Zwölfter Jahrgang. Sonntags-Beiblatt zur Augslmrger PostMtung. n< Juli 28. IS5S, n»l«!»>> tizlü st»F !»r^lj ^mi?smü^ lNbN!»!?iir^ lli »»rr^^zK Ijii , - N!i^filc>(ItV1 Dieses Blatt erscheint regelmäßig alle Tonntage. Der halbjährige Adonnevicntspreis TV kr., wofür e« durch alle königl. bayer. Postämter und alle Buchhandlungen bezogen werden kaun Ein Zeugnis; aus protestantischem Munde. In der „Freimüthigen Sachsen-Zeitung" lesen wir folgenden Artikel: Die katholische Kirche ist in einem neuen, wunrerbaren Aufschwünge begriffen. Ihre Regsamkeit, ihr Leben äußert sich auf allen Gebieten deS GeisteS wie auf dem Markte dcS gewöhnlichen Lebens. Sie ist eS, die unter den Trünimein deS politischen Schiffbruches nach dem Ewigen, dem Festen griff, die. während alle Auloriiät sich auflöste, während der Wahnwitz der Zeit auf den Gassen unv in den Volksversammlungen seine Saiurualien feierte, während die politische Phaiuastik und Theor-e in dem Irrgarten constituircndcr Parlamente umhertaumelte, still ihre größten Eroberungen gemacht hat, und cö ist ein nachoenkenSwenheS Zeichen, daß gerade von der Zeit an, wo der katholischen Kirche jene Feinve erstanden, von denen wohl manch Kurzsichtiger geglaubt hat, sie würden Rom zu Falle bringen können in Deutschland, daß gerade von jenem Tage an, wo die falschen Propheten ihre Um« züge hielten, die katholische Kirche eine Thätigkeit entfaltete, die ihr erst recht neue Kraft und neues Leben gab. Es kam die Zeit, wo fast alle menschliche und göttliche Autorität fiel. Auch Rom fiel. Aber nicht daS Rom, welches eine geistige unv kirchliche Gemeinschaft über dem Erdball bildet; nicht die Kirche RomS, — denn während ihr Haupt fluchtig irrte und man in den Straßen und Tempeln RomS die revolutionäre Fackel schwang, stählte sich die Kraft der eigentlichen Kirche, und cS zeigte sich, daß Rom auch ohne Rom leben konnte. Wie tritt unö heute diese Kirche in Deutschland, in Europa, ja auf dem ganzen Universum entgegen? — diese Kirche, die seit Jahren die härtesten Angriffe und Verfolgungen von fanatischen Gegnern und von der welllichen Macht erculcet hat, deren Güter „säcularisirt", deren Würdenträger verfolgt, eingekerkert und verbannt wurden, deren Thätigkeit ängstlich überwacht, oft gehemmt, deren Organe oft v-l- wundel wurden? Sie ist eine Macht wie keine zweite auf dieser Welt. Ihre Sendboten ziehen in die Thore der großen Städte, der Sipe ihrer Feinde und der Feinde allen Glau> benS, sie bahnen sich ihre Wege in die neuen Welten und erobern hier wie da. Sie hat in Frankreich aus dem Despotismus Freiheit für sich gewonnen, die Tuelbill in England hat ihre Macht nnr erhöht, das herrenlose Belgien nahm sie in Aesih, sie kämpst noch in einigen deutschen, italienischen Ländern und in der Schweiz als eine ächte ticclosia militans; in andern deutschen Staaten, in Oesterreich, tritt sie als Herrscherin auf. Wir Protestanten sehen den Aufschwung der katholischen Kirche an sich nicht mit Schmerz; können ihn nicht so betrachten, denn sie kämpft ja wie wir, für eins, 218 für den christlichen Glauben, und gegen einS, gegen unsern ärgsten, gemeinschaftlichen Feind, den Unglauben. Mit Schmerz aber sehen wir sie alle Siege für sich in Anspruch nehmen und unsere Kirche ohne Siege und ohne Kämpfe, es seyen denn die, welche