Zwölfter Jahrgang. Sonntags-Beiblatt bliurnti^'.l-l 5suu.i.'i'l'!>.'M ZIIU " .'^IIUN N'^chi!>mnu ni>!ll >»!,' Slul> ?ij s7i,ÄnSjvj»ni ,ZM Sgi«,d,niiZ ><«/s?ia 16^ 7>,>i» W' «!>tkS' nv» n^'jr.L n^iuiz ,y« üllkA im?n,piii,<»« in ZlA - »» IV^Q SZ. Mal ^V- -^-----—- Dieses Blatt erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der halbjährige Abounementsvreis kr., wofür e» durch alle königl. bayer. Postämter und alle Buchhandlungen bezogen werden kann Hermann v. Vieari, durch Gotteö Erbarmung und des heiligen apostolischen Stuhles Gnade Erzbischofvon Freiburg ic. :c. Allen BiSthumSangehörigen im Großhcrzogthum Baden Gruß und Segen von Gott dem Vater und Jesu Christo, unserm Herrn! Geliebteste! Mit dem Gefühle der tiefsten Wehmuth richte ich diese Hirtenworte an Euch, erfüllt von unsäglicher Trauer über den Conflict, der zwischen der Staats- und Kirchenbehörde in Folge deS von dieser angeordneten TrauergolteSdiensteS für den Höchstseligen Großherzog Leopold Königl. Hoheit entstanden ist. Das hehre Bild deS Höchstseligen Großherzogs steht im Glänze der hellstrahlenden Tugenden dieses Regenten, im Glänze der Güte, Liebe und Milde dieses wahren VaterS des Vaterlandes, Höchstwelchcr sein Volk so innig, so zärtlich, so edelmülhig geliebt, im Glänze der Bewährung bei den herbsten Heimsuchungen und Prüfungen, so höchst verehrungöwürdig vor meinen Augen, daß mein Herz vom heftigsten Schmerze ergriffen wird über die vielfältige Veikennung der Absicht, welche die Kirchenbehörde bei Anordnung der Traucrfeierlichkeit geleitet hat. Und ich sehe eS als meine heiligste Pflicht an, meinen geliebten Diöcesanen klaren Aufschluß über den Thalbestand zu ertheilen, um so mehr, da in öffentlichen Blättern der Vorfall in einer Weise besprochen wird, die nur geeignet ist, Mißtrauen gegen den Oderhirten, feindselige Gesinnung gegen die katholische Kirche, Verdächtigungen der Katholiken hervorzurufen und zu Pflegen. Warum wurde — so lautet die Frage — zur Trauerfeicrlichkeit deS Höchstseligen GroßherzogS K. H. kein Seelenamt angeordnet? Geliebleste! vor Gott betheuere ich Euch, daß dazu einzig und allein meine Pflicht mich bewog, die mir, als katholischem Bischof, obliegt, den TrauergotteS- dienst nach den Vorschriften der katholischen Kirche, nach den Ansprüchen deö heiligen Stuhles, mit dem ich durch das heilige Band deS Gehorsams verbunden bin, anzuordnen. Offenbar steht eS nur der Kirche zu, Bestimmungen über gottcsdienst- liche Handlungen zu treffen, und zu entscheiden, wann das heilige Meßopfer dargebracht werden dürfe, wann nicht, und eS kann in diesem Puncte der katholischen Kirche gewiß nicht weniger Freiheit vergönnt seyn, als den Confessionen und Reli- gionögesellschaflen, die ja bei Anordnung gottesdicnstlicher Feierlichkeiten einzig und allein von ihren Grundsätzen sich leiten lassen. ES ist nun aber Vorschrift der kalbo- lischen Kirche, daß das heilige Meßopfer für keinen Verstorbenen dargebracht werden dürfe, der nicht in der Gemeinschaft der Kirche dahingeschieden, weil offen nur der Anspruch auf daö Opfer der Kirche hat, welcher ein Glied der Kirche gewesen, wie .ynnh7(!kE6^t1!?AH> an den Gütern der Familie eben nur die Glieder der Familie Antheil nehmen. Ist man in frühern Fällen von dieser Vorschrift abgewichen-, so folgt daraus nicht, daß man immer abweichen müsse. Die ein-, zwei-, drei- und mehrmalige Uebertretung einer Vorschrift hebt dieselbe keineswegs auf, insbesondere wenn sie aufs Neue eingeschärft wird, wie dieß in vorliegendem Falle vor einigen Jahren von Seiten deS heiligen Stuhles geschehen ist, wobei der heilige Stuhl auSsprach, daß für alle Verstorbene die heilige Messe zu lesen in solchen Fällen eine Täuschung veS gläubigen Volkes sey, was der Kirche unwürdig ist. Unser Höchstseliger Großherzog Leopold K. H. bekannte Sich zur evangelisch, protestantischen Konfession bis zum Enhe des Lebens. Seine K. H. konnten deßhalb nicht durch Abhaltung eines Seelenamtes zu den Gliedern der katholischen Kirche gerechnet werden. Ein ganz anderes Verhältniß ist eS, so