Vierzehnter Jahrgang. Sonntags«Beiblatt zur Augsburger pojtzeitung. 8. Oclober 41. 1854. Dieses Blatt erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der halbjährige Abo.'mementspre^ Ttt kr., wofür e« durch alle köm'gl. daher. Postämter und alle Buchhandlungen bezogen werden kauv. St. Theresia. Von heiliger Liebesgluth entzündet, wonnetrunken, O welche Himmelslust, so unaussprechlich süß! Tief unter mir die ganze Welt in Nacht versunken, Und über mir ein lichtvurchströmtcs Paradies. Ich schaut' hinein nicht ohn' gehcimnißvolleS Beben, Als wollte nieine Seele schon dem Leib entschwebe». Ein gnadenreicher Tag war in mir ausgegangen, Ein höheres Sonnenlicht erglänzte iu den Höh»! Und einen ander» Stcrucuhimmcl sah ich prangen, Als müßte Ich vor namenloser Lust vergeh». Das Aug' durchflog die unermeßlich scrncn Weiten, Da schwanden alle Sinne nur in Seligkeiten. O, keine Sprache tan» mit voller Wahrheit schildern, Der Gottcslicbe unnennbare Süßigkeit; Und alle Kims!, erschöpft in tausend Bili>cru, Gibt kaum den Schatten dir von Jesu Lieblichkeit. Mag ihre Zaubcrmacht bis zur Bvllcudung reichen, So muß vor Seiner Schönheit dennoch sie erbleichen. Die Seele sand den Anscrwähltcn, lichtnmslossen — Anbetend sie zu Seinen Füßen niedersank; Aus Seinen hcil'gcn Wunden ward ihr eingcgossen, Bis lies in's Herz ein wunderbarer Liebcslrank: Daß neues Lebe« sich i« allen Gliedern reget, Verborgne Gottcskraft den ganzen Geist beweget. Ganz sicher ruht ich, wie in einer Gnadenzclle, Demi aller Erdenschmerz in Licbeslust zerfloß; Indeß der Weisheit Strahl in lichter Sonnenhelle, Wie eine Zlammenströmung sich in mich ergoß. Die dunkle Glaubcnsnacht war nun verschwunden, Da ich den Urquell alles Lichtes selbst gesunde». Begrabe» lag schon längst im Kreuze all' mein Wissen, Damit ich Ihn, der. Einen, wüßte ganz allein; 322 Und von der Welt und ihrer Weisheit losgerissen. In wahrer Selbstverläugnung lernte w»tse seyn. Nun aber, da ich lebend Ihm, mir selbst gestorben, Ist wunderbare Weisheit mir durch Ihn gew»rden. Ganz unbelauscht im tiefvcrborgnen Scelengrnnde, Den ich zu einer stillen Rast Ihm cmSersehn, Vernahm ich unerfaßlich hohe Himmelskunde, Und lernte Dinge — gar geheimnißvoll — versteh»! Die keine Mcnschenweisheit jemals wird ergründen, Doch auch mein Mund vermag sie nimmer zu verkünde». Wenn du verlangst nach dieser reichen Gnadenqnelle, Die aus dem Herzen Jesu ewig strömt und quillt: So such' auf Golgatha dir eine Ruhestelle, Bis daß Dn ganz von süßer Liebespein erfüllt. Dann wird in Ihm gcstillct all' dein Sehnen, In sel'ger Liebeslust begraben Schmerz und Thränen. Die katholische Universität zu Dublin. *) Sehr gern, verehrter Freund, will ich Ihrer Einladung folgen, die Zustände, namentlich die religiösen Verhältnisse von Großbritannien und Irland in einigen Artikeln zu erörtern. Die große Wichtigkeit der religiösen Bewegungen in England mich für das politische Leben dieses Staates wird wohl von Niemand bezweifelt, und eS bedarf darum keiner Rechtfertigung, daß eine politische Wochenschrift davon Notiz nimmt. Selbst die brennende Frage der Gegenwart, die orientalische, hat in England die Ausmerksamkeit von der religiösen Frage nicht ganz abzuziehen vermocht, — die Verhandlungen der dießjährigen Parlamentssession geben davon Zeugniß. Ich werde mich bei meinen Berichten nicht strenge an eine systematische Anordnung der verschiedenen Puncte binden, sondern, wie eS mir für eine Wochenschrift geeigneter scheint, an die Tagesereignisse anknüpfend, bald die Entwicklung und Ausbreitung der katholischen Kirche besprechen, bald ihr Verhältniß zum Staate und den Seeten, bald das Nnterrichtswesen, bald die Bewegungen im Schooße der StaatSkirche, bald die Bestrebungen der Katholiken im Parlamente, bald literarische Erzeugnisse oder waS sonst für Puncte sich noch darbieten mögen, über welche ich Interessantes