Zwölfter Jahrgang. Sonntags-Beiblatt zur Augsburger PostMtung. 30. Mai 22. ^852. Dieses Blatt erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der halbjährige Abonnementspreis 4V kr., wofür es durch alle kömgl. bayer. Postämter und alle Buchhandlungen bezogen werden kann- Aechte Toleranz. Der bekannte amerikanische Romandichter Cooper, der gewiß weit davon entfernt ist, in seinen Grundsätzen und Anschauungen katholisch zu seyn, gibt gleichwohl ein beachtenswerthes und nachahmungswürdiges Beispiel wahrer Toleranz in mehreren Briefen, in welchen er sich über seinen Aufenthalt in Rom ausspricht. ES ist nöthig, von solchen Dingen Act zu nehmen, damit die deutschen Schöngeister an ihnen sich spiegeln können, und weil sie ein neuer Beweis für die Thalsache sind, daß die katholische Kirche vom wahren Genie selten etwas zu fürchten hat. In dem Werke das den Titel „Italien" führt, kommen unter Andern, folgende merkwürdige Stellen vor: „Gelegentlich habe ich mich überzeugt, daß man in Rom ziemlich zuversichtliche Hoffnungen nährt rücksichtlich der Fortschritte der katholischen Religion und folglich deS zunehmenden römischen Einflusses in unserm Vaterlandc. Wenn die Römer dieß bewirken können, so habe ich nichts dagegen; denn allen religiösen Ansichten muß meiner Meinung nach freier Spielraum gestattet werden. .... Eö wird Sie wundern, wenn Sie hören, daß in Rom selbst weit weniger strenge Bigotterie herrscht, als in manchen enlferntern Ländern, die unter den kanonischen Scepter sich beugen. Da die Regierung mit allen untergeordneten Verwaltungszweigen sich in den Händen der Geistlichkeit befindet, so wird freilich keine offenbare Vernachlässigung der religiösen Gebräuche geduldet; aber davon abgesehen, und mit Ausnahme der großen Zahl von Kirchen und Geistlichen, findet sich sonst wenig in Rom, was Fremde auf den Gedanken bringen könnte, daß sie wirklich in einem durchaus geistlich verwalteten Staate sich befinden. Die Päpste selbst sind die machtvollkommenen Herrscher nicht mehr, die sie vormals waren; NepotiSmus, Herrschsucht, Habgier wagen kaum mehr ihr Haupt zu erheben.. . . Die Ictzterwähllen Päpste sind fast alle milde, fromme Männer, und so weit menschliches Wissen reicht, wirklich zur Erfüllung ihrer wichtigen Berusöpflich- ten ganz geeignet gewesen. Doch alle menschlichen Einrichtungen dieser Art haben ihre schwachen Seiten; ich möchte nicht behaupten, daß die „General AssemblieS" in Amerika jederzeit aus lauter zusammenbcrufenen Heiligen bestehen.. .. Die Schonung gegen Andersdenkende wird in Rom fast übertrieben. Der Chorgesang in der St. PetcrSkirche ist weit und breit berühmt, und Fremde pflegen daher öfter diese Kirche zu besuchen, um den herrlichen Gesang mit anzuhören. In einer besondern Kapelle wird ein feierlicher Gesang, vermuthlich eine Vesper, jeden Sonntag Nachmittag gesungen, eine Vocalmusik, wie man sie sonst nirgends in der Welt hörr, weit schöner als die Musik der königlichen Kapelle in Dresden; letzlere ist übrigens hauptsächlich Instrumentalmusik, während erstere einzig von menschlichen Stimmen aufgeführt wird. Wer noch nie einen solchen Tempel Gottes gesehen, wer nie den Wohllaut vernommen hat, der aus einer solchen Vereinigung gründlichen Studiums, feite- 170 nen Talentes, und natürlicher, ich möchte sagen, kunstschöpferischer Gewalt des Gesanges hervorgehen kann, der hat keine Vorstellung von den Empfindungen, die sich deS menschlichen Innern bemächtigen, wenn man auf und nieder wandelt durch die wunderbaren Wölbungen dieser Kirche und den himmlischen Tönen lauscht. Zuweilen ziehe ich mich in einige Entfernung zurück, und die ernsten, feierlichen Klänge dringen wie daS Brausen der Lüfte auS fernen Welten zu mir herüber; dann nähere ich mich wieder allmälig dem Eingang der Kapelle und lasse die volle Kraft der Harmonie mich durchschauern. Alle Opern, alle Concerte, alle Conservatorien verschwinden in Nichts gegen die erhabene Vereintwirkung dieses KirchenbaueS und eines solchen gottesdienstlichen Gesanges. Denn beide scheinen den höchsten Gipfel menschlicher Kunst erstrebt zu haben, so weit solches durch irdische Mittel möglich ist. Um