Eilfter Jahrgang. Sonntags-Beiblatt < zur Augsburger Pojheitung. 9. November M HS. 1851. Dieses Blatt erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der halbjährige Abounementsprei« 4V kr., wofür es durch alle köm'gl. bayer. Postämter und alle Buchhandlungen bezogen werden kann. Die Barmherzigkeit. Ein Beitrag zu der Beschreibung der Grundsteinlegung zu dem neuen katholischen Krankenhause in der großen Hamburger Straße Nr. 10 in Berlin am 20. October 1850. Motto. Selig find die Bariicherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit finden. ES war Morgens halb fünf Uhr am 20. October des Jahres 1851. Noch lag finstere Nacht auf dem weiten Berlin, und seine Bewohner ruhten süß in den Armen deS Schlafes. Nur eine Abtheilung Constabler, in Mäntel gehüllt, harrt auf dem Eisenbahnhofe der Ankunft des MorgenzugeS. ES pfeift gellend, daß vor Schmerz über den schneidenden Ton selbst die Wolken zusammenfahren, und der Mond sich vor Schrecken versteckt. Da braust die Locomotive heran. Der Zug hält. „Legitimation!" tönt eS von den Lippen der SicherheitSwächtcr. Die Papiere sind sämmtlich in Ordnung. Aber seht da! welch' eine curiose Erscheinung! Ein stattlicher Schutzmann führt ein Mädchen in dürftiger Kleidung vor. „Herr Wachtmeister, daS scheint mir eine Landstreicherin zu seyn. Bitte, sie scharf zu inquiriren." Das Mädchen aber war gar lieblich und rührend zugleich anzuschauen. Sie hatte ein frisches rothes, wie in Liebe glühendes Gesicht, in dem ein Paar reine blaue Augen wie Troststerile strahlte; der Ausdruck des Gesichtes war bescheiden und demüthig und außerordentlich lieblich und mild. Am Arme hielt sie ein Körbchen, in dem sie allerlei Tausendsächelchen hatte, Brod und Butter, und Nadel und Zwirn, Nachtmützen und Pantoffeln, Medicin und Zucker u. s. w. In der einen Hand hatte sie einen Pilgerstab, an dem sich oberhalb ein Kreuzchen befand, und in der andern Hand hielt sie einen Rosenkranz. Die Kleidung aber war sehr dürftig. Ein leinenes Röckchen, gar einfach und dünn, aber reinlich und ordentlich, durch das der October- wind pfiff, bedeckte den zarten Körper; ein kleines Tuch verhüllte züchtig den Busen, und die Füße waren bloß. „Wer bist Du?" fragte etwas rauh der gestrenge Herr Wachtmeister und strich sich wohlgefällig den Bart. „Ach, mein Herr," erwiderte etwas schüchtern das Kind, „ich bin Ihnen doch wohl bekannt; komme ja nicht daS erste Mal nach Berlin!" „Nun, Donnerwetter! Wenn ich jedes Mädchen kennen sollte, daS einmal in Berlin war, da müßte ich ein verzweifeltes Gedächtniß haben! Heraus mit dem Namen!" — „Ach," fing die Angedonnerte an, „ich heiße Barmherzigkeit." „Den Taufnamen!" herrschte der Constabler. — „Christliche Barmherzigkeit," war die Antwort. — „Woher?" wurde weiter gefragt. „AuS dem Himmel!" klang es so lieblich, als spräche ein Engel. — „WaS ist der Grund deS Aufenthaltes in Berlin? — „Arme und Kranke zu pflegen!" — „Den Paß!" gebol der Schutzmann. Da zog daS Mädchen ein Blatt hervor und reichte es hin- Jener 33! laS: „Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit finden!" — „Das ist ein eigener Paß!" murmelte der Herr, „hab' ein solches Exemplar in unserm ganzen Bureau nicht gesehen!" — „Wo warst Du bis jetzt?" fuhr er fort. — „Ucberall, wo man mich brauchte!" hieß eS. — „Ich habe Dich aber hier in Berlin noch nicht gesehen. Hat man dich hier noch nicht gebraucht?" — „Ei, doch wohl!" erwiderte daS Mädchen, „bin schon lange in Berlin gewesen und habe in den Spitälern, Waisenhäusern und Zufluchtsstätten aller Art gelebt. Mein Name ist am Königshofe und bei der ärmsten Wittwe wohl bekannt, mich kennt ein jedes Kind, das feinen Katechismus weiß, und mich versteht jedes menschliche Wesen, das ein Herz hat." — „Aber was ist Deine Beschäftigung?" — Die Constablcr umstanden mit neugierigen Mienen daS arme Kind; denn auf diese Frage, glaubten sie, würde sie schwerlich eine Antwort geben können. Das Mägdlein aber hub also an: „Meine Beschäftigung