Zwölfter Jahrgang. Sonntags-Beiblatt ^ur> INN zur Augsburger Postzeitung. _ 4. April IA. ^852. Dieses Blatt erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der halbjährige Abonnementspreis TO kr., wofür es durch alle königl. bayer. Postämter und alle Buchhandlungen bezogen werden kann. Charwoche. inhoitz .M» ZÄnilG nA?n„umos«>suj vnu ^6^muAkchi)K ?un' NttXk,, »Hi O bange Woche, da der Heiland scheidet, Du stimmst so ernst zu dieser Lenzeswonne, Da wiederum die warme Lieb' der Sonne Die nackten Au'n mit zarten Blümlein kleidet; Da in den Lüften fromm die Vöglein grüße» Des lauen Westens holde Frühlingswinde, Und durch des Waldthals frische Wiesengründe Des Bächleins Silberfluten sich ergießen. O Frühlingssonne, laß die heitern Strahlen Mit düsterm Wolkenschlcier dir verhüllen, Daß du nicht schaust, wie um der Brüder willen Der Herr verblutet in des Todes Qualen. Ihr Blümlein aus den grüngeschmückten Wiesen, Senkt trauernd eure thaubcnetzien Blicke; Schon naht die sromme Hand, daß sie euch Pflücke, Und opfernd lege zu des Heilands Füßen. O schweigt ihr Sänger in den muntern Haine», Verstummt sind ja der Glocken Feierklänge; Die Kirche läßt durch düstre Grabgesänge Der ew'gen Liebe Opfertod beweinen, v! Ayn Mz'l-jM (scki'tt ,mjhL!Z ,UlM's» Zieht heimwärts, Winde, nach den sonn'gen Hohe« Ins klare Blau der lenzerfüllten Lüfte Des fernen Südens, da des Todes Düfte Mit kaltem Hauch das heil'ge Grab umwehen! -iilt .sn/kuA'N' wi>?ni »hilisH n-j chus ^»kttinnnK. ^Kilt?« mZttz.KlM'K Ihr Bächlein, frei nun von des Winters Bande», Rinnt stille hin an den bemoosten Hängen; Bald hallet es in lauten Jubelklängen Von dem Altare: „Christus ist erstanden!" ._ TafrathShofer. .ynttv?(!rI/^^M8mT. Die kranke Zeit und ihr Heilmittel. *) .....Wir haben mit der größten Aufmerksamkeil und Theilnahme die neuesten Erscheinungen auf dem Gebiete deS religiösen und sittlichen LebenS verfolgt, und zu Unserem Troste und Unserer innigsten Freude wahrgenommen, wie der lebendige Glaube an Christus und die aufrichtige Hingabe an seine heilige Kirche in manchen Kreisen sich wieder Bahn gebrochen, wo noch vor wenigen Jahren gänzlicher Unglaube, oder doch religiöse Gleichgültigkeit und sittliche Ungebundenheit herrschten. ES ist UnS insbesondere keineswegs entgangen, mit welch' nachahmungswürdigem Eifer und rühmlicher Opferwilligkeit Einzelne, welche nicht nur die ganze Gefahr der unS drohenden Auflösung der socialen Ordnung, sondern zugleich auch die einzig zureichenden Mittel ihrer Abwendung erkannt haben, sich bemühen, dem von sittlicher Fäulniß bereits tief ergriffenen Organismus der heutigen Gesellschaft durch die Bethätigung ihres christlichen Glaubens in Uebung aller demselben entsprechenden Tugenden und vorzüglich der werkthätigen christlichen Liebe neues, kräftigendes Leben einzuhauchen. Wir erblicken hierin mit allen Einsichtsvollen den Anfang eines durch Gottes Barmherzigkeit hervorgerufenen HeilungSproccsseS, an dessen glücklicher Vollendung znr geistigen Wiedergeburt deS jetzigen Geschlechts nicht zu zweifeln ist, wenn nur der Reichthum der unS zuvorkommenden Gnade von der großen Mehrheit der Menschen erkannt und dankbar benutzt wird. Ist es aber schon als sicher anzunehmen, daß dieses geschehe? Gibt unS das Verhalten der meisten Menschen eine genügende Berechtigung zu der zuversichtlichen Erwartung, daß sie die Güte und Langmuth GotteS nicht mißbrauchen, sondern in Demuth und Reue zu ihm zurückkehren, aufrichtige Buße wirken und so das Verderben abwenden werden, Welches immer eine unausbleibliche Folge der Unbußfertigkeit