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Er war der größte Schätzesammler und der ärgste Wülhrich, unter dem, wie Voltaire sagt, die Türkei ein wahrer Freistaat gegen das damalige Preußen war. Seine größte Leidenschaft waren große Soldaten, die er überall werben und rauben ließ, wo- durch er vielen Müttern Thränen auspreßte. Seine Freude waren Soldaten, und daher sandte er allen Müttern, die in seinem Lande Knaben gebaren, ein rothe- Halstuch zu, zum Zeichen, daß die Jungen all^Soldaten werden''müßten. So hieß er Friedrich und war kein Friedereich. Viele Menschen, die In seinen Staaten wegen dieses RecrutenraubeS nicht mehr bleiben konnten, zogen nach Holland, Schlesien rc. Er starb an der Wassersucht, und sah auf seinem Paradebette so entstellt und zerschlagen aus, daß alle vor Entsetzen davon liefen. Er starb 1740, also 17 Jahre nach dem ersten Drucke dieser Prophezeiung. Friedrich II. 1740 - 1786. 81. Bald knirscht der Jüngling, während die hohe Gebärerin seufzt. Der Sobn desselben, Friedrich der Große, mit einem tüchtigen Heere von 80,000 Mann und einer vom geizigen Vater gefüllten Schatzkammer, knirschte vor KriegSlust, und fiel in Schlesien ein, während Maria Theresia, die Kaiserin, im Wochenbette lag und über diese Nachricht seufzte. 82. Doch wer kann den erregten Staat wieder zur Ruhe bringen? Dieser einmal begonnene Krieg dauerte viele Jahre. Der erste schlesische Krieg 1740 — 42. Der zweite 1744 — 45 und der siebenjährige Krieg 1756 - 63. 83. Er ergreift die Fahne, doch beklagen wird er hartes Mißgeschick. Der alte Fritz ergriff zwar die KriegeSfahne, aber oft wurde er im ^ harten Mißgeschick geschlagen, und verlor die Schlachten bei Kollin, KunerSdorf, Hochkirch, DreSden. 84. klantil)U8 Kino austris, vitam vult oreäoro cluustris. Während der Südwind von hierab weht, will er sein Leben dem Kloster anvertrauen. Hierüber hat das Leben deS alten Fritz selbst Aufschluß gegeben. AIS er von den Oesterreichern sehr bedrängt und von ungarischen Husaren einst hart verfolgt wurde, flüchtete er in ein Cisterzienser-Kloster, ließ sich vom Abte in Mönchökleidung stecken, ging mit inS Chor, und wurde von den ihn suchenden Oesterreichern nicht gefunden. Unter ! den X»8tri8 ist also nicht der Südwind zu verstehen, sondern die Oesterreicher. Wer konnte an solche AuSlegung denken? Und doch , stehen diese Worte 1723 schon gedruckt! So hat sich hierdurch die Herrmann'sche Weissagung als unzweifelhaft ächt gezeigt. Friedrich Wilhelm II. 85. Ou> soguitur, provos imitatur p688imu8 avc>8. Sein Nachfolger ahmt, als der schlechteste, die schlechten Ahnen nach- 86. Xon rokur menti, non >»ii8nnt mimina gonli. Er hat keine Geisteskraft, daS Volk ist ohne Gott. Dieser Fürst war in der .That der schlechteste von allen Hohenzollern, so wie schon Friedrich der Große, sein Oheim, vorausgesagt hatte. In Liederlichkeit, Leichtgläubigkeit, Maitressenwirthschaft, in der abscheulichsten Härte im RecrunrungSwesen floß sein ganzes Leben hin. Vom Hofe auS verbreitete sich die Sittenlosigkeit durch alle Stände, und Berlin war schon damals im höchsten Grade verdorben. Durch Wollust ward seine „Geisteskraft" ganz geschwächt; der Unglaube nahm in Folge der Sittenlosigkeit so überhakid, daß Wöllner, der Minister deS KönigS, 1788, da viele protestantische Geistliche geschworen hatten, an einem Tage zu predigen, daß di?Goltheit Jesu Ehristi ein leeres Hirngespenst sey, ein sehr strenges Edict dagegen erlasse» mußte. So trug die gepriesene Reformation schon jetzt ihre Früchte: daS Volk wurde seines Glaubens an „Gott" beraubt. 