Zwölfter Jahrgang. Sonntags-Beiblatt zur Augsburger PsstMung. 26. December SS. 185». Diese« Blatt erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der halbjährige Abonuementsprei« TV kr., wofür e» durch alle königl. bayer. Postämter uud alle Buchhandlungen bezogen werden kann. . " ' " , Die Heiligen und Heiligenbilder der katholischen Kirche. (Fortsetzung.) Der heilige Papst und Kirchenlehrer Gregvr der Große wird mit einem Buche pontificirend dargestellt, weil von ihm daS veränderte Officium der Messe herrührt. Er hat eine Taube auf seiner Schulter, weil, wie der Diacon Paul Warnefried erzählt, der heilige Geist in Gestalt einer Taube über ihn kam. Der Apostel von Irland, der heilige Patricins, hat Schlangen zu seinen Füßen, weil er alle giftigen Schlangen aus Irland vertrieb. Die heilige Gertrud, Aebtissin von Nivelle, hat eine Lilie in der Hand und Ratten und Mäuse um sich, und steht am Meere. Diese Heilige überwand den Teufel, der ihr in der Gestalt jener unreinen Thiere erschien. Auch soll das Wasser, welches in der Krypta der heiligen Gertrud zu Nivelle seine Quelle hat, an Häuser und Felder gegossen, die Mäuse vertreiben. Eine ähnliche Praxis kommt auch bei den heidnischen Schriftstellern Plinius (lili. 10 tust. c. 65) und Diodorus lid. 3 v. 3) vor. Als Nachtrag zu den Marienbildern bemerken wir, daß der Erzengel Gabriel bei der Verkündiguug Mariens mit einem Lilienstengcl dargestellt wird, welcher ein Symbol der Reinheit Mariens ist. Auf einem altdeutschen Gemälde, welches die Verkündigung vorstellt, fehlen in der Lilie die Staubgesäße. Auch sieht man zuweilen diese Lilie in einem Becher; auf italienischen Bildern hält sie Gabriel wie ein Scepter in der Hand. Bekanntlich verkündete Gabriel auch der Mutter Simsons die Geburt ihres Sohnes vorher. Es gibt auch Bilder, auf welchen man ein Kindlein (JesuS) zwischen Strahlen, welche der heilige Geist aussendet, in den Schoos der Jungfrau Maria herabsteigen sieht: eine solche Darstellung tadelt sehr der heilige Antonius, weil sie leicht zu ketzerischen Ansichten führen könne. Da wir hier auf den Erzengel Gabriel zu reden kamen, so wollen wir noch etwas über die Darstellung der übrigen Erzengel und Engel sagen. Der Erzengel Michael hat eine Wage, weil er die Macht besitzt, die Seelen der Menschen aufzunehmen und ihre Verdienste abzuwiegen. Sehr oft sieht man ihn im Kampfe mit dem Drachen, den er zu seinen Füßen hat, wobei er ein gezücktes Schwert, mitunter auch eine Lanze in der Hand hält. Diese Darstellung bezieht sich auf die Geschichte der Verstoßung der Engel auS dem Himmelreich« womit wohl auch Lp. luäge V 6, 9 in Verbindung zu setzen ist. Der Erzengel Raphael hat einen Wanderstab und eine Kürbisflasche, weil er den jungen Tobias begleitete, deßwegen auch oft mit einem Fische. Er erschien auch den Hirten bei der Geburt Christi auf d«m Felde. Der Erzengel Uriel trägt ein Buch und eine Rolle in der Hand, welche die Erfüllung der Verheißungen des Alten und Neuen Bundes bezeichnen. 410 Der Engel Chamuel, mit Becher und Stab. Er erscheint dem Heilande aus dem Oelberge und stärkt ihn. Auch soll er mit dem Erzvater Jacob gerungen haben. Der Engel Jophiel, welcher Adam und Eva aus dem Paradiese trieb, hat ein flammendes Schwert und eine Geißel. Er behütet, auf vier Seraphim daherfahrcnd, die Seelen der verstorbenen Weisen und ist überhaupt der Patron Derer, die sich mit Erforschung der höheren Dinge abgeben. Er wird auch der Fürst der heiligen Schrift, der Thorah, des Baumeö des LebenS genannt. Der Engel Zadkiel verhinderte den Abraham an der Opferung JsaacS und hat deßhalb ein Opfermesser; da er aber auch die reinen Seelen empfängt und sie dem heiligen Michael entgegenhebt, der sie Gott als Opfer darbringt, so kann sich sein Attribut auf diesen Opferdienst beziehen, bei welchem Zadkiel dem Michael in einer Weise dienstbar ist, wie das Opfermesser dem Priester. Der Engel Zaphkiel (mit einer Ruthe in der Hand) zieht vor den Kindern Israels her bei dem Durchgang durch das rothe Meer. Der heilige Georg von Kappadozien, geharnischt, mit einer Fahne, den Drachen unter und ein Mädchen neben sich. Er wurde unter Diocletian gemartert und enthauptet, und soll einen Drachen erlegt und viele Wunder gewirkt haben. An der Wahrheit seiner Lebenögeschichte zweifeln Viele, und PiuS V. befahl, alle