lange der Landesregent noch lebt. Da werden allerdings, auch wenn derselbe nicht der katholischen Kirche angehört, bei besondern Veranlassungen, z. B. bei dem Regierungsantritt, dem hohen Namenöfeste u. f. w., Meßopfer durch Anordnung der Kirche dargebracht, allein in diesen Fällen wird der Regent aufgefaßt als der von Gott gesetzte Herrscher deS Staates, und von Gott ihm durch Darbringung deö heiligen Opfers erfleht die zur segensreichen Vollführung seines höchstwichtigen und höchsteinflußreichen AmteS nothwendigen Gaben. Oder eS wird dem Allerhöchsten gedankt für die Wohlthaten, die Er durch den LandeSvater dem Volke erwiesen, oder eS wird das Dankopfer dargebracht für besonders erfreuliche Ereignisse, wie z. B. für die Geburt eines KronpriN- zen, für die Wiedergenesung eines erkrankten Regenten, für die Beseitigung drohender Gefahren, wie ich auch nach Bewältigung der Revolution und nach Wiedereinsetzung der rechtmäßigen Regierung ein feierliches Amt zur Zeit angeordnet habe. Nach dem Tode eines nicht katholischen Regenten kann nur dann ein heiliges Meßopfer dargebracht werden, wenn sich dasselbe bezieht auf die Segnungen und Wohlthaten, die Gott durch seine Regierung dem Volke erwiesen, also wenn ee> ein Lob- und Dankamt ist, welches aber bei einem Trauergottesdienst zu feiern offenbar nicht angeht. DaS religiöse Bekenntniß kommt in solchen Fällen gar nicht in Betracht. Anders verhält eS sich, wenn für den Verblichenen ein Seelenamt soll gehalten werden. Ein Seelenamt kann die Kirche nicht mehr für ihn als Regenten feiern, sondern eS bezieht sich einzig und aNein auf seine Person. Der Dahingeschiedene erscheint nunmehr als Mitglied seiner Konfession. Für ihn nach seinem Tode ein Seelenopfer darbringen, hieße thatsächlich auSsprechen, daß Er Glied der katholischen Kirche gewesen, daß Er in der Gemeinschaft der Kirche gestorben, welche an die Wirksamkeit deS heiligen Meßopfers für die Verstorbenen und an den ReinigungSort glaubt. Darf die Kirche thatsächlich irgend Jemanden zu ihren Gliedern zählen, der eS nicht gewesen? Gewiß nicht! Die Kirche achtet höher die Freiheit der Gewissen. Es ist demnach die Versagung eineö Seelenamteö bei der Trauerfeier eines Protestanten etwas ganz Natürliches und Vernünftiges, insbesondere wenn wir die Lehre deS Protestantismus näher inS Auge fassen. Dieser Lehre gemäß ist die katholische Kirche im Irrthum, daß sie daS heilige Abendmahl als ein Opfer auffaßt, daß sie glaubt an den in der Eucharistie wahrhaft, wesentlich und wirklich gegenwärtigen Gottmenschen, der sich dem Vater für unS aufopfert, ja der Protestantismus macht der Kirche den Vorwurf, als entziehe sie durch die Lehre von der Messe dem Kreu- zeSopfer die Kraft und Bedeutung; noch andere weit härtere Aeußerungen fallen über die katholische Kirche wegen ihrer Lehre vom heiligen Meßopfer. Einem Protestanten, der^mit Ueberzeugung seiner Konfession zugethan ist, kann höchstens die Meßfeier als eine in die Sinne fallende Ceremonie erscheinen, gegen welche Auffassung die Kirche ihr heiligstes Opfer zu bewahren und zu beschützen verpflichtet ist, und nicht kann sie zugeben, daß man von ihrer heiligsten Handlung Gebrauch macht, um nur eine pomphafte Feierlichkeit zu veranstalten oder eine musicalische Produktion aufzuführen. Nein! der Katholik beugt sich in tiefer Anbetung vor dem Gottmenschen, der im Reichthum seiner Liebe und Gnade unblutigerweise Sich zum Heile der Welt hinopfert, wie 163 Er Sich blutigerweise am Kreuze dargebracht, Er, der einzige Mittler zwischen Gott und den Menschen (1. Tim. 2, 5. 