Dreizehnter Jahrgang. . - ^ M . . sonntags-Beiblatt zur Augsburger Pokzeituilg. -,.i..,^^„'.',>.n-W i„i n',,f.'.! ^ui-i u^!>r>,'- .mMY»k'Nr-k! S.vu ,3. März H"- KL. !8.^3. Dieses Blatt erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der halbjährig? Abonnementsvret« 4V sr., wvfür es durch alle fönigl. bayer, Postämter und all« Auchhaudlungev bezog«» werden kann- Bericht über die von t?. L. Wenninger 8. ^. im Jahre 1852 abgehaltenen Missionen in den Vereinigten Staaten Nordamerikas. ytilltVÄ?» ÄNll N.vtvs' '/^MiM>W 75? Mi .>>»^i^«?^,»» «. >u^»>»» ^ Ich begann in diesem Jahre meine MissionS.arbeiten mit der Erneuerung der Mission, die ich im verflossenen Jahre in der heiligen Marienkirche zu St. LouiS abgehalten. Wenn eine Mission Gutes bewirkt, so gilt daS sehr oft noch mehr von der Erneuerung der Mission. Missionär und Volk keynen sich schon; eS ist der Besuch deS ArzteS, der sich um seinen ReconvaleScente» erkundiget, was gleich ermunternd für die Standhaften, und heilsam für die Schwachen wirkt. Der Gegenstand meiner Betrachtungen und Unterweisungen war die Betrachtung von den „zwei Fahnen", nämlich von der Fahne Christi und der deö Luziser. Diese Betrachtung bietet den geeignetsten Stoff durch acht Tage für eine GeisteSerneucrung, und um darauf hinzu» weisen, wo eS gefehlt, wenn man auch nach der Mission nicht gültig gekämpft als Kind der streitenden Kirche GotleS. Besonders in jenem Stadttheil von St. LouiS, der von leichtsinnigen Christen und Religivnöspötteru arg heimgesucht ist, taugte mir daS Thema. DaS Volk nahm wie bei der Mission den lebhaftesten Antheil daran. Der hochwürdige Herr Generalvicar Melker wacht als eifriger Seclenhirt über diese Gemeinde. Die guten Tiroler-Sänger auS der Familie Hauser, die hier etablirt find, erhöhten durch ihren harmonischen Gesang die Feier der Abendstunden. Als ich während der Mission in mein Zimmer eintrat, fiel ein Schuß, und drang dnrch daS Fenster in daS Zimmer. Wie daS gemeint war weiß ich nicht, allein eS stimmte so ziemlich mit dem Thema ein, das ich so eben behandelte: „Loelesis militsns!" „die zwei Kriegesfahnen." Als ich diese Renovation beschlossen ließ mir der hochwürdige Psarrer der Drei- faltigkeitSkirche zu Neubremen, der Schwesterstadt von St. LouiS, keine Ruhe, auch dort die Erneuerung der im verflossenen Jahre daselbst abgehaltenen Mission vorzunehmen. Ich erklärte zwar, daß eS unmöglich sey, bei so vielen MissionSgelegcnheiten da wo noch keine Mission war, sich mit Erneuerung derselben zu befassen, waS nur ausnahmsweise in St. Louis geschah; er hielt solange an, bis ich einwilligen mußte. Mein Thema war die Parabel von dem Verlornen Sohne. — Neubremen ist der Hauptsitz der sogenannten „freien Männer" in St. LouiS. ES ist dieß ein wahrer SatanSbund, der darauf ausgeht, dem Volke nicht nur allen Glauben, sondern jedes religiöse- Gefühl aus dem Herzen zu reißen. Der Stifter dieselben ist ein gewisser Börnstein, Redacteur einer radikalen Zeitung, genannt „der Anzeiger deS Westens." ES freut mich, kürzlich gelesen zn haben, daß zwei Dränen in St. LouiS demselben auf der Straße aufgepaßt, und mit Ochsensehnen den Rücken tüchtig durchgeklopft. — Börnstein warnte seine Neubremerfreunde bei dem Beginn der Mission, sich nicht von .tzttlm'illnE. nwskxn'tE den Jesuiten bethören zu lassen, sondern sich fest an das Losungswort zu