ist? Ach, Geliebte! eS drängen sich unS alltäglich Wahrnehmungen auf, die unS in dieser Beziehung mit nicht geringer Besorgnis; erfüllen müssen. Trotz aller Mahnungen und Warnungen, die Gott, um unS zur Buße und LebcnSbesseruug zu bewegen, durch die Ereignisse der letzteren Jahre an uns hat ergehen lassen, und trotz deS unS vorleuchtenden herrlichen Beispieles Derjenigen, welche in dankbarer Anerkennung seiner unS dadurch erwiesenen Liebe und Erbarmung mit Aufbietung aller ihrer Kräfte und Mittel für ihr und ihrer Mitmenschen Seelenheil besorgt sind, leben noch immer unzählig Viele in allzugroßer Geistesträgheit und Sorglosigkeit bezüglich der Erreichung ihrer ewigen Bestimmung dahin, für Nichts ein warmeS Interesse an den Tag legend, als für die möglichste Befriedigung ihrer bloß auf daS Irdische und Vergängliche gerichteten Wünsche, Neigungen und Begierden. Daß eS sich in Wahrheit so verhält, zeigt sich nicht nur in der weithin verbreiteten Vernachlässigung des Gebetes, der andächtigen Beiwohnung bei der Darbringung deS heiligen Meßopfers, der Anhörung des Wortes GotteS, der Lesung belehrender und erbauender religiöser Schriften, des öftern würdigen Empfanges der heiligen Sacra- mente der Buße und deS AltareS, und der Betheiligung an den zur Belebung des Glaubens und Bethätigung der- christlichen Liebe gegründeten kirchlichen Vereinen; sondern eS beweisen dieses auch und zwar noch klarer und unwidersprechlicher die überall, in Städten, Flecken und Dörfern, bei Hohen und Niedern noch immer so häufig zum Vorschein kommenden, ja hie und da sich mehrenden Laster und Verbrechen, welche die naturgemäßen Früchte eben dieser allem Ueberstnnllchen und Göttlichen abgewendeten fleischlichen LebenSrichtung sind, AIS nothwendige Folgen und Ausgeburten dieser gottentfremdeten falschen LebenSrichtung bezeichnet die unter unS herrschenden sittlichen Verirrungen auch der heilige PauluS; indem er Hurerei, Un- reinigkeit, Unkeuschheit, Ueppigkeit, Feindseligkeit, Hader, Eifersucht, Rache, Uneinigkeit, Zwist, Sectengeist, Neid, Mord, Völlerei, Schwelgerei und dergleichen, also gerade die Sünden und Laster, welche heute das gesellschaftliche Leben so sehr beflecken, die schon vorhandene Armuth und Noth mit jedem Tage noch steigern, und ») Aus dem dleßjähngen Fasterchirtenbriefe des Hochwürdigsten Bischofs von Limvurg. 107 die Grundpfeiler jeder sittlichen Ordnung untergraben, ausdrücklich Werke deS Fleisches nennt, und die Bemerkung beifügt, daß die damit Belasteten das Reich Gottes nicht erben werden (Gal. 5, 19—21). Ist aber die Bekehrung Aller, welche längere Zeit, den Einwirkungen der göttlichen Gnade sich verschließend, von den ungestümen Trieben ihrer verdorbenen sinnlichen Natur sich beherrschen lassen, wegen der nahe liegenden Gefahr allmäliger gänzlicher Verstockung ihres HerzenS schon zweifelhaft; so gewiß in noch weit Höhe- rem Grade die Bekehrung Derer, welche nicht sowohl aus träger Gedankenlosigkeit und Schwäche dem Gnadenzuge deS heiligen Geistes nicht folgen, als vielmehr auS Bosheit demselben absichtlich sich widersetzen. Und daß eS auch Solcher in unsern Tagen sehr Viele gibt, wird Niemand bezweifeln, der die lügenhaften und verleumderischen Angriffe kennt, welche die Kirche und alle ihre warmen Anhänger, besonders aber ihre freimüthigen und seeleneifrigen Diener täglich zu erdulden haben. Denn was anderes als der Haß gegen den in der Kirche lebenden Geist der Wahrheit, Liebe und Heiligkeit selbst ist eS, waS ihre ärgsten Feinde, die Hauptförderer des Unglaubens und der sittlichen Verkommenheit, in beständigem