Zwölfter Jahrgang. Sonntags-Beiblatt zur »k« ZikmT»>i iinlll? M M >Lt .^L> ?L>ik.>iM^Ä M 5. December 185S. .NlNIUl»' H^lNlUK? tz)Mtt'»Oi>?(t! --^ Dieses Blatt erscheint regelmäßig alle Tonntage. Der halbjährige Abonuementspreis kr., wofür es dnrch alle köuigl. bayer. Postämter und alle Buchhandlungen bezogen werden kauu. —.-------------------------- , > — -— — ...... Hv6 Ifn9 Hk6 ,iZlMII!tI^l)IP^H7IIIl)i'. Die Heiligen und Heiligenbilder der katholischen Kirche. (Fortsetzung.) Wir gehen jetzt zu einer speciellen Besprechung über die Heiligenbilder über. Wir beginnen mit einigen der am häufigsten vorkommenden Symbole (Sinnbilder) der Heiligenbilder. Das Bild des AdlerS, als Sinnbild des heiligen Geistes, findet sich in alten hebräischen Bildern oft. Der heilige Geist wird in solchen philosophirenden Schriften bald „diö Taube", bald „der Adler" genannt. Viele Völker — in Dentschland nachweisbar bis in das zwölfte Jahrhundert — stellten sich den Sturmwind als einen großen mächtigen Adler vor. Anker bedeutet im Allgemeinen Standhaftigkeit im Leiden, sodann Glaube, Hoffnung oder Geduld als deren christliche Faktoren. Als allgemeines Symbol bedeutet der Apfel den Sündenfall, die Erbsünde. Er wurde im Mittelalter häufig bei Christuöbildern angewendet, wo er dann die Erlösung von der Erbsüude andeutet. Bäume find zumeist geschichtliche Zeichen, die sich auf die Lebensweise der Heiligen oder ihren Martertod beziehen. Der Kelch dient nur zum heiligen Gebrauch und ist ein allgemeines Zeichen deS priesterlichen Standes. Auf richterlichen Grabsteinen oder über Burgthoren gehört er zum Wappen der Templer, deren Patron der heilige Johannes der Evangelist war (dieser Heilige hat einen Kelch mit einer Schlange neben sich). Der Becher dient nur zu profanem Gebrauche. Beile und Aerte sind fast immer geschichtliche Zeichen des Martyrthums. Beutel, Geldbeutel bildlich für Almvseiigeben, nur in den Darstellungen des ägyptischen Joseph vorbildlich gebraucht (auf deu Verrath Christi durch JudaS bezogen), der Evangelist Matthäus wird mit einem Beutel vorgestellt, weil er Zöllner war. Der Bienenkorb ist das Symbol der Beredsamkeit. Die Palme ist ein Siegeszeichen. Als erstes christliches Symbol bedeutet die Palme Sieg über den Tod. Sie findet sich daher sehr häufig auf den ersten christlichen Grabsteinen, und keineswegs nur allein bei den Märtyrern. Jeder Gläubige wurde als Sieger über den Tod gedacht und war der Palme würdig. Erst die spätere Kirche gibt ausschließlich den Blutzeugen die Palme. Eine frühere Zeic pflegte den Martyrtod oft durch Oelzweige anzudeuten. Der Kranz war wiederum schlechtweg SiegeSkranz. Der Oelzweig, den Noah'S Taube gebracht, wurde in Verbindung mit dem Wasser und somit der Tanse gesetzt. Das Martyrthum aber ist die Bluttause. Nicht selten findet sich mit der Palme der Vogel Phöm'r verbunden. Bon beiden be- 386 richtet die mystische Naturgeschichte, daß sie aus ihrer Asche neu auserstehen, und so mag denn die Palme auch Symbol der Wiederauferstehung nach den, Tode geworden seyn. Die weiße Lilie ist das Symbol der Jungfräulichkeit. Das Buch, welches fast immer ausgeschlagen ist, scheint Hch auf daS Evangelium zu beziehen. Sonst deutet eS den Kirchenlehrer an. Die Delphine, als Symbol eine Nebenform von Fisch, bezeichnen die Christen. Der Drache ist das Symbol deS Bösen. Der Satan wird der große Drache, die alte Schlange genannt (Apoc. 12, 9; 13, 2). Vor Allem ist der Drache daS Symbol der Abgötterei. Die christliche Kirche ist in einem beständigen Kriege mit dem Drachen, der als der Widersacher des Lammes