Erzählung von ihm im Breviarium weg zu lassen. Der heilige Bernardin, aus dem Orden der Minoriten, trägt in der Hand den von Sonnenstrahlen umgebenen Namen Jesu. Er zeigte den so aus ein kleines Brett gemalten Namen Jesu dem Volke während der Predigt, welches ihm der Papst Martin, als eine Neuerung, verbot. Der heilige Urban (von Langreö) wird oft als Papst dargestellt, was aber offenbar eine Verwechslung ist. Er hat einen Weinstock zur Seite. Die heilige Maria Magdalena wird gewöhnlich von den Malern prachtvoll gekleidet, Buße thuend oder unter dem Kreuze knieend dargestellt. Aber die Kirche legt ihr die Worte in den Mund: „Ich habe das Reich der Welt und alle Zierde der Menschen wegen der Liebe meines Herrn Jesus Christus verachtet." Deßhalb irren sich jene Maler, welche die Heilige in großer Kleiverpracht darstellen. Sie hat eine Salbenbüchse und lange Haare, weil sie die Füße des Herrn nach der Salbung mit ihren Haaren abtrocknete. (Luk. 7, 44) Auch soll sie, als ihr ihre Verfolger die Kleider entrissen hatten, auf ihr Gebet von ihren Haaren verhüllt worden seyn. Vor ihr sieht man auch einen Todtenkopf, als Zeichen ihres spätern beschaulichen und bußfertigen Lebens. Der heilige Christoph wird als ein Riese mit einem mächtigen Stab (Baum) in der Hand, das Christuökindlein auf der Schulter, abgebildet, welches er durch ein Wasser trägt. Die Legende, aus welcher diese Darstellungsweise floß, ist bekannt, weß- halb wir sie übergehen. Die heilige Martba wird mit Weihwasser und Wedel abgebildet, zu ihren Füßen liegt ein Drache. Die Legende erzählt von ihr, daß sie einen Drachen, welcher in der Gegend von Air hausete, dadurch bändigte, daß sie ihn mit Weihwasser besprengte, worauf das Volk das Ungeheuer mit Steinen und Lanzen tödlete. Der heilige Dominicus im Kleide seines Ordens, mit einem Buche, zuweilen auch mit einem Lilienstengel; zur Seite hat er einen schwarz und weiß gefleckten Hund, der eine Fackel im Maule trägt. Vor seiner Geburt träumte es seiner Mutter, sie werde einen solchen Hund zur Welt bringen, der durch seine Fackel den Erdball erleuchte. Zuweilen steht man auch neben diesem Heiligen einen Sperling, weil ihm der Teufel in dieser Gestalt erschienen war. Der heilige Laurentius, in Diakonenkleidung, einen Rost neben sich. Er wurde langsam auf einem Roste gebraten, 258. Es gibt alte römische, zur Zeit des Longo- barvenkönigS Desiverius geschlagene Münzen mit dem Bildnisse dieses Heiligen, um an dessen Mildthätigkeit gegen die Armen zu erinnern. Die heilige Clara im Ordenskleid der Clarissinnen, mit dem Stab der Aebtifsin, 411 eine Monstranz oder einen Kelch tragend. Sie nöthigte dadurch, daß sie das heilige Altarssakrament vor sich hertragen ließ, die die Stadt Assist belagernden Sarazenen zum Abzüge. Auch war sie Stifterin eines Ordens, dem der heil. Franz von Assisi 1224 seine Regeln gab. Die heilige Helena, mit einer Kaiserkrone auf dem Haupte, das Kreuz (welche« sie 326 wieder aufgefunden hatte) und die Nägel tragend. Sie muß zwar als eine hochbejahrte, aber doch heitere, kräftige, muthige und hohe Frau dargestellt werden. Ihr Sohn Konstantin der Große hält eine Kugel, in welche ein Kreuz befestigt ist, zum Zeichen, daß ihm der Erdkreis durch das Kreuz unterworfen worden. Auch sieht man ihn mit Fahne und Schwert, meist in römischer Kleidung. Der heilige Bischof und Kirchenlehrer Augustin trägt ein durchbohrtes brennendes Herz in der Hand, eine Anspielung auf die Stelle des neunten Buches seiner Bekenntnisse: „Durch deine Liebe hattest du mein Herz durchpfeilet." Zu seinen Füßen steht man zuweilen einen Knaben, welcher es versucht, das Meer in eine kleine Grube zu schöpfen. Es soll ihm einst, als er in seiner Zelle zu Hippo über die göttlichen Geheimnisse nachdachte, ein Knabe erschienen seyn und durch daS (vergebliche) Ausschöpfen des Meeres die Unergründlichkeit des Göttlichen angedeutet haben. Doch ist die ganze Erzählung nicht begründet. Der heilige Augustin wird auch zuweilen, und zwar mit Unrecht, mit dem Habit deS nach ihm genannten Eremitenordens abgebildet, und über diese Tracht des Heiligen entstand zwischen den Augustiner-Eremiten und den regulirten Chorherren ein solcher Streit, daß 1484 SirtuS IV. denjenigen Mitgliedern beider Orden mit dem Banne drohte, welche es sich künftighin beigehen ließen, darüber zu