6), und der ewige Hohepriester nach der Ord, nung MelchisedechS (Ps. 109, 4. Hebr. 7, 17). Um so weniger aber erscheint das heilige Meßopfer für einen verstorbenen Protestanten zulässig, da eS ja nach der Lehre deS Protestantismus über den Zustand der Seele Jenseits völlig werth' und zwecklos ist. Die protestantische Lehre nimmt an, daß die Seele nach dem Tode entweder sogleich in den Himmel, oder in die Hölle kömmt. In keinem Falle bedarf cS einer Fürbitte für den Verstorbenen, eines SühnopferS. Ist die Seele im Himmel, nun so ist sie in Gott ewig selig, bedarf also keiner weitern Reinigung; ist sie in der Hölle, nun, so ist für sie keine Erlösung zu hoffen und die Fürbitte erscheint nutzlos. Wozu also in diesem oder jenem Falle ein Versöhnungsopfer? Anders erscheint die Sache nach der Lehre der katholischen Kirche. Sie lehrt im Einklang mit der göttlichen Offenbarung und den Anforderungen der menschlichen Vernunft und deS menschlichen Gefühles, daß viele Seelen beim Tode noch nicht so rein sind, um sogleich Gott von Angesicht zu Angesicht zu schauen, und mit dem Allerheiligsten in die innigste Gemeinschaft zu treten, aber auch nicht in einem solchen Zustande sich befinden , um ewig verdammt zu werden; nein, die katholische Kirche verkündet unS die tröstliche Botschaft, daß eS nicht nur einen Himmel gebe, in den nichts Unreines eingehen kann (Offenb. 2l, 27), nicht nur eine Hölle, deren Strafen ewig währen (Matth. 25. 41.46. Mark, 9, 42—47. Luk. 3, 17. und a. a. O.), sondern auch einen Mittelzustand, einen ReinigungSort, in den solche Seelen kommen, die zwar in der Gnade Gottes sterben, aber noch nicht vollkommen gereinigt und geläutert sind. Für solche Verstorbene zu beten und zu opfern ist der Kirche ein heiliger, ein heilsamer Gedanke, damit "sie von ihren Sünden erlöst werden (2. Makk. 12, 43—46), erlöst aus jenem Orte, welchem die Seele nicht entrinnt, bis der letzte Heller bezahlt ist (Matth. 5, 25. 26), aus welchem sie aber wird selig werden, jedoch - so wie durch Feuer (l. Cor, 3, 13—15). Mit dieser Lehre vom Reinigungsorte hängt die Lehre vou der Fürbitte, von der Darbringung deö heiligen OpferS für die Verstorbenen auf das innigste zusammen, ohne sie hat wahrlich daS Opfer keine Bedeutung, eS ist werth« und zwecklos, und im Falle der Darbringung erschiene eS wiederum alS eine bloße äußerliche, ceremonielle Handlung. O tadle man doch die Kirche nicht, die ihr Heiligstes gegen jede Profanalion zn schützen sucht. Ihr sind die Gnadenschätze der Erlösung als eine kostbare Hinterlage anvertraut; ihre Bischöfe und Priester sind die verantwortlichen Verwalter und Spender der HeilSgeheimnissc, sie sind die Diener deS Herrn, der ihnen die Talente anvertraut, und einstenS strenge Rechenschaft fordern wird über deren Verwaltung. Achte man doch eine Kirche, die sich von solchen Gedanken leiten läßt, und die nicht in weltlicher Klugheit, in menschlicher Berechnung etwaiger übler Folgen, auS Furcht, bei der Welt anzustoßen, und bei den Großen der Erde einzubüßen, daS Allcrheiligste zu einem Zwecke gebraucht, zu welchem eS ihr von dem Urheber aller Gnade nicht anvertraut ist. Erkenne man doch gerade a»S solchem Auftreten der Kirche, daß ein höherer Geist sie belebt, daß sie auf tieferem Fundament ruht, als auf menschlicher Kraft und Stütze, und erblicke man in ihr die Stellvertreterin Jesu Christi, bei dem kein Ansehen der Person gilt, und bei dem in solchen Fällen der Mächtigste auf Erden nicht mehr ist, denn der Niedrigste. Keineswegs aber spricht die Kirche durch die Versagung deS Meßopfers über die geschiedene Seele ein Urtheil: dieses steht ja einzig und allein Gott dem Allerhöchsten zu. Beschuldige man deßhalb doch ja nicht die Kirche deS Mangels an Liebe! Wurde aber durch den angeordneten TrauergotteSdienst ohne Seelenamt daS Andenken an den Höchstseligen Großhcrzog Leopold K. H., deS von mir und allen treuen Katholiken stets mit tiefster Ehrfurcht verehrten, mit innigster Liebe geliebten, und' nun mit größtem Schmerz betrauerten LandeSvaterS, — nicht würdig, nicht ehrenvoll und entsprechend gefeiert? Eine unbefangene, vorurtheilöfreie Würdigung der kirchenobrigkeitlichen Anordnung wird gewiß jeden überzeugen, daß jedenfalls die in den katholischen Kirchen 164 angeordnete Feierlichkeit nicht übertroffen wurde von der in den evangelisch-protestantischen Kirchen angeordneten. Wozu also die Verdächtigung der katholischen Kirche; wozu die Zweifel an der Loyalität der Katholiken, wozu die lieblose Annahme, als habe Mangel an