Kampfe gegen die, selbe erhält? Da sie wohl einsehen, daß unsere heilige katholische Kirche die einzige Macht ist, an welcher alle ihre Bestrebungen, die rechtliche Ordnung in der mensch, lichen Gesellschaft umzustoßen und dagegen ihre niedrigen Leidenschaften auf den Thron zu erheben, scheitern müssen, so lange deren Glieder durch lebendigen, ihre Gesinnungen und Handlungen bestimmenden Glauben mit ihr verbunden sind; so erfüllt der Anblick der dermaligen, keine Verfolgungen, Leiden und Opfer scheuenden Thätigkeit der Kirche, um die ihr noch aufrichtig Ergebenen in ihrer Treue zu befestigen, und die bereits Irregeleiteten wieder auf den Weg der Wahrheit und Tugend zurückzuführen, diese Feinde GotteS und der Menschheit mit einer wahrhaft teuflischen Wuth. Hierzu kommt nun noch, um das Maaß der Zerrüttung unserer heutigen Zustände und Verhältnisse voll zu machen, der beklagenSwerthe Umstand, daß die Kirche, die Trägerin aller christlichen Wahrheit und Gnade, die Seele der staatlichen und bürgerlichen Ordnung, bezüglich der Anwendung ihrer reichen Mittel zur Regeneration der Menschheit, wie an vielen andern Orten, so auch in einem bedeutenden Theile von Deutschland bis heute noch sehr wesentliche Hemmungen und Beschränkungen erleidet, während die Feinde deS Christenthums allerwärts ungestraft jede Ungerech, tigkeit gegen dieselbe sich erlauben, ihre heiligsten Lehren und Gebräuche verspotten und verhöhnen, ja selbst den Glauben an Gott, Tugend und Unsterblichkeit laut und öffentlich als Trug und Wahn ausgeben dürfen, und von dieser Freiheit nicht nur in mündlicher Rede, sondern auch in unzähligen Organen der TageSpresse den schamlosesten Gebrauch machen. Unter solchen Verhältnissen kann eS uns nicht wundern, wenn der lebendige, in gewissenhafter Erfüllung der sittlichen Gebote sich offenbarende christliche Glaube selbst aus dem Herzen des sonst so frommen Landvolkes hie und da in solchem Maaße entschwunden ist, daß neben den gröbsten sittlichen Vergehen und Ausschweifungen auch daS entsetzliche Verbrechen deS Meineides bei ihm nicht mehr zu den seltenen Erscheinungen gehört. Und wie nachtheilig alles Dieses namentlich auf die heranreifende Jugend wirken muß, daS bedarf bei den deßfallS schon gemach- ten vielfachen Erfahrungen keiner Erörterung. Wir wollen nun nicht behaupten, Geliebte I daß bei dieser Lage der Dinge die Herbeiführung einer bessern Zukunft auf dem Wege ruhiger Entwickelung des noch vorhandenen Guten nicht mehr möglich sey; aber so viel ist gewiß, daß, wenn für die Verbesserung unserer dermaligen Zustände fortan nicht allseitiger, einträchtiger und entschiedener gesorgt, die göttliche Autorität der Kirche nicht höher geachtet, und die Fülle der auS ihr strömenden übernatürlichen Lebenskräfte nicht dankbarer und eifriger benutzt wird, als dieses bisher geschehen, die kaum wieder einigermaßen befestigte staatliche und bürgerliche Ordnung der wachsenden Gewalt der auflösenden und zerstörenden Kräfte nicht lange mehr wird widerstehen können, und daß dann die Strafe gerichte, mit welchen uns Gott schon wiederholt gedroht, hereinbrechen und für das 108 Versäumnis; Dessen, waS jetzt noch leicht erwirkt werden könnte, eine Fürsten und Völker, Vorgesetzte unv Untergebene, Reiche und Arme, Gebildete und Ungebildeie gleichmäßig treffende, Furcht unv Entsetzen erregende Sühne fordern werden. Denn darüber, Geliebte! dürfen wir, um von andern Heimsuchungen, die dann sicher auch nicht ausbleiben werden, gar nicht zu reden, unS nicht läuschen, daß Diejenigen, welche jetzt, angetrieben von dem Fürsten der