Vierzehnter Jahrgang. Sonntags-Beiblatt zur Augsburger PsstMtung. 12. März KK 1854, Dieses Blatt erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der halbjährige Abonuementsprn« 1l wenn wir dann noch den gefährlichsten Feind im eigenen Innern tragen, in der gefallenen Ae>amönatnr; — gewiß haben wir da Ursache, zwar nicht zu verzagen, — der Christ verliert Muth und Vertrauen nicht, seine Hoffnung ist auf den Herrn gebaut, — aber Ursache haben wir und die allerwicht-gste Ursache, in der Demuth zu wandeln, uns selbst in heilige Zucht zu nehmen und alle Tage zum Herrn zu rufen, er möge uns und allen Menschen gnädig und barmherzig seyn. In noch hellerem Lichte wird diese Wahiheit sich unS zeigen, wenn wir die Zukunft ins Auge fassen. Der Weg des Menschen geht zur Ewigkeit, dort sollen wir Gott schauen, in ihm und mil ihm leben, und aus den Tiefen des göttlichen Wesens die Fälle des ewigen Lebens trinken. Daß wir aber glücklich dorthin gelangen, eö hängt dieß von zwei Willen ab, vom Willen Gottes und unserm Willen; nur daß der letzte dem ersten sich fugen muß. Gott will nun, daß alle Menschen selig werven, er gibt darum allen rie ausreichende Gnade; von Eette GvtteS also ist unser Seelenheil sicher gestellt. Der Herr aber will unS selig machen nicht ohne unS; er gibt, wessen wir zum Heile bedürfen, wir aber müssen aus freier, thätiger Selbstbestimmung mitwirken mil der Gnade; Feuer und Wasser, Leben und Tod ist uns vorgelegt und dann unS anheim gegeben, nach dem Einen oder dem Andern die Hand auszustrecken. Während also voll des Vertrauens und der Kcillgen Freude unser Auge sich zum Herrn erhebt, dem Gölte unseres Heiles, muß der Blick sich in tiefster Demuth senken und ein heiliger Schrecken unser Herz erfüllen, wenn wir auf unsere Schwäche schauen. Und was sollten wir auch von dieser nicht Alles fürchten? Sind ja doch alle Menschen zum Himmel berufen; sehen wir denn auch, daß alle dem Ruse folgen? Werden wir aber lreuer befunren werden? Ist nicht Christus für Alle gestorben und finden wir nicht dennoch, daß Viele des Herrn vergessen? Werden wir aber dankbarer die Gnade gebrauchen? „Breit ist die Straße, und groß ist das Thor, daö zum Verderben führt, und Viele sind, die da wandeln?" Sind nicht auch wir bisher uutcr den Vielen gewandelt? „Schmal ist der Weg und eng die Pforte, die zum Leben führt, und Wenige sind, die da wandeln?" Wird der Herr uns einst unter die Wenigen zählen? Noch wissen wir nicht, welches Urlheil die Gerichte des Herrn uns einst verkünden werden; still, schweigsam und unergriinolich steht dieses Geheimniß hinter dem Vorhange der Ewigkeit; aber gerade dieses liefe, geheimnißvolle Schweigen muß desto lauter und eindringlicher uns zum Herzen sprechen — von Demulh, Zerknirschung, Buße und Belehrung. Bist du nun, geliebter Christ! so glücklich gewesen, die Taufgnade zu bewahren, so wache und bele, auf daß du nicht in Versuchung fallest. Denn der Versucher ruht und rastet nicht, die Sünde steht vor der Thüre; und schon lag manche Unschuld in der Wiege — lächelnd und liebenswürdig; aber die Unschuld ist gefallen und die unglückliche Seele muß min die Peinen des Feuers leiden. — Fühlst du, mein Christ! dein Gewissen von schwerer Schuld belastet, dann säume nicht, noch heute, in dieser Stunde schon dich zu Gott zu wenden, wenn