streiten, wie der Heilige abgebildet werden müsse. Der heilige Eugen oder Gilles wird als Einsiedler mit einer Hirschkuh, die durch einen Pfeil verwundet ist, oder im Diaconenkleive, eine Palme tragend, dargestellt. Er lebte an der Rhonemündung und eine Hirschkuh ernährte ihn. Der Gothen- könig Flavius, der dieses Thier angeschossen und verfolgt hatte, entdeckte so den Heiligen. Man sieht ihn auch, wie er Carl Martell die Hände auflegt oder die Absolution ertheilt. Dieser Frankenkönig soll nämlich ein Verbrechen begangen haben, das er sich zu beichten schämte; der heilige Eugen soll ihm durch Auflegung der Hände Verzeihung erlangt haben. Dieß ist unwahr. Wahrscheinlicher ist dagegen, daß Carl durch die Auflegung der Hände des Heiligen die Gnade erhielt, die Scham, welche ihn am Sändenbekenntnissc hinderte, zu überwinden. > Der heilige Adrian, mit ritterlicher Kleidung, einen Ambos zur Seite, aus welchem ihm in der Verfolgung des Maximian die Hände und die Füße abgehauen wurden. Er hat auch auf manchen Bilvern einen Löwen bei sich, wahrscheinlich weil er mit großer Standhaftigkeit die Marter ertrug. Der heilige Hieronymus entwirft in seinem Briefe an Eustuchium ein Bild seines bußfertigen Lebens in der Wüste, aus welches viele seiner Attribute hindeuten. Er hat einen Stein, womit er sich die Brust zerschlug, einen Todtenkopf und das Bildniß des Kreuzes bei sich, weil er sich viel mit der Betrachtung über das letztere, den Tod und das Gericht beschäftigte. Auch sieht man, wie er beim Studiren sich in der dunkeln Höhle eines Lichtes bediente. Er hat einen Cardinalshut, als Zeichen der Cardinalswürde; ein Buch, weil er Kirchenlehrer ist; einen Löwen zu seinen Füßen oder zur Seite, als Zeichen der Einsamkeit. Zwar war er nicht wirklich Cardinal — denn diese Würde kam erst später auf, — aber er hatte beim Papste Damasus dieselben Verrichtungen, die jeyt die Cardinäle haben. Der heilige Franz von Assisi im Habit seines Ordens. Vor ihm in der Höhe sieht man einen Seraph mit sechs Flügeln auf dem Kreuze, von dem fünf Strahlen nach den Wundmalen deS Heiligen ausgehen. Diese Vision ging bekanntlich der Vrrleihung der Wundmale am Leibe des Heiligen vorher. — Der heilige FranciScuS hat auch eine Lilie in der Hand; er hält den einstürzenden Lateran und fährt auf einem feurigen Wagen in den Himmel. Der heilige Dionysius Areopagita, als Bischof, trägt den Kopf in der Hand. 412 Er heißt Areopagita, weil er Mitglied deSAreopagS in Athen war (Apost, 17, 34.). Der heilige Paulus, dessen Schüler er war, ernannte ihn zum Bischof von Athen, Der Papst Clemens soll ihn nach Gallien geschickt haben. Er wurde in der Verfolgung der Wandalen enthauptet; nach seiner Hinrichtung erhob sich sein Rumpf, seine Arme erfaßten den abgeschlagenen Kopf und so ging er herum. Er trug denselben vom Berge, auf welchem er enthauptet worden, und zwar unter Begleitung der himmlischen Heerschaaren, bis an den Ort, wo er begraben liegt. So berichtet der Abt Hilduin, welcher eine Lebensgeschichte deS Heiligen schrieb. Der heilige Qnintkn, als römischer Krieger, oft mit Ketten an Händen und Füßen, einen Bratspieß in der Hand. Er war ein Römer, predigte in Gallien das Christenthum, weßhalb er wohl auch als Diacon abgebildet wird, wurde in Amiens wiederholt gemartert, mit zwei Bratspießen durchbohrt und enthauptet. Der heilige Wolfgang als Bischof, ein Beil in der Hand, oft eine Kirche in der Hand oder zur Eeire. Er predigte den Ungarn das Christenthum und wurde unter Otto II. Bischof zu Regensburg. DaS Beil trägt er, um, wie es in einem Buche über die deutschen Klöster heißt: 8or6v8 resecsrs puäenäss, „den abscheulichen Unflath auszutilgen." Der heilige Martin von Tours, als Krieger zu Pferd, zerschneidet mit einem Schwert seinen Mantel, um die Hälfte einem Armen zu geben. Er schenkte, wie Severus Sulpitius berichtet, vor dem Thore von Amiens zu harter Winterszeit einem Bettler die Halste seines Mantels. Nachts erschien ihm JesuS Christus, mit der Hälfte dieses Mantels angethan und sprach: „Das hat mir der Katechumene Martin geschenkt." Oft sieht man neben diesem Heiligen eine Gans, Anspielung auf seine Erwählung zum Bischof von Tours. Oft ist er auch als Bischof abgebildet. Die heilige Elisabeth von Hessen hat drei Kronen, weil sie als Jungfrau, Gattin und Wittwe heilig gelebt hat. Oft trägt sie