den Eingang zu dieser Kapelle pflegen ganze Schwärme von Fremden sich zu versammeln. ES thut mir leid, daß ich nichts Besseres von ihnen sagen kann; hier plaudern sie und lachen, führen müßige Reden und treiben allerlei Kurzweil, wie solches wohlerzogene Leute höchstens in einer lustigen Abendgesellschaft anderswo sich erlauben würden. Sie machen zwar keinen sonderlichen Lärm, ben man aber auch sonst nicht von wohlerzogenen Leuten erwartet; aber eS ist auch keine stille Andacht, nicht einmal schonende Rücksicht gegen gottesdienstliche Bräuche bei ihnen zu finden. Mag man noch so viel der Verschiedenheit der katholischen von den protestantischen Re- ligionSmeinungen zuschreiben, so ist doch diese Nichtachtung eines christlichen Tempels, eines christlichen Gottesdienstes durchaus nicht zu entschuldigen. Glücklicher Weise habe ich bis jetzt keinen einzigen Amerikaner einem solchen Leichtsinn stöhnen gesehen. Dieses einzige Factum beweist mehr als ganze Bände, die man wider unsere Nation schreiben mag, als ermangle sie aller Religion. Es gibt größere Gemeinden in Amerika, die vor einer Kirche, sofern sie solche bloß als Gebäude betrachten, keine sonderliche Ehrfurcht beweisen, die in ihren Kirchen politische Versammlungen halten, ja selbst Musikstücke und Oratorien aufführe», was ich Alles als unziemlich und tadelnSwerth betrachte; sobald aber irgend Etwas, das auf gottesdienstliche Handlungen Bezug hat, vorgenommen wird, dann herrscht andächtige Stille und würdevolles Benehmen durch die ganze Versammlung. Dieses Gefühl begleitet unsere Landsleute auch in fremde Länder; aber die Protestanten anderer Nationen, besonders die Engländer, welche doch in ihrer Heimath so streng auf geziemendes Betragen achten, scheinen solche Gefühle hier ganz zu verläugnen. Doch muß ich auch zugeben, daß die Katholiken selbst nicht immer ein gutes Beispiel geben..... Die Verglcichung zwischen Rom, wie eS jetzt ist, und einer unserer großen Städte, hat sich mir fast bei jeder Veranlassung wiederholt aufgedrungen. DaS heutige Rom und Newyork sind in moralischer Hinsicht einander geradezu entgegengesetzt und physisch ebenfalls. Die eine ist eine Stadt voll herrlicher Erinnerungen, die andere voll großer Hoffnungen. ... Rom ist, wie vormals Troja, wenigstens gewesen ^); aber es scheint nicht, daß Newyork. so sehr sich jährlich seine Bewohner um viele Tausende vermehren, jemals seyn wird . . .. Welches von beiden Völkern ist glücklicher? so fragte ich mich selbst, während ich meine Blicke über die sagenreiche Gegend gleiten ließ: diejenigen, welche ihr Daseyn in diesen Erinnerungen verträumen, oder die, welche den Augenblick mit solcher Gier ergreifen, als gälte eS, Vergangenheit und Zukunft in einen Tag zusammen zu pressen, die bloß darum zu leben scheinen, um, wenn die Nacht kommt, sich zu rühmen, daß sie abermals reicher geworden, als sie am Morgen waren? Diese Frage ist leicht beantwortet; obschon ich tausendmal vorziehen möchte, daß daS LooS meines Lebens mir in Rom zugetheilt gewesen wäre, als in Newyork, oder in irgend einer bloß Handel treibenden Stadt. Die Römer verachten die UankeeS, und die AankeeS verachten die Römer; die Einen deßhalb, weil jene bloß an die vorübergehenden Interessen des Augenblickes denken, die Andern diese, weil sie gar nicht an dieselben denken. Die Bewohner der „ewigen Stadt" sind ein Theil der Nachkommen jener alten Römer, die an dieser Stelle einst die alte Welt ') Ein unbefangener Katholik würde hinzusetzen: ist auch noch. 171 beherrschten; sie stammen von Männern ab, die, umgeben von den Denkmälern der Großthaten ihrer Vorfahren, von den erhabenen Gesinnungen durchwärmt, die sich in den Ereignissen ihrer Vorzeit aussprachen, wenn auch zu schwach, eS ihnen gleich zu thun, doch in der Erinnerung sich gehoben fühlen, und diese Erinnerung als ihr bestes Erbe den späten Nachkommen zu erhalten strebten. Dagegen der große Handelsplatz im Westen, was ist er anders, als ein Zusammenströmen von Abenteurern auS allen Weltgegenden, die alle Bande, die sie an ihr Geburtsland knüpften, zerrissen, jedes Gefühl für Nationalität verläugnet, jede Werthschätzung historischer