und Belehrendes darbieten zu können glaube. Erlauben Sie mir aber, noch eine Bemerkung zur Orientirung Ihrer Leser vorauszuschicken. Sie wissen, ich bin mit Ihnen darüber einverstanden, daß eS nicht nur, waö man kürzlich geglaubt hat in Erinnerung bringen zu müssen, den Laien nicht zusteht, in der periodischen Presse als Richter, Kritiker oder Rathgeber in Gegenständen der kirchlichen Verwaltung aufzutreten, sondern daß dieß überhaupt nichr der Beruf und das Recht einer Zeitung, also auch nicht ihrer geistlichen Mitarbeiter ist. Sie und »Ihre Leser dürfen versichert seyn, daß ich mich gar nicht versucht fühle, über die hier gezogenen Schranken hinauszugehen. Ich halte eS aber auch, überhaupt davon abgesehen, für besser, bei der Darstellung der Zustände und der Zeitgeschichte eines Landes mehr berichtend, erzählend und beschreibend als raisonnirend und reflectirend zu verfahren, und mein Hauptziel bei diesen Artikeln wird eS darum seyn, die zu besprechenden Ereignisse und Verhältnisse nach den mir zu Gebote stehenden Quellen recht klar und anschaulich darzustellen. — Für dießmal erhalten Sie einen Bericht über die Gründung der katholischen Universität zu Dublin. Vor einigen Jahren bestand unter den irischen Bischöfen eine Meinungsverschiedenheit darüber, was in Bezug auf die von der englischen Regierung unter dem Namen *) Aus Fr, v, Alorencourt'S politischer Wochenschrift, 323 „(Zueen's Colleges" errichteten höheren UntcrrichtSanstalten zu thun sey. Ueber das Bedenkliche solcher gemischten Anstalten war man einig; nur glaubien einige der Bischöfe, insbesondere der verstorbene fromme und milde Erzbischos Murray von Dublin, eS werde vielleicht möglich seyn, das Gefährliche der Anstalten zu paralisiren, während die meisten entschiedene Maaßregeln, um die katholische Jugend von derselben fern zu halten, für räthlicher hielten. Die Sache wurde dem heiligen Stuhle vorgetragen und in Folge der von Rom eingetroffenen Entscheidung untersagten die Bischöfe den Geistlichen, Professuren an den Kollegien anzunehmen, und warnten die Katholiken vor dem Besuche dieser Anstalten. Zugleich enthielt aber die Antwort dcS heiligen Stuhles den Rath, die Bischöfe möchten versuchen, nach dem Beispiele des belgischen Episkopats eine katholische Universität zu bilden und so der studirendcu Jugend Gelegenheit zu bieten, sich alle nöthigen Kenntnisse anzueignen, ohne ihren Glauben und ihre Sittlichkeit zu gefährden. Dieser Vorschlag saud allgemeinen Beifall, und eS wurden gleich Maaßregeln ergriffen, denselben zu verwirklichen. Man verhehlte sich die Schwierigkeiten deS Unternehmens nicht, aber man vertraute auf Gottes Beistand und die Unterstützung der Katholiken, nicht bloß des armen Irlands, sondern insbesondere auch Englands und Nordamerikas. Die Katholiken dieser Länder haben auch durch die That gezeigt, daß sie die hohe Wichtigkeit einer solchen Anstalt zu erkennen wußten. Eine im Jahr 1851 in einem großen Theile von Irland veranstaltete Kirchencollecte lieferte einen vcrhältnißmäßig reichen Ertrag, in der Diöcese Weath z. B. über 3000 Pf.; der jetzige Erzbischos von Dublin, Dr. Cullen, welcher, sich mit besonderem Eifer der Sache annahm, erhielt von reichen Katholiken in England und Irland sehr bedeutende Summen, zwei nach Nordamerika gesandte irische Geistliche sandten als Ertrag ihrer dort veranstalteten Sammlungen taufende von Dollars nach Dublin, und 40 —50Mt) Pfund stehen jetzt bereits zur Disposition. Die englischen Zeitungen haben seit vier Jahren über dieß Projcct Paddy'S gespottet und gewitzelt und es für lauter Mondschein verschrieen. Man hat sich in Irland nicht irre machen lassen, sich nicht übereilt und Alles vorher gut überlegt; jetzt ist ein HauS für die Universität angekauft, die Organisation derselben nach einem von dem berühmten Dr. Newman entworfenen Plane fast vollendet, und im Herbst