Vierteljähriger Abonnementspreis im Bereiche von ganz Bayern nur 2» kr., ohne irgend einen weiteren Post-Aufschlag. Auch von Nicht-Abon- nenten der Postzcitung werden Bestellungen angenommen. Sonntags-Peiblatt znr Augsburger Postzeit nng. Auch durch den Buchhandel können diese Blätter bezogen wer» den. Der Preis beträgt, M bei dem Bezug durch die Post, jährlich 1 st. 20 kr. Neunter Jahrgang. S6 August 184S. Der heilige GenefiuS, Märtyrer unter Diokletian. -i- 26. August 286. Schon wankt im tiefen Grunde das Gemäuer, Am Gibcl leckt der Flamme lichte Glut; Die Eule flattert ängstlich in den weiten Räumen, Die schon Jahrhunderte ein Obdach ihr gewährt. Und stimmt in ängstlichem Gekrächze Wehmüthig sich die Todtenklage an. Der Riesenbau, der als ein zweites Babel Im Uebermuth des Heideuthumes sich erhob. Weicht aus den Fugen und die stolzen Meister Vermessen sich umsonst den wankenden zu stützen — Der Tag des neuen Baues ist genaht! Des Sturmes allgewaltig Brausen, Der dort im Aufgang von den hehren Zinnen Der Sionsburg, die Welt durcheilend, sich erhoben, Zieht siegreich durch des Reiches weite Marken, Vernichtend der Tyrannen frevelnde Gewalt. — Da lebte dort in der Cäsarenstadt am Tiberstrande, Die schon so viel des Märtyrbluts getrunken, GenefiuS — ein Mann im Schooß des Lasters Auf dem Theater, dem er diente, groß erzogen. Laut schallte ihm des Volkes Freuderuf entgegen. Und von des Kaisers festlicher Tribüne Begrüßte ihn des Beifalls hoher Wink, Wenn er des Spottes rohe Geißel Mit frechem Hohn über die Christen schwang. Rom widerhallte eben von dem Jubelsange, Mit dem das siegeSstolze Heer Den Kaiser Diokletian empfangen, Der seines Armes ungebeugte Kraft Bis an der Perser ferne Gränzen hingetragen. GenesiuS, des Kaisers grimmen Haß durchschauend, Mit dem er der verhaßten Christensecte Vernichtung längst und Untergang geschworen, Beschließt, im Angesichtc des Tyrannen, Umrausckt vom Beifallssturm des Volkes Der Christen heilige Gebräuche Auf dem Theater zu verhöhnen. — Er legt, ein Kranker, hin sich auf das Lager, Das auf der Scene ihm bereitet war. Indeß mit heuchlerischer Miene mitleidsvoll Der Frevcllhat Genossen ihn umstanden. „Ich fühle mich so schwer," seufzt er bewegt, „Könnt ihr mir, Freunde, keine Linderung gewähren?" „„Wie mag das seyn, fragt ihn die lose Schaar, „„Willst du wohl auf die Hobelbank „„Wie ein Stück, Holz dich legen, „„Das von des Tischlers Hand geglättet wird? „„Da wirst du sicher leichter werden!"" Darob erschallt aus allen Räumen der Rotunde Des Pöbels gellendes Gelächter Und lauter Beifallssturm umbraust die Höhnenden — »Ihr Thoren, ruft GenesiuS, vom Lager sich erhebend, „Kennt ihr sie nicht, die ungläubige Secte »Der Christen, die mit leichtem Muthe „Jedweder Bürde Druck ertragen; „Die, um die Last des Körpers zu erleichtern, selbst den Nacken „Voll freudiger Begier dem Henker bieten! »Wohlan auch ich verlange jetzt ein Christ zu werden, „Um mir des Christen LooS dort zu erwerbe», „Wenn er einst naht ihr großer Tag des Lohnes." — Nun wurden zwei von den Gefährten, Vertraut mit der Verstellung falschen Künsten Zum Bette des GenesiuS gerufen: Der Eine mit des ChristenpricstcrS heiligem Gewände angethan, 'Der Andere als Erorcist ihm dienend. ,j„So sage denn, mein Sohn, hub heuchlerisch der Priester an, Warum hast du zu uns gesendet, „„Was ist der Dienst, den du von uns begehrst?""— Da plötzlich dringt — wer will dem Herrn gebieten? Der Strahl der Gnade in des Frevlers Herz; Des Truges Nacht entschwindet seinen Blicken, Er schaut begeistert hoh'rer Wahrheit strahlend Licht, Das Herz erglüht in himmlischem Entzücken, Süß wie der Blüthe Schmelz, die aus der Knospe bricht. Erneuert von der nberird'schen Flamme, Die plötzlich ihn, wie Paulus einst Hinflössen, Entgegnet er voll ernster, heil'gcr Würde: „Ich wünsche, daß die Last, die mit des Unheils Banden „Des Geistes Ange mir umschlungen, „Gehoben werde von der Gnade Christi." — Die Lästerer, erneuten Scherz in dieser Rede wähnend, Begoßen nun, der Christen Taufe zu vollziehen. Des Kranken Stirn mit