auftritt. Edelsteine finden sich in reichem Maße als Verzierungen an den Gewändern der Märtyrer angebracht, und die Gläubigen pflegten in solchen Edelsteinen daS kostbare Blut der Märtyrer anzudeuten. Bei den Engeln sind sie Symbole der Tugenden. Das Einhorn ist das Symbol deS Kreuzes, wahrscheinlich weil die fabelhafte Naturgeschichte von dem Horn dieses ThiereS berichtet, daß jegliches Gift durch dasselbe unschädlich gemacht werde. Auch wurde das Einhorn als Symbol der Reinheit, der Jungfräulichkeit betrachtet. Die alte Fabel wurde vorgebracht, das Thier könne nur eingefangen werden, wenn eine reine Jungfrau ihm den Schooß öffne, woraus sodann entsprang, daß das Einhorn Symbol der unbefleckten Empfängniß wurde. Die dem Thiere beigelegte Schüchternheit und Liebe zur Einsamkeit machte eS nach einer andern Seite hin zum Ausdruck deS klösterlichen Lebens, der klösterlichen Zucht und der beschauliche» Einsamkeit. Daher kommt es an Bischofsstäben, u. a. auch am Stäbe deS heil. Sturmius, der in Fulda aufbewahrt wird, vor. Die Einsamkeit wird übrigens auch durch Löwe und Schwan ausgedrückt. Fahnen bezeichnen zunächst den Triumph Christi. Die alten heidnisch-römischen Fahnen führten theilweise einen Drachen, der in der christlichen Zeit durch daS Kreuz verdrängt wurde. Der Fisch ist im Allgemeinen Symbol des Christen, wozu vielleicht die Stellen: Mtth. 4, 19 und Mark. 1, 17 die nächste Veranlassung gaben. Nach einem sybilli- schen Werke lassen sich die fünf Buchstaben deS griechischen Wortes für Fisch, I. Ch. Th(cou) Y(ios) S(oter) — Jesus Christus, Gottes Sohn, Erlöser — auf Christus deuten. Vier Flüsse, die sich unter andern symbolischen Bildern auf Kunstwerken der ältesten christlichen Zeit sehr hänfig finden — zumal iu den Wandgemälden alter Kirchen zu Rom und Ravenna — bedeuten im weitern Sinne das Evangelium von der Versöhnung, im engern die vier Evangelisten. Als geschichtliches Attribut kommen Flüsse und Wasser insbesondere bei Einsiedlern häufig vor. Die Geisel ist meist ein geschichtliches Zeichen, dann auch ein symbolischer allgemeiner Ausdruck sür Buße. Die Musik, als die Kunst der Töne, wird in der Sculptur zuweilen als weibliche Figur dargestellt, die mit einem Hämmerchen an eine Glocke schlägt. Das Glöckchen beim heiligen Antonius erinnert vielleicht an das von seinen Schülern befolgte Nachtwachen und Frühaufstehen. Der Hahn ist ein Attribut des heiligen PetruS (mit Beziehung auf Mark. 1-4, 68), dann daS Symbol der Wachsamkeit überhaupt, der christlichen Wachsamkeit insbesondere (1. Cor. 10, 12). Der Hahn über dem Kreuze auf den Kirchthürmen scheint sich mehr auf den Apostel Petrus zu beziehen, oder auf die Kirche, deren Haupt er ist, als auf jene allgemeine Aufforderung zur Wachsamkeit; eS sey denn, daß man speciell die Wachsamkeit im Glauben (Orthodoxie) unterlege, wo es dann wieder mit Obigem zusammenfällt. Die römische Kirche ist der Wächter der Rechtgläubigkeit, und somit wäre der Hahn auf dem Kreuze der Kirchthürme ein Trinmphzeichen der katholischen Kirche. Eine Hand, die aus den Wolken hervorreicht, bedeutet die Allmacht Gotteö 387 (Apost. 