Zwölfter Jahrgang. Sonntags-Beiblatt zur Augsburger Pojtzeitung. 79. September S8. 185S. Dieses Blatt erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der halbjährige Abounementspreis TV kr., wofür e« durch alle köuigl. bayer. Postämter und alle Bnchhandümgen bezogen werden kann. Die Erzherzogin Maria von Steiermark, Mutter Kaiser Ferdinand des Zweiten. Rede deS HofrathS und ReichShistoriographen vr. Friedrich Hurter, gehalten in der P lenarversammlung des Wiener Central-Severi- nusvereineS am 30. August 1852. *) II. Vereinigen sich die einzelnen Züge, die hinsichtlich der Beziehungen der Erzherzogin Maria zu ihrem Gemahl sich erhallen haben, zu einem höchst anziehenden Bilde der Gemahlin, so wird — ich bin dessen auf'ö vollkommenste versichert — die Mutler Sie nicht minder, ja, ich getraue mir im Voraus zu sagen, noch mehr ansprechen als jene. Vereinigt doch ohnedem daS Wort Mutter in dem unermeßlichen Reich- thume seines VollgehalteS alles Fürsorgliche, Liebliche, Zarte, Anmuthige, Fruchtbare, Edle, und gewiß nicht minder alles Tiefe, Hohe und Ernste in solchem Maaße, daß selbst die Kirche unserer Verehrung und unserer Zuversicht nichts Höheres entgegen zu bringen gewußt hat, als die Mutter der reinsten Liebe. Es wäre jedoch Vermessenheit, die Mutter Weniger, und wäre sie auch in jeglicher Beziehung das vollendetste Ideal einer solchen, der Mutter deS Einzigen, durch Ihn aber Aller, an die Seite stellen zu wollen; das jedoch dürfen wir als unbestreitbare Wahrheit annehmen, daß in dem Maaße, in welchem die irdische Mutter jene Mutter aller Gläubigen fortwährend als die ihrige ehrt, dieselbe auch die getreueste Mutter der eigenen leiblichen Kinder seyn werde. Von diesem Standpuncte haben wir die Erzherzogin Maria zu betrachten und zu beurtheilen; von diesem Standpuncte werden wir bewältigt werden, ihr, als der Stammmutter unseres Regentenhauses unsere Anerkennung und unsere Verehrung mit der freudigsten Ueberzeugung darbringen zu müssen. ES ist eine natürliche, deßhalb keinem ernsten Tadel unterliegende Regung, wenn Eltern bei der nahen und gewissen Aussicht auf LeibeSerben in Betreff deS Geschlechtes einem leisen und bescheidenen Wunsche sich hingeben. Derselbe ist bei Regenten um so gerechtfertigter, weil er mit demjenigen gesicherter Fortdauer deS Stammes zusammenfällt. Selbst hierüber sehen wir Maria durch ihre erleuchtete christliche Gesinnung emporgehoben. „Bezüglich deS Geschlechtes, welches sie zur Welt bringen werde, — schrieb sie einst dem Bruder, — hege sie keine Wünsche, dessen lasse sie in aller Hingebung Gott walten; sie beschränke sich einzig auf die Bitte, daß das, was Gott ihr schenken wolle, gesund, aller Mängel frei seyn möge, Gott eS zu Seiner Ehre und zum Heile der eigenen Seele heranwachsen lasse." So ein anderes Mal: „Der liebe Gott schick eS mit Gnaden, daß es etwas Rechtes sey.- Dieselbe Gesinnung war auch der Quell ihres Trostes und ihrer Gottergebenheit bei ') S. Nr. I. in Nr. SS ». 33 d. Bl. 298 dem Verlust eines KindeS. „Ich Hab'S schon aus dem Sinn geschlagen und Gott befohlen," schreibt sie dem Bruder nach dem Hinscheiden eines SohneS in seiner zartesten Kindheit; „ich zweifle nicht, deine Christina und mein seliger Carl werden im Himmel gute Gesellschaft haben und ihren Gott treulich für unS bitten.» Auf die Nachricht von dem Tod der neunzehnjährigen Erzherzogin Katharina schrieb sie ihrem Sohn Ferdinand von der Reise nach Siebenbürgen zur Vermählung ihrer Tochter Maria Christina mit dem Großfürsten SigiSmund Bachori: „mit herzlichem Leid habe ich die Nachricht erhalten, daß mir der Allmächtige meine liebe Tochter Katharina genommen hat, wiewohl sie nie mein, sondern, wie ihr Kinder alle, dessen war, der sie wieder zu sich genommen hat. Ihm sey ewig Lob, Ehr und Dank. Wie eö aber meinem mütterlichen Herzen ist, daS weiß Gott am besten; denn sie war ein frommes, gotteSfürchtiges, gehorsames Kind, welches, wie ich in Wahrheit von ihr bezeugen kann, mich hoch geliebt und geehrt hat; darum ihr Gott ohne Zweifel die ewige Krone wird gegeben haben. O mein Ferdinand, ich habe ein liebes