Zwölfter Jahrgang. Sonntags-Beiblatt blo stmIN njz zj 7?^ tjf zizi^ttk')^ llbiUuttsL! ' ,j^-,j<^,My ' »iÜlNttvNZg llldstlu m'iug Angslmrger Pojtzeitung. j»Illl!llÜ>t!«7) ijUb? dvtllZt! lüri «ir>>« 2S. August M- SS. 185S. IM» ujv!l ^nuli^z^«.?!i!^>i^ n>iN!j »>i>!^l?ni^ Dieses Blatt erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der halbjährige Abounementsvrei» 4V kr., wofür es durch alle königl. bciyer. Postämter und alle Buchhandlungen bezogen werdeu kauu, »Sm^S liz^il/iliid muj .'" ' ' ^^'t" -7i.uz gn»ti,"ttZ,oiP znzasnsm?/ s»?!.l>t,',!'itS, 5Utt ttM, zjuNtinL.' It^mu^ ' j Ulttii» m I-'.'.' .Ä >A >- NüMh'i:- jjiü! ^ijiZ) ?i» «duo lNs^iiof °,a»5iiW 'nn:-'5>i'>,Zluivj«u»''" «5n!5 Böhme». Unstreitig geht eS in Böhmen wieder zum Bessern; man gehe auf der eingeschlagenen Bahn vorwärts und man wird die schönsten Erfolge erleben. Die Führer S78 aus den Wegen des Heiles umgürten überall straffer ihre Lenden und nehmen brennende Lichter in die Hand, damit sie den Ihrigen vorleuchtcn und so Alle den Valer im Himmel preisen. So erhebend eS ist, in allen Diöcesen Priestererercitien zu sehen, eben so erhebend ist cS, zu bemerken, wie bereits in allen Orden ein eifrigeres Leben sich zu regen beginnt, unv wie die meisten schon ihren erhabenen Beruf mit einem Ernst erfaßten, der an die Zeiten erin«ert. als das von der Schmach der Ketzerei und der Empörung tief gebeugte und in seinem eigenen Blule fast ertränkte Böhmen aufstand, unv die Siegesfahne deS Glaubens binnen fünfzehn Jahren an allen Orten aufpflanzte. Erst unlängst stand ich hart an der sächsischen Gränze an einem alten halvverwitterten Eichenstamm; eS ist der Rest eines Kreuzes, welches aufgerichtet wurde, als dort die ewige Wahrheit einen der großen Siege feierte. Die D'öcese BudweiS schien am schwersten sich aufraffen zu können, aber man muß auch bedenken, daß dort einer der Koryphäen deS> JosephiniSmuS bis in die letzten Zeiten lenkend an der Spitze stand und sein Nachfolger eine so kurze Zeit lebte, daß er nur Weniges zu Stande bringen konnte. Wie aber der gute Geist mächtig unter der Pricsterschaft waltet, ist dieses ein erfreulicher Beweis, daß sich auf den ersten Ruf ihres gegenwärtigen apostolischen Bischofs hundert vier und dreißig Priester zu den Exercitien sammelten, und überdieß die wenigen PaireS «Zisterzienser, auS Hohensnrth, welche als Professoren in der Stadt wohnten, diesem kleinen Hause die Verfassung eines strenggeregelten Klosters zu geben beschlossen. WaS die Benedictiner, Cister- zienser und Prämonstratenser rühmlichst anstreben, ist allbekannt, und der mächtige Stamm der Kreuzherrn will sich durch eigene Erercitien stärken und dann gemeinschaftlich berathen, wie auch er am Besten zur Ehre der Kirche mitwirken könne! Seine Aufgabe scheint eine große zu seyn, man erwäge dieses, wie ihn die Vorsehung in der letzten Zeit von Schlacken gereinigt hat, wie kaum einen zweiten Orten, und wie er die herrlichsten Kräfte in sich vereint, welche sich allseitig Achtung verschaffen. — Der biedere P. Provincial der Capucincr bereiset eben seine Häuser und überall kömmt man ihm mit kaum geahnter Bereitwilligkeit entgegen, die alte ernste Zucht, unter der daS Herz so frei und freudig schlägt, in Aufnahme zu bringen. Wenn ich der andern ehrwürdigen Orden nicht erwähne, so geschieht eS nur, weil ich darüber keine näheren Kenntnisse