Vierzehnter Jahrgang. Sonntags-Beiblatt zur Augsburger PostLeitung. 10. September ^ 37. 1854. Dieses ivlatt erscheint regelmäßig alle Soautage. Der halbjährige Abvunementsprei« TV kr., wofür e« durch alle königl. daher. Postämter und alle Buchhandlungen bezogen werden kanr. Sancta Agatha. Agatha, im Flammenkleide Christ als ^eine Braut vermählet, Brandpatronin uns erwählet, Hilf uns, Sancta Agatha! Sich', die Sonne dörrt die Erde: Wann die Gluthcn uns bedrängen, Ihre Strahlen uns versengen, Komm' herab, o Agatha! Laß den heil'gen Wasserreiher Fliegen durch das Licht der Sonne», Schließen auf den Wolkcnbronnen, Den er hütet, Agatha! Auch der Erde gicr'ge Flammen Stets an unsern Häusern lecken, Werden uns zum Jammer wecke», Wann wir schlafen, Agatha! Trag' im gold'nen Flammcnkleide (Zeitlich Gut es gilt uns minder) Aus der Gluth nur unsre Kinder, Flammenfürstin Agatha! I. Pape. Der Tod Vvltaire's. (Fortsetzung,) ES gibt Sätze, die reichbegab>en und kmgbedachten Geistern gleich einleuchtend sind, so z, B. daß cin haltbares Gebäude eine feste Grundlage voran, setzt; versucht inan'ö aber, diesen Satz auf den Staaisbcin anzuwenden, dessen nnentbcyrliche Grundlage die Autorität der geistlichen wie der weltlichen Macht ist, so können die Kurzsichtigen, so w o l l e n die Hellsehenden nicht begreifen. Man baut fort und fort in die Luft, macht sich und Andern weis, dieß sey ein wohnlicher Aufenthalt, und Zwietrachtsflammen anzuzünden, Geht der Feind durch alle Lande; Vor dem rothen Kriegcsbrande Hüt' uns, Sancta Agatha! Wann das Feindsvolk naht, die Kinder Von dein eig'nen Herd zu jagen, Nett' uns in den bösen Tagen, Große Sancta Agatha! Doch zumeist vor jenem Brande In der cig'neu Brust wir beben; Sieh', er zehrt an unserm Leben: Kämpf' mit uns, o Agatha! Noch zum Tag des Weltgerichtes, Wann die Wclt verbrennt, befehlen Dir wir uns re armen Seelen: Vor uns geh', o Agatha! Dieses Haus ist Dir geweihet, Trägt Dein Bildniß ob der Pforte: Weich', o weich' uicht von dem Orte, Unser Schirm, o Agatha! 290 gelangt so unvermerkt in den Raum, wo niemand wohnt; oder, was nicht minder klug, man untergräbt das Fundament feststehender Behausungen, und sieht mit naiv fragendem Kopfschütte n den Bau einstürzen, als ob dieser Einsturz anderswo als in der unterwühlten Grundmauer zu suchen. Von denen, die mit Vorbedacht und richtiger Berechnung so zu Werke gehen, mag hier noch abgesehen werden, wir werden leider noch oft genug auf sie zurückkommen müssen. Heinrich's und Sully'S Bemühungen waren, wie gesagt, durchdacht, ehrlich und rastlos, hatten aber nur halben und ungesicherten Erfolg, weil sie in dem entschwundenen Boden jener doppelten Autorität keinen Wurzclgrunv mehr fanden. Die dreiköpfige Reformation, und in Frankreich namentlich der Calvinismus, hatte die kirchliche Autorität unmittelbar, und dadurch auch mittelbar die weltliche, zuerst bei einem großen Theile der Vornehmen gelockert, dann auch, wie eS zu geschehen pflegt, denn — exempls tranunt — bedeutende Massen im Volke selbst hingerissen. ES wäre vermessen, geradezu zu behaupten, daß der König bei längerem Leben und fortgesetzter Mitwirkung seines Ministers nicht endlich doch dieses Hinderniß überwunden, die zersetzenden Elemente nach und nach ausgeschieden hätte; allein gewichtige Vermuthungen sprechen dagegen. Heinrich war Convcrlit; Katholiken wie Protestanten fiel eS daher schwer, ihm unbedingtes Vertrauen zu schenken, und um so schwerer, wenn die ihm beigelegte Aeußerung: „Hue Paris valait dien une messe" keine Erfindung seiner Feinde ist. Sein leichtfertiges Leben, das zwar seine Thätigkeit als Regent nicht hemmte, aber ihre volle Anerkennung und allseitige Unterstützung verhinderte, mag auch das Seine wohl dazu beigetragen haben, daß er nach einer etwa sechzehnjährigen, kräftigen und wohlthätigen Regierung vielleicht doch seinen Geist mit dem betrübenden Bewußtseyn aushauchte, weder selbst König gewesen zu seyn, noch in seinem einzigen minderjährigen Sohne einen' König zu hinterlassen. Was Heinrich der Mann nicht vermochte, wie hätte daS seine Wittwe, auch ohne ihre Vorliebe für das florentinische Ehepaar, vollbringen können? und ihr allmälig zum Jüngling herangereister Sohn, der gutmüthige, aber kränkliche und beschränkte Ludwig XllI,, konnte unter der Leitung eines Duc de LuyneS wohl ein trefflicher Jäger und Vogelsteller, aber kein großer Herrscher des FrankenrcichS werden. Da warf ihm die Vorsehung, die am Ende doch immer den AuSschlag gibt, einen Mann in den Weg, wie ihn das Reich bedürfte, und Ludwig war trotz seiner Abneigung gegen Richelieu's Person doch weise genug, seine gclränktc Empfindlichkeil dem Wohl deS Landes zu opfern, und den überlegenen Geist, vor dem der seinige zitterte, an das StaatSruder zu stellen. Richelieu ergriff dasselbe mir einer Kraft, die sich zum Herrschen berufen fühlt, und sein Wille ward Gesetz in Frankreich und weit über dessen Gränzen hinaus. Aber hat denn dieser gewaltige, ja, menschlich zu reden, allgewaltige Minister, „cjui mit les rois cle trance oois L.ilolieo" und „I.a Lsperimxain diesen Tagen ist aber ein neues katholisches Wochenblatt angekündigt unter dem Titel: „l.g Lspimns eglolicg." In Portugal scheint die katholische Presse verhältnißmäßig stärker zu seyn. 293 die Pflicht meines bischöflichen Amtes habe ich eS nicht für genug gehalten, solche Werke zu censuriren, da diese Censuren für alle Diöcesen der Christenheit schon pro- mulgirl sind, und nicht hinreichen, dem Uebel abzuhelfen; die spanischen Sitten, die Würde des ThroueS Ew. Majestät und die der Religion schuldige Achtung verlangen, daß die Verbreitung so verderblicher Bücher gehindert uud daß sie confiScirt werven gemäß den in den Gesetzbüchern Philipps II., Carls lll. und Carls IV, enthaltenen Bestimmungen. Ich will mich nicht über die Gefahren vertreiben, die der Monarchie drohen, wenn man eine solche Verhöhnung der Majestät des Thrones und der Heiligkeit der Religion duldet; ich will auch nicht davon reden, daß Ew. Majestät, die sich Beschützerin der Kirche nennen, durch diese» Ehrennamen verpflichtet sind, solchen bösen Plänen entgegenzutreten; denn ich bin sest überzeugt von dem Eifer Ew. Majestät und von dem Schmerze, den Ihnen dieses Treiben bereitet. Als königlicher Rath — welches Amt mir als Erzbischof zusteht — will ich aber nicht unterlassen, Ew. Maj. darauf aufmerksam zu machen, daß, wenn Ew. Majestät es im Interesse der Krone für nothwendig hält, nicht nur die Cvnlrcbande zu verbieten, sondern sie zu confiscireu, das Interesse der Kirche, der Glaube uus.rer Väter und der Friede des Reiches nicht mindere Strenge in Bezug auf die erwähnten Bücher verlangen. Darum bitte ich Ew. Majestät, diese meine Anklage gegen die „Bibliothek des freien ManncS" in Erwägung zu ziehen, ihre Verbreitung zu verbieten, die darin enthaltenen ketzerischen, obscönen nnv gottlosen Bücher zu confiscircn und diejenigen zu strafen, welche sie verbreiten im Widerspruch mit den Geboten