7, 50; Jsai. 66, 2); eine Krone über das Haupt Christi hallend, die dem Sohne verliehene Macht. Die Hirsche sind aus Bildern meist durch einen Pseil verwundet. In der gcr-- manischcn Mythologie erscheint der Hirsch gerne als Wegweiser. Im Mittelaltcr dagegen ist er der Hülfsbedürstige, der sich zn dem Frommen flüchtet und Rettung findet. Die altchristliche Symbolik scheint, nach Ps. 4t, die nach Gott verlangende Seele unter dem Bilde des Hirsches anzudeuten. Späterhin hat man wohl schlechtweg die Frommen und Gläubigen damit bezeichnet. Von der nach Gott verlangenden Seele lag der Uebergang zum Wasser der Taufe nahe (Ps. 41, 2: „Wie der Hirsch nach Wasserquellen verlangt, so verlangt meine Seele nach dir, o Gott.") Und so findet sich denn auch in der alten Kirche der Hirsch einigemal als Symbol an Taufbecken angebracht. Die Hunde sind auf Grabsteinen das Sinnbild der Treue und dauu gewöhulich zu den Füßen verheiratheter Frauen; der Mann erhält einen Löwen Es gibt auch allegorische Bilder, in welchen die Gläubigen unter der Gestalt von Schafen vorgestellt werden, die von schwarz und weiß gefleckten Hnnden (um an die Ordenstracht der Dominikaner zu erinnern, Ooiriini Lsnss) gegen die einbrechende Ketzerei geschützt werden. Keule und Schwert sind fast immer historische (Zeichen für den Martertod). Die Keule deutet meistens auf den Tod von der Hand der Heiden; Schwert auf gerichtliches Versahren. Zuweilen auch wird nnbekannter Martertod durch die Keule angedeutet. Die Seele wird sehr häufig unter dem Bilde eines ncugebornen Ki ndes dargestellt, wie denn der Todestag der Märtyrer „Geburtstag" genannt, und gleich dem Sacrament der Taufe als der Ansang eines neuen Lebens, als der wahre Geburtstag betrachtet wird. Die Seelen der nach empfangener Taufe gestorbenen Kinder werden als lebende, die ohne Taufe verstorbenen als todte Kindlein dargestellt. Auf Bildern vom Tode der Mutter Gottes erscheint Christus häufig, wie er die Seele der Mutter, als neugebornes Kind, auf dem Arm trägt. Dasselbe von andern frommen Seelen. Ebenso empfangen die Engel die Seelen der Sterbenden, wo dann die Gerechten als Kindlein vorgestellt sind, die nach Oben schauen und verlangen, die Seelen der Gottlosen sich nach der Erde zurückwenden. Auch aus den gefalteten Händen eines Betenden steigt ein kleines Kindlein auf, um die zu Gott sich erhebende Seele anzudeuten. ° Den Fundatoren von Kirchen oder Stiftern wird gewöhnlich eine Kirche als historisches Attribut beigegeben. Simson wird gewöhnlich als ein Bild des heiligen Petrus angesehen. Der alte Lehrstuhl (Lstkeclrg), auf dem dieser in Rom gepredigt haben soll, ist mit kleinen Herkulesbildern verziert. Der christlichen Sinnesart war es augemessen, diesen Bildern eine andere Deutung zu geben und sie geradehin mit dein alten Testamente in Beziehung zu setzen (als Simson), wo sie dann als Vorbilder für die Zeit der Erfüllung galten. Aus diesem Zusammenhang ist es wohl zn erklären, warum die biblische Her- kuleSfigur (der Herkules-Petrus) noch fortwährend an der Kanzel d. i. am Lehrstuhle Petri vorkommt. Kränze findet man in der ältesten Zeit aus Särgen uud Grabsteinen. Nach der Apokalypse des heiligen Johannes sind sie ein Zeichen des im Herrn ruhenden Christen, der siegreich geendet hat. Später scheint er allein aus Heilige und Märtyrer bezogen. Auch nimmt die Krone die Bedeutung von Sieg uud Lohn auf, und schließt den Begriff des Martyrthums weder ein noch aus; sie symbolisirt die Vollendung, den Preis des Gerechten, des Vollkommenen. Auch bezeichnet sie fürstliche Geburt oder nur Weihgeschenk. Das Lamm, als Symbol, ist Christus, „das Lamm, das der Welt Sünden trägt." Zumeist trägt dann dieses Lamm das Kreuzpanier. Auch die Apostel werden unter dem Bilde von Lämnurn vorgestellt. In symbolischen Darftellungen alter Deckengemälde kommen aus zwei Städten je sechs Lämmer aus einer Stadt gezogen, unter welchen beiden Städten Bethlehem und Jerusalem (als Anfang und Ende der zeitlichen 388 Geschichte des Herrn) zu verstehen sind. Die Schafe (gewöhnlich truppweis) sind historische Attribute, die den Hirten, Schäfern, zukommen. Die Widder und Böcke symbolisiren den Erlöser, den Versöhner (Hcbr. 13, 11. 