Hochschätzung und Liebe gegen den hohen Verblichenen, oder Rücksichten auf obschwebende kirchlich-politische Fragen die Kirchenbehörde bei ihrer Anordnung geleitet? Geliebteste! ich sage es Euch offen und unumwunden, eS hat die Verkcnnung meiner reinen Absicht meinem Herzen eine tiefe Wunde geschlagen, da daS Bewußtseyn unerschütterlicher Treue gegen unser erhabenes Fürstenhaus in meiner Brust lebt, da ich thatsächlich bewiesen, daß ich lieber mein Leben geopfert, als daß ich in jenen verhängnißvollen Tagen der Revolution auch nur einen Augenblick gewankt hätte in meiner beschwornen Anhänglichkeit und Liebe zum Höchstseligen Großherzoge Leopolv K. H.! Solche Verkcnnung thut mir wehe, auch um Euretwillen, Geliebteste, weil man so schnell geneigt ist, die treuen Kinder der Kirche deS Mangels an Loyalität und Gehorsam gegen die Obrigkeit zu beschuldigen; welche Beschuldigungen oft von solchen ausgehen, die keine Probe opferwilliger Liebe zu ihrem Fürsten abgelegt, ja die vielleicht schnöde und undankbar ihn verlassen zur Zeit der Prüfung. Geliebteste! Thut solche Verkennung wehe, —^ nun so tragen wir sie doch geduldig, eingedenk unsers Herrn und Erlösers, der, wiewohl Er offen gelehrt, Gott zu geben, waS Gottes ist, dem Kaiser zu geben, waS deS Kaisers ist, dennoch als ein Empörer und Volksaufwiegler ist verurtheilt, und, wiewohl der Gehorsamste und Sanstmüthigste, anS Kreuz geheftet worden. Folgen wir dem Beispiel Jesu Christi, beladen mit dem Kreuz des HohueS und deS Spottes, beten wir für die, die uns lästern, und beweisen wir durch die That, daß wir fest und unerschütterlich glauben: von dem Herrn ist dem Herrscher gegeben die Herrschaft, und die Macht von dem Allerhöchsten (WeiSh. 6, 4), eS gibt keine Gewalt außer von Gott, die, welche besteht, ist von Gott angeordnet; der, welcher sich ihr widersetzt, widersetzt sich den Anordnungen Gottes und zieht sich die Verdammniß zu (Rom. l3, 1. 2). Gehorchen wir in Allem, was nicht dem göttlichen Gesetze widerstreitet — der Obrigkeit, nW als Augendiener, sondern als Diener Christi, die den Willen thun von Herzen, und mit gutem Willen dienen (Ephes. 5, 5—7); erfüllen wir gegen Seine Königl. Hoheit den durchlauchtigsten, gnädigsten Regenten Friedrich die Unterthanen-- Pflichten auf daS Genaueste, „nicht nur um der Strafe willen, sondern auch um deS Gewissens willen" (Röm. 13), und verrichten wir „Bitten, Gebete, Fürbitten, Danksagungen" für alle Obrigkeiten, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Denn dieses ist gut und wohlgefällig vor Gott unserm Heilande (I.Tim. 2, i—3). Und um diesem Mahnruf des heiligen Geistes nachzukommen, verordne ich, daß in allen Pfarrkirchen der Erzdiöcese Freiburg, badischen Antheils, am 2. Juni dieses JahrS ein feierliches Amt cl« S8. Irinitste abgehalten werde als Dankopfer für alle Segnungen und Wohlthaten, die Gott dem Baterlande und dem Volke durch den Höchstseligen Großbcrzog Leopolv K. H. erwiesen hat, und als Bittopfer, auf daß der Allerhöchste unsern durchlauchtigsten und gnädigsten Regenten Friedrich segne, unter Seine Obhut nehme und ausrüste mit den zur segensreichen Regierung deS badischen Volkes nothwendigen Gaben. — Die Gnade Jesu Christi sey mit Euch Allen. Dieser Hirtenbrief ist von den hochwürdigsten Seelsorgern am sechsten Sonntag nach Ostern oder am Pfingstmontag den Gläubigen von der Kanzel zu verkünden und ich verpflichte die Seelsorger in ihrem Gewissen, ihn seinem ganzen Inhalte nach vorzulesen. --,!,« tch-m^tz? niWi >im »pst uMo-MÄ, »-smii Frei bürg, am Tage deS heiligen Gregor von Nazianz, den 9. Mai 1852. f Hermann, >" - Erzbischof von Freiburg. N'. lniK mOilsM? n?S in -i^ tzii« itU l ijj ' '. 'n)gv»z!