sie in sich selbst führt. WaS ist es, fragen wir, was der katholischen Kirche so viele Siege vor der evangelischen voraus bereitet? Wir können dem Inhalte der katholischen Lehre nicht zugestehen, daß er eine schärfere Waffe für Kampf und Sieg gegen den Unglauben abgebe, als die ächte lutherisch-christliche Lehre, ll?) ES überschritte wohl Raum und Gränze eines politischen Blattes, dieß weiter auszuführen; aber was uns nahe liegt, worauf wir täglich verwiesen werden, das sind die Symptome der Regsamkeit der katholischen Kirche, ihr Verharren in schwierigen Kämpfen, ihre Festigkeit gegen Pvbelgcschrei und bureaukratische Staatsallmacht, ihre bewunderungswürdige äußere Disciplin, ihre geschickte Benützung der Presse, ihr eroberndes Borschreiten auf allen Gebieten der Wissenschaft, der Kunst, des Geistes. Blicken wir um unS in Deutschland: wo hätte die katholische Kirche sich an Recht und Macht etwas vergeben, wo nicht kühn den Streit darum geführt, wo endlich, wenn nicht gesiegt, doch jemals unterlegen? Der Freimaurer-Orden in seiner wahren Bedeutung. 5) IV. Den Gräueln in Italien gingen die Nichtswürdigkeiten in der Schweiz voran. Auch hier waren es die Caroonari, welche den Unterdrückungskrieg organisirten, den tapfern Streiter für die alte Freiheit, Joseph Leu von Ebersol erdolchen ließen. Daß die Maurerei hier mit dem CarbonariömuS gemeinschaftlich gehandelt, erklärt der belgische Minister Nothomb, welcher der Maurerei untreu geworden, indem er bekennt: „daß die Maurerei jetzt in Belgien in den Händen gewisser Männer zur mächtigen und gefährlichen Waffe geworden; daß der Aufruhr in der Schweiz seinen Ursprung den Machinationen der belgischen Loge verdanke; daß Br. Defaegz, Großmeister der belgischen Logen, im Sommer 13^4 bloß aus dem Grunde eine Reise nach der Schweiz unternommen, um jene Bewegung vorzubereiten." Und an der Spitze der radicalen Armee, bemerkt Eckert, sah man im Kampf gegen die katholische Schweiz denselben General Dufour, der mit den spanischen Rebellen und Maurern, so wie mit dem jungen Europa Verbindungen pflegte. Noch verunreinigter erscheint die politische Unschuld der Maurerei, wenn wir unS nach England wenden. Der Minister Lord Palmer st on ist General-Großmeister des gesammten FrcimaurerbundeS, und er gerade war eS, der die erlangte politische Gewalt und Stellung nur dazu benutzte, um überall die Revolution zu unterstützen. Unter seinem Schutz organisirte sich in London daS europäische NevolutionStribunal, wo die politischen Verbrecher aller Länder ihre Mordpfeile gegen die Gesellschaft wetzten; während seiner Leitung der auswärtigen Angelegenheiten rief ein Mitglied der englischen Gesandtschaft, Lord Minto, im öffentlichen Theater die Unabhängigkeit Italiens auS; der englische Consular-Agent Frenborn durfte einer Mazzinischen Gesellschaft in Rom angehören und zwar als Cassirer, die den Tod des päpstlichen Ministers Rossi beschloß und vollziehen ließ, in Sicilien ließ Palmerston mit englischen Kanonen den Forderungen der Rebellen Nachdruck geben; in Deutschland machte er Front gegen Oesterreich, das die Rebellion mit mächtigem Arm niederdrückte; nach Neapel sandte er in unnachahmlicher Frechheit drohende'Noten, weil dort ein König den Muth hatte, seine Krone und sein Land gegen die Nachkommen der französischen Kopfabschneider zu behaupten. Man müßte die Vernunft verloren haben, wenn man nicht einsehen wollte, daß dieser Großmeister der Maurerei diese aufs äußerste compromittirt und hinlänglich Grund -) Schles. Kirchen«. 