der Kirche und den ausdrücklichen Gesetzen der erla-nchtcn Vorfahren Ew. Majestät. — Judaö Joseph, Cardinal-Erzbischof von Sevilla." Die liberalen Blätter kennen kein Maaß in ihrem Lärmen über diesen „Krieg der Bischöfe;" vor allen zeichnet sich in dieser Hinsicht die „Kacion" aus, welche gegen JesniusmuS, religiöse Ream'on und dergleichen ganz im Slyle der englischen aulip.ipi- stifchcn Blätter eifert, was sich erklärt, wenn man weiß, in welchen Beziehungen dieses Blatt zu dem englischen Gesandten Lord Howdcn steht. Die „Xgcion" Hut denn mich die Entdeckung gemacht, die bewaffneten Schaaren, welche vor Kurzem CataKnien beunruhigten, von denen man jetzt aber schon nicht viel mehr hört, seyen Carlisten, und dieß hänge damit zusammen, daß in jener Provinz der Klcrnö am meisten Einflnß habe und die religiösen Bruderschaften am verbrcitetsten seyen. Die „Kspgnrm", das Organ der gemäßigten Liberalen, ist denn doch einsichtig genug, zu gestehen, daß von einer Uebertreibung deS religiösen Eifers, wovon die „^acüon" zu sprechen liebt, dem Lande keine Gefahren drohen, wohl aber von den unsittlichen, Religion und Monarchie unterwühlenden Schriften und Blättern, gegen welche die Bischöfe pflichtgemäß einschreiten. Die Bischöse sind übrigens auch nach den Landesgesetzen vollkommen in ihrem Recht. DaS Concordat vindicirt ihnen in Artikel 2 und 3 das Recht, gegen Bücher, welche dem Glauben oder den Eilten schädlich sind, einznschreiien, und eS wird ihnen dazu der Beistand der weltlichen Macht zugesagt. Die Gesetze, welche die Freiheit der Presse auösprechen, haben die Nothwendigkeit einer Prüfung von Seite der Bischöfe bei Schriften, welche religiöse Fragen berühren, anerkannt. So die Gesetze vom 20 Oct. 1820, August 1836, 9. April 1844. Dennoch haben die entfesselten Leidenschaften die Blätter mit der maßlosesten Polemik gegen den Episkopat angefüllt. Die liberale Presse würde übrigens gewiß nicht so heftig gegen das Auftreten der Bischöse eifern, wenn sie sich nicht gestehen müßte, daß bei der großen Mehrzahl ccr Spanier, trotz aller Aufkläruugsvcrsuche des Liberalismus und JndisserentismnS, ein bischöflicher Hirtenbrief mehr gilt, als ein Dutzend liberaler Leitartikel. «Schluß folgt.) Gott und die Gebildeten. Bezeichnend ist es, wie sich die vornehme Welt und die „Gebildeten" von Gott entfernen, wenn man z. V. nur einige gewöhnliche Gruß-., Wunsch- unv HöslichkcitS- Formeln betrachtet. 294 In einem Brief kannst du höchstens noch einen Armen oder einen Bauern mit dem schönen alten „Gott zum Gruß!" anreden, der Bürger würde darüber schon die Nase rümpfen, die vornehme Welt aber würde diesen Gruß als die größte Flegelei oder als Wahnwitz auslegen. Zum nießenden Armen oder Dienstboten, Bauern zc. kannst du meinetwegen noch sagen: „helf Gott!" zc., zu einem Bürger schickt sich schon sast nichts anderes mehr, als „zum Wohl," zu einem Halbgebildeten „zur Genesung;" der ganz Gebildete nimmt und gibt diesen Wunsch längst nicht mehr, da er „zu gemein" ist. Wenn der Arme und Niedrige ißt, so kannst du zu ihm noch sagen: „gesegn'S Gott!" zum Bürger und Mittelftändler mußt du schon sagen: „guten (oder besten) Appetit!" Der Gebildete aber verschmäht schon längst Geben nnd Hinnehmen dieses „altvä terischen" Wunsches. So schreiten wir auf der Bahn der Civilisation vorwärts! Kirchliche Notizen. Turin. Die auS ihrem Kloster vertriebenen Karthäuser von Collegno haben in der „Armonia" folgende Protestation veröffentlicht: Am 10. laufenden Monats