammlung widmet. Sie erkennen in den katholischen Vereinen ein sehr wichtiges und heilsames Mittel zur Förderung und Befestigung deö religiösen und kirchlichen Sinnes in einer Zeit, welche die Vereine mit dem wirksamsten Erfolge für andere oft entgegensetzte Zwecke benützt, und sie erwarten von diesen Vereinen die gesegnetesten Erfolge, wenn sich dieselben innerhalb der Schranken halten, welche durch die Lehre und Verfassung der katholischen Kirche für jede Bewegung auf kirchlichem Gebiete gesetzt sind, und wenn sie auch die Bethätigung der katholischen Liebe im wirklichen Leben (durch Ausbildung der Wohlthätigkeitsvereine) anstreben. Mögen die katholischen Vereine in Oesterreich in diesem Geiste zahlreich und kräftig emporblühen! Der bischöfliche Beistand wird ihnen nicht fehlen. Wir müssen auch mit Rührung der frommen Gebete gedenken, welche für den gesegneten Erfolg unserer Berathungen, nach den Versicherungen der Adresse, von vielen Gläubigen täglich dargebracht wurden. Wir haben einen hohen Werth darauf gelegt, und wir selbst erflehen von dem Gotte alles Trostes, daß er den Segen erfülle und bekräftige, den wir hiemit über alle Mitglieder des VereineS aus der Fülle des Herzens auSsprechen. Wien, den 17. Juni 1849. Im Namen der versammelten Bischöfe: Friedrich, Cardinal und Fürsterzbischof. Die katholischen Vereine. *) ES thut Noth, diesen hochwichtigen Gegenstand immer wieder aufs Neue zur Sprache zu bringen, da die VereinSsache noch nicht so allgemein und mit jener Energie betrieben wird, wie sie eS verdient und wie unsere Zeitverhällniffe eS erheischen. Den kirchlich Gesinnten kann über die Zweckmäßigkeit der katholischen Vereine auch nicht mehr der leiseste Zweifel entstehen, nachdem das Oberhaupt der heiligen Kirche, unser glorreicher Papst Pius IX., dieselben gutgeheißen, nachdem die in Würzburg versammelt gewesenen Erzbischöfe und Bischöfe Deutschlands sie gebilliget und von da an die allermeisten Oberhirten in besondern Ausschreiben oder in ihren Pastoralbriefen sie dringend empfohlen haben. Für die Vereine stehet und spricht also die höchste Autorität. Die Ansicht der Indifferenten, der Gleichgiltigen ist von keinem Belange; denn wie sie vor der neuen Zeit, die mit dem letzten Jahre angebrochen ist, um daS Wohl und Wehe der Kirche sich blutwenig gekümmert, ja, wie sie gerade durch ihre Theilnahmlosigkeit einen guten Theil dieses Wehes, der unerquicklichen, traurigen Zustände mit herbeigeführt und dauernd gemacht haben, so liegt ihnen auch jetzt daS Schicksal der Kirche, ob sie mit Wunden bedeckt, ob sie sieggekrönt aus dem Kampfe hervorgehen wird, wenig am Herzen; sie haben höhere und andere Sorgen — wie sie ihre materiellen Interessen sichern und ihren irdischen Besitz .) Aus dem Katholik. sich unvermindert erhalten. Die Bitterkeit aber, womit die Feinde des Christenthums, der Kirche und aller socialen Ordnung die katholischen Vereine angreifen, der Höhn, der bei dem unscheinbaren Entstehen derselben um ihre Lippen spielte, der Aerger über daS unvermuthet schnelle Wachsthum, die grundlose Verdächtigung, daß durch sie der Reaction in die Hände gearbeitet werde — all dieß sind bündige Zeugnisse dafür, daß die Vereine ihre Aufgabe erfüllen, daß durch sie manche und viele Elemente gerettet worden sind, die auf eine andere Weise den Gefahren, dem Verderben nicht entrissen werden konnten. Der Wunsch und daS Streben, die Freiheit der Kirche, deS Unterrichtes und der Erziehung mit vereinten Kräften zu erringen, hat zunächst die katholischen Vereine inS Leben gerufen; die Stimme von vielen Mil« lionen Katholiken Deutschlands konnte, durfte nicht überhört werden; ihren Forderungen wurde, wenn auch nicht im größtmöglichen Maaße, Rechnung getragen, die Freiheiten und Rechte der Kirche sind anerkannt — aber von da bis zur wirklichen Durchführung im Leben ist noch ein großer, ein mühevoller Schritt. Wohl haben diesen zunächst die Bischöfe zu thun, wie sie denn auch nach gemeinsamer Berathung schon jetzt, mit Vorsicht zwar, aber auch mit Entschiedenheit die neue Bahn betreten haben; ihnen vor Allem liegt ob, strenge Wache zu halten, daß von den anerkannten Rechten und Freiheiten der Kirche nicht die eine oder daS andere unter der Hand wieder entzogen oder durch allerlei Wendungen und Maaßnahmen wirkungslos oder gar unnütz gemacht werde; aber in Diesem Wächte.ramte werden sie um so unermüdlicher, in dem Voranschreiten um so entschiedener seyn, wenn sie wissen, daß die glaubenStreuen, die eisrigen