reinigendem Wasser, Umhüllten ihn mit weißem Taufgewande Und um die Bosheit zu vollenden, Ward er von einer Kricgerschaar geleitet, In schallendem Gespötte vor den Kaiser hingeführt, Um da als Märtyrer verhört zu werden. — Doch nun erwählte sich, was innen ihn ergriffen. Als er der Taufe Reinigung begehrte: In HimmelSwonne leuchtete des Auges Feuer, Entzündet von der Gnade Wunderkraft, Und mit dem heitern Muthe eines Märtyrers, Der kühn dem nahen Sieg entgegen schreitet, Begann er, heiliger Begeiferung voll, Sich zu dem Volke und dem Kaiser wendend: „Vernimm, Gebieter, höret Alle, „Der Rede hcil'gcn Sinn, die ich verkünde! „Das tiefste Nachgefühl durchwühlte mir die Seele, „Wenn nur der Name „Christ" mir in die Ohren drang, „Und mit des Grimmes Lästerworten „Beschimpfte ich — ihr wißt es — Alle, „Die den verhaßte» Namen trugen. „Ihr wäret Zeuge, wie ich der verhaßten Secte, „Die übermüthig unsers Schwertes höhnet, „Kühn mit dem Pfeil des öffentlichen Spottes „Das Lebensmark durchbohrte; „Seit ich der Christen heiligen Gebräuchen „Mit unverdroß'ner Mühe nachgeforscht, „Um sie vor euch dann zu entehren: „Nun hört und staunet! „Sobald das Wasser mir die Stirne netzte, »Und meine Zunge es gelobt, daß ich in Wahrheit glaube. 134 „Was scherzend sie aus mir gefragt; „Da sah ich eine lichtumfloff'ne Hand . ,Auf meinen Scheilel segnend nicderschweben „Und holder Engel Lichtgestaltcn „Umschwebten mich, ein Buch in Händen haltend. „Was ich verübt seit dem unsel'gen Tage, „Da ich als Kind das Gilt der Sünde „In lüsterner Begier getrunken, bis auf diese Stunde, „Da ich vor euch des ChristcngottcS Lehre „Mit frevlem Ucbermuth gehöhnt: „Das lasen sie — die tiefsten Falten meiner Seele „Wie in des Spiegels Lichte frei enthüllend — „Mir aus dem schwarzen Buche vor. „Dann tauchten sie es ein in dieses Wasser, „Mit dem man eben mich begossen. „Und siehe — es. ward weißer als der Schnee! — „Und nun crhab'ner Kaiser und ihr alle, deren Lippen „Noch von dem Hohn des Christengcttcs beben, „Vernehmt aus meinem Munde jetzt die Botschaft: „Es ist in keinem Andern Heil und keines Andern Wink „Hält mit alimächt'gcm Arm den Erdcnkrcis in seinen Angeln, „Als nur des ChristcngottcS Stärke! „Wag sind die leblosen Gebilde all der Götter, „Die stummen Zeugen irdischen Zerfalls; „Es ist nur Einer der da lebt, und Leben spendet, „Er ist der Schöpfer, kein Geschöpf, wie eure Götter! „Entstammend aus des Himmels lichten Sphären, „Die »och kein sterblich Auge je geschaut, „Hat er das Licht vom Himmel nnS gebracht, „Des Truges NäÄst, die auf der Erde lag, verscheucht. „Was sind die Lchmgchäud^urer Weisen, „Die der Natur Gesetze zu ergründen wähnen? — „Ein eitel Menschenwerk >y«r in sich selbst getheilt. „Der Christengott allein erschließt „Dem Sterblichen den Born der Wahrheit; „Erguickt das dürstende Gemüth, „DaS auf der Pilgerfahrt sich zu erfrischen sehnt. „Darum bekenne laut mit mir, crhab'ner Kaiser, „Des einz'gen Gottes Macht und alhcS'Volk lobpreise seinen Namen!"— So sprach GenesiuS. — Ein tiefes Schweigen Hält die erstaunte Menge lang gefesselt, Wie von des Höhcrn Hand gehalten! Doch eö war nur die dumpfe Schwüle, Ein Bote des anstürmenden Orkans, Der um die zorncrglühtc Stirne dcS Tyrannen Verderben drohend sich zusammenzog; „Führt ihn hinweg, rief er mit wuthcntbrannter Stimme, „Der unsern Göttern Hohn zu sprechen wagt; „Laßt auf der Folterbank ihn inne,werden, „Wie ihre Rache auf der Ferse den ereilt, „Der ihrer Macht zu spotten sich erkühnt." — Umsonst sucht der Präscet Plautinus Den gottbcgeistcrtcn Bekcnncr Schlau mit der Worte trügerischem Netze zu umgarnen. Daß er den Göttern vor dem Volke Weihrauch zünde! — GenesiuS bleibt seiner Rede treu. Vergebens wühlt der Folter Schmerz in seinen Eingeweiden, Der Rache grauser Sinrm zerschellt in seinem Muth. Ja in der Pein der ausgesuchten Qualen, Mit denen sie den Leib des Märtyrers zerfleischt, Ruft er mit lauter Stimme zu dem Christengctte, lind preist sich glücklich, leidend ihm zu dienen. „Wie lange, seufzt er, hing des Irrthums Binde „Mir um des Lasters