Eilster Jahrgang. Sonntags-Beiblatt it'!i7'cZi!ii .1!!./ ^!^^!!^^ i.!^ nj »!itch>7)G M< „,s,7^ „j .^j^ I,!,,^!,! ^ 13. Juli 28. ^I.li'ü ,1^-/ !!^^-!^^ !Hsl!>!i chlill , inöit 1851. /?7? »5 I^IlI>?^«Zs^8 - Dieses Blatt erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der halbjährige Abonnementspreia 4tt kr., wofür cS durch alle kvnkgl. baycr. Postämter und alle Buchhandlungen bezogen werden kann. ,l6nl<1 hlluZiiÄ' sllslo ll'^Is,l»!.iii»7)üT 7»Ä chiw7^V 7ü1 ilZli)? il> iw »^Il^t tu»k(T ..4»ss ^ij!ilicl.i'jfs.b!f nz^g ichviZ ,mnn57 Ueber die Sacramentcilien und ihre Wirksamkeit ist man schon lange ganz glcichgiltig, weil man der irrigen Meinung ist, daß man auch ohne für sie empfänglich gewesen zu seyn, selig sterben könne. Diese Meinung wird auf die Bemerkung gegründet, daß durch die Anrufung des Namens Jesu und das Kreuzzeichen zc. nur in den ersten christlichen Jahrhunderten, wo alle Christen heilig lebten, und in den spätern Jahrhunderten auch nur durch Heilige außerordentliche Wirkungen erfolgten. Dieser Schluß ist allerdings richtig, weil die Wirksamkeit der Sacramentalien auch vom heiligen Wandel der Gläubigen abhängig ist, und nur höchst selten nach Gottes gütigen Absichten ohne solchen eine Wirkung erfolgt. Ganz irrig ist aber die Meinung, daß man doch selig sterben könne, ohne heilig gelebt zu haben, und für ihre Wirksamkeit empfänglich gewesen zu seyn. Dieser Irrthum beruht auf der irrigen Meinung von der Selig- und Heiligsprechung der Kirche uud der in der Kindheit empfangenen Taufe. Man meint, die Kirche spreche nur solche Christen heilig, die ihrer außerordentlichen hcldenmüthigcn Tugenden wegen eine höhere Glorie im Himmel genießen, daher auch mehr vermiß gende Fürbitter bei Gott seyen. Man bedenkt nicht, daß man ohne außerordentliche Offenbaruug uicht wissen könne, wie hoch ein Heiliger im Himmel erhöht wurde; daher die Kirche, wenn sie den Lebenswandel der Selig- oder Heiligzusprechenden sorgfältig geprüft hat, nur erklärt, daß sie ohne schwere Sünde, durch gelreue Erfüllung der durch die Taufe übernommenen Pflichten, gestorben sind, und daher zur Nachahmung empfohlen und um Fürbitte angerufen werden dürfen. In das Himmelreich können nur die eingehen, welche ohne schwere Sünde von Kindheit an oder nach bußfertiger Rückkehr zu Gott gelebt haben; denn Jesus sagt ausdrücklich: „Nicht Jeder, der zu mir Herr, Herr! sagt, wird in den Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters thut" (Matth. 7, 2l.). WaS der Wille Gottes ist, lehrt der Apostel Paulus mit diesen Worten: „Das ist der Wille Gottes, daß ihr heilig lebet," d. h. ohne schwere Sünde, weil kein Mensch ohne geringe Sünden leben kann (I. Thess. 4, 3.). „Denn nicht die F>orer des Gesetzes sind gerecht bei Gott, sondern die Befolge? deS Gesetzes werden gerechtfertigt werden" (Röm. 2, l3.). So glaubte man allgemein in den ersten christlichen Jahrhunderten; daher schrieb der heilige Märtyrer in 4 «am «diU si-i» ,n>ll»«t ii/ssiN s-lchm'iiWn,4»»66n;k,!iT mtnnkizH «os '.«H», ') Aus der eben (bei Manz in RegenSbuig) erschienenen sehr empfehlenSwcrthcn Schrift: „Nvthwendigcr Unterricht für jeden Christen über die Wirkungen des gläubigen Gebrauchs des Namens Jesu, des Krcu^elchcn«, des geweihten Wasscrs und anderer geweihter Dinge, und «her den >5r»rci>?mus, Nach (5. Meunc von Psanviear S, Buchfclncr." 218 Justin im Jahre i67 in seiner Schutzschrift der Christen: „Wenn man Einige .findet, die nicht so leben, wie Christus lehrte, so muß man die nicht für Christen halten, wenn sie auch getauft sind und die Lehre Christi im Munde führen; denn JesuS hat nicht dem mündlichen Bekenntnisse, sondern nur Jenen den Himmel versprochen, die wie Jesus leben." Wer in den Himmel eingehen will, muß heilig, d. h. ohne schwere Sünde leben, nach der Lehre und dem Beispiele Jesu, und für die Wirkung der Sacramen- talien empfänglich seyn. So lebten die Christen in den ersten und alle Gerechten in den folgenden Jahrhunderten, und in diesem Glauben, der sich durch einen heiligen Lebenswandel zu erkennen gab, liegt der Grund der Wirksamkeit der von ihnen gebrauchten Sacramentalien. Seit