Kleinod an unserm Hause verloren, doch Gott sey ewig Lob, er hat mir genommen, was zuvor sein gewesen ist." Erzherzog Carl und seine Gemahlin sorgten vor Allem dafür, daß ihre Kinder von den frühesten Jahren an nur von solchen Personen umgeben würden, welche treue Erfüllung aller religiösen Obliegenheiten durch Anleitung und Vorbild in ihnen wecken konnten. Hierdurch, wie durch der Eltern eigenes Beispiel, sollte der Kinder zartem Sinn Hingebung an Gott, freudige Beachtung alles dessen, was der lebendige Glaube und die denselben erhaltende Kirche fordert, eingepflanzt, daneben, was diese vorschreibt, gefestigt und entwickelt werden. Kaum daß die erzherzoglichen Kinder des Gebrauches ihrer Finger mächtig waren, wurden sie gelehrt, daS Kreuzeszeichen zu machen, heiligen Dingen Ehrerbietung zu erweisen. Sobald ihr Sprachvermögen sich zu entfalten begann, mußten ihnen die Wärterinnen den Namen Jesus und Maria vorsprechen, damit frühzeitig alle Anschauungen des Segenövollen und Trostreichen an dieselben sich knüpfen möchten. Schon in ihrem zartesten Alter wurden sie in die Schloßcapelle gebracht, um in den Uebungen der Andacht gleichsam aufzuwachsen. Traten sie in daS Alter, in welchem der Unterricht beginnen konnte, so wurde noch strenger darauf gehalten, daß sie täglich der heiligen Messe beiwohnten. Von dem nachmaligen Kaiser Ferdinand namentlich wird berichtet, daß er in seiner zartesten Kindheit, noch bevor er die Gebete vollständig dem Gedächtniß eingeprägt, dennoch eS wohlverstanden habe, unter der heiligen Messe und bei dem Geläute des Ave Maria niederzuknieen und allen heiligen Handlungen mit unverkennbarer innerer Theilnahme zu folgen. Bereits mit seinem siebenten AlterSjahre mußte er der Fron- leichnamSprocession beiwohnen; und mit solcher Andacht und Geistessammlung nahm er hierauf als Jüngling zu Jngolstadt an allen gottesdienstlichen Uebungen, kirchlichen Festen und Umzügen Theil, daß er den dortigen Einwohnern zur Erbauung und zur Nacheiferung diente, und nach langen Jahren noch Greise sich erinnerten, unter den Stimmen der Vorsänger die seinige gehört zu haben. Ein anmuthiger Zug desselben, welcher von hellbewußter Gottesfurcht Zeugniß gibt, hat sich in der Ueberlieferung bis auf den heutigen Tag erhalten. Der Hofmeister schenkte einst dem kaum zehnjährigen Erzherzog zum Angebinde für den Namenstag einen Spiegel in einem schönen Rahmen. Ferdinand nahm heimlich das GlaS heraus und ersetzte eS durch ein Bild von der unbefleckten Empfängnis) Mariens. Wie nun nach einiger Zeit der Hofmeister dem Spiegel nachfragte, wies der junge Erzherzog auf das Bild und sagte: „Hier ist der Spiegel und zeigt das wahre Bild, nach welchem wir uns zu richten haben." Die Wirkungen dieser Erziehung treten am anschaulichsten vor Augen in der Persönlichkeit der Erzherzogin Anna, Königin von Polen, Mariens ältester Tochter. Dieselbe betete täglich für Freund und Feind, für Gläubige und Ungläubige, oft auch um den Geist der Weisheit und der Erkenntniß für ihren Beichtvater; an Festtagen kam noch das Brevier hinzu, wie eS den Geistlichen vorgeschrieben ist. Täglich erhob sie sich um fünf Uhr von dem Lager, weilte dann zwei Stunden einsam in ihrer GebetSkammer. Schweigend, um den Rosenkranz beim zu können, ließ sie L9S sich hierauf ankleiden, rief den Priester, der die Messe zu lesen hatte, um ihm Auftrag zu geben, in welche Krankenhäuser, Wohnungen von Armen, Gotteshäuser er nachher sich begeben sollte, um nachzusehen, wo eS etwa an Nothvürstigem gebreche, um Hilfe auS ihrem Auftrage zu leisten; ferner um ihm zu eröffnen, was er unter der heiligen Handlung Gott anzuempfehlen habe. Dieser ersten Messe, für die Lebenden folgte eine zweite für die Todten. Wie sie jeden Priester tadelte, der die unverantwortliche Leichtfertigkeit einer hastig gelesenen Messe sich zu Schulden kommen ließ, so konnte ihrem Auge auch kein ungeziemendes Umherschweifen der Blicke bei der Umgebung entgehen. Einst meinte Jemand ihr eine Freude zu bereiten, indem er ihr längst erwartete Briefe der Mutter in der Kirche übergeben wollte. Anna warf nur einen flüchtigen Blick