und begeisterten Katholiken geschaart hinter und neben ihnen stehen, bereit, jede rechtmäßige Forderung mit ihrem ganzen Gewichte zu unterstützen und durch pflichttreue Ausübung der als Staatsbürger ihnen zustehenden Rechte und Befugnisse, wie z. B. durch Petitionen, deren Gewährung oder Zugeständ- niß zu erwirken. Ohne Vereine werden großartige Adressen, denen Regierungen und Kammern Beachtung schenken müssen, nie zu Stande kommen, durch sie aber aus die schnellste und leichteste Weise. DaS Schul- und UnterrichtSwesen, von der geringsten Dorfschule bis hinauf zu den „Burgen der Wissenschaft," den Universitäten, liegt, wie viel auch seit Jahren darüber geredet, geschrieben, Vorschläge gemacht und Beschlüsse gefaßt worden, noch gar sehr im Argen; nicht die geringste Abhilfe der schreiendsten Mißstände, denen wir vielleicht den größten Theil der Verwirrung, der entzügelten Leidenschaften, der Frivolität, der sittlichen und religiösen Verkommenheit, verbunden mit einer entsetzlichen Anmaaßung unter der Jugend verdanken, hat bis jetzt stattgefunden; wie die Unter- richtSfreiheit erlangt, durch welche Mittel sie geschützt und gehandhabt werde, welcher Antheil an den Schulen dem Staate, welcher der Kirche zufallen soll, darüber sind sich noch die Allerwenigsten klar; der Gedanke an Schulbrüder und Schulschwestern, überhaupt an religiöse Genossenschaften, ohne welche die Freiheit deS Unterrichtes und der Erziehung nie zur vollen und lebenskräftigen Ausführung gelangen kann, liegt zur Zeit noch den Allermeisten so fern, daß selbst viele der Besseren darin eine schwere Versündigung an dem Geiste der Zeit und an seinen Forderungen erblicken. Unterdessen gehet daS Streben und Bemühen, die Schule noch mehr zu entchristlichen, als dieß wirklich schon mit ihr der Fall ist, unaufhaltsam seinen Gang; die verderblichen Ansichten und Grundsätze greifen immer tiefer und weiter um sich, und zuletzt wird der Boden so vollständig unterwühlt, daß nur mit vieler Mühe und nach hartem Kampfe ein einiger- maaßen wohnlicher Bau darauf errichtet werden kann. Denn daß der seitherige vom Grunde, vom Fundamente bis zur Spitze hinaus ein schlechter und dem Einstürze naher sey, darin stimmen Freunde wie Feinde deS Christenthums miteinander überein, wie sie auch in der Ansicht nicht voneinander abweichen, daß jener Partei, der deS Umsturzes oder der der gesetz- 102 lichen Ordnung und Freiheit, die Zukunft angehöre, welche deS Unterrichts und der Erziehung der Jugend sich bemächtiget. Gerade in der Schulftage haben die katholischen Vereine eine sehr hohe, nach unserm Dafürhalten noch nicht genug erkannte oder dargelegte Wichtigkeit. Dem katholischen Volke fehlt noch durchweg die rechte und tiefe Einsicht in die Mangel und Gebrechen deS seitherigen Schulsystems und in den tiefsten Grund derselben. Eine Aufklärung darüber, eine Enthüllung der Absichten, Pläne, Mittel und Wege der Gegner deS, nur allein durch die Kirche zu pflegenden christlichen Elementes und Geistes in der Schule, die gebührende Zurechtweisung der Verdächtigungen, welche von Seiten der modernen, aufgeklärten, emancipationssüchtigen VolkSschuliehrer und ihrer Freunde wider die Kirche »nv deren Ansprüche, die zunächst darauf sich gründen, daß sie die einzige und rechtmäßige Mutter der Schule ist, ausgestreut werden — all dieß ist nur in Vereinen möglich, wie auch andere Gegenstände von der allergrößten Wichtigkeit, wie z. B. die socialen und politisch-kirchlichen Frage», die Vorfrage» bei Wahlen n. s. w. nur in denselben mit der nothwendigen Gründlichkeit besprochen und behandelt werden können. Endlich ein dritter Punct ist die Hebung und Pflege deS kirchlichen Lebens, welche mit dem VereinSwesen auf daS Engste zusammenhängt. Dieß ergibt sich schon einfach aus der Thatsache, daß an manchen Orten aus vorhandene» Bruderschaften die katholischen oder PiuS-Vereine sich gebildet, und diese dann jenen wiederum neue Lebenskraft und Jugend- frische zugetragen haben, an andern dagegen die Vereine jetzt schon die Mutter kirchlicher Verbrüderungen geworden sind, und allerwärtS das Bedürfniß und Verlangen nach solchen geweckt haben. Die Frier kirchlicher Feste hat durch die Gesammttheilnahme der Mitglieder eines VereinS einen bedeutenden Aufschwung genommen: bei Processtonen und andern ähnlichen Aeußerungen deS kirchlichen Geistes gibt sich größere Andacht, sckönere Ordnung kund, als vordem der Fall war, und, wie Schreiber dieses schon mehrfach wahrzunehmen Gelegenheit