Eilfter Jahrgang. Sonntags-Beiblatt zur Augslmrger PostMtung. N'iln-N n,ki« N^WNI^ I!^ '1^ 'i'i! >-'>!, ! !^ii'^Ä^/jttM^ NUi '1?7N« ^ 18. Mai ^ 2«. 1851. Dieses Blatt erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der halbjährige Abonnementsprei« TV kr., wofür es durch alle königl. bayer, Postämter und alle Buchhandlungen bezogen werden kann. Hirtenbrief des hochwürdigsten Bischofs von Mainz, bei dem Anfange der Fastenzeit 1851. (Schluß.) In dieser offen vorliegenden Thatsache kann ich nur das Bestreben erkennen, die politische Bewegung für religiöse Tendenzen auszubeuten. Unter dem Vorgeben, Politik zu treiben, will man das Volk deutschkatholisch machen. Dagegen muß ich mich erheben und dagegen sollten sich mit mir alle Katholiken erheben, von welcher politischen Partei sie immer seyn mögen. Als die Arianer vor anderthalbtausend Jahren unter dem Schutze der römischen Kaiser bis nach Mainz vorgedrungen, um nicht etwa, wie eS jetzt geschieht, Christus zu einem bloßen Menschen zu machen, sondern um ihm seine ewige Geburt vom Vater abzusprechen, da trat der Bischof von Mainz, der heilige Marimus, der Nachfolger des heiligen Märtyrers Lucius, wider sie auf, durchwanderte barfuß mit seinen Priestern das Land, um seine Heerde vor dieser Irrlehre zu schützen. Ohne andere Macht, als die der Wahrheit, kämpfte er gegen die übermächtigen Arianer. Er wurde sieben Mal von ihnen ergriffen, öffentlich geschlagen und vertrieben, aber wie Christus durch den Tod den Tod überwand, so überwand er durch Leiden das Leiben und die Verfolgung, und befestigte von Neuem seine Heerde in dem Glauben an den Sohn Gottes. Seitdem bis auf die neueste Zeit hat eS Niemand mehr gewagt, in der Mitte des Volkes, von dem Ihr abstammt, die Gottheit Christi offen anzugreifen; mir und meinem Vorgänger war der Schmerz aufbehalten, diese Unthat erleben zu müssen. Wenn ich auch an Verdienst nicht werth bin, dem heiligen Marimus die Schuhriemen aufzulösen, so theile ich dennoch sein Amt und seine Pflichten. Für denselben Glauben, den er vertheidigte, habe ich an derselben Stelle meine Stimme erhoben, und wenn eS nöthig seyn sollte, so bin ich bereit, auch seine Leiden für diesen Glauben zu tragen. Vielgeliebte in unserm Herrn Jesuö Christus! Wie die Zeiten vor unS waren, so werden sie auch nach uns seyn. Nur wir Menschen vergehen schnell, wie die Blume verblüht, wie daS Blatt vom Baume fällt. In dem alten Mainz wandeln wir auf Gräbern. Unwandelbar besteht nur die Kirche bis an das Weltende. Wird aber auch die Stadt und die Diöcese Mainz Christus und seiner Kirche unwandelbar treu bleiben? Werdet Ihr und Eure Nachkommen, wenn die Posaunen des Weltgerichts Euch und Eure Voreltern aus den Gräbern hervorrufen werden, daS Zeichen desselben Glaubens an der Stirne tragen, das sie so treu nnter allen Glaubenskämpfen bewahrten? oder werden sie mit dem Zeichen des MenschensohneS und Ihr mit dem Zeichen seines Widersachers dastehen? i54 Ich hoff,: zu Gott, Vielgeliebte, wir werden den guten Kampf für Christus siegreich bestehen. Dennoch dürfen wir nicht verkennen, daß wir an einem Zeilpuncte der ernstesten Entscheidung stehen, der Entscheidung jjir Christus oder wider Christus, für Goic oder wiver Gott. Die heilige Schrift ist voll von Aussprüchen, daß am Ende der Zeiten trübe Tage kommen, daß der Antichrist ausstehen und ein ungeheurer Abfall geschehen werte. Wie ernst sind "die Worte des Heilandes: „ES wird alsdann eine große Trübsal seyn, dergleichen vom Anbeginne der Welt bis jetzt nicht gewesen ist, noch fernerhin seyn wird. Und wenn die Tage nicht abgekürzt würden, so würde kein Mensch gerettet werden: aber um der Auserwählten willen werden jene Tage abgekürzt werden. Wenn alsdann Jemand zu Euch sagt: Siehe, hier ist Christus, over dort! so glaubt es nicht. Denn eS werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen: und sie werden große Zeichen und Wunder thun; so daß auch die Auöerwahlten, wenn cS möglich wäre, in Irrthum geführt würden." „Siehe, ruft der Heiland, ich habe eS euch vorhergesagt: Es werden Viele unter meinem Namen kommen, und sagen: Ich bin eS, und werden Viele verführen." Der Apostel Paulus aber sagt im Geiste seines Meisters: „Lasset euch von Niemanden irre führen auf keinerlei Weise (nämlich, als sey die zweite Ankunft des Herrn damals schon nahe bevorstehend), denn zuvor muß der Abfall kommen und offenbar werden der Mensch der Sünde, der Sohn deS Verderbens, der sich widersetzt, und sich erhebt über Alles, was Gott heißt ober göttlich verehrt wird, so daß er sich in deu Tempel GotteS setzt und sich für Gott ausgibt." Dem TimotheuS aber schreibt derselbe Apostel: „DaS aber wissen wir: daß in den letzten Tagen gefährliche Zeiten kommen werden; denn eS werden die Menschen seyn voll Eigenliebe, habsüchtig, prahlerisch, hoffärtig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, lasterhaft, lieblos, unfriedsam, verleumderisch, uncnihaltsam, grausam, schonungslos, Verräther, muthwillig, aufgeblasen, die Lüste mehr liebend, als Gott, die zwar einen Schein der Religion haben, aber die Kraft derselben verläugnen. Diese aber vermeide. Wann diese letzte Zeit kommen wird wissen wir nicht; nur daS wissen wir, daß wir ihr mit jedem Jahrhundert näher rücken, und daß unS diese Worte gesagt sind, um unö zu warnen: „Siehe, ich habe eS euch vorhergesagt.« Das wissen wir, daß dem letzten großen Abfall, wo selbst die Auserwählten, wenn eS möglich wäre, verführt werden würden, Zeiten deS Unglaubens, deS Irrglaubens und großer Lasterhafter verhcrgehen werden, und daß selbst dieser Irr- und Unglaube, selbst dieses Geschlecht der Hoffärtigcn, der Ungehorsamen gegen die Eltern, der Verräiher, der Diener der Lüge den Schein der Religion annehmen wird. DaS wissen wir, daß schon seit dem Erscheinen,Christi auf Erden der Antichrist und sein Anhang wider den Sohn GotteS streiten. „Wie ihr gehört habet," sagt der heilige Johannes, „wird der Widerchrist kommen, ja schon jetzt sind viele Widerchristen geworden.... Sie sind von unS ausgegangen, aber sie waren nicht von unS; denn wenn sie von uns gewesen wären, so würden sie bei uns geblieben sevn. Wer ist der Lügner, als der, welcher läugnet, daß JesuS Christus sey. Das ist ein Antichrist, welcher den Vater und den Sohn läugnet. Jeder, der den Sohn verläugnet, hat auch den Vater nicht." Was ist nun in diesen Tagen vor unsern Augeu geschehen? „ES sind falsche Lehrer unter unö aufgestanden, welche Irrlehren des Verderbens einführen, den Herrn, der sie erkauft hat, verläugnen, und schnelles Verderben über sich hereinführen. Viele folgen ihrer Schwelgerei, und sie lästern den Weg der Wahrheit." Darum habe ich nicht im eigenen Namen, sondern im Namen Gottes und seines SohneS JesuS Christus zu Euch geredet, um Euch zum Wachen und Gebet aufzufordern, damit Ihr nicht in Versuchung gerathet. An Euch wende ich mich noch insbesondere, die Ihr als Stellvertreter GotteS mit unS Priestern berufen seyd, daS Heil der Euch anvertrauten Seelen zu wirken. Wachet mit unS, Eltern, Lehrer, Herrschaften, Meister, wachet über die Gesellschaften, die Eure Pflegbesohlenen besuchen, wachet über die Bücher und Blätter, die sit 155 lesen, wachet darüber, wie sie ihre Pflichten gegen Gott und seine Kirche erfüllen. Die Verführung naht sich vor Allem dem jugendlichen Herzen. „Sie," sagt der Apostel PetruS, „nämlich die falschen Lehrer, die die Lust eines TageS für Glückseligkeit halten, sie locken an sich die leichtfertigen Seelen." Die Jugend ist >o leichtfertigen HerzenS, deßhalb hat ihr Kolt Eltern, Vorsteher und Führer gegeben, die sie vor Sünde und Verführung bewahren sollen. Gott hat im Allen Bunde dem Heli geschworen, „daß die Missethat seines HauseS nicht gesühnt werde durch Opfer und Gaben bis in Ewigkeit." Und worin bestand diese Missethat? O höret cS, geliebte Eltern, in der Sünde, „daß er wußte, daß seine Söhne BöseS thaten, und sie nicht bestrafte." Und worin bestand das Böse, daS die Söhne thaten? „Darin, daß sie die Leute vom Opfer deS Herrn abhielten." Wie viel größer ist aber die Sünde christlicher Kinder, die sich durch