halten: „AlleS zur größeren Ehre der reinen Vernunft." Er schickte auch einen seiner Emissäre hin, zu hören, wovon ich predigte. Der Mann kam gerade zur Betrachtung von der Hölle, und fühlte sich natürlich nicht ganz behaglich darin. Eben diese Besorgtheit der sogenannt freien Männersecte machte, daß die Katholiken noch entschiedener auftraten, und waS bei Erneuerungen der Mission sonst nicht geschieht, am Schlüsse Kanonen abfeuerten, und unter festlicher Musik ihre Vorsätze unter dem Kreuze erneuerten. — Einige Protestanten, welche selbst bei der Mission im vorigen Jahre noch hart geblieben, ergaben sich jetzt und legten ihr Glaubensbekenntniß ab. Ich überschiffte hierauf den Mississippi und gab die Mission in der St. Libor^i Gemeinde, der Diöcese Chicago angehörig, im Staate JlinoiS, welcher St. LouiS und dem Staate Missouri gegenüber liegt. — Ich fand daselbst die beste Gemeinde von Deutschen in ganz Amerika. — Der gute Pfarrer sagte mir bei meiner Ankunft: „Sie finden hier ein Volk, wo Jeder will "was Einer will, sie sind ein Herz und eine Seele." So fanv ich eS auch in der That. Ich richtete daselbst ein Missionskreuz auf einem hohen Piedestal auf, waS bei einem Kreuz von etwelchen dreißig Fuß Höhe einen majestätischen Anblick gewährt. Bevor ich eS aufrichtete that ich der Gemeinde einen Vorschlag, waS ich sonst nicht zu thun pflege; allein der gute einmüthige Zustand derselben bewog mich dazu, besonders da der Pfarrer eS sehr wünschte. Diese Gemeinde besitzt die größte Landkirche im Staate Jlinois. Es lasteten aber noch Schulden auf derselben. Da bemerkte ich der Gemeinde, wie schön und erbaulich es wäre, wenn sie, bevor ich daS Kreuz als Andenken an eine so huldreiche Gnadenzeit errichte, die Kirche von allen Schulden befreiten; damit sie das HauS deS Herrn sey, der sie so eben in seiner unermeßlichen Erbarmniß von ihren Schulden vor seinen Augen befreit hat. Ich that den Vorschlag, um alle Störung zu meiden, vaß jeder für sich auf einen Zettel dem Pfarrer seine Gabe aufzeichne oder sonst privatim übergebe. — Mit Freuden folgte das Volk der Einladung und nicht nur wurden sogleich die Schulden gedeckt, sondern der Rest deS Geldes wurde bestimmt, um eine Glocke herbeizuschaffen, die als Andenken an die heilige Mission täglich zum englischen Gruß geläutet werden sollte. — Während dieser Mission ereignete sich auch noch der Fall, daß ein Eheweib ihren lutherischen Mann bat, ihr die Legende der Heiligen zu kaufen. Ich pflege Sorge zu tragen, daß daS Volk sich die Legende des?. Vogel, die ich für Amerika neu bearbeitete, anschaffen könne. Der Mann kauft die Legende, und lieSt darin im Heimfahren auf seinem Wagen. Er las hierauf die ganze Nacht fort im Hause, und am Morgen erklärte er, er wolle auch ein Kind jener Kirche seyn, wo diese Heiligen gelebt. Welch ein Trost für sein gutes Eheweib, und für mich und die ganze Gemeinde zugleich. Nach dieser Mission gab ich die Renovation zu Belleville. — ES ist diese Stadt besonders von sogenannten Lichtfreunden 5 !a Hecker bewohnt, der in der Nähe dieser Stadt lebt. DaS Beispiel von St. Louis regte den Pfarrer von Belleville so auf, daß ich nicht umhin konnte, auch in seiner Gemeinde diese Missionserneuerung vorzunehmen; — es darf mich auch in der That nicht reuen, es gethan zu haben. Hierauf begab ich mich in daS große deutsche Settlement von