Dreizehnter Jahrgang. Sonntags-Beiblatt .„Zlwl Ui NZglilS 7U? ,11'^ »t »7!>1lii!k NZ7?Ü 1!0 .^u^Hut m,4 ^gnk?:^' IlittKll n INAll, lim Klil?fll'/»'' -n-ZinS ms7,Ii siZ .i,ttu)E '^»^)! 21 ? 7vai '^!N7?i »^"l'Nf. ' ^ - ! ,Z»»ui ZKln ni'Z cht .^^^P ^i'i dir- .7Z'I)iI ckmi m^li ifi i3 PogMung. Dieses Blatt erscheint regelmäßig alle Sonutaae. Der halbjährige Abonuementsprei« 4V kr., wofür es durch alle konigl. bayer. Postämter und alle Buchhandlungen bezogen werden kaun. ,^-.!-----------^--- -----------^-!------------------------------------^---^, „1 Zltzüsj7Z noch^ 7?(i70ll »gnkS .!«nnU nschKM^usKlpZ MZNIZ u.^ !»>'« ,lUV7M Die Erzherzogin Maria von Steiermark, u?^!chZ»-^ Mutter Kaiser Ferdinand des Zweiten. Rede des Hofrn t h s und Reichs hi st oriographen Dr. v. H »rter-Ammann, gehalten in der P l e n a rv e rsa in m l u n g des Wiener Central^ScverinuS- vereiueö am 9. Dec. 1852. ^»7?Il gMIMMiiisLt n^.is,nü? 7'^^inMzG !,7(I, . ^' ' I,„(l LlloaviZ 'ZNvIlvW ^Uli. N>UZMZ HA'^r"^ «- Daö letzte Mal habe ich Ihnen die Stamm-Mutler unseres geliebten Fürstenhauses dargestellt von ihrer liescrusten und in Gemäßheit dieser Richtnng auf ihre Kinder mit allarliger Fürsorglichkeil einwirkenden Seite. Ich habe Ihnen zugesagt, daß Sie dieselbe auch von der heitern Seite sollen kennen lernen. Wie aber, wenn ich vorausschicke, daß bei Reisen unter dem mitgenommenen Gerüche der Erzherzogin ein Kästchen sich befunden habe, welchem sie bei dem Abpacken jederzeit besondere Aufmerksamkeit zugewendet, dem sie bei dem Eintreffen zu dem Nachtlager immer vor allein Andern zuerst nachgefragt, so daß allgemein die Meinung obwaltete, es wären darin ihre kostbarsten Kleinodien verwahrt, indeß eö nichts anderes enthielt, als ein Bildchen mit dem OrdenSkleive der Klarisserinen und einem Zettel: dafern sie auf einer Reise mit Tod abgehen sollte, sev ihr fester Wille, in diesem Gewände begraben zu werden; wenn ich dieses vorangehen lasse, werden Sie dann nicht sagen: wie läßt sich bei solcher Gesinnung, welche unsere Zeit sogar düster, trübselig und — wer weiß wie — nennen würde, von einer heitern und fröhlichen Richtnng sprechen? Wie, wenn die Erzherzogin die niancherlei Festlichkeiten, welche zn Mailand ihrer Tochter, der künftigen Königin von Spanien, bereitet waren, „Leichtfertigkeit und Gankelwerk" nannte und ihre Margarethe von der Theilnahme daran zurückhielt, so sehr sie nur vermochte, weiiu sie der „buhlerischen Komödien" wegen, die zur Advent- zeit gehalten würden, von den Strafgerichten Gottes sprach, ob deren Hereinbrecheil bei solcher Frevelhasligkeit sich nicht zu verwundern sep, werden Sie dann nicht meine Versicherung des heitern Sinnes der Erzherzogin mit einigem Mißtraue» aufnehmen. Was ich so eben erwähnt habe, ist alles buchstäblich wahr und stößt dennoch dasjenige, waö ich jüngst in Aussicht stellte, nicht um. Mir scheint, der Erzherzogin habe in hohem Grade die äußerst seltene Gabe innegewohnt, zu ermessen, waö für jegliche Zeit sich schicke, was nicht. Die erwähnten Aeußerungen über die Festlich, keiteu in Mailand knüpfen sich theils an die Ueberschreitung der Schranken des Zulässigen, theils an die Adventzeit, welche immer zu besonnenerem Ernste mahnen sollte; daS Bild aber war nur eine sichtbare Erinnerung an das Wort, welches wir unS zu ') Siehe Nr. I und II Seite L4S, 253, L97, 307 des Jahrganges 1852. .YNNst'tllliTlAWlKiMU unserm Heile insgesammt öfter in Erinnerung zu bringen hätten: Gedenke, Mensch, daß du sterben mußt! Ich aber soll jetzt meines Wortes eingedenk seyn, Ihnen die Erzherzogin von ihrer heitern Seite vor Augen zu stellen. Diese zeigt sich schon darin, daß jede Freude, die ihren Kindern zu Theil ward, den reinsten Wiederhall in Mariens mütterlichem Herzen fand. ES drängt sie, dem Bruder mitzutheilen, welchen Jubel übersendete Apostel bei ihrer Anna geweckt hätten. Den fünfjährigen Ferdinand hatte der Oheim auf Neujahr ebenfalls mit einem Geschenke bedacht. DeS Knaben Freude war die Freude der Mutter, die ihrem Bruder schreibt: „Der Topf ist ihm noch lieber, als die Pferde. Ich