Finsterniß und Vater der Lügen, unter dem erheuchelten Vorgeben, durch Förderung wahrer Aufklärung und Erwirkung ausgedehnter Rechte und Freiheilen für daS Beste deS in geistiger und leiblicher Armuth und Knechtschaft schmachtenden Volkes zu sorgen, gegen die von Gott gesetzie Obrigkeit aufreizen, falls sie zur Herrschaft gelangen, die selbstsüchligste unv grausamste Tyrannei üben, kein Recht und kein Eigenthum ihrer Mitmenschen achten, in die zartesten Verbältnisse des Familienlebens schonungslos eingreifen, die christlichen BtldungS- und Wohlthätigkeilsanstallen aufheben, und ungerührt von dem Anblicke des entsetzlichen Jammers und Elendes, welches sie weit um sich her verbreiten, ihrem Stolze, ihrer Habsucht.und thierischen Sinnenlust AlleS zum Opfer bringen werden. Wann, Geliebte! waren demnach die heiligsten Güter der Menichhett, ja selbst die Grundlage der gesellschaftlichen Ordnung durch die religiöse und sillliche Verkommenheit der Menschen mehr gefährdet als jetzt? Und wann war eben darum auch die demüthige und reuevolle Rückkehr derselben zu Gott selbst im Interesse der zeitlichen Wohlfahrt dringender geboten, als unter den dermaligen Verhältnissen? Wahrlich, Gelieble! bei der Größe der unö umgebenden Gefahr und dem Maaße der auf unS lastenden Schuld, auS welcher dieselbe hervorgegangen, müßle jede Hoffnung ihrer nochmaligen Abwendung schwinden, überstiege nicht GotteS Liebe unendlich unser Verdienst; — wäre der Herr nicht gnävig unv barmherzig, langmülhig unv von großer Geduld. Doch sieh! die unendliche Liebe und Erbarmung, mit welcher Gott noch immer die längst verdienten Strafen von uns abwenden und durch neue geistige und leibliche Wohlthaten unser zeitliches und ewiges Glück gründen und sichern will, wofern wir nur ohne weitern Aufschub in Demuth und Reue zu ihm zurückkehren und bei ihm Hilfe suchen, offenbart sich unS gerade jetzt, in der größten Noth, auch auf die einleuchtendste, rührendste und ergreifendste Weise. Damit nämlich dieses einzige Mittel, welches uns retten kann, auch von Solchen erkannt unv gewürdigt werden möge, welche dasselbe nicht schon aus den bisherigen traurigen Ereignissen und der Eigenthümlichkeit unserer dermaligen Lage erfaßt und angewendet haben, hat daS sichtbare Oberhaupt unserer heiligen Kirche, der würdige Nachfolger des heiligen PetruS, unser vielgeprüfter, glorreich regierender Papst, Pius IX., geleitet von unserm unsichtbaren Oberhaupte Jesus Christus und beseelt von seinem Geiste, mit wahrhaft väterlicher Liebe und Sorgfalt an die gesammte Christenheit sich gewendet, ihr ein sprechendes Bild unserer beklagenswerthen Zeit vor Augen gestellt und unter Aufschließung der himmlischen Gnadenschätze sie zum Gebete und zur Buße aufgefordert. O möchte doch die hohe Bedeutsamkeit dieser Einladung zum gemeinsamen vertrauensvollen Gebete behufs der Abwendung der unS drohenden Strafgerichte durch aufrichtige Buße die nöthige Beachtung finden! Sie ist eine nochmalige laute, nur Liebe unv Barmherzigkeit athmende Mahnung unseres göttlichen Heilandes, uns durch dankbare Benutzung seiner unendlichen Verdienste mit seinem himmlischen Vater auszusöhnen, und in Kraft des wieder erlangten Friedens mit ihm und der auS demselben entquellenden Weisheit, Tugend und innern Beseligung auch der unglücklichen, kranken, durch Leidenschaften aller Art in sich gespaltenen bürgerlichen Gesellschaft Wohlseyn, Friede und Freude wieder zu bringen. Wird auch dieser Ruf nicht beherzigt, nun so dürfen wir uns nicht beklagen, wenn die furchtbaren Worte des Herrn sich abermals erfüllen: „darum, weil