der Zeit, als die Christen nicht mehr heilig nach der Lehre nnd dem Beispiele Jesu leben, bleiben die Sacramentalien ohne Wirkung. Solchen bloßen Namenchristen hat aber JesnS, schreibt der heilige Märtyrer Justin mit den Aposteln, auch den Himmel nicht versprochen. Christen, bei denen der Gebrauch der Sacramentalien ohne alle Wirkung bleibt, sind daher in großem Irrthume, wenn sie glauben, doch in den Himmel kommen zu können, und daher gegen sie gleichgiltig sind. Damit wollen wir aber nicht sagen, daß die Sacramentalien in allen Anliegen sich wirksam erzeigen müßten; denn von Krankheiten und andern zeitlichen Prüfungen und gerechte» Züchtigungen wird Gott uns nur dann durch sie befreien, wenn sie zu unsrer Besserung und Vervollkommnung nicht mehr nöthig sind., Wenn aber die Sacramentalien anch unwirksam bleiben, wenn sie angewendet werden als Schutz- und Bewahrungsmittel gegen Versuchungen und Sünden, dann glauben wir die Unwirksamkeit derselben und die Gleichgiltigkeit gegen sie als Kennzeichen der Nothwendigkeit der Buße durch wirkliche Erneuerung des Taufbundes ansehen müssen, die in wahrer Bekehrung zu Gott besteht, welche aber nur von einer kleinen Anzahl erfolgt seit der Zeit, als die heilige Taufe den Kindern nach ihrer Geburt ertheilt wird. Die ersten Christen, denen man erst nach gründlicher Bekehrung zn Gott die heilige Taufe ertheilte, erneuerten nicht nur jährlich am Tage des Empfangs derselben, sondern an allen Sonntagen bei dem heiligen Meßopfer das Versprechen, dem Teufel, seinen Versuchungen, und der Gemeinschaft mit seinen Anhängern nach der Ermahnung des Apostels (2. Thess. 3, 6.) zu entsagen und aus Liebe zu Gott die Lehre Jesu zu befolgen. Sie glaubten, daß ihnen ohne vorhergehende Besserung die vor der Taufe begangenen Sünden durch sie nicht nachgelassen, und ihnen ohne heiligen Lebenswandel der versprochene Himmel nicht zu Theil werde. Wie zur Zeit Jesu die Juden durch die Beschneidung sich für Söhne Abrahams hielten, ohne die Werke Abrahams zn thun; so hoffen jetzt die meisten Christen den Himmel, weil sie als Kinder getauft worden sind, dem Meßopfer und den Predigten beiwohnen, und die heiligen Sacramente empfangen. Zwar sollte jever Empfang des BußsacramenteS eine Erneuerung des TaufbundeS seyn, weil auch die nach der Taufe begangenen Sünden durch die Lossprechung des Priesters ohne vorhergehende Besserung nicht nachgelassen werden; eS werden aber von den Meisten von einer Beicht zur andern die alten Sünden der Hoffart, der Gotteslästerung, der Unzucht, wenigstens durch unkcusche Reden, der Unmäßigkeit, der Habsucht, Feindschaft u. s. f. begangen. Man glaubt, mit dem gegebenen Versprechen, daß man sich bessern wolle, schon Verzeihung der Sünden zu erhalten. Wie wenig solche Namenchristen über die durch die Taufe übernommene Verpflichtung eines heiligen Lebens, um durch sie in den Himmel eingehen zu können, nachdenken, kann man daraus erkennen, daß die meisten Söhne und Töchter, so wie die Hausväter, vou den bekannten Tugendbündnissen nichts wissen wollen, obgleich man den Himmel nicht erlangt, wenn man die Satzungen dieser Bündnisse, die nur die christlichen Standespflichten enthalten, wozu die heilige Taufe sie verpflichtet, nicht befolgt. Man will der Kleiderhoffart in Seide, Gold und Silber, den künstlichen Haargeflechten, welche die Apostel verbieten (1. Tim. 2, 9.; 1. Petr. 3, 3.), den Bekannt- 219 schaften, den Tanzgesellschaften, den Besuchen der Personen deö andern Geschlechtes, den Spiel- und Trinkgelagen, welche Werke des Satans sind, und womit der Sonntag entheiligt wird, nicht entsagen, noch weniger will man durch AndachtSübungcn, Lesen >» geistlichen Büchern, den oftmaligen Empfang der heiligen Sacramente, durch Selvstverläugnuug und Abtödtung, nach der Lehre und dem Beispiele Jesu, ein heiliges Leben führen, wozu doch die empfangene heilige Taufe jeden Christen nach der Lehre der Apostel verpflichtet. Da ohne heiligen Lebenswandel, nach dem Beispiele Jesu und der Christen in den ersten Jahrhunderten, der Gebrauch der Sacramentalien der Kirche, aus Mangel an lebendigem Glauben, ohne