sollen die Hörsäle geöffnet werden. Am 18., 19. und 20. Mai wurde zu Dublin unter dem Vorsitze des Erz- bischofs von Dublin, Dr. Cullen, Primas von Irland und apostolischen Delegatm, eine Synode der irischen Bischöfe gehalten. Es waren zugegen die vier Erzbischofe; von den 29 Bischöfen waren 20 persönlich anwesend, drei durch Bevollmächtigte vertreten; der Bischof von Roß befand sich in Rom. Die Synode übertrug dem Dr. Newman förmlich das Rectoramt, zu welchem er bereits früher ernannt war; der heilige Vater hat die Wahl bestätigt. Alljährlich hat der Rector den Bischöfen einen Bericht über seine Amtsführung zu erstatten. Zum Vicc-Rector wählten die Bischöfe den hochwürdigen vr. Leahy, Präsidenten deS Kollegiums zu ThurleS. Die Namen der Professoren sind noch nicht veröffentlicht. In einer von Newman herausgegebenen Wochenschrift werden vor und nach die Statuten nebst Erläuterungen und meisterhaften Aufsätzen zur Orientirung über den Zweck und die Einrichtung der neuen Anstalt mitgetheilt. Ich behalte mir vor, später darauf zurückzukommen; für heute lassen Sie mich eine Feierlichkeit schildern, und eine Reve mittheilen, welche am besten geeignet find, das Unternehmen zu charakterisiren. Der Pfingstsonntag (4. Juni) war eS , an welchem der Rector feierlich daS Tridentinische Glaubensbekenntniß ablegen sollte. Der Dubliner Dom war von Gläubigen ganz gefüllt; daS Fest hielt die Bischöse in ihren Diöcesen zurück und die meisten Geistlichen in ihren Pfarren. Die Geistlichen, welche erscheinen konnten, waren auf dem Chöre versammelt. In der Mitte desselben kniete Dr. Newman neben dem Bischof von Bombay, der gerade in Dublin anwesend war; der Erzbischos von Dublin assistirte auf seinem Throne mit Mitra und Stab dem Hochamt, welches der Bischof von Antigona i. p., Coadjutor deS Bischofs von Kerry, Dr. Moriarty, celebrirte. Nach 324 dem Hochamt ertheilte der Erzbischof den versammelten Gläubigen den Segen und sehte sich, nachdem das Veni Lrestor gesungen war, vor dem Altare nieder; Dr. Newman kniete vor ihm und legte mit vernehmlicher und fester Stimme in der üblichen Weise das Glaubensbekenntniß ab. Darauf bestieg der Erzbischof die Kanzel und hielt eine kurze, in Inhalt und Form meisterhafte Anrede an die Versammelten. Er begann, an das Fest anknüpfend mit einer Schilderung des Waltens des heiligen Geistes in der Kirche, wies dann darauf hin, wie die Kirche zu allen Zeiten die Lehrerin der Völker und die Beschützerin und Pflegerin der ächten Wissenschaft gewesen und schloß mit folgenden Worten: „Die Kirche hat stets die Unwissenheit bekämpft, sie hat stets wahre Wissenschaft gefördert. Zwar ist sie unveränderlich in ihrer Lehre und gestattet nicht die göttliche Wahrheit anzugreifen und in Frage zu stellen: aber ist daS nicht ihre Pflicht? sind nicht ihre Lehren die Lehren der Offenbarung, die ihrer Hut als eine heilige Hinterlage von ihrem göttlichen Stifter anvertraut sind, und ist nicht sie zur Säule und Grundfeste der Wahrheit gemacht? ES ist wahr, sie verdammt Schriften und verbietet ihren Kindern, sie zu lesen; aber ihre Verbote sind nur gegeu schlechte Werke gerichtet, die das Herz verderben würden, wie unsittliche uud unanständige Romane, oder die sie Grundlage des Glaubens durch Verbreitung des Unglaubens und Jrr- glaubeus untergraben würden. Die Kirche hat die Aufgabe, ihre Kinder zur ewigen Seligkeit zn führen, und darum muß sie dieselben vor der Pest der Sünde und vor der Finsterniß des JrrthnmS schützen . . . Die katholische Kirche kämpft auch gegen gewisse Schulen und Erziehungssysteme: aber thut sie nicht auch dieses darum, weil dieselben dem Glauben und den Sitten gefährlich sind? Und wenn sie die fleischliche Wissenstaft verdammt und verwirft, welche der heilige Jacobus als irdisch sinnlich und teuflisch bezeichnet, fördert und unterstützt sie nicht alle nützlichen Künste und alle