Beziehungen vergessen haben; denen keine andern Ueberlieferungen zusagen, als die sich aus die Whit« tingtone (glückliche Abenteurer) unserer Zeit beziehen, und die für keine andere Größe empfänglich sind, als für die Größe eines Inventariums. Die Einen sind vielleicht thöricht, indem sie daS Positive mit dem Idealen verwechseln; die Andern sind unvermögend, sich über die Gränzen der niedrigsten menschlichen Bestrebungen hoch genug zu erheben, um eines Gefühles theilhaftig zu werden, daS etwas mehr ist als das Bewußtseyn, ihr ganzes Leben im beständigen Abquälen nach Gewinn zugebracht zu haben. „Dollars, Dollars, Dollars! Actien, Actien, Nctien!"...... Die Ceremonie der Segcnertheilung des PapstcS (am Grünendonnerstage und Ostersonntage), so feierlich und großartig sie auch ist, ging für die gesammte Menge fast verloren, bis auf die Armbewegungen deö Papstes. Seine Stimme konnte nicht gehört werden; aber seine Bewegungen waren anmuthig und würdevoll. Die Katholiken lagen auf den Knien; die Protestanten nicht; ich verwundere mich beinahe darüber; denn die Segenssprüche eines braven Mannes sind nicht zu verachten. In uns Protestanten steckt nur zu viel von dem: „verd—t will ich seyn! meine Religion verändern? nimmermehr!" jenes Matrosen; wir scheinen uns nur zu oft einzubilden, es liege etwas Verdienstliches in schonungsloser Intoleranz und in der Verachtung gegen Andersdenkende, wenn eS gilt, gegen Katholiken mit Nachsicht und Achtung uns zu benehmen. Wer aber freiwillig einem katholischen gottesdienstlichen Gebrauch mit beiwohnen will, ist meines ErachtenS verbunden, sich mit Achtung und Bescheidenheit zu benehmen; übrigens ist Gott überall gegenwärtig. Ich sehe nichts Unrechtes darin, mir allen Anwesenden vor dsr geweihten Hostie niederzuknien; denn wenn wir auch nicht an die wirkliche Gegenwart des Leibes deS Herrn glauben können, so sind wir doch überzeugt, daß andächtige Verehrung des höchsten Wesens, sey eS unter welcher Gestalt eS wolle, niemals außer der Zeit seyn könne." Wir wiederholen eS noch einmal, es ist der Protestant, der beliebte, hochgepriesene, in Aller Händen sich befindende Romandichter Cooper, der diese Lehren seinen Glaubensgenossen gibt. Bericht des apostolischen BiearS für Centralafrika. (Fortsetzung.) In Sehnsucht, zu Chartum daS Weihnachtsfest zu feiern, erfolgte die Abreise am 15. December bet starkem Winde, der eine beschleunigte Fahrt-verhieß. Aber diese inländischen Schiffe können bei andauerndem Winde nur kurze Strecken zurücklegen; die Mannschaft erwies sich dabei so unbeholfen, daß die Missionäre nicht wußten, ob sie über ihre Ungeschicklichkeit sich ärgern oder lustig machen sollten. Bei der Nacht vollends wagten sie eS nicht, zu fahren. So gingen fünf Tage hin, bis die Stromschnellen zwischen Berber und Chartum erreicht wurden; andere fünf Tage waren erforderlich, um diese zurückzulegen. Noch am 23. December lebte die Hoffnung, das Weihnachtsfeft in dem Missionshause feiern zu können. Aber kein Wind erhob sich und die SchiffSlente fürchteten das Ziehen. Wohl stellte sich am 24. ein leichter Wind ein; aber selbst ein mittelmäßig segelndes Schiff hätte noch zwei Tage gebraucht, um Chartum zu erreichen. Die Gefährten mußten dem Unabwendbaren sich fügen. Tiefbetrübt sichren sie zwischen üppig bewachsenen Eilanden durch und liefen des Nachmittags in den Engpaß von Ehern ein. Da wird der Strom von schroffen Gebirgswänden aus glänzenden, säulenartig geformten Granit- 172 blocken, die symmetrisch über und nebeneinander gethürmt sind, eingeschlossen; die Zwischcnräume sind mit zartem gelbem Grase und mit niedlichen Zwergmimosen ausgefüllt, ein sicheres Zeichen, daß hier während der nassen Jahreszeit ergiebige Regen fallen. Beide Schiffe folgten sich in geringer Entfernung. Unter dem glänzendsten Sternenhimmel wurde mit sanft gespannten Segeln die Fahrt fortgesetzt, bis daS erste Schiff, auf welchem der Provicar sich befand, unterhalb eines Wasserrades landete, des baldigen Nachrückens des zweiten Schiffes harrend. ES kam nicht; man sah und hörte nichts; Signale mit der Trompete gaben nur einen Widerhall von den Felsen; eine an die