darauf, und sagte mit leiser Stimme: „Geh' mit deinen Briefen; hier ist weder der Ort, noch gegenwärtig die Zeit, sie zu lesen. Bewahre sie, bis ich die Kirche verlasse; jetzt liegt mir ob, deS Gottesdienstes zu warten, nicht Briefe zur Hand zu nehmen." Sie hatte Ribadeneira'S Leben des heiligen JgnatiuS in die deutsche Sprache übertragen und außerdem selbst geistliche Lieder verfaßt. Auch darin ahmte sie der Mutter nach, daß sie wöchentlich zwölf Arme speiste, nicht allein selbst die Speisen auftrug, oft auch dieselben kochte. Dann schürzte sie sich mit einem Linnentuche, waS auch der Beichtvater thun mußte, und nahm mit einem großen Küchenlöffel den Theil für einen Jeden aus dem Topf, duldete aber so wenig, daß Jemand ihr beistehe, als daß die Armen vor ihr sich erhöben. Hätte nicht der Tod sie ereilt, so hätte keine Gewalt sie zurückhalten können, ihrem Gemahl auf seinem Kriegszuge nach Schweden zu folgen. „Weder Gefangenschaft noch Tod — sagte sie — könnten mich unvorbereitet finden. Ich bin gewappnet gegen alle Pfeile des Mißgeschicks. Ich werde mich bei jeder Widerwärtigkeit unter den Willen Gottes beugen und mit Job sagen: nackt bin ich von meiner Mutter Leibe gekommen, nackt werde ich zurückkehren, der Herr hat eS gegeben, der Herr hat eS genommen, es ist nach deS Herrn Willen geschehen, des Herrn Name sey gepriesen." AehnlicheS ließe sich von allen Schwestern berichten. Es würde mich aber zu weit führen; nur zwei Aeußerungen der Erzherzogin Margaretha, Königin von Spanien, darf ich nicht unerwähnt lassen. Nicht auf den Rang einer Königin, auf den Vorzug, eine fromme Königin zu seyn, wollte sie alles Gewicht legen. Jenes — sagte sie — hat mir Gott ohne mein Verdienst gegeben, um dieses aber habe ich mich unter seiner Gnade zu bemühen." Eine andere Aeußerung derselben lautet: „ich kann nicht begreifen, wie Jemand einen Beichtvater haben mag, der ihm nicht rundweg die lautere Wahrheit sagt." (Schluß folgt.) Unsrer lieben Frauen Mantel. Eine Erzählung in sieben Lectionen über das Salve Ncgina. Dritte Lection: „Zu dir rufen wir verwiesene Kinder Eva's," Der alte Falzmann saß friedlich arbeitend in seiner Werkstube und sah erwartungsvoll dem Sohne entgegen, den er, auf ihr Geheiß, zur Fürstin geschickt hatte, als dieser mit ganz entrüsteter Geberde hereinstürmte, und einen ansehnlichen Pack von rohen und broschirten Buchern trotzig in eine Ecke warf. — Ho, ho, mein Sohn, sprach er verwundert, jedoch ruhig, was ist da vorgegangen? Wo kommt das Wetter her? — Herr JacaueS gab keine Antwort, er riß seinen wunderschönen ultraneumodischen Frack vom Leibe, warf ihn ins Nebenzimmer, band die Schürze um und setzte sich mit einer Heftigkeit an seinen Arbeitstisch, die mehr auf Zorneifer als auf Arbeitslust deutete. Mein Sohn, fuhr der Alte gleichmüthig fort, du hast dich der durchlauchtigsten Fürstin heute in einem sehr eleganten Einband präsentirt, aber das Papier sammt dem Inhalt in dem Buche scheint theils unfein, theils sehr zerknittert zu seyn. Auch find Rücken, Ecken und Titel nicht von bester Beschaffenheit, denn der Rücken ist zu 300 steif und unbiegsam , die Ecken zu hart und nicht hinlänglich abgeglättet, der Titel aber zeigt gar keine zierlichen Lettern, denn eS steht auf deiner Stirn und dem ganzen Gestcht ein häßlicher, recht widerwärtiger Unmuth angeschrieben. Endlich, wenn man das Buch aufschlagen will, so zeigt sich ein großer Fehler in der Falze, denn eS wirft sich und liegt nicht plan da, sondern fällt gleich wieder zu; auf diese Weise geschieht eS, daß dein Vater dich frägt, und du ihm keine Antwort gibst und vor ihm das Herz verschließest, als hätte dein Vater kein Recht, darin zu lesen. O mein Sohn, mein Sohn! Vater, erwiderte dieser, Sie mögen die Fürstin rühmen, wie Si« wollen, ich habe sie nun kennen gelernt. — So, Mein Sohn, und? — Lauter hochfahrendes, wegwerfendes Wesen, erschreckliche Vornehmheit. — Mein Sohn, sie ist auch vornehm genug, sie ist ja Fürstin! Hochfahrend mag sie in so fern seyn, als sie zuweilen in ihrem hohen Staatöwagen daher fahren muß; wegwerfend ist sie nicht, wenigstens sicher