Vierzehnter Jahrgang. Sonntags-Beiblatt zur Augsburger Poltzeitung. 11. Juni ^ 24. 1854. Diese« Blatt erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der halbjährige Abonuementsprei« kr., wofür e« durch alle kömgl. bayer. Postämter und alle Buchhandlungen bezogen werden kanr. Pater Fruzzini. Dieser jüngst in Padeiborn verstorbene Jesuit, ein Schweizer, war eine jener glücklichen Naturen, die bei strenger Lebensweise und rastloser Arbeit eine unveränderliche GeifteSruhe und Hoheit bei der demürhigsten Sinnesart mit aller Lebendigkeit und Frische vereinigen und so eines jener herrlichen Charakterbilder, die so höchst selten sind. Er stammte aus einer der angesehensten Familien in Brieg im Wallis und ward schon in frühester Jugend, wie sein anderer Bruder, Jesuit. Durch treffliche Geistesgaben ausgerüstet, machte er glänzende Studien. Nachher wirkte er als Magister. Seine Schüler liebten den heitern, genialen, jnngen Gelehrten mit beispielloser Innigkeit. Er redete schon damals mehrere Sprachen, und kaum 27 Jahre alt, sah man mit Spannung auf diese imponirende Persönlichkeit, die mit jedem Tage mehr Aufmerksamkeit erregte. Dichter, Redner, Philosoph, Theologe, feuereisriger Missionär, AlleS ließ sich erwarten. Er predigte schon als Magister, ehe er Prediger war, mit großem Beifall. Sein anziehendes Aeußere hatte etwas ungemein EdleS und Würdiges. Besonders sein scharfes, see'envvlleS Auge fesselte. Gewandt wie ein Weltmann und fromm wie ein Engel, verband der Hoffnungsvolle jene seltene Energie, wie sie nur in großen Charakteren von christlichem Hochsinne durchdrungen und begeistert erscheint. Der männliche Ernst und die Liebenswürdigkeit kommen unwillkürlich, wie aus dem innersten Wesen. An den großen Tugendgestalten seiner frommen und gelehrten Umgebung entfaltete sich in schönem Glänze diese edle Jugendblülhe der viel mißhandelten Gesellschaft Jesu, die er feurig und kindlich liebte. Der Sturm von 1847 warf ihn nach Italien und endlich nach Amerika, um da zu finden, was ihm und seinen Genossen das undankbare Vaterland schnöd versagte, eine neue Heimat. Gern wäre der edle junge Schweizer a>S Missionär bei den Wilden Amerikas zeitlebens geblieben oder wohin ihn immer der Obere berufen. Es wird ein ewig schwarzes Blatt bleiben diese Jesuitenjagd der Neuschweizer. Er vollendete nnn die theologischen Studien, ward Priester und kam nach Belgien und Deutschland. Hier wirkte Pater Fruzzini mit verzehrendem Seeleneifer in den Rheinlanven, in Westphalen und Schwabenland, bis er ein Opfer seines heiligen Eifers wurde in der schönsten Periode seines so viel versprechenden Lebens. Er war erst Anfangs in den 30ger Jahren. Die Gesellschaft verlor in ihm einen andern Pater Roh. In kurzer Zeit hat er viele Jahre vollendet. Sein Leichenbegängnis) war ein großer Triumphzug. Es war vem gebornen Schweizer nicht gegönnt, in der schönen Heimat zu sterben. Solche Menschen kann der Radikalismus nicht dulden und er weiß warum. Sie sind sein Tod. (Kath. i. d. Schw.) i86 Die Aufgabe genialer Frauen in der christlichen Kirche. „Was kein Verstand der Verständigen sieht, Das übet in Einfalt ein kindlich Gemüth." Göthe. Nicht lange darnach, als daS Kreuz seine segnenden Strahlen auf die starre Erde sandte, trat in den Verhältnissen der menschlichen Gesellschaft ein gewaltiger Umschwung ein: Wo früher Sclaverei herrschte, sah man jetzt Freiheit walten; wo vorher Perkennung der heiligsten Menschenrechte, wie sie der Schöpfer geordnet halte, zu sehen war, stand jetzt das Christenthum mit seiner himmlischen Lehre von Gleichheit nnd Bruderliebe im Sinne des ewigen Mittlers, jener Theil der Menschheit, der im Heibenthume nebst der schweren Bürde, die er zn tragen hatte, auch noch mit Sclaveusesscln belastet war, erfreute sich im Schatten deS Kreuzes jenes GlückeS, das ihm durch die reinste Jungfrau als Mutter deS Herrn in so reichem Maaße zuströmte. Mit einem Worte, dem Christenthume gebührt das hohe Verdienst, den Frauen ihre Stellung in der Gesellschaft erkämpft nnd verschafft zu haben. Seit jener Stuude, in welcher sich die „Gesegnete" als Magd deS Herrn bekannte, gab es keinen Fluch