Segelstange hinaufgezogene Laterne blieb unbeachtet; abgefeuerte Schüsse rollten blos durch die "Felsschluchten. , Was sollte den Gefährten widerfahren seyn? Die Gewehre wurden schärfer geladen, da glaubte einer aus weiter Ferne einen Schuß zu vernehmen, ein zweiter fällt, ein dritter, die Ueberzeugung ist gewonnen, daß jene noch leben; wiederholte Signale wurden erwidert, aber Niemand näherte sich. Unverweilt schickte Herr Knoblccher einige Leute von seinem Schiffe mit Later« nen ab, um die Zurückgebliebenen herbeizuholen. Erst nach Mitternacht kehrten jene zurück mit der Nachricht, wie durch ungeschicktes Manövriren das andere Schiff an das entgegengesetzte Ufer sey verschlagen worden, und die Schiffsreiser eS nicht gewagt hätten, an das dießseitige Felsenuser hinüberzuschiffeu. Am folgenden Morgen kam das zurückgebliebene Schiff nach. Schmerzte eS, daß der Weihnachtsabend nicht in Gemeinschaft sich feiern ließ, so schmerzte eS noch mehr, daß das hohe Opfer dem Herrn nur im Geiste konnte dargebracht werden. Doch tröstete der Anblick des Ru- gans und des MclechitS, die gleich Pyramiden aus der weiten Ebene emporsteigen, mit der Gewißheit, dem Endziel der Reise nicht mehr ferne zu stehen. Noch zwei Tage und am Feste der Apostel des Herrn begrüßten die Reisenden die Hügelreihe von Kereri. Gegen ein Uhr Nachmittags kamen die Palmenwipfel hinter den Inseln von Hogeli zum Vorschein; bald öffnete sich die Einfahrt in den zweiten Arm deS blauen Nils, an dessen südlichem Ufer die Gärten und Häuser von Chartum vor ihren Angen sich entfalteten. Die Fahne Oesterreichs flatterte vom Rande deS Mis- stonsgarleuS hinüber, und in Kurzem stiegen sie anS Ufer, wo der Consulatsverweser, Herr Dr. Rcitz, dann zwei zurückgebliebene Missionäre nebst der kleinen Schaar ihrer Zöglinge mit Sehnsucht der Kommenden harrten und mit der herzlichsten Freude sie empfingen. Vier Monate waren inzwischen seit der Abreise von Trieft, zwei Monate und neun Tage seit derjenigen von Cairo verflossen. Der Bericht des Herrn Johann Rocianctc an den apostolischen Provicar ist auS Dongola, datirt vom 13. Januar. Er ist eben so inhaltsreich, als der bisher behandelte, daher wir auch jenem daS Wesentlichste entnehmen. Die Reise von Korosko bis Derr ging mit kurzer Unterbrechung glücklich von Statten, außer daß die in Assuan gedungenen Matrosen bisweilen durch lange Strecken das Schiff entweder ziehen oder mittelst Stangen fortschieben mußten. Am 2l. November, sagt Herr Rociancic, fuhren wir vor Derr an und setzten durch Abfeuern der beiden Schiffskanonen dessen ganze Bevölkerung in Bewegung. Groß und Klein strömte dem Ufer zu, um das Schiff zu betrachten. Unverweilt traten der Kadi, viele Ulemas und andere Personen auf daS Verdeck, schüchtern, dabei doch unverschämt, nach allen Seiten spähend. Mehr, als beträten sie eine Mauöfalle, krochen, dann gingen sie in die erste, in die zweite Cajüte, in die dritte wagten sie kaum die Augen zu wenden, daS Bild unserer lieben Frauen anzusehen. Im Nu waren alle Divane gefüllt, so daß ihrer Viele zu europäischen Sitzen sich bequemen mußten. Ich stand in der Mitte, gleich einem, über den das Urtheil soll gefällt werden. Unglücklicher Weise war Mahomed Aga, der in so peinlicher Lage als Dolmetsch hätte auftreten können, nicht zugegen. Ich stammelte einige arabische Worte in die lautlose Stille, wies auf Rußeggerö Landkarte, las die Namen einiger Ortschaften und brachte Alles . in Staunen, daß ich diese und diejenigen einiger Berge wissen könne. Inzwischen kam Mahomed und übersetzte, was ich ihm in italienischer Sprache sagte. So ging die Unterredung gut von statten, bis nach drei Uhr die ungebetenen Gäste sich wieder entfernten. Allein zwei Stunden später kamen sie mit Verstärkung zurück. DaS 173 Erste, was diese nubischen Magnaten verlangten, waren Geschenke (Bakschich); anfangs Rauchtabak, dann Schnupftabak, zuletzt Pulver und Blei, denn von hier bis oberhalb Akbe bettelt Alles, angefangen von dem kleinen Kinde bis hinauf zu Scheikh und Effendi. Ich erklärte rundweg: was wir haben, das brauchen wir selbst. Mit diesen ernst gesprochenen Worten mußten sie sich zwar zufrieden