Germantown oder Schollkreek. — Diese Gemeinde bewohnt um ein Stävtlein herum eine der Prairien JlinoiS'. ES sind dieß große Ebenen ohne Waldung. Dieselben bieten im Frühjahr, wenn alles mit Grün und Blumen bedeckt ist, einen herrlichen Anblick. — Wie eifrig sich die Gemeinde an der Mission betheiligte mag ein doppelter Fall beweisen. Ein Mann, der trotz dem besten Beispiel der ganzen Gemeinde, die alle zeitlichen Geschäfte beseitigte, dennoch vorgab, mit seinem Gefährt zu irgend einer Arbeit forlzu- müssen, trieb seinen Wagen durch die Prairie, während die übrigen Leute insgesammt in die Kirche eilten. Da blieb er nun im Kothe stecken, der an manchen Stellen dieser Prairien furchtbar tief ist. Da nun kein Mensch in den Häusern war, der ihm heraushelfen konnte, da Alles zur Kirche ging, mußte der Mann zur Heilsomen Buße, daß er nicht dahin gegangen, den ganzen Tag im Kothe stecken. Alles sagte lachend: 83 DaS geschah ihm recht! — Einen noch auffallenderen Beleg dieses Eifers gab mir eine Aeußerung des hochwürdigen Herrn Pfarrers selbst. — Er wurde zu einem Kranken gerufen, und sagte bei seiner Heimkehr, wie sonderbar eS ihm gewesen, daß er auf der ganzen Prairie, wo man sonst bei diesem weiten Ausblick über alle Häuser und Felder immer so viel Menschen sieht, auch nicht einen einzigen gesehen; so daß sein Pferd selbst durch diese ungewohnte Einsamkeit erschreckt scheu um sich blickte, und ganz froh aufwieherte, als eS, zur Kirche kommend, dort die Leute versammelt erblickte. Dieser Pfarrer ist der in Bayern bekannte Graf Moragna, der seither zu den Bene- dictinern in Pensylvanien eingetreten. — DaS MissionSkreuz erhebt sich gerade im Mittelpunct deS StädtleinS, und kann in weite Fernen gesehen werden, da eS wie gesagt von diesen weiten Ebenen umgeben ist. Von hier auS fuhr ich den Mississippi aufwärts nach Alton. — Diese Stadt hat eine sehr verkommene kleine deutsche Gemeinde. Vergebens hatten sich schon einigemale Missionäre dahin begeben, um den Eiser derselben zu beleben. Es gelang mir mit Gottes Beistand , dieselbe durch die Mission in der Weise zu beleben, daß der Seelsorger bei meiner Abreise mir sagen konnte: „Wenn bei andern Missionen nur der fünfte Theil von dem geschieht, was hier geschah, so kann man Gott nicht genug für den Segen derselben danken." Ich kehrte von dort nach St. LouiS zurück, um in der dasigen St. Vincenz- kircke noch unvergleichlich mehr Trost zu erleben, und die Gnade deS Herrn anzustaunen. — Ich hatte zwar in St. LouiS schon drei Missionen und drei Renovationen gegeben; indeß blieb eS doch sehr wünschenSwerth und nothwendig, auch im südlichsten Theil der Stadt eigens eine Mission abzuhalten. Man kann nämlich in den Städten Amerikas auS Rücksicht auf die Ort- und Arbeitverhältnisse die Mission nicht anders als am frühen Morgen und am späten Abend abhalten. Da allerdings versammelt sich die ganze Gemeinde, aber die entfernteren Gemeinden können nicht in Masse Antheil nehmen, besonders nicht in St. Louis, welche Stadt bei fünf englische Meilen lang ist. Während des Tages sind nur Standesunterweisungen für das Frauen- geschlecht und die Kinder möglich, und die Beichtgelegenheit nach den verschiedenen Ständen. Ich entschloß mich demnach, der Einladung der Väter Lazaristen zu folgen, und mit dem Beginn der heiligen Fastenzeit eine große Mission in ihrer großen, ja