trügerischem Bilde; „Jetzt hab' ich Ihn erkannt, dem alle Crcaturcn „J»> Himmel und auf Erden freudig dienen, „Nichts soll mich mehr von seiner Liebe scheiden, „Mein Blut fließt freudig seiner Ehre." — Und sein Gebet — es ward erhört. Plautin verzweifelte, den Muth Des Märtyrers zu beugen, Der immer lauter Christi Namen pries. GenesiuS, der noch vor wcu'gcn Stunden Mit innerin Gram des Christcngolts gefrevelt, Beut freudig jetzt sein Haupt dem Schwerte hin, Der Himmelslchre Wahrheit zu besiegeln Und seines Frevels schwarze That zu sühnen. _ Tasrathshofer. Winke zur Hebung der katholischen Presse. (Fortsetzung.) II. Von der Gründung neuer Blätter. Ueber diesen Abschnitt sind im Ganzen wenige Bemerkungen zu machen. Wir brauchen nur besonders hervorzuheben, waS schon in der Einleitung dieses Aussatzes gesagt wurde, nämlich daß man nur da, wo die Ortö- Verhältnisse dringend ein besonderes Organ erfordern, eins gründen solle. Dieß gilt eben so wohl von religiösen Blättern, als von politischen, daher wir jene Unterscheidung hier ganz fallen lassen können. Es ist ein wahres Elend, wenn man so mit ansieht, wie so zu sagen jede unbedeutende Ortschaft ihr besonderes Blatt haben will. Dadurch werden die arbeitenden Kräfte ungeheuer zersplittert und das ist eS, waS unsern Blättern meist ein kümmerliches Bestehen bereitet. Zwei nahe bei einander liegende Städte oder gar eine und dieselbe Stadt haben nicht zwei besondere Zeitungen nothwendig; eben so ist eS für eine und dieselbe Diöcese (allenfalls auch für zwei aneinandergränzende kleinere Diöcesen) nicht nöthig, zwei religiöse Blätter zu gründen. Eins verdirbt dem andern die Wirksamkeit und keinS von Beiden kann recht gedeihen. Man vereinige sich dahin, nur ein Organ zu gründen und dieses dann durch Bestellungen und schriftliche Beiträge tüchtig in die Höhe zu bringen. Die Presse sollte nicht in den Dienst gemeiner Eitelkeit und Speculation gezogen werden. Muß aber irgendwo ein besonderes Blatt gegründet werden, so find folgende Puncte zu beobachten. 1) DaS Blatt muß bei seinem Auftreten einen ökonomischen Grund und Boden haben, d. h. eS müssen Gelder zur Bestreitung oder Deckung der im Anfange nöthigen AuSlagen vorhanden seyn, auch wenn man voraussehen kann, daß sich vaS Blatt in kurzer Zeit heben wird. Die möglichst weite Verbreitung deS ProspectuS, die Anstellung eines Redacteurs, die Gewinnung von Mitarbeitern, welche nicht alle in der Lage sind, unentgeltlich zu arbeiten, Portokosten u. s. w. erfordern Geld. Ohne allen Fonds anzufangen, ist gewagt und der Nachtheil drückt in der Regel Niemanden mehr, als den Buchdrucker, der sein baareS Geld immer nöthg hat. 2) Das Blatt muß eine bestimmte Tendenz haben und diese streng festhalten und in allen Artikeln konsequent (jedoch nicht verletzend im Aus- drucke) durchführen. Bei religiösen Blättern gibt sick die Tendenz von selbst; sie muß kirchlich seyn. Aber bei politischen Blättern ist man nicht an ein bestimmtes politisches Bekenntniß gebunden. Welcher Regierungsform (die auf Ordnung und Gerechtigkeit gegründet ist) man auch daS Wort rede, man kann dabei ein ganz guter Katholik seyn. Eine bestimmte Richtung muß man aber einschlagen; damit will ich sagen: man darf nicht auS sogenannter weiser Vorsicht nach Rechts und nach Links abwechselnd hinflankircn; man darf nicht heute oder morgen, oder gar in einer und derselben Nummer, der neumodischen Demokratie ein Kußhändchen zuwerfen, dann rechts wieder einen LiebeSblick auf monarchischen Absolutismus richten, dann wieder einmal zur Abwechslung einen sympathetischen Seufzer nach der constilutionellen Partei abdrücken und zuletzt auch noch die rothe Republik mit zarten Fingern anfassen. Eine solche Wirthschaft heißt man nicht mehr Tendenz; es ist Pfuscherei im höchsten Grade, bettelhafteS Zusammenflicken der verschiedenartigsten Principien; eS ist die deutsche Zerrissenheit in Miniatur gemalt, eö ist reine Krähwinkelei, die vor übermäßiger Zweckmäßigkeit läppisch wird, und anstatt eS nach allen Seiten hin recht zu machen, von allen Seiten Ohrfeigen