87. Luju8 opoin petit, eontrr>riu8 liie 8i'ki 8tetit. Wer dessen Hilfe sucht, der steht sich selber als Feind. Oesterreich suchte Preußens Hilfe gegen Frankreich nach. Preußen ge- ! währte sie, zog mit einer Armee nach Frankreich, ließ aber die Oesterreicher ganz im Stich, so daß diese, als die Preußerk sich zurückzogen, die ganze französische Armee auf den Hals bekamen, und schwer geschlagen wurden. So hatten die Oesterreicher durch seine Hilfe nur Unglück, und hatten am sogenannten Freunve „einen Feind." Nicht besser ging es StanitlauS von Polen, der sich auch auf die preußische, fest versprochene Hilfe verließ, die nicht kam, wodurch er seine Krone verlor. Eben so wollte Friedrich Wilhelm II. dem unglücklichen Ludwig XVI. zu Hilfe eilen, und brachte durch seinen unüberlegte» Kriegszug und seine stolzen Manifeste die Franzosen so in Wuth, daß sie den armen Ludwig tödteten. Wer also Hilfe bei ihm suchte, der that sich selber Feindschaft an. 88. Lt perlt in unclw, clum mweet 8umma prokunelw. Und er kommt im Wasser um, während er Hohes mit Niederm mischt. Nachdem so sein ganzes Leben ein Gemisch von Hohem und Niederm, starb er, von Ausschweifungen geschwächt, an der Brustwassersucht, und kam so in Wasser um. Ueriro in unäw heißt: an der Wassersucht sterben. Friedrich Wilhelm III. 89. Xatv8 llorelnt, lproc! non 8pera88ot, kolwlnt; Der Sohn wird blühen; waS er nicht gehofft, wird er besitzen. Friedrich Wilhelm III., Sohn deS Vorigen, verlor in Folge der unglücklichen Schlacht bei Jena seine meisten Länder, und Preußen ward ein ganz kleiner Staat. Wer hätte damals geglaubt, daß die Worte unsers Propheten in Erfüllung gingen? Und dennoch erlangte Preußen, nach Napoleons Sturz, waS eS nie gehofft hatte, da Friedrich Wilhelm Theile von Sachsen, ja sogar vom altfranzösischen Reiche erhielt. Und hatte er vorher nur über sechs Millionen Unterthanen geherrscht, so gebot er jetzt über 13 Millionen. 90. 8eti popnIu8 1ri8t>8 llekit temporiku8 i8ti8. Aber daS traurige Volk wird in jenen Zeiten weinen; 91. Nam 8ort>8 mirao vicientur lala voniro. Denn eines wunderbaren LooseS Schicksale scheinen zu kommen. Der französische Krieg brachte viele Thränen des (über solches Unglück trauernden) Volkes hervor; nicht minder seine, durch sokratische Lehrmethode der Bayonette eingeführte gewaltsame Union der Lutherischen und Reformirten. Endlich preßten die Angriffe, die er auf die katho- lische Kirche machte, die Gefangensetzung der Erzbischöfe, und die ZwangSgesetze über die gemischten Ehen, wonach die Kinder einer katholischen Mutter lmherisch werten mußten, viele Thränen treuer Katholiken und trauriger Mütter auS. Die Unionsgeschichte, die Bedrückung der Geistlichkeit, die ungerechten, auf Vermehrung des Protestantismus berechneten Ehegesetze, und die sich daraus entwickelnden Folgen waren gewiß „wunderbare Schicksale": diese sonderbaren Er- eiguifse waren für den frommen Propheten, der so etwas nie gesehen, gar wunderbar; darum sagt er ganz ängstlich „eines wunderbaren Looses Schicksale scheinen zu kommen." 92. IHt priuoeps no8cil, guock nova potontia crosoit. Und der Fürst weiß nicht, daß eine neue Macht wächst. Durch die Union hatte sich der König die Herzen seiner protestantischen Unterthanen entfremdet und die neue Macht der Gleichgiltig- keit in Religionssachen, und deS Mißtrauens gegen die Regierung, die gegen die Gewissen Gewalt brauchte, hervorgerufen. ES stand bei Protestanten der Wunsch auf, daß ihre Kirche unabhängig von, Staate seyn möchte. Durch die Gefangensetzung deS ErzbischofeS von Köln, und jenes von Posen, durch die ungerechten Ehegesetze hat der König die etwas lau gewordenen Katholiken erweckt, und eS entstand bei ihnen die neue Macht deS Eifers für die Religion, und der Abneigung gegen Preußen, die nur die katholische Lehre deS Gehorsams gegen die Obrigkeit in offene Flamme auSzubrechen verhindert. Dann schuf er durch Begünstigung der gott- läugnenden Hegel^schen StaatSphilosophie den Unglauben, und seine feindlichste Macht, das gottlose Schreibervolk, Liter atenproleta- riat. Durch die maaßlose Gewerbefreiheii und unbeschränkte HeirathS- Erlaubniß, wodurch die Menschen sich wie Sand vermehrten, bildete sich die arme, zahlreiche, hungernde Arbeiterclasse, das Proleta- riat, welches eine neue, nie gekannte Macht i»n Staate ward. Eden so schuf er durch die allzugroße Ausdehnung und Machtvollkommenheit deö Beamtenwesens die neue Macht der Bureaukratie, die daS Land