Zweige der Wissenschaft, welche den großen Zweck unserer Erschaffung fördern können? Ist sie nicht die Lehrerin der Völker gewesen? Haben wir nicht ihr die allgemeine Verbreitung der Bildung zu danken, die wir unter allen Ständen der Gesellschaft in jedem christlichen Lande finden? Sie hat Schulen errichtet zur Erziehung der Armen, Eollegien und Universitäten gegründet für die Reichen uud Höherstehenden. Alle Universitäten in Europa mit wenigen Ausnahmen verdanken ihr das Entstehen. Selbst die jetzt der kalholischcn Kirche feindlichen Universitäten, wie Orford uud Cambridge, wurden von unsern kalholischen Vorfahren gegründet und dotirt uud von den Nachfolgern VeS heiligen PetniS geschützt nnd unterstützt. Diejenigen, welche jetzt von der Kirche getrennt sind, mögen den Glanz und die Herrlichkeit der Institute rühmen, die sie besitzen: aber wäre es nicht billig, zn gestehen, daß der Rnhm nicht ihnen gebührt, daß das, worauf sie stolz sind, das Werk katholischer Hände und daS Erzeugniß katholischer Geister ist. Wenn man diese Thatsachen beachtet, wie kann dann ein Unparteiischer der katholischen Kirche vorwerfen, sie sey eine Feindin des Fortschritts? Für Irland gab cs eine Zeit, sie ist noch nicht lange verflossen, wo die Erziehung geächtet, wo es Hochverrath für einen Katholiken war, ein Lehrer zu werden oder sein Kind in eine katholische Schule zu schicken. Und doch gibt eS Menschen, die von ihrer Liebe zur Wissenschaft und Aufklärung sprechen und die Rückkehr dieser Tage der Finsterniß und Verfolgung wünschen. Als die Strafgesetze etwas gemildert wurden, war es der erste Gedanke der irischen Katholiken, für die Erziehung ihrer Kinder zu sorgen. Sie bedeckten das Land mit Schulen nnd Kanten Kollegien, und viele ihrer ErziehuugSinstitute lassen sich denen aller andern Länder kühn an die Seite stellen, nnd daö alles hat das Volk mit seinem Eifer ohne fremde Unterstützung vollbracht. Wir hatten allerdings manche ErziehnngSsysteme zu bekämpfe», aber nur darum, weil ihnen die Absicht zu Grunde lag, unseren Glauben zn zerstören und uns von der katholischen Kirche loszureißen. Wir sind verpflichtet, Reich und Arm vor solchen Systemen zu warnen, wir fordern sie auf, ihre Kiuder vor vergifteten Weiden zu bewahren, aber wir ermähnen sie, ihnen die Segnungen einer guten Erziehung zuznwcndtn und sie zu den Quellen wahrer Wissenschaft zu führen. Auch jetzt geben 325 die irischen Katholiken unter der Leinmg ihrer Bischöfe und im Einklänge mit den Ermahnungen des heiligen Stuhls einen neuen Beweis von ihrer Liebe zur Wissenschaft, durch die Anstrengungen, die sie machen, inid durch die Opfer, die sie bringen, um eine katholische Universität ins Leben zu rufen, wo die irische Jugend ihren Wissensdurst befriedigen und sich dem Studium der Wissenschaften und Künste widmen kann, ohne ihren Glauben zu verlieren, — ein Unglück, welches viele getroffen hat — und ohne sich den Gefahren und Versuchungen auszusetzen, die sie in antikatholischen Instituten umgeben. Der Plan ist groß und schwierig, uud müßten wir nnS ans unsere Kraft allein verlassen, die Größe des Unternehmens würde uuS zurückschrecken. Aber unsere Hoffnung ist zuversichtlich — wir vertrauen ans Gott, ans den mächtigen Schutz der allerseligsten Jungfrau und unserer Schutzheiligen, auf die Sympathie aller Katholiken, auf den Segen des Nachfolgers des heiligen PetruS, auf die Gebete der Gläubigen und besonders der Armen. Das Unternehmen ist groß, aber mit Gottcö Hilfe wird eS gelingen. Die Sorge, dasselbe auszuführen, ist von den, irischen Bischöfen dem hochwürdigen Herrn übertragen, welcher eben nach altem Brauch beim Aiuritt seines AmtcS in eurer Gegenwart das Glaubensbekenntnis) abgelegt und erklärt hat, er wolle alles aufbieten, die Lehren der heiligen katholischen Kirche zu erhalten, zn bewahren und zu vertheidigen. Er ist ein Mann eben so