hatte, wirkt ein Verein nach dieser Seite hin weckend und belebend nicht nur auf den Ort selbst, an dem er bestehet, sondern selbst auf eine ganze Umgegend. Damit haben wir nichts Neues, und selbst nicht einmal etwas Vollständiges gesagt; wir wollten auch nur, nach dem Scipionischen AuSspruche: eaotorum oenseo, von Neuem anregen, damit in den bestehenden Vereinen die Thätigkeit erhalten, und da, wo solche noch nicht vorhanden, zur Gründung ungesäumt geschritten werden möge. Der Beginn ist nicht so schwer, wie Manche in ihrer Aengstlichkeit glauben mögen — und mit dem Anfange ist schon das Allermeiste gethan. Kirchliche Reisebilder. *) II» Deutschland. Mit wehmüthigem Gefühle greife ich zur Feder, um mit schwachen Zügen das kirchliche Bild Deutschlands zu zeichnen. Wenn ich an die Tage denke, wo ich heiteren Sinnes die üppigen Fluren BayernS, die romtliitischen Ufer deS Rheines, und all die lachenden Gauen und gewerb- reichen Stätte durchwanderte, und damit den jetzigen Zustand vergleiche, da weht eS mich kalt an, und ein undeutscher Zug — die Melancholie — umspielt meine Züge. So wechseln die Dinge auf Erden. Im verflossenen August blickte man in Deutschland wie von einer ruhigen Warte auf daS tief zerrissene und gcwilterschwangcre Oesterreich herein; jetzt, wo noch kein Jahr verflossen, werfen wir Oesterreicher den Blick über unsere schwarzgelben Schranken hinaus, und betrachten daS grollend über Deuschland sich zusammenziehende Wolkenmcer mit bangem Gefühle, obwohl die Warte, auf der wir solche Betrachtungen anstellen, gerade keine ruhige und gefahrlose zu nennen ist. Wohin wird das noch führen? so frägt pochend das besorgte Herz. Sollte eS möglich seyn, daß daS neu erwachte Streben für Realisirung der edelsten Güter der Menschheit mit dem Falle Deutschlands zusammentreffe? Soll daö Morgengold der Freiheit zugleich die blutige Abendröthe für ein Volk seyn, das selbst in seinem rohesten Naturzustände eine Frcya zur Gottheit hatte? Soll dieses Volk, das bisher wie eine Leuchte den Völkern Enropa'S in Wissenschaft und Cultur voranging, zum Schleppträger eines fremden Herrn sich herabwürdigen, oder unfähig, ein einig Reich zu bilden, seine edelsten Kräfte versplittern, und zum Spotte der Welt sich geberden? Nein, nein, daS wird es nicht, denn deutsches Blut ist edel, tapfer, herzlich, aufrichtig, fromm und gotteSfürchtig, und nur jene Leute, die in ihrer feigen Brust Hochverrath brüten gegen König und Vaterland, und daS gutmüthige Volk aufreizen, um eS am Narrenseile zu führen, schänden den deutschen Stamm, denn sie basten daS Licht ') Aus der Wiener Kirchcnzeitung. und die offene Ehrlichkeit. Diese möge man anfeinden und meinethalben mit Spott und Hohn abfertigen, aber über eine ganze Nation wolle man nicht so leicht den Stab brechen, noch dazu über eine solche, welche so tolerant gegen alle andern Nationen sich bezeiget, wie dieß die deutsche thut. Ich habe in meinem ersten Reisebilde (Belgien) vorhergesagt, daß die zwei nachfolgenden mehr Schatten enthalten werden. Der Anfang mit dem wehmüthigen Eingänge ist gemacht, und ich werde nochmal auf daS darin Gesagte zurückkommen. Für jetzt möge sich die Stirne glätten und das Auge freundlich erheitern, denn der gewaltige Donausturm, welcher daS Dampfschiff sammt seinen Passagieren außer Engelhardszell ans Gestade trieb und beinahe an einem hervorragenden Felsen stranden ließ, ist vorüber, und ein lieblicher Regenbogen umschlingt die Berge der beiderseitigen Ufer. Ich will die gütigen Leser nicht mit Landschaftsschilderungen oder Ortsbeschreibungen behelligen, sonst könnte ich über so manche Gruppe interessante Details liefern, aber sie gehören nicht zu einem kirchlichen Reisebilde. Darum schweige ich auch über die majestätische Lage von Passau, dem alten bischöflichen Sitze, welcher einst weit und breit hin das Centrum christlicher Bildung und Sitte war, gleich den drei Wässern, welche die Mauern dieser Stadt bespülen, und im Angeflehte derselben sich brüderlich mengen und mischen. Auch an der berühmten Walhalla, die ich an einem so herrlichen Abende wie später den Hafen zu Antwerpen sah, fahre ich vorüber und lande in Regensburg. Ein gelehrter Historiker sagt von den alten Städten Deutschlands, sie stehen da wie versteinerte Capitel auS der Geschichte einer großen Vergangenheit. Diese Worte gelten besonders von Regensburg. Jeder Thurm, jede Kirche, ja fast jedes HauS weiset hin auf die große Rolle, welche einst diese Stadt auf politischem und kirchlichem