mehr regierte, als der König, und wegen vielfacher Förmlichkeiten, Grobheit und Hochnäsigkeit (mit Ausnahme der wenigen braven Beamten, die jeder kennt) den Haß des Volkes auf den König wälzte, den man für alles verantwortlich machen wollte. So entstand die Macht der Demokratie und Revolution. Diese furchtbaren „neuen Mächte" wuchsen heran, ohne daß der König eS wußte; er war, gleich allen Fürsten, wie Holzhäuser oben schon sagte, mit Blindheit geschlagen, so daß er die kommenden Uebel nicht sah, und sich zum Kampfe nicht rüstete. Gott hat ihn noch zur rechten Zeit hinweggcnommen, und er erblickte die traurigen Früchte seiner Regierungsmaaßregeln nicht mehr. Aber er hat seinem braven, edlen Sohne eine Saat hinterlassen, deren traurige Ernte dieser jetzt sehen muß. Friedrich Wilhelm IV. 93. Hinlem SLöjilra goiil, gui ullinnis stominatis mit. Endlich führt den Scepter, der der Letzte seines Stammes seyn wird. Unser König ist von Joachim III., der zur lutherischen Lehre übertrat, der Ute in der Reihe der lutherischen Fürsten. Der 1. war Johann Georg, 2. Joachim Friedrich, 3. Johann SigiSmund, '4. Georg Wilhelm, 5. Friedrich Wilhelm, der große Kurfürst, 6. Friedrich I., 7. Friedrich Wilhelm I., 8. Friedrich II., 9. Friedrich Wilhelm II., 10. Friedrich Wilhelm Illl., 11. Friedrich Wilhelm IV. Mithin stimmt NerS 49 „Der Eilfle soll der Letzte seyn" mit VerS 93 „Endlich führt den Scepter, der der Letzte seines Stammes seyn wird. Da der König keine Erben erhielt, machte dieser Umstand früher schon diese Weissagung sehr wahrscheinlich. Manche meinen, diese Worte seyen darauf zu beziehen, daß der König katholisch und Kaiser von Deutschland würde. Ob daS eine ober daS andere stattfindet, ob eS auf längere Zeit, wcnn'ö geschieht, Bestand hat, wird die Folge ausweisen. 94. Israol iickanäum 8oelu8 rnnlot, morto piauckum. JSracl wagt eine That, die mit dem Tode gesühnt werden muß. Hier ist von einem scheußlichen, todcSwürrigcn Verbrechen die Rede. Viele haben diesen VerS auf den Mordversuch deS Bürgermeisters Tschcch bezogen, den man zum Juden machen wollte. Andere beziehen ihn auf die Ermordung eines Pater Thomas in Smyrna durch die Juden; waS hat aber Pater Thomas in Smyrna mit Preußen zu thun? Andere behaupten, die That Berlins im vorigen März sey gemeint. Wieder andere legen gar andere Worte in den Text, und lesen statt „l8raol," i8 rex, tiefer König, und wollen ihn eine scheußliche That begehen lassen. Bei dem milden und frommen Sinne unseres KönigS ist an so etwas gar nicht zu denken. Andere wollen unter JSracl das Volk im Allgemeinen verstehen; dafür hatte Hermann aber ganz andere Worte. Noch andere beziehen diesen VerS auf Pius IX. und die Schandthaten des Römervolkeö. Aber was hat Pius mit Preußen zu thun! So bleibt nichts übrig, als eine nähere Erklärung von der Zukunft zu erwarten. Wörtlich übersetzt hieße der VerS: DaS Judenvolk wagt eine entsetzliche That, die mit dem Tode gesühnt werden muß. Wollte man Israel nicht wörtlich nehmen, so ließe sich der Satz also umschreiben: DaS von Gott abgefallene Volk wagt eine entsetzliche That. 95. Lt pa8tor gregem recipit, Eormania regem. Und der Hirt erhält die Heerde wieder und Deutschland einen König. Dieser Vers weist ganz deutlich darauf hin, daß Deutschland wieder ganz zu einer Kirche zurückkehrend, einig unter einem Hirten, einig unter einem Könige seyn wird. Somit stimmt denn auch diese Prophezeiung mit der von Holzhäuser über den erleuchteten Papst, und den starken Monarchen überein, die von Gott ausersehcn sind, das einige römische Reich und die Herrlichkeit der Kirche zu begründen. 96. Die Mark, ihrer alten Leiden vergessend, 97. Nährt ihre Kinder, nicht mehr freut sich der Fremdling; 98. Die alten Gemäuer von Lehnin und Chorin erheben sich wieder, 99. Und nach alter Sitte glänzt die Geistlichkeit in hohen Ehren. 