geben, aber wie angenagelt saßen sie dennoch bis in den späten Aben5. Ich konnte jedoch nicht warten, bis sie sich verabschiedeten, da ich mich zum Effendi zu verfügen hatte, um für seine Gefälligkeit und für sein Geschenk meinen Dank abzustatten. Letzteres war freilich durch Mahomed Aga' in ächt arabischer Weise vertuscht worden; eS hatte in Fleisch bestanden; Mahomed aber gab vor, dasselbe gekauft zu haben, und ließ sich dafür bezahlen. Der Effendi, ein freundlicher bulgarischer Greis, der noch einige Worte slavisch verstand, bewirthete mich mit Kaffee und versah mich mit zwei Schreiben für Wadi-Halfa. Zufällig befand sich Halil, der Effendi dieses OrteS, zu Derr. Er ließ mich fragen, ob er nicht mit mir nach Hause fahren könnte? Da er für den Katarakt von Wadi-Halfa die Mannschaft zu besorgen hatte, durfte ich ihn nicht abweisen, verlangte nur, daß er zur rechten Zeit bereit sey, weil ich weiter kommen müßte. Er traf pünktlich ein und war, gleich seinem Bruder und seinem Schreiber, unser Gast. Halil-Effendi ist ein großer, über sechs Fuß hoher Mann, freundlichen Aussehens, und gefälligen Benehmens, in dessen Sprache und Physiognomie etwaS Vornehmeres sich kund gibt, wie ich es sonst an keinem Berberin je wahrnahm. Alle seine Fragen drückten etwas Charakteristisches aus, waS sich auch auf seinen Sohn verpflanzt hat, einen lieben Jungen von zehn Jahren, der mich flehentlich bat, bei einer Reise nach Europa ihn doch sicherlich mitnehmen zu wollen. Einst bei spätem Wegreiten von Wadi-Halfa rief er mir freundlich und theilnehmend zu: „Reite gut, denn die Nacht ist finster!" So fuhren wir den 22. November mit geringem Winde, der den ganzen Tag über blieb, von Derr ab. Bald mußte gerudert, bald gezogen werden, was uns Muße gewährte, die schöne Gegend mit ihren hohen Dattelpalmen zu betrachten. Aber bloß um sieben Meilen kamen wir vorwärts. Nicht viel besser ging eS des folgenden TageS, an welchem wir an der einst starken Festung Jbrim, von steilem Felsen den Nil beherrschend, vorüberfuhren. Erst am Nachmittag deS dritten TageS erhob sich ein kräftigerer Wind, der aber bald in Sturm überging, indeß wir an der Ostseite der Insel Belani, wenn nicht ruhig, doch gesichert ankerten. Wieder folgte unerträgliche Windstille, bis gegen acht Uhr Abends der Sturm dergestalt zu wüthen begann, daß wir, vieler seichten Stellen wegen, uns genöthigt sahen, die Segel zu reffen und bei der Ortschaft Debros zu übernachten; dabei siel das Quecksilber von 21, auf 13, Am folgenden Tag 10 Uhr erreichten wir Wadi-Halfa. Zwei Reiese, kundige Kataraktenmänner, begrüßten das Schiff, verwundert über das Wagniß, in dieser Jahreszeit die Katarakten passiren zu wollen. Sie kamen an Bord, um meine Wünsche zu vernehmen, und setzten meiner Frage: ob eS möglich wäre, über die Katarakte hinaufzukommen, Zweifel entgegen, ohne jedoch die Hoffnung gänzlich abzuschneiden. Zuvor wollte ich also die Katarakte recognosciren. Zu diesem Zwecke bestieg ich ein kleines Schiff mit Ruder und Segel und mit LebenSmitteln versehen, denn es hieß, vor Sonnenuntergang könnten wir nicht zurück seyn. Obwohl das Schiffchen mit dreizehn Personen bemannt war, trieb eS der Wind doch schnell stromaufwärts; allein bald mußten die Ruder eingelegt werden, und in den Stromschnellen ging von Zug zu Zug die Fahrt beschwerlicher. Plötzlich ließen die SchiffSIcute die Ruder sinken und hoben insgesammt die Hände zum Himmel. Verwundert hierüber, fragte ich, was es denn gäbe? Da wiesen sie auf den Gipfel eines links sich erhebenden Berges; dort liege ihr heiliger Scheikh Abdel-Kader begraben, diesen bäten sie um Beihilfe. Ein schönes Seitenstück, dachte ich, zu der schlimmen Gewohnheit, die in so manchen Gegenden Europa'S, besonders unter den Arbeitsleuten, herrscht, daß sie, wenn vermöge ungeschickten Benehmens etwas nicht von statten geht, wie Besessene hundert und hundert Gott-sey-bei-unS herbeirufen. — AuS dieser Verglei- chung heraus riß mich daö brausende Anprallen der Strömung an das kleine Schiff. 