den Besuch schlechter Gesellschaften in die Gefahr begeben, Glauben und Tugend zu verlieren, wie viel größer die Missethat christlicher Eltern, die daui schweigen. Wie tief mußte cS mich daher schmerzen, zu erfahren, daß es hier Männer und Frauen geben soll, die zwar mit den Ihrigen Katholiken bleiben wollen, und dennoch nicht nur selbst Versammlungen und Vortrügen der sogenannten „Deulschkatholileu" beiwohnen, sondern auch gestalten, daß ihre Kinder, Jünglinge und Jungfrauen, hingehen. Ich aber sage Euch, geliebte Eltern, mit dem Apostel Paulus und mii der kaiholischen Kirche: Ihr müßt diese Versammlungen vermeiden. Unmöglich ist cS, Christum als seinen Heiland und die Kirche als eine Anstalt GotteS, als eine Säule und Grundfeste der Wahrheil zu bekennen, und Versammlungen anzuwohnen, wo Christus als ein weiser Jude, die Kirche aber als eine Anstalt voll Schmach und Schande behandelt wird. „Wie lange werdet Ihr, rufe ich mit EliaS auS, auf beiden Seiten hinken? Ist der Herr Gott, so folget ihm, ist Baal Gott, so folget ihm." O, möchte meine Stimme auch Euch erreichen, fremde Brüder, die Ihr die Quellen des lebendigen Wassers in der Kirche GotteS verlassen habt, und an den Cistcrnen deS Unglaubens Euren Durst nach Glückseligkeit zu stillen bemüht seyd. Möchte insbesondere Euch mein Wort nicht hart und lieblos erscheinen. Ich habe so gesprochen, weil ich glaubte, eS zu müssen, weil ich glaube, daß kein anderer Name dem Menschen gegeben ist, um selig zu werden, als der Name dcö Gottmenschen Jesus ChristuS; weil ich also glaube, daß daS höchste allein wahre Gut unS mit dem wahren Glauben entrissen wird. Man hat Euch mit Haß gegen die Kirche und ihre Priester erfüllt, aber ich sage Euch, was ein würdiger Priester seinen LandSleuien zurief: Ihr haßt nicht die Kirche und ihre Priester, sondern das Lug» und Trugbild, daS der Geist der Lüge Euch von der Kirche entwirft. Kenntet Ihr die Kirche, diese von Gott unS gegebene Mutter, wie Eure Eltern sie kannten, so würdet Ihr sie lieben, wie sie sie liebten. Prüfet die Geister, die sich Euch nahen, die Euch belehren wollen, ob sie dem Geiste GotteS oder dem Geiste der Lüge entstammen. Wodurch haben sie eS Euch bewiesen, daß sie eS redlich mit Euch meinen, daß sie Euch wahrhaft lieben? Ist der schon immer unser Freund, der unsern Leidenschaften, unserm Stolze, unserer Sinnlichkeit schmeichelt? Sind Adam und Eva dadurch Götter geworden, daß ihnen der Teufel sagte: „Ihr werdet wie Götter werden?" Und welche andere Beweise der Liebe hat man Euch gegeben? Man erfüllt Euch mit Haß gegen unS. Man stellt Euch daS Leben einiger schlechten Priester vor, und wirft dann den Schein der Habgier und der Bosheit auf unS Alle, und auf die Kirche. Kann aber die Kirche ihren Priestern die Freiheit nehmen? Kann sie eS ihnen wehren, wenn sie sich verdammen wollen? Ist ChristuS schuld, daß unter den Jüngern ein JudaS war, oder sind alle Apostel gottlos, weil JudaS ein Verrälhcr war? Wie könnt Ihr einem so groben Truge folgen? Ja, eö gibt auch einzelne nichtSwürdige Priester, die daS unendlich heilige Amt schänden, das sie bekleiden, die der Kirche die tiefsten Wunden schlagen, die die Kirche, ihre Ehre, ibre Göttlichkeit, das Heil der ihnen anvertrauten Seelen verrathen, wie JudaS — Christum verrathen hat; ja, cS gibt auch schlechte Priester, und wie die Engel um so tiefer fielen, je höher sie standen, 15« so auch die Priester; und wie die gefallenen Engel die Verführer der Welt wurden und daS größte Elend anrichteten, so auch schlechte Priester; ja, es gibt auch schlechte Priester. — O, gäbe es keine! Wären wir Alle, wie die Kirche uns will, wie wir es der Kirche geschworen haben, wie würde cS dann anders in der Welt werden, waö könnte dann noch der Wahrheit und Schönheit der Kirche widerstehen? Aber warum sehet Ihr auf diese unseligen Nachfolger deö Judas, über die die Kirche wehklagt und jammert, und nicht auf die große Schaar heiliger Männer, die zu jeder Zeit Gut und Blut dem Heile ihrer Mitbnider geopfert haben? Abermals frage ich, welche