219 gegeben, ihre Unterdrückung allenthalben energisch zu bewerkstelligen. Gestehen ja Maurer selbst, daß der Orden zu den schrecklichsten Comploltcn, wie sie sagen, gemißbraucht sey. So Blumenhagen, welcher (ek. Eckert p->g. 266) zuerst auf Frankreich sehend, sagt, daß nie daö Maurerlhum so besudelt worden, wie dort 1793, „wo man in JacobiniSmuS und TerroriSmuS einen brudermörderischenEgalit6, einen bluttrinkenden RobeSpierre an geschändeten Allären daS schlachtende Beil zum Meisterhammer machen und KönigSmorb »nd Gottesleugnung predigen hörte unv wo die Brüder in der Loge schon abgerichtet wurden, in einer schwarzen Höhle daS Eisen in eine menschliche Puppe zu stoßen." Derselbe will auch nicht läugnen, „daß die Carbonori entartete Kinder der Maurerei seyen, daß ihre wildbewegten Logen dicht am Tempel der Maurerei erbaut wurden, wie der bittere Gallapfel wächst auf der edlen Eiche," Wir nahmen zuletzt daS Gcständniß des Maurers Blumenhagen entgegen, daß der mit Mord und Verbrechen befleckte CarbonariSmuS auf dem Maurerlhum erwachsen sey, wie auf der edlen Eiche der bittere Gallapfel. Dieß würde auch ohnedem tein Mensch verkennen können; denn beiläufig gesagt, ein Blick auf den Freimaurer-Convent zu Straßburg im Jahre 1847 und auf die dort erschienenen Persönlichkeiten gibt dafür den sprechendsten Beleg. Hier war nämlich unter Andern der frechste GotteSläugncr und Socialist Ledru Roll in mil seinen Gesinnungsgenossen Proudhon, Blanc, von deutscher Seite Hecker, der großmäulige feige Ausreißer Herwegh, Rüge, der Rongeaner Blum, ferner Feuerbach, Simon, Slruve, lauter Namen, welche im Jahre 1848 aus der politischen Schaubühne auftauchten und die Revolution organisirten und ihr die Richtung gaben. Wie sie sämmtlich Maurer waren, so auch die Koryphäen deS jungen Europa oder veS über Europa ausgebreiteten CarbonariSmuS. Unsers Wissens hat man selbst in Deutschland auch nicht den leisesten Versuch gemacht, diese Brüder aus den Logen auszuschließen; im Gegentheil verblieb zwischen diesen und den gemäßigten Maurern eine freundliche Verbindung bestehen, wie der Besuch darzuthun scheint, welchen der angesehene Maurer von Gagern*) dem deutschen Socialisten-Chef Robert Blum in Leipzig gemacht haben soll. Man wird mir nicht Unrecht geben, wenn ich daraus schließe, daß die Maurerei in Deutschland keineswegs rein geblieben ist von jenen gefährlichen Elementen, welche in ganz Europa daS Recht der Revolution proklamirten. Daß dem wirklich so sey, mögen folgende Selbstbekenntnisse deutscher Maurer außer allen Zweifel stellen. In dem Taschenbuch für Freimaurer Asträa auf das Jahr 18Z3 von Friedrich v. Sydow liest man: „ES wäre unweise gewesen, in den offenen Kampf zu treten; durch Verbreitung von Freisinnigkeit und Unabhängig« keil mußte man allmälig daS Riesendenkmal zu untergraben fuchen, daS diese Ehrsüchtigen erbaut hallen. Im eigenen Schatten einer Autorität arbeitete die Manrerei an dem großen ihr anvertrauten Werk." Daß hier die zahme Revolution verkünlet wurde, geht auS der Fortsetzung hervor, wo eS heißt: „Auf euren Antrieb hat der hehre GeniuS der Unabhängigkeit daS Weltall durchzogen und alle Herzen entflammt; durch euch ist jener edelherzige Aufschwung, der freie Nationen macht, fortgepflanzt worden; mit eurer Hilfe sind die zahlreichen Völker ihrer Ketten entledigt." Sodann wird gerühmt, daß „die glücklichen Umwandlnngen, welche den Völkern verfassungsmäßige Monarchieen gegeben, dem Einfluß der Maurerei zuzuschreiben seyen." In demselben Taschcnbuche vom Jahre 1845 wird die Revolution gerechtfertigt, indem gesagt wird: „Wenn auch die Zerstörung alter Gerüste nach menschlichen Gesetzen strafbar ist, so wird damit doch dem ewigen Gesetze, welches in der Geschichte der Menschheit waltet, genug gethan/' Waö die letzte Endabsichl bei solchen Ansichten sey, verräth der genannte Blumenhagen, wenn er ausruft: „Nur noch ein Jahrhundert schenke unS der Weltenmeister, bann sind wir am vorgezeichnctcn Ziel und die Völker suchen ihre Fürsten nur unter den ") Nach andern Nachrichten ist Gagern nie Maurer gewesen, A, o. R, 220 Geweihten." Wahrlich, der Ehrgeiz ist nicht gering und die Fürsten sollten euch auf die Finger klopfen; denn wenn die Völker sich ihre Fürsten unter den Maurern suchen sollen, so müssen die Fürsten von GolteSgnaden offenbar erst beseitigt seyn — cS muß die Revolution tabula rs8a machen! Wir begreifen nach diesem, wie der evangelische Consistorialralh und Ordensbruder Dr. Gi eseler im Jahre 1848 in einer Logen Festrede im Hinblicke auf die Ereignisse sprechen konnte: „Wir begrüßen die äußere Freiheit, welche die Zeit zn gründen strebt, mit Freude und Hochgefühl" u»v vorher: „Drei große Worte schallen jetzt durch die Welt: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit... Ist cS nicht der Geist unseres Bundes, welcher uns in diesen trei Worten entgegentritt? Ist eS nicht eben diese Freiheit, welche der Maurer über Alles achtet? Ist cS nicht Gleichheit und Brüderlichkeit, welche stetS in unsern Logen geherrscht haben? ... ES hat der Geist deS Bundes die Schranken der Loge durchbrochen." Nun, ich denke, daS ist für den Orten und seine politische Unschädlichkeit sehr verfänglich, zumal der Maurer, Diaconus 11r. Fischer, am silbernen Jubelfest der Loge Apollo zu Leipzig unS noch tentlicher zeigt, in welchem Verhältniß die Maurerei zu den neuesten Begebenheiten auf politischem Gebiet stehe, indem er, eine große Autorität in dem Orden, fragt: „Diese Demokratie aber, können Sie dieselbe anders bezeichnen, denn als Ergebniß, zu welchem unsere Kunst unter allen Umständen führen mußte und noch ferner führen wird? Erschrecken Sie nicht, so fährt er fort, es ist eine Frucht, deren wir uns nicht zu schämen brauchen, in wie rauher Schale sie jetzt auch vor uns liegt; ja sie ist unser Kind, unser edles hoffnungsreiches Kind." Damit ciese Vaterschaft ja nicht übersehen werde, sagt auch der Logenmeister Dr. Fischer in der Fceim.