100. Kein grimmiger Wolf die edle Heerde mehr bedränget. So hätten wir denn durch die geschichtlichen Thatsachen die Wahrheit dieser Prophezeiung aufs Unläugbarste nachgewiesen. Mögen nun auch noch die letzten Verse zum Heile Deutschlands und der Religion in Erfüllung gehen. Unsere protestantischen Brüder müssen dieses, wenn sie auch nur einen Funken von Vaterlandsliebe haben, mit unS wünschen. Die mütterliche Kirche, die katholische, und der gemeinschaftliche Vater, das deutsche Reich, haben schon lange sehnsuchtsvoll ihre Arme nach denen ausgestreckt, die einst Mutter und Vater verließen, und sich im kalten Norden ein eig'neS Haus bau'ten. Gott lenke ihre Herzen und ihre Schritte in seiner großen Barmherzigkeit recht bald, damit wieder ein Hirt und eine Heerde sey. Blumen au- dem Schriftgarten de- heiligen Bernardus. (Fortsetzung.) 6. Andenken an Gott. Gleichwie kein Augenblick ist, in dem der Mensch der Güte und Barmherzigkeit Gottes sich nicht bedient oder dieselbe genießt: so soll auch kein Augenblick seyn, in dem er ihn nicht in seinem Gedächtniß gegenwärtig habe. Wo du dich immer befindest, wirf deine Gedanken auf Gott, oder denke in deiner Seele an etwas Heilsames. Zu dieser Betrachtung ist ein jeder Platz geeignet. 7. Anhänglichkeit. Wenn ein reicher Mann einem armen Weibe sagen würde: „Gehe hinein zu meinem Gastmahle; lasse aber daS Kind, daS du trägst, her- außen, weil eS weint und unö lästig wird," wird sie eS thun? Wird sie nicht lieber Hunger leiden, als allein mit dem Reichen speisen, während daS theure Pfand ausgeschlossen wäre? So wollte auch MoseS nicht eingeführt werden in die Freude seines Herrn„ wenn sein Volk ausgeschlossen bliebe, dem er mit Mutterzärtlichkeit anhing, obwohl eS unruhig und undankbar dafür war. Die eigene Pein hielt er für erträglicher, als die LoStrennung von seinem Volke. 8. Ankunft Christi. Damit du dem Herrn bei seiner Ankunft entgegen kommest, brauchst du, o Mensch, keine Meere zu durchschiffen, keine Wolken zu durchdringen, keine Alpen zu übersteigen. Nicht einen langen Weg brauchst du zu machen, sondern nur bis zu dir selbst ihm entgegen zu gehen; denn sein Wort ist !auf deiner Zunge und in deinem Herzen. Komme ihm nur entgegen in Reumuth des Herzens, im Bekenntniß des Mundes, damit du wenigstens aus der Mistgrube deines Sündenelendes kommest; denn eö wäre unwürdig für den Urheber der Reinigkeit, dort einzugehen. ^ Der Arzt kommt zu den Kranken, der Erlöser zu den Verkauften, der Weg zu den Irrenden, daö Leben zu den Todten. 155 9. A n m a s s u n g. Wenn du durch eine Thüre gehst, dessen obere Schwelle niedrig ist, so schadet cS nicht, wenn du dich auch noch so sehr bückest; aber schädlich ist eS, wenn du dich auch nur um einen Zwcrgfinger breit mehr strecktest, als eS daS Maaß der Thürschwelle gestattet, so, daß du dich anstoßest und deinen Kopf verletzest. Auf gleiche Weise ist auch für die Seele keine Demüthigung zu fürchten, wohl eine jede, auch die geringste Erhebung. Vergleiche dich daher, o Mensch, nicht mit Großem, nicht mit Geringern, nicht mit Einigen, nicht mit einem Einzigen! Gleichwie der Stolz die Mutter der Anmassung ist, so kommt auch die wahre Sanftmut!) nur aus der wahren Demuth. 10. Anschauung Gottes. Du hast die Sonne, die du täglich siehst, noch nie gesehen, wie sie ist, sondern nur, wie sie leuchtet, z. B. in der Luft, auf den Berg, an die Wand. Und auch daS könntest du nicht, wenn du nicht daS Auge hättest, welches durch seine natürliche Klarheit und Durchsichtigkeit dem himmlischen Lichte ähnlich ist. Wenn aber das Auge getrübt ist, wird cS sich hart dem Lichte nahen wegen einer Unähnlichkeit mit demselben. So kann auch nur der die Sonne der Gerechtigkeit schauen, den dieselbe erleuchtet, da er einige Aehnlichkeit mit ihr hat. Niemals aber wird er sie ganz schauen, wie sie ist, weil er ihr nicht vollkommen ähnlich ist. men, sind unS gewisse Zeichen und offenbare Hindcutungen gegeben, die in dem, der sie hat, bewirken, daß er nicht verzweifle an seinem Heile. Zu diesem gehört besonders daS Wort deS Herrn: „Wer ouö Gott ist, der höret Gottes Wort." 17. Barmherzigkeit Gottes. Wo die Menschwerdung GottcS bekannt ist, kann auch seine