nicht jeder Glockenschlag dir neue Seelengefahr verkünden soll. Der Tod kömmt — zu welcher Stunde — ist unbekannt; — wehe! wenn das Gericht des Herrn dich unbereitet finden sollte! — Hast du aber für deine Vergehnugen aufrichtig Buße gethan und glaubst du also, mit dem vollen Vertrauen dich trösten zu dürfen, daß der Allbarmherzige dir vergeben hat, dann — wohl dir, glückliche Seele! wenn du in Demuth die Gnade zu bewahren dich bemühst. Käme aber je die traurige Stunde, wo du, eingewiegt in falschen Frieden, dein Herz der Täuschung öffnen könntest, als habest du fortan für dein Seeleuheil weitere Gefahren nicht mehr zu besorgen, gerade dann hättest du- von Neuem und ganz besonders zu fürchten, weil du dann der Mahnung des Apostels vergessen hättest, in Furcht und Zittern das Heil zu wirken. Wenn du also stehst, so sehe zu, daß du nicht wieder fällst; denn auch ergraute Büßer sind wieder gefallen. Lege daS Gewand der Buße an, um es nie wieder abzulegen, bis es deiner Leiche mit in das Grab gegeben wird. 85 So also predigt Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft die heilige Furcht deS Herrn; so fordert Erde und Himmel, Zeit und Ewigkeit uns auf, den Weg zu Gott in der Buße zu suchen. Leider! daß es Augen gibt, die nicht sehen, Ohren, die nicht hören, Herzen, die nickt verstehen wollen. Nun kommt, geliebteste Diöcesauen! mit eben dieser Predigt der Buße die Kirche Gottes unS entgegen, besonders in der herannahenden heiligen Zeit, in welcher der Heiland uns seine Wunden zeigt und die Geheimnisse seines Leivens und Sterbens uns zu betrachten gibt und in welcher wir nach dem Willen der Kirche durch Abbruch und Fasten, durch vermehrte Uebung im Gebete und in Werken christlicher Nächstenliebe und insbesondere durch wahre Buße und ernstliche Rückkehr zu Gott uns auf den Tisch des Herrn zum heiligen Osterfeste würdig bereiten sollen. Möge, was die heilige Kirche in mütterlicher Liebe fordert, in unS die Erwiederung deS willigsten Gehorsams und der kindlichsten Liebe finden; möge der Ernst der heiligen Fastenzeit tief in unsere Seelen dringen, auf daß wir, der Sünde in Wahrheit erstorben und auferstanden zu einem neuen Leben, am heiligen Osterfeste das Mahl der Liebe würdig feiern, Den empfangend verhüllt in BrodSgcstalt, den wir dort oben von Angesicht schauen. Um dieses zum Herrn in Demuth flehend, breiten Wir Unsere Hände über euch auS und ertheilen euch den bischöflichen Segen. Gegeben Würzburg am 10. Februar 1854. f Georg Anton, Bischof. , -' Das Armenwesen vom katholischen Etanbvuncte betrachtet. (Fortsetzung.) III Mittel gegen die Verarmung und Noth. Die Mittel, die man einschlägt, um der Noth zu steuern, sondern sich in zwei Classen, in solche, welche trotz alles Bemühens nur daS Unheil noch vermehren, und in solche, welche, obwohl die Heilung in sich tragend, bisher gar nicht oder vereinzelt aufirateu. Jene sind wieder doppelter Art, entweder schon ausgeübte oder nur angestrebte Methoden zur Abhilfe. Wir wollen sie einzeln darstellen. Wichtig ist's, den Stand der Armuth zu ermitteln. So gutgemeint auch eine Verordnung über Anmeldung, Vorrufung und collegialische Prüfung zu diesem Behufe anfänglich seyn mochte, so wird sie doch zu sehr von der Erfahrung widerlegt, als daß man dieses nicht öffentlich auSsprechen sollte. Ein