Gebiete zu spielen hatte. Reichstage und Synoden, Krönungen und Friedensschlüsse, sie wurden hier gepflogen. Lange stand ich in stummer Bewunderung vor der Hauptfacade deS gothischen DomeS, welche von den letzten Abendstrahlen beleuchtet einen doppelt liefen Eindruck auf mich machte; ich wenigstens muß aufrichtig gestehen, daß selbst der Kölnerdom für den ersten Augenblick mich bei weitem leerer ließ. TagS darauf las ich an einem der ungemein lieblichen Seitenaltäre deS Domes die heilige Messe, und besah dann daS Innere desselben. Ist das eine Majestät und Herrlichkeit, eine ergreifende Einfachheit, die das Herz erschüttert! Man fühlt die Nähe Gottes und vergißt nicht, daß man in einem Tempel ist. O möchte doch auch unser St. StephanSdom in Wien solch glückliche Restauration erfahren, möchte sich ein kunstverständiger Mäcen daran machen, und daS ehrwürdige Gebäude seines heterogenen Schmuckes entledigen — so dachte ich mir im Stillen. An dem Grabe deS heiligen Wolfgang und St. Emeram bin ich lange Zeit sinnend gestanden. Was wirkten jene Männer, und was wirken wir? Jene Zeit, in der sie wirkten, gilt für barbarisch, und wir dünken uns weise und im Zenith der Cultur! Wo sinkt die Wagschaale?? Ich war theilweise froh, als ich inS Freie kam, und von den Terrassen der leider unvollendeten Thürme Hinausschauen konnte auf die üppigen Saaten und die stolz dahin wogenden Fluchen der Donau. Die Erde ist so schön und die Menschen verleiden sich selber das Daseyn! Die andern Merkwürdigkeiten übergehe ich, und ziehe eS vor, in einem Gcsammtüber- blicke dem gütigen Leser zunächst die kirchlichen Zustände BayernS vorzuführen, wie sie sich auf meiner Wanderschaft mir aufgedrängt haben. Ich wiederhole es, eS ist ein subjectives Urtheil, das ich fälle. Was zunächst den religiösen Sinn deS Volkes betrifft, so ist dieser in Bayern bereits ein charakteristisches Kennzeichen geworden. Das Landvolk geht gerne zur Kirche und hängt meistentheilS mit Ehrfurcht und Vertrauen an seinen Seelsorgern. Auch in Städten sind die Kirchen stark besucht, besonders fiel mir dieß in München und Augsburg auf, so wie ich überhaupt letzterer Stadt eine Lobrede über ihre solide katholische Haltung zu spenden gesonnen wäre. Man merkt den Leuten an, daß sie wirklich beten, und nicht bloß die Hände falten und die Lippen bewegen, es ist ein Gebet vom Herzen heraus, mit aller Frische, der innigen Ueberzeugung. Wenn öftere Kommunionen, GebetSvereine u. dgl. ein Abzeichen deS Ultramon- tanismuS sind, so sind die Mehrzahl der Bayern Ultramontanen. Gott- lob! Auch der gewöhnliche Bürger lieSt nebst dem politischen Blatte gerne ein religiöses, und folgt mit Aufmerksamkeit der Entfaltung deS katholischen Lebens in anderen Ländern. Ich bin mit ganz ordinären Leuten zusammengetroffen, die sich über kirchliche Ereignisse, und insbesondere religiöse Controversfragen sehr bündig auszudrücken wußten. Gegen die königliche Familie trägt der Bayer eine kindliche Pietät, wie ich mich dessen selber zu überzeugen Gelegenheit hatte; (über das Verhältniß mit der weiland spanischen Tänzerin spricht er schonend und entschuldigend). Den Protestanten gegenüber fand ich die Katholiken tolerant und gefällig, nirgends horte ich beleidigende Ausdrücke, wohl aber schien eS mir, als ob in den gemischten Städten die Leute viel belesener und gebildeter wären. Doch 103 muß ich auch den Protestanten, so weit ich sie in Bayern kennen lernte,'Volksversammlungen riß immer derjenige die Entscheidung an sich, der als ein ehrenvolles Zeugniß ausstellen; sie sind selbstständige Leute, Lie mit sich! der Freigebigste sich erwies oder dem souveränen Pöbel die glänzendsten abgeschlossen haben, sie haben so zu sagen, elwas fireS, auf das sie bauen, j Vortheile auf fremde Kosten in Aussicht zu stellen wußte. So waren stäte im Contraste mit den zerfahrenen Protestanten deS preußischen Norden.! Plünderungen und Bedrückungen, sowohl im Innern als nach Außen, die Besonders sprachen mich einige der theologischen HH. Professoren auf der nothwendige Folge der Volksherrschaft, die wahre LcbcnSbedingimg jener protestantischen Facultät Erlangen an, deren Vorlesungen ich besuchte?gepriesenen Freistaaten des Alterthums. Die Armen plünderten die Reichen; Diese trugen daS Gepräge der Gelehrtheit, und die jungen Theologen die Reichen hielten sich schadlos aus Kosten der bezwungenen Völker deS schienen mit Interesse dem öfter tiefes Nachdenken erheischenden Vortrage! Auslandeö; blieb der Zufluß an