Barmherzigkeit nicht verborgen bleiben. Denn worin konnte er mehr seine Güte zeigen, als in der Annakme meines Fleisches? Meines, sage ich, nicht deS Adams, LaS er vor der Sünde hatte. WaS zeigt so sehr seine Barmherzigkeit, als daß er selbst unser Elend annahm? WaS ist wie diese Liebe so neu, als daß Gottes Wort lag auf dem Heu? WaS ist der Mensch, daß du seiner gedenkest? Hier merke der Mensch auf, wie groß Gottes Sorge um ihn sey; hieraus lerne er, was er von ihm denken und empfinden soll. Frage nicht, o Mensch, waö du leidest, sondern was Er gelitte». Je weniger er auS sich Lurch die Menschwerdung gemacht hat, desto größer zeigte sich deine Güte. Ouiwto pro mo vilior, tunto uülli clmrior! Je. geringer Du für mich, Desto lieber hab' ich Dich! 11. A n s e h e n. Je verehrnngswürdiger das Ansehen eines Lehrers ist, desto mehr fürchtet man seine Beleidigung, und desto verwerflicher ist die Uebertre- tung seines Gesetzes. So ist eS auch besser, Gott zu gehorchen als den Menschen: und unter diesen mehr den Lehrern, als den Schülern. Weiter ist eö besser, unsern Lehrern zu gehorchen, als fremden. Wem aber leichter zu gehorchen ist, dem fällt auch der Ungehorsam um so schwerer. 12. Arbeit. Wer Arbeit und Nutzen aussäet, wird Ehre und Ruhe einernten. ES ist eine verkehrte Ordnung, vor dem Verdienste den Lohn fordern, vor der Arbeit Speise genießen, da der Apostel sagt: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen." Je schwerer die Arbeit ist, desto reichlicher wird der Lohn seyn. 13. Armut h. Das Eigenthum der Armen nicht den Armen geben, wird einem Sacrilegium gleich geachtet. Das Erbgut der Armen sind die Reichthümer der Kirchen, und mit sacrilegischer Grausamkeit wird den Armen entzogen, WaS die Diener und Verwalter deS Herrn, die aber nicht die Herren selbst sind, über den Bedarf der Nahrung und Kleidung nebmen. Denn Gott hat nicht angeordnet, daß diejenigen, welche dem Evangelium dienen, vom Evangelium sich vergnügen und prächtig kleiden, sondern daß sie davon leben: damit sie nämlich zufrieden seyen mit der Nahrung und Bedeckung des Leibes, nicht aber nach Gaumenlust und Zündstoff der Wollust und nach Eitelkeit trachten. 14. A r z t. Nicht immer heilt der Arzt mit Salbe allein, sondern auch mit Feuer und Eisen, womit er herausbrennt und schneidet Alles, was die Heilung durch Salbe verhindern könnte. So besorgt auch der himmlische Arzt, nämlich Gott, für eine solche Seele Versuchungen, er schickt ihr Leiden, um sie zu demüthigen, und ihre muthwillige Freude in heilsame Trauer zu verwandeln. 15. Auferstehung Christi. Am Holze des Kreuzes erlöste Christus am Freitage den Menschen. Am Samstag hielt er Sabbathruhe im Grabe. Am Sonntag erschien er als der Ucberwinder dcö Todes und als neuer Mensch. Tragen wir unser Kreuz und halten wir daran aus wie JesuS, dann werden wir sanft im Grabe ruhen, und am dritten Tage wird uns JesuS erwecken und unsern Leib seinem verklärten Leibe ähnlich machen. 16. A u s e r w ä h l u n g. Wer kann sagen: „Ich bin einer von den AuSerwählten? ich bin einer von den zum Leben Vorherbestimmten? ich bin auö der Zahl der Söhne?" ES ruft ihm ja die heilige Schrift entgegen: „Der Mensch weiß nicht, ob er der Liebe oder deS Hasses würdig sey." Eine Gewißheit haben wir allerdings nicht, aber eS tröstet unö daS Vertrauen der Hoffnung; damit wir durch die Angst dieses Zweifels nicht völlig umkom- Volksversammlung zu Mayhingen im RieS. Augsburg, im Scpt. Die Sonntag den 16. d. M. in Mayhingen gehaltene VollSversammlung gehört zu den erfreulichsten und bedculsamsten, welche bis jetzt von dem Piusvereine in der Diöcese Augsburg veranstaltet worden. Denn sie lieferte den Beweis, da>z auch im RieS — trotz allen Umtrieben der Nördlinger Wühlerpartei, trotz ihrem Schmierblatt, trotz ihren Wirthshaus- und Marktschreiereien an Schrannenlagen — der Geist deS katholischen Landvolkes im Allgemeinen ein guter geblieben ist, daß in demselben der Sinn für die Ordnung, für die gesetzmäßige Freiheit und den vernünftigen