wohl größten Kirche von St, Louis zu eröffnen. Diese letzte Mission von St. LouiS war ohne Zweifel auch die besuchteste und denkwürdigste. — Ja wo sind denn die Leute, hieß eS in den leer stehenden Gasthäusern. Alles ist in der Kirche, war die Antwort. Da gingen auch solche auS Neugierde, die sonst wohl nie gekommen wären. Selbst der oben genannte Börnstein mit ungefähr sechzig der sogenannten freien Männer fand sich am Schlüsse ein, und mehrere derselben bekehrten sich währen» der Mission selbst. Die Kirche wurde so gedrängt voll, daß das Volk in der Nacht vor den drei eröffneten Kirchthüren noch auf der Straße stand. — Das Missionskreuz stand am Schlußabend auf einer Platform im PreSbyterium, mit strahlenden Pyramiden umgeben, und eiu LöWstimmigeS deutsches „Großer Gott wir loben dich" erhob sich durch die mit zahllosen Lichtern beleuchteten Räume des großen Gotteshauses dankerfüllt zum Himmel. Einige Protestanten legten noch TagS darauf ihr GlaubenS- bekenntniß unter dem MissionSkreuz ab. Von St. LouiS eilte ich nach EvanSville, im Staate Jndiana am Ohio gelegen. Ich gab dort die Mission in der großen neuerbauten deutschen Kirche. — Merkwürdig war mir bei dieser Mission die Aeußerung einer zur heiligen Kirche bekehrten Protestantin. Sie sagte nämlich, daß der Hauptbeweggrund ihrer Bekehrung der gewesen, daß sie bei aufmerksamer Lesung der heiligen Schrift aufgefunden, daß gerade die Katholiken das besäßen und in Uebung hätten, wovon die heilige Schrift spricht, und was man bei den Protestanten vergebens sucht, die doch gerade auf daS Zeugniß der heiligen Schrift sich zu berufen pflegen: als da sind: ein Priesterthum, ein Opfer, daS Fasten, die heilige Oelung, die Ehe als Sacrament und dergl. - Gewiß ein offenbarer Beweis, wie nicht nur diese Person, sondern jeder aufrichtig die Wahrheit suchende Protestant durch daS Zeugniß der heiligen Schrift selbst zur Erkenntniß der Wahrheit der heiligen Kirche gelangen könnte, und wie man mit Recht den Protestanten gerade die Worte entgegenhalten kann, die Christus zur Beglaubigung seiner Senkung den Juden sagte: Ihr meinet, daß in den heiligen Schriften daS Leben sey; forschet in denselben, sie selbst sind eS, die von mir Zeugniß geben. — DaS gilt auch von der heiligen Kirche GotteS. Von EvanSville hatte ich einen weiten Weg zur nächsten MissionSstation zurückzulegen. Doch da besonders in Amerika alles mit Dampf betrieben wird schwinden die Entfernungen. Ich eilte nämlich nach New-OrleanS, um daselbst noch in der heiligen Charwvche die Missionen zu eröffnen. Das Dampfschiff, welches mich dahin brachte, ist das größte, daS je die westlichen Gewässer befahren. Der Name selbst sollte eS anzeigen: eS heißt Eklipse. Ein in der That prachtvolles Boot; daS schönste und reichste, daS ich je gesehen. Es mißt 365 Fuß in die Länge und 18 in die Breite, und hat 17 Boilers oder Dampfkessel. Ein Maler hätte am Bord des Schiffes die schönste Gelegenheit gehabt, die verschiedenen Ausdrücke der Verwunderung an den schwarzen und weißen Gesichtern auszuzeichnen, welche, wenn daS Schiff an einem Ort anlegte, herbeieilten, um dasselbe in Augenschein zu nehmen.