zwei Kronen auf der Hand und die dritte auf dem Kopfe; oder sie trägt Brode — oder hat einen Korb mit Brod und einen Weinkrug zur Seite — umgeben von Armen, denn sie war eine wahre Mutter der Letzteren. Meistens ist sie in fürstlicher Kleidnng, zuweilen auch als Dominicanerin (oder Tertiarierin deS heil. FranciScuS), oder als fromme Matrone. Die heilige Katharina von Alerandrien hat zur Seite ein zerbrochenes Rad mit Messern besetzt (das Rad, mit welchem sie gemartert wurde, zerbrach.) Sie trägt oft eine königliche Krone, weil sie aus königlichem Geschlechte entsprossen, ja nach Einigen sogar eine Tochter des Kaisers MarentiuS gewesen seyn soll (wenigstens nennt das römische Breviarium ihren Vater MarentiuS). Ihren Vater sieht man oft zu ihren Füßen liegen, weil sie über denselben durch ihren Martertod triumphirte. Sie hat endlich ein Buch, um ihre große Gelehrsamkeit anzudeuten. Der heilige EligiuS oder Alo, Bischof von Noyon, hat einen Hammer und Zange in der Hand. Er war früher Goldschmied und Münzmeister und verfertigte viele Relkquienkasten. Die heilige Barbara mit einem Schwerte, Kelch in der Hand und Thurm zur Seite. Sie schloß sich freiwillig in einen Thurm, um ihre Jungfrauschaft zu bewahren , und weil sie insgeheim Christin war. Als sie einst ihr Vater mit einem Schwerte verfolgte, öffnete sich ein Felsen, um sie zu verbergen. Ihr Vater lieferte sie den Gerichten aus, sie wurde gemartert und endlich mit dem Schwerte hingerichtet. Ja, ihr Vater soll selbst die Erccution ausgeführt Habens ihr Richter wurde bald darauf vom Blitze erschlagen. Sie hat einen Kelch (über welchem sich eine Hostie befindet), weil sie vielen Scheidenden beistand, so daß diese erst das heilige Abendmahl empfingen. Dieser Kelch befindet sich gewöhnlich an der Thüre des Thurmes, welcher meist drei Fenster hat. Der heilige NicolauS (von Bari oder Myra) wird manchmal ohne Mitra abgebildet. Er soll nämlich auf dem Concil von Nicäa im heiligen GlaubenSeifer einem Arianer eine Ohrfeige gegeben haben, und deßhalb von der Versammlung der Mitra und des PalliumS für verlustig erklärt worden seyn. Als er jedoch einst diesen Ver- 4? 3 tust der heiligen Jungfrau während der Messe klagte, standen auf einmal zwei Engel bei ihm, wovon ihm der eine das Pallium und der andere die Mitra zurückgab. Diese Erzählung ist erdichtet, denn der Heilige wohnte dem Concil von Nicäa nicht bei, obgleich er im Breviarium Romanum zu den dort versammelten Vätern gerechnet wird. Ohne Zweifel wird er deßhalb ohne Mitra dargestellt, weil die orientalischen Bischöfe sich einer solchen überhaupt nicht bedienen. Der Heilige hat einen Anker, weil er Patron der Schiffer ist; er hat ferner drei Brode auf einem Buche oder in der Hand, weil, als in Myra eine große Hungersnoth auSbrach, er einem Kaufmanne in Sicilien im Traume erschien und diesem gebot, ein Schiff mit Getreide nach Myra zu bringen, wodurch die Stadt gerettet wurde; zu seiner Seite sieht man drei Kugeln, weil er die drei Töchter eines armen Mannes zu Padua dreimal rettete indem er ihnen des Nachts Geld durch das Fenster zuwarf; man sieht auch dm Jünglinge (Soldaten) bei ihm, die er, schon zum Tode verurtheilt, rettete. Oft trägt er auch eine Kirche und hinter ihm sieht man zuweilen ein Schiff, weil er auf einer Reise nach Palästina einen Sturm voraussagte und daS wilde Meer hernach durch sein Gebet beschwichtigte. Der heilige Ambrosius hat eine Geißel in der Hand, Anspielung auf die Züchtigung des Kai>ers Theodosius. den er wegen seiner unbarmherzigen Rache am Volke von Thessalonich aus ver Kirche verwies und mit dem Bann belegte. Einige behaupten aber, die Geißel sey ihm deßhalb beizegeben worden, weil er entweder die arianische Ketzerei vernichtete oder i. I. 1338 den Mailändern einen großen Sieg davon tragen half. Er hat oft einen Bienenkorb, das Sinnbild der Fruchtbarkeit an guten Werken, auch der heiligen Beredsamkeit, zur Seile. Der heilige Adalbert, als Bischof mit Keule und Lanze. Er wurde in Saarland unweit Fischhausen von einem heidnischen Priester mit einer Lanze durchbohrt und von den Heiden vollends getödtet. Die heilige Asra von Augsburg, an einen Baum gebunden und von Flammen umgeben. Sie wurde verbrannt, oder, wie Andere wollen, im Reisholz erstickt, weil man ihren Leib unverletzt gefunden. Der heilige Alban, als