>i!unij'/M^jI lim ,nn>ss! ,l,»mo1i. nsti (Fortsetzung.) In KoroSko mußten die Gefährten sich theilen; die Stolla mstutina sollte zu Wasser nach Chartum, aber bei dessen niederm Stanv ohne Gepäck; tieseö mußte unter Begleitung des größern Theils deS Missionspersonals die Wanderung durch die Wüste antreten. Daher wurde die ganze Befrachtung ungesäumt ans Ufer gebracht, und am 20. November, einen Monat und zwei Tage nach der Abreise von Kairo, stand daS Schiff bereit zu der kühnen Fahrt durch die mittlern Katarakte. Die Trennung fiel beiden Theilen schwer; den Provicar rief die Pflicht als Führer Derjenigen, die den Wüstenweg betreten sollten; die Stells matutina wurde der Obhut deö Missionsgefährten Johann Rociancik anvertraut. In dem Lager herrschte nun daS regste Getriebe und Gewimmel. Die Araber aus dem Stamme der Abavbe kamen mit ihren Kameelen, die Kisten wurden abgewogen, weil von manchen daS Gewicht zu groß war, neue gezimmert, singend durch die Araber auö Palmenfasern Stricke zum Festbinden der Kameellnsten gedreht, am Ufer die Wasserschläuche gefüllt. Auch die beiven Franzosen auö Assuan trafen ein. Am 24. November konnten die Kameele bepackt werden, der 25, war der Abfertigung der Korrespondenzen nach Egypten uno Europa gewidmet. Zu dem Gepäcke von 300 Centnern waren 60 Lastkameele erforderlich, für die Personen 12 Reitkameelc, 10 trugen 77 Schläuche und zwei Fässer mit Wasser, die Franzosen bedurften 24 Thiere. Für den Centncr waren 22'/z Piaster (der Piaster — 6 Kr. C.-M.). für jedes andere Kameel 90 Piaster zu entrichte». Mit der Ausgabe für die Wasserschläuche und für 12 Centner Stricke stiegen die Reisekosten von KoroSko bis Berber auf 1000 Fl. C.-M. Mit Anbruch des 26. Novembers weck, tcn die tiefen Gurgeltöne der Kameele aus dem kurzen Schlaf. Noch ein Blick auf den blauen Wasserspiegel deS NllS, auf daS schöne Grün, welches seine Ufer um- säumt, und fort wendeten sich die Ziehenden durch einen Engpaß gegen daS dunkel- gefärbte Gebirge zu der Karawane, wo unter lärmendem Geschrei Alleö noch mit dem Aufladen beschäftigt war. Erst nach neun Uhr entfaltete sich aus dem Gewirre der lange Zug der Carawaue. Die Reisenden hatten ihre europäischen Gewänder abgelegt, in die malerische Tracht der Orientalen sich gekleidet. Die Neiterschaar eröffnete den Zug; ihr folgten die Thiere mit der wandernden Küche, dann diejenigen mit den Brennmaterialien und dem kostbaren Schatz der 77 Schläuche, von dem treucsten schwarzen Diener scharf bewacht; hierauf kamen in fünf Abtheilungen die übrigen, bei jeder Abtheilung fünf bis zehn Treiber zu Fuß. Die Straße gleicht einen, brachliegenden Ackerlande von sandigem mit Kieseln gemengten Boden. Der erste Tag führte durch ein Längelhal, welches zwischen dürren Steinmassen von schwarzgebranntem Anstriche ohne die mindeste Spur von Vegetation sich durchwindet. Nur an den Fußtritten der Hyänen konnte eine schwache Spur des Lebenvigcn erkannt werden. Am Mittag prallten von den nahen Felsen und von dem Sand zu den Füßen die glühenden Sonnenstrahlen zurück. Bei Sonnenuntergang setzte sich der Carawanensührer mitten auf den Weg nieder und gab damit daS Zeichen, daS Ziel der ersten Tagereise sey erreicht. AlSbald kauerten auch die Thiere nieder, die Reiter stiegen ab; Jeder nahm seinen Teppich unv waS er an dem Sattel führte, und im Äreise lagerten Alle, die Schläuche wurden auf Strohmatten gelegr, damit durch den heißen Sand daö Wasser nicht verdunste. In kleiner Entfernung wurde der Herd für die Küche ausgegraben. In weiteren Kreisen lagerten sich gruppenweise auch die Nachkommenden. Indeß die schwarzen Köche daS Feuer schürten, um 'die ersehnte Mahlzeit zu bereiten, wurde in der Mitte deS Lagers der Felvtisch aufgeschlagen, die Lampe angezündet, die Stühle zurechtgestellt und theils geschrieben, theils gelesen, theils der Rückstand deS OfficiumS nachgeholt. Auch unter den Gruppen der Araber glühten Feuer, über dem sie jeden Abend ihr Brod, die einzige Nahrung auf dem Zuge, backen. Als die Trompete die Vollendung deö Mahles 166 verkündete, gewannen auch Diejenigen, welche deS Morgens in banger Besorgniß ihre Kameele bestiegen hatten, mit der Ueberzeugung, daß selbst in der Wüste Hunger und Durst könne gestillt werden, frischen Muth. Gesättigt uud heiter begaben sich nun Alle auf ihre Lagerstätten bei dem Sandwirth. Noch waren deS kommenden Morgens die Sterne an dem heitern Himmel