— Merkwürdig und sehr angenehm ist auch der Eindruck einer so schnellen Fahrt vom Norden nach dem Süden ob deö wechselnden Eindrucks des Landes und des Klimas. Ich verließ EvanSville im Staate Jndiana noch mit Schnee bedeckt, und stehe nach ein paar Tagen war ich mitten im Frühling, und noch ein Tag und ich fühlte die Sonnenhitze, so daß ich mich schnell um eine andere Gattung von Kleidern umsehen mußte. New-Orleans gilt als die sittenloseste Stadt der Welt. Wie der Boden so ist daS Erdreich der Herzen. Der Boden ist reine Alluvion vom Schlamm deS Mississippi, der bei der Stadt höher als dieselbe liegt, vorbeiflicßt. Jährlich ist AlleS in größter Gefabr der Ueberschwemmung, und das Versinken der Stadt ward ihr oft vorausgesagt. Da bleibt nun auch nur das von der Einwanderung der Deutschen hangen, waS nicht mehr weiterkann, und hat man sich etwas erworben, dann halten manche geknüpfte Verhältnisse die Ankömmlinge fest. — Großer Gott! wie sah eS da auSÜ — Ich begann die erste Mission zu Carolton,-einer Schwesterstadt von New- OrleanS, und mit ihr durch eine Eisenbahn verbunden. Ich dachte mir, als ich die Kanzel betrat, unwillkürlich, waS die Machabäer zum Herrn gerufen: Herr, wenn du nicht hilfst, dann ist hier AlleS verloren. Osgtio — ex nikilo. Doch daS eben war mein Vertrauen und täuschte mich nicht. Ich halte den Trost wie in Ncw-OrleanS noch nirgend erlebt. Ich staunte nur, wie und warum die Menschen jetzt herankamen, die Jahre und Jahre lang die Kirche nicht betreten. Frauen, die 10 und 16 Jahre keine Messe gehört, und nichts zur Entschuldigung zu sagen hatten alS: Andere haben eS auch nicht gethan; oder, ich wußte nicht, daß eine deutsche Kirche hier sey. — Laßt euch doch uicht zum Narren haben, eS gibt ja gar keinen Gott! so schrie ein Mensch noch während der Mission — und anch dieser Mensch kam!! kx uns nosoe omnes. — Der Piarrer sagte, er habe nicht den zehnten Theil seiner Pfarrkindcr, die sich jetzt zur Mission versammelten, früher gesehen. — Auch die Crevlen und mehrere Neger, die französisch und englisch sprechen, nahmen Antheil daran und beichteten. Dieser Umstand eröffnete mir die Gelegenheit zn einem Sclaventriduum, das ich später gab. DaS MissionSkreuz richteten wir in der Kirche am heiligen Charsreitag gegen drei Uhr Nachmittag auf: ein herrliches großes Kreuzbild mit einem Christus in Lebensgröße; ein Geschenk des hochwürdigsten BisckofS von Mobile. Eingeweiht wurde eS am Osterdienstag als dem Schlußtag der Mission. Hierauf eröffnete ich am weißen Sonntag in der Osteroct.we die Mission in der Stadt New Him,G R hatten, und am Schlüsse war die Stimmung in dieser früher so zerrissenen Gemeinde so einhellig, daß man sagen konnte, man wußte nicht Einen, der nicht derselben guten Gesinnung und Stimmung geworden wäre, wie der Guß einer einzigen Glocke. Man schritt sogleich zum Wiederaufbau der Kirche, und der Bau schreitet nunmehr, so viel mir bekannt, rasch seiner Vollendung entgegen. Bevor ich New-OrleanS verließ wartete meiner noch eine andere peinliche, aber zugleich doch überaus trostreiche Arbeit. Man bat mich, ein JubiläumStriduum für die Sclaven auf einer Plantage jenseits deS Mississippi zu halten. Ich sagte scherzweise: wenn ich fünfzig Neger zur heiligen Kirche aufnehmen kann, komme ich. Man nahm den Vorschlag lächelnd an, und er erfüllte sich buchstäblich. Eine sehr eifrige betagte Person, eine Französin, oder wie man hier sie nennt, eine Creole, d. h. eine in Amerika gebonie Französin, bereitete mir daS Feld. Ich gab daS Triduum und hatte die Freude, bei fünfzig