Armer, der erst auf diesem Wege ermittelt seyn will, muß cmweder unverschämt oder zu verschämt werden, und eine Procedur der Art wäre dem Verfahren des Arztes nicht unähnlich, der hübsch daheim, im gemächlichen Zimmerlein seine Euren macht. Es ist von selbst klar, daß das Individuum, losgerissen von seinen Verhältnissen, die ins Auge fallen müssen, oft lügenhaften Aussagen oder, greller Uebertreibung hingegeben, von den günstigen oder ungünstigen Einflüssen deS Augenblickes abhängig, unmöglich einen richtigen Census bestehen kann. Alle Erinnerungen an die Amtsstube müssen weichen, wo man es mit der nackten Wirklichkeit zu thun hat. Es ist ferner gewöhnlich, auS dem vorhandenen Armenfonde oder durch Umlage die Unterstützungen zu leisten. „Es ist gefährlich, den Leu zu wecken", die großen Städte haben es bitter bereut, jede nur etwas weiter verzweigte Armenpflege fühlt es tief. Sobald der Conscribirte von einem Fonde, von wöchentlicher, monatlicher, jährlicher Unterstützung hört, sobald ihm bedeutet, „er sey aufgenommen," dann ist die Wurzel deS Proletariers in ihn gelegt; er ist bepfründet, hat sein Recht, hat gute Aussichten, waö braucht er mehr? Die Gemeinde muß ihn ja ernähren, im Weigerungsfalle kann er ihren Vorgesetzten zu Leibe rücken, sie der 86 Ungerechtigkeit bezüchtigen, verklagen! Er weiß sich durch Kunst und Verstellung Zeugnisse zu erwerben, damit wird er frech. Jetzt ist er jener Unhold, der die sogenannten Slrmen-Sitzungen nicht selten mit Insulten bestürmr, der in den Gerichten mit seinen Papieren eine nicht unbedeutende Rolle spielt; jetzt ist er jener Vollblut- Proletcm'er, der mit unterdrücktem Grimm auf eine günstige Gelegenheit lauert, seinen Rachedurst zu kühlen, und sey es selbst im Blnte der Revolution. Endlich kommt der Betheiligte, holt in bestimmten Raten sein jährliches Aver- sum, kümmert sich um den Geber nicht mehr, als um den nächsten besten Gerichtsdiener, und gehl wie er gekommen. So muß auch die letzte Reminiscenz eines Almosens fallen, und der Empfänger in seinem Rechte die Bestätigung erhalten. Ueber dieses Alles, wer sind die Vertheiler der Pfründe? Etwa Diaconen, wie zur Zeit der ersten Christen, oder der Seelsorger als solcher in Verbindung einiger Männer von Frömmigkeit und Erfahrung, oder ein besonderer Verein christlicher Liebe? Es ist ein Staatsorgan, in dem auch jede Zurückführung auf religiösen Stanbpuuct unmöglich geworden; ein Staatsorgan, dessen Vorstand, ohne eigene Besugniß, allen Nüancirungen der Controle ausgesetzt ist, ein Staatsorgan, daS beim besten Willen nimmermehr seiner hohen Aufgabe nachkommen kann. .Dazu ist ihm in der Conscquenz ein unfehlbar wirkendes Mittel entrissen, daS in vielen Fällen die einzige Zuflucht ist, die Hunger-Cur; eS ist sein Wirken, und wenn auch standhaft das Gegentheil behauptet werden wird, bloß negativ. Nach dieser Behandlung des ArmenwesenS erscheinen abändernde Vorschläge und suchen, obwohl sie aller Wissenschaftlichkeit und Haltbarkeit entbehren, als Engel der Rettung sich hinzustellen. So erblicken die Einen das Heil allein in der Arbeit und stoßen auch zitternde Greise und Mütterlein zu derselben fort; Andere entdecken den Hoffmingsstern in dem frisch belebten Handel und wollen möglichst viele Fabriken errichtet wissen; Andere wollen