bin nicht im Stande, Dir Alles zu schreiben, was er mir an Dich aufgetragen hat. Er spricht unablässig von seinem frommen, lieben Herrn Vetter. Stets wiederholt er, wie lieb Du ihm seyest; wie gern er nach München wolle, denn Du habest so schöne Sachen." So lange ihre Kinder noch minderjährig waren, galt besonders der Tag des heiligen Nikolaus der Erzherzogin, alter woblbegründeter Sitte gemäß, alö derjenige, der jenen alljährlich zum Freudentage werden sollte. JedeS Jahr sann die Mutter darauf, wie sie ihn zu einem solchen machen könne. Lange vorher schon ergötzte sie sich an der Ungeduld, mit welcher die Kinder seines Erscheinens harrten. Trafen alsdann die Bestellungen, die sie öfters durch den Bruder besorgen ließ, nicht zur rechten Zeit ein, dann war sie in großen Sorgen, in Furcht, dieselben möchten zu spät anlangen, in Zweifel, was zu thun wäre, um den Tag ja nicht ohne sein Ein- gebinde verlaufen zu lassen. Dieß sollte auch dann nicht geschehen, als die Kinder in den Jahren bereits vorgerückt, zum Theil schon erwachsen waren. Mit zartem Sinne wußle vie Erzherzogin ihre Geschenke der künftigen Bestimmung ihrer Söhne anzupassen. So schickt sie von der Reise nach Spanien auS Mailand Leopold, dem künftigen Bischof, ein Altartuch, Maximilian Ernst, wahrscheinlich jetzt schon zum deutschen Ritter bestimmt, einen Degen. So oft sie dann die Gaben des heiligen Nikolaus bereitete, eben so oft entschuldigte sie sich, daß dieselben nicht besser ausgefallen seyen. „Der Heilige/' bemerkte sie von Mailand aus, „ist eben betagt; ich fürchte, wenn er auf seiner Wanderung hier einspricht, werde er nicht mit Vielem sich beladen können." — Während ihres dortigen Aufenthaltes ergötzte sie sich manchmal an den launenhaften Ereignissen eines GlückötopfeS. „Hab viel Geld vernarrt im Hafen," schreibt sie dem Sohne; „ist gar lustig gewesen." Sie machte ihre Einsätze meistentheilS zum Besten der Kinder, auch anderer Personen des heimathlichen HofeS, wobei die Wechselfälle deS Spieles, im Hinblicke auf die Bedachten, ob sie von denselben in Gunst oder in Mißgeschick berührt wurden, manche Erheiterung gewährten. Mit Lust vergegenwärtigte sie sich die Verlegenheit deS Jesuiten P. Balthasar über den Gewinn eines Ringes, den der Glücksfall dem schlichten OrdenSmanne zugedacht hatte. Mit zartem Sinne wußte sie anneben der Gunst des Zufalles durch eigene Fürsorge nachzuhelfen, die Empfangenden aber dennoch ihren Dank jener zollen zu lassen. Auch abwesend gedachte Maria der frohen Tage der Ihrigen und vernahm gerne Berichte darüber. Zu einem solchen Tage der Erheiterung scheint am Gratzer Hofe der st. Thomastag bestimmt und eS dort Sitte gewesen zu seyn, an demselben irgendwo sich zu erlustigen. Das unterließ Ferdinand, wahrscheinlich der ungünstigen Witterung wegen während des Winters, in welchem Maria zu Mailand sich befand. Sie billigte es nicht. „Hätte ich mich unter Euch befunden," schrieb sie dem Sohne, „die Witterung wäre mir nicht zu schlimm gewesen; ihr hättet mir sicher nicht zu Hause bleiben dürfen. Aber so geht eS, wenn Niemand da ist, der antreibt." — Die Erzherzogin Eleonore war aus Kränklichkeit zum Trübsinn geneigt; deßwegen hörte sie mit Vergnügen, daß sie einen Spielmann auf ihr Zimmer kommen lasse. „Sollte dieß selbst am Charfreitag geschehen seyn," bemerkte sie, „so wäre eS keine Sünde, bloß eine „Kurzweil" gewesen, wodurch andere Sachen, besonders die Trüb- finnigkeit, wären verhindert worden." „Daß Du zu deinen Schwestern Masken gegangen bist," schrieb sie dem Sohne u um die gleiche Zeit, „dafür verdienst du keinen Vorwurs, zumal eS in der Kammer geschab. Der Bericht über eure Musik hat mich lachen gemacht. Der Elconora aber kannst Du einen „guten Filz" dafür geben, daß sie mir so gar nichts davon schreibt. Sie thut gar zu heilig; wäre Sie eS wirklich, dann sollte eS mich freuen." Bald darauf sagt sie: „Ich habe mit Vergnügen von eurem fröhlichen Leben im Fasching gehört. Du hast recht gethan, daß Du auf Herrn MarenS (ihres Obersthofmeisters Maximilian von Schrattenbach) und deines