Bischof, mit einem Schwerte, seinen abgehauenen Kopf tragend. Er würde in Mainz von den Hunnen gemartert. Der heilige Aloysius Gonzaga erscheint in Jesuitenkleidung mit einem Crucifir und einer Lilie in der Hand. Er ist das Vorbild eines reinen Herzens. Der heilige AntoniuS von Padua in Franciscanerkleivung, das ChristuSkind tragend und eine Lilie haltend. Sein Hauswirth sah einst, wie er mit einem kleinen Jesuskind, das anfangs auf einem Buche stand, dann von dem Heiligen in den Arm genommen wurde, kos'te. Man sieht auch vor ihm einem Esel knieen. Ein Häretiker, der mit dem Heiligen über das AltarSsacrament diSputirte, hatte verlangt, AntoniuS solle dadurch, daß er einem Esel eine geweihte Hostie vorhalte, bewirken, oaß daS Thier vor derselben niederkniee. Der Heilige that dieß und der Esel fiel ehrfurchtsvoll nieder. Man sieht auch beim heiligen AntoniuS einen Fisch; denn Fische kamen auf seinen Ruf herbei, hörten seine Predigt und senkten am Schlüsse derselben ihren Kopf, um den Segen zu empfangen. Die heilige Apollonia hält eine Zange mit einem Zahn. ES wurden ihr die Zähne mit «einer glühenden Zange ausgerissen. Die heilige Balbina hat eine Kette in der Hand, weil sie die Ketten deS Apostels Petrus wiedergefunden hatte. Der heilige Benedict von Nursia wird im Kleide seines Ordens oder als Bischof abgebildet. Man sieht ihn auch mit einem Becher auf einem Buche oder nur mit einem Becher, aus dem eine Schlange kriecht. Die Mönche von Vicovaro, deren Abt er war, wollten ihn vergiften und thaten deßhalb Gift in Wein, den sie dem Heiligen in einem Becher reichten. Er hat auch Dornen neben sich, in denen er sich wälzte, um den Versuchungen des Fleisches zu widerstehen. Man sieht ihn ferner mit einem Raben, der ein Band trägt. Die feurige Kugel, welche in der Höhe über ihm V 414 schwebt, bedeutet die Seele des heiligen GermanuS von Eapua, die er in solcher Gestalt zum Himmel steigen sah. Seine Amme hatte einen Krug zerbrochen, den er als Kind sogleich wieder herstellte; daher der Krug, der auf vielen seiner Bilder angebracht ist. Der heilige Benno, als Bischof, mit einem Fisch, der Schlüssel im Maule hat. Er war mannigfach in die Zerwürfnisse Heinrichs IV. mit Gregor VII. verwickelt. Vor dem Wormser Reichstage reis'te Benno nach Rom, nachdem er zweien Chorherren die Meißener Domschlüssel — denn er war Bischof von Meissen — mit dem Auftrage überreicht hatte, dieselben in die Elbe zu werfen, wenn der Kaiser sollte ercom- municirt werden. DaS geschah. Aber nach deS Bischofs Rückkehr fanden sich die Schlüssel wunderbarer Weise wieder. Der heilige Bernard von Clairvaur, als Abt. Er trägt das Ordenskleid der Cisterckenser, deren Stifter er war und hat einen Bienenkorb zur Seile, weil er der Doctor mellifluus genannt wurde. Ueberhaupt erscheint er immer in seinem Ordens- kleide, aber nicht immer als Abt. Maria steht grüßend vor ihm und hält ihm das Christuskind vor; er trägt die Marterinstrumente Christi und hat einen Hund neben sich. Der heilige Bischof BlasiuS mit einem Schwerte, eiserner Hechel und Wachskerze in der Hand. Sieben fromme Frauen sammelten nach seiner Marter sein Blut auf und wurden deßhalb mit eisernen Kämmen (Hecheln) zerfleischt. BlasiuS wurde in einen See geworfen, aus dem er lebendig hervorging, und dann enthauptet. Der heilige Bonaventura, in Franciscanerkleidung mit dem Zeichen eines Bischofs und Kirchenlehrers; manchmal auch als Cardinal. Ein Engel reicht ihm das heilige Sacrament. Er war Cardinal und Bischof von Albano, so wie General seines Ordens. AuS Demuth wagte er oft nicht, das heilige Sacrament des Altars zu empfangen; und so geschah es, daß ihm einst ein Engel während der Messe, eine con- secrirte Hostie brachte. Den heiligen Bonifacius sieht man in bischöflichem Gewände, ein Buch haltend, durch welches ein Schwert gestochen ist. Er wurde bei Dokkum 755 von den heidnischen Friesen erschlagen. Noch ist das Buch erhalten, durch das der Stich durchgedrungen ist. Die heilige Brigitta, Königin von Schweden und Stifterin des Brigittenordens, erscheint in Nonnenkleidnng, ein mit einem Kreuze bezeichnetes Herz in der Hand haltend. Der Stifter des Karthäuserordens, der heilige Bruno erscheint im Kleide seines Ordens, mit einem Kreuze, dessen Enden in Blätter ausschlagen. Der heilige Bischof Burkhard hat eine Hostie in der Hand, wegen