der Sünde mehr, sah man die dunkle Nacht vom Ervkreise schwinden, denn schon zog die Morgemöthe herauf; und jener Friede, den die Engel auf Bethlehems Auen allen Menschen von gutem Willen gebracht, ergoß seine Segnungen besonders in jene Herzen, oie bisher ihn am schmerzlichsten vermißt hatten, und deren Leihen ihr Ende gefunden, seit das starke „Weib" unter dem Kreuze des SohneS Gottes gestanden, in den Kreis des Frauengeschlechtes. In dankbarer Erinnerung an diese Wohlthat schaarten sie sich auch stets um ihren Retter und Befreier Jesum Christum, und ließen nicht von ihm, auch wenn Verfolgung und Tod sie bedrohte. „Die christliche Religion," sagt ein großer Denker, „ist dem Weibe zur zweiten Natur geworden; halt sie nicht daran, so wird sie zur Verbrecherin an ihrer Natur." F ir die Wahrheit dieses AuSiprucheS zeugen Thatsachen und Ereignisse nicht bloß deS Privatlebens, sondern weit mehr solche, die der Weltgeschichte angehören. Wenn eS Frauen gab, die mit und durch das Christenthum Völker in den Himmel führten, so fehlt eS auch nicht an solchen, die ohne den Glauben an das Kreuz die halbe Welt der Hölle überantworteten. Es kann nicht in unserm Interesse liegen, Letztere näher inS Auge zn fassen, denn das Laster ist dem sittlichen Menschen ein Gränel; wohl über lohnt eS sich der Mühe zu untersuche«, wie weit das schwache Auge deS Menschen reicht, wenn er jene unergründlichen Rathschlüsse GottcS betrachtet, durch welche er jenem Geschlechte, das der Weit als dus „schwache" gilt, bisweilen so große und umfassende Gränzen seines Wirkungskreises zieht, daß man in Staunen und Bewunderung aufgelöst nur rufen kann: O Tiefe des Reichthums der Weisheit Gottes! Wohl ist es nicht ganz ungegrünvet, wenn die Psychologie nachweist und das Leben es bestätiget, daß beim Weibe das Gemüth die Oberhand über den kalten Verstand habe, während daS umgekehrte Verhältniß beim Manne stattfindet; allein es ist das eben nur wie vieles Andere eine Regel von unzähligen Ausnahmen eingeengt. Wenn ein Mensch gleichsam hinaustritt aus dem Kreise der Gesellschaft, dadurch daß er etwas Außerordentliches thut, wozu die Kräfte Vieler nicht hingereicht hätten, so nennt die Welt ihn begabt (genial). Wenn dieser Mensch aber ein Christ ist, und seine That vom Glauben an Gott und Kirche getragen ist, da ignorirt eS die ungläubige Weit vornehm, oder sncht eö durch unedle Motive zu erklären. Ist eS aber gar eine Frau, so fehlt eS natürlich nicht an Schlagwörtcrn von Schwärmerei, SinneS- trug und Sinnestäuschung, und im schlimmsten Falle war es ja doch nur ein Weib, und die Sache hat folglich keine so große Bedeutung. Wenn .eS an solchen schiefen Beurtheilen, im gewöhnlichen Leben nicht fehlt, so treten sie doch viel ungeschlachter und dreister dort auf, wo es die Religion und namentlich die katholische angeht. Eine christliche Jungfrau, die der Stolz ihrer Familie war, flüchtet aus dem geliebten Kreise in die stille Zelle eines Klosters, und sie darf von Glück sagen, wenn die stumpfsinnige Welt sie nur „verrückt" nennt. Es könnte das befremden, wenn » 187 man nicht an die Worte dächte: „WaS sie nicht verstehen, das lästern sie." (Paul.) Weil unsere Zeit, wie mit so vielem Andern, nicht weiß, waS sie machen soll daraus, darum auch die sonderbare Meinung, die sie geltend machen will, daß es ein Verbrechen an der Menschheit sey» wenn die Kirche gottgeweihte Jungfrauen vor den Altar des Herrn führt, dem sie Leib und Seele zum Opfer bringen, „Damit," heißt eS, „hat es noch Zeit, wenn die alten Tage gekommen seyn werden, die Jugend muß man genießen." Als ob Gott, der höchste Herr der Schöpfung, für alle seine Liebe zur Menschheit sich mit einem Opfer begnügen solle, welches der Welt bereits zum Eckel geworden! Als ob man den Altar Gottes nur mit verwelkten Rosen schmii- cken dürste! Von dem Gedanken durchdrungen, daß der Herr ein reines Herz verlangt, verlassen daher auch die begabtesten Seelen die Welt entweder ganz, oder doch nach Kräften zum Theile, Für erste wie für die letzteren hat die Kirche mit mütterlicher Weisheit gesorgt, indem sie sowohl Zufluchtsstätten errichten sür die Einen in den