Beute und Brandschatzungcn von der im Nachschreibe» zu folgen. Ein Professor, den wir in seiner Wohnung i Fremde auS, so zerfleischten sich die Factivncn der Armen und der Reichen besuchten, und der vieles mit unS sprach über Günther, Veilh und Ehr^ unter einander. Die nothwendige Hinterlage des Ganzen bildete die Scia- lich, reichte unS beim Abschiede die Hand und sprach dieselbe drückend:! verei; denn nur dadurch, daß Sclaven die Felder bebauten und die Ge- »Junge Freunde, wirken wir alle zusammen, eS ist ja Ein hohes Ziel, werbe betrieben, konnten die Bürger überhaupt solche Muße gewinnen, der nach dem wir streben." Mich rührten seine Worte, und ich habe lange!Politik zu pflege», und die Reichen so viel Reichthümer aufhäufen, um über sie nachgedacht. Ja eS ist Ein hohes Ziel, nach dem wir alle stre?der unersättlichen Begierde des allgewaltigen Pöbels stets neue Nahrung ben; möchten wir es bald erreichen auf dem Wege der Sitte und Wissen- zu bieten. Daß auf diesem Wege Athen und Rom, nachdem einmal die schaft, und einander verzeihend und vergessend brüderlich die Hände reichen! Demokratie zur vollen Geltung gelangt war, schnell und unrettbar in eine Eine andere Eigenthümlichkeit des bayerischen Volkes ist auch die, daß eS gräßliche Sittcnlosigkeit und Verwirrung gcriethen, wird Jeder begreifen, seine Landeöfarbe sehr in Ehren hält, so deutsch es auch gesinnt ist. Bei Wären nicht die beständigen Kriege gewesen, und hätte nicht die Disciplin der vorwiegend deutschthümlichen HuldigungSfeier deS Erzherzog Rcichsver- im Heere der Korruption der bürgerlichen Gesellschaft einigermaaßen die tveserS, der ich in Wurzburg beiwohnte, waren unter den Standarten Wagschaale gehalten, sie hätten nicht drei Menschcnalter lang den verhce- und Fähnleins, welche ausnehmend schön die Häuser zierten, mehr blau- renden Leidenschaften widerstehen können, die sich unablässig durchwüblten. weiße, als schwarz-roth-goldene. Nicht minder gefiel mir die religiöse Deutung der Landeöfarbe», welche ganz dem bayerischen Volkscharakter entspricht: „Blau — gern zum Himmel schau'! Weiß — der Tugend dich befleiß'!" Oesterreich? ? Welche 'Deutung hatte gleichzeitig daS Schwarzgelb in (Fortsetzung folgt.) Der Krieg der Armen gegen die Reichen. *) Der Krieg der Armen gegen die Reichen war der eigentliche Krebsschaden aller sogenannten freien Staaten der vorchristlichen Zeit. Die Reichen hängten den Armen den Drodkorb möglichst hoch, forderten für geringen Lohn erdrückende Dienste, für unentbehrliche Vorschüsse oder Darlehen unerschwingliche Zinsen, und drängten ihre Schuldner mit unerbittlicher Strenge, nicht nur in Gefangenschaft und Knechtschaft, sondern im eigentlichsten Sinne deö Wortes bis auf'S Blut. Die Armen dagegen verschworen sich wider die Reichen, ertrotzten durch ihre Ueberzahl erzwungene VolkSver- Nachlässe oder völlige Tilgung der Schuldtitel, rissen in den sammlungen die Entscheidung der Staatsangelegenheiten gewaltsam an sich und gebrauchten die Macht der Gesetzgebung und der Aemterverthcilung,! Reichen allen anderen bereitet wurde, aber hier geschah eS durch so furcht die auf diese Weise in ihren Händen lag, um bald neue Vcrtheilungen von! bar gewaltsame und naturwidrige Mittel, daß man fast sagen möchte, daS Ein einziger von den freien Staaten des Alterthums machte von diesem unseligen Zustande, in welchem Reiche und Arme sich wechselseitig bald verfolgten, bald corrumpirten und stets nur auf Kosten unschuldiger Dritten sich mit einander vertrugen, eine Ausnahme, und das war der mosaischc Staat der Juden. Doch auch hier konnte nur durch eine gewaltsame Unterbrechung deS natürlichen Laufes der Dinge dem gefährlichen Gegensatze, in welchen die heidnische Gesellschaft auseinander ging, vorgebeugt werden. DaS hiezu dienende Institut war daS Jubeljahr d. h. die im dritten Buche MosiS Kap. 25 enthaltene Vorschrift, daß jedesmal nach Verlauf von 7 mal 7 Jahren ein Jahr der Ruhe und der Wiederherstellung gefeiert werde, wo alles mittlerweile von den rechtmäßigen Erben veräußerte Grundeigenthum wieder an seinen ursprünglichen Besitzer und jeder Jsraelit, der unter seinen Brudern in Knechtschaft gerathen war, wieder zur Freiheit zurückkehren solle. Alle in der Zwischenzeit vorfallenden Verkäufe von Grundstücken und Menschen sollten rücksichtlich deS PreiseS nach Verhältniß der bis zum nächsten Jubeljahr zu erwartenden Nutzungen bemessen werden. Diese Bestimmung konnte jedoch, was wenigstens die Grundstücke anbelangt, »ach