feiner großen Andacht zum heiligen Sacramente des Altars. In Betreff der heiligen Cäcilie ist zu bemerken, daß die Maler mehr die lobpreisende, musicirende Heilige, die Sculptoren mehr die Martyrin vorstellen, und zwar in jener Lage, in welcher der Leichnam war aufgefunden word.n: auf dem Antlitz liegend, eine Schnittwunde im Genicke, die Arme und die drei vorderll Finger an jeder Hand ausgereckt, Ring- und Kleinfinger eingeschlagen. Auch sieht man auf Bildern einen Kessel neben ihr, oder sie selbst in einem Kessel stehend, weil sie in siedendem Oel gepeinigt wurde. Sie hat endlich mustcalische Instrumente um sich und ewe Orgel in der Hand, denn sie ist die Patronin der Musik. Der Stifter der Theatiner, der heilige Cajetan von Thiena, als regulirter Kleriker, mit einer Lilie in der Hand. Der heilige Carl Borromäus, Cardinal und Erzbischof von Mailand, trägt Pestkranke. Er nahm sich der Pestkranken besonders an, pflegte sie, spendete ihnen das heilige Sacrament d^s Altars u. s. w. ' Der heilige Kaiser Carl der Große, mit einer Krone auf dem Haupte, dem Scepter in der Hand, in voller Rüstung, gewöhnlich als Ritter und eine Kirche (Dom von Aachen) tragend. MS Der heilige Casimir wird gewöhnlich in polnischer Tracht, einen Lilienzweig in der Hand haltend, dargestellt. Der heilige Columban (als Bischof) hat über dem Haupte eine strahlende Sonne, weil seine Mutter träumte, sie bringe eine leuchtende Sonne zur Welt. Er fand einst in einer Höhle einen Bären, den er hinauswieS und sodaun die Höhle für sich selbst einrichtete, und worin auf sein Gebet eine Quelle entsprang (daher auf seinen Bildern der Bär und die Quelle.) Der heilige Conrad von Konstanz, Bischof, hat cinen Kelch in der Hand, über dem ein Spinnengewebe schwebt. Er trank aus dem Kelche, in den eine giftige Spinne gefallen war, ohne Schaden zu nehmen; ja die Spinne kroch ihm bald hernach wieder aus dem Munde. Der heilige Cosmas und Damian, als Aerzte, tragen Ärzneigläser, chirurgische Instrumente u. dgl. Sie übten ihre medicinischen Kenntnisse im Dienst der christlichen Frömmigkeit auS und wurden 303 in Sicilien enthauptet. Die heiligen Erispin und Crispinian, mit Schuhmachergeräth, weil sie Schuhmacher waren. Der heilige Cyprian von Antiochien, genannt der Zauberer, gewöhnlich in Verbindung mit der heiligen Justina; beide tragen Schwerter, denn beide erduldeten zusammen den Martertod. Die heilige Jnstina hat ein Einhorn als Zeichen der Jungfräulichkeit. Der heilige CyriakuS, als Diacon, hat einen Drachen zu seinen Füßen. Der heilige Bischof CyrilluS (ein Karmeliter); ein Engel reicht ihm zwei Tafeln aus den Wolken; er war der Apostel der Bulgaren. Die heilige Dorothea, mit einem Schwert, Blumen und Früchte zur Seite oder in einem Körbchen. Der heilige Edmund von Canterbury, als Bischof, das Christuökindchen als Erscheinung vor sich. Der heilige Eduard der Bekenner, in königlichem Schmucke; er trägt einen Kranken, den er solcher Weise heilte. Die heilige Elisabeth von Portugal, mit der Königskrone, im Habit der Fran- ciscanerinnen; Bettler um sie. Nach dem Tode ihres Gemahls trat sie in den dritten Orden des heiligen Franciscus und übte viele Werke der Barmherzigkeit aus. Der heilige Bischof Emmeran mit einer Lanze und einer Leiter; er wurde an eine Leiter gebunden und in Stücke zerhauen. Der heilige Eustachius hat zur Seite einen Hirsch, zwischen dessen Geweih ein Crncifir steht; oft trägt er auch ein Hirschköpfchen auf der Hand, oder er hält nur das Geweih, in dessen Mitte dann manchmal ein Crucifir steht. Er traf, wie die Legende erzählt, einst auf der Jagd einen weißen Hirsch an, der zwischen seinem Geweih ein Crucifir trug, das ihm zurief: „Placidus (so hieß Eustachius früher), warum verfolgst du mich?" Er hat einen glühenden Ofen zur Seite, weil er in einem solchen verbrannt wurde. Die heiligen Ewalo, zwei Brüder, haben Schwerter; ein Heller Schein am Himmel über ihnen, oder Strahlen, die auf sie herabfallen. Sie predigten in Westfalen, wurden von den Sachsen erschlagen, worauf ihre Leiber in deu Rhein geworfen wurden. Man unterscheidet sie als schwarzen und weißen (blonden) Ewald. Die heiligen Faustinus und Simplicius, in deren Schildern das Simpliciuswappen (drei Lilienstengel), weil sie die Patrone der Fuldner Brüderschaft des SimpliciuS- ordens waren, dessen Mitglieder an der OrdenSkette sieben Klöpplein trugen, was an die sieben Gaben veS heiligen Geistes erinnern sollte. Der heilige Felir von Välois hat einen Hirsch neben sich, der ein Crucifir zwischen dem Geweihe trägt. Er stiftete mit dem heiligen Johann von Matha den Orden der allerheiligstcn Dreifaltigkeit zur Auslösung der Gefangenen. Der heilige Johannes de Matha trägt ein Stück Kette oder hält einen gefesselten Sclaven. Der heilige Ferdinand von Castilien, mit dem Zeichen der königlichen Würde, trägt ein Kreuz auf der Brust. 