Fortschritt, insbesondere aber die Liebe zu seiner heiligen Kirche noch immer vorherrscht. Wäre dieß nicht der Fall, so würde der W allerstein - Fremdinger PiuSvercin schwerlich einen so schönen Aufschwung genommen, schwerlich eine so zahlreiche und ansehnliche Volksversammlung zu Stande gebracht haben. Wie viel der Piusverein zur Belebung dieses guten Geistes beigetragen, wollen wir nicht entscheide»; aber das glauben wir behaupten zu dürfen, daß, wie der PiuSvercin überhaupt, so insbesondere die von demselben veranstaltete Volksversammlung einen entschieden guten Einfluß geübt habe. Antheil an letzterer nahmen die Gemeinden Wallerstein, Frein dingen, Mayhingen, Marktoffingen und andere benachbarte, und zwar nicht nur auö Bayern, sondern auch auS dem angränzenden Württemberg, im Ganzen etwa achtzehn, wie wir auS der gleichen Anzahl von anwesenden Geistlichen schließen zu dürfen glaubten. Die Gesammt- zahl aller Theilnehmer belief sich auf ungefähr drei Tausend. Zum Versammlnngsplatze war ganz zweckmäßig der weit ausgedehnte GraSgar- ten deö ehemaligen MinoriienklosterS Mayhingen gewählt. In diesem feierlich stillen, im Hintergrund von grünen Hügeln bcgränztcn Raume schaarte sich daS Volk um eine einfache Rednerbühne, von welcher auS fünf Redner, zwei Geistliche und drei Laien, drei volle Stunden lang (3 — 6 Uhr) die mit gespannter Aufmerksamkeit und bereitwilliger Theilnahme zuhörende Versammlung über die große und heilige Sache deS PiusvcreineS zu belehren und für dieselbe zu begeistern suchten. Den Anfang machte der unermüdlich thätige Vorstand deS Wallcrsteincr Vereines, der hochw. Hr. Pfarrer I. M. Schlund, ein mit geistigen und natürlichen Mitteln trefflich ausgestalteter Redner. Mit großen Zügen schilderte derselbe die gegenwärtige Lage der Dinge, um zu zeigen, waS alle jene zu thun hätten, die eS gut und redlich meinten mit der Menschheit, mit sich selber. Einmüthigcs Zusammenhalten, Zusammenwirken in treuer Hingebung für Gott, König und Vaterland, für Glaube, Sitte, Gesetz und Ordnung, — daS müsse die Loosung seyn. Mit schneidender Schärfe widerlegte er nebenbei die Vorurtheile, welche gegen den PiuSvercin gehegt werden. Der zweite Redner war — man staune — ein Beamter, der fürstlich wallersteinische Bauinspector Hr. Broschek, ein kräftiger, stattlicher Mann, dessen liebenswürdige Persönlichkeit durch tiefe Religiosität und katholische Begeisterung alle empfänglichen Herzen wohlthuend anspricht. Derselbe wies in sehr gründlicher, gutausgearbeiteter Rede nach, daß Klerus und Volk Hand in Hand mit einander gehen und mit geeinter Macht dem Schlechten entgegenwirken und daS Rechte erstreben müssen. Insbesondere beleuchtete er auch die Anschuldigungen, welche von der BoS- lÄLLtÄÄL 156 > ! ' uv I.' i. hcit der Welt gegen die Geistlichen gewöhnlich vorgebracht werden, und würdigte dieselben ganz nach Gebühr. Nach diesem musterhaften Beamten, dem wir recht viele geistesverwandte StandeSgenosscn wünschen möchten, bestieg Hr. Fabricant C. A. von Brentano aus Augsburg die Bühne. Ein phantastereicher, enthusiastischer Redner, wie er ist, wußte er durch seinen feurigen Vorlrag über die Hauptpuncte deS PiusvereineS auch die Zuhörer, welche von den zwei früheren Rednern in ruhiger Klarheit vor- ncmlich belehrt worden waren, zu entflammen. Seine Toaste auf PiuS IX. und Mar H. fanden vollen Anklang und donnernden Widerhall. Stürmischer Beifall lohnte die fast übermäßige Anstrengung seiner Redekraft. Mit etwas weniger Feuer, aber mit gleichem Ernste und gleicher Eindringlichkeit sprach der hochw. Hr. Pfarrer I. Rathgeber von May. hingen über denselben Gegenstand, wie sein Vorgänger, aber in ganz eigenthümlicher, vervollständigender Weise. Auf diesen tüchtigen Redner folgte noch Hr. Dr. P. Wlltmann. Bürger von Augsburg, mit einem Vertrag über die drei Säße des Sprüchleins: „Jst'S wie es ist, sey'S, wie cS sey! — Besser ist'S nicht: — Gott steh' uns bei!" Diese benutzte er, um zu zeigen, daß der PiuSvcrein die Bewegung deS Jahres 1848 keineswegs