habe. In neuester Zeit haben sich die Societät Jesu und die Congregation des allerheiligsten Erlösers niedergelassen; die erste übernahm die Leitung deS KnabenseminarS in der Leitmerizer, die andern eröffneten ein Missionshaus in der Budweiser Diöcese. DaS Knabenseminar erwarb sich den Beifall selbst der Jesuitenfeindlichsten, und nachdem sich das dazu verwendete Schloß Politz als ungeeignet erweist, um die nöthigen Erweiterungen zu erzwecken, so wird Fürsorge getroffen werden, damit man aiidere Räumlichkeiten gewinnt. Die Missionen beginnen wieder den 15. d. M. Mit lobenswerthem GlaubenSmuth beginnt auch "'BudweiS Heuer noch ein Knabenseminar, und die namhaften Gaben, welche seit der erst kürzlich geschehenen Anregung deS Gegenstandes eingeflossen sind, sind ein« sprechender Beweis, daß der Budweiser KlcruS zu dem opferwilligsten Böhmens gehört. Die «rneuerte Lebensfrische macht sich auch in den Frauenorven überall bemerkbar. Die Elisabeihinen gründeten ein Waisenhaus, die Ursulinen nahmen sich der Zierde armer Kirchen an, die barmherzigen Schwestern bauen bereits das zweite Jahr an einem großartigen Noviziate, um größere Kräfte, die sich allseitig herbeirrängen, cm stch zu ziehen, und dadurch den vielen Arbeiten genügen zu können, die sich ihrem wohlthätigen Wirken allerorts darbieten, und neben dem Noviziate bauen sie zugleich ein Krankenhaus, welches für die Kleinseite Prags von größter Wichtigkeit seyn wird. Die Schulschwestern werden hoffentlich nicht mehr lange auf Hirschau beschränkt seyn, sondern sie werden bald in einem bedeutenden Institute nicht nur Gelegenheit zu einem umfangreicheren Wirken, sondern auch zur Erziehung ihrer eigenen Glieder finden. Und eS will uns gedünken, daß selbst die einstige leidige Bureaukratie minder störend in das segensreiche Wirken der Kirche eingreift. So sind die Zeiten, wo man Juden die Lieferungen von Hostien und Meßwein amtlich zuwies« wir hoffen «S L79 zu Gott, überwunden. In einem Statthalterei-Erlaß vom 26. April l. I. Z. 755k ist daS Geständniß abgelegt: „Die Fälle, daß die Reisekosten des technischen Personals mehr betragen, als die Kosten der betreffenden Bauherstellung selbst, sind leider zu häufig vorgekommen." Ein solches reuevolles mes culp» läßt auch Besserung erwarten. Anstatt sonstiger Noh- heiten, mit welchen man den Geistlichen Austräge gab, finden wir in einem Erlasse vom 6. März l. I. Z. 4072, Med. Z.: „die hohe Intelligenz des Klerus, namentlich deS katholischen," welche sich bei Verfassung der Rubriken abermals bewährt, rühmlich erwähnt, waS Einem so überrascht, daß man gerne den Umstand übersieht, daß eS ja nur bei den Katholiken einen KleruS gib». Der AlovsiuSverein wurde leider verboten. Wenig beachtet scheint zu werden, daß jedem fremden reisenden protestantischen Prediger in Teplitz und Karlsbad mit aller Zuvorkommenheit die Kanzel zu besteigen erlaubt wird, während unsere Missionäre mit vieler Vorsicht bewacht werten. Wir hoffen aber, daß der Wille unseres apostolischen Kaisers — der die Kirche freigegeben, auch von den fernsten Vollziehern deS kaiserlichen Wortes zur Beachtung gelangen werde. (W. K.-Z.) nncl , 7s?cjotz,W- shilkt) ' dv? ' pikä? : »gi4?ü«chm! mtt,!»s ,k»4i>chT mtdilzumtd? chilÄN!» tt5M>,ü«cho6 »'1 sik .»