Hofmeisters Rath eine Maskerade veranstaltet hast. Bei unS hat man nichts davon gemerkt, daß es Fasching sey." Dieser brachte jährlich allerlei Erheiterndes für den Gratzer Hof. Schlittenfahrten, Schauspiele, Tänze wechselten. Dock standen diese mit dem Laufe der Gestirne und der weislich angeordneten Bestimmung der Tageszeiten noch nickt im Widerspruch. Die Schauspieler waren meistentheils Engländer unter der Leitung eines ManneS, der als Katholik dem Blutdurste der sogenannten jungfräulichen Königin sich hatte entziehen müssen; sein Name war Spencer. — Noch in lhrem letzten Lebensjahre nahm Maria an den Ergötzlichkeiten der Faschingszeit freudigen Antheil, und eS wird unS berichtet, daß dazumal sowohl für den Tag als für den Abend allerlei Munteres und Festliches erdacht wurde, wozu die anwesenden Herren und Ritter vnrch sinnreiche Veranstaltungen nicht wenig beigetragen hatten. Ein solches FaschingSstücklein wird meine verehrtesten Zuhörer gewiß jetzt noch erheitern. Die Herren versteckten eines TageS hundert lebendige Hasen in verschiedene Theile der Stadt. Bald darauf bliesen die Hörner zur Jagd, zogen jene mit ihren Hunden daher, wurden die Hasen losgelassen. DaS war ein Halloh durch alle Straßen. Die Einen unter den Einwohnern fürchteten bei dem Gelärme, cö sey ein Feind eingebrochen und verschanzten sich hinter ihren Hausthüren; Andere glaubten, eS sey Feuerlärm, und ließen Wasser herbeitragen; der Rector der Jesuiten Deinte, man müsse sich gegen herantobendes Volk in wehrhafte Fassung setzen und vertheilte unter die Zöglinge, die eben bei ihrem Mittagstische saßen, Spieße, Prügel, Steine und stellte sie zur Wache an Thüren und an Fenster. Der Bischof von Lavant, gerade als Gast in dem Kollegium, sprach Muth ein. Wie er aber draußen schallendes Gelächter hörte, öffnete er ein wenig daS HauSthor, um zu sehen, was denn vorgehe; da wischten augenblicklich fünfzehn der verfolgten Hasen hinein, indeß der UniversitätSkanzler, der nur das Getümmel hörte, mit lauter Stimme rief: «Der Feind ist da! Brüder, auf zum Kampf!" Der Rector aber, bereits besser informirt, winkte, daß jeder die Wehre ablege, worauf die Kampfeslust gegen die zitternden Thierchen sich wendete, die als willkommener Braten in Empfang genommen wurden. Der heitere Sinn der Erzherzogin spricht sich besonders aus in dem Tone ihrer Briefe. Sie lieble eS, dieselben mit launigen Einfällen, mit humoristischen Ausdrücken zu würzen. So spricht sie von dem „gnädigen Stallmeister," den sie ein anderes Mal einen „stetigen" nennt, von dem „gemalten Kaiser" zu Prag. Einmal läßt sie ihren Kindern die Drohung zugehen, „sie werde so spanisch werden, daß man sie nicht mehr kennen solle." Dem Freiherrn von Rumpf schrieb sie: „von Herzen gönne sie dem Erzherzog Albrecht sein BiSthum (Toledo in Spanien); sie müsse bekennen, vaß weder in Kärnthen, noch in Steiermark dergleichen Pfarreien zu finden wären." Der Auftrag, einem Kammerdiener zu sagen: „Wenn er sich betrübe, werde man ihn auf die Galeeren schicken, damit es ihm vergehe;" einem andern: „DaS Meer sey doch noch größer als der Starnbergersee seines Vaterlandes," beurkundet eine heitere Leutseligkeit, die auch Untergebene der Erzherzogin gewinnen mußte. Schreibt sie dem Sohne: „Ich höre gern, daß dem Tanhauser der Bart wächst, der wird rauschen wie der des AdamS; komme ich nach HauS, so will ich sehen, wer dessen mehr hat, Du oder er;"> gibt sie ihm den Wink: „wenn er vor ihr zu Mariazell eintreffen sollte, so wolle er doch nicht Alles aufzehren, damit auch für sie noch etwas übrig bleibe;" so begegnen wir hierin, im Vergleich mit der Weise, wie sie aewichtige Angelegenheiten zu besprechen pflegte, jener glücklichen Stimmung, welche je in dem schicklichen Augenblick so Ernst als Munterkeit sich eigen zu machen versteht. IS Bei der treucstcn Obsorg« für vic Kinder, bci niemals zweifelhafter Bereitwilligkeit denselben Freude zu bereiten »der zu gönne», hielt Maria eben so fest an ihrer mütterliche» Autorität, als diese von jenen Allen bereitwillig mit einer in unser» Tagen selten mehr