schlechthin verdamme, vielmehr, so weit sie gut, d. h. so weit sie Schlechtes weggefegt und so weil sie Entfesselung der vorher gebundenen guten Kräfte, Rechte und Freiheiten mit sich gebracht und noch bringen könne, dankbar und freudig anerkenne; ob er gleich nicht verkenne, daß diese Bewegung ihren sündfluthlichen Charakter nur aus der höllischen Quelle der bösen Leidenschaften und schweren Verschuldungen in den hohen und niedern Kreisen geschöpft, und daß sie nur durch den himmlischen Einfluß deS Urquells alles Guten zum Guten habe gewendet werden können. Wenn aber der PiuSverein mit der Bewegung, so weit sie gut, in dem Grade zufrieden sey, daß er getrosten Muthes ausrufen könne: „Sey'S wie eS sey" —: so müsse er dennoch einsehen und gestehen: „Besser ist'S nicht." DaS komme daher, daß die Bauleute bis jetzt so ziemlich ohne Gott gebaut und demgemäß wenig Besseres zu Stande gebracht hätten, als Narrenthürme und Kartenhäuser, deren Einsturz jammervoll und lächerlich zugleich. ES sey also im höchsten Grade nothwendig, daS: „Gott steh' unS bei" — einmal recht ernstlich zu nehmen; und zwar müsse daS von Seiten deS Volkes geschehen, nachdem seine Weisen und Großen so vielfältig als Thoren sich erwiesen. Aber dieses große Wort: „Gott steh' uns bei" — fordere, daß auch das Volk zu Gott und seiner Kirche stehe mit all seinem Sinnen und Trachten; denn nur den Lebendigen stehe Gott bei, nicht den regungslosen Klötzen. DaS Volk müsse einmal bauen: mit Gott, aber auch mit entschiedener Thatkraft, mit Einmüthigkeit, mit Ausdauer, von Innen heraus, von der Familie, der Gemeinde aus, müsse alle seine Rechte und Freiheiten mit Gewissenhaftigkeit und heiliger Eifersucht gebrauchen, eine rüstige Bruderschaft von „freien Maurern" bilden, wie sie in aller Zeit sich gebildet, wenn eS galt, einen jener bewunderungswürdigen Dome zu erbauen. Dann werde, wenn auch, langsam, so doch allmälig ein neues, herrliches, dauerhaftes Gebäude sich. erheben: mit dem unvergleichlich schönen, alle Gutgewillten einladenden, ja gleichsam bezaubernden, lebendigen Dome der Kirche — der Tempel deS wahren VolkSstaateS, der Tempel der wahren Wohlfahrt deS Volkes. Diese Gedanken führte der Redner in einfacher, volkSthümlicher Art aus, den Ernst mit Heiterem mischend, und die Gemüther des Landvolks mit gemüthlichen Worten anregend. Um in diesen den feierlichen Eindruck, den sämmtliche Reden hervorbrachten, gleichsam zu concentnren, schloß derselbe mit den in der Gögginger Versammlung vorgetragenen Versen. Der laute Beifall und die wiederholten Lebehochrufe, welche von Seiten des Volkes nach dem Schlüsse der letzten Rede erfolgten, bewiesen deutlich, daß sämmtliche Redner die Herzen deS Volkes getroffen und mit dem Gefühle der Befriedigung erfüllt hatten. Die schöne Haltung, welche dasselbe während der ganzen Versammlung gezeigt, verdiente aber auch die vollste Anerkennung von Seiten der Leiter der Versammlung und von Seite der Redner, wie sie einer derselben mit einem freudigen Hoch auf den guten Geist, die Treue und Ausdauer des katholischen Landvolkes auSsprach. Nachdem dieses Hoch mit andern donnernd erwidert war, verlief sich daö Volk in größter Ruhe. AIS wir AugSburger nach kurzem Verweilen in der reichhaltigen Mayhinger Bibliothek und im Kreise unsrer Freunde am Abende nach Wallcrstein, den andern Morgen in die Heimath zurückfuhren, brachten wir nicht nur eine sehr angenehme Erinnerung mit, sondern die neubelebte Ueberzeugung, daß, wo immer die Geistlichen einmüthig dsr Mahnung PiuS IX. an den Klerus von Neapel folgen wollen: „Seyd die Führer des Volkes" — nicht nur der PiuSverein begründet, sondern sein großer Zweck — die Verwirklichung des Reiches Gottes und eben- damit die Wohlfahrt deS Volkes — unter Gottes gnädigem Beistand mit Macht gefördert werden könne. Aber „Virilius unitis" — muß der Wahlspruch seyn! Volksversammlung in Deußmauer. 