nicht verglommen, als dreifacher Trompetenschall die Schläfer wachrief. Der Kaffee wurde bereitet, jedem Thier seine Last wieder aufgelegt, in einer halben Stunde war der lauge Zug von Neuem in Bewegung. Die Gegend erzeigte sich bald schauerlich und wilv, bald lieblich, in wie weit bei dem Mangel an aller Vegetation dieser AuSdruck sich anwenden läßt. Zuweilen verengte sich daS Längenihal zu einem zwischen schroff aufsteigenden Felsen in mannigfaltigen Krümmungen sich dahin windenden Gebirgspässe, wo der ganze Zug, Mann für Mann und Kamee! für Kameel, in unabsehbarer Reihe nur einzeln daherschreiten konnte. Bald mußten die beladenen Thiere Schritt für Schritt die unebenen Steine sorgfällig und prüfend bemessen, bald über die mit Sandverwehun- gen ausgefüllten Schluchteu und jähen Abgründe, bis an die Knie einsinkend, durch den weichen Sand mühsam in den Thalgrund Hinabwaden. AIS die Sonne dem Meridian sich näherte, wurde wieder Halt gemacht; denn gewöhnlich wird während der heißesten Tageszeit einige Stunden gerastet. Die Missionäre schlugen ihr Zelt auf, um im Schatten desselben, während das Mahl bereitet wurde, zu lesen oder zu schreibe». Um drei Uhr Nachmittags ging es weiter. So jeden Tag. Doch gelangten sie am Nachmittag deS drillen in ein malerisches Mimosenthal, am Abend in ein Palmenthal, am vierten zum Bir-Murad, wo die durstigen Kameele mit vollen Zügen an dem gelbgrüuen Wasser einer Cisterne sich labten. Am i. Dezember legten die Missionäre in einem langen höchst ermüdenden Engpasse die letzte Gebirgsgegend der Kubischen Wüste zurück und konnten erst um Millernacht in einem tiefen Kesselthale ihr Lager aufschlagen. Noch zwei Tage führte der Weg durch eine ungeheure, gleich dem Meer uferlose Ebene. In tiefer Nacht deS 3. Decembers näherte er sich wieder dem Nile, um aufs Neue die beinahe leer gewordenen Schläuche füllen zu können. Zum letzten Mal weckre am 4. die Trompete zum Ausbruch. Bald kamen wieder Dumpalmen zum Vorschein, der blaue Nil schlängelte sich durch die Ebene, die Gefährten stimmten einen Lobgesang an, dem Herrn zu Ehren, der sie wohlbehalten durch die Wüste geleitet hatte. Der Häuptling von Avu-Hamed wies ihnen eine Wohnung von Lehm, durch Baumstämme gestützt, dicht an dem NileSufer an. Der 4. und 5. waren Rasttage. Am 6. Nachmittags brach die Carawane wieder auf, immer längs deS NileS, theils an Ortschaften und Saatfeldern vorbei, theils über Sand- und Steinflächen, die mit Gebüsch und kleinen Bäume» nur kümmerlich bepflanzt sind. Rauhe Nordwinde wehten durch das Nilthal und erinnerten mit den dichten Sandnebeln, die sie veranlaßten, an die winterlichen Schneegestöber der Heimath. Oft hielt sich der Thermometer kaum 7° über Null; man mußte sich tief in die Mäntel hüllen, und die Carawane glich mehr ! einem Transport durch die Eisgefilve Sibiriens, als einer Erpedition in dem afrikanischen Tropenlande. DeS Nachts mußte nian sich um große Feuer lagern, durch umhergestellte Kisten und Reisesäcke sichern, und trotz dessen fanden sich bei dem Erwachen gewöhnlich Alle mit Sand überschüttet. Die leichtgekleideten Araber klapperten mit den Zähnen und waren kaum »ach Sonnenaufgang zum Aufbruche zu bewegen. Hätten Wind und Kälte in der Wüste sich eingestellt, so würde manches Kameel erjcgen, manche Kiste am Wege zurückgeblieben seyn. -nns^Da es hier weder an Lebensrnitteln (die Jagd lieferte wilde Gänse und Gazellen), noch an Wasser fehlte, durfte der Zug langsamer vorwärts gehen. Der freundliche Mudir von Berber, Ali-Hassth-Bey, sandte aus j.vei Tagcmärsche weit einen Cour- rier entgegen, um die Missionäre zu ihrer Ausunft zu bewillkommnen. Am 12. Nachmittags hielten sie unter Trompetenschall ihren feierlichen Einzug in Berber, wo sie, sammt all ihrem Gepäcke, der Gouverneur in seine eigene Wohnung aufnahm. Er schenkte ihnen während deS kurzen Aufenthall.'S jede freie Stunde, lud sie an seinen 167 Tisch, oder fand bei dem ihrigen sich ein. Er verschaffte ihnen zwei Schiffe zur Fahrt nach Charlum und versprach bei der Abreise, in kurzer Frist selbst dahin kommen zu wollen. >i „zu ?