174 DaS Segel wurde eingezogen, das Glück mit den Rudern versucht; umsonst; nicht vorwärts, nicht rückwärts wollte das Schiff, als plötzlich ein Wirbel uns begünstigte; ein kräftiger Ruderschlag, und wir standen an dem Felsen vor einem Thore, wo Granitblöcke das Flußbett einengen, bei genügsamem Wasser jedoch die Durchfahrt immer noch möglich ist. Die eigentlichen Katarakten liegen zwei Stunden weiter hinauf. Wir gingen nun, um Alles auszuspähen, zu Fuße. Die Ueberfahrt schien mir schwierig, doch nicht unmöglich. Als ich aber nachher von noch größeren Katarakten weiter hinauf sprechen hörte, gereute es mich, nicht auch diese in Augenschein genommen zu haben. Wie, dachte ich, wenn so unser Schiff gefangen liegen müßte? Meine erste Frage in Betreff der weitern Katarakten war daher: ist dort auch genug Wasser? Bei der Antwort: „Viel, sehr viel," war ich beruhigt, überzeugt, daß bei genügsamem Wasser, sofern nicht verborgene Steine die Fahrt hemmten, ein eisernes Schiff unter besonnener Leitung, mit festen Stricken und richtig angewendeten Menschenkräften jeden Katarakt von vier bis fünf Fuß Gefälle auf eine halbe Klafter sicher überwinden werde, um so viel leichter bei verlängerter Strömung. Zu unserm Schifflein zurückgekehrt, überschaute ich nochmals die Katarakten, in denen schon so manche Schiffe in Trümmer gegangen sind, so viele Menschen ihr Grab gefunden haben; denn nichts als Felseninseln auS Granit, rechts und links in den Sonnenstrahlen gleich Spiegeln glänzend, jeden Augenblick eine andere Richtung des Schiffes erheischend, stellten dem Auge sich dar. Von lebenden Wesen sah ich außer Turteltauben und Nilgänsen, die in schnellem Fluge über die unwirthliche Gegend sich hinwegschwangen, nichts. Zu nicht geringem Erstaunen Aller erklärte ich, die Fahrt zu versuchen, ohne den Hauptkatarakt gesehen zu haben. Wohl hatten sie Recht; denn auf einem hölzernen Schiffe würden wir unfehlbar zu Grunde gegangen seyn. Ich aber, um nicht größere Zaghaftigkeit hervorzurufen, unterdrückte jeden Zweifel. Schnell fuhr unser kleines Schifflein die Strömung hinab; aber wehe uns, wäre das kleine Ruder zerbrochen I Im Nu wären wir an einen Felsen geworfen worden; schwimme alsdann wer kann! Ehe noch die Sonne ihre letzten Strahlen über die geheimnißvolle Wüste sandte und die glänzenden Sterne hinaufzogen, waren wir wieder an unserer 8teIIs matutina angelangt. Halil-Effendi harrte am Bord, um den Contract für die Fahrt abzuschließen. Er ging von 1000 auf 500 Piaster zurück, wofür er 150 kräftige Männer zu stellen versprach. Unverweilt wurde Alles vorbereitet, zu Erleichterung des Schiffes jedes Entbehrliche an das Land gebracht, um am 29, November die gefährliche Fahrt zu beginnen. Einzig der Schmied und ich blieben auf dem Schiff, in Hoffnung, binnen drei Tagen jene zu vollenden. ES war ein Viertel vor zehn, als wir von Wadi-Halfa uns entfernten. Erst zeigte sich der Wind günstig; kaum hatten wir jedoch i'/^ Meile zurückgelegt, als er inne hielt, was zur Landung am rechten Ufer nöthigte. Die Leute fingen bereits an, zu murren, ließen sich aber dennoch einspannen, und so wurde die eine und die andere der ersten Stromschnellen nebst der Wendung um einen gefährlichen Felsen glücklich überwunden, eine Furth ruhigen Wassers gewonnen, wo aber die Mannschaft auf das andere Ufer mußte übergesetzt werden. Die Einen bestiegen das große Schiff, die Andern den Sandal (das kleine Kataraktenschiff), die Dritten setzten auf ihren Schläuchen über. Hier war eine der stärksten Stromschnellcn zu bekämpfen. Da bedienten sich aber die Zieher, Herrn Rociancic's Warnung entgegen, deS schwächern Seils; die Strömung riß daS Schiff in die Mitte, jene ließen daS Seil fahren und das Schiff schnellte an den jenseitigen Felsen zurück. Aus Holz gebaut, wäre es unfehlbar zerschellt; die Stella mswtins kam mit einem Bug davon. AIS die Leute — der Schmied hätte sie gerne zusammengeprügelt, wäre er nicht durch Herrn Rociancic zurückgehalten worden — sahen, daß das Schiff viel aushalten könne, faßten sie Muth. AIS es aber wieder im besten Zuge sich befand, konnten sie den Seitenstrick nicht rechtzeitig nachlassen, so daß es sich zwischen zwei Granitblöcken einklemmte, und theils der Strick entzwei gehauen, theils daS Schiff mit Stangen mußte gehoben