-Ztg. 185l: „Za, meine Brüder, die Demokratie ist ein Kind der Maurerei und wir müssen sie anerkennen als unser K>nd, und unser Beruf ist eS, das Kind heranzuziehen zu aller Weisheit, Kraft und Schönheit" (ek. Eckert, pag. 260—289). ES ekelt uuS a». noch mehr Zeugnisse abzuschreiben, welche alle insgesammt die Aushebung eines Ordens wünschenSwerth machen, der nach obigen Geständnissen der Religion und Monarchie offenbar sehr gefährlich ist, welcher unter geheimen ausländischen Obern steht unv ihnen blindlings dienen muß, weil jedes OrrenSglied sich zum Gehorsam eidlich verpflichtet, welcher in verschiedenen Ländern seit mehr alö einem halben Jahrhundert die anerkanntesten Feinde der Gesellschaft, wie RobeSpierre, Proudhon, Maz- zini, Rvllin, Hecker u. f. w. zu Mitgliedern gehabt. Es kann nicdtS verfangen, wenn man auf einige preußische Logen hinweisen wollte, welche eine mehr christliche Färbung beibehalten und unter einem geehrten Haupte stehen. Denn unseres Wissens ist keine Loge selbstständig und auch daö vortrefflichste Haupt derselben kann nicht verhindern, daß andere Tendenzen im Schauen des Geheimnisses gehegt werden, alS cö selbst besitzt, zumal Venturini und andere Maurer offen auSgejprvchen. daß man die mächtigen Be>chützer keineswegs immer auch in die Geheimnisse des Ordens einweihe. Wo sich aber gefährliche Elemente im Orden verbergen, da hat die Erfahrung gezeigt, daß die gemäßigten Männer in Zeilen großer Völkerkrisen immer unterlagen. Bei der Aufhebung dieses OrtcnS leidet ohnedem das Gute keine Gefabr; denn eS tritt, wenn eS vorhanden, in die Oeffentlichkeit und wird Gemeingut, was seine Bestimmung ist; wogegen ein Geheimbund, der sich mit seinen Tendenzen ins Dunkel verkriecht, immer ven ächtig scheint nach dem Worte der heiligen Schrift: „Wer böse ist, hasset daS Licht und kommt nicht ans Licht, damit seine Werke nicht offenbar werden." Schließlich will ich, weil daS kirchliche VerwcrsungSurthcil deS Freimaurer, OrdenS und die Ercommunication, welche seine Mitglieder trifft, manchen Leuten, seiest Katholiken, durchaus nicht einleuchte» zu wollen scheint, die authentischen Documeute dieser päpstlichen Entscheidungen beibringen, damit alle Möglichkeit deS BezweiselnS abgeschnitten werde und Jedermann wisse, waö er von Katholiken, welche Freimaurer sind, zu hallen habe. SSI Hören wir zuerst, waS Papst Clemens XII. im Jahr deS HeilS 1723 in der Bulle „In eminent!" über den Freimaurerbund sogt. Nachdem derselbe seiner Pflicht und Sorgfalt erwähnt, welche ihn treiben, Irrthümer und Laster auszurotten und den wahren Glauben rein zu bewahren, bemerkt der Nachfolger Petri, daß die Thatsache bekannt, wie der Maurerbund sich läglich weiter verbreite, in welchem sich Menschen aller Bekenntnisse und Secten, zufrieden mit dem angenommenen Schein einer na>ürlichen Recktschasfenheir, unter einem schweren Eide, dessen Bruch mit den peinlichsten Strafen belegt werde, zum ewigen Schweigen über die geheimen OrdcnS- zwecke versammelten. Weil aber das Böse seine Natur verrathe und daS Licht hasse, so stv schwerer Verdacht gegen den Orden in den Gläubigen entstanden und hätten selbst wellliche Mächte denselben als der Ruhe der Reiche zuwider auS ihren Ländern auSgerotiet. Und nun fährt Papst Clemens fort: „Wir daher, erwägend den großen Scbaden, welcher in hohem Grade von diesen Gesellschaften nicht bloß der Ruhe der Staaten, sondern auch dem geistigen Heil der Seelen zugefügt wird, da wir durch daS göttliche Wort belehrt worden, Tag und Nacht nach Art eineS getreuen Knechtes und cincS klugen Vorstehers in der Familie deS Herrn zu wachen, damit nicht eine derartige Mcnschcngattung daS HauS Gottes untergrabe und gleich