ich rief, und ihr nicht wolltet, ich meine Hand ausstreckte, und Keiner daraufmerkte; weil ihr verachtet all' meinen Rath, und meine Strafreden in den Wind schlüget: so will auch ich bei euerm Untergange lachen, und spotten, wenn euch begegnet, waS ihr fürchtet. Wenn plötzlich daS Unglück hereinbricht und der Untergang wie ein Wetter heranstürzt; wenn Trübsql und Angst über « 109 euch kommt: dann wird man mich rufen, aber ich werde nicht hören; frühe wird man ausstehen, mich aber nicht finden." ans, ö'iiUU'-l v>Z ZNiilil-»r,T ^i5ntt5 5s-nuj?c!llfi dk'Z ,l>dutt nci!iknlAv?uD ^ndd^tll n^vliiiHnt^'nA n',!kj!l?s,'Aii!!°ij'»v; 5:ltl> Hn«il>ÄUN5?u> Rom. ,«!>SNN »Zittdt ?u/i »KM-inttmi'L .»oli),.' °,IU.,. «na NII'ZKI^ Dem „UniverS" wird auS Rom geschrieben: Alle Welt weiß, daß die Zahl der englischen protestantischen Geistlichen, die sich zum Katholicismus bekehrten, bereits sehr beträchtlich ist und tagtäglich zunimmt. Viele derselben wünschen ihr künftiges Leben ausschließlich dem Herrn zu weihen und deßwegen in einen geistlichen Orden zu treten; die Mehrzahl ist aber nicht in der Lage, jene theologischen Studien machen zu können, die nothwendig ihrem Eintritts in den heiligen Aufenthalt vorangehen müssen. Einige sind an der Betreibung dieser Studien durch financielle Verlegenheiten gehindert; andere wieder wissen den Ort nicht zu finden, wo sie unter den unerläßlichen Garantien ihre wissenschaftlichen Bemühungen und ihr Noviciat vollenden können. Ihre Antecedentien, die Vorurtheile, die ihnen von Jugend an beigebracht wurden, die Eigenthümlichkeit ihrer künftigen priesterlichen Aufgabe, die sie in einem der Majorität nach protestantischen Lande zu lösen haben werden, erheischen überdieß eine besondere, den Anforderungen ihrer Intelligenz und den Bedürfnissen der Bevölkerung, deren Lehrer sie eines TageS seyn sollen, angepaßte Methode, da man nur unter solchen Bedingungen hoffen kann, sie eines TageS als würdige Arbeiter im Weinberge des Herrn alle jene Früchte ernten zu sehen, deren ihre erhabene Selbstverläugnung vollkommen würdig ist. Um die heilige Lehre unmittelbar auS der reinsten Quelle schöpfen zu können begeben sie sich in natürlichem, fast instinktmäßigem Antriebe meistens nach Rom. Aber auch hier ist für die Befriedigung der erwähnten Anforderungen bisher nur unvollkommen gesorgt. Sie müssen daselbst die öffentlichen Vorlesungen besuchen, die für Zuhörer berechnet sind, die so zu sagen in einer katholischen Atmosphäre ausgewachsen sind; sie sind ferner genöthigt, in Privathäusern oder Instituten Unterkunft zu suchen, die eine ganz andere Bestimmung haben und so mangelt ihnen sowohl vom Standpuncte der Intelligenz als dem der Frömmigkeit und der geistlichen Uebungen eine Unzahl nöthiger Dinge, woraus sich die Befürchtung ergab, sie würden in jenem Momente, in welchem sie die priesterliche Weihe erhalten sollten, nur Neo- phiten im Glauben, und keineswegs geeignet seyn, die Fülle der Gaben deS heiligen Geistes aufzunehmen. 111 Diesem so empfindlichen Mangel soll nun baldigst Abhilfe gebracht werden. Der heilige Vater, den die religiösen Bedürfnisse Englands so höchlich interessiren, den die Vorsehung bestimmt zu haben scheint, daS auf die Insel bezügliche Bekeh- rungSwerk des großen Papstes St. Gregor wieder aufzunehmen, wird ein besonderes Institut begründen, in welchem jene katholisch gewordenen, früher protestantischen Geistlichen aufgenommen werden sollen, die sich berufen fühlen, in den heiligen Orden einzutreten. Schon im nächstkommenden August hofft der heilige Vater die Anstalt eröffnen zu