den Zeiten deS EsdraS oder der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft nicht mehr in Ausübung gebracht werden. Unter den heidnischen Staaten hat zwar auch einer, nämlich Sparta, dem Verderben zu entgehen gesucht, das durch den Gegensatz von Armen und Grund und Boden, bald ergiebige Geldspenden aus dem Säckel der Reichen zu erzwingen oder irgend andere Gaben und Vortheile von diesen zu erpressen. Vergebens setzte die Faction der Reichen diesem Vordringen ihrer Gegner bald List und bald Gewalt entgegen. Sie mußte fort und Heilmittel sey ärger als daS Uebel selbst gewesen. Denn die Spartaner wurden dadurch zum herzlosesten und selbstsüchtigsten aller griechische» Völker und daS Elend der Heloten, die ihnen als Knechte daS Land bauen und alle Dienste verrichten mußten, ist sprüchwörtlich geworden zur Bezeich- fort capituliren und der Gegenpartei fast überall das Feld räumen. Um nung der härtesten und entwürdigendsten Knechtschaft, sich die Gunst des Volkes, d. h. des besitzlosen Hausens zu sichern, muß-^ Stellen wir aber diese Erfahrungen der alten Zeit zusammen mit ten die Reichen sich in allerlei kostspieligen Erfindungen erschöpfen, den denen der neuesten, wie sie unS geworden sind, seitdem die Regierungen Armen nicht bloß Nahrung, sondern auch Vergnügungen und Genüsse aller! von den Grundsätzen des Christenthums sich entfernt und den Lehren der Art zu verschaffen. So entstanden Theater, öffentliche Bäder und Spa-! Nationalökonomen mehr geglaubt und vertraut haben, als den Vorschriften zicrgängc, prachtvolle Bauten für die öffentlichen Versammlungen, rcgel-'der katholischen Kirche; so werden wir unausweichlich zu dem Schlüsse mäßige Vertheilungen von Brod und Wein u. dgl. zum Besten deS Volkes, geführt, daß der Gegensatz und-der Krieg zwischen Armen und Reichen, Erlahmte darin der Eifer der Reichen, so gab es Aufstände, blutige Scenen, in der Natur der Dinge gegründet, und unvermeidlich, uns, wofern wir kanem et Liroonses (Brod und Spiele) schrie daS Volk in Rom und um! nicht das praktische Christenthum wieder zur Grundlage diesen Preis, aber auch nur um diesen war von ihm Alles zu erlangen.! unserer Politik und unseres ganzen socialen Lebens machen, In Athen brachte das Volk d. h. der freie Pöbel der Stadt cs so weit, nur die Wahl läßt zwischen einem starren, eisernen DespotiSmuö oder einer, daß eS, für seine Stimmgebung in den Volks- und Gerichtsversammlungen bezahlt, förmlich von der Ausübung seiner staatsbürgerlichen Rechte ohne alle andere Arbeit leben konnte. Jeder Bürger, der einer Volksversammlung beiwohnte, oder einen Tag zu Gericht saß, erhielt dafür drei Obolen,! ungefähr dreizehn Kreuzer, und um die Gelegenheiten zu so bequemem Er-! werd möglichst zu vervielfältigen, waren zehn verschiedene Gerichte, jedes! mit einer anderen Competenz und mit 500 Bürgern.besetzt, in Athen eingeführt. So schlenderte der freie Athenienser als privilegirter Faullenzer j von der Bürgerversammlung ins Gericht, von diesem wieder in die Ver-> sammlung, um nichts anderes bekümmert, als an beiden Orten seine Stimme möglichst rheuer zu verwerthen. Denn daß der freie Mann nicht mit dem bescheidenen Lohne von 13 kr. in der Länge sich begnügen konnte, leuchtet ein, daher waren bei den Gerichten alle Sachen käuflich, und in den ') Aus dem Tiroler Wochenblatt. in ihren Folgen ärger, als jeder DespotiSmuS verheerenden und den Menschen herabwürdigenden Zuchtlosigkeit und Korruption. Der katholische Schullehrerverein in Bayern an den AugSburger Piusverein. Katholische Männer deS AugSburger PiuSvereinS! Christliche Freunde und Brüder! Entschuldiget vorerst, daß wir unS erlauben, in vertraulicher Sprache zu Euch zu reden. Da wir insgesammt katholische Männer sind, und als solche in brüderlichem Verhältnisse zu einander stehen, so glaubten wir ! der Euch schuldigen Hochachtung und Verehrung, die wir Euch vollkom-- s- >41 v! . e men im Innersten des Herzens zollen, nichts zu vergeben auch bei Anwen. duna der Vertrauenssprache. Mit inniger Freude haben wir, Mitglieder deS katholischen Schul- lehrervereinS in Bayern, Eure in der AugSburger Postzeitung vom 12. d. enthaltene Erklärung über Euer Verhältniß zu dem Stanve der VolkS- Schullehrer gelesen. Ihr. sprechet darin den edlen Entschluß auS, dem moralische Erziehung derselben, indem sie die Ansprüche der Religion vor Allem gewahrt wissen wollen. Somit ist die gerechteste Hoffnung vorhanden, daß fortan Kirche, Schule und Elternhaus liebevoll einander in die