August, während die unterzeichneten Väter der Karlhause von Collegno ihrer Ordensregel gemäß beschäftigt waren, und in Abwesenheit ihres Obern, drang die bewaffnete Macht in ihre Wohnung ein. Nachdem sie den Pförtner überrumpelt, trieb sie die Väter gewaltsam hinaus, von denen einer seit einem Monctt krank war und eben erst drei Aderlässe und eine Blutigelanlegung ausgestanden hatte. Sie ließ ihnen keinen Augenblick Zeit, um ihr persönliches Mobiliar mitzunehmen, und schloß die Kirche, um sie an der Wegnahme der heiligen Zierralhen zu hindern. Inzwischen verbreiteten sich einige von den Eindringlingen und andere den frommen Bewohnern von Collegno ganz fremde Personen im Kloster, und raubten werthvolle Gegenstände, unter andern Wein und Eßwaaren. Die Väter der Karlhause von Collegno waren einige Tage vorher aufgefordert worden, ihre eigene Wohnung abzutreten; da sie aber diesem Gesuch nicht willfahren konnten, ohne zuvor den Befehl ihrer Obern einzuholen, so wurde ihnen wie billig aus ihre Bitte die nöthige Zeit gewährt, um diese Erlaubniß einzukommen. Aber plötzlich vertrieben, und jetzt bei einer frommen Person versammelt, ohne deren christliche Liebe sie mitten auf der Straße lägen, protxstirten sie hiermit von neuem schriftlich, wie sie schon feierlich und mündlich prolestirt haben, während sie die Befehle ihrer Obern abwarteten, und erhoben sich vor der bürgerlichen Gesellschaft PiemontS, vor dem katholischen Piemont, wider eine so ungeheure Ungerechtigkeit. Sie protestiren im Namen des Rechts und des Eigenthums, die durch die Gesetze verbürgt und durch einen despotischen Act verletzt sind, den man bis jetzt verweigert hat ihnen mitzutheilen. Sie Protestiren im Namen der Unvcrletzlichkeit, die daS piemon« tesische Statut anerkannt, im Namen der Religion, die durch die gottlose Verletzung der Klausur uud der CauoneS beschimpft ist, im Namen der Ehre, die ein gegebenes Wort und ein gethanes Versprechen heilig macht, endlich und zuletzt noch im Namen aller Gesetze der Menschlichkeit, die in Bezug auf sie mit Füßen getreten werden. Collegno, 11. August 1854. (Folgen die Unterschriften.) » » « Rom, 23. Aug. Der heilige Vater har gestern ganz Rom durch eine schone That mit einer Begeisterung für sich erfüllt, welche an die ersten Tage, jene überglücklichen seines PontificatS, erinnen. Die Cholera greift täglich mehr um sich; viele Aerzte haben sich von Rom entfernt, andere weigern sich, zu den Kranken zu gehen; das Volk drohr mit Unruhen. Der heilige Vater weiß von Allem. Um die Furcht und den Schrecken vor geglaubter Anstcckung der Krankheit durch seine persönliche Furchtlosigkeit zu verscheuchen, begab er sich gestern gegen Abend, von den MonsignorS 295 Stella und Hohenlohe begleitet, in daS Hospital der Cholerakranken in San Spirito. Er besichtigte jedes einzelne Krankenzimmer, sprach mit den Aerzten, bat sie, nach Gewissen ihre Pflicht zu thun, und sprach den Leidenden Muth und Trost ein. Der Eindruck dieses Besuches Sr. Heiligkeit und seine günstige moralische Wirkung im Publikum übersteigt jede Vorstellung. 