andere Zeichen der Liebe, als den Hohn über die Kirche, haben sie Euch gegeben? Welche Opfer, welche Entsagungen umd Selbstverläuanuiigen haben sie Euch gebracht? O wahrhaft, prüfet die Geister. Wir aber, Geliebte, wollen Euch zeigen, daß wir Euch lieben, daß wir nichts suchen als Eure Seele. Ich bin wenigstens nicht zu Euch gekommen, weil ich keinen andern Aufenthalt auf Erden hatte, oder weil ich zeitliches Gut bedürfte. Ich habe in meiner Heimat viele tausend Seelen, von denen ich mich mit Schmerz losgerissen, die mich mit Jubel und Liebe wieder aufnehmen würden; ich habe dort Gelegenheit genug, auch iu zeillichem Wohlergehen zu leben, wenn ich das suchte. Ich bin auf Befehl des heiligen Vaters zu Euch gekommen, und ich bin bereit, Euch meine Zeit, meine Kräfte, mein Habe und mein Leben zu opfern, und nichts für mich zu suchen bis an das Ende meines LebenS; und viele meiner Mitbrüder unter den Priestern sind dazu bereit, daS wollen wir Euch zeigen. Prüfet dann, wer ver Miethling ist, der nicht Gott und seine Heerde, sondern sich und das Seiuige sucht. Prüfet aber auch Cure Seele, Euer Gewissen in ver Gegenwart des allwissenden Gottes, prüfet Euch, nachdem Ihr gebetet habt, prüfet Euch, ob daS der Weg ist, der Euch wahrhaft glücklich gemacht hat, auf dem Ihr der Ewigkeit entgegen gehen wollt. O, möchtet Ihr zu dem guten Hirten Eurer Seele zurückkehren! Heute, wenn Ihr meine Stimme höret, verhärtet nicht Eure Herzen. „Glaubet an das Licht, so lange Ihr das Licht noch habet, damit Ihr Kinder des Lichtes seyd." So bitte ich Euch mit den Worten Jesu Christi. Lasset die Zeit nicht vorübergehen, wo Euch das Gnadenlicht noch leuchtet. Habt Ihr die Gnadenzeit erschöpft, entzieht Euch Gott die Gnade, ohne welche wir nicht glauben können, o dann würden sich an Euch die fürchterlichen Worte erfüllen, die von den Juden geschrieben stehen: Darum konnten sie nicht mehr glauben; denn JsaiaS hat abermals gesagt: „Er hat ihre Augen verblendet und ihr Herz verstockt, daß sie mit den Augen nicht sehen und mit dem Herzen nicht verstehen, noch sich bekehren, noch ich sie selig mache." Ihr Alle aber, geliebte Diöcesanen, die Ihr an Jesum Christum glaubt und durch ihn selig werden wollt, ich bitte unv ermähne Euch, benutzet die Gnadeuzeit, die uns jetzt bevorsteht, die heilige Fastenzeit im Geiste der Kirche. Wenn Gott der Sünde gedenken will, wer wird dann vor ihm bestehen? Vereiniget Euch mit unS Priester,»! im Gebete, damit Gott seine heilige Liebe in unsere Herzen ausgieße, betet für die Kirche, den heiligen Vater, die Bischöfe und Priester, daß Gott sie mit Weisheit, Gnade und Kraft erfülle, betet inständig für unsere lieben verirrten Mitbrüder, daß sie zur Heerde Jesu zurückkehren mögen. Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi sey mit Euch Allen! Gegeben zu Mainz am Tage des heiligen Willigis, 23. Februar 1851. -j- Wilhelm Emmanuel, Bischof. Der Missionär P. Gawronski. Es war ungefähr im Jahre 1843, als ich auf meinem in dem ruthenischen Theile GalizienS gelegenen Landsitze in 55» ein Schreiben des lateinischen Pfarrers von 55», ^ Diöcese die lateinisch-christliche Bevölkerung meines Gutes gehörte, erhielt, worin er mir anzeigte, daß der Priester Gawronski, der von der Regierung die Erlaubniß erhielt, die in Ruthenien zerstreuten und von ihren respectiven Pfarren 157 entfernten polnischen Bauernfcimilien in kirchlicher Mission behufS einer religiösen Belehrung zu besuchen, nächstens auch in mein Territorium einkehren und daselbst seine Missionsarbeit beginnen werde. Eine solche außergewöhnliche Erscheinung, die meines Wissens hier früher nie stattgefunden, mußte, eben wegen der Seltenheit, verschiedene Gedanken erwecken, wovon der glimpflichste in dem Träger einen blinden Fanatiker darstellte. Die Anstalten zu seinem Empfange waren gemacht; ein Hintergedanke jedoch, den vielleicht zu weit getriebene Vorsicht eingab, rieth auch für eine gewisse Ueberwachung des sonderbaren Gastes zu sorgen. Tage und Wochen vergingen, der Missionär ließ sich nicht sehen, der