BeschäftigungS-Anstalten nach Art der Zuchthäuser, weil nur so beider Desiderien vollständig entsprochen werden könne; wieder Andere glauben, eS sey daS für die Speculation günstige jüdische Ferment gesetzlich zu begünstigen und möglichst zu verbreiten, und nach Niederreißunq dieser religiösen Scheidewand ein nenes Canaan herzustellen. Diese Vorschläge, wozu noch die Errichtung von Arbeiter-Vereinen, die Hebung des Credits u. s. f. zu zählen, ergehen sich alle in der süßen Hoffnung, daß ihnen um so sicherer der Erfolg sey, je ruhmreicher die Anfänge gekrönt nnd durch Nachweise erhärtet seyen. Dieser krankhaften Hoffnung können wir unmöglich beipflichten. Sie leidet an der falschen Voraussetzung, daß das subjective Element in jedem Falle nicht von so hoher Bedeutung sey und, Weil die Noth eine materielle, auch mit materiellen Mitteln ihr begegnet werden könne und müsse; sie läßt die Frage unerörtert, woher eS denn komme, daß Gegenden oder Individuen, für welche materiell Alles geschehen, dennoch mehr und mehr der Verkümmerung verfallen; sie übersieht die geschichtliche Argumentation, welche in dem Blühen und Sinken der Völker eine große Ursache unläugbar angibt; sie wird endlich mehr oder weniger von einem schlimmen Grundgedanken geleitet, den wir vor der Hand noch nicht näher bezeichnen wollen. (Schluß folgt.) Rom. Se. Heiligkeit Papst PiuS IX. hat an den hochwürdigsten Herrn Fürstbischos von BreSlau unterm 2. Januar ein apostolisches Schreiben erlassen, aus dem wir Folgendes hier mittheilen: ..Aus Deinem Briefe haben wir nicht ohne große Freude Deine kindliche Pietät und Ehrfurcht ersehen, in der Du UnS und diesem Stuhle Petri, dem Mittelpunkt der katholischen Einheit, fest anzuhängen versprochen hast. Bewahre auch fernerhin, Ehrwürdiger Bruder, diese Deine vortrefflichen, eines katholischen Bischofes würdigen 87 Gesinnungen und suche in jener umfangreichen Diöcese, die Dir von UnS anvertraut worden, alle Pflichten eines guten Hirten eifrig zu erfüllen. Und vor Allem verwende alle Deine Sorge, Wachsamkeit, Mühe und Klugheit darauf vorzüglich, daß das Pfand unseres heiligsten Glaubens vollständig und unversehrt bewahrt und das Recht, die Lehre und die Freikeit der katholischen Kirche unverletzt erhalten werde. Da eS Dir aber keineswegs verborgen ist, daß die Menschen zur Religion, zur Frömmigkeit und zum Gottesdienst wohl am meisten durch das Leben und Beispiel Derer angeregt werden, die dem göttlichen Dienst sich gewidmet haben, so biete alle Deine Sorgfalt und Wachsamkeit auf, daß die Geistlichen, alles dasjenige vermeivend, waS den Klerikern untersagt und für sie unschicklich ist, den Gläubigen ein Beispiel seyen im Wort, im Benehmen, in der Liebe, im Glauben, in der Keuschheit, daß sie die Pflichten ihres Amtes fleißig, verständig und heilig erfüllen, dem Gebete obliegen, die Studien der heiligen Wissenschaften mit Eifer und Fleiß betreiben, damit sie Diejenigen belehren können, die das Gesetz von ihrem Munde begehren und jene, die widersprechen, zurechtweisen. Und weil Du wohl weißt, wie wichtig eS in diesen Zeiten namentlich für die Kirche ist, geschickte Diener zu haben, die nur auS wohlgeleiteten Klerikern hervorgehen können, so lasse nichts unversucht, daß die jungen Kleriker schon von zartem Alter an durch die bewährtesten Lehrer im Seminar