12; 3. Mos. 1k, 5, 7), Unter dem Bilde des Löwen wird der Teufel symbolisirt (1. Petr. 5, 8); auch werdcu durch Löwen die zahlreichen Hinrichtungen im Amphitheater angedeutet. Nicht minder war der Löwe, wie schon gesagt, ein Bild der Einsamkeit. Mäuse, und überhaupt unreine Thiere, sind das Symbol böser Dämonen. Leier, Laute, Orgel, auch die Geige, besonders aber Leier und Orgel, sind Symbole des Gottesdienstes, in engerem Sinne: Lobpreisung Gottes, Die großen Zimmermannsnägel waren schon bei den alten Römern Peini- gungswerkzeugc und es wird ihrer in der Märtyrergeschichte oft Erwähnung gethan. Der Pelic an soll sich die Brust öffnen und mit seinem Blute die Jungen ernähren. Den Christen schien es ein gefälliges Bild für die freiwillige Hingabe des Erlösers, „der sein Blut gegeben zur Erlösung für Viele." Das Pelicannest findet sich deshalb öfters in alten, zumal italienischen Bildern, über dem Haupte des gekreuzigten Heilands angebracht, auf der Spitze des Kreuzes, oder unmittelbar über dem Haupte Jesu, so daß die Dornenkrone mit den Zweigen des Nestes zusammenkommt. Das Bild des Pfaues war im römischen Heidenthum bei der Vergötterung der Kaiserinnen angebracht. Diesem Bilde der Unsterblichkeit wurde in den ersten Jahrhunderten der Kirche die christliche Idee von der Unsterblichkeit und Wiederauferstehung unterlegt. Das Pfauenbild konnte beibehalten werden, insofern darin bereits eine dunkle Ahnung von Dem erkannt war, was jetzt in einer größeren und allgemeineren Bedeutung gelehrt und erfaßt worden, ES scheint, daß sich die christlich-symbolische Bedeutung deS Pfaues zunächst an den jährlichen Federwechsel des Thieres anlehnte, der bei der Schönheil des Gefieders aufgefallen war; auch behaupteten die Alten, sein Fleisch widerstehe der Verwesung, Durch alles dieses empfahl sich das Bild als Symbol der Unsterblichkeit, des Triumphes über den Tod, einer freudigen Hoffnung der Auferstehung. Der Pfeil ist meist historisches Attribut, um die Todcsart anzuzeigen und steht manchesmal geradezu für Geschoß, insbesondere für Wurfspieß, Dolch. Die Rüstung, welche viele Heilige tragen, deutet an, daß sie Ritter, Soldaten, überhaupt Krieger waren; oft erscheint sie als Symbol der „Streiter Christi," womit man auch in früheren Zeiten jeden Gläubigen bezeichnete. In der allgemeinen christlichen Symbolik bedeutet das Schiff die christliche Kirche. Die alte Kirche nahm vorzugsweise die Arche Noah's als Symbol für die Kirche Christi, wohl in Beziehung auf 1. Petr. 3, 20. 21, Rettung des Menschen aus der Sünde. Die Kirche (daS Schiff) als das Alleinrettende (Alleinseligmachende). Das Schwein bedeutet gewöhnlich den Teufel, Das Schwert wird bald als Zeichen der Enthauptung insbesondere, bald für den nicht näher bestimmten (oder unbekannten) Martyrtod im Allgemeinen gebraucht. Darin liegt denn auch der Grund, warum Schwert, Beil und Lanze oft miteinander wechseln. Nicht selten tragen gewisse Heilige einen Stab, an dem oben eine kleine, meist längliche Sonne befestigt ist, in der die Buchstaben IL8 stehen; sehr oft findet man dieses bei Missionären, und so scheint es die Ausbreitung deS Christenthums, als die neu aufgehende Sonne, bezeichnen zu wollen, 'Der Stein (Steine) bezeichnet zunächst und am häufigsten den Martyrtod durch Steinigung, dann anch ascetisches Leben, Beschaulichkeit und Abtödtung. Büßer pflegten sich mit einem Steine gegen die Brust zu schlagen. Am allerhäufigsten wird Taube als Symbol des heiligen Geistes gefunden, Sie ist serner der Ausdruck der Inspiration des heiligen Geistes, das Sinnbild der Seele, der Hcrzenseinfalt und der Frauen. Des Teufels Symbol ist gewöhnlich die Schlange und der Drache. Die Rebe bezeichnet die Bekenner Christi, der Wein stock bedeutet Christus. Joh. 15, 1. 