4 AuS dem Nordgau, 23. Sept. Dort um Deußmauer schwebt heute ein rosiger Schimmer, schön, wie ihn noch selten ein Tag gesehen haben wird. Der starre Winter der Knechtschaft mit seinem kalten Schauer ! scheint Vorüber und eine heitere Sonne lächelt aus unbewölkiem Himmel ! und sendet ihre wärmenden Strahlen nieder, und von tausend und tausend ! Kehlen ergießt sich ein Lied, ein Jubel, als sey der Tod der Freiheit vom ! Leben verschlungen, als feierte die Freiheit, diese edle Tochter ihren Auserstehungsmorgen. Sie werden wissen, daß verwichenen Sonntag der Zweigverein für constitutionelle Monarchie und religiöse Freiheit in Deußmauer eine Volksversammlung hielt. Von nah und fern drängten sich alle Gutgesinnten herbei. Die Zweigvereine von ParSberg und Hohenburg kamen auf festlich geschmückten Wagen. Pfarrer Graf von Günching, dieser für alles Gute und Edle hochbegeisterte Mann, stellte seine Schuljugend, welche durch den melodischen Strom ihrer Jubellöne das Ohr ergötzte. Endlich erschienen die Festredner, die wie im Triumphzuge zur Tribüne begleitet wurden. Der VereinSvorstand uud praktische Arzt in Velburg Hr. Dr. Ring eröffnete die Versammlung, indem er in kurzen aber herzlichen Worten die Zuhörer bewillkommte und Sr. Majestät ein dreimaliges, donnerndes Hoch brächte. Nun bestieg Tischlermeister Kohl Haupt von RegenSburg die Tribüne. In festen, ernsten und entschiedenen Worten sagte er, wie wenig des Guten unS der Umschwung der Dinge gebracht hat, des Schlimmen aber sehr Vieles. Er ermunterte zur Ruhe und Ordnung, denn nur auf diesem Wege könne daS angestrebte Ziel erreicht werden. Niederreißen sey wohl leichter als Aufbauen. Hr. v. Sauer, Redacteur des Volksblattes, sprach im gemüthlichen, volksthümlichen Tone über die verschiedenen Vereine, und gab die Merkmale an, wodurch sich die guten von den schlechten unterscheiden. Eberhard, der letzte Redner, setzte der Sache die Krone auf. WaS soll ich sagen von diesem Wächter in JSrael, diesem gewaltigen Eiferer für die gute Sache! Mir war es, als hörte ich vom Rednerstuhle eine Posaune, welche wie ein gewaltigerAonner die Herzen erschüttert. Doch wie wäre eS möglich den ganzen Kranz der Vorzüge dieses Redners zu schildern! Zuerst sprach er von Politik. Mit hinreißender Beredsamkeit zeigte er, wie es eine Schmach für Deutschland, und insbesondere für Bayern sey, die Republik auf dem Leichenfelve von Millionen zu bauen; zeigte wie ein größeres Volk nur von einem Könige regiert werden könne, der mit eisernem Scepter das Laster niederhalte, dem alles mit sich reißenden Strome der Leidenschaften einen mächtigen Damm entgegensetze; wie unser Volk noch zu edel sey, als daß eS sich zum Taglöhnervolke stempeln lasse, wie Frankreich, durch Einführung der Republik; wie Bayern seinen Ruhm darein setze, von einer majestätischen Majestät regiert zu werden. Sodann warf er sich auf das religiöse Gebiet, sprach besonders von Kirchenfreiheit, als der Retterin aus dem gähnenden Abgrunde deS Verderbens, als dem kostbarsten Gute, welches unser edler König Mar unS - gewiß nicht vorenthalten werde. Auch er schloß mit einem donnernden Hoch auf unsern geliebten LandeSvater Mar. Herr Pfarrer Graf sprach noch seinen Dank auS für die große Theilnahme an diesem Feste und forderte die versammelte Menge auf, die Worte wohl im Herzen zu bewahren. Und so endete das Ganze mit einem nochmaligen Hoch auf König Mar und unsern heiligen Vater PiuS. So wäre denn Alles ruhig verlaufen. Aber daS Schreibervolk von einem benachbarten Landgerichte war auch zugegen, freilich nur wie Pharisäer, nicht um die Wahrheit zu hören und zu prüfen, sondern nur um etwas zu einer Anklage zu finden. Wer hat dir gerathen, in unser Eigenthum zu gehen? Warum jenes Toben und Wüthen, jenes Schimpfen und Lästern? Die Wahrheit könnet ihr nicht hören, darum wollt ihr euer» Geifer ausspritzen. Doch Dank dem Herrn, daß die gute Sache nicht zu Schanden wurde. Brüder haltet zusammen! ES thut noth! Brüder haltet zusammen! Seht wie sie einig sind, sie die Wenigen, wenn eS gilt, unS zu verderben. Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen. Verlags-Inhaber: F. C. Kremer.