Frauenklöstern, sür die Andern in den drei Orden des heiligen Franciscus und DominicuS, der seine fruchtbeladenen Zweige selbst bis. in die trauliche Hütte der Familie erstreckt. Und man kann in der That den Scharfblick, verbnnoen mit der Gnade von Oben, nicht genug bewundern, mit welchem der große heilige FranciscuS wie ein Vater der Menschheit in alle Schichten und Classen derselben den göttlichen Frieden tragen wollte, der ihm selber durch die Seele strömte! der auch den Frauen, die in der Welt leben müssen, und an Verhältnisse dcS Lebens gebunden sind, eine dritte Lehrschule für den Himmel gründete, in der man bei weniger Mühe, aber desto mehr Gefahr jene Vollkommenheit erklimmen kann, die der Hcrr Jesus unter die Räthe gestellt. Man kann nur den göttlichen Erlöser preisen und ihm danken, daß er in seiner Kirche nicht bloß hnlige Männer, die für ihre und die späteste Zeit Netter und Helfer geworden sind, sondern daß er die Gaben des heiligen Geistes auch dem Geschlechte zutheilte, wo sie seltener zwar zu treffen sind, aber auch seltener unbenntzt bleiben! Haben die Heiligen aus dem „starken" Geschlechte für die Kirche GottcS oft UebermäßigeS gethan, durch Predigen dcS Evangeliums mit ihrer begeisterten Zunge, so wirkten heilige Klosterfrauen durch die Salbung ihrer Schriften, und was vielleicht oft übersehen wird, durch inniges Gebet nicht weniger. Und darin liegt vielleicht die Antwort, welche die aliein richtige ist, wenn die Frage ausgeworfen wird: Was soll es nützen, wenn die Frau, statt im Schooße d?r Familie zu walten, aus dem Weltleben scheidet, um ihre Tage hinter dumpfen Klostermauern zu verkümmern? Das Wort des Weltapostels (Kor. 1, 34) gilt nicht bloß für die Korinther, sondern er hat zn Menschen aller Zeiten gesprochen, wenn er schreibt: „Die Jungfrau ist bedacht aus das, was des Herrn ist, daß sie heilig sey dem Leibe und dem Geiste nach; die Verehelichte aber ist bedacht auf das, was der Welt ist, wie sie dem Maune gefallen möge." Freilich wird das Streben nach Vollkommenheit nur selten und von Wenigen erfaßt, was im Frauengeschlechte noch dazu oft von ungünstigern Umständen erschwert ist; allein nichts desto weniger ringen auch da die edelsten Seelen voll Liebe und Begeisterung nach jenem verklärten Tabor, dem Christi Worte gelten: Wer es fassen kann, der fasse eS! Nicht allein in der ersten Zeit deS Christenthums drängten sich heidenkühne Jungsrauen auf die blutigen Bühnen, um durch wilde Thiere und unter dem furchtbar grausamen Beifalle eines entarteten Pöbels für ihren Glauben zu sterben; auch in späterer Zeit gab eS in der Kirche solche GlaubenSheldinen in Menge, nur mit dem Unterschiede, daß diese oft einen weil wichtigern Kampf zu führen hatten, als die Märtyrer der ersten Jahrhunderte. Jener Kampf, bei dem die Welt mit all' ihrem Trug das eigene Fleisch, und die Macht des Teufels gegen die Tugend in die Schranken trat; ein Kampf, dessen SiegeSlorbeer wohl nicht mit Blut aus eigeueu Wunden bespritzt war, den aber um so reichlicher die Thränen der Buße oder Theilnahme am srcmdeu Schmerze benetzt hatten. Und dem Himmel sey es gedankt, auch in der Jetztzeit zählen viele Frauen zu Jenen, welche das Wort von der Vollkommenheit „fassen können"; die wohl wissen, warum sie vom Schöpfer höhere Einsicht und Erkenntniß vor den Uebrigen erhalten 183 haben. Derartige Erscheinungen der Neuzeit sind dem glaubenstreuen Katholiken etwas mehr als ein Rudel (es fand sich kein besseres Wort) leichtfertiger Tänzerinnen, welche eine sinnlose Masse mit Beifallsbezeugungen überschüttet, bloß allein, weil sie eS gar so gut verstehen, die thierischen Triebe und Leidenschaften in der zügellosen Brust zu wecken I Der demüthige Christ spart sein Lob und seine Anerkennung für Werke und Leistungen höherer Art. Er schaut mit Liebe und Freude hin auf die Opserwilligkeit und hohe Selbstverläugnung, die in der katholischen Kirche selbst da nicht veraltet, wo die Schwäche größer ist, wenn auch nicht stärker als der christliche Muth. AlleS Wunderbare und Große der Neuzeit ist für den aufmerksamen Beobachter nichts anders als eine Wiederholung dessen, was die Kirche