Wirkung bleibt, so wollen wir noch auf die Verpflichtung durch die empfangene Taufe zu einem heiligen Leben aufmerksam machen, um zur Buße zu bewegen, welche die Kinder schon bedürfen durch Unterwerfung ihres Willens und ihrer Neigungen unter Gottes Willen, um so mehr, da nur Jenen durch die Taufe der Himmel verheißen ist, die nach der Lehre und dem Beispiele Jesu heilig leben. Möchten wir, um den Sacramentalien Wirksamkeit zu geben und unsre Erwählung zum Himmel durch die Taufe sicher zu stellen, folgende Ermahnungen der Apostel so beherzigen, als wollten wir uns durch ihre Befolgung erst deS Empfangs der Taufe würdig machen, um die verminderte oder Verlorne Gnade derselben durch den würdigen Empfang deS Bußsacramentes wieder zu erhalten! — Der Apostel Paulus sagt: „Wisset ihr nicht, daß wir Alle, die wir in Christo Jesu getauft sind, in seinem Tode (daß auch wir der Sünde absterben sollen) getauft worden sind? Wie ChristnS von den Todten auferstanden ist, sollen auch wir im neuen Leben wandeln" (Rom. 6, 3. 4.). „Ihr Alle, die ihr in Christo getauft seyd, habt Christum angezogen" (Gal. 3, 27.). Jesum Christum ziehen wir nur dann an, wenn wir die heiligen Gesinnungen Jesu annehmen, und, wie er, ein heiliges Leben führen. Daher schreibt der Apostel an die Epheser, welche die heilige Taufe empfangen hatten: „Seyd also Nachahmer Gottes. Unzucht und jede Unreinigkeit, oder Geiz werde unter euch nicht einmal genannt, wie es Heiligen geziemt, noch komme vor unkeusche Reden, Zotten und Possen. Denn daS sollet ihr wissen und wohl bedenken, daß kein Unzüchtiger oder Geiziger einen Erbtheil am Reiche Christi und GotteS habe" (Eph. 5, 1—5.). „Die Christo (durch Nachfolge) angehören, kreuzigen ihr Fleisch sammt den Lüsten und Begierden" (Gal. 5, 24.). Wie JesuS von den Weltfreuden dachte, lehren folgende Worte: „Hütet euch, daß eure Herzen nicht etwa beschwert werden durch Nöllerei, Trunkenheit und irdische Sorgen und jener Tag euch plötzlich überrasche" (Luk.2l, 34.). „Weh euch, ihr Reichen! ihr habt euren Trost! Weh euch, die ihr gesättigt seyd (die ihr eure irdischen Wünsche immer erfüllt seht, alle Weltverguügen genießet), ihr werdet hungern. Weh euch, die ihr jetzt lachet (und tanzet im Genusse der Welt); denn ihr werdet trauern und weinen (in der Hölle). Weh euch, wenn euch die (Welt)-Menschcn loben" (Luk. 6, 24-26.). Der heilige Apostel Petrus ermähnte die Christen mit diesen Worten zu einem heiligen Wandel: „Ergebet euch nicht mehr den Lüsten, wie vorher in eurer Unwissenheit (als Heiden), sondern wie der heilig ist, der euch berufen hat (durch die Taufe), so sollet auch ihr heilig werden in eurem ganzen Wandel" (1. Petr. 1, 14. 15.). Um sie noch mehr dazu zu bewegen, erinnerte er sie an den großen Gerichtstag und an die Verbrennung der Erde durch das Feuer, und setzte dann hinzu: „Da diesem Allem eine Zerstörung bevorsteht, wie sehr sollt ihr euch bestreben, im heiligen Wandel und in Gottseligkeit zu leben" (2. Petr. 3, 11.). Um wie viel mehr sollen dieß wir thun, da wir der Ankunft des Antichrists, dessen Lehre vom Genusse der Welt ohne Selbstverläugnung von seinen Vorgängern 22V schon verkündet wird, dem allgemeinen Gerichtstage lind der Verbrennung der Erde durch das Feuer, nach HolzhanserS Erklärung der Offenbarung JvhanniS unv des AbteS Charbonnel, und einer Offenbarung über Frankreich von Orwals (Passau, Ambrosische Buchhandlung 18-18), schon sehr nahe sind! Nach dieser Offenbarung, die seit mehr als fünfzig Jahren in Erfüllung ging, werden bis 1857 oder 1858 furchtbare Kriege und ein Zustand großer Verwirrung entstehen, zuletzt dic Stadt Paris durch Feuer ganz zerstört werden. Unter dem Herzoge von Bordeaux als König von Frankreich wird dann 13'/z Jahr Friede herrsche», England und drei Fürsten und Könige werden zur katholischen Kirche zurückkehren, di/ herrlich zur Stärkung auf die hierauf wiederkommenden letzten LeidenStage blühen wird. Um das Jahr 1885 werden der Antichrist, Enoch und Elias erscheinen und hierauf wird das Weltende erfolgen. ^) .^.'!!<-W nnill NWiM!'...-? -1.7'.: 'ZIIU Sinlü-W '-.' '! .^!ki!i7,,tt M(i