können, für welche er ein Gebäude bestimmt hat, daS früher schon einem ähnlichen Zwecke angehörte, und in welchem Konvertiten aufgenommen wurden, um sich im Religionsunterricht zu vervollkommnen und im Glauben zu stärken, daher eS auch den Namen „Palazzo dei Convertili" führt. Im Jahre 1685 hat es der sterbende Cardinal Castalvi, dem eS gehörte, zu diesem Zwecke bestimmt. Die Kosten der neuen Einrichtung werden ausschließlich vom heiligen Vater getragen, der so im vollen Sinne des Wortes der Vater der neuen Familie seyn will, die der Herr ihm zuweist. In solcher Weise will der Stellvertreter Jesu Christi sich für die ihm angethanen Beleidigungen der anglikanischen Kirche rächen und neue Apostel für England heranbilden lassen. Man muß übrigens zugestehen, daß die Güte des heiligen VaterS unmöglich besser angewendet werden könnte. ES gibt kein erbaulicheres und für die religiöse Zukunft Englands beruhigenderes Schauspiel, als daS anerkennenSwerthe Benehmen der englischen Convertiten in Rom. Die Andacht, mit der sie am Fuß der Altäre hingestreckt für die Bekehrung ihres Vaterlandes beten, ist überaus rührend. Gott erhört auch ihr Gebet und häufige Bekehrungen haben im Laufe dieses Winters zu Rom stattgefunden. Andere stehen noch bevor. Vorzugsweise aber erregt eS allgemeine Bewunderung, wenn man 40° bis 5vjährige, an daS behaglichste Leben gewöhnte Männer zu Schülern werden und sich neben den jungen Zöglingen deS Kollegium Romanum auf eine und dieselbe Bank setzen sieht. Manche sind sogar genöthigt, erst die lateinische Sprache zu lernen, um den theologischen Vorlesungen mit Nutzen beiwohnen zu können. ES ist dieß ein Muth, der nicht genug gelobt werden kann, eine Hingebung, der Gott den Lohn nicht versagen wird. (Salzb. Corr.) /^->o >. o ^ .irziL t»,4ok) «,6>g!Mv ,tz«T ?uz Ipmnk i n,)Zli5 iiiüü ,°>!l ,nsi,T HiiE >"iMuM — .mchr.'N uz dnüiiidliuÄ S,j mÄMuF m^.iak mckiZMnA. tzocl sgnuL. '"6 lim ,llü1 G m ü n v» AuS Gmünd in Württemberg 13. März wird dem „Schwäbischen Merkur" geschrieben: Um für die öffentlichen Spitäler der Stadt eine gewissenhafte und dabei möglichst wohlfeile Krankenpflege zu erhalten, knüpfte der StiftungSrath schon im Jahre 1849 mit dem Mutlerhause deS Ordens der barmherzigen Schwestern zu München Unterhandlungen an; da aber diese aus Mangel an verwendbaren Schwestern zu keinem Ziele führten, so fand der Plan, in Gmünd selbst ein Mutterhaus deS erwähnten Ordens für die Diöcese Rvttenburg zu gründen, immer mehr Freunde und Unterstützung. Die Behörde wandte sich sofort an daS Mutterhaus zu Straßburg und erhielt von diesem im Februar 1851 die bestimmte Zusage, daß Gmünd die benöthigte Anzahl von Schwestern erhallen solle, unter der Bedingung, daß daselbst ein Mutterhaus deS Ordens gegründet werde und die Statuten desselben die Genehmigung der geistlichen, wie der welllichen Obrigkeit erhalten. Hiedurch war man dem vorgesteckten Ziele einen bedeutenden Schritt näher gekommen. ES wurde nun definitiv beschlossen, hier ein Mutterhaus zu gründen und demselben die nöthigen Räumlichkeiten nebst einem Garten auf zehn Jahre zu unentgelvlicher Benützung zu überlassen; zugleich wurden Statuten entworfen und der Regierung zur Genehmigung vorgelegt. Nachdem sie diese unterm 14. Nov. 1351 erhalten hatten, wurden sie auch vom bischöflichen Ordinariate gu-t geheißen, daS zugleich die Wahl einer Commission anordnete, welche die ferneren zur Förderung dieser nun zur Diöcesansache gewordenen Angelegenheit nöthigen Schritte zu thun hat. 112 Nach der Ansicht dieser Commission soll Gmünd im Verlaufe der nächsten sechs