vorkommenden Ehrerbietung anerkannt wurde. Da begegnen wir einem Verhältnisse, von welchem schwer zu urtheilen ist, ob dadurch die Stellung der Mutter zu den Kindern, oder diejenige der Kinder zu der Mutter iu ein helleres Licht gesetzt werbe? In dem hellsten muß eS begreiflicher Weise an Ferdinand hervortreten, da er in seilier Eigenschaft, als Aeltestcr und als Landesherr, sich leicht zn Andcrm hätte berechtigt glauben mögen. Böte auch seine Reise nach Fcrrara, Loreto und Rom nicht mancherlei, was jetzt noch unserer Aufmerksamkeit würdig ist, so dürften wir schon deßhalb seiner eigenen verläßlichen Nachrichten über dieselbe uuS freuen, weil uns damit einer der schönsten Züge in Ferdinands Charakter zur an» schaulichen Kenntniß gekommen ist, wie nämlich die freie Stellung des regierenden Fürsten vor der Ehrerbietung deS SohneS gegen die Mutter in den Hintergrund trat. Der Erzherzog unternahm seine Reise nicht ohne die Zustimmung der Mutter, der er zugleich als Tag der Rückkehr den Johannistag bezeichnete. Tag für Tag erstattete er ihr entweder selbst oder durch seinen Gcheimschreiber Bericht über den Verlauf seiner Reise. Auf dem Heimwege wurde er von dem Großhcrzoge von Florenz, seinem nahen Anverwandten, auf daS Zuvorkommendste empfangen. Bei der freundlichen Behandlung und bei dem vielen Sehenswerthen, was sowohl die Kirchen als die Paläste jener Stadt in sich faßten, überzeugte sich Ferdinand bald, daß er weniger als drei Tage dort nicht verweilen dürfe, und deßhalb erst später, als er zugesagt, in Gratz werde eintreffen können. Wäre nun der Fürst-hier Niemand verantwortlich gewesen, so lebte doch in dem Sohne die Ueberzeugung, die Mutter habe daS unbestreitbare Befugniß, Rechenschaft über seine Handlungen zu verlangen, sobald er sich Etwas erlaube, wozu ihre Zustimmung fehle; deßwegen bat er sie ausdrücklich und dringlich um Verzeihung, daß er seinem Versprechen in Betreff der Rückkehr nicht statt thun könne. Zugleich fügte er zu seiner Rechtfertigung bei: „ihrem Scharfblicke könne cS nicht entgehen, welcher Werth auf die Freundschaft ausländischer Fürsten zu legen sey. Da der Großherzog so vertraulich gegen ihn sich erweise, würde er unfehlbar durch allzufrühcn Aufbruch denselben mißstimmen. In dieser Berücksichtigung zähle er auf ihre Nachsicht.""'"«!^ Dieß war aber nicht, wie man etwa meinen möchte, der AnSdruck der Schüchternheit eines zwei und zwanzigjährigen JünglingS, sondern cS war tief begründeter Charakterzug, der durch den Lauf von zehn Jahren und unter allen Regentenhandlungen, die in denselben sich verflochten haben, nicht abgeschwächt werden konnte, indem in seiner Beziehung zu der Mutter der zwei und dreißigjährige Mann genau so sich darstellt, wie der eben selbstständig gewordene Jüngling, und die zarteste kindliche Liebe als unveränderliche Unterlage dieses CharakterzugcS sich bewährt. ES ist rührend zu lesen, wie Ferdinand im Jahre 1608 vor dem Reichstage zu RegenSburg, wo er deS Kaisers Stelle vertrat, die Mutter, die über Unwohlseyn klagte, „um Gotteswillen" beschwor, „ihm und allen ihren Kindern zum Trost ihre Gesundheit sorgfältig in Acht zu nehmen," doch ja mit Schreiben nicht sich anzustrengen; wie sehr er, in ihrer Nähe zu seyn und sie erleichtern zu können sich sehnt; wie gerne er daS Kopfweh, daS sie befallen hat, und jeden Schmerz, der sie treffen könnte, auf sich nehmen würde. „Wollte Gott," schreibt er ihr, „ich könnte für E. F. D. leiden, cS sollte von Grund meines Herzens geschehen." Denn er ist fest überzeugt, „daß, so lange sie, die Kinder, die Mutter am Leben wüßten, sie nichts andern als deS gewissen Segens GotteS sich zu getrösten hätten." DaS sind, man fühlt eS den Briefen an, nicht Redensarten, sondern die ungefälschtesten, die goldreinsten Herzensergüsse. ES war damals, als er mit großer Unlust, aber in treuer Anhänglichkeit an daS Oberhaupt deS Reiches und deS HauseS zu RegenSburg weilen mußte, für Fer, dinand eine schwere Zeit. Hier der Reichstag, auf welchem die unkatholischen Stände 13 so spießig sich erzeigte», daß derselbe nach