5. Auf sehr alten Bildern ist Christus oder das Lamm von Weintrauben 38» umgeben. Eine speciellere Bedeutung ist es, wenn durch die Traube auf das Blut Christi oder der Märtyrer angespielt wird, > Die Heiligen werden gewöhnlich mit einer Krone aus dem Haupte abgebildet, weil sie die nnverwclkliche Krone des Ruhmes und deS Lebens erhielten, welche Gott Denen verheißen hat, welche ihn lieben. Ihr Haupt ist kreisförmig von Strahlen nmgeben, weil sie das Licht der Welt sind, Die Patriarchen und Propheten haben Rädchen in den Händen, weil vor der Ankunft Christi der Glaube nur bildlich, und in Betreff vieler Punkte in sich selbst verwickelt, also dunkel war. In den Kirchen steht man sehr häufig die Apostel. Gewöhnlich werden sie barfuß abgebildet. Der heilige Bouaventura sagt, Christus und seine Apostel und Junger seyen barfuß gegangen; dasselbe schreibt der heilige Gregor von Nazianz. Conrad Brnnus bemerkt, daß sich heilige Männer des Gebrauchs der Schuhe enthalten hätten, wie z. B. der heilige Jacobus, und daß dieß höchst wahrscheinlich auch die übrigen Apostel gethan hätten, weil Christus (Mtth. 50, 9. 10) sagt: „Ihr sollt weder Gold, noch Silber, noch Geld in euern Gürteln haben, weder eine Reisetasche, noch zwei Röcke, noch Schuhe^)." Die Bischöfe werden sitzend abgebildet, wodurch ihre richterliche Gewalt angedeutet wird. Auch sieht man sie init erhobener Hand abgemalt. Die Hand wird aber besonders beim Segnen und Predigen in die Höhe gehoben. Die Kirchenlehrer und Beichtiger werden mit denjenigen Zeichen abgebildet, welche die heiligen Väter aus der heiligen Schrift auf sie angewendet haben. Die Kirchenlehrer sieht man mit Sternen abgebildet, denn Licht und Glanz ist ein Symbol ihrer Gelehrsamkeit, und Daniel (13, 3) sagt: „Die Gelehrten werden leuchten wie der Glanz deS Firmaments, und die, welche Viele zur Gerechtigkeit heranbilden, wie Sterne in alle Ewigkeit." Die Jungfrauen tragen eine aus Blumen gewundene Krone, denn der Jungfrauen Sache ist es, Blumen zu pflücken und aus ihnen Honig zu bereiten, von dem es (Lsrit. 4, 11) heißt: „Flüssiger Honig sind deine Lippen, Geliebte; Milch und Honig sind unter deiner Zunge." Auch nennt der heil. Cyprkan die Jungfrauschaft eine Blume. Die Engel werden gewöhnlich so abgebildet, wie sie früher den Menschen erschienen sind. Sie werden in menschlicher Gestalt, als Jünglinge mit glänzendem Gesichte, mit weißen Kleidern und unbeschuhten Füßen, mit Gürteln um die Lenden und die Brust mit Edelsteinen geziert, mit zwei Flügeln, und von Wolken umgeben dargestellt; oft steht man sie mit Symbolen des Zornes oder der Barmherzigkeit Gottes, wie mit einem Schwerte oder einem Kreuze in der Hand. Man bildet sie in menschlicher Gestalt ab, um dadurch anzudeuten, welche Zuneigung sie zum menschlichen Geschlechte haben, wie bereit sie sind zum Dienste des Herrn, denn, „alle sind dienstbare nos T^tv ntoT !m>Z ,'mMH)/,!«lW' m'-zl lkaG'nnlM ?y«/ t6o6-S-. ^>-ov? rra-'Fa^l-r. — ^av-ill^io,', oa-^«^-»>. üoll'sch 5ll^//?«^o-/, war eine Art von Weiberschuh oder eine hölzerne Sole, soles, ssnäslig, welche, wie man dieß noch bei den Franciscanern ficht, mit Riemen um den Oberfuß gebunden wurde). Daher bemerkt der heilige Auzustin, daß unter den bei Matth. 