bekommt; ein solches Blatt ist wie ein Papagenokleid — bunt an Gefieder, aber ohne Einheit, ohne Charaker, daher lächerlich und verächtlich; ein solches Blatt kann z Niemand brauchen, gerade weil eS Jedermann mundgerecht seyn soll; ein solches Blatt verderbt mehr als eick heftig radicaleS Blatt, weil eine sieben- farbige Tendenz die Leute ganz wirr macht, während sie durch die konsequenten Rohheiten eines radicalen Blattes vielleicht schnell zur Besinnung kommen; ein solches Blatt löst sich vor übergroßer Klugheit in lauter Dummheiten auf und erhält vom gesummten Publikum gar bald einen tödtlichen Fußtritt. ES gibt jedoch ein Stehen über den Parteien, welches keineswegs zu verwechseln ist mit jenem buntgemischten MeinungSsalat, wie ich ihn vorhin angedeutet habe. Ich meine jene Anschauung, die in der Religion ihre Wurzel und ihren Grund hat; eine Anschauung, welche Gott als den Erzieher deS Menschengeschlechts betrachtet und demgemäß die verschiedenen Schicksale und Führungen der Menschheit als höchst weise und heilsame, wenn auch uncrforschliche Wege des Allbarmherzigen und Allmächtigen ansieht. Demgemäß wird eine solche Richtung sich folgendermaaßeu kundgeben. Sie wird die rechtlich bestehende Obrigkeit, als eine von Gott 135 gesetzte oder doch mit Gottes Zulassung bestehende, achten und ihr in allen rechtmäßigen Forderungen die Pflicht deö Gehorsams zugestehen, bei unrechtmäßigen Berfiigungen aber anrathen, daß sich die Unterthanen mit allen ihnen gesetzlich zu Gebote stehenden Mitteln dagegen verwahren. Die Christen der Vorzeit waren eben so gute Christen unter Nero, Domi- tian u. s. w. wie unter Konstantin dem Großen; sie waren bessere Christen wie wir eS heut zu Tage sind, wo die politische Farbe oft hoher geschätzt wird, als daS eigene Seelenheil und daS Wohl der Kirche. Gelingt die eingelegte Verwahrung nach Wunsch, so ist eS gut; beharrt die Obrigkeit auf ihrer ungerechten Bahn, so ist es besser, Unrecht leiden, als Unrecht thun. Zur Empörung wird eine solche Tendenz weder dircct noch indireci anreizen. Eine Tendenz, die auf solcher Anschauung beruht, wird sich vor Allem der zahlreichen Lebensfragen bemächtigen, welche zur Aufstellung und Handhabung einer guten Verfassung erst den Grund legen sollen; also wird sie suchen, der geistigen und physischen Verarmung und Krankhaftigkeit abzuhelfen, überzeugt, daß unS auch die beste Verfassung nichts nützen kann, wenn die Leute, denen sie gegeben wird, nicht diejenigen sind, die an gehöriger Stelle gut zu befehlen und gut zu gehorchen verstehen. Kurzum: sie wird das Reich Gottes sammt seinem Tugendschmuck, ohne welchen keine wahre Freiheit, kein wahrer Friede Aller gedenkbar ist, nach allen Beziehungen hin aufzurichten suchen. Da aber die Besserung eines tiefgesunkenen, von Gott vielfach abgefallenen Volkes nur sehr langsam von Statten geht und inzwischen doch eine Verfassung gemeinsam aufgestellt werden muß, so wird sie die christliche Gerechtigkeit (nicht die lügnerische Gerechtigkeit der von Parteiwuth kochenden Factioncn) sich zum Maaßstab nehmen und nach dem Grundsätze: „WaS du willst, daß dir die Menschen thun sollen, das thue ihnen auch!" Freiheit für sich und Freiheit für Andere begehren. Es versteht sich da von selbst, daß solche Frankfurter Lahmheiten, wie die, welche sowohl „Redemptoristen" als auch „Liguorianer" auf ewig verbannt wissen wollte, bei ihr nicht vorkommen. Die Berichte, welche pon den Kriegsschauplätzen kommen und sonstige Nachrichten, werden von einem Blatte der eben vorgezeichneten Tendenz nicht durch eine gefärbte Brille, sondern sehr vorsichtig, rein objectiv — so weit sich der Kern der Wahrheit ermitteln läßt — betrachtet und den Lesern vorgeführt werden. Gegen Lügen und sonstige Schändlichkeiten, in welchem Partei-Heerlager sie auch vorkommen mögen, wird eS ernst und entschieden zu Felde ziehen. Durch eine solche Tendenz leistet man dem Volke wahrhaft einen Dienst; der Stimme eines solchen Blattes wird es ein williges Gehör leihen und selbst die verschiedenen Parteien werden es, sofern sie nicht total verblendet sind, achten müssen, da ein solches Blatt im Dienste der höchsten Macht steht und der Wellenschlag der empörten TagcSleidcnschaften in der That nur zu seinen Füßen plätschert und ihm nie bis an den Hals kommen kann. Natürlich kann so ein Blatt sein Daseyn nicht mit bloßer Handhabung des NothstifteS fristen; eS erfordert viel Arbeit und'muß um so eifriger unterstützt werden. In einer Zeit, wo man auS dem allein richtigen „prinoi- PÜ8 obgta" ein bornirtcs obsta" machen möchte, sind Blätter von solchem Geiste von besonderer Wichtigkeit, aber leider noch sehr selten. 