den Füchsen den Weinberg deS Herrn zu verwüsten trachte, damit sie nämlich nicht die Herzen der Einfältigen verkehren und die Schuldlosen im Verborgenen verwunden,...... wir verdammen und verbieten aus apostolischer Vollmacht die Freimaurer.Verbin düngen unter welchem Namen immer." Sodann heißt ««: „Weßhalb wir allen Christgläubigcn. ohne Rucksicht auf Rang und Stand, Kle, rikern wie Laien, in Kraft deS heiligen Gehorsams befehlt», daß Keiner unter irgend welchem Prärcrt wage und sich herausnehme, in die vorgcdachten Frcimaurergesell- schaften einzutreten oder sie zu verbreiten, zu beschützen, sie in seinem Hause oder anverSwo aufzunehmen, in ihnen zu weilen.... ihnen Dienste zu leisten ober mit Rath und That ihnen öffentlich oder geheim, cirect oder indircct beizustehen.... Wir befehlen Allen, diese Versammlungen gänzlich zu meiden unter Strafe deS Kirchenbannes, von welchem Keiner soll losgesprochen werden können, als allein durch den jedesmaligen Papst, ausgenommen bei Todesgefahr." Weiter lesen wir: „Wir wollen außerdem und befehlen, daß die Bischöfe und höhern Würteträger... gegen die Uebertretcr ohne Rücksicht auf Rang und Stund vorschreiten, sie in Unter- suchung ziehen und sie als der Ketzerei schwer verdächtig mit entsprechenden Strafen belegen " Papst BenedictXIV. bestätigt dieß VerdammungSurtel in der Bulle „proviclos" (1751) und motivirt dieß damit, daß er beifügt, der Freimaurer« bund sey verwerflich, weil er Menschen aller Religionen und Secten aufnehme, woraus seine Gefährlichkeit für die katholische Religion einleuchte; zweitens, weil er sich in die Finsterniß hülle, so daß auf ihn anzuwenden, waS CäciliuS NataliS bei MinuciuS Felir sage: DaS Ehrbare freut sich der Oeffentlichkeit; Missethaten sind geheim; drittens, weil er von seinen Gliedern einen mit den Pflichte» gegen Kirche und Staat nicht verträglichen VerschwiegcnheitSeib fordere, so daß der Maurer, von der kirchlichen oder staatlichen Autorität über Ordenogegenstände zur Verantwortung gezogen, nicht antworten dürfe " Zur Ausführung dieses VerwersungSurtelS ruft venedict die Hilfe der katholischen Mächte und aller weltlichen Gewalten an und fordert sie auf, dem Orden den GarauS zu machen. Die Katholiken wissen also, woran sie sind, wenn sie der Freimaurerei sich anschließen. Unwissenheit kann von nun ab Keiner vorschützen; wir haben cie Kirche zuletzt selbst gehört und wer sie nicht hört, ist wie ein Heide und Publikan, Lic. Jos. Wick. Die Heldenthat zweier Priester. Die Pariser Blätter, welche jüngst einmal erzählten, daß ein Priester bei einem von der Wasserscheu befallenen jungen Mediciner, nachdem denselben Vater, Mutter, 222 ' Geschwister und Freunde verlassen, allein noch aushielt und den Unglücklichen, als dieser sterbend ihn zu umarmen wünschte, auch wirklich mit unerschüttertem Gottvertrauen und einem gewiß nicht gar zu häusigen Heroismus an sein Herz drückte; die Pariser Blätter, wie gesagt, berichten nun auch von einem andern ähnlichen Heldenmuthe, den ein Prediger in der Umgegend von BloiS kürzlich bei einer ähnlichen Gelegenheit zu Tage legte. Es war dort nämlich einem jungen, zwanzigjährigen Menschen von einer giftigen Viper eine tiefe Wunde beigebracht worden, so daß er, da Niemand, weder Vater, Freund, noch Geliebte die Aufopferung