nicht in dem Grade wie du, der du daS ganze Bücherpacket dort in den Winkel geworfen hast, wiewohl du nur ein gemeiner Buchbinder bist, und weder Fürst noch Herr, am wenigsten über dich selbst. — Vater, eS ist Ein Mensch wie der Andere. — Mein Sohn, bedenke, daß du hier etwas sehr AlberneS gesagt hast, denn an daS Wahre, was darin liegt, dachtest du eben nicht. Hat dich etwa die Fürstin nicht so höflich behandelt, wie eS dir gebührt? Hat sie ihre Freude nicht genugsam zu erkennen gegeben, einen so vortrefflichen, jungen Mann kennen zu lernen, als der du in deinem neuen Frack zu seyn dir einbildest? — Hat sie etwa gar unterlassen, dir einen Sitz auf dem Sopha anzubieten? Ei du Sausewind, wo sausest du hin? — Vater, von Ihnen muß ich die Spöttelei hinnehmen, aber der Fürstin verächtlich herablassendes „Er" und „mein Lieber" und „wie meint Er, mein Lieber?" kann ich nicht so hinnehmen, als wäre ich etwa einer ihrer Livreegeister und Stallknechte, und nicht ein freier Buchkünstler, ein Mensch von Welt und Bildung, und der sich fühlt. Richtig, sagte der alte Falzmann, so singen ja die Zeisige, welche einen freien Gesang zu führen meinen, und deS FlageoletS vergessen, daS ihnen die unnatürliche Singweise aufgezwungen hat. So schrieben diejenigen auch, die durch ihr Flugschrift- und Journalwesen dem ehrsamen Buchbindergewerbe so großen Schaden verursacht haben, indem diese ungebundene Literatur der solid gebundenen den Vorrang abgewann. Ach wir Buchbinder kennen die Zeit! DaS Binden und Gebundenseyn wird immer verhaßter, die Bände werden lockerer wie die Bande, und junge feuerfangende Strohköpfe fühlen sich. Also du fühlst dich, mein Sohn, aber wie? Du fühlst dich, und deßwegen wirst du grob und widerspenstig. Ist daS wohl ein feines Gefühl, mein Sohn? Wir Alten, besonders aber unsere lieben Vorfahren, fühlten sich auch, und ihr in der Wahrheit, im gebenedeiten, katholischen Glauben befestigtes Herz sagte ihnen vernehmlich, daß sie nichts als verwiesene Kinder Eva'S seyen. Und zwar Kinder Eva'S, als Kinder der blinden Begierde und Hoffart, welche die Freiheit göttlicher Liebe vernichtet und dafür die Frechheit inS Herz gepflanzt hat; verwiesene Kinder Eva'S, als Kinder deS ungehorsamen, gefallenen, in der Welt der Sinne und der Knechtschaft versunkenen Menschen, welche von Gott, vom Quell der Seligkeit getrennt sind und auf dieser Erde ein ParadieSgärtlein jeder nach seinem Behagen sich anlegen möchten, wo doch nur Disteln und Dornen wachsen können. Wie paßt aber dieß hierher, mein Vater? — Sehr genan paßt eS hierher, mein Sohn. Wenn du dich als ein verwiesenes Evakind fühltest, so hättest du den Frieden durch die Demuth bewahrt und würdest einsehen, daß wir Menschen nur durch Gehorsam bestehen können, so wie wir lediglich durch Ungehorsam gefallen find. Du würdest dann nicht gesagt haben: ich fühle mich, denn eben dein Ich, das du fühlest, würde sich in seiner großen Erbärmlichkeit dir vor Augen stellen und dir die Nothwendigkeit zeigen, das einzige wahrhaste und selige Ich anzuflehen, daß eS dein Ich werden möge. — Sehen Sie, Vater, wie Sie mir da selber die Waffen in die Hand legen? Wenn wir Alle Evakinder, und in unserm eigenen Ich erbärmlich sind, wie Sie selbst sagen, nun wie hat denn Eines einen Vorzug vor Andern? — Pfui, mein Sohn, was für häßliche Reden! Hast du eine Welt ohne Ordnung gesehen? 301 und eine Ordnung ohne Gehorsam? Gibt es eine Ordnung ohne Gesetz? und ein Gesetz ohne Urheber? Aber ich antworte dir lieber gar nicht auf solche Bubenworte, sondern ich klage mich selber an, daß ich nicht hinlängliche Sorgfalt für dich getragen habe, du Schmach meiner grauen Haare, du gedankenloser Gedankenkrämer, du ungetreuer Christ! Lerne die göttliche Ordnung verehren, bete und arbeite, du verwiesenes Evakind! Ich will nicht, daß Sie sich erzürnen, Vater! — Mein Sohn, mußt du das letzte Wort haben? Bringe die Bücher dort her, sogleich! Warum hast du sie weg- geworfen? War'S dir schimpflich, sie zu tragen? — Die Fürstin hat Leute genug; ich bin kein Packesel. — Mehr als du glaubst, mein Sohn, du trägst eine schwere Last, und