zur Frömmigkeit, zu aller Tugend und zum geistlichen Sinne herangebildet, in Studien und strenger, besonders kirchlicher Disciplin, fern von jeder Gefahr, jedweden Irrthums und profaner Neuerung, auf'S fleißigste eingeübt werden. Unterlasse nicht, mit dem größten Eifer und mit bischöflicher Sorge zu wachen, daß in jenen öffentlichen und privaten Lehranstalten, die Dir besonders unterworfen sind, die Methode der Studien und deS Unterrichtes der katholischen Lehre vollkommen entspreche. Denn Dn erkennest sehr wohl, welch' falsche, absurde, irrthümliche und verderbliche Meinungen, in den philosophischen Disciplinen namentlich, vorgebracht werden, die der göttlichen Offenbarung und der wahren Vernunft widerstreiten. Auch ist Dir nicht unbekannt, welch' verpestete und abscheuliche Bücher, mit Geschick geschrieben und voll von Hinterlist, verbreitet werden, durch welche die feindlichen Menschen die Geister und Gemächer Aller verkehren, die Sitten verderben, die Gläubigen vom katholischen Cultus abwendig machen, die Grundlagen der Religion und der bürgerlichen Gesellschaft erschüttern, und alle göttlichen und menschlichen Rechte gottlos und verbrecherisch zu vernichten suchen. Deshalb, Ehrwürdiger Bruder, laß eS, so viel an Dir ist, cm keiner Sorge und Klugheit fehlen, um die Ansrecknng dieser schrecklichen Pest von Deiner Diöcese fern zu halten und sowohl mündlich, als durch geeignete Schriften die Dir anvertrauten Gläubigen beständig zu ermähnen, damit sie im Bekenntniß der katholischen Wahrheit täglich mehr befestigt, unbeweglich verharren und sich niemals täuschen und in Irrthum führen lassen von den Erfindern der Lüge und den Anhängern verkehrter Glaubenssätze. Den Eifer der Pfarrer suche insbesondere anzufeuern, daß sie ihrem Amte fleißig uud gewissenhaft obliegend, niemals aufhören, das christliche ihnen anvertraute Volk durch Verkündigung des göttlichen Wortes und Aussvendung der Sacramente zu weiden und durch Einschärfung des göttlichen Gesetzes zu unterrichten, von den vergifteten Weiben abzuhalten und auf die heilsamen zu leiten und die Kinder in den Grundlehren des Glaubens mit großer Geduld zn unterweisen, und ihre zarten Geister und empfänglichen Herzen zur Tugend und zu jeder Disciplin frühzeitig anzuleiten. Und da Du ein Gesandter Christi bist, welcher kam, nm zu suchen und selig zu machen, was verloren war, so höre nicht auf, Ehrwürdiger Bruder, in aller Geduld und Belehrung, Deine bischöfliche Mühe darauf zu verwenden, daß jene, die elendiglich unwissend sind und irren, das Licht der Wahrheit erblicken und erkennen und auf den W.'g der Gerechtigkeit und in den einzigen Schafstall Christi zurückkehren. Bei den größten Bedrängnissen aber und Schwierigkeiten, die in diesen so ungünstigen Zeiten von dem bischöflichen Amte untrennbar sind, verliere nicht den Muth, sondern sey stark im Herrn und denke an jene unverwelkliche Krone der Herrlichkeit, die von dem ewigen Fürsten der Hirten den Ausdauernden 88 verheißen ist. Sey aber auch versichert, daß Wir sehr gern Alles thun werden, was Wir nur immer als zu Deinem und Deiner Heerde größerem Nutzen gereichend erkennen werden. Unterdessen flehen Wir zu Gott dem Allerhöchsten demüthig und inbrünstig, daß er in der Fülle seiner göttlichen Gnade Dir stets gnädig beistehen, und Deine