Hände arbeiten, harmo- nisch bei dem EngclSgesckäfte der Erziehung zusammenwirken werden. Arbeiten aber diese drei Kräfte in heiliger Eintracht, mit gemeinsamer An- vielfach bedrängten Stande der Schullehrer, den Erziehern der christlichen! strengung zusammen, wirken die heilige christliche Kirche, eine christliche Jugend, durch all Euern Einfluß und auf allen gesetzlichen Wegen auS Schule und eine christliche häusliche Erziehung einheitlich zusammen — seiner bedrängten Lage möglichst aufzuhelfen, und dahin zu wirken, daß! sollte da nicht auch eine christliche Jugend gebildet werden? Sollten diese die Lehrer ein anständiges Auskommen erhallen, daß für ihre Wittwen und! drei Kräfte, welche die Jugend ganz in ihren Händen haben, nicht im Waisen Vorsorge getroffen, daß ihre berufsmäßige Bildung erleichtert und Stande seyn, bei eifriger Pflichterfüllung die zarte Menschenpflanzung auch befördert und ihre staatliche Stellung in geeigneter Weise verbessert werbe. -^ --- ..... - - Wir können unsere Dankgefühle gegen Euch, edle Männer, für die in erwähnter Erklärung ausgesprochene Gesinnung nicht in unsern Herzen verschließen, wir fühlen unS gedrungen, Euch dieselben hiemit auszudrücken, Euch unsern aufrichtigen, herzlichen, tiefgefühlten Dank zu sagen für Eure Theilnahme an unserm leider bisher häufig sehr bedauerlichen Schicksale; für daS in Liebe gegebene Versprechen, nichts zu unterlassen, waS zur Verbesserung unserer Lage dienlich -seyn kann. » Von dem wirksamsten Erfolge werden die zur Aufbesserung seiner materiellen Zustände etwa noch nothwendigen Schritte des LehrerstanveS seyn, wenn Ihr, christliche Männer und Brüver, wenn das katholische Volk dieselben durch seinen mächtigen Einfluß unterstützt. Wir sehen daher bei bervon Euch unS zugesagten Hilfeleistung einer baldigen bessern, erfreulichern Zukunft entgegen. Unsererseits dagegen werden wir nicht versäuickn, so viel in unsern Kräften steht, zum wahren Besten, zur Gründung des zeitlichen und ewigen Wohles der heranwachsenden unS zur Bildung und Erziehung anvertrauten Jugend wirksam zu seyn. Hiezu, zur Grundlage deS Menschenwohles rechnen wir »b« wre Ihr, verehrtest« Brüver, als erstes Erforverniß eine wahrhaft christliche Gesinnung, welche in den Kindern anzustreben wir deßhalb stets als die wichtigste Aufgabe unsers AmteS ansehen werden. Da Ihr aber, und zwar gehörig zu beschützen vor den Feinden deS Heils, vor der bösen Welt und ihren Aergernissen? O gewiß. Bei einheitlichem Wirken, bei thatkräftigem Zusammenhalten der Priester, Lehrer und Eltern wird und muß mit Gottes Segen eine bessere Zukunft reifen, und den Piusvereinen wird daS Verdienst zukommen, in so weit es Menschen zugeschrieben werden kann, das Vaterland gerettet zu haben. Jedem Unbefangenen leuchtet ein, daß der Verfall desselben von der herrschenden Irreligiosität, von dem schauerlich um sich greifenden Unglauben, von der tiefen Versunkenheit in Laster aller Art herrühre. In dieser Zeit der Gefahr der Auflösung aller Ordnung, alles Bestehenden, der Unterdrückung alles Höhern und Bessern, da die Schlechtigkeit sich bereits kühn und mit Macht erhoben und all ihren Gegnern den Untergang geschworen hatte; in dieser Zeit der Scheidung, da alles Halde aufhört, Jeder sich bestimmt erklären und entweder auf die rechte oder linke Seite treten muß — erhoben sich die Piusvereine als der Kern deS katholischen Volkes, die sich entschieden für die Wahrheit auSsprechen. Ihre Hauptbestrebungen: Freiheit der Kirche von äußerm Drucke, Verschönerung derselben durch Vervollkommnung ihrer Glieder und Nach- haltigkeit des erstrebten Guten durch eine verbesserte, im Sinne deS Christenthums zu handhabende Jugendbildung — sind ganz geeignet, die Kirche in ihrer Reinheit herzustellen, daS Christenthum in seiner lebenSfrischen mit vollem Rechte, die Kirche als jene Anstalt erkennet, die von Gott Gestalt wieder hervorzurufen, und ihm den Triumph über Irrthum und .. .. . ... —- — ri, t,i>!^».