diese Last möchte mir das Herz abdrücken. Lege die Bücher säuberlich da herauf, eins nach dem andern, und lese mir die Titel vor; ich bin doch begierig, waS für Neuigkeiten die durchlauchtige Frau dießmal mitgebracht habe. — Der Sohn gehorchte und laS: I. F. Allioli, die heiligen Schriften deS neuen Testaments. Des gottseligen ThomaS von Kempen vier Bücher von der Nachfolge Christi. DeS heiligen Franz von Sales Philothea. L. Goffine'S Unterrichts« und Er- bauungöbuch. G. RippelS Schönheit der katholischen Kirche. K. Martin'S Lehrbuch der katholischen Religion. I. B. HirscherS Betrachtungen über die sonntäglichen Evangelien. I. B. HirscherS Betrachtungen über sämmtliche Evangelien der Fasten. A. Rodriguez, christliche Vollkommenheit. Ludwig von Granada, Homilien. Schön, schön, sagte der alte Falzmann, wieder ganz heitern Antlitzes, das nenne ich mir wackere Leute! Siehst du, mein Sohn, was da alles für die gute Sache geschieht? O die Fürstin weiß auszuwählen! WaS kommt denn noch? — Herr JacaueS musterte ferner, und sprach: lauter Gebetbücher. DaS Köthener Mis- sionSbuch. HumannS Lehr- und Gebetbuch. Merlo-HorstiuS, Paradies der christlichen Seele. LamvruSchini, der geistliche Führer. HauberS Gebetbuch. I. P. Silbert, Gegrüßet seyst Du, Maria. Ch. Moufang, Oktioium äivinum. Galura'S Gebetbuch. M. A. Nickel, Gott mit uns. H. Himioben, Ehre sey Gott in der Höhe. Dann noch eines: Handbüchlein der Erzbruderschaft vom hochheiligen und unbefleckten Herzen Mariä. Schön, schön! wiederholte Herr Falzmann, welch ein Strauß von AndachtS- blüthen! DaS letztere gehört wohl zu den allerschönsten. — Die Fürstin scheint sich auch etwas daraus zu machen, denn eS liegt noch eine Parthie von hundert Exemplaren bei ihr, die sie bis zum Muttergottesfeste gebunden haben will. — Ich weiß, ich weiß, mein Sohn, sie will dieselben hier unter die jungen Leute vertheilen. Aber du rümpfst schon wieder die Nase? — Ich rümpfe die Nase nicht, Vater, aber ich bin der Meinung, ein gutes Sittenbüchlein oder ein Unterrichtsbuch über giftige Kräuter und Schwämme, und sonst dergleichen, wie man sie in Menge hat, möchte nützlicher seyn. — Ei du klugeS Evakind, bringst du das Alles von deinen Reisen mit? Die Fürstin denkt wohl: Vieles ist gut, aber EineS ist noth: daß man selig werde! Weil sie aber weiß, daß wir alle verwiesene Kinder Eva'S sind, so weiß sie auch, daß gerade dieß das Allerschwerste sey. DaS ist aber eine große Himmelsfürstin, die ihren Fürstenmantel gnädiglich über uns ausbreiten und zu ihrem göttlichen Sohne uns leiten will, bei Dem sie, wie billig, Alles vermag, das ist die zweite und makellose Eva und wahrhafte Mutter der Menschen, zu welcher wir Ursache haben, immerdar zu flehen, wie denn auch daS Gebet der heiligen Kirche lautet: Zu dir rufen wir verwiesene Kinder Eva'S! Zu dir flehen wir, o Königin der himmlischen Wohnungen, daß du den Verwiesenen beistehest, um wieder eingelassen zu werden ins ewige Vaterland! Der alte Falzmann stand auf und faßte seines SohneS Hände, und eS traten ihm Thränen in die Augen. Du geliebter Sohn, sprach er, wie wirst du einst weinen, wenn diese unsere Mutter in ihrer großen Liebe, welche sie zu unS Allen heget, dein Herz berührt; wenn du sie erkennen wirst und dann erst daS Leben dir aufblüht! Christus, dein Herr, ist nicht dein Bruder bloß, er ist auch dein Richter, und auch das Strafen gehört ihm zu; die Jungfrau, deine Mutter und Schützerin, einst deine 30S Schwester, da sie aus Erden lebte, kennet das Mitleid bloß. So bemerket es ein hocherteuchteter Mann, mir schein«, der heilige AnselmuS ist'S. Gewiß aber weiß ich, daß eS BerncirduS war (welcher, wie du selber bekennen wirst, doch unendlich höher zu achten ist, als Zehntausend von Deines- und Meinesgleichen), dessen Gebet noch viel deutlicher klingt. Da, hier in diesem Buche steht es: Gedenke, o gütigste Jungfrau Maria, daß es noch nie erhört gewesen, daß Einer, der zu dir seine Zuflucht genommen, deine Hilfe angerufen, um deine Fürsprache gebeten, von dir verlassen worden sey. — So fange denn kühnlich an, und bitte sie, die heilbringende Jungfrau, sie