schon unzählige Male erzeugt und geschaffen hat. Wer, wenn er das Gedeihen der Töchter der CharitaS, deS Ordens der barmherzigen Schwestern, sieht, wäre lange in Verlegenheit, nach einem Hrbilde in der Kirche zu suchen? Denkt man nicht unwillkürlich an die Perle deutscher Frauen, jene Elisabeth von Thüringen, die im Krankendienste eine solche Vollkommenheit erreichte, daß sie selbst den Eiter auS den Wunden sog, deren segensreiches, unermeßliches Wirken die Reformation mit ihrem bösen Leumund wohl nicht erhöhen konnte, aber auch seit Jahrhunderten mit Aufbietung aller Kräfte das Andenken der lieben heiligen Elisabeth") beim Volke nicht zu vertilgen im Stande war. Noch steht die Kirche zu Marburg, ihrem Namen geweiht, wenn auch ihre Gebeine von einem gvttesräuberischen Enkel und Blutsverwandten auS derselben geworfen wurden! Wer denkt nicht beim Anblicke des segensreichen Lehramtes der Ursulinerinnen an jene Angela von Brescia, die wie ein Engel, dessen beive Hände mit Manna erfüllt sind, um es auf die dürftige Flur zu streuen, über die Erde ging, um sich derjenigen zu erbarmen, „die am verlassensten sind, weil Niemand an sie denkt, an arme preisgegebene Waisen!" um diesen Mutter und Lehrerin zu werden! War diese Angela nicht selber wieder ein Abbild der unbegrenzten Geduld und Liebe, wie sich dieselbe in der heiligen Tochter der Wüste, der heiligen Marina verkörpert hat? dieser schweigenden Dulderin unv unschuldigen Büßerin fremder Schuld, die ferne von der einsamen Klosterzelle hinausgestoßen in dunkle Nacht, in Sturm und Regen, daS Waisenkind fremder Schuld an ihre Brust drückte und mit erbarmender Liebe ernährte. Halt man Verwunderung und theilnahmsloscS Erstaunen dem hohen Grade von Entsagung entgegen, dessen auch zarte Jungfrauen fähig sind, so ist eS nicht schwer, zudringliche Af erweiSheit durch Auszählung jener starken Jungfrauen zn ermüden, die „ihr Fleisch sammt den Lüsten gekreuzigt!" Von der Schwester des heiligen Benedict, der heiligen Scholastica, an, die die strenge Regel des heiligen Bruders auch auf die Frauen übertrug, welche in ihrem Kloster zu Hausen gedachten, bis zu jener heiligen Klara von Ässisi, die unter dem Schirmdache deS Mantels, welchen FranciScus ihr gegeben, einen Garten von Jungfrauen, Lilien gleich, Pflanzte, der an Geist und Armuth, an Demuth und Eifer kaum zurückstand hinter dem männlichen Orden deS seraphischen Lehrers! Keinem fühlenden Herzen, dessen Adern göttliche Liebe durchströmt, sind jene weiblichen Hirten unbekannt, die in unermüdlicher Liebe Seelen zu retten suchen, daS edelste Geschäft für Bekeuner Christi! DaS Mitleid, welches selbst dem größten Sünder vom wahren Christen zu Theil wird, hat in der Kirche schon oft so zahlreichen Lohn gefunden, daß man kaum unterscheiden kann, wer von beiden glücklicher ist, der Retter oder die gerettete Seele. Die Büßerin von Magdala zu den Füßen deS Herrn steht keineswegs allein auf solcher Höhe der Bußgnade. Ihr Schimmer erglänzte wieder in der schauerlichen Oase Egyptens, als die büßende Maria daselbst 47 Jahre von Wurzeln lebend, ihre Schuld früher Jugend beweinte. Auch das Mittelalter sühn uns das Ideal reuiger Buße vor, in der eben so schnell bekehrten als gebesserten Margarita von Cortona, deren Gebet um Barmherzigkeit, vielleicht das erste, so auö dem Herzen kam scit ihrer Bekehrung, von solcher Innigkeit und *) Mit diesem Prädicote war sie bis auf Luther in ganz Deutschland geehrt und genannt. Man sehe überhaupt das vortreffliche: „Leben der heiligen Elisabeth," von Graf Montalembert 189 Kraft ist, daß man sich der Thränen erwehren muß, wenn sie unS die Legende betend also zeigt: „Ach mein Heiland, du Erlöser der Seelen, der du täglich so Viele bekehrst, wirst du denn meine Seele zu Grunde gehen lassen? Sie hat dich ja eben so viel gekostet, als die Seele der heiligen Magdalena, verlaß mich in meinem Elende nicht, sondern erbarme dich meiner!" — Wenn unsere Zeit in der Thorheit und Un- wissenheit solche Fortschritte gemacht hat, daß sie vom innern Leben des Geistes gar keine Kenntniß mehr hat, und dasselbe auch nur für Ueberreiztheit der Phantasie erklärt, so läßt