3) DaS dritte Erforderniß ist ein tüchtiger Redacteur, welcher sowohl den Willen als auch die Fähigkeit hat, eine gute Tendenz durchzuführen, und der auch obendrein in schriftlichen Arbeiten geübt ist. Dieser Redacteur muß sich ganz und gar dem Blatte widmen können und darum eine sorgenfreie Existenz erhalten. Wird eine Redaction nur nebenbei betrieben, so kommt nichts dabei heraus. 4) Um dem Blatte wo möglich gleich Anfangs eine ordentliche Existenz zu schaffen, thut man gut, Subscriplionen aufzunehmen; dieser Weg ist an manchen Orten noch keineswegs abgenutzt. Betheiligung durch Actien dürfte auch nicht zu verwerfen seyn, zumal bei kleineren Blättern. Man wolle überhaupt nicht gleich hoch oben hinaus mit seinen Plänen; daher lasse man daS Blatt fortwährend in einem mäßigen Formate erschei- neu, nicht in einem übermäßig großen, wie eS in neuester Zeit an manchem Ort Sitte geworden zu seyn scheint. Die Güte eines Blattes wird nicht nach Quadratmeilen, sondern nach seinem innern Gehalt bemessen; rS ist genug, wenn es täglich erscheint. Wer kann und mag täglich so ungeheuer große Blätter lesen? Ein gutes Mittel, Abonnenten anzuziehen, ist die Beigabe von gutem UnterhallungSstoff, damit auch die Frauen etwas zu lesen haben. Die Frauen haben in den Familien oft eine wichtige Stimme, wenn es sich darum handelt, eine Zeitung an- oder abzuschaffen. Ist ein neues Blatt auf diese Weise zu Stande gekommen, so bleibt, nach dem waS im Vorhergehenden über die Förderung schon bestehender Blätter gesagt wurde, nichts weiter zu erörtern übrig. Wir gehen also über zur Besprechung derjenigen Volksliteratur, welche nicht zu den periodischen gehört, sondern in zwanglosen Heften oder einzelnen Bündchen erscheint. (Schluß folgt.) Ein vertraulicher Brief an einen «katholischen Freund. 4 Deine Hand, hochgelehrter Mann, die neulich so freigebig mir zu Ehren war, gibt mit heule die Feder in die Hand, um meinen Dank Dir abzustatten, den ich Dir schuldig bin. Ich bin mit meinem Begleiter in Eure Stadt gekommen, Dir unbekannt und anderer Religion, als der Deinigen. Wir bekennen unS zur Römischen, Ihr zur AugSburger. Du hast unS als Gäste in Dein HauS geführt, das sich durch Eleganz und geschmackvolle Einrichtung auszeichnet. Nicht genug. Auch die Denkmäler Euerer Stad( und die Werkstätten der Künstler hast Du mit größter Bereitwilligkeit den Gästen geöffnet und sogar das Honorar für uns bezahlt. Deine ganze Güte gegen die Fremdlinge war eine Dienstleistung für sie; eS ist also billig, daß sie Dir zum Heile gereiche. Um dieses habe ich für Dich täglich am Altare gebetet und werde darum beten, so oft ich an selbem stehe. Möge die himmlische Gottheit meine Wünsche für Dich erhören und Dich auf den Weg führen, auf dem Du sicher in die Ewigkeit wanderst. Bester Mann, verbinde mit meinen Bitten die Deinen, damit Du wünschest, waS Dir nützlich ist. Ein Gott, Ein Glaube! Wir halten unS an den alten, Du mit den Deinigen an den neuen. Wer von unS Beiden auf dem sicherern Weg wandle, wird die gesunde Vernunft eingeben. Alt sind unsere Gebräuche, alt unsere Gesetze, alt ist bei unS Alles, wenn Du zu forschen Dich nicht weigerst. Daß Du dieses in den Glaubensartikeln Euers Martinas nicht findest, habe ich in der letzten Rede gezeigt, die ich gehalten. Gewiß, Deine Religion benimmt Dir nicht alle Furcht, die unselige kann cS nicht, weil Du sie nicht annimmst. DaS beständige Herumdrehen im Zweifel macht Dein Leben bitter, aber »och bitterer