Glaube, daß er — vielleicht auS Ursachen, welche daS hier stelS noch wach erhaltene Mißtrauen jeder nicht normalen Erscheinung so bereitwillig substituirte — höhern Orts verhindert, nicht mehr ankommen weide, nahm Immer mehr überHand und schien sich bewahrheiten zu wollen. Da wurde mir eines TageS Jemand gemeldet, der mich zusprechen wünsche. Meine Aufforderung, hereinzutreten, blieb lange erfolglos — ich trat demnach hinaus. An der Eingangsthüre des Vorzimmers stand eine kleine gebückte Gestalt, angethan in ein schwarzes, ziemlich abgetragenes priesterlichcs Gewand. Stellung, Geberde und Aussehen machten mich glauben, ein Mitglied vom Orden der barmherzigen Brüder stehe in Angelegenheiten seines Klosterspitals vor mir Erst als wir eingetreten waren, erfuhr ich, daß es der Missionär Gawronski war» Kalt und mit etwas gedämpfter Stimme machte er mich mit dem Zwecke seines Hierseyns bekannt, wies entschieden alle Erfrischungen, die man in Galizien fast jedem angekommenen Gaste zu bieten pflegt, ab, wollte eben so wenig von der für ihn bereit gehaltenen Wohnung Gebrauch macheu, indem er bei einem Bauer schon aufgenommen sey, und entfernte sich eben so anspruchlos und bescheiden, ja demüthig, möchte ich beinahe sagen, aber auch kalt, wie er gekommen war, und ohne länger, als gerade zu diesen Verhandlungen nöthig gewesen ist, sich aufgehalten zu haben. Dieser erste Eindruck war nicht weniger als günstig; ich erfuhr, daß er auf einem gewöhnlichen Bauernwagcn angekommen, sich zu dem ersten besten Bauer lateinischer Confession habe fahren lassen und sich von diesem einen Winkel in der Scheune und darin ein wenig Stroh zur Lagerstätte ausbat, das er mit einem einfachen Kotzen überdeckte. Außer diesem und einem ganz kleinen Reisekoffer hatte er nichts mehr. Zur Nahrung verlangte er etwas Milch und dasselbe Brod, das im Hause gebacken wird und das wahrlich nur von dem, der von Jugend auf an nichts Besseres gewohnt ist, verzehrt werden kann. Beides aber gegen eine angemessene Entschädigung. Seine erste Frage war nach den Kindern, nach Zeit und Ort, wann und wo sie ohne Abbruch ihrer Beschäftigung getroffen oder um ihn versammelt werden könnten; dann besuchte er die polnischen Familien und blieb lange in ihren Hütten, und überall, wo er einkehrte, ließ er Freunde und Freude zurück. Kaum verging ein Tag, als schon im ganzen Dorfe, selbst unter der ruthenischen Bevölkerung, die bekanntlich der griechisch-unirten Kirche angehört, sich eine freudige Regung bemerkbar machte. Jedes sprach mit einer gewissen Weihe von dem neuen Gaste, sein Lob quoll von allen Lippen, es war in der That wie ein wohlthätiger Zauber, der mit seiner Nähe Alle überkam. Diese Freundlichkeit, die er in den Hütten der Armuth entwickelte und die ihm so schnell alle Herzen gewann, pikirte mich, hatte er doch mein herzliches Entgegenkommen kalt und theilnahmSlos erwidert. Sollte dieß, dachte ich bei mir, die Maske seyn, die sich ein unversöhnlicher Demagog umhängt, um das Landvolk bearbeiten zu können? Oder ist's ein lichtscheuer Fanatiker, der instinctartig eine nähere Berührung mit mir scheut? Ich beschloß, der Sache auf den Grund zu kommen. Ich lud ihn zur Tafel und beauftragte mit dieser Einladung einen Beamten, dem ich an'S Herz legte, sich auf keinen Fall abweisen zu lassen. Der Missionär kam; sein dießmaligeS Erscheinen war von seinem ersten in Nichts verschieden, nur sprach er mehr, auch nahm er den ihm an der Tafel ange- wiesenen Ehrensitz ohne Anstand an, aber er berührte die Speisen nicht. Er faste heute, war seine Augrede, doch sey er gekommen, weil er mir nicht gerne etwas abschlagen wollte, oder eigentlich weil ich eS gewünscht. Sein Gespräch verrieth 158 einen Weltmann, der die Falten des menschlichen Herzens und den Tang des Lebens kennt, seine Ansichten waren praktisch; Altem, was er vorbrachte, lag eine tiefe Kenntniß und richtige Würdigung der menschlichen Dinge und der jetzigen Weltver-- hältiiisse zu Grunde — aber all' mein Bestreben, ihn einzunehmen, war erfolglos, er blieb kalt und