10 und Luc. 10 den Aposteln verbotenen Schuhen solche zu verstehen seyen, welche den ganzen Fuß bedeckten, daß sie aber Sohlen, Sandalen, tragen durften, welche die Fußsohle vor Ungcmach schützten. Da nun Christus und seine Apostel nach der Sitte der Armen jener Gegend Sandalen trugen, so befahl er den Aposteln, sich mit solchen zu begnügen und nicht erst Schuhe zu nehmen, welche den ganzen Fuß bedeckten, wie deren sich die Reisenden in dortigen Gegenden bedienten. Von Christus selbst sagt der heilige Johannes der Täufer bei Matth. 3, lt.- „Der nach mir kommt, ist stärker als ich ; ich bin nicht würdig, seine Schuhe zu tragen," und bei Marc. t, 7: „Ich bin nicht würdig, daß ich mich bücke, um seine Schühriemen aufzulösen." An beiden Stellen heißt es im Griechischen: ,,^?ro^«r«;" i)?roS^oi (abgeleitet von v?ro3k», unterbinden, darunter binden) heißt das unter den Fuß Gebundene, die Sohle, in welcher Bedeutung es an den gedachten zwei Stellen genommen zu seyn scheint; freilich bedentet es auch im weitern Sinne Schuh. Zu Petrus sprach der Engel (Act. t2, 8): „Thue deine Schuhe (im Griechischen o---^«^») an." Daher ist es wahrscheinlich, daß die Apostel nicht barfuß gegangen find, sondern Sandalen, nicht aber Schuhe, getragen haben. 39« Geister, wegen Derer, die die Seligkeit erben sollen." lHebr. 1, 14.) Ihre Jlugcl bedeuten dieselbe Bereitwilligfci!, nicht nur Gott, sondern auch dcu Frommen dieser Welt zu dienen, von welch' letztern es heißt: „Er hat seinen Engel deinetwegen befohlen, daß sie dich auf allen deinen Wegen bewahren" (Ps. 90). Manchmal sieht man die Engel mit Rauchfässern in den Händen, wodurch angedeutet wird, daß sie unser Gebet zu Gott bringen. (Tob. 3, 25 und 12, 12.) Auch heißt eS in der Apokalypse (8, 3): „Und ein anderer Engel kam und trat zum Altare; er hatte ein goldenes Rauchfaß und der Rauch des Räucherwerks vom Gebete aller Heiligen stieg auf von der Hand des Engels zu Gott." Man stellt die Statuen der Engel deshalb auf die Altäre, nm anzudeuten, daß sie der Feier der göttlichen Geheimnisse daselbst beiwohnen. Die Cherubim sind Engel eines anderen RangeS, welche die göttliche Wissenschaft den Priestern mittheilen. Sie betrachten immer das Versöhnungspfer, und deuten dadurch an, daß die Engel immer auf unsern Vermittler JesuS Christus hinzublicken wünschen, damit er unsere Erlösung vollende. Hierauf hat wohl jene Stelle des Apoftelfürsten (l. 1, 12) Bezug: „...Auf welchen die Engel zu schauen wünschen." Die Einsiedler werden gewöhnlich dargestellt als in Fetten gekleidete (bärtige) Männer, die sich in einer Wüste oder in einer felsigen Gegend befinden. Nicht selten sind sie auch an einem Flusse oder Wasser, wie es denn als frommes Werk betrachtet wurde, Reisende über einen Fluß zu tragen. Ihre Attribute sind meistens individuell. Die Pilger haben gewöhnlich einen Pilgerstab, eine Pilgcrtasche, einen Muschel- Hut und Muschelkragen, oft auch eine (Kürbis-) Flasche. (Fortsetzung folgt.) Amerika. Die hochwiirdigsten Erzbischöfc und Bischöfe in den Vereinigten Staaten von Noldamerika haben in dem zu Baltimore abgehaltenen ersten National-Concilium das uachfolgendc Schreiben vom 19. Mai 1852 an den hochw. Herrn Fürsterzbischof von Wien gesendet, in welchem sie ihren Dank allen Gliedern des Leopoldinen-Vereines anssprcchcn und um fernere Unterstützung durch Gebet und Beiträge bitten. Schreiben des hochwürdigsten Conciliums zu Baltimore. Seiner Gnaden, dem hochwürdigsten Herrn Vincenz Eduard Milde, Fürst-Erzbischos von Wien, Präsidenten deö löblichen Leopolvinen-Vereines, den Herren Directoren