werden. Ueber allem dem gingen mehrere Stunden 175 nutzlos hin. Unterhalb einer zweiten gefährlichen Stelle wurde sodann Halt gemacht; die 15V Zieher lagerten sich im Sande, zündeten mächtige Feuer an und begannen darauf Gelärme und Zank, die bald in Prügeleien übergingen. Da aber der Effendi selbst zugegen war, wurde schnell Justiz geübr, worauf Hadernde und Gezüchtigte dem Schlaf in die Arme sanken. Werkthätig folgte Halil-Effendi der Fahrt, bald in seinem Sandal sitzend, bald am Ufer einherschreitend, die Leute antreibend, zuweilen selbst Hand anlegend. Am 1. December ließen sich einige Stellen mittelst des Segels überfahren; wo das Ziehen erforderlich war, ging eS ohne Schwierigkeit von Statten. Größere Mühe verursachten die Leute, welche jeden Augenblick entweder mit den Matrosen oder unter sich zankten, selbst handgemein wurden, in den Sand sich legten, von ihren ScheikhS durch Schimpfworte und mit Peitschenhieben mußten angetrieben werden, und bei alle dem die kecksten Forderungen stellten. Nach langem Wortwechsel griffen sie an diesem Tage erst um 11 Uhr wieder zum Schiffsseil, so daß eine enge Strömung von beiläufig drei Fuß Gefalle auf zwei Klafter erst Nachmittags drei Uhr erreicht wurde. Um über sie hinaufzukommen, genügte die Zeit nicht mehr; daS Schiff mußte zur Sicherstellung für die Nacht angebunden werden. Der Lärm begann von Neuem, jeden Abend wilder, als an dem vorangegangenen. Auch Mangel an LebenSmitteln trat bei den Ziehern ein. AIS Herr Rociancic ein wenig am Ufer sich ergehen wollte, verfolgte ihn unablässig das Geschrei: Bakschisch! Bakschisch! Sein Versuch, zwei Raufende zu trennen, wurde durch einen derben Schlag auf den zum Glück dichten Turban vergolten. Die Strömung, vor welcher die Nacht zugebracht wurde, war am 2. December binnen drei Viertelstunden im Rücken. Beinahe noch einmal so lange Zeit blieb hierauf daS Schiff zwischen Felsen eingekeilt. Hier wurden die allmälig herbeikommenden Nachzügler niedergeworfen und zum Vergnügen der Uebrigen von HalilS eigenen Händen mit einer Dornenruthe über den halbnackten Rücken gestrichen. Fortan zogen Alle fröhlicher als bisher. Nach einer Stunde war daS Schiff über den kleineren Katarakt gezogen. Um zu dem größern zu gelangen, mußte die Mitte des Flußbettes gewonnen, das Ruder angewendet werben. Herrn Rociancics Hoffnung, selbigen Tages noch AlleS zu überwinden, wurde durch den Bericht der Katarakten- Reiese niedergeschlagen: man könne und dürfe nicht weiter fahren, daS Wasser sey noch zu groß, das Schiff müßte unvermeidlich zu Grunde gehen. Da hätte alles Zureden nichts vermocht, jede moralische, auch die Physische Kraft war von den Leuten gewichen. Bevor daS Wasser nicht wenigstens um 1'/2 Fuß fällt, sagten sie, auch die gefährlichsten Steine sichtbar werden, können wir nicht ziehen. Ob auch Herr Rociancic ihnen zeigte und selbst zeichnete, wie ohne alle Gefahr durchzukommen wäre, eS half nichts. Sie wollten zwanzig Tage warten, er nur zu neun sich verstehen, auch dieses bloß unter der Bedingung, daß sie alsdann mit gesundern Köpfen zurückkämen. Vorher mußte das Fahrzeug, welches an einer Felseninsel angebunden war, zum Ufer gebracht werden, um den Ankauf von LebenSmitteln möglich zu machen. In Hoffnung, in dem Nilarm von Akbe vielleicht einen Ausgang zu finden, wurde in einen Canal bei genanntem Ort eingelenkt. War aber in dem Hauptstrome des Wassers zu viel, so zeigte sich alsbald, daß hier dessen zu wenig sey. So war in Geduld zu harren, was die Zukunft bringen werde. (Forts, folgt,) Die Seelsorge auf den Marianne«. Wir entnehmen die folgenden Notizen über den Zustand der Kirche an einem der abgelegensten Winkel der Erde dem interessanten Bericht deS französischen Kapitäns Kurien cls la Kr»vik:rs, welcher diese östlich von den Philippinen gelegene und wie diese urtter spanischer Oberherrschaft stehende Inselgruppe mit der Fregatte l.» kg^onntiuss im Juli des Jahres 1848 besuchte. Neben der äußerst milden, fast patriarchalischen Regierung, welche die spanische Krone über diese Inseln ausübt, eristirt noch ein anderer verborgener und mächtiger 176 Einfluß, welchem jeder Indianer seit