zurückhaltend, nahm jedoch mein wiederholtes Anerbieten, bei uns zu wohnen und an meinem Tische wenigstens zu — sitzen, an; in der Folge erfuhr ich, daß er dieß Opfer meinen Kindern brachie; denn seine Bemühungen waren vorzüglich der Jugend zugewandt, mit der er sich auch beinahe ausschließlich beschäftigte. Er versammelte die Dorfkinder nach vollbrachter TageSardcit, also AbentS, um sich, und eS war in der That ein erhebender Anblick, wie diese Kinder, die TagcSmühen vergessend, die halben Nächte hindurch begierig seinen Lehren lauschten, und wie sein Wort lebendig in ihnen war. Er pflegte in jedem Orte eines der geschicktesten auszusuchen und lehrte eS lesen, waS ihm auch immer im Verlaufe von einigen Wochen gelang. Dieser Knabe wurde dann in der von ihm organisirten Schule der Lehrer, dem er die Fürsorge über seine Pflanzung überließ, wenn er weiter zog, denn nie blieb er über einige Wocben an einem Orte. Er »heilte unter daS Landvolk von ihm verfaßte leichtfaßliche Lehrbücher und eine Art Kalender aus. Der Lehrmeisterknabe hatte die Mission, nicht nnr mit der andern Jugend an Sonn« und Feiertagen die empsangenen Lchren zu wiederholen und ihnen zum Lesen der erhaltenen Katechismen anleitend behilflich zu seyn, er sollte auch den Familien selbst den Inhalt der Bücher erklären und über alle Fortschritte und Rückgänge genaue Register führen, um sie bei der Wiederkehr des Missionärs vorweisen zu können. In den Gebirgsgegenden, wo die Dorfhütten nicht wie in der Ebene in einem Kranze beisammen, sondern vereinzelt weit weg von einander stehen, wo also eine solche Vereinigung der Kinder am Abende nicht leicht möglich ist, dort sucht sie der Missionär auf den Triften der Berge, wo sie das Vieh weiden, auf und bringt ganze Tage, ihre Beschäftigung theilend und sie dort belehrend, mit ihnen zu. Die große Wichtigkeit seiner Mission wird aber erst begriffen, wenn man die Zustände der lateinischen Christen in dem ruthenischen Theile Galiziens kennt. Außer in den Städten und in einigen Ortschaften ist hier die polnische Bevölkerung auf den Dörfern sehr sparsam zwischen den Nuchenen zerstreut, daher eS kommt, daß ein polnischer Pfarrbezirk sehr weit und breit ausgedehnt ist, zu dem auS manchem Dorfe nur drei oder vier Familien gehören, die zumal, wenn sie weit abliegen, von ihren Seelsorgern kaum erreicht und nothwendiger Weise vernachlässigt werden; als Polen gehen sie zwar in die ruthenischen Kirchen, aber nicht in den ruthenischen Religionsunterricht und verwildern, sich und ihrem Jnstincte überlassen. Besonders ist dieß im Gebirge der Fall, wo eS nicht selten vorkommt, daß nicht nur die Gebete, sondern selbst die Religionsbegriffe nicht bekannt sind, und sich die Menschen im rohen Naturzustande befinden. Die lateinische Pfarrgeistlichleit hat weder Zeit noch Beruf, ihre Pfarrfinder auf diesen entlegenen Orten aufzusuchen und im Glauben zu erziehen; die ruthenische jener Orte aber fühlt gegen diese keine Verpflichtungen und ist mit eigenen Angelegenheiten und ihrem Wirthschaflsbctriebe zu sehr in Anspruch genommen, um selbst ihren Berufspflichten gegen die eigenen Pfarrkinder gehörig nachzukommen, waS auch bei der ungemeincn Entfernung der Dorfwvhnungen von einander in der That äußerst schwierig ist. Es herrscht auch tief in den Karpathen entsetzlicher Aberglaube. Haben sich doch selbst in abgelegenen Thalgegenden noch bis tief in die 30ger Jahre die Herenprobe erhalten, die darin bestand, daß man die dessen verdächtigten weiblichen Personen inS Wasser t nichen ließ u. dgl. m., waS selbst in meiner unmittelbaren Nachbarschaft, eine Meile von der Kreisstadt entfernt, sich zutrug. Ein wahrer Apostel zieht nun der Missionär durch diese Gebirge mit dem Anfang des Frühlings, um in den rohen menschlichen Gestalten das Wort GotteS, daS Licht der Aufklärung zu erwecken und sie zu Menschen zu machen; mit der Annäherung deS Herbstes, der viel früher in den Gebirgen beginnt, steigt er in die Ebenen nieder und sucht die von ihren Pfarren entferntesten Orte und darin die verwahrlosesten 