dessen AuSgang. Damit Du diesen vermeidest, wähle daS Sichere! Wenn Deine Glaubensregel, die Du inne hast, kein verläßiger Führer zur Seligkeit ist, so bitte um Belehrung; bist Du aber belehrt, so verwirf die Belehrung nicht. BeideS gibt der Vater der Lichter dem, der in Wahrheit darum bittet. Zwischen zweifelhaften Fußpfaden muß man auf dem sichern gehen, obwohl er felsig und uneben ist. Im Fortgehen wird nach und nach der Reiseweg immer mehr geebnet, so, daß es nicht nur sicher, sondern sogar angenehm ist, Weiler zu wandern. Glaube so vielen Tausenden, welche mit Vergnügen den Weg passiren, welchen Du scheuest. Rechne unter diesen auf mich zuerst, der ^ir dieses ernstlich wünscht, weil er Dein Seelenheil will. Auf diesem, Wege würde ich wahrlich nicht gehen, wenn ich mich vor Irrthum fürchten müßte. Auch Du wirst daS nicht thun, da Du weise bist. Die furchtsame Hoffnung, welche Dir eine weichlichere Lehre vorstellt, darf Dich nicht von der strengern Lebensweise abwendig machen. Unumstößlich sey Dir der Grundsatz: „Hier Irren ist ewig Irren." Aber Du klagst, Laß zwei Berge Dir entgegen stehen, nämlich die zeitlichen Güter und der vertraute Umgang mit Gleichgesinnten. O Du unglücklicher Wanderer! Du stürzest Dich mit den Deinigen in eine Grnbe, während Du sicherer mit den Uebrigen inS Vaterland gehen könntest. Nicht darauf mußt Du schauen, mit wem, sondern wohin Du gehest. Wenn Du das Ende Beider betrachtest, so richte Dein Leben nach dem Gesetze Jener ein, deren Ausgang Du wünschest. Die zeitlichen Güter liebst Du zärtlicher, als cS geziemend und nützlich ist. Wenn man sie entbehren muß, so ist eö besser, sie zu entbehren, als den Himmel zu entbehren. Den Verlust derselben kann Dir Gottes Güte im gegenwärtigen Leben noch ersetzen, und wird es auch thun, wenn es Deinem Heile zuträglich ist. Anders sollst Du nicht wollen. Du wirst Oben reicher seyn, wenn Du Unten genügsam bist Ein großer Gewinn ist eS, um Erden- tand sich den Himmel zu erkaufen. Aber diese höhere Wahrheit schreckt den Furchtsamen, der noch nickt fähig ist, Höheres zu kosten. Wage eS nur einmal im Vertrauen auf Gott, und Du wirst können. Vor Einem hüte Dick! Verriegle nicht Dein Ohr dem Rufenden. Günstige Sterne mögen Dir leuchten, daß Du recht sehest und folgest. Dazu ruft Dich die heilige Wahrheit und daS Gewissen: daß Du eS thuest, Deine ehrenvolle Stellung, und dein gutes Herz läßt eS mich hoffen. Du weißt, bester Mann, daß man einmal fortwandcrn muß auS dieser Eitelkeit. Bereite also daS zu, waS Dich hier ruhig und dort selig macht. BeideS erflehe ich Dir auS vollstem Herzensgründe von Gott und verspreche Dir meine Beihilfe im Gebete. Lebe wohl! Bonaventura'S Parabeln. 4 Da ich einmal bei einem alten Pfarrherrn in der Seelsorge Aushilfe leistete, fand ich einen neuen, noch ungekannten Schatz in dem Buche: „Die Parabeln deS Vaters Bonaventura; ein vortreffliches HilfSbüchlein für Seelsorger, Lehrer und Eltern zur Versinnlichung christlicher Wahrheit 136 und Sittenlehre." Mit Genehmigung des hochwürdigsten Ordinariats RegenSbnrg. Sulzbach, in der I. F. v. Seidel'schen Buchhandlung. Zweite unveränderte Auflage. 1835. 1 fl. Dieser Bonaventura ist der Verfasser deS „betrachteten Evangeliums," und schon dieser Umstand ist hinreichend, die weitere Verbreitung dieser Parabeln zu empfehlen, die besonders zur Lectürc nach dem Religionsunterrichte in der SonntagSschnle geeignet sind, um daS Leben von der ernsthaften Seite kennen zu lernen. Rom. Rom, 1. Aug. Die Bischöfe Neapels und Siciliens haben das Ersuchen an den König beider Sicilien gestellt, er möchte möglichst bald die P. P. Jesuiten wieder in seine Staaten zurückberufen. Der König hat das Gesuch dem heiligen Vater vorgelegt. Vielleicht haben Sie in öffentlichen Blättern gelesen, daß letzthin der General der Augustiner-Mönche im Kloster Oasü c- lUaria dahier von der Militärregierung verhaftet, und öffentlich vom Militär durch den Corso geführt wurde. Man erzählte die verschiedensten Dinge als Ursache, und die Schadenfreude war sehr geschäftig dabei. Man habe