ist, Thränen trocknen, Kummer stillen, Arme speisen, Kranke pflegen, Waisen schützen, verwahrloste Kinder erziehen, Unglückliche besuchen, Gefangene trösten, Sterbenden die Augen zudrücken und Todte begraben." — „Wo ist die Concession zu diesem Handwerksbetriebe? Und hast Du auch die nöthigen Prüfungen bestanden?" — „Die Concession, meine Herren, gab mir Gott, der Urquell aller Liebe, und Prüfungen sind unzählige über mich gekommen, Unverstand, Härte und Bosheit haben mich schon oft scharf eraminirt, aber mein Haupteramen werde ich erst am Tage des Weltgerichts vor Dem bestehen, der Herzen und Nieren durchforscht." — „Herr Wachtmeister," begann ein Constablcr, „sehen Sie nur, waö sie Alles in dem Korbe hat; gewiß treibt sie verbotenen Handel." — „O nein, ich verkaufe Nichts; dieses Brod trage ich den Hungrigen, diese Kleider den Nackten, diese Arznei den Kranken zu, und dieß Alles werde ich verschenken." — „Aber woher hast Du dieß Alles?" fragte plötzlich der Wachtmeister, „Du scheinst doch recht arm zu seyn: wie kommst Du zu all diesen Dingen?" — Da sprach daS Mägdlein gar rührend und lieblich, daß es selbst die Constabler-Herzen süß durchzuckte: „Wohl bin ich recht arm, aber doch reich; die christliche Barmherzigkeit ist eine Bettlerin bei den Hohen und Reichen und Mächtigen und Glücklichen, und geht von HauS zu Haus und klopft an jedes Herz, um Almosen flehend; aber den Niedrigen uno Armen und Dürftigen nud Geprüften schüttet sie unermeßliche Schätze in den Schovß. Was Ihr hier sehet! schenket niir die Liebe der Menschen, Gott spricht seinen Segen darüber, und da wird mein Körbchen nicht leer; denn die christliche Barmherzigkeit erschöpft sich nicht!" — „Zu waS aber hast Du diesen Pilgerstab mit dem Kreuze und diese Perlenschnur iu der Haud? Das scheinen mir verdächtige Jesuiten-Dinger, welche am Ende gemißbraucht werden könnten!" — „O fürchtet nicht, mein lieber Herr; der Pilgerstab soll Alle, die meiner bedürfen, erinnern, daß sie fremd sind auf der Erde, nur einige Zeit hier unten sich aufhalten, daß alle Trübsal vergeht und ein Jeder ein Pilger zum Himmel ist; — daö Kreuz aber ist daS Zeichen der Erlösung, daö Bild unseres Glaubens, ich würde eine nur „menschliche Barmherzigkeit" heißen, wenn ich nicht in dem Glauben au daö Kreuz meine eigentliche Weihe erhalten hätte; dieses Kreuz halte ich den Betrübten, den Armen, Kranken uud Sterbenden hin, und daS gibt ihnen Trost uud Friede. — Diese Perlenschnur aber ist ein Rosenkranz, daS Zeichen des christlicheil Gebetcö in Wort und That. Das Gebet hat gar köstliche Eigenschaften; dieser Rosenkranz, der mir nur Anleitung zum Gebete und u»r ein Bild der wahren Andacht ist, trägt mich auf heiligen Schwingen von Land zu Land, hält mich immer wach uud warm mitten in der Kälte auf dem St. Gotthardt, wo ich verunglückte Wanderer aus vem Schnee suche. Ohue diesen Rosenkranz würde ich nicht lange leben, sondern bald verkommen; denn was für die Blnmen der Thau, das ist für die christliche Barmherzigkeit daS Gebet. Mit diesem Rosenkränze fessele ich die Herzen der Unglücklichen und kette die Verlorenen und Verirrten wieder an ihren und meinen Gott und mache Alle zu meinen Brüdern und Schwestern in Christo Jesu." — „Hast Du Bekannte oder Verwandte in Berlin?" wurde weiter geforscht. — „O ja. Gott sev Dank!" erwiderte gar glücklich daö Mägdlein, „ich habe hier noch 355 viel« Brlaimle uuv Verwandte; eS wird vielleicht kein HuuS ni der Stuvt geben, wo man die christliche Barmherzigkeit als Freundin und Verwandte nicht gern an dvS Herz drückte; aber in der Kaiscrstraße Nr. 2V. wohne» mir I>ebc Schwesln», die ich vor fünf Jahren Hieher geführt und unter Hospitalitc» nnd Waisen und Kranke gesetzt habe. Diese will ich heut besuchen und zu einem großen Feste beglei icu, welches die Liebe auf der großen Hamburger Straße 10, nebni der Juden- Synagoge und am Fuße der Sophienkirche feiert. Haltet mich nicht länger auf meine Herren, ich habe noch viel zu thun." — „Sage