viermonatlichem Verlaufe ohne alle Frucht auseinander ging; dort Erzherzog Mathias, dessen Rüstungen leicht seinen Ländern gelten konnten, weil jenen die Irene Vollziehung kaiserlicher Befehle gegen den Vetter aufgebracht hatte. Da bestand zwischen Sohn und Mutter der vertraulichste Briefwechsel; über jeden seiner Schritte sctzt er sie in Kenntniß und nimmt rücksichtlich jedes desselben Zuflucht zu ihrem „hocherlcuchteten Verstand." „In nichts," schreibt er ihr, „werde er ohne ihren Rath sich einlassen. Sollte er in irgend einer wichiigcn Staatsangelegenheit nicht den richtige» Weg eingeschlagen haben, so wollr er ihrer mütterlichen- Zurechtweisung gerne sich unterziehen.» Da Mathias eine Zuschrift an ihn hatte abgehen lasse», welche Ferdinand mit Recht als ein „hitziges Hautbricfcrl" bezeichnen konnte, sandte er dasselbe sammt dem Entwürfe einer Antwort d^r Mutter zu, und wollte diese nicht abgehen lasse», bevor sie nicht mit einigen nr vertrautesten Räthe entschieden hätte, daß die Erwiderung in dieser Form dem Vuier möge zugesendet werden. Ihrem Ermessen stellte er anheim, welche Vorkehrung^» bezüglich der Sichcrstelluttg des Landes zu treffen wären, dessen aber vorzüglich nahm Maria, bloß ein paar Wochen vor ihrem Hinscheiden, mit einer Geisteskraft und mit jener Entschiedenheit sich an, welche zu aller Zeit ein besonders hervortretender Theil ihres Wesens war. Die Gesinnung gegen ihre Kinder spricht sich am schönsten auS in einem Briefe, den sie einst aus Veranlassung einer für sie höchst wichtigen Frage dem Freiherrn von Rumpf schrieb: „Dessen," sagt sie ihm, „mögt Ihr Euch zu mir versehen, daß ich gegen meine Kinder eine solche Mutter bin, und so Gott will, bleiben werde, um so lange sie sich wohl gegen mich verhalten, nichts Anderes zu suchen, als deren Nutzen. Was ich verlange, geht weder auS Vorwitz noch auS Eigensucht, sondern aus wahrer Fürsorge um dieselbe» hervor. Ich habe mir diese Jahre her genug gelitten, so daß ich jetzt dessc» satt bin; wüßte ich aber, daß eS meinen Kindern zum Nutzen dienen könnte, so wollte ich cS noch gerne länger über mich nehmen und weder Mühe noch Arbeit scheuen." Als sie ihre Tochter Maria Christina in gefahrvoller Zeit und bei herrschender Unsicherheit durch die Türken nach Siebenbürgen begleiten sollte, schrieb sie eben Demselben: „Gerne wollte ich für sie sterben, wenn ihr damit geholfen wäre." Dergleichen Aeußerungen weisen aufs entschiedenste jeden Verdacht zurück, als wäre ihr strenges Aufmerken, daß während ihrer Abwesenheit, ohne ihr Vorwissen und ohne ihre Zustimmung in dem Hause Nichts von Bedeutung vorgenommen werde, auS einer andern Regung, als auS der treuesten mütterlichen Fürsorge, hervorgegangen. Allerdings sollte während ihrer Reise nach Spanien Ferdinand in Bezug auf seine Geschwister die Stelle des Hausvaters vertrete», aber bloß innerhalb der Gränzen der Aufsicht und deS ErmahnenS. Alles Uebrige behielt die Erzherzogin sich selbst vor, und nichts sollte ohne ihr Gutheißen geschehen. So vernahm sic unterwegs, ihre jüngern Söhne wollen sie zu Ferrara mit einem Besuche überraschen. „Das," schrieb sie Ferdinand, „glaube sie nicht, weil sie sichS nicht denke» könne, daß er ohne ihr Vorwissen ihnen' fo etwas erlauben würde." Während der Abwesenheit der Mutter ließ Ferdinand seinen jüngern Schwestern die hl. Firmung ertheilen. „Damit," bemerkte sie ihm. „hätte er wohl bis zu ihrer Rückkehr zuwarten können; würde sie die Sache für gut erachtet haben, sie wäre von ihr selbst angeordnet worden. In ihrer Abwesenheit hätte er sich keiner Neuerung unterstehen soiUn." Noch entschiedener drückte sie ihre Verwunderung darüber auS, daß Ferdinand seine Schwester Eleonora reiten lasse; „hätte sie das gewollt, so würde dieselbe längst schon Unterricht im Reiten erhalten haben." In der ScheivungSsache der Erzherzogin Maria Christina von dem Fürsten von Siebenbürgen wollte daher Ferdinand ohne Weisung der Mutter nicht daS Mindeste thun; sie aber gab ihm Vollmacht dazu, doch nur in Beziehung auf das, waS nicht bis zu ihrer Heimkunft sich