Comprvmittirte dort versteckt gehabt, sagten die Einen; Andere: man habe dort Kirchen- schätze versteckt und angegeben, die Anarchisten hätten sie ihnen gestohlen; wieder Andere: französische Officiere hätten im Kloster um Wohnung nachgesucht, und seyen dort insultirt worden; ja die Mönche seyen sogar mit Dolchen ihnen zu Leibe gegangen u. dgl. m. Ich kann Ihnen aber aus sicherer Quelle sagen, daß an all' diesen angeführten Gründen kein Wort wahr ist, und folgendes die Ursache der Verhaftung war: General Oudinot hatte in seiner Proklamation befohlen, daß, während er mit den Truppen einziehe, alle Kirchen offen seyn müssen, damit nicht etwa revolutionäre Schaaren in denselben sich sammeln, und aus die Truppen schießen, wie eS z. B. in Livorno gegcgen unsere Truppen geschehen. Die Kirche Oosü e Naria blieb aber zu, und es mußte um so mehr auffallen, als diese Kirche am Corso steht, und eine Treppe von mehreren Stufen zum Portal führt. Der Ordensgeneral erklärte, daß es nur auS Vergessenheit in jenen Stunden der größten Bewegung und Aufregung, und nicht mit der geringsten Absicht geschehen sey, worauf er sogleich wieder in Freiheit gesetzt wurde. Ein Privatbrief, welchen ich letzthin aus dem Vaterlande erhalten, enthält unter Andern: auch folgende Stelle: „Wir lasen in den katholischen Blättern auS Tirol alle die Gräuelthaten, welche in Rom überhaupt, insbesondere aber an dem Klerus, den Kirchen und Klöstern verübt wurven, mit tiefem Schmerz! Wo sind nun jene vielen mißhandelten und vertriebenen Mönche und Nonnen? Werden sie wohl je wieder in ihre Klöster zurückkehren können? u. s. w." Dieselben Fragen dürfte vielleicht mancher der Leser dieser Blätter an sich selbst und Andere stellen, daher will ich sie, so weit ich'S vermag, auch in demselben Organ beantworten. Die Jesuiten, welche, wie in der Schweiz, in ganz Italien unv Oesterreich auch hier zuerst vertrieben wurden, sind die meisten nach Amerika, England und Frankreich gezogen. Manche sind als Weltpriester in Italien herum zerstreut. Mlt ihnen hat der Krieg gegen die Kirche begonnen. Nun sehen eS viele ein, welche damals vornehm over hochgelehrt lächelten, daß man so einfältig seyn konnte, der Auflösung, Vertreibung und Verfolgung dieser OrdenSmänncr eine so große Bedeutung beizulegen. AuS andern Orden wanderten viele von hier weg, und suchten in andern Ländern und Staaten bei ihren OrdenSbrüdcrn Unterkunft. Manche lebten als Welipriester, und als diese nun auch verfolgt wurden, weltlich gekleidet als Private bei Verwandten und Freunden. Mehrere wurden Opfer: Mancher unter Menchlerhand, Andere auf sonst gewaltsame Weise. Andere erlagen dem Kummer und den leiblichen Strapazen, wie Zeitungen der verschiedensten Farben genügend berichteten. Im gestrigen Oiorimlo äi Iloma ward angezeigt, daß die Dominicaner in sopra lUinerva ein feierliches Requiem für ihren grausam ermordeten Pfarrer abgehalten haben. Laicnbrüder traten in Dienste bei christlichen Familien. Nonnen drängle man auS 4 — 5 Klöstern verschiedener Orden in eines zusammen. Manche zogen das weltliche Kleid an, und suchten eine Herberge bei Verwandten und Bekannten. Manche zogen nach Neapel und nach Frankreich. Novizen wurden seit ein paar Jahren sowohl in Männer- als Fraucnordcn, wie sich unter solchen Umständen von selbst versteht, keine mehr aufgenommen. Alte, kränkelnde und gebrechliche Personen unterlagen diesen Verfolgungen, während sie in ruhigern Zeiten und ungestört in ihren Ordenshäusern vielleicht noch viele Jahre gelebt haben würden. So ist denn die Zahl der geistlichen OrdenSmitglieder um ein Bedeutendes vermindert worden. Den Nonnen sind hier in der Hauptstadt schon wieder ein paar Klöster zurückgegeben worden; in den Provinzen wird eS wahrscheinlich im Verhältnisse auch geschehen seyn. Dasselbe ist bei den Mönchen der Fall; die Zerstreuten oder in einzelne Klöster Zusammgedrängten kehren in ihr Eigenthum zurück, und theilen die Räume brüderlich mit den französischen Truppen. DaS NoviciathauS der Jesuiten, welches nach Vertreibung derselben den alten