4t6 Der heilige FideliS von Sigmaringen, ein Kapuciner, früher ein Rechtsgelehrter, hat einen Streitkolben (Stachelkeule) in der Hand. Er wurde 1622 von den Calvi- nisten, gegen die er gepredigt hatte, in Graubünden grausam erschlagen. Der heilige Florens von Straßburg, als Bischof oder Einsiedler, hat wilde Thiere um sich. Er war ein Schottländer, der als Einsiedler im Elsaß lebte, Um seine kleine Hütte zog sich friedlich alles Wild der Umgegend zusammen. König Dagobert ließ ihn zu sich bescheiden. Er war der Nachfolger des heiligen Arbogast. Man sieht ihn auch als Schäfer, und ein Bär hütet ihm die Schafe. Der heilige Franz von Borgia erscheint als Jesuit und Cardinal und hat einen Fürstenhut neben sich. Er war Herzog von Gandia, Grand von Spanien, angesehen am Hofe Carls V. Beauftragt, den Leichnam der Kaiserin Jsabella nach Granada zu führen, wurde er durch den Anblick der sonst so reizenden Fürstin dermaßen erschüttert, daß er allem Zeitlichen entsagte, in den Jesuitenorden trat, später dessen General, zuletzt Cardinal wurde. Der heilige Franz de Paula wird dargestellt im Kleide des von ihm gestifteten Ordens der Minimen. Er steht auf seinem ausgebreiteten Mantel im Meere, vor sich in einer Glorie daS Wort CharitaS. Er setzte auf seinem Mantel über daS Meer. Der heilige Franz von Sales, als Bischof in bischöflicher Kleidung, ein durchbohrtes, mit einer Dornenkrone umwundenes Herz sammt einem Kreuz in einer Glorie über ihm. Der Jndierapostel, der heilige Franz XaveriuS, wird in der Jesuitenkleivung, mit Kreuz oder Crucifix in der Hand, dargestellt. Der Stifter der berühmlen Abtei St. Gallen, der heilige Gallus, wird als Einkiedler mit einem Wanderstabc dargestellt. Er hat auch einen Bären zur Seite, weil ihn ein solcher in seiner Einsiedelei bediente. Der heilige Goar, als Einsiedler, hat drei Hirschkühe um sich und einen Hm oder eine Mütze an einem Sonnenstrahl hängend. Oft hat er auch einen Topf bei sich oder in der Hand, und einen Teufel auf der Schulter (wahrscheinlich eine Anspielung auf die boshaften Verleumdungen, wovon gleich die Rede seyn wird; er soll auch viele Teufel ausgetrieben haben). Er predigte das Christenthum im Tricrischen und am Rhein. Einige Verleumder klagten ihn beim Bischöfe Rusticus an, der ihn zu sich beschied. Die Boten überfällt, als sie mit dem Heiligen nach Trier reisen, ein großer Hunger; alle Nahrung fehlt und die Quellen sind vertrocknet. Drei Hirschkühe kommen und lassen sich von dem Heiligen melken, die Boten erquicken sich und zu der- . selben Zeit füllen sich ihre Reiselaschen mit Speisen. Der Bischof Rusticus hält dieß Alles für Zauberei und will Goar prüfen. Dieser läßt ein dreitägiges Kind aussagen, wer sein Vater sey. EZ nennt den Bischof -Rusticus von Trier. Der heilige Goar schlug die ihm vom Volk und König Siegbert angebotene bischöfliche Würde aus. Er ist der Patron der Töpfer. Die heilige Hedwig, in Nonnenkleidung. Sie hat Krone und Hermelinmantel (Zeichen ihres fürstlichen Standes) zur Seite. Sie trägt Schuhe in der Hand, weil sie meistens so zu gehen pflegte und nur bei Annäherung Fremder die Schuhe anlegte; auch hat sie das Modell einer Kirche oder ein Bildniß der Mutter Gottes mit dem Christuskiuvchen; man sieht sie auch vordem Gekreuzigten knieen, der sie segnet. Der heilige Kaiser Heinrich II. hvird gewöhnlich in voller Rüstung mit der Krone auf dem Haupte, dem Sceptcr ! i der Hand uud mit dem Modell der Kirche von Bamberg dargestellt. Seine Gemahlin, die heilige Kunigunde, hat ebenfalls das Modell der Kirche von Bambcrg in der Hand, oder eine glühende Pflugschaar (sie bewies durch ein Oldal ihre Unschuld), und eine Kaiserkrone auf ihrem Haupte. Dem heiligen Hermenegild, einem Sohn des Westgothenkönigs Leovigild, wurde auf deS VaterS Befehl der Kopf gespalten. Den