>'i-,m l-nnn! >7^ lnluKZ »"Wl öuo ljUii^IirlMMM Wildnis zchslvs Sn^l gum Sll^-nH ljliu S'-sinG g„uiIi!lS!i» >c diWtivmM l siÄ sllslT ins,^ no itnu tiiiil.!! Einige Bemerkungen über ein Hauptgebrecheu unserer Zeit. Man klagt jetzt allgemein über die rasche Zunahme deS Proletariats und über die steigende Anzahl der auS demselben hervorgehenden verwahrlosten Kinder und jugendlichen Verbrecher. Ich frage aber: tvaS würde auS den verzogenen, jedeS religiösen HaltS entbehrenden Kindern gebildeter und wohlhabender Familien werden, wenn sie in die elende, schutzlose Lage jener unglücklichen Geschöpfe versetzt werden? Kommen unter den sorgfältig gehüteten und wohlgepflegten Kindern der höhern Alande nicht genug Diebftähle, Betrügereien und Schlechtigkeiten aller Art vor, von denen keine Kriminalbehörde etwas erfährt? — Ich wünschte, den Lesern eine genaue Statistik der verheimlichten Verbrechen dieser Kategorie aus Schule und HauS vorlegen zu können; sie würden über die große Zahl derselben in Entsetzen gerathen und sich überzeugen, daß daS Verderben in weit schlimmerer Weise in den sogena-nn- ten gebildeten, oder vielmehr verbildeten Schichten, als in den niedern Elasten deS Volkes wuchert, und daß jene die gefährlichsten Pflanzstätten deS Proletariats sind, nicht deS ehrenwerthen Proletariats, welches im Schweiße deS Angesichts sein sauer erworbenes Brod dankbar genießt uud welches sein Elend bis zum Tode mit Ergebung erträgt, weil eS in seinem Glauben eine unversiegliche Quelle des Trostes, besitzt, sondern jener Hefe deS Proletariats, welche auS verdorbenen Beamten, herabgekom» inenen Speculanten, gelehrten Schuften und raisonnirenven Faullcnzern zusammengesetzt ist und welche die Quintessenz alleö Schlechten in sich enthält. Gott behüte unS davor, daß durch eine neue Umwälzung die Mittel deS Genusses in den sogenannten gebildeten Volksclassen gänzlich vernichtet und die schwachen Schranken, welche der Anstand, die Ehre und daS Gesetz unserer genußsüchtigen religionslosen Jugend noch entgegenstellen, umgestürzt werden! Wir würden dann mit Schrecken sehen, in welchen Abgrund des Verderbens unsere Jugend durch eine verkehrte Erziehung unv durch die falsche Richtung deS Unterrichts gestürzt worden ist. — DaS Princip deS Unterrichts auf unsern höhern Schulen, welche ich hier zunächst ins Auge fassen will, ist aber ein falsches, weil daS Wissen auf Kosten deS Glaubens, die Vielseitigkeit auf Kosten der Gründlichkeit, die Verstandesschärfe auf Kosten der H-rzenSeinfalt ^ ausgebildet wird. Alles kritisiren, Nichts auf bloße Auctorität annehmen, Alles beweisen — das ist das Axiom unserer modernen Schulweisheit! Wir lassen unS dieß auf denjenigen Gebieten des Wissens gefallen, welche der menschliche Geist vollkommen beherrscht, und in dem Alter, wo der Geist zu solcher Prüfung gereift und mit genügender Widerstandskraft ausgerüstet ist; wir müssen aber für die heranreifende Jugend dieses Princip der einseitigen VerstandeS- vildung als höchst gefährlich und verderblich erklären. Denn auf diesem Wege wird schon in der Seele deS KinveS die Zweifelsucht erweckt, uud eS wird hierdurch sehr bald der aus dem Elternhause zuweilm noch mitgebrachte Keim des kindlichen Glaubens, der künftighin als festgewurzelte religiöse Ueberzeugung dem Jünglinge und Manne in den Gefahren und Stürmen des Lebens Rettung , Halt und Trost gewähren soll, völlig zerstört. — Es.ist wahr, unsere Knaben von vierzehn Jahren wissen mehr, als früher Erwachsene wußten, sie sprechen über Dinge ab, an welche sonst das Alter nur mit Ehrfurcht heranzutreten wagte; aber wo sind die durch unsere modernen StaatSschuIen vorgebildete» großen Helden und Staatsmänner, welche auf die Geschicke der neuern Zeit mit schöpferischer Kraft eingewirkt haben? — Darf man sich aber wundern, daß auS unserer Schuldressur und EraminationS, tortur so äußerst wenige thatkräftige Männer und so viele gesinnungslose Wetter- > 168 sahnen hervorgehen? AuS einer solchen vom Leben abgelösten Treibhausblüthe