gebrechlichen, die nicht wegziehen konnten, als Asyl gelassen ward, obgleich sie während der Republik von einem Ort zum andern geschleppt wurden, ist den noch am Leben gebliebenen Gebrechlichen wieder zum Theil zurückgegeben worden; und, wie oben gesagt, wünschen die neapolitanischen und sicilianischen Bischöfe ihre Rückkunft inS Königreich Neapel. Daß aber die Zahl der Ordenspersonen beiderlei Geschlechts vermindert bleiben oder noch mehr vermindert werden wird, ist außer Zweifel; denn der Staat ist nun so verschuldet worden, daß, wenn der Papst nicht genöthigt wird Klostergüter zu verkaufen, sie doch so schwer besteuert werden, daß eS die Aufnahme von Novizen auf viele Jahre sehr erschweren oder gar unmöglich machen, und so manche Gemeinde nach und nach völlig aussterben muß. (K. Bl. a. T.) PirrSvereine. Aachen, 3. Aug. Die katholischen Vereine hier und anderwärts, welche mit Ausnahme deS Trierer PiuSvereines die Betheiligung an der Abgeordnetenwahl jedem Mitgliede freigelassen, ohne sich als Verein für daS eine oder andere auSzusprechen, haben ohne Zweifel dadurch daS Richtige getroffen, obschon sie mit der frühern thätigen Betheiligung an den Wahlen durch die Neutralität in Widerspruch geriethen. Die katholischen Vereine haben hierin dem Grundsätze, Politisches möglichst auS ihrem Bereiche auszuschließen, faktisch beigestimmt und einen Weg angedeutet, der wohl in alleweg von ihnen einzuschlagen seyn dürfte. DaS Gebiet der Wirksamkeit für die katholischen Vereine ist, auch abgesehen von der Politik, sehr ausgedehnt; und wenn sie auf diesem reinkirchlichen Gebiete (wozu allerdings auch die sogenannten socialen Fragen zu rechnen sind) mit Eifer und Opferwilligkeit in ächtkatholischem Geiste arbeiten, so werden sie gerade dadurch auch auf die politischen Zustände einen größer:: Einfluß gewinnen, als dieß anders der Fall seyn könnte. Die Pflege einer ächtkatholischcn Gesinnung und Gesittung ist daS kräftigste Schutzmittel gegen jede politische Entartung und Abirrung; dieß können katholische Vereine nicht genug im Auge behalten, um eineStheilS nicht politischen Parteiführern in die Hände zu fallen, und anderntheilS nicht der Sache der Kirche hemmend und hinderlich zu werden. Die Kirche selbst aber hat unS in ihrem Organismus ein sicheres Mittel in die Hand gegeben, um nicht von Dem abzuweichen, was sie will. ES ist der enge Anschluß an die kirchliche Hierarchie im Allgemeinen und die vertrauensvolle Verbinvung mit dem eigenen Oberhirten insbesondere. Die katholischen Vereine sollen nur DaS, waS die Bischöfe wollen und erstreben, unterstützen und fördern, so weit eS in ihren Kräften liegt, keineswegs aber in die bischöfliche Oberhirtenpflege eingreifen wollen. Die Bischöfe sind vom Herrn bestellt, die Kirche GotteS zu regieren, und waS nur auf den katholischen Namen oder besser auf daS katholische Wesen Anspruch macht, wird nimmer in daS Kirchenregiment übergreifen, noch weniger gegen dasselbe Opposition machen wollen. Man wähne nicht, daß dieß eine Beschränkung der katholischen Vereine seyn könne. Abgesehen, daß dadurch politische Fragen keineswegs ganz ausgeschlossen seyn sollen (wie ja selbst die Bischöfe oft zur Betheiligung an dei: Wahlen aufgefordert), gibt die Zeit gewiß Veranlassung in Fülle zum Wirken, und um so ausgedehntere Veranlassung, je freier die Kirche gestellt ist. Die Gründung kirchlicher Institute (versteht sich im Sinne der Diöcesan-Oberen), die Förderung katholischer Zwecke (der Missionen, der Presse, deS Cultus:c), die Mehrung und Ausbreitung katholischen Glaubens und LebenS: dieß und anderes bietet so reiche und ausgedehnte Wirkungskreise dar, daß eine Erschöpfung und Erledigung nicht so leicht eintreten kann. Und in allen diesen Puncten ist eS die Aufgabe der katholischen Vereine, den feindseligen in der Politik oder in der bürgerlichen Gesellschaft liegenden Elementen kräftig entgegen zu wirken und für unsern Episkopat eine eherne Mauer zu bilden zu Schutz und Trutz. (Kath.) Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen Verlags-Inhaber; F. C. Krem er.