Vierteljähriger Abon- nementspreis im Be- reiLe von ganz Bayern nur 20 kr., ohne irgend einen weiteren Post-Ausschlag. Auch von Nicht Abonnenten der Postzeitung werden Bestellungen angenommen. Sonntags -Deiblatt zur Augsburger Postzeitung. Auch durch den Buchhandel können d!-se Blätter bezogen werden. Der Preis beträgt, wie bei dem Bezug durch^die Post, jährlich 1 st. !20 kr. Hlcuntcr Jahrgang ^ «S. s December L ten. Allerdings sind nun für diese zahlreiche», zerstreuten, katholischen Christen Missionen errichtet. Allein selbst diejenigen, die in dem Um- ! fange solcher Anstalten wohnen, sind nicht im Stande, ihre Kinder in die oft 10 Stunden weit entfernte katholische Schule zu schicken; die Uebrigen hingegen, welche außerhalb des Kreises dieser dürftigen Missionen sich befinden, entbehren nicht bloß für ihre Kinder, sondern auch für sich selbst jeder kirchlichen Hilfe. Zahlreiche katholische Kinder werden demnach in ihrem zartesten Alter in protestantische Schulen geschickt, wo sie ganz oder theilweise dem Protestantismus verfallen. „Ich kenne Missionen," schreibt ein Priester den historisch-politischen Blättern, „in deren auswärtigem Bezirke fünfzig, sechzig solche schulpflichtige Kinder, von katholischen Vä- tern erzeugt, umherlaufen ohne den Segen der Kirche; und unzerstörlich bleibt im katholischen Gemüth das Bewußtseyn dieses Segens, wenn auch nur ein Funke des Glaubens zurückgeblieben! Auch eine noch so lange Vereinzelung und Vereinsamung hat nicht alles Glaubensleben zu Grabe getragen! Es ist mancher Vater, auch manche Wittwe, sie nahen flehend dem Hirten: „„Helfen Sie, daß meinen Kindern daS beste Erbtheil werde, daß ich selig, ruhig sterben kann!"" Wie sehr daS thatsächliche Anschauen der protestantischen Leerheit und Zerrissenheit zum verstärkten Hervortreten eines solchen Wunsches beitrage, möge hiemit nur angedeutet seyn! „Je weiter nach Norden, desto apostolischer!" Bei solcher Gewißheit, daß hier der Same in ein gutes Erdreich fällt: welcher katholische Christ, der nur noch eine Spur von Liebe zn seinem Glauben und der Menschheit bewahrt hat, wird nicht Theilnahme für seine Brüder in Norddeutschland empfinden, und mit einem edlen Gefühle ausrufen: Es muß geholfen werden! Wessen Aufgabe ist es aber zunächst, dem Hilferuf zu antworten? Wäre dieß nicht die Aufgabe der bereits überall bestehenden katholischen Vereine im gesammten deutschen Bundesgebiet? Vor beinahe zwei Jahrhunderten war es Ferdinand Für- istenberg, Bischof von Paderborn, welcher daselbst jenen reichen herrlichen Fond hinterlegte, durch den noch jetzt die norddeutschen Missionen und Missionäre bestehen. WaS heut zu Tage aber die Reichen nicht mehr thun, daS vermag die Kraft Vieler, das vermögen Vereine, und zwar die katholischen Vereine Oesterreichs und Deutschlands! Die Vereine hätten vor Allem dafür zu sorgen, daß für einen bestimmten Bezirk in Norddeutschland an dem geeigneten Missionsorte „Missionshäuser" eingerichtet würden. Ohne diese Anstalten, wodurch die Kinder dem katholischen Glauben erhalten werden, können die gegenwärtigen Missionen ihren Zweck nicht erfüllen. Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen. Verlags-Inhaber r F. C. Kremer.