259 Christe» auf. Freilich, was kann hier ein Einziger thun? und Missionär Gawronski steht ganz allein und ohne Nachahmer. Aber man muß die kleine, gebückte, unansehnliche, ja demüthige Gestalt nur einmal aus dem Predigerstuhle sehen! seine im gewöhnlichen Leben gedämpfte Stimme herab von der Kanzel hören! Man traut den eigenen Ohren nicht. Ein begeisterter Prophet steht verklärt vor uns, seine Stimme dringt wie der Donner tief ergreifend in daö tiefinnerste Wesen, und die Zuhörer, ersaßt von einer unsichtbaren unwiderstehlichen Gewalt, horchen mit feuchtem Blick dem lebendig gewordenen Worte. Nie werde ich vergessen, welchen Eindruck seine Predigten anf mich gemacht, nie den ich am Antlitz der Umstehenden sah! Nur wer dieses sah und an sich erlebte, kann die Wirkungen dieses Mannes — so vereinzelt er auch dasteht — begreifen. Ich habe ihn im Jahre 1849 im Franciscanerkloster in Lemberg, wo er die Wintermonate zuzubringen pflegt, besucht; die ganze Einfach' heit und Bedürfnißlosigkeit, die er auf seinen Reisen zur Schau trägt, fand ich in seiner Zelle wieder. In Ermanglung eines Stuhles setzten wir unS auf Bücher, die überall herumlagen und außer dem Unentbehrlichsten das einzige Ameublement ausmachten. — Man glaube aber ja nicht, darin die gewöhnliche Folge der Armuth zu sehen. Freilich hat er nichts, weil er Alles Bedürftigen gibt, aber zum Geben hat er immer und oft auch viel, weil durch seine Hcu,de der Reichthum der Armuth Trost und Linderung zuschickt. Ich selbst bat ihn, als er meinen Landsitz verließ, für den Religionsunterricht, den er täglich durch zwei Stunden meinen Kindern ertheilte, ein kleines Reisegeld wenigstens und das Bettgewand, das er benützte, für seine Gebirgs- reisen ein nothwendiger Artikel, anzunehmen. Er gab meinen Bitten nach, aber er brauchte weder das eine noch das andere für sich. Nur um mir wohlgefällig zu seyn, ließ er daö Bettgewand während seines Hierseyns bei Tage auf dem Bette, gebrauchte eS aber bei Nacht nicht, er verschenkte eS an eine arme, einst wohlhabende Familie, und mit dem Gelde that er dasselbe. Und ein Fanatiker ist dieser Mann nicht. Er besitzt ein tiefes und gründliches Wissen und nicht in der kirchlichen Dogmatik allein. Das Buch des Lebens ist vor seinen Augen aufgeihan, und er versteht es, darin zu lesen. Ich habe Nächte mit ihm durchgewacht, ich bin reiner, geläuterter geworden. Ich wußte nicht, ob eS Sokrates, ob Plato ober ein Priester des Herrn ist, aber ich wußte, daß ich mich in der Nähe eines höhern Wesens befinde. Die Tage, die er in meinem Hause zubrachte, sind wie ein Lichtpunct in meinem Denken, den eine wohlthätige aber außerordentliche Erscheinung zurückgelassen, und diese gebrochene Gestalt steht hochaufgerichtet und ruhig, in die Wolken reichend, vor meinem geistigen Auge, von dem sie manchen trüben Wahn verscheuchte. Gawronski gehört keinem Kloster, keiner Kongregation, keiner Körperschaft an, er ist einfach ein Priester und zwar ohne irgend eine feste Stellung, waö man gewöhnlich so zu nennen pflegt. Seine außerordentliche Erscheinung, die wohl an die ersten Christen erinnert, hat ihm ein uubegränzteS Vertrauen der Kirche, der Regierung und die Herzen Aller, die ihn kennen, für immer gewonnen. Franz v. Florenconrt. Schwerin, 29. April. Die am 19. d. M. hier erfolgte Rückkehr deS Herrn Franz v. Flore ncourt zur katholischen Kirche ist bereits durch die öffentlichen Blätter gemeldet. Wir lassen einige nähere Mittheilungen über dieses für alle Katholiken höchst erfreuliche Ereigniß und insbesondere über den feierlichen Act der Aufnahme hier folgen. Herr v, Florcncourt, durch sein allbekanntes Streben für Recht und Wahrheit schon seit Jahren zur katholischen Kirche hingedrängt, gelangte in diesem Frühjahre zur völligen Ueberzeugung von der Wahrheil der katholischen Lehre. Hier in Mecklenburg, auf dem Gute eines Freundes, bereitete er sich einige Zeit zu seiner Rückkehr in die katholische Kirche vor, und entschloß sich, am heiligen Charsamötag in der hiesigen katholischen Kirche sein Glaubensbekenntnis; abzulegen. 