- Unglauben, über Welt nnv Hölle zu verschaffen, so daß selbst die Feinde der Kirche, wenn sie aufrichtig seyn wollen, sich gestehen und sagen müssen: Seht, dieß ist die wahre Kirche! Ganz richtig hat daher jener katholische Mann gesprochen, da er die Entstehung der PiuSvereine ein Ereigniß, eine in ihren Folgen äußerst wichtige, großartige Begebenheit nannte. Darum rufen wir Mitglieder des katholischen Schullehrervereins dem Piusvereine Augsburgs so wie dem allgemeinen von ganz Deutschland begeistert ein dreimaliges Hoch zu, mit dem innigen Wnnschc, daß er die hohe ihm gestellte Aufgabe glücklich löse. Mit ausgezeichneter Verehrung empfiehlt sich Den Männern des AugSburger Piusvereins Augsburg, den 19. Juni 1849. Der katholische Schullehrerverein in Bayern. In dessen Namen der AuSschuß: Zeheter, Präsect und Lehrer am königl. Schullehrer- scminar in Erchstädt. Taver Betz, Schullehrer und Cantor in Landsberg. Joseph Stöckl, Schullehrer und Cantor in Landsberg. Honorius Lorenz, Schullehrer in Augsburg. eingesetzt worden, die Menschen ihrer Bestimmung gemäß zu bilden; da Ihr in den Priestern, den geweihten Dienern der Kirche, die Abgesandten Gottes ehret, die beauftragt sind, dieses Geschäft der Bildung und Einigung an allen Menschen, allen Gläubigen jeden Alters, «tandeö und Geschlechtes zu besorgen ; da Ihr also, und mit Euch gewiß auch alle wahr- haft katholischen Fami^nväter, die Bildung und Erziehung Eurer Kinder, in so weit Ihr dieselbe selbst zu besorgen gehindert seyd, der heil. Kirche und deren Dienern, den Priestern, mit vollem Zutrauen und aus wahrem HerzcnSdrange überlasset, so können und wollen wir, als die Mitarbeiter der Priester beim EcziehungSgeschäfte der christlichen Jugend, auch nur in diesem Sinne, in innigem Anschlüsse an die Diener der Kirche in unserm Berufe wirken. Wir werden dieß aber nicht bloß deßhalb thun, weil Ihr als Väter der von unS zu bildenden Kinder es so wollet; sondern auch auS eigenem Antriebe, in der festen Ueberzeugung, daß ein gemeinschafl- l icheS Zusammenwirken der Priester und Schullehrer für eine gedeihliche Jngendbildung durchaus nothwendig sey. Wir sind ferner der unumstößlichen Ueberzeugung, daß nur bei kirchlicher Leitung deS SchulerziehungSwesenS unter zweckmäßiger Belheilung erfahrener tüchtiger Schulmänner die Aufrechthaltung deS wichtigsten, des religiös-moralischen Princips, in demselben garanlirk sey, und schon deßhalb verwerfen wir jeden Trennungsversuch, jede Emancipation der Schule von der Kirche. Der katholische Schullehrerverein BäyernS nimmt also dankbar an, Piusvereine. Köln, 11. Juni. Der Domvicar Kolping, welcher seit einem Vier- waS Ihr, hochverehrte Brücer, in Eurer Erklärung den Lehrern anbietet, i teljahre hier angestellt ist, wirkt in schöner Weise für die socialen Zustände i,,i^ trimmt iinli »nr, in driL mnä ^ini i^Nt'N ! dpi* iRl'strslpn knt k-rpitä oi,,or» f»l « «^ ^ ^ i .. und stimmt freudig und vollkommen ein in Las, was Ihr von ihnen ver-cher Gesellen. Derselbe hat bereits einen Gesellenverein hier gegrün- langet; kann aber bei Gelegenheit dieses Dankschreibens nicht verbergen,! bet, dessen erste Anfänge zwar klein und bescheiden, aber sicher vielver- caß auS genannter Erklärung ihm noch eine dritte Perle gar lieblich ent-! sprechend sind. Die schönen Erfolge deS GesellenvereinS, den Kolping in gegen schimmere, nämlich: die kräftige Mitwirkung der häuslichen Erzie-! Elberfelv begründet hat, und seine gesunden, auS dem Leben geschöpften hung mit den Bemühungen der Kirche und Schule. ^Ansichten über die fragliche Angelegenheit, welche er bei der Generalver- Der größere Theil der PiuSvereins Mitglieder besteht auS Familien-> sammlung der PiuSvereine im April und anderwärts oft entwickelte, väter». Liegt nun nicht schon in dem Umstände, daß sich diese einem! lassen unS daS Beste hoffen. (Katholik.) Vereine einverleibt haben, der eine möglichst vollkommene Ausprägung deS Christenthums in seinen Mitgliedern zur Aufgabe sich gestellt hat, ein triftiger Grund, von denselben auch eine Kindererziehung im Sinne deS Christenthums zu erwarten? Diese erfreuliche Hoffnung wird aber noch mehr gesteigert, ja zur Gewißheit gestempelt durch den Inhalt mehrgevachter Erklärung, in welcher sie das lebhafteste Interesse auSsprechen nicht nur für die Bildung der Jugend überhaupt, indem sie sich deS LehrerstanveS so kräftig anzunehmen entschlossen sind; sondern insbesondere für eine religiös- Dusseldorf, 10. Juni. Der Piusverein hat hier einen zahlreichen'Anhang gefunden. Daß unter den Mitgliedern deS Vereins die Scheu vor der Politik groß ist, ist nicht zu verwundern. Die hiesigen Zustände zeigen nur zu deutlich die Abgründe, welche die Politik der Religion droht, und alle Ruhigdenkenven werden dahin einverstanden seyn, daß kirchliche Vereine in den reinpolitischen Fragen (wo diese die kirchliche Freiheit betreffen, find sie schon kirchlich) leicht ihr Grab finden. (Kath.) Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen. Verlags-Inhaber: F. C. Kremer.