und allen Mitgliedern dieses Vereines. Die ehrwürdigen Väter des ersten National-ConciliumS von Baltimore. „Wenn unser heiliger Glaube sich immer weiter im Gebiete der Vereinigten Staaten von Nordamerika ausbreitet und zugleich, wie eS die stets mehr aufblühende Frömmigkeit und Tugend seiner Bekenner bezeugt, auch an innerer Kraft gewinnt, so müssen wir wohl vor Allem Gott den Allmächtigen, dem Vater alles Lichtes, von dem jede gute Gabe kommt und jedes vollkommene Geschenk, dafür preisen und ihm in Demuth und Aufrichtigkeit der Herzen Dank sagen. Doch auch unsern GlaubenS- brüdern sind wir dafür zum Danke verpflichtet. Denn jene erfreulichen Fortschritte sind ohne Zweiscl eine Frucht des Gebetes, welches in fast allen Ländern des Erdkreises für die Bekehrung der Sünder und der Ungläubigen aufgeopfert wird. Die Bitten, welche dcm Vater der Erbarmungen unter den verschiedenen Nationen des österreichischen Kaiserstaates von den frommen Mitgliedern des Leopoldinen - Vereins für das Gedeihen der heil, Kirche in diesen so viel versprechenden Staaten aufgeopfert werden, konnten nicht unerhört bleiben, nachdem unser göttlicher Lehrmeister nnS versichert hat: Bittet, so werdet ihr erlangen; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgechan werden." Der Eifer dieses schönen Vereins für die Ehre GottcS und das Heil der unsterblichen Seelen begnügt sich nicht mit der Anrufung der göttlichen Barmherzigkeit zu Gunsten der uns von dem Stellvertreter Jesu Christi anvertrauten Missionen; denn in werkthätiger Liebe sendet er jährlich der katholischen 381 Kirche dieses Welttheils jene Gaben, welche der Reiche von seinem Ueberfluß, der Arme von seiner Nothdurft, ein Jeder aber mit freudigem Herzen reicht, um dadurch auch mitzuwirken an der Ausbreitung und Befestigung jenes Glaubens, welcher ihn selbst glücklich macht und ihm die Hoffnung des ewigen Heiles gewährt. Wie viel Gott und die Menschen Erfreuliches ist schon durch die Gaben dieses herrlichen Vereins ermöglicht uud verwirklicht worden! „Seeleneifrige Priester werden unS zugeschickt, iu diesem noch jugendlichen Theile des Weinberges deS Herrn zu arbeiten, wo der Arbeiter leider immer noch zu wenige sind; wo noch vor nicht langer Zeit der Wilde seinen KriegStanz feierte und sich an der Todesqual seines besiegten Feindes weidete, da erheben sich von Tag zu Tag neue Kirchen, ärmlich zwar und unscheinbar, aber, gleich dem Stalle zu Bethlehem, doch immer die Wohnung deS Herrn, dessen Lust eS ist, bei den Menschenkindern zu seyn und der sich auch jetzt zu ihrem Heile in den endlosen Wäldern und unübersehbaren Prairien dieses Welttheiles in unaussprechlicher Liebe seinem himmlischen Vater aufopfert. Die Anzahl der katholischen Schulen vermehrt sich beständig und ist uns Bürge, daß der heilige Glaube, der ohne solche Schulen stets gefährdet bliebe, fortan immer tiefere Wurzel fassen werde. Auch die bischöflichen Seminäre gestalten sich immer besser und haben bereits viele vom Geiste GotteS erfüllte Männer zu würdigen Priestern gebildet. „An allen diesen Werken hat der löbliche Leopoldinen-Verein thätigst mitgewirkt durch die täglichen Gebete und die freiwilligen Gaben, welche die Glieder desselben biöher in so reichlichem Maße beigesteuert haben. Deshalb hielten eS die ehrwürdigen Väler dieses Conciliums für ihre heilige Pflicht, die sie hiemit jetzt freudig erfüllen, dem hochwürdigsten Herrn Fürst-Erzbischofe von Wien als Präsidenten, so wie den andern Herren Direktoren und allen Mitgliedern und Beförderern des löblichen Leopoldinen-Vereins zu einem so unerwarteten