mir zuvor," entgegnete der Wachtmeister, „welchem Feste wollt ihr dort beiwohnen? ES ist doch nicht unerlaubt, sondern polizeilich genehmigt?" — „Ei, daö ist die Feier der Grundsteinlegung zu einem neue», großen Hause mit Kirche, das eine Herberge für Arme und Kranke, für Leidende aller Art werden soll. Urtheilt selbst, ob eS dabei etwaö Unerlaubtes gibt; und überdieß wird Euer Chef, der Herr Polizeipräsident, der Feier auch beiwohnen, denn er hat ein fühlendes Herz, und Ihr Alle, so rauh Ihr mitunter ans- jeht, werdet Euch über daö Fest freuen. Das zu bauende Haus wird Euch gai lieb seyn; es erleichtert Eure Arbeit und hilft Euch die Stadt behüte» ; den» dtt christliche Barmherzigkeit ist die beste Polizei." Da ließen die Constabler das Magd- lein in Frieden ziehen nnd blickten ihr mit rechter Ehrfurcht und Liebe nach. „Solche Landstreicher," meinte der Herr Wachtmeister, „ließ ich wohl zn allen Thore» mii Freude herein!" Unterdessen eilte daS Mägdlein durch die noch dunklen Straßen, blieb unterwegs bei manchem Armen und Unglücklichen stehen und spendete ihnen, was sie besaß. So kommt sie Kaiscrstraße 29 an. Sie zieht die Glocke; — ma» offner Vo» der Pfört»eri» gekannt und sreuudlich begrüßt, sucht sie die Schwester» auf; sie findet die Eine i» der Apotheke, die Andere in der Küche, eine Dritte bei den kranken Männer», eine Vierte bei den Frauen, eine Fünfte bei den Armen, eine Sechste in der Capelle, — Alle aber waren im Dienste der Bedürftigen schon seit dem frühesten Morgen beschäftigt nnd waren still und freudig an der Hand Gottes durch ihn» Garten geeilt, welcher aus Krankenbetten und ans Armenblüthen gebildet ist, und durch welchen die Seufzer der Leidenden zittern. „Gott grüß' Ench, Ihr Schwestern!" spricht daS Mägdlein, „ich bringe Euch teu Segen GottcS zum Lohne für Euer treues Dienen im Weinberge des Herrn. Aber ich verkündige Euch auch eine große Freude, denn heute wird zu einem neuen, viel großer» Krankenhause der Grundstein feierlich gelegt und von den Priestern gesegnet werde». Gott wird Euch ein HauS bauen, wo Ihr mehr wirken und zahlreichere Thränen trockne» könnt; die Liebe trägi die Kosten, schon hat sie über Thaler zusammengebracht. Drei von Euch werde« der Feier beiwohnen, damit Ihr an dem Gnadenorte selbst schon jeht dem Vater der Barmherzigkeit Dank saget, — denn der Herr ist gütig und seine Gnade geht über den Himmel.'' — Da freuten sich die Schwestern und frohlockten, daß dc, Herr auf die Niedrigkeit seiner Mägde herabgesehen und ihnen Gelegenheit verschafft, mit noch größerer Aufopferung den Kranken aller Geschlechter, aller Nationen und aller Eonsessionen zu dienen. Jetzt brach der Tag an und unter dem Gesänge der Engel: „Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit finden!" erwachten die Bewohner der Stadt. Alsbald begann ein freudiges Regen allenthalben. In der St. Hedwigs- kirche wurde daS größte Wunder göttlicher Barmherzigkeit, das Wunder der Herabkunft und Selbstaufopferung Christi, unter Brod- und Wcingcstalt in der heilige» Messe gefeiert, der Segen Gottes zu dem bevorstehenden Feste erfleht und Alles zur würdigen Begehung desselben vorbereitet. Zu der Hamburger Straße hin aber ström - len Hunderte zu Fuß uud zu Wagen. Aus der Baustelle war Alles festlich geschmückt. Mitten erhob sich daS arme und einfache Kreuz als daö rührendste Bild christlicher Barmherzigkeit, selbst arm und bloß und doch unermeßlichen Reichthum spendend und die Bloßen Aller bedeckend, die zu ihm emporblicken. Zu den Füßen des KrcuzeS faß uilsichtbar unser Mägdlein von dem Morgen herz ringsum hatte sie in GcstaU 35« von Georgillrnblüthen ihren Rosenkranz ausgebreitet und schaute gar selig auf die Umgebung, denn bei sieben Fuß hoch war der Neubau ringsumher bereits emporgestiegen. Zu beiden Seiten in einem Halbkreise standen Freunde der Barmherzigkeit mit frohen Herzen, welche unter dem Fürstenkleide, unter der Uniform, unter dem Polizeigewande, unter Beamtenröcken, unter