sich solchen Ungereimtheiten nicht besser begegnen, als wenn man den Unglauben zu jenen Schriften schickt, deren Verfasser die höchste Stufe der AScese und der evangelischen Weisheit erklommen haben. Wer verdient da wieder eher genannt zu werden, als die seraphische Mutter Theresia mit ihrer „himmlischen" Lehre, wie die Kirche selber sagt, die nicht allein eine heilige Klosterfrau, sondern mehr noch eine vom heiligen Geiste erfüllte Lehrmeistern, war; deren Uebermaaß von göttlicher Liebe so unermeßlich und tief in ihrem Herzen lag, daß sie aus Sehnsucht nach dem ewigen Bräutigam ihre englische Seele aushauchte. Sollte nicht auch die demüthige Domi- nicanerin Katharina von Siena zu nennen sevn? Sie, deren mächtigen Einfluß auf die Weltgeschichte ihrer Zeit, und mehr noch auf die Kirche, oberflächliche Schwätzer (wie Rotteck) der „Dummheit und Bigotterie" des Pöbels zuschreiben, während alle Welt weiß, daß Friede und Einheit zu erhalten eine arme Jungfrau auS Siena etwas mehr als gewöhnliche Klugheit besitzen muß, ja solches ohne göttliche Mitwirkung bei so schwacher Kraft gar nicht denkbar ist. Diese große Schülerin deS heiligen Dvmi- nicuS hat mehr gethan, als ein gewöhnliches Weib thun kann, und steht daher auch um so erhabener da, angethan mit Genialität im edelsten Sinne deS Wortes. Wenn auch unsere Zeit an so begabten Frauen nicht überreich ist, so läßt sich doch nicht läugnen, daß darum das Bedürfniß nach ihnen noch immer fühlbar ist; und zwar vermißt man sie gerade dort, wo ihr Wirken und Streben einen zwar geräuschlosen und weniger bemerkbaren, aber gerade deßhalb um so sicherern und allgemeineren Nutzen stiften könnte, im heiligen Schwestervereine der religiösen Orden und Genossenschaften. Wohl ist eS einerseits anerkennenSwerth und erfreulich, wenn selbst aus den höhern Ständen, deren Vertreter an Ueberfluß und Weltfreude gewöhnt sind, nicht Wenige die stillen Klosterzellen aufsuchen, und einem dürftigen OrdenS- kleide allen Prunk und Glanz, den ihre günstige Lage ihnen verschaffen könnte, vorziehen. Aber was uns als böses Zeichen der Zeit gilt, ist jene oberflächliche Beurtheilung, die selbst von bessern Christen denen zu Theil wird, welche ihr Leben ausschließlich dem Dienste des Herrn' widmen; jenes Nichtverstehenwollcn deS göt lichen Rufeö an Seelen, die aus der Menge der Berufenen in die Reihen der AuSerwähl- ten lreien. ES wäre an der Zeit, daß die Katholiken, und namentlich die katholischen Frauen, welche als folche gelten wollen, das, waS sie selbst zu thun nicht im Stande sind, wenigstens bei Andern, die es unternehmen, aus kleinlichem Neid oder Unwissenheit nicht tadelten, daß man nicht von so vielen Zeitgenossen sagen müßte: Wer selber keine Tugend hat, glaubt auch nicht an das Daseyn derselben bei Anvern! Möchte man jenes Wort deS heiligen Bernhard öfters erwägen, und es wäre auch die Antwort zu vielen religiösen Fragen gegeben: ninil (^risto deelisti, si ei cor tuum tolum non cleclisti. Du hast Ehristo nichts gegeben, wenn du ihm nicht dein ganzes Herz geschenkt. (Oestcrr. Volksfr.) Stoff zum Rachdenken. Das englische Blatt „Herald" sagt: „Der Krieg ist ein Gottesgericht über die Sünden der Menschheit, und so wie das größte Ereigniß, dessen Andenken am Char- freitage gefeiert wird, so wie die Kreuzigung zugleich ein schauerliches, von Menschenhand begangenes Verbrechen, und ein Act göttlicher Barmherzigkeit war, die das namenlose Verbrechen zum Heil und zur Erlösung der Menschheit wandle, so wird die göttliche Barmherzigkeit das Vorgehen des CzarS zum Heil Europas kehren. 