Jahre mit barmherzigen Schwestern aus dem Mutlerhause zu Straßburg versehen werden, also ein Filial dieses Mutterhauses seyn. In dieser Zeit sollen aber aus unserer Diöcese so viele Schwestern in Slraßburq herangebildet werden, daß mit denselben nach Umfluß jener sechs Jahre das Mutterhaus Gmünd wirklich eröffnet und daS Bedürfniß größerer Gemeinden der Diöcese befriedigt werden kann. Bis jetzt sollen sich bereits 13 Jungfrauen angemeldet haben, die in den Orden einzutreten willens sind. Da nun, um daS Mutterhaus eröffnen zu können, bloß neun Schwestern nothwendig sind: eine OrdenSoberin, eine Novizenmeisterin, zwei Assistenzschwestern und fünf für den unmittelbaren Dienst in den Spitälern GmündS, und da die in Berechnung genommenen Mittel, welche bestehen in dem statutenmäßigen Beibringen der Schwestern, in theils schon gemachten, theils zugesicherten Stiftungen und in kirchlichen Collecten, für den Anfang als zureichend erscheinen, so können wir mit Bestimmtheit annehmen, daß wir in Bälde ein Filial und seiner Zeit ein Mutterhaus des Ordens der barmherzigen Schwestern hier haben werden. (MDl^nA lü> I!>ljO!l!d "-UZN' Sllu N5chi N >!tniÄ. N',IiNUsUl!'.>!iA innren .Il'-W llzZl'l'iüsN'^ Puseyitische Nonnen. Die englischen Puseyiten hegen bekanntlich eine große Vorliebe für den OrdenS- stand, und haben in England bereits mehrere Frauenklöster gestiftet. Mehrere derselben sind jedoch zu der Einsicht gelangt, daß der Protestantismus nicht der rechte Boden für Klöster ist. Am meisten Aufsehen erregt ein unter der Leitung einer Miß Selon stehendes Institut: englische Blätter scandalisiren sich gewaltig über Enthüllungen, welche eine ausgetretene Nonne darüber veröffentlicht hat. Wenn diese Mittheilungen getreu sind, so sind die Regeln katholischer Orden ziemlich getreu copirt, aber auch, wie daS bei Allem, was die Secten der Kirche nachmachen, der Fall zu seyn pflegt, verzerrt und carrikirt. Da finden sich die Gelübde deS Gehorsams, der Armuth und Keuschheit, Namen wie „Orden vom heiligen Geiste" oder „vom heiligen Herzen", „OrdenS-Capitel", Prim, Terz, Sert, Non u. s. w., sogar bei Einzelnen Verehrung der heiligen Jungfrau und Rosenkranz, und endlich gar Beicht, aber bei — „der Mutter", Miß Selon, die unter anderm einmal zur Buße aufgegeben haben soll, mit der Zunge daS Kreuzzeichen auf dem Fußboden deö Oratoriums zu machen. «,uwM mtMi)'.?ÄZ„ m'jZ uM M x^.^ -.-^ n- Ättii!:,,^ ^ n r r e t. Der heilige Vater hat bekanntlich in der sehr ausgedehnten Kirchenprovinz Konstantinopcl unlängst fünf neue BiSthümer nach armenischem Ritus errichtet. Briefe im „Osservatore Romano" vom 25. Februar bezeugen, daß diese Maaßregel für die Verbreitung deS Glaubens bereits günstige Erfolge hervorgebracht hat. In Gol Karasy, Diöcese von Bursa, sind 2l)0 schismatische Familien in den Schooß der katholischen Kirche zurückgekehrt. In der Diöcese Murat werden mehrere Familien zu demselben Schritte vorbereitet. ' Dill,')?'- i.'7',fji»jKT n«,«' IlZi Mtt ».lzissaitt ö. 5»4 y><" / >' ^ zUliniist Nötige« ' Die Sammlung für das GörreSdenkmal im Dom zu Köln beträgt nach dem Ausweis der histor. polit. Blätter bereits 2940 fl. 20 kr., wozu die Diöcese BreSlau über 6l)O fl. beigetragen hat. Der Verein der hl. Kindheit verbreitet sich sehr rasch. Von Frankreich erstreckt er sich jetzt über die englischen Inseln, Belgien, Holland, Rheinprovinz, Westfalen, Bayern, Polen, Italien, Schweiz, Spanien, Amerika u. f. w. Vor Kurzem hat er sich nach Oesterreich verbreitet. Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen. VerlagS-Jnhaber: F. E. Kremer.