6 » « Köln, 4. Sept. Der hiesige katholische Gesellenverein wurde in seiner gestrigen sehr zahlreich besuchten sonntäglichen Abendversammlung durch die Anwesenheit eines werthen GastcS erfreut. ES war nämlich der Präses deS Wiener Gesellenvereins, Herr Dr. Gruscha, Professor am k. k. Theresianum zu Wien, welcher auf einer durch Deutschland unternommenen Reise nach Köln gekommen war. Nach einem Vortrage deS Herrn Präses, Domvicar Kolping, nahm der Gast aus Oesterreich daS Wort und verbreitete sich in einer geist- und gcmüthvollen Rede über die Entstehung, Fortbildung und jetzige Lage deö aus ungefähr 15(10 Mitgliedern bestehenden Wiener Vereins und über die Theilnahme, welche dimsclben geschenkt wird, nicht bloß von hochgestellten Personen aller Stände, sondern selbst von Sr. Majestät dem Kaiser von Oesterreich, der eine Adresse des Vereins, gelegentlich seiner Vermählung, aus den Händen deS Präses entgegen zu nehmen geruht und dabei in den edelsten Wor-en seine Wünsche für das Gedeihen der Vereinssache ausgesprochen hat. Demnächst trat ein Mitglied des hiesigen Vereins auf den Rcdnerstnhl, dankte dem Herrn Professor Dr. Gruscha für seinen ehrenden und erfreuenden Besuch, dankte ferner für die Grüße der Vereinsgenossen, erwiverte dieselben im Namen aller hiesigen Mitglieder und endete mit einem, mit stürmischem Jubel ausgebrachten dreifachen „Hoch!" auf die Freunde und Brüoer zu Wien. » » « Wien, 31. Aug. In Wiener-Neustadt wird von den Vätern der Gesellschaft Jesu, Joseph und Mar Kliukowström, Roman und Schmude eine Mission vom 3. bis incl. 17. September abgehalten werden. Die „Bohemia" berichtet höchst Erfreuliches über die Mission, welche die Väter der böhmisch-deulschen Mission deS CapucinerordenS zu Prag im k, k. ProvincialzwangSarbeitShause vom 21. bis zum 27. August abgehalten haben. — Zu Cairo sind am 31. Jnli die neuen für die katholische Mission in Centralafrica btstinimten Mitglieder angelangt. « « « Salzburg, 2 « ' - Stift Seitenstctten (Niederösterreich), 25. Aug. Durch die stets rege ober- hirtliche Fürsorge unsers frommen und gelehrten Ordinarius, des bochwürdigsten Herrn Jgnaz Feigerle und durch das bereitwillige Entgegenkommen unsers allverehrten Herrn Abtes, Ludwig Ströhmer, der jedem geistigen und geistlichen Aufschwünge immer hold sich erweiset, wurden in den freundlichen und geräumigen Mauern deS hiesigen VenedictiiierstiftcS vom 21. bis 25. d. M. Priestcrererzitien gehalten, an denen die Seelsorger dreier das Stift umgränzenden Deccmate Theil nahmen. Dieselben wurden, geleitet von dem hochwürdigen Herrn Pater Nohmann 8. und von dem hochwürdigen Herrn Stiftöabte, Montag den 21. d, M. Abends 5 Uhr nnter Jntonirung deö Veni Creator Spiritus eröffnet. Gleich zu Anfang gewann die Herzen aller hochwürdigen Herren Erercitanten, deren Zahl sich auf 39 belief, der einfache, rnhige, klare, reiche Erfahrung uuo fleißiges Lesen verrathende Bortrag des hochwürdigen Herrn Pater Rohmann, der mit zarter Schonung hier ein Schönpflästerchen von einem I^aovus abzustreifen wußte, dort manchen Lässigen vom gewohnten Ruhekissen aufrüttelte und zur Arbeit in den angewiesenen Weingarten zu ermuntern sich bemühte. Waren auch die Uebungen im geistlichen Lager zu Seitenstetren zunächst nur für den Secnlarklerus berechnet, so theilen wir doch die Ansicht jener, welche glauben, daß dort, wo Volksmissionen angezeigt sind, Priestererercilien vorausgehen sollten; nichts dcsto weniger hegen wir das zuversichtliche Vertrauen, daß diese Erercitien durch die Gnade Gottes mit einem eben so segenvollen Erfolge gekrönt werden, wie die im Oct. v, I. hier abgehaltene Volksmission und rufen dem gefeierten Oberhirten der St. Pöitner Diöcese, dem würdigen StiftSabtc und der ganzen Gesellschaft Jesu auS gerührtem Herzen einstimmig zu ein aufrichtiges veo gratis«! Verantwortlicher Redacteur: L, Schönchen, Verlags-Inhaber: F. E. Kremer,