seiner Kindheit einen freiwilligen Gehorsam gelobt hat. Die Augustiner-Barfüßer-Mönche, welche den Jesuiren im Jahre 1767 nachfolgten, haben nichts von der moralischen Macht der ersten Missionäre verloren. Für die Einwohner der Mariannen haben diese Glieder deS spanischen Kleruö niemals aufgehört die Repräsentanten der Gottheit auf Erden und die einzigen Beschützer zu seyn, welche der Indianer gegen etwaige Bedrückungen der weltlichen Macht anrufen kann. Nur durch den Zauber dieses geheiligten Charakters und vorzugsweise durch die Beziehungen wohlwollender Fürsorge kann man sich die unglaubliche Herrschaft erklären, welche noch heute auf die Bevölkerung die beiden Pfarrer von Agagna und Agat (auf der Insel Guam) ausüben. Diese beiden Mönche sind die einzigen arbeitsfähigen Priester, aus denen der KleruS der Inselgruppe der Mariannen besteht. Von zwei andern Hirten, denen die Leitung dieser eifrigen und gelehrigen Hecrve anvertraut ist, scheint der eine, der Pfarrer von Merizo, an einer GeisteSzerrütlung zu leiden, der andere ist ein kranker und'fast achtzigjähriger Indianer, welcher die Stadt Agagna nicht mehr verlassen kann. Man könnte sich nicht leicht einen voll- kommneren Contrast denken als den, welchen der Pfarrer von Agagna und der von Agat, der Pater Vincenz und der Pater Manuel, darboten, beide Glieder desselben Ordens, beide von gleicher Ehrfurcht ihrer Pfarrkinder umgeben. Als ehemaliger eifriger Carlist verbannt, hatte der Pater Vincenz auf Alles vergessen, auf die großen Ebenen der Mancha, wo er das Licht der Welt erblickt, auf den blauen und heitern Himmel von Spanien, auf die Freunde, deren Hand die seinige vor der Abreise gedrückt, auf die Fahne selbst, unter der er lange Zeit mit seinen Wünschen und Gebeten gekämpft, um an nichts mehr, als an seine theuren Indianer zu denken, an ihr Heil und an ihren geistlichen Fortschritt. Die Physiognomie deS Pater Vincenz, seine von frühzeitigen Falten gefurchte Stirn, seine durch AScese und apostolische Arbeiten abgemagerten Züge verdienten unserm Gedächtniß sich tief einzuprägen. Noch jetzt glaube ich ihn zu sehen, jene strenge Figur, jene tiefliegenden Augen, jenen von einem düstern Feuer glühenden Blick, dessen Glanz nur von der evangelischen Liebe gemildert wurde. Es war ein Mönch deS Mittelalters, dieser Pfarrer von Agagna; seine Gestalt in den weißen Mantel der Augustiner gehüllt, erinnerte sprechend an jene Typen, welche der Pinsel eines Ribcira und Velasauez verewigt hat. Der Pater Manuel, mit seinem breiten Gesicht und gleichsam dreifachen Kinn, konnte keine dieser poetischen Ideen hervorrufen; es war eines jener fröhlichen Muster deS spanischen KleruS, über welche unsere gallicanischen Vorurtheile mit viel zu großer Voreiligkeit unbarmherzig den Stab brechen. Ein aufrichtiger Glaube, ein strenges und eifriges Festhallen an allen Pflichten seines Amtes, hielten vollkommen im Gleichgewicht die andalusische Fröhlichkeit und die liebenswürdige Offenheit deS Pater Manuel. Der unermüdliche Pfarrer beschäftigte sich mit demselben Eifer mit den geistlichen und den zeitlichen Interessen seiner Schafe. Er war es, der sie gelehrt hatte, den geeigneten Boden für ihren Anbau deö Mais und der Tarowurzel zu wählen u. s. w. Das Dorf Agat war ein lebendiger Beweis der Thätigkeit und deS wohlthätigen Einflusses seines Pfarrers. Es war daS regelmäßigste und reinlichste Dorf der ganzen Insel. Die Straße, welche es durchschnitt, war immer frei von Unrath; waren die Brücken durch einen Orkan zerstört worden, so wurden sie augenblicklich wieder hergestellt. Die Kirche, von der Frömmigkeit der Gläubigen gebaut und unterhalten, hatte ihres Gleichen in keinem andern Dorfe, und wenn beim Glänze strahlender Kerzen das Madonnenbild auf dem Altar mit dem Festtagsmantel bekleidet erschien, hätte man aus dem heil. Bilde Perlen und Goldzierrathen bemerken können, welche den Neid der Einwohner von Agagna rege machen mußten. (kevuö des äöux Uonäes.) ") Sollte nicht hier ein Irrthum obwalten und die Patres vielmehr dem Orden der Carmeliter angehören? Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen. Verlags-Jnhaber: F. C. Kremer.