„in-lvvit^ 'n,MM-'ni mgi6utlO zick Misston in Abenbera. » Am 3l. Juli, Nachmittags vier Uhr, war eS, wo die hochwürdigen Patres Superior Friedrich KrupSki, Johann Nepomuk Oehler, Alois Mathoy und Theodor Schmude unter Begleitung der hochwürdigen Geistlichkeit und der Gemeindeverwaltung still in unsere Stadt einzogen» um auch da die heilige Mission zu halten. Noch am selben Abend um sechs Uhr eröffnete der hochwürvige Pater Superior die Mission mit einer vortrefflichen Predigt über die Bedeutung der heiligen Mission, nachdem zuerst der hochwürdige Herr Stadtpfarrer diese würdigen Söhne deS heiligen JgnatiuS mit einer gediegenen, kurzen Anrede vom Altare a»S begrüßt hatte, und alsdann der göttliche Geist vor dem hochwurdigsten Gute durch den HymnuS: „Veni ssnets Spiritus" angerufen worden. Am Schlüsse der Predigt setzte der P. Superior die Stunden für die während der acht Tage abzuhaltenden Predigten und sonstigen Andachtsübungen fest, und ermähnte daS Volk zu ernster und beharrlicher Theilnahme. Täglich wurden drei Predigten, meistens von der im Freien unweit des PfarrhofS errichteten Kanzel geHallen, und eS war rührend, nicht blos die Pfarrgemeinde selbst, sondern auch unzählige Fremde und unter diesen viele Andersgläubige von Nahe und Ferne mit wahrhaft heiligem Hunger sich zur Anhörung deS göttlichen Wortes täglich drängen zu sehen. Erhebend war die Theilnahme der beiden Pfarrgemeinden Obererlbsch und Theilenberg, welche am Donnerstag den 5. August mit ihren eifrigen Seelsorgern in feierlicher Procession einzogen. Aber besonders groß und unausgesetzt war die Theilnahme der Bewohner Spalts, deren frommen Wünschen, für Heuer noch die heilige Mission zu erhalten, leider nicht mehr entsprochen werden konnte. ES war nur eine Stimme deS Lobes und allgemeiner Zufriedenheit, welche man nach jeglicher Predigt von Katholiken und Protestanten hören konnte. Manche in Sünden und bösen Gewohnheilen Verhärtete sah man in sich gekehrt und tief erschüttert hineilen zum heiligen Bußgerichte, und mit heiterer, aber seliger Ruhe von dannen gehen. Die heilige Kraft und himmlische Wirkung der Mission zeigte sich aber ganz besonders am Schlüsse derselben, welcher am 9. l. MlS. staltfand. Der letzte Tag der heiligen Mission begann mit der Predigt über daS Fegfeuer und über die Hilfe, die wir den darin befindlichen armen Seelen leisten können — eine Rede, vortrefflich in jeder Beziehung, welche kein Auge trocken ließ und der sogar zwei Israel iten mit der gespanntesten Aufmerksamkeit beiwohnten. Darauf feierliches Requiem und Bibers für alle auö der Pfarrei in Golt Entschlafenen. — Nachmittags drei Uhr hielt der hochwürdige Pater Superior die herzliche und ergreifende Schlußpredigt vom heiligen Kreuze und nach derselben Weihe der L80 Medaillen, Rosenkränze u. s. w. nnd Ertheilung des päpstlichen Segens. Hierauf bestieg der Herr Generalvicar die Kanzel und hielt über den Text „Ehre sey Gott in der Höhe" u. s. w. eine alle Herzen rührende Dankrede, worin er auch in den eindringlichsten Worten zur Beharrlichkeit ermähnte. — Unmittelbar hierauf folgte die Einweihung deS MissionSkreuzeö, dem die zahlreich anwesende Geistlichkeit ihre fromme Verehrung widmete. Den feierlichen Schluß der ganzen Mission bildete eine Procession mit dem Allerheiligsten durch die Straßen der Stadt; getragen wurde dasselbe vom Herrn Generalvicar, dem die hochwürbige Geistlichkeit und zahlloses Volk andächtig sich anreihte. — Nach der