möge auch dich aufnehmen unter die Zahl ihrer glücklichen Verehrer; und — wenn du dieß Lese- und Gebetbuch für ihre Verehrer hundertmal einbindest, dann lese eS bei dieser Gelegenheit doch Einmal nur. Ich bin ja nicht dawider, entgegnete Jacques, ich will ja gar nicht störrisch seyn, aber ich will nicht per Er behandelt werden und mit einer ganzen Last bepackt, während man gegen anvere Personen, die auch nur zum bürgerlichen Stande gehören, mit größter Freundlichkeit sich benimmt. DaS macht solche Personen stolz, verdirbt die Einfalt ihres Herzens und stört ihr gutes Verhältniß zu andern Personen, mit denen sie bisher in Einklang waren, zumal wenn diese andern Personen in Gegenwart jener Personen so geringfügig genommen werden. — Wer sind denn aber diese Personen? fragte Herr Falzmann. — Es ist dießmal nur eine, mein Vater, Josephs ist's, eine gemeine LebkuchenbäckerStochter; die sitzt dort wie eine Dame du Palais und stickt goldene Blumen auf rothsammtnem Grund, und ist dabei, Gott weiß wie, aufgeblasen von Selbstgefühl. — Siehst du? siehst du? erwiderte der Alte lächelnd; sie fühlt sich eben auch, das soll man ja nach deinen Ansichten? Aber man kaun Bücher einbinden mit Gold, wie wir; man kann Blumen sticken mit Gold, wie Josepha; man kann Lebkuchen und andere Süßigkeiten backen und in Goldpapier wickeln, wie Herr Pankraz, ihr Vater, und dabei doch recht demüthig seyn und bleiben, sofern man Alles nur zur größern Ehre Gottes und zur Freude deS Nächsten thut. Recht so! rief Herr Pankraz zur offenen Thüre herein. Und meine Pcpi thut wirklich also, denn sie stickt an einem Mantel unserer lieben Frau. Das AntoniuS-Glöckletn. (Eine Reliquie von Guido Görres.) ES ist vor vielen Jahren zu Ende des Franzosenkrieges gewesen, da war ich in Salzburg, Mozarts Geburtsstadt. Traurige Tage hatten wir damals durchlebt, als der glühende Ehrgeiz des Franzosenkaisers die zahllosen Schaaren der großen Armee in den Winter Rußlands hinausgeführt; vor ihren Augen hatten sie Moskau in Rauch aufgehen sehen; ohne daß sie eS wußten, hatte eS ihnen als Todesfackel ihres Leichenbegängnisses geleuchtet; in den Schncegefilden waren sie dem Hunger und der Kälte, den Kugeln und den Pfeilen der verfolgenden Feinde erlegen. Auch aus Bayern waren auf Befehl des Unersättlichen, Dreißigtausend hinausgegangen, die Ihrigen harrten noch immer von Tag zu Tag, von Woche zu Woche, von Monat zu Monat in banger Erwartung auf die Heimkehr ihrer Angehörigen. Doch n^ur herzzerreißende, unglückliche Botschaften, nur ungewisse Gerüchte trafen statt ihrer em, und hier und da ein Einzelner, der wie durch ein Wunder dem Tode entronnen. Und doch mochten die Eltern und Geschwister die Hoffnung nicht aufgeben, die immer wieder auch bei dem kleinsten Schimmer aufwachte. In dieser Zeit machten wir einmal in die so wunderschöne Umgegend Salzburgs einen Ausflug. Wir gingen MichelSbach zu; der Weg war reizend; anfänglich führte er durch die reiche wie,en- grüne Ebene, dann erhoben lich waldgrüne Hügel, und dahinter die mächtigen, zum Himmel hinanragenden Felswände des salzburgischen Alpenzuges. In der ländlichen Stille und Einsamkeit vernimmt daS Ohr schon in weiter Ferne jeden Jodler, jeden Hahnenschrei. Doch darauf achtete ich nicht, es war vielmehr der helle Ton eines GlöckleinS, der mich aufmerksam machte. Sein lauter, silberner Ruf tönte von Zeit 3V3 zu Zeit in unregelmäßigen Absätzen weit vernehmbar in der Runde in die Stille der großartigen Natur hinein. ES war kein Dorf, keine Kirche in der Nähe, von woher der Ton kommen konnte; in der Einsamkeit selbst mußte das Glöcklein stehen. Der Ruf klang einmal kürzer und dann wieder länger, einmal leiser und dann wieder überlaut, als würde das Klöckletn von einer nach Hilfe ringenden, verzweifelnden Hand gezogen. Allein wer sollte eS läuten, und was konnte hier sein weit in d.ic Ferne hallendes Klingen bedeuten? Da eS indessen nicht aushörte, und eben wieder recht hell und vernehmlich ans seiner Einsamkeit in unsere Einsamkeit hinüberrief, frug ich einen Geistlichen, der mich begleitete, welche Bewandtniß es doch mit dem Glöcklein