Arbeiterschürzen und unter allerlei Hüllen gleich warm schlugen. Mitten unter ihnen standen die drei barmherzigen Schwestern mit Kreuz und Rosenkranz, in der schwarzen Farbe deS Ernstes und der weißen der Einfalt und Unschuld. Rings herum auf Gerüsten, in Fenstern und bis auf den Dächern hinauf stand allerlei Volk, Greise und Kinder, Männer und Frauen, Soldaten und Arbeiter, Arme und Reiche, Hohe und Niedrige, Eonstabler und Werkleute; denn Alle wollten daS Fest der christlichen Barmherzigkeit schauen und mit Dank gegen Gott mitfeiern. Um neun Uhr nahetcn in langem Zuge, daS Kreuz an der Spitze, die Priester der Barmherzigkeit in heiligen Gewänden, durchschritten die Baustälte und stellten sich oberhalb deS Kreuzes auf. Lieblich erklang zum Preise Gottcö eine Hymne durch die Luft in frommen und weichen Tonen, welche in allen Herzen wiederhallten. Daraus nahm der Erste unter den Priestern deS allbarmherzigcn GotteS das Wort und sprach: „Einen Weiheact christlicher Liebe und Barmherzigkeit zu seiern, sind wir, meine Andächtigen, in dieser festlichen Stunde versammelt. Denn wem gelten all' die baulichen Zurüstunge» um u«S her? Wem gilt daS aufgepflanzte Zeichen deS Heils? Wem Eure Theilnahme und die Thräne der Freude und deS Dankes in Eurem Auge? Keinem geringern Zwecke, als den Grundstein zu einem neuen Denkmale christlicher Barmherzigkeit zu legen und dafür den Segen dessen zu erflehen, der gesagt hat: „Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit finden." — Und nun folgte in gar anmuthigen Worten, wie klein und gering das Werk der Barmherzigkeit vor fünf Jahren begonnen habe, wie eö aber unter dem Segen GoltcS und unter der Obhut der „guten Schwestern der Barmherzigkeit" gediehen, und die Zahl der Kranken von drei binnen Jahresfrist auf fünfzig gestiegen sey. „Gott ist cS allein bekannt, wie viel Schmerzen deS LeibcS und der Seele seitdem geheilt, wie viel Kummerthränen seitdem von der nie ermüdenden Liebe dieser Töchter deS heiligen CaroluS BorromäuS in Eucrm Krankenhause getrocknet worden sind. Mehr als zwei tausend Kranke haben seit dem Ende deS JahrcS 1846 bis auf den heutigen Tag in dieser Herberge deS Elendes freundliche Aufnahme gesunden, Kinder und Greise, Männer und Frauen, Juden, Protestanten und Katholiken, nnr ein Kummer hat dabei die Freude unserer guten Schwestern getrübt, — daß sie nicht allen Anklopfenden die Pforten ihres Hauses öffnen, daß sie wegen Ungunst der räumlichen Verhältnisse gerade denen, die ihres Mitleides am würdigsten erschienen, den mit ansteckenden Krankheiten Behafteten, kein Ruhebettlein in ihrem Hause bereiten dursten." — Allein die christliche Barmherzigkeit ist wie eine Lavine, sie sängt gering an und wächst zu immer ungeheuerer Größe. DaS bewies sie auch in Betreff ihres hiesigen Werkes zu Gunsten der Kranken. Denn: „Ein neuer Hilferuf ward durch die Vertreter Eurer heiligen Sache an alle mitleidigen Herzen gerichtet, — Euer frommeö Gebet hat ihn vor Gottes Thron unterstützt, und daß er nicht erfolglos geblieben, daß er Hilfe gebracht von dem Scherslein der Wittwe, die ihr Brod mit Kummerthränen netzt, bis zum Gnadengeschenke deS Königs, mehr Hilfe, als wir in so kurzer Zeit erwarten durften, davon gibt Zeugniß der heuiige Tag und seine festliche Feier. Ja, hört eS, meine Andächtigen und sagt eö Allen, die an der ungeschwächten Fruchtbarkeit und Zaubergewalt der christlichen Liebe zweifeln, sagt eS ihnen in demüthiger Freude: „Dem Bau eines katholischen Krankenhauses iu Berlin sind binnen Jahresfrist so viele Opfer, so viele zweifellose Zusicherungen christlicher Barmherzigkeit zugewendet worden, daß die Hälfte der auf mehr als hunderttausend Thaler veranschlage ten Bausumme gesichert ist." — Aber wie werden eS die barmherzigen Schwester» Jahr aus Jahr ein aushalten, immerfort, bei Tag und Nacht die Kranken zu pflegen? O, die Barmherzigkeit weiß Rath; denn sie gewährt denen auch Barmher- 357 zigkeit, welche Barmherzigkeit üben; sie