190 Bedeutsam ist die Frist von vierzig Jahren, eS steht geschrieben nach dem Siege DeboraS und BaracS: „und das Land ruhte vierzig Jahre," also haben auch wir Engländer vierzig Jahre," Frieden gehabt. Am 31. März 1314 wurden die Kriege der französischen Revolution beendet, und vierzig Jahre darnach am 31. März 1854 erging der einstimmige Beschluß des brittischen Parlaments, daß wieder Krieg sey in Europa. Aber zu bemerken ist, daß jede der Mächte, die jetzt ihr Schwert gürten, dieses widerwillig thut, und durch den gewaltigen Rathschluß Gottes in den Kampf gezerrt wird. Eine Nation nach der andern sträubt sich, bis der unwiderstehliche Strom sie erfaßt, und willenlos treibt er sie dem Gottesgericht entgegen, auf daß sich erfülle, was JeremiaS sagt Cap. 22. Also sprach der Herr Gott Israels zu mir: „nimm die Schaale dieses Zornes von meinen Händen, und gib sie allen Völkern zn trinken," so spricht der Herr der Heerschaaren, „wahrlich, ihr sollt sie leeren." — Zn diesem höchst wichtigen englischen Artikel mag Nachstehendes als Kommentar dienen: ES ist hohe Zeit, daß wir alle aufmerken auf die Gerichte Gottes, welche er über die Vöker der Erde ergehen läßt. Nicht ohnmächtige Menschen beschwören den ungeheuren Sturm, der die Welt verwüstet, nicht Menschen haben ihn veranlaßt, nicht diese, sondern längst vergangene Zeiten haben aus ihrem Schooße das allgemeine Elend geboren. DaS erschütterte Weltmeer bewegt seine Wogen endlich bis zu den entferntesten Gestaden, und die Ereignisse unserer Tage werden noch am Ende unsers Jahrhunderts zurückwirken. Die Religion fordert von uns, daß wir allem, was jetzt geschieht, unsere Aufmerksamkeit widmen; was die Luft und der Athem dem menschlichen Körper, das ist die Religion dem menschlichen Geiste, er athmet nur in ihr, er zieht sein Leben nur aus ihr und ist alleö nur durch sie. Sie gewährt dem Menschen für alle Dinge deS Lebens den erhabensten Staudpuuct, weil sie den Geist des Menschen über die Welt erhebt und mit Gott verbindet. Es ist Zeit, daß wir auf die Gerichte Gottes in den Geschichten der Welt merken. Die Menschen in ihrem thörichten Selbstdünkel bilden sich ein, daß sie eS sind, die dieß alles, was vorgeht, hervorbringen. Frohlocken sie über einen Sieg, so schreiben sie ihn der Tapferkeit ihrer Schaaren, der großen Klugheit ihrer Feldherren zu; ach, sie sind blind für daö Wahre, denn sie kennen nicht die Verflechtung der Umstände, nicht daS Spiel sogenannter Zufälle, welche der dunkle Arm der Vorsehung leitet, und wo eine unbemerkte, geringfügige Sache den Ausgang der größten Schlachten, das Glück oder Unglück der größten Völker entscheiden kann. Uebermülhig nach Siegen, welche sie> sich und ihrer Kraft anrechnen, halten sie sich schnell für unüberwindlich, und ahnen nicht, daß der nächste Tag alles umkehren werde, weil ein Höherer über Sieger und Besiegte ein anderes LooS beschlossen hat. Kleinmüthig im Unfall, klagen sie die Verrätherei und Unklug- heit ihrer Anführer, die Schwäche ihrer Fürsten an. Nein, liebe Brüder, was ihr sehet, ist nicht Menschenwerk, es ist Gottes Gericht über die Völker! Wieder einzelne Mensch seinen eigenen Lebeuslauf hat, so hat ihn auch jede einzelne Nation. Wie der einzelne Mensch durch Weisheit, Zufriedenheit, Mäßigung, Fleiß, Muth und Rechtschaffenheit ehrwürdig und klüger wird, so kann und muß auch ein ganzes Volk durch seine Tngend beglückt, durch seine Fehler elend werden. Ein Volk erfreut sich, und leidet als Ganzes. Es wird für sein Gutes, welches es stiftet, in sich belohnt, für seine Vergehnngen für sich bestraft, und so wie unter dem Himmel im menschlichen Lebenslaufe nichts Gutes geschieht, welches nicht seine guten Folgen hätte, und so wie keine Ungerechtigkeit geschieht, welche ohne nachtheilige Folgen bliebe, so hat auch im Leben und Sein der Nation die Tugend ihre Belohnung, die Sünde eine unvermeidliche Strafe zu erwarten, denn alles auf Erden, das Größte und Kleinste, steht mit einander in ewiger Verknüpfung von Ursachen und Folgen. Leider ist das Geschlecht der Menschen in seiner Leidenschaftlichkeit so tief versunken, daß eS meint, es könne mit Gold, mit List und Kriegsheeren alles erzwungen werden, und vergebens warnt und mahnt die Vorwclt. Wer möchte wohl behaupten, daß ein Mensch von ruchloser Denkart ein wahrhaft glücklicher, freier und achtungswürdiger Mensch seyn könne? Seine Klugheit wird durch daS Eintreten von unvorgesehenen Umständen ver- 191 eitelt. Ueppigkeit und Ausschweifung müssen endlich seine Gesundheit und Leibeskraft zerstören, Verschwendung, Wohlleben und Feindschaft können das größte Vermögen in Armmh verwandeln, wo ist dann sein Glück, seine Freiheit, seine Ehrwürdigkeil? DaS ist daS größte Uebel der