deS Wissens kann sich unmöglich eine gesunde kräftige Frucht entwickeln. Soll nun diesem immer mehr um sich greifenden Uebel gesteuert werden, so muß daS falsche Princip der einseitigen Verstandesbildung aus unsern Schulen ver« bannt und an dessen Stelle die harmonische Ausbildung deS Geistes und Herzens, welche allein die mit der Religion verbundene Wissenschaft gewährt, zum einzigen Ziele der Schule gemacht werden. Die Religion muß nicht auf ein paar magere Stunden beschränkt werden, ihr warmer belebender Odem muß vielmehr, so weit als möglich, alle Zweige des Unterrichts durchdringen und sie muß in viel tieferer und gründlicherer Auffassung, als bisher, dem so empfänglichen jugendlichen Geiste dargeboten werden. Dazu gehört, daß die Lehrer wahrhaft religiöse, durch Schule und Leben gleichmäßig ausgebildete, für ihren Beruf begeisterte Männer sind, daß sie in einem Sinne handeln und einem Ziele nachstreben, und daß ihr Geist nicht von den Sorgen deS häuslichen Lebens niedergedrückt, ihr Eifer nicht durch tausend Rücksichten gelähmt und ihre Wirksamkeit nicht von dem Gange und der Laune der großen StaalSmaschine abhängig ist. Kurz: die Schulen müssen, wenn nicht die Gottlosigkeit und sittliche Verkommenheit immer mehr überHand nehmen soll, in die Hände der Kirche zurückgegeben werden, und eS ist hohe Zeit, daß die Kirche diesem dringendsten aller Bedürfnisse Abhilfe schafft. (Schl. Krchbl.) .ini! hll.i-tt.,.!-n!L« S?S n,ttvst,tivslP „»ückimiri^b "5 5«n >>r-'i ü,?u ,„,chtl,P mtM.«mn!^jQ.'^tU^'n^ui' ,!^!il.it<) «j d, liz«, .Ulknt,» d"U'>i Die Väter der Gesellschaft Jesu fangen an, im nördlichen Deutschland wieder festen Fuß zu fassen. Daß sie bereits seit zwei Jahren in Münster ein Noviziat errichtet haben, wird Ihnen nicht unbekannt seyn; diesen Herbst werden sie nun auch in Pad er born einziehen und daselbst ein Scholastikat für die Provinz Deutschland errichte«. Die Mittel zu dieser neuen Anstalt, worin die Novizen nach überstandener Probezeit ihre philosophischen und theologischen Studien absolviren, sind durch freiwillige Subscriplionen in Paderborn und der Umgegend aufgebracht worden. AIS am Ende vorigen JahreS in Paderborn durch drei Väter der Gesellschaft eine Mission gehalten wurde, erwachte bei den Einwohnern der genannren Stadt die Liebe und Verehrung gegen den berühmten Orden wieder in so hohem Grade, daß Alle der sehnliche Wunsch erfüllte, wieder einige Mitglieder desselben in ihrer Mitte zu haben. Paderborn verdankt den Jesuiten vorzüglich seine Erhaltung im kath. Glauben zur Zeit der Reformation, und bis Ende deS vorigen Jahrhunderts besaßen dieselben hier ein blühendes Collegium. AIS nach Beendigung der Mission die Aussicht eröffnet wurde, daß der Wunsch der Einwohner wohl erfüllt werden könne, wenn nur die erforderlichen Mittel zum Ankauf oder zur Anmicthung eineS-passenden Gebäudes beschafft würden, unternahmen eö einige wenige Männer, meist Laien auS dem Beamtenstande, durch Sammlungen von Suscriptionen die erforderliche Summe aufzubringen. Ju wenigen Wochen war eine Summe von 10,000 Gulden gezeichnet und zwar größten» theils in Paderborn selbst, einer Stadt von ungefähr neuntausend Einwohnern; arme Dienstmägde brachten unter sich allein eine Summe von 100 Gulden zusammen. Die kath. Adeligen in der Nachbarschaft schlössen sich freudig dem schönen Unternehmen an; der edle Graf v. B. zeichnete sofort als der erste 100 Gulden, und eS ist gewisse Aussicht vorhanden, daß seine StandeSgenossen dem schönen Beispiele nacheifern werden. So ist eS denn in diesen Tagen möglich geworden, eines der schönsten und größten Häuser der Stadt für die Väter der Gesellschaft Jesu zu miethen, und im October werden dieselben einziehen. Daß solche Unternehmungen von Seiten der Negierung nicht die geringsten Hindernisse erfahren, erkennen die kath. Unterthanen PrenßenS mit Dank an, und schreiben es mit Recht dem wohlwollenden und gerechten Sinne Sr. Majestät deS Köni gs zu. (Salzb. K rchbl.) Aeraatwvrtlicher Redacteur: L. Schöucheu. Verlags-Jnhaber: F. C. Kremer.