läßt diese „in den Armen deS Gcbeteö geistige Erfrischungen" finden und läßt sie ausruhen an dem süßen Herzen des Heilandes, damit der Muth nicht sinke und die Liebe nimmer erkalte im harten Dienste des Elendes. Sebet, meine Andächtigen, darum darf Eurem Kraittcnhause eine geweihte Stätte der Anbetung nicht fehlen. — An die Kirche werden die weiten Flügel des neuen Hauses sich anlehnen, denn nur im lebendigen Glauben an Ihn wird jener Geist der Liebe geboren, der in einem heiligen Carolus BvrromäuS, einem heiligen Mncenz von Paul, einer heiligen Elisabeth und Hedwig so Großes gethan, jener Geist der Selbstentäußerung, der nichts Anderes sucht, als Gott zu gefallen und die Brüder zu segnen. In diesem entstehenden GotteSkämmerlein, dem ich heut das erste SegenSwort spreche, werden Eure barmherzigen Schwestern das Brod der Seele finden und im heiligen Opfer und in frommer Betrachtung täglich mehr erstarken für die Pflichten ihres heiligen Berufes. Hier werden aber auch viele Eurer Kranken den Weg zu ihrem Gotte wiederfinden, werden sich mit ihm und seinen Fügungen versöhnen, werden über der Linderung der Seelenschmerzen die Leiden deS Körpers vergessen und eS wieder glauben, daß der den Stachel dcö Todes nicht fürchten darf, welcher den Tod des Gerechten zu sterben gelernt hat. O, freuet Euch, meine Geliebten, freuet Euch heute schon dieses reichen Trostes! Denn nur, wo mit der leiblichen Erquickung zugleich daS Brod deS Geistes gereicht wird; nur dort, wo die Tage der äußern Prüfung zu innern Verklärungen, und die Kämpfe angstvoller Stunden zu Siege» für die Ewigkeit führen: — nur dort — und dort allein ist der arme Kranke wahrhaft verrflegt und wird, ob lebend oder sterbend, dennoch genesen für immer." So sprach der Redner. Die Freude aber über das Werk der christlichen Barmherzigkeit stieg in jedes Herz und strahlte aus den Augen wieder licht heraus, und da kam eS wohl auch vor, daß die ausströmende Freude als köstliche Thautropfcn der Rührung an manchen Augenwimpern hängen blieb. Jetzt folgte unter gar lieb- lichen Gebeten der Priester die Weihe deS Grundsteines. Einer aber, welcher außer vielen gelehrten Dingen auch Barmherzigkeit gelernt hat und neben andern Orden auch den der Barmherzigkeit an dem Bande der Demuth trug, trat vor und las mit vernehmlicher Stimme und würdiger Betonung daS Testament christlicher Barmherzigkeit vor, welches in Urkundengestalt eingemauert wurde. Von dem ganzen Gebäude aber nahm dann der Herr durch seine Priester feierlichen Besitz, indem alle Fundamente mit dem Paniere der Barmherzigkeit umwandelt und mit dem heiligen Wasser besprengt wurden. So groß aber war die Freude Aller an dem schönen Denkmale der Liebe, daß sie ihr Ausdruck in Tönen geben mußten. Und so erklang denn in majestätischer Fülle daS Te Deum laudamuS als Dank- und Freudenhymne zu Gott empor. Sinnend ruhte unsichtbar daS Mägdlein, die christliche Barmherzigkeit, noch immer am Fuße deS Kreuzes und betete gar inniglich für Alle, und ich sah, wie die Früchte ihres GcbeteS auf Viele vom Himmel thauten; denn diese senkten bei dem Hinausgehen von der Baustelle Almosen still in die Büchsen, welche barmherzige Männer um der Barmherzigkeit Christi willen bettelnd den Vorübergehenden hinhielten. Endlich erhob sich auch das Mägdlein, segnete Alle, ergriff sein Körbchen, seinen Rosenkram und seinen Pilgerstab mit dem Kreuze und wanderte fürbaß. Denn eS muß nun wiederum in die Lande hinaus, um weitere Almosen betteln zu gehen, damit in zwei Jahren der schöne Berliner KrankenhauSbau vollendet werden kann. Wir ersuchen nun alle hohen Civil- und Militärbehörden, daS dürftig aussehende Mägdlein, „christliche Barmherzigkeit" genannt, ungehindert seine Rundreise machen zu lassen. Sie hat mit der Politik Nichts zu schaffen; sie ist nicht unbescheiden und trotzig, sondern sie fleht und bittet nur. Ihr Alle aber, zu denen daS Mägdlein im schlichten Kleide kommen wird, nehmt es nur freundlich auf und reicht ihm ein Almosen um Christi willen, und wird eS euch schwer, in den Beutel zu greisen, da leset nur den Paß: „Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit finden!" (Berl. „Kirchl. Anzeiger.") 