Hirtensorgen segnen wolle, damit jener durch Deine Arbeit zu bestellende, mit Deinem Schweiß zu benetzende Theil seines Weinberges reichliche, erfreuliche Früchte der Gerechtigkeit von Tag zu Tag hervorbringe. Und als Unterpfand dieses höheren Schutzes und als Zeugniß Unserer Liebe zu Dir ertheilen Wir Dir selbst, Ehrwürdiger Bruder, und allen Klerikern und gläubigen Laien jener Deiner Kirche auö innerstem Herzensgrunde sehr gern den apostolischen Segen. Gegeben zu Rom bei St. Peter den 2. Januar 1854, im achten Jahre Unseres PontificateS. . PiuS?. ?. IX.« Eschweiler. Eschweiler, 27. Febr. Die von den hochwürdigen Jesuiten-VäternPottgeißer, von Waldburg-Zeil und Smeddinck hier abgehaltene fünfzehntägige Mission wurde am gestrigen Tage mit einem Kreuz-Umzüge beschlossen, wie einen großartigeren nnd rührenderen der hiesige Ort wohl nie gesehen hat. Musterhaft war die Ordnung und der Anstand, die bei diesem außerordentlichen Zusammenflusse von Menschen und überhaupt die ganze Missionszeit hindurch statt fand; denn nicht die geringste Klage über irgend eine Störung, geschweige ein Vergehen, ist während dieser ganzen Zeit laut geworden. Da die Kirche auch nickt den vierten Theil der Anwesenden hätte fassen können, so mußte Herr Pater Pottgeißer die Schlußpredigt auf offenem Marktplatze halten, und war es dabei höchst rührend und lies erschütternd zugleich, aus die Aufforderung deS gewaltigen Neduers, dessen Stimme weithin verständlich durch die Stadt erscholl, eine Menge von wenigstens zwölftcmsend Menschen ihr Tanfgelübde wie auS Einem Munde erneuern zu hören. Die Wirkungen dieser heiligen Mission sind für Eschweiler und seine ganze Umgebung höchst erfreulich uud beachtenswert!). Abgesehen von den speciell religiösen und sittlichen, um welche eö sich bei einer Mission zunächst handelt, dürften schon die socialen nicht hoch genug in Anschlag gebracht werden können, und glauben wir in dieser Hinsicht nicht zn viel zu sagen, wen» wir behaupten, daß in viele Herzen und Familien der Friede von Neuem eingekehrt, Hunderte in gegenseitigem Wohlwollen und Liebe sich näher gerückt, Tausende zn treuerer Erfüllung ihrer Standespflichten zurückgekehrt und die Laster ausgerottet werden sind, welche den Ruin der socialen Menschheit herbeiführen. Möchten die Missionen in diesem ihrem unschätzbaren Nutzen für Staat und Kirche allseitig erkannt und gehörig gewürdigt werden! Hierorts hat es daran nicht gemangelt, denn obgleich die hochwürdigen Väter sofort nach dem Schlüsse der Mission ihren Wanderstab ergriffen, nm von bannen zu ziehen, so gelang es ihnen dadurch jedoch nicht, sich aller Dankes-Aenßcrung Seitens der Gemeinde zu entziehen, und dürfte es nicht leicht einen rührenderen Abschiev gegeben haben, als den der hiesigen Gemeinde von den Herren Missionären und umgekehrt. - T r i e ft. Trieft, 16. Febr. Der vorgestern hier von Treffen bei Laibach eingetroffene Missionär, Mons. Friedrich Varaga, Bischof von Michigan in Nordamerika, begab sich gestern über Ancoua nach Rom, von wo er seine Rückreise nach Amerika wieder über Trieft nehmen wird. Dieser würdige Prälat wurde in Wien, Laibach und besonders in seinem Geburtsorte Treffen mit der größten Auszeichnung und Begeisterung empfangen. Verantwortlicher Redacteur: L, Schönchen. Verlags-ZuHaber: F. C. Kreiner.