ausschieben lasse. Eben so glaubte sie, die Einsetzung Leopolds in das BiSthum Passau könne bis dorthin auf sich beruhen, damit sie ihn erst ausstatten und mit ihm reden könne 14 Unterwegs wurde ihr gesagt, ihre Tochter Maria Christina gedenke nach München zu reisen. Da bemerkte sie dem Sohne abermals: „DaS könne sie nicht glauben, da sie niemals um Erlaubniß hierzu sey gefragt worden," und fügte bei: „Du und Maria kennen die Welt noch nicht, wie ich sie kennen gelernt habe; wohl Dem, der bei der dcntschen Einfalt bleibt." Entschieden mißbilligte sie, daß Ferdinand seine Schwestern mit sich ans die Jagd nehme. „Er sey," war ihre Einwendung, „nicht verheirathet; die Schwestern seyen cS auch nicht; die Mutter sey nicht dabei; waS die Welt dazu sagen würde?" Eben so wenig sollten in ihrer Abwesenheit seine Schwestern öfter mit Männern sprechen. „Du bist jung," schreibt sie ihm, „wolltest Du Alles thun, waS Deine Schwestern von Dir begehren, Du würdest viel Unrechtes thun. Maria hat bisher ein gutes Lob gehabt, ich möchte nicht, daß sie dasselbe verlöre." „Sie wisse," sagte sie dem Sohne ein anders Mal, „wie scharfe Blicke auf ihre Kinder geworfen würden und wie sehr das schnell fertige Urtheil der Welt zu befürchten sey." Ferdinand selbst aber wollte es sich nicht, kraft eigener Vollmacht, herausnehmen, die Mutter auf der Heimreise in München zu treffen, sondern bat sie erst: „sie möchte ihm erlauben, hinauf kommen zu dürfen." Hinwieder aber, als Maria wegen der Begleitung ihrer Tochter bis nach Spanien den Sohn um Geld angehen mußte, fügte sie bei: „Solltest Du finden, daß ich unnütze Ausgaben gemacht habe, so will ich mich zurechtweisen lassen." Der Reise wolle sie besonders deßwegen sich freuen, weil er damit zufrieden sey. So umschlang Mutter und Kinder ein anmuthigeS Band, gewoben aus der treucsten Fürsorge, der freudigsten Ehrerbietung und aus der lautersten gegenseitigen Liebe. „Wäre F. D. doch wieder bei uns," schreibt Ferdinand schon im dritten Monat nach Mariens Abreise, und sie erwidert: „Mir ist die Weil so lange, als Euch." „Wäre ich doch wieder zu Hause unter meinen Kindern!" ist der Herzenswunsch, den sie in jedem ihrer Briefe ausdrückt. Es dünkte sie schon ein Jahr zu sevn, seil sie dieselben gesehen. Im Begriffe, zu Genua sich einzuschiffen, schrieb sie dem nachmaligen Kaiser: „Ich nehme auf eine weite Reise von Dir Urlaub; Gott der Herr helfe uuS bald wieder zusammen. Du sollst Tag und Stunde wissen, wenn wir abfahren werden. Sterbe ich unterwegs, so bete für meine Seele." Bei Ferdinand aber beschränkte sich die kindliche Ehrerbietung gegen die Mutter nicht auf das Wort; sie prägte sich, für Jedermann wahrnehmbar, allem persönlichen Verkehre mit derselben auf. Niemals erschien der Sohn vor ihr, ohne daß er daS Knie gebeugt hätte; niemals erlaubte er sich, sie anders anzureden, alS: „Allergnä- digste Frau Mutter!" So oft sie zu Wagen stieg, bot er ihr den Arm; begleitete er diesen zu Pferd, so sprang er an der Burg schnell herab, um denselben zu öffnen, um die Mutter die Treppe hinaufzuführen. Alle ihre Wünsche galten ihm als Befehle; noch im Tode wollte er neben ihr ruhen. Dort zu Gratz finden sich Beider Särge, aber in welchem Zustande? ES gereicht der Nachwelt zu schwerem Vorwurf, daß sie die'hohen Tugencen solcher fürstlichen Personen in ihren Ueberresten nicht würdiger zu ehren weiß. So darf ich mir wohl Glück wünschen, wenn eS mir gegönnt ist, daS Dnnkel, welches die Mutter, dann die giftigen Nebel, welche daS Bild.dcö Sohnes bisher umhüllt haben, einigermaaßcn zu zerstreuen und darauf aufmerksam zu machen, welche leuchtende Gestalte» zur Freude, zum Troste und zu der innigsten Hochschätzung einem jeden wahren und würdigen Oesterreicher in ihnen entgegenleuchten. Mein Stoff ist noch nicht erschöpft; ich kann, wenn Sie cS wünschen, noch manches Schöne, was ans die Mutter sich bezieht, mittheilen, und von der Fürstin habe ich im Grnnde noch gar nicht gesprochen. iltpy 6niiln5i^?s ^ '.. , . -i''s»7U?MM»iN>sN!l v ,vi?vi>. Die Jefuitenmifsion in St. Polten. In den verflossenen