hätte? „Das ist das Antonius-Glöcklein," erwiderte er, „daS wird freilich jetzt gar oft von denen, die vorüber gehen, geläutet." Ich bat ihn, mir darüber nähern Aufschluß zu geben, und er erzählte mir Folgendes: „Wie Jedermann weiß, wird die Fürbitte des heiligen Antonius in großen Nöthen, und besonders dann angerufen, wenn uns ein kostbares, werthes Gut verloren gegangen ist. Nun gehört das Glöcklein, welches wir heute so oft gehört, einer kleinen, dem heiligen AntoniuS geweihten Capelle. Es sind aber gar Viele, Gott weiß eS, in der gegenwärtigen Zeit, deren liebste Anverwandte und Freunde nach dem fernen Rußland gezogen; die Ihrigen wissen nicht, ob sie erschlagen auf dem großen Schlacht- und Leichenfelde liegen, oder ob sie, erstarrt auf Schnee und EiS gebettet, den tiefen TodeSschlaf schlafen; oder sind sie gefangen und leiden Hunger und Kummer; oder liegen sie schwer verwundet in irgend einem Hospitale aus hartem SchmerzenSlager; Niemand kann eS ihnen sagen, Gott weiß eS allein; da nehmen dann die betrübten Gläubigen mit festem Vertrauen ihre Zuflucht zu dem gnadenreichen Heiligen. Wer mit bangem Herzen einen seiner Angehörigen zurückerwartet und des WegeS vorüberwandert, der läutet das Antonius-Glöcklein und betet ein andächtiges Vater unser und Ave Maria dazu, und verläßt mit der festen Zuversicht die Capelle, daß der Verlorene in Jahr und Tag heimkehre; denn er hat ihn ja gesucht und gerufen, so gut er eS immer vermochte; ist dieß aber nicht GotteS Wille, erhört Gott nicht den klagenden, suchenden Ton des Glöckleins und die Fürbitte seines Heiligen, so ergibt er sich in GotteS Willen, getröstet, ihm noch den letzten Liebesdienst erwiesen zu haben, und überzeugt, daß er dann seiner armen Seele im Fegfeuer zu Gute kommt." An städtische Sitte und Denkweise gewohnt, wollte mir dieser Brauch gar seltsam erscheinen; der Geistliche fuhr indessen fort: ,,O, der glaubensarme Städter, der sich gar so klug und weise dünkt, und so vornehm auf den einfachen Glauben des Armen herabsieht, was thut denn der im gleichen Falle? Ist es nicht oft zum Erbarmen, ihn sich so abmühen und abhetzen zu sehen. Hundert- und hundertmal hält er immer wieder von Neuem vergebliche Nachfrage, auch selbst an solche Orte sendet er einen Boten nach dem andern, wo er schon von vornherein überzeugt seyn muß, daß dort der schwer Vermißte nicht zu finden seyn wird. Mit der eigenen schwachen Kraft möchte man Hilfe erzwingen. Der Kleingläubige kann und kann sich ja nicht in sein Schicksal ergeben; er greift nach jedem Strohhalm, und sucht vielleicht gar bei einer Kartenschlagen« Trost, läutet an allen Glocken, mir nicht an der rechten; bei Gott seine Zuflucht zu nehmen, in dessen Hand unser Aller Schicksal liegt, daran denkt er nicht." Während der Geistliche so sprach, läutete daS Glöcklein wieder mit lautem Rufen lange, lange in die Nacht hinaus. Ich dachte, welche bekümmerte Seele mag dem Glöcklein seinen Schmerz anvertrauen? Gott führe ihr den Verlornen zurück, den sie sucht. (Hist. polit. Bl.) Amerika. DaS „UniverS" schreibt: „Seitdem die socialistische Secte sich in Neugranada oer Herrschaft bemächtiget, hat sie die kathol. Kirche unaufhörlich verfolgt. Die Austreibung der Jesuiten war der Anfang. Vor sechs Jahren waren sie ans Begehren der Kammer durch die damalige Regierung eingeführt worden. Sie unterrichteten die Jugend, sie hielten Missionen und verkündeten überall die Wunder ihres Eifers. Solche Männer stellten Denjenigen ein zu starkes Hinderniß entgegen, welche die revolutionären und anarchischen 304 Ideen in den Geist der jungen Leute pflanzen und in ihren Herzen die Keime des Katholicismus ersticken wollten. Um ihrer loS zu werden, bedürfte eS nur eines VorwandeS: man suchte einen solchen in der Rüstkammer der alten Verleumdungen. Die neue Regierung erklärte also, die Jesuiten hätten sich gegen die Republik verschworen, sie wollten sich Neugranada's bemächtigen, sie ruinirten die Familien, um sich zu bereichern u. s. w., und ungeachtet der Protestationen der ungeheuern Mehrheit der Granadier, welche daS Gegentheil öffentlich bezeugten, ungeachtet