Menschen, daß sie mir unglaublicher Unverständigkeit die bloßen Mittel zum Zweck gewöhnlich für den Zweck selber halten, und über das Anschaffen der Mittel den Zweck, für den sie Gott erschaffen har, vergessen, wie bei den einzelnen Menschen, so bei ganzen Völkern, denn die Völker bestehen aus Menschen. Nur Beförderung der Sitteneinfalt, öffentliche Tugend, Unbestechlichkeit, Vaterlandsliebe, Anerkennung des wahren Verdienstes erhöhet den Menschen. Wer durch Ueberfluß und Wohlleben einmal von zahllosen Bedürfnissen abhängig geworden ist, tritt ohne große Schwierigkeit in die Knechtschaft dessen, der ihm diese Bedürfnisse besser zn befriedigen verspricht, oder sie alle bedroht. So gingen die berühmtesten und reichsten Staaten der alten Zeit zn Grunde. Tas ist der unselige Kreislauf der Völker, daß sie durch Armuth und Furcht vor Gefahren tapfer, durch Tapferkeit kriegerischer und erfindsamcr, durch Eroberungen und Handel reich wurden, — um sich durch Ueberfluß wieder zu entnerven, zu verarmen und an fremde Bormäßigkeit hinzugeben, denn die Sünden der Völker sind der Mißbrauch der ihnen von Gott gewährten Mittel. Noch sind wir nicht am Ende der großen Trübsale, Friedensschlüsse der Könige ändern an GolteS Verhängnissen nichrS. Neue Zwierracht, neue Umwälzungen, neuer Jammer wird die Sünde der jetzigen und der vergangenen Welt gebären. — Wer konnte die Mittel und Wege des Gottesgerichts zählen? Gehorchen seinem Winke nicht die Stürme und Meereswellen? Sind nicht Feuerflammen seine Diener, Erdbeben und unfruchtbare Zeiten die Boten seines Willens? Der Mensch kennt den Goltcs-Finger, aber — er nennt ihn im gemeinen Leben nur Glück oder Unglück. Doch kann er sich eS nicht verhehlen: diese oft geringe scheinenden Zufalle beurkunden ihre erhabene Herkunst durch ungeheure erschütternde Wirkungen; dieß, waS Glück oder Unglück heißt, gestaltet oft die Verhältnisse ganzer Welttheile um, waS alle Macht, alte Kunst und Klugheit der Sterblichen nicht vermochle. Die alre und die neue Geschichte ist von solchen Erscheinuugen voll, alle die heiligen Berichte des Alterthums, wie das menschliche Geschlecht kaum zweitausend Jahre nach seiner Erschaffung zur gemeinsten Thorheit versank, find bekannt. Gott winkte und das Geschlecht nahm durch die Sündfluth ein Ende, doch warum soll man an die vielen Ereignisse der grauen Vorwelt mahnen, ist Gott heute minder groß in seinen Gerichten? Wissen wir nicht, wie er Königreiche, wenn sie am stolzesten prahlten, durch einen einzigen Schlag zerschmettert«? Wissen wir nicht, wie er gewallige Armeen und Schiffsflotien, die man unüberwindlich genannt, in einer einzigen Stunde mit ihren trotzigen Heeren vernichiele? Wissen wir nicht, wie der kalte Hauch eines Herbstes, Regen und Fänlniß siegesreiche Heere in schmerzlichen Krankheiten auflöscte, oder der Frost einer Winternacht mit den Leichen unbesiegbarer Echaaren die Felder bedeckte? Es ist wahrlich leicht, in den Schicksalen der Länder überall nachzuweisen, wie sie durch die Tugenden ihrer Bewohner aufblühten, und jedesmal durch deren eigene Schuld wieder unmerkbar ins Verderben sanken, weil nur das Vollkommene bestehen kann, das Unedle aber den Todeskeim in seiner Vrnst trägt, und also vergehen muß. Sey daher du, mein Herr und Gott, gnädig deinem sündigen Vulke. Erleuchte mit deinem Geist die Fürsten und ihre Diener, die Hohen und die Niedrigen, daß sie nicht mit thierischer Stumpfheit die ernsten Ereignisse der jetzigen höchst bedenklichen Zeit anstaunen, sondern in allem dein ewiges Weltgesetz anerkennen, dein Gericht über die Völker der Erde. (W. Kirckenz.) Zur Kirchengeschichte Bosniens. III. Bei der geringen Anzahl religiöser Häuser in Bosnien war eS unmöglich, alle philosophischen und theologischen Studien ausrecht zu erhalten; daher hatte die Provinz, so lange sie mit Erzegowina vereint war, das Recht, sechs Jünglinge nach 19S Italien in die benannten Studien zn senden, welche Zahl sich später verdoppelte, endlich durch die Gnade des GeneralministerS und der Lon^r. cle pi-op. ti6ö auf vier- undzwanzig stieg, die ersterer in verschiedene Klöster vertheilte, wo sie von den