Heiligen sieht man mit einem Beile, die Königskrone auf dem Haupte oder zur Seite. Die Ketten und Kugeln, welche der heilige HieronymuS AemilianuS bei sich hat, deuten auf seine Leiden im Gesängnisse, in welchem er in sich ging. A> Der heilige Hubert (Bischof von Lüttich) :n der Kleidung eines Jägers, oft auch eiNÄ Bischofs, hat einen Hirsch vor sich, zwischen dessen Geweih ein Crucifir steht. Er verfolgte in der Charwoche einen weißen Hirsch, der plößlich vor ihm stehen blieb und ein Crucifir zwischen dem Geweih zeigte. Den heiligen Bischof JanuariuS sieht man an einen Baum gebunden und von wilden Thieren umgeben; ein glühender Ofen steht ihm ost znr Seile. Er hat auch ein Schwert, als Zeichen deS Marterthums, Die wilden Bestien verschonten ihn im Amphitheater; er ging auch unversehrt aus einem glühenden Ofen hervor und wurde zuletzt nebst sieben Gefährten mit dem Schwerte hingerichtet. Die heilige Jva (in Nonnenkleidung) hat eine Hirschkuh zur Seite, die sie in der Wildniß mit ihrer Milch nährte, einen Naben mit einem Ring im Schnabel , ^uiLÜsnonsi» Lcdesis« LpiZc-., lilx III cle eultu imÄßirium »ä Larolum Alsgn. säversus dssresin Clauclii prsesulis 'Isuriensis," namentlich aber die „christliche Kunstsymbolii und Ikonographie, Frankfurt 1839" zur Hand. Diese Werke, sowie das römische Brevier benutzten wir bei Anfertigung dieser Abhandlung. Möchte diese Ikonographie namentlich in den Seminarien recht gefördert, möchte der ästhetische Sinn des Volkes von Seite der Geistlichkeit' und zwar eben vermittelst anziehender Bilder recht geweckt werden. Ein einziges Bild thut oft mehr Wirkung als eine Predigt, als viele Katechesen und Ermahnungen. Das sehen selbst die Protestanten jetzt ein, und daher das Streben ihrer innern Mission, schöne, rührendes erbauende Bilder unter dem Volke zu verbreiten. Ich kenne ein Dorf, dessen Einwohner wahre Muster der guten Sitten, wahre Vorbilder ächter Christen sind. Wodurch sind sie es geworden? Durch die Bilder! Das scheint dir wohl lächerlich, lieber Leser? Und dennoch ist es so. Das Dorf, von welchem ich rede, ist Ms in der Diöcese Fulda. Hack. Christliche Lesefrüchte und Betrachtungen eines Laien. (Fortsetzung.) 19. Du bist zuweilen nahe daran, irgend eine Sünde zu begehen; die Versuchung ist stark; du fühlst dich nicht erhoben genug, den Entschluß zu fassen, rein aus Liebe zu Gott und aus Furcht, Ihn zu beleidigen, nicht zu sündigen; du fühlst aber, daß du im Stande wärest, diese Sünde aus Furcht vor zeitlicher Strafe zu unterlassen; du stehst hier an einem Scheideweg, wo dir der Versucher eine Schlinge legt; gib acht, daß du nicht unterliegst! Denn während du nicht genug Seelenstärke fühlst, das Böse reiu um Gotteswillen und aus Liebe zu Ihm, sohin aus dem reinsten christlichen Beweggrund zu meiden, flüstert dir der Versucher ein, es nicht aus dem nicht so reinen, sondern untergeordneten Beweggrund der Furcht vor zeitlicher Straft zu meiden. Was lhuu? Hier gilt kein Besinnen; unterlaß das Böse unbedingt, sey eS auch, daß du es aus Furcht vor zeitlicher Strafe thust und dich zu jenem reineren Beweggrund nicht erschwingen kannst, denn besser ist es in allen Fällen, nicht sündigen, als in Sünde verfallen. 20. Um das Leiden des Herrn besser begreifen und mit mehr Andacht, Zerknirschung und Dankbarkeit betrachten zu können, betrachte vor Allem die Seligkeit des Herrn; bedenke die Glorie der Seligkeit eines Menschen, der gewürdigt wurde, in den Himmel aufgenommen zu werden,— und nuu erst die ewige und unaussprechliche Seligkeit Gottes! — Und Gott verließ diese Seligkeit, stieg vom Himmel herab und nahm das menschliche Elend aus sich! Ach, wer so recht weiß, was eS um das menschliche Elend ist, der begreift erst, was eS heiße, daß Gott Seine ' Seligkeit verließ, um dieses Elend auf sich zu nehmen! Und warum hat Gott dieß gethan? Haben wir es irgendwie verdient? O nein, du bist dem ewigen Tod verfallen gewesen, o Mensch, du bist nicht den mindesten Theil einer Gnade verdient; Gott aber hat deine Menschheil angenommen rein auS Liebe und Erbarmung für dich! 21. Alles Leiden der Menschen hat in Gottes Augen nur dann einen Werth, wenn der Mensch es recht ertragen und wenn er sich bemüht hat, aus demselben für seine Besserung einen Nutzen zu ziehen. Verantwortlicher Redacteur: L. Schöacheo VerlagS-Zuhaoer - F. E, Kremer