ausgezeichnet durch gründliche Gelehrsamkeit, als durch Tugend und Frömmigkeit. Er kann sich rühmen, Verfolgung gelitten zu haben um der Gerechtigkeit willen und eine harte Prüfung bestanden zn haben wegen seiner Anhänglichkeit an unsere heilige Religion. Dürfen wir nicht hoffen, Geliebteste, daß nnter der Leitung eines solchen RectorS das iZenfkörnlein, welches seiner Sorge anvertraut ist, zu einem großen Baume heranwachsen werde, der daS Land mit seinen mächtigen Zweigen überschattet? DaS heutige Fest führt unS vor die Seele, was Gottes Macht vermag: Diese zwölf armen Männer, welche wir in Furcht und Zittern in Jerusalem versammelt sehen, sind bestimmt, das Salz der Erde zu werden und daS Licht der Welt; sie gehen hin ohne Ansehen, ohne Macht, ohne Reichthum, und trotz des Widerstandes aller Mächte der Erde nud der Hölle bekehren sie die Welt, verbannen sie Götzendienst und Aberglauben und unterwerscn sich die Völker der Erde; durch ihre Predigt wird das Kreuz, welches den Heiden eine Thorheit war und den Juden ein Aergerniß, die stolzeste Zierde des TiademS der Könige und Fürsten und wird eS triumphirend aufgepflanzt auf den prächtigsten Denkmälern Griechenlands und Roms. Wenn also Gott mit unS ist, wen haben wir zn fürchten? nnter seinem Schutze, und da wir arbeiten zur Ehre seines Namens und für daS Heil unserer Seelen, dürfen wir mit voller Zuversicht auf das Gelingen unseres Werkes rechnen. Und Sie, hochwürdiger Herr, dem die Ausführung eiueS fo großen Werkes von der irischen Kirche übertragen ist, erlauben Sie mir, Sie zn ermähne», den Schwierigkeiten und Beschwerden, auf die Sie stoßen werden, muthig und entschlossen entgegen zu gehen. Sie haben den Segen des Nachfolgers des heiligen PetruS, die Gutheißuug und Mitwirkung der irischen Kirche nud die inbrünstigen Gebete der Glän- bigen, — alle Schwierigkeiten werden allmälig schwinden und Ihrer Wirksamkeit wird sich ein schönes und ausgedehntes Feld eröffnen. Lehren Sie die ihrer Hut anvertraute Jugend, alle Felder des Wissens zu bebauen, die Tiefen jeder Wissenschaft und die Geheimnisse jeder Kunst zu erforschen; nntcrftützen Sie die Entsaltnng deS Talents nnd den Flug des Genius, aber wehren Sie dem Wachsen deS Irrthums und seyen Sie ein festes Bollwerk gegen ÄlleS, was die Interessen der Religion und die Lehre der heiligen katholischen Kirche gefährden könnie, Unter allen Umständen und zu allen Zeiten seyen Sie bestrebt, eine ächt katholische Gesinnung, einen wahrhaft religiösen Geist den zarten Gemüthern der Jugend einzuflößen; lehren Sie dieselben den Werth dieses inoins 5l>tHZ»< ^l»« - »ül,H/!lZöH Das Gebetbuch, welches die k. k, Akademie der bildenden Künste zu Wie» sür Ihre Majestät die Kaiserin Elisabeth anfertigen läßt, dürfte an Schönheit und Kunst- werlb allcS bisher in diesem Genre Gelieferte übertreffen und vielleicht das einzige Eremplar von solchem Werthe bilden. Der Tert der Gebete ist mittelst der Feder äußerst kunstvoll auf Pergament geschrieben, jedes Blatt hat eine eigens entworfene neue Randzcichnuug, an deren Ausführung sich die vorzüglichsten Künstler der Residenz betheiligten. Für die äußere Ausstattung wurde ebenfalls das Schönste und Geschmackvollste besorgt. Der Einband enthält massive Beschläge von Gold und Silber, die nach eigens gemachten Zeichnungen und Matrizen geprägt und gravirt werden, * 5 * In der Türkei haben die sranzösischen Soldaten sich in der Krankenpflege ihrer von der Cholera befallenen Kameraden so wacker bewieseil, daß der Marschall S. Arnand sie mit barmherzigen Schwestern verglich. Es muß doch waS Absonderliches seyn um den Muth einer barmherzigen Schwester, wenn man sogar einem Soldaten, bei dem doch Courage zum Handwerk gehört, ein Kompliment damit macht, ihn einer barmherzigen Schwester zu vergleichen. >---- , Nerautwortlicher Redacteur: L, Schvuchen. Verlags-Inhaber: F. C. Kremer.