italienischen Ordensbrüdern liebreich und ohne Vergütung angenommen, unterrichtet und gekleidet wurden. Im Jahre 1784 war Fra Augustin Okic, weiland Kaiser Joseph II. lieb und werth, apostolischer Vicar; dieser ermittelte eine Fundation, wovon zweiunddreißig Zöglinge der bosnischen Provinz in den österreichischen Ländern erhalten und unterrichtet werden konnten; dieß der Anfang der Jugendbildung Bosniens im Bereiche der österreichischen Monarchie. Als die Zahl der Katholiken in Bosnien sich merklich vergrößerte, reichte auch diese Summe der Studenten nicht aus, und die durch den französischen Krieg verursachte Devalvation des MünzgeldeS machte es unmöglich, um einen geringeren Preis die Bosnier zu erhalten. Daraus entstand ein fühlbarer Mangel an geistigen Kräften; um selbem vorzubeugen, traten die unvergeßlichen Bischöfe Ungarns, Kroatiens und Slavoniens inS Mittel. AIS Abgeordneter der Provinz erschien der verdienstvolle, noch jetzt lebende Priester Philipp PaSalic, welcher bewirkte, daß weiland Ercellenz Alexander Alagovic, Bischof von Agram, vier Zöglinge versorgte; Se. Ercellenz der jetzt glücklich regierende Erzbischof von Agram, Georg Haulik unaufgefordert ebenfalls vier; Se. Ercellenz Bischof von Weßprim, später Primaö von Ungarn, KopacSy, einen; weiland Klobushitzky, Erzbischof von Kolocza, zwei; Se. Ercellenz Bischof von Szathmar, HSm, zwei; Hochw. Bischof von Diakovar, Josef Kukovic, einen; S. Eminenz Johann Scitowsky, als Bischof von Fünfkirchen, einen; das hochw. Domcapitel von Kolocza, serner von Weßprim je einen; der hochw. Cisterzienser-Abt von Zircz einen; Herr Ludwig Spech von Eolocza zwei; sämmtliche Zöglinge übernahm die Provinz des hh Erlösers für die bestimmte Pension und zwei überdieß noch gratis durch Bestreben des Pater ProvincialS Stephan MagocSy; auch die Capistrancr-Provinz verzichtete ans die Pension eines Zöglings durch ein Jahr. Als vor dem AuSbruche der ungarischen Revolution zwischen der Provinz und dem damaligen apostolischen Vicar Bisckof Fra Raphael Bariöic MißHelligkeiten entstanden, wurde und zwar im Jahre 1842 von Zöglingen der Besuch der ungarischslavonischen Klöster untersagt. Nach Beendigung sowohl der Revolution als deö Processes zu Gunsten der Provinz arbeitete man dahin, die Josephinische Fundation ihrer frühern Bestimmung zuzuführeu. Die Provinz fand in dem hochwürdigsten Herrn Bischof von Diakovar Joseph Stroßmayer einen Wohlthäler, der auS Liebe zum Guten keine Mühe scheute und bei Sr. Eminenz dem apostolischen NuntiuS die Provinz-Angelegenheiten vertrat. So ordnete eS die göttliche Vorsicht, daß den Armen geholfen wurde im entscheidenden Momente. Der Weg war angebahnt, die Provinz sandte ihre Vertrauensmänner nach Wien; und da auch eine befriedigende Antwort von Rom eintraf, folgte am 16. November 1852 von Sr. k. k. apostolischen Majestät eine allerhöchste Entschließung, kraft deren das Kapital wieder in die vorige Wirksamkeit treten und dem ursprünglichen Zwecke zugeführt werden sollte. Nur war Seitens deS päpstlichen Stuhles die Klausel beigejügt, daß die Siudireuden nicht wie ehemals in verschiedenen Ländern zerstreut würden, sondern in oorpore beisammen bleiben und unter der Obhut ihrer rechtmäßigen Obrigkeit stehen sollten. Da war eS wieder der hochwürdigste Herr Bischof Josef Stroßmayer, der den Ausweg fand und Mittel schaffte, durch Eröffnung seines Seminars für die Bosniter bis zur Zeit einer bessern Zukunft. Sechzehn Zöglinge mit drei Vorständen nahm er gütigst auf und versorgte sie mit dem Nothwendigsten. Nur ist zu bedauern, daß Luft und Wasser, zwei unentbehrliche Elemente, den Studirenden nicht gedeihen, weßhalb einige in ihr Vaterland zurückzukehren genöthigt wurden. Alle sind Professen, befolgen ihre Ordensregel, welche ihre Vorgesetzten, ein Quardian, Prüftet und Spiritual, getreulich überwachen; alle Tage wird das Chorgebet treulich verrichtet und an den Festtagen begeben sie sich mit dem DiöcesankleruS in die Kathedralkirche. Dieß vom innern Wesen und der Organisation der boSnisch-argentinischen Provinz, (Fortsetzung folgt) Verantwortlicher Redacteur: L. Schöucheu, Verlags-Inhaber: F. E. Kremer.