Rückkehr in die Kirche „?e veum" und Segen. — Kurz nach Rückkehr der ehrwürdigen Väter in den Pfarrhof erschienen zahlreiche Jünglinge und Jungfrauen, die während dieser Zeit in Bündnisse sich hatten aufnehmen lassen, um den hochwürdigen Vätern ihren/innigsten Dank für die in den StandeSprevigten ihnen gegebenen Lehren und Mahnungen abzustatten. Abends kam auch die Gemeindeverwaltung. Später erklangen die lieblichen Töne einer Serenade. — So schlössen sich diese für die Bürgerschaft AbenbergS denkwürdigen, wahrhast segenSvollen Tage. Noch einmal, kurz vor ihrem für die Bewohner AbenbergS schmerzlichen Scheiden, feierten die hochwürdigen Väter das heilige Meßopfer, dem die Gläubigen in dichten Massen beiwohnten. AlS die hochwürdigen Väter endlich schieden, blieb kein Auge thränenleer, besonders als Pater Schmude nochmals Jedem, so weit'S geh'n konnte, herzlich die Hand drückte. ES war eine Scene wie damals, als der hl. Paulus in Milet von den Aeltesten Abschied nahm. (V.B.) «Il)M7Z?!»Mzm!iN 7?6 Sini Michillsjzt«) ^HiZülMcha(! Z'^c ftlluii»IghG 7öinu Zi-sumchI .»!>>!,i(! uz A-zisjiM zM'^Z hj-z Hl,» nm , li^vziii!»-i-wtK ii^Ntt «i llikj miul ' Gehorsam. ,n6Hi,l^ nzjjiji^! nnlttlt'AiA ?)6Ä».ip>?^A 7).'iiz lim Mjtt'iE Vor Kurzem starb zu Paris, wie Manchen vielleicht bekannt seyn wird, der Graf Julius de Mornay im Hotel des Marschall Soult. Eine barmherzige Schwester saß am Fuße deS Bettes des Grafen Mornay, dem sie ihren Beistand mit wahrhaft christlicher Sorgfalt und Hingebung angedeihen ließ. Die Schwester war ein Märchen von zweiunbzwanzig Jahren, in der vollsten Blüthe deS LebenS. Der s Graf lag im Sterben. Die barmherzige Schwester sah ihn mit Thränen an. Plötzlich schlägt die Pendeluhr im Gemache halb neun. Die Schwester erhebt sich, neigt sich nochmal schluchzend über die Stirne Des Sterbenden und schickt sich an, zu gehen. — Meine Schwester — ruft ein Priester, der am Bette deS Sterbenden betete — was macht ihr? Ich muß gehen — entgegnere daS Mävchen, in Thränen schwimmend. — Bleibt doch! Ihr werdet doch Eurem Vater die Augen schließen. — Nein, entgegncte die Schwester. Meine Ordensregel gebietet mir, um neun Uhr im Kloster zurück zu seyn. Ich muß gehorchen, der Schmerz, den ich mitnehme, wird mein Opfer und meinen Gehorsam um so verdienstlicher machen. Wieder umarmte sie ihren Vater, der dieses letzte schmerzliche Lebewohl gar nicht fühlte und entfernte sich unter Gebet und Thränen .... Der Graf Mornay starb noch in derselben Nacht. DaS Mädchen war Louise von Mornay, Enkelin des Marschalls von Dalmatien, die vor etwa vier Jahren Novize wurde, und jetzt barmherzige Schwester im Spital von Enghien ist, daS von der Herzogin von Aumale in dem Faubourg Samt Antvine gestiftet worden. Sie konnte 100 000 LivreS Renten haben und zu ihrem glänzenden Wappen ein zweites, eben so glänzendes hinzufügen. Sie hatte eö aber vorgezogen, „Schwester Louise" zu heißen und ihre schöne Jugend der sorgsamen Pflege unbekannter Menschen zu widmen, die in Spitälern von einem traurigen Leben Abschied nehmen. 1.7»^»I, .,,>f7v "I7«7? ,« , ?^>iu^iilil> 7j)zj H7 fl)iiss«il!':(.' ,?!ZZ^ ZNIZ n.'tl .»Mn^-ttisa tj'iintt-MilHü« ,i'.'!'--,z,inv!t criu -klchsui?) N'.-tH in z?'l?>W ,ü; oüxli^ ),!!! i!i'»i,>j>-»tl Äldttnk? juv?r.E _^_—____ Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen. Verlags-Jnhaber: F. C. Kremer.