der Bittschriften, welche von der Gesammtheit unterzeichnet wurden, und die sogar der Präsident Hilario Lopez offen unterstützte, wurde ein VerbannungSdecret gegen die Jesuiten erlassen. Die Fortschritte in der Sittlichkeit, die Leitung der Gewissen, ja die Erziehung der Kinder, alle diese höhern und ewigen Jnteres- sen wurden den Forderungen der radicalen Politik, und zwar wohlgemerkt im Namen der Freiheit zum Opfer gebracht. Die Gesetzgebungen von 1851 und 1852 fuhren, von dem gleichen Geiste beseelt und daS gleiche Ziel verfolgend, wie die Regierung — nämlich die Vernichtung der kath. Religion — auf dieser Bahn fort. Sie erließen Gesetze, welche die Kirchenzucht zerstörten: ein Gesetz über das Patronatsrecht und über die Immunität. DaS erstere vertraut die Ernennung der Pfarrer den Capiteln und den Gemeinden. Dadurch hofft man, wie bei politischen Wahlen, wo einige Lärmer daS Gesetz machen, Priester nach dem Herzen der Demagogen zu bekommen. Durch daS zweite Gesetz will man die heilige Würde deö Priesters herabwijjdigen und verächtlich machen, indem man ihn sogar für Vergehen in geistlichen Dingen vor die Civilgerichte schleppt. Umsonst haben die Bischöfe und die Geistlichkeit gegen diese Gesetze prolestirt und der Regierung bewiesen, daß es ihnen nicht erlaubt wäre, sie anzunehmen. Die Repräsentantenkammer und der Senat haben den Erzbischof von Bogata, mit Hintansetzung der Gesetze und der Verfassung, verbannt. Diese Gesetzgeber machen die Gesetze nicht, um sich ihnen zu unterwerfen; sie erlassen sie gegen diejenigen, welche sich berufs- und pflichtgemäß ihren anarchischen Bestrebungen widersetzen..... Ihr Ultimatum ist: die Kirche soll vom Staate unabhängig seyn, das heißt beraubt und isolirt; Gott soll in das Heiligthum eingeschlossen seyn und die Priester mit ihm; oder die Kirche soll dem Staate unterworfen seyn und alle Folgen dieser Unterwerfung tragen; sie soll z. B. die Gehilfin, die Trägerin demokratischer und socialistischer Lehren werden. Umsonst mögen sich die Bischöfe auf die Artikel der Verfassung, auf ein abzuschließendes Concordat mit dem heil. Vater berufen. Gerade ein solches will man nicht. Man will die Zerstörung der Kirche : und dazu schreitet man im Einzelnen, ohne Unterlassung, durch Gesetze, Decrete, Kammerreden, durch die Presse, durch Hinlerlist und durch Gewalt. Man zerstört das Seminarium in Bogata; man verbannt den ehrwürdigen und muthvolkn Erzbischof dieser Stadt, man hintergeht Treue und Glauben, man täuscht daS Greisenalter desjenigen Prälaten, welcher secle vseante die Diöcese von Antioquia verwaltet, und man erlaubt sich ungesetzliche Handlungen, um den Promotor der Erzdiöcese und den einstweiligen Promotor, welche der kirchlichen Disciplin treu geblieben sind, zu verfolgen und zu strafen..... Die Zeitungen lassen bis in die kleinsten Dörfer ihre religionsfeindlichen Lehren ertönen; Lüge und Verleumdung werden überall ausgestreut. Um z. B. die Wirkung zu vereiteln, welche die Breven deS heil. Vaters an den Erzbischof von Bogata auf den Geist der Gläubigen ausüben, suchte man den Zweifel über deren Aechtheit zu verbreiten. Zu diesem Ende erfand man ein apokryphes Breve, ließ eS in einer Menge von Zeitungen abdrucken, verbreitete eS in Tausenden von Exemplaren; ein Gouverneur ging so weit, eS in den amtlichen Theil eines LocalblatteS einrücken zu lassen, und theilte eS dem Promotor der Diöcese mit, um ihm die Gesinnungen des heil. Vaters zur Kenntniß zu bringen..... Der apostolische Nuntius beeilte sich, diese schändliche Betrügerei zu enthüllen und von der Regierung die Einrückung einer Note in das Amtsblatt zu fordern. Die Regierung durste sie nicht verweigern, aber die öffentlichen Blätter sorgen dafür, daß der Zweifel über deren Wahrheit rege werde und der alte Zweifel nicht verschwinde. Alle diese Mittel führen zur Beknechtung und zum Ruine der katholischen Kirche." Wir fügen dieser Darstellung bei: die Feinde der katholischen Kirche haben keine andere Mittel gegen dieselbe, als List, Betrug und Gewalt. Verantwortlicher Siedactenr: L. Schönchen. » VerlagS-Jnhaber: F. E> Kremer.