358 Aus der Schweiz. >tz»Z»vl>»H S)4 mpzH. tti-guj ai»(s n?/ n^lttHn» sst iij^I ^iiii n-?6nh "mgnuW?f,V Wir eutnehiuni dem Kulalog der Abtei Ei»siedcl», das, gegenwärtig m »er. selben unter cem Fürstabt Heinrich !V sechzig Priester, drei Prvfessoreil uud füilszehn Laienbrüder leben. Unter je»^» befinden sich drei Jubilate», deren ältester in seinem 80ste» Lcbenöjnhre steht, unter diesen einer, der um zwölf Jahre alter, den 29. Februar 1760 gebore» ist und so rüstiger Gesundheit und unverblichener Geistes, kraft genießt, daß ihm das Fest der Eiigelwcihe des Jahres 1766 mit allen Umständen noch vollkommen gegenwärtig ist. Mag auch ein solcher Katalog als trockenes Verzeichnis) von Namen, Tages- und Jahreszahlen für die Meisten, die ihn in die Hände bekommen konnten, ein inhaltloses Ding seyn, so finden wir doch in dem vorliegenden etwas ungcmei» BemcrkenSwercheS. DaS Kloster Einsiedeln steht nämlich in Bezug seiner Persönlichkeiten auf dem einzig richtigen Wendepunct, welche» dergleichen kirchliche Institute zusammt der Kirche, als der Mutter, aus welcher sie hervorgegangen sind, einzunehmen haben: es kennt nämlich die engherzige und verwerfliche AuSschließlichfcit der Nationalität nicht. Wer, sey eS nun im Stande der Priester oder in demjenigen der Brüder, für dasselbe sich eignet, findet seine Aufnahme und angemessene Verwendung. Und sollte dieses nicht auch auf deu blühenden Zustand, worin diese Abtei, zunächst in disciplinarischer Beziehung, sodann in derjenigen der Wirksamkeit sich befindet, einen vortheilhaften Einfluß'üben? Einsiedeln ist allerdings ein Kloster in der Schweiz, zugleich aber könnte man eS ein europäisches Kloster nennen, wovon freilich diejenigen, welche dem Eintretenden vor alkm den Heimathschein und dann erst den Taufschein abfordern, keinen Begriff haben möchten. Nicht nnr finden wir unter den Vätern und Brüdern Männer beinahe ane allen katholischen Schweizer Cantonen, sondern wir begegnen einem Mailänder, drei deutschen Oesterreichern (Vorarlbergern), einem Bayer, zwei Elsäßern, einem Baden ser, einem Braunschwciger, einem Würtemberger, unter den Professoren sogar einen, Engländer aus London. Eö verdiente aber auch der Gnadenort, au welchem die Gläubigen selbst serner Länder in Andacht zusammenkommen, daß die Bewohner der verschiedensten Gebiete dort repräscntirt seyen, die trennenden Märchen, welche in weltlicher Beziehung diese scheiden, auf dem ungleich edlern und reinern Boden der Kirche nicht wieder anfgepflanzt würde«. DaS aber gibt zugleich Zeugniß, daß Einsiedeln noch nicht sey ergriffen worden von jener, das Höhere verkümmernde« Staalö- verknechtung, die ihr geistiges Einschrumpfen, ihre jämmerliche Hohlheit hinter haus- backigc Redensarten verbergen mnß. Es gibt Zeugniß, daß die Regierung von Schwyz, zwar über ein kleines Ländchen gesetzt, an innerer Grvsze hinanfragl über so viele, die vielleicht vornehm auf sie herabschaucn, weil sie nicht mit Unrecht sich mästet — uud sich hütet, frevelhaft hinüberzugreifen in das, was nicht ihres Befugnisses ist. — Von den sechzig Priestern, die Einsiedeln zählt, leben über die Hälfte aus Statthaltereien, Pfarreien, sechs an dem Gymnasium zu Bellenz (diese jedoch nicht als StaatSbeamtcte, sondern als Professoren einer ganz durch sie geleiteten Austalt), von der andern Hälfte sind nicht viel über zwanzig für die sehr besuchte Wallfahrt, deu Beichtstuhl uud was mit jener verbunden ist, sodann für die in den letzten Jahren unglaublich erweiterte Uuterrichts- und Erziehungsanstalt zu verwende», so daß man in Wahrheit sagen kan», die Religiösen von Einsiedeln wissen, waS eö heiße, des TageS Last und Hitze zu trage». Mit welcher freudiger Willfährigkeit sie allem sich unterziehe», was zu dcö Nächsten Heil dienen kann, das vermag »ur