Tagen wurde ich lebhaft an die Stunden gespannter Erwartung erinnert, welche das christliche Volk zu Antiochien zu Ende des vierten 15 Jahrhunderts erlebte, als es nach geschehener Empörung mit glühendem Bußeifer zur Kirche eilte, und dort stundenlange an dem Munde deS beredten Priesters Johannes ChrvsostomuS hing. Wir hatten nämlich hier eine heilige Volksmission, gehalten von Priestern aus der Gesellschaft Jesu. Nach den blutigen Tagen der Empörung traten diese ehrwürdigen Väter zum ersten Male vor dem österreichischen Volke auf, und kündeten ihm mit heiliger Begeisterung und aufopfernder Liebe durch eilf Tage hindurch die ewigen Wahrheiten des Evangeliums. Und das Volk eilte, wie einst daS zu Antiochien, in die Kirche, und scheute nicht Frost und nicht Unbequemlichkeit, sondern hing in lautloser Stille und mit würdevoller Andacht an dem Munde der vom heiligen Eifer durchglühten Priester. So konnte es nicht anders seyn, als daß diese Tage wahre Tage der Freude waren, sowohl für das christliche Volk, als für die hochwürdigen Herren Missionäre. ES waren die PP. Joseph und Mar von Klinkowström, Schmude und Rohmann, die durch die Predigt des Wortes Gottes und die Spendung des heiligen Bußsacramentes während der Mission mit bewundernSwerther Opferwilligkeil thätig waren. Im Ganzen wurden 42 Predigten gehalten, und die Kirche war stets gedrängt voll von Gläubigen aus allen Ständen; selbst Protestanten und Juden nahmen fleißig daran Theil. Drei Predigten wurden im Freien auf dem Dompla»e gehalten, weil der Zudrang deS. Volkes zu groß war. Der Himmel war der heiligen Mission besonders günstig, da während derselben die schönste Witterung herrschte, mitunter wahre Frühlingstage; und doch fand die Mission im December (12.-22. inel.) statt. Kein Unfall, kein Unglück, kein Erceß trübte das heilige Ereigniß; im Gegentheile wetteiferten die Gebildeten und daS Landvolk, daS in Massen zuströmte, Geistliche, Beamte, Soldaten, Bürger u. s. w. in der Kundgebung ihrer gläubig erneuten Gesinnung. DaS Theater mußte auö Mangel an Besuchern während der heiligen Mission geschlossen bleiben. Kurz, eS waren außerordentliche Tage, die wir durchlebten, wahre Tage deS HeileS, die gewiß Allen unvergeßlich bleiben werden, die daran Antheil nahmen. Die etwaigen Borurtheile, welche gegen die Jesuiten und die Missionen bestanden, schmolzen schon bei der ersten Ansprache des hochwürdigen P. SuperiorS, Joseph von Klinkowström, wie Eis beim Sonnenlichte, und man kann annehmen, daß die eifrigen Theilnehmer an der Mission von aller romanenhaften Gespensterfurcht gründlich geheilt sind. Man kann wahrlich nur wünschen, daß die Gesellschaft Jesu auch anderwärts Gelegenheit finde öffentlich aufzutreten, weil Niemand besser als sie selbst durch ihr bloßes Erscheinen sich rechtfertigen kann; und eS klingt wirklich bis zur Erbärmlichkeit lächerlich, wenn man die hiesige Stadt bedauerte, daß sie den Muth hatte, den hochwürdigsten Herrn Bischof um eine Jesuitenmission anzugehen. — Der Gang der Mission war, wie überall, der gleiche. Es wurde die ewige Wahrheit, fern von aller Controverse und Politik, ergreifend und erschütternd dargestellt, und darauf in daS verwundete Sünverherz der Balsam der göttlichen Liebe gegossen. Es ist somit gar nichts Neues, waS man in den Missionen hört; sondern nur daS psychologische Ineinandergreifen der durch innerlich fertige und von keiner Menschenfurcht gehemmte Priester Schlag auf Schlag vorgetragenen Predigten bewirkt mit der Gnade GotteS diese außerordentlichen Erfolge. Mit heiligem Dankgefühle preist man am Schlüsse der Mission den dreieinigen Gott und fühlt sich doppell glücklich, ein Kind der katholischen Kirche zu seyn, der so große Mittel sür daS Seelenheil der Gläubigen zu Gebote stehen. Rührend war die Abbitte vor dem Allerheili'gsten und der weihevolle Gesang unschuldiger Kinder nach der Marienpredigt; wahrhaft erschütternd die feierliche Erneuerung deS Taufgelübdes. Außer den gewöhnlichen Standeslehren fanden auch zwei Predigten für die Soldaten statt; zu allen Predigten, ohne Unterschied, stand Allen der Zutritt offen. (Oesterr. VolkSfr.) 