160 Da sein Entschluß hier bekannt geworden, so versammelten sich am Charsamstags- Abend schon frühzeitig zahlreiche Katholiken und Protestanten in der katholischen Kirche. Gegen 7'/z Uhr trat Herr v. Florencourt ein in Begleitung von zwei angesehenen Milgliedern der hiesigen katholischen Gemeinde. Am Tausbrunucn, wo Herr Pastor Brocken im kirchlichen Ornat ihn erwartete, begehrte er, bedingungsweise, nämlich für den Fall, wenn er nicht recht getauft sey, die heilige Taufe zu empfangen. Dieselbe wurde ihm ertheilt; an der tiefen Stille, welche während dessen in der ganzen Kirche herrschte, bemerkte man den großen Eindruck, welchen die feierlichen Cere- monieen, unter denen unsere Kirche die heilige Taufe spendet, auf alle Anwesenden machten. Dann trat Herr v. Florencourt vor den Altar, wo Herr Pastor Brocken in einer ergreisenden Rede auseinandersetzte, welch' ein großes Glück ihm durch die Aufnahme in die katholische Kirche, die allein im Besitze der wahren Lehre Christi und der wahren Sacramente sey, zu Theil werde. Hier kniere Herr v. Florencourt vor der Communionbank und las, während zwei Chorknaben ihm mit Lichtern zur Seite standen, deutlich und mit scharfer Betonung das tridentinische Glaubenöbekennt- niß ab uns wurde dann, nachdem er feierlich gelobt hatte, als ein treuer Sohn der heiligen katholischen Kirche leben und sterben zu wollen, in die Gemeinschaft der heiligen Kirche aufgenommen. Viele von den Anwesenden haben sich während dieser Feierlichkeit die hellen Thränen auö den Augen gewischt. Man kann denken, daß diese öffentliche und feierliche Conversion dieses ausgezeichneten, in ganz Deutschland rühmlichst bekannten Mannes sowohl hier, als in ganz Mecklenburg auf Protestanten wie Katholiken einen tiefen Eindruck gemacht hat. Belgien. DaS „Jonrnal de Brurelles" enthält einen längern Aufsatz über die Lage der Katholiken in den Niederlanden, dem wir Folgendes entnehmen: „Die holländischen Protestanten sind heute noch, was sie stets gewesen: übermächtig an Zahl und Despoten im Regieren. Ihre Unduldsamkeit und ihr Fanatismus kennen keine Gränzen. Gesetze, Verwaltung und Presse, ja Alles wird auf die Beine gebracht; ihren ganzen Einfluß machen sie geltend, um auch die letzte Spur des Katholicismus zu vernichten. Zu diesem Ende haben sie eine vollständige Propaganda organisirt, und wenn nicht selbst die rasfinirtesten Verfolgungspläne im Kampfe gegen die Kirche ohnmächtig wären, so müßte man für eine Zukunft der Katholiken in Holland die Hoffnung aufgeben. So viel die Protestanten unter sich auch uneinig und getheilt seyn mögen: wenn es gilt, die Rechte und die Freiheit der Katholiken zu bekämpfen, dann scheinen Uneinigkeit und ehrgeizige Eifersucht unter ihnen verschwunden zu seyn, ja im Hasse gegen den Katholicismus sind Alle unter sich einig. Da gibt es keine Radi- cale, keine Ultraconservative, keine konstitutionelle mehr, der gemeinschaftliche Haß füllt auf einmal die Kluft, die sie kurz vorher noch trennte; ein Versöhnungöfest wird gefeiert, um dem Gegner zu Leibe zu gehen. Die Presse folgt derselben Fahne. Die dem Glauben der Väter getreu geblieben sind, werden täglich mit den ungerechtesten und den schmählichsten Verleumdungen überschüttet. Bei jeder Gelegenheit wird das Phantom der „klericalen Herrschast," der „katholischen Theokratie" und der „JesuitiSmus" zu Markt getragen, und erstaunt fragt der Leser: „Wie ist es möglich, daß man ein solches Unwesen doch dnloet?" Obgleich zwei Fünftel der gesammte» Bevölkerung der katholischen Kirche angehören, so sind dennoch die Katholiken von der Verwaltung des Landes strenge ausgeschlossen; die Protestanten regieren ohne Controle, in den Gemeindebehörden wie im Rathe deS Königs, in den Elementarschulen wie auf den Kathedern der Hochschulen sind sie ausschließlich die Meister. Mit einem Worte: die Katholiken werden als Heloten behandelt. Und dennoch nennt man sie „Unterdrücker". -—---—_——. Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen. Verlags-Jnhaber: F. C. Krem er-