Segen Ihres Wirkens Glück zu wünschen und für alle den amerikanischen Missionen gezeigte Theilnahme zu danken. Sie hoffen von der Barmherzigkeit Gottes, daß er auch in Zukunft über dieses wahrhaft katholische Werk seinen Segen ausgießen werde, zur Ehre und zum Verdienste der Theilnehmer in Europa und zum Heile und Gedeihen der amerikanischen Kirchen. Die Obcrhirten und die ihnen anvertrauten Heerden werden nicht unterlassen, eingedenk der Worte des heiligen Apostels, ihre Bitten, Gebete, Fürbitten und Danksagungen Gott dem Herrn darzubringen, aus daß das erlauchte Kaiserhaus und alle unter seiner Obhut stehenden Völker, besonders die Freunde der amerikanischen Missionen aus der Hand ihrer Feinde erlöset in Heiligkeit und Gerechtigkeit des heiligen Friedens genießen mögen alle Tage ihres Lebens." D. Baltimore, den 19. Mai 1852. FranciscuS Patriticy Kenrick, ^reti. kalt. 8eäis. ^p. vel. Fr. Lhomme, Promolor. __ Zweibrücken. Zweibrücken, 11. Nov. Vor Kurzem hat der im beuachbarten Orte Cont- wig ohne nahestehende Erben verstorbene quieScirte Revierförster Held dem hiesigen Bürgerhospitale sein Gesammtvermögen von circa 80V0 fl. hinterlassen. Eine so edle Handlung verdient auch in weiteren Kreisen bekannt zu werden, denn wir halten derlei Vermächtnisse zu allgemein wohlthätigen Zwecken für das sicherste Mittel, menschenfreundlichen Gesinnungen bis über das Grab hinaus eine nützliche Richtung und Dauer zu gebe». So steht hierorts noch heute der Name des Abbv Grinsard, als eines der edelste» WohlthäterZweibnickenS uud der Umgegend, im ehrendsten Andenken. Er lebte wahrhast dürstig, versagte sich selbst jeden Genuß und fast jede Bequemlichkeit, nur um am Ende seines Lebens all sein Hab und Gut, im Gesammtbetrage von 392 110,000 fl., zu wohlthätigen Zwecken, überhaupt zur Linderung menschlicher Noth und Leiden verwenden zu können, denn rührend ist es, was er Hierwegen selbst am Schlüsse seines Testamentes (1787) sagt: „Da ich stets beabsichtigt hatte, alle in meinem Leben gemachten Erwerbungen und Ersparnisse nach meinem Tode für Unterstützung der Armen zu hinterlassen, so setze ich die Armen überhaupt zu meinen wahren Erben aller meiner beweglichen und unbeweglichen Verlassenschaft ein." Möchte man doch bei den letzten Pulsschlägen so manchen Herzens, das üppig in den Freuden und Genüssen des Lebens schwelgte, noch der Worte deS Abt>6 Grinsard gedenken I Neapel. ,s(-5s ii? ins<^Nn)chjinM «ziizH?i>'!?>j »lysiM m?ch!ltd'l!>7 of ni iz^iö Der Herbst — des Lebens. Traurig schleicht der blasse Nebel Uni den stillen Wiesengrund, Und der flücht'ge Gang des Reifes Tritt die nackten Gräslein wund. Bange weht es durch die Weide An der düstern Friedhofsmauer, Und die salben Blätter zittern Wie von ahnungsvollem Schauer. Oede steh'n die kahlen Aecker, Längst des Sommers Schmuck beraubt; Von des Schnitters scharfer Sichel Sank der Aehren goldnes Haupt. Und der Sänger heitre Lieder Aus des Lenzes Blüthetagen Hat der Todesengel schweigend In die Liedergruft getragen. — So auch harrt ein Herbstesmorgen An des Lebens Neige dein, Und die Hand des Friedensboten Führt auch dich zur Ruhe ein; Dann verstummen dir die Klagen, Es versiegen deine Thränen, Da sich der Vollendung nahet Deiner Seele frommes Sehnen. Sage, daß in diesem Herbste Du, der vollen Aehre gleich, Heiter dich zu Grabe neigest An der Liebe Werken reich. Welche Wonne, wenn die Engel Gottes zu dir niedcrschweben, Und für deine Erdenmühen Dir den Lohn des Himmels geben! TafrathShofer. ' " -^--'- Leranlw^Ui'che! Redacteur: L, Schoucheu. VerlagS-Iahabcr: F. tS. Kremer.