10 Christliche Lesefrüchte und Betrachtungen eines Laien. - ..niinLP' tzm ^n»M ms?KiWe^A,,.^-,,,,s, ^«u . -^7iN. iu, ^iicifiimttl^K ,sji»zfl zni» 7>ist ni),l LL^tvkl ?iW .l»niiiriaiii>i(N'!N Ssnnv^L Die Zurückgezogcnheit und Unsichtbarkeit Gottes vor unserm geistigen Auge und Erkennen ist für uns eine reiche Quelle der Heiligung und der Tugenden, die nicht ohne Kampf erlangt werden können («denn daö Himmelreich leidet Gewalt"); eS ist nicht schwer, sein Leid zu tragen, wenn man die leitende Hand GotleS gleichsam über sich erblickt, aber eS ist schwer und verdienstlich, wenn man, beraubt dieses hoffnungsreichen und stärkenden Trostes, den Dornenweg durch Finsternisse in Geduld und Demuth wandelt; — so ist eS auch nicht schwer, von Stufe zu Stufe der Vollkommenheit zu gelangen, wenn man daS Antlitz GotteS über sich leuchten sieht und sich von dem Wehen Seines heiligen Geistes umrauschl fühlt; da hat man Riesenkräfte, da hat man eine himmlische Heiterkeit und Stärke und fliegt gleichsam dem Ziele entgegen; schwerer und verdienstlicher aber ist eS, wenn man ven Weg zur Vollkommenheit im Zustand der Einsamkeil der Seele, beraubt der Süßigkeit des göttlichen GiiadcntrosteS, in Geduld und Ausdauer wandelt und oft keinen andern Gefährte» mehr auf diesem rauhen Wege hat, als das Wissen, daß Gott eS so will und als die demüthige Ergebung in diesen heiligen Willen. 6iN7B!l 7)1 7KM iMuuiH. 7i(Z? .70« g07p. 6nu ^wklöljMlkjlnD 57H0M 7Zjniilim ,5>chf77d?l giiunitiÄ Ztsn6cht >i1 n^t^7»cl Ein Mensch, in dem daö innere Leben der Gnade gegründet ist uuv der weiß, „wie süß der Herr ist", kömntt mir den Weltkindern gegenüber vor, wie ein Slum- mer; er hat ihnen gegenüber keine Sprache, um auszudrücken, waS in ihm lebt; ja er kann es ihnen nicht einmal durch Zeiche» verständlich machen, denn sie sind blind dafür. So muß er seiue Seligkeit allein in sich tragen, wie sehr eS ihn auch drängt, sie aller Welt zu verkündigen und begreiflich zu machen. ".NMgva "wiimü »071.tZ .u^Zck, i»OnlO. chi«ß»H7,n,'i» N-.U» Hi«>k >n Warum betrachten wir Sonne, Mond und Sterne so stumpf und mit so wenig heiliger Ehrfurcht? Und sie gehören doch mit zu den allerältesten Urkunden deS Werkes der Schöpfung! Oder glaubt Ihr, die Sonne, der Mond, die Sterne, welche Ihr jetzt am Himmel seht, seyen andere, als jene, so dort z» schauen waren gleich nach Erschaffung der Welt? Adam und Eoa und nach ihnen alle Menschen, Heilige und Sünder, haben sie geschaut herab bis auf unsere Tage; betrachtet sie also mit großer Ehrfurcht und Erbauung! n»s M«W I»s bst ßvÄ ,!7,U V'7Z? t'7vlT » kiisiö sicl nvm tMZ« >chi!i,Mk tttl 7,^ vnvO 7Z?? — .lv-!'^uu> iiciWmii'^ui'ft^ ^ni!> mu i^lk-»iS- U77'»K N,tisii57ü«ft'itl Die Katholiken in Holland. Wie sehr die Katholiken in Holland bei öffentlichen Aemtern gegen die Protestanten zurückgesetzt werde», beweisen folgende statistische Notizen. Die Zahl der Katholiken in den Niederlanden verhält sich zur Gesammtbevölkernng wie 2 zn 5. Im Staatörath und bei der Volksvertretung zählen die Katholiken aber 27 auf 176 Mitglieder, also im Verhältniß wie 2 zu 11. In den verschiedenen Ministerien kommen auf 173 Beamte bloß 41 Katholiken, am höchsten Gerichtshof und in ander» StaatS- collegien auf 93 Mitglieder 8 Katholiken, bei gelehrten Korporationen auf 161 Ti> tulare 8 Katholiken, in der Armee auf 605 Officiere 28 Katholiken u. s. w.; überhaupt auf 1818 königl. Beamte vlvß 132 Katholiken, also ein Verhältniß von 2 zu 25, anstatt 10 zu 25. Ein ähnliches Verhältniß findet in den Provinzen statt. Aerger aber noch als im Mutterlande ist es in ven holländischen Kolonien. Bei einem so unverhältnißmäßigen Uebergewicht protestantischer Beamten, und bei dem Bestände mehrerer protestantischer Gesellschaften, deren Bestrebungen insgesammt gegen die kathol. Kirche gerichtet sind, ist eS wohl leicht erklärbar, daß den Katholiken ihre wohlbegründeten Rechte immer vorenthalten bleiben. Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen, Verlaqs-Juhaber: F. E. Aremer.