über sich gewinnen konnten, dieselbe mit ihren Lippen auSzusaugen, als dem Tode verfallen betrachtet werden mußte. AIS dieß ein in der Nähe sich befindender Priester hörte, eilte er sogleich herbei, riß die Wunde mit einem Messer weit und tief auf und sog mit einem großen Theil Blut sehr glücklich auch das Gift heraus. Ein Arzt, der später hinzukam, fand diese Procedur so vortrefflich, daß er nichts weiter als einen Verband anzulegen für nöthig fand. Während dessen war der Geistliche still und anspruchslos in seine stille Wohnung zurückgegangen, um dort dem höchsten Gotte dafür auf den Knieen zu danken, daß er daS Werkzeug zur Rettung eincS jungen Menschenleben hatte werden können. So viel man weiß und auS den Mittheilungen der Zeitungen schließen darf, ist der junge Mann alö schon fast ganz geheilt und sein Retter als von dem eingesogenen Gifte nicht afficirt anzusehen. Die Mission in Jngolstadt vom 29. Mai bis 13. Juni 1852. Kaum sah der würdige, für die Größe deS Christenthums aufrichtig begei, sterte Herr Stadtpfarrcr zu U. L. F. in Jngolstadt, Georg Angermaier, nachdem er unter Mühen und Leiden, die nur Gott allein kennt, die Restauration deS Pracht- TempelS zu U. L. F. betrieben, dieses schöne Werk seiner Vollendung sich nahen, so dachte sein christlich frommer Sinn sogleich daran, durch eine Mission den GotteS- Tempel auch in den Herzen der Gläubigen wieder in seiner vollkommenen Reinheit und Würde aufzubauen; der feierliche Einzug in die reparirte Licbfrauenkirche sollte zugleich der Anfang einer Mission seyn, und diese sollte durch Jesuiten abgehalten werden, d. h. durch Männer j -> «> ,>j , « A 'lN ,-.'-ittZ/. '»»^»i.^'Uiu? ?SmR> »:? »>L Berlin. Der Weiterbau der neuen katholischen Kirche auf dem Köpeniker Felde schreitet, wie daö „Organ für christliche Kunst" meldet, rüstig voran, und hoffr man, noch diesen Herbst den Bau unter Dach zu bringen. Die Kirche wird in Rohziegelbau und zwar im romanischen Style ausgeführt. Sie hat drei gleich hohe Schiffe, ein Kreuzschiff, Chor und Nebencapelle und drei Apsiden. Auf dem Kreuz wirv sich ein gewaltiger Kuppellhurm erheben; im Westen ein Borhallenbau sich anschließen, der malerisch nach Art der italienischen Basiliken nach Außen sich öffnet. DaS Mittelschiff ist mit einem Kuppclgewölbe zu überdecken, deren jedes ein sanftes Oberlicht erhalten wird. Die Seitenschiffe, mit Tonnengewölben geschlossen, lassen das Haupt- licht durch größere Rundbogensenster zu. Die Länge der Kirche beträgt 194 Fuß, die Weite deö Mittelschiffes 30, die ganze Breite dcö Kreuzschiffeö 98 Fuß. K r e m S m ü n st e r. Mit der vielbesprochenen Klosterreform in Oesterreich scheint eS nun Ernst werden zu wollen. Den Anfang wird, öffentlichen Berichten zufolge, der Orten der Benedictiner machen. Die Aebte der Benediclinerklöster Ober- und Niederösterreichs, SleiermarkS, Tirols, Jllyrienö und Böhmens treten in diesem Monate im Stifte KremSmünster zusammen, um über die wesenilichsten Puncte der Reform zu verham dein, und im Allgemeinen den Gang zu bezeichnen, nach welchem sie ins Leben treten soll Borläufig spricht man von Gründung eines BenedicineumS, einer theologischen BilvungSanstalt für sämmtliche OrdenSkleriker im Stifte Admont. Veraulwortlicher Redqcteur: L. Schönchen VerlagS-Jah-ber: F. E. Kremer.