derjenige zu beurtheilen, der je dessen Augenzeuge seyn konnte. Die Schule, die jetzt nahe an andcrthalbhundert Zöglinge zählt, ließe sich bei dem Zudrange dazu «och bedeutend erweitern, wenn nicht der Raum und die zu verwendenden intellectucllen Kräfte natürliche Gränzen zögen. Für zwanzig Austretende haben sich dieses Jahr sechzig neue gemeldet. Ist eS schmerzlich, daß von diesen zwei Drittheile mußten abgewiesen werden, so ist es doch wohlthuend, sich überzeugen zu dürfe», daß immer noch eine ansehnliche Zahl vo» Eltern auf christliche Erziehung und christlichen Unter- 359 riebt ihrer Knaben allen Werth legen. Denn daß andere, ehedem katholische Anstalten, von solchem altvätcrischen Tand sich nicht mehr berühren lassen, dafür sorgen die von StaatSwegen bestellten ErziehungSräthe, weltlichen Schulinspcctoren, und mit sorgfältiger Rücksicht ans erforderliche Freisinnigkeit und zweckdienliche Brauchbarkeit berufenen Professoren. — Jener Zudrang zu der Schule iu Einsiedeln findet ein eben so erfreuliches Seitenbild zu dem, was jüngst in Politz und in Linz, in zwei Anstalten, die den so vielfach verhöbnten und verlästerten Jesuiten übergeben sind, wahrzunehmen war. Am erstem Ort haben manche der Herren Bureaukraten Gesichter gemacht, als der hochwürdige Bischof von Lcitmeritz das wankellose Vertrauen aussprach, welches er in die Wirksamkeit der V. V. der Gesellschaft Jesu durch eine katholische Erziehung für eine bessere Zukunft setzte. War auch dieses nicht normal- mäßig gesprochen, so lag doch darin der Ausdruck der Ueberzeugung vieler Eltern, was sich dadurch bewährte, daß hundertsiebzig Zöglinge angemeldet wurden, während für das erste Jahr nur fünfundzwanzig Aufnahme finden konnten. Diese sollen durch die nächsten sieben Jahre je um fünfundzwanzig vermehrt werden, bis die Zahl von zweihundert voll seyn wird. In Linz hat sich dasselbe gezeigt. Der beschränkte Raum gestattet vor der Hand nur fünfzig Knaben unterzubringen; und so mußte auch da eine große Zahl auf die Zeit verwiesen werden, in welcher Erzherzog Maximilians Großmnih in Aufführung eines neuen BaneS es möglich machen wird, wenn nicht allen Eltern, doch einer weit größern Zahl derselben die Wohlthat der Aufnahme ihrer Kinder in eine solche Anstalt zu gewähren. — Dem Vernehmen nach soll man auch in Niederösterrcich im Begriff seyn, auf Herstellung von ähnlichen katholischen Bildniigsanstalten für die Jugend zu denken. (W. K. Z.) Pater Petrus Claver ans der Gesellschaft Jesu. ) Unter großer Feierlichkeit geschah zu Rom von Sr. Heiligkeit Papst PiuS IX. am 2 t. September d. I. die Heiligsprechung deS Pater PetruS Elaver auö der Gesellschaft Jesu, nachdem Papst Bcnedict XIV. im Jahre 1747 den Heroismus seiner Tugenden erklärt, Papst PiuS IX. im Jahre 1848 die Aechrheit zweier auf seine Fürbitte geschehener Wunder anerkannt »nd ihn im Jahre 1850 bereits selig gesprochen hatte. PetruS Claver, zu Verdu, einer kleinen Stadt KalabrienS in Spanien, im Jahre 1585 geboren, trat kaum siebzehn Jahre alt in den Orden der Gesellschaft Jesu ein. Der gottselige Alphonö Rodriguez gewann den jungen Adspirantcn sehr lieb und rüstete durch seine Belehrungen denselben frühzeitig zu jenem auserlesenen Werkzeuge der göttlichen Gnade zu, als welches er in seiner spätern Wirksamkeit sich offenbarte. Ehe er «och seine theologischen Studien vollendet hatte, wurde er von seinen Obern nach Reu-Granada berufen, und hier ItiU) zum Priester geweiht. Seitdem wirkte er in Carthagena über vierzig Jahre. In der strengsten Abtödtung und in anhaltendem Gebete dem Herrn dienend, machte er zum vorzüglichste» Gegen stände seines Wirkens die geistliche und leibliche Obsorge für die Sklaven, mit welchen damals ein anSordentlich starker Handel nach dem MissionSplatzc ClaverS getrieben wurde. Die Zahl der dnrch ihn Bekehrten und Getauften schätzt man auf mehrere Hunderttansendc, so daß man ihn im Gegenhalte zu Franz A'aver den zweiten großen Apostel der Inder (West-Inder) nennen darf. Seine für die unglücklichen Neger flammende Liebe bewies er insbesondere durch die großartigste Aufopferung, mit welcher er sich denselben hingab, va die verheerende Pest unter ihnen auSgcbro- chen war. Er begnügte sich da nicht, ihr Seelcnarzt zu sey», sondern übte an ihnen ') Ausführliche Bioqravhie vom P> Vrrtr.ind Gabriel ^lenriau, übers, von Or. Sckellle, Augsburq. Voll. IVZ3 XVI. und 383. 360 Tag und Nacht die leibliche Pflege und sog den Kranken sogar die Pestbeulen aus, um sie vom Tode zu erretten. Am 10. September hauchte er seine heilige Seele aus. Papst PiuS hat ihn bei seiner Heiligsprechung als den „Mohren-Apostel" (^laurorum apostolus) mit besonderem Vorzuge bezeichnet, und ein in der PeterSkirche am Tage der Heiligsprechung ausgestelltes Gemälde enthielt eine Darstellung von seiner apostolischen Wirksamkeit unter den Sklaven. DaS Kirchengebet zu Ehren deS heiligen Petrus Claver lautet also: „O Gott, der du den heiligen Petrus, deinen Bekenner, damit die armen Sklaven zur Erkenntniß deines Namens gelangen möchten, mit wunderbarer Selbstverläugnung und außerordentlicher Liebe ausgerüstet hast, verleihe uns auf seine Fürbitte, daß wir nicht daS Unsrige, sondern daS, waS Jesu Christi ist, suchen, unsere Nebenmenschen im Werke und in der Wahrheit lieben mögen." Die Franzofen. I^'vnivers urtheilt über Frankreich: „ES ist der Ruhm der geistreichsten Nation der Welt, daß fünfunddreißig Millionen Menschen sich von einigen Tausend Narren oder Schlingeln fortwährend ruiniren, berauben und mordbrennen lassen. Hiermit soll aber nicht gesagt seyn, daß man nur ein Absolutist, ein Feind der Republik, der Tribüne und der Presse zu seyn brauche, um auch ein wirklicher Gegner der Revolution zu seyn. Keineswegs, sonst wären Richelieu, Ludwig XIV., Friedrich II., Joseph II., Napoleon und mehrere Czaren ausgezeichnete Vorbilder. Denn sie alle haben daS Geistige dem Zeitlichen geopfert, die Gerechtigkeit und die Moral dem königlichen, nationalen oder ministeriellen Ehrgeize untergeordnet, und die Kirche, die einzige Macht, die noch Kraft besitzt, von den Völkern die göttliche Zuchtruthe abzulenken, erdrückt. Diese Potentaten haben trotz ihres Talentes die Welt zur Revolution gedrängt Denn wenn die Erde einmal vom Throne des heiligen PetruS losgetrennt ist, diesem einzigen, von Gott hienieden für immer befestigten Stützpuncte, so ist sie nur noch eine schwebende Kugel, welche der Teufel nach Gutdünken hin und her bewegt. Um mit der Revolution wahrhast zu brechen, und ihr furchtbarer Feind zu werden, muß man zu allererst die Bedingungen der religiösen Dauerhaftigkeit erkennen, lieben und zu erfüllen suchen. — Ist das geschehen, dann sind die Regie- rungSformen eine untergeordnete Frage; sie ändern sich und müssen sich ändern je nach den Zeituniständen und den Oerllichkeiten. Man kann Republikaner uud doch ein eben so muthiger Reactionär seyn, als wäre man Monarchist. In Frankreich besonders, wo in Folge der Erniedrigung des lehrenden Körpers, des Adels und der Würden die Demokratie zur Herrschaft gelangt ist, und aus Mangel an erhabenen Elementen regiert, wo man nicht genug weiß, daß die Institutionen nicht monarchisch seyn können, wo der König nur ein Strohmann zum Unterzeichnen ist, gezwungen, die Handlungen eines Parlaments, eines zum Herrschen untauglichen Herrschers auf sich zu nehmen; in Frankreich, wo man zu ignoriren scheint, daß daS Wesentliche der Mensch ist, und nicht die Institution, hier sollten sich die Gegner der Revolution weniger um StaatSformen, als um die Erziehung der Menschen kümmern. ES ist ohne Zweifel wesentlich, zu verhindern, daß daS Vaterland nicht in Brand gesteckt werde, und seine Bürger sich untereinander erwürgen. Daraus folgt die Nothwendigkeit einer starken Regierung, die jede verbrecherische Propaganda unterdrückt, um für die öffeutliche Erziehung die nothwendige Zeit zu gewinnen." Verantwortlicher Redacteur: L, Schönchen. Berlags-Jnhabcr: F, E, Kremer.