dieser Sclaven, die theils ungetaust, theils Methodisten oder Presbyterianer waren, in die heilige Kirche aufzunehmen. Allein eS war auch ein hartes Stück Arbeit, und ich dachte öfter an den seligen ?. Claver, der den Kelch in vollen Zügen durch vierzig Jahre schlürfte, aus dem ich nur drei Tage einige Tropfen trank. — Ich predigte nämlich unter TageS den freien Creolen französisch; Abends den Sclaven französisch und englisch. Im April ist eS in New-OrleanS schon sehr heiß, eS liegt im Breitegrad von Cairo. Um dem ungeheuren Andrang der MosquitoS abzuwehren mußte man die Fenster und Thüren der vollgepfropften kleinen Kirche schließen. Waren die Predigten vorüber, dann drangen die MoSquitoS doch in solcher Menge ein, so wie man die Thüren öffnete, daß die Wände ganz schwarz belegt schienen. Nun hieß eS bis zwei Uhr Nachts und darüber Beichtsitzen, und dann gegen Morgen mit Rauch und Dampf diese andächtigen Thierlein wieder aus dem Kirchlein vertreiben. Doch wie verschwindet diese kleine Last gegen den Trost, den man hat, so vielen verlassenen und doch für das Reich Gottes so ganz bereiteten Seelen beizustehen. AuS Mangel an Seelsorge gehen in Louisiana unzählige Seelen besonders unter den Sclaven verloren. Ich fand einen ziemlich bejahrten Neger auf dem Felde im Vorbeigehen, und hörte, dasz er noch nicht getauft sey. Ich redete ihn an, sprach von der Erlösung durch Jesum Christum, und von der Nothwendigkeit der heiligen Taufe, und verwies ihn an einen nicht weit davon wohnenden Priester zum ferneren Unterricht, Bald darauf wurde er mit noch einer Negerin getauft, indem er sich dabei äußerte, „eS sey ihm nur leid, daß ihm Niemand früher etwas davon gesagt habe!! — AIs ich mein Triduum bereits endigte, kam noch eine Negerin in die Sakristei, warf sich auf ihre Kniee und rief: ich habe gehört, Sie seyen gekommen im Namen des Herrn! Vater, retten Sie mich. Ich nahm sie noch in die h. Kirche, auf. So füllte sich in wenigen Tagen die Zahl von fünfzig, die mir auf dem Weg meiner Mission wie verwahrloste reife Früchte zu hängen schienen, und die zu pflücken sich Niemand kümmert. Wie viele Seelen find in und bei New- OrleanS und überhaupt in Louisiana, Alabama, und in den Sclavenstaaten in derselben Lage. Ick folge meinem Berufe, unter den Deutschen hier zu wirken, deren geistliche Nöthen nicht geringer sind, aber eS blutet mein Herz vor Schmerz, wenn ich mit Augen sehe, wie viel hierorts für die Neger gethan werden könnte, und wie Niemand ist, der sich um dieselben kümmert. Schon hatte ich wieder das Schiff bestiegen, um nach Jndiana zur Abhaltung von Missionen zurückzueilen, da erhielt ich ein drittes Schreiben von Mobile, wo mein alter Freund Jenni verweilt, der endlich eist sich entschließen konnte, auS Gehorsam Priester zu werden, vor welcher Würde seine Demuth sich so lange sträubte. Er bat mich so inständig, Ihm den Trost nicht zu versagen, und seine Primizpredigt daselbst zu halten, daß ich mich entschloß, seinem Wunsche zu willfahren, da man in einer Nacht von New-Orleans über die Seen des GolseS von Merico dahin führt. Er lud mich ein im Namen aller Väter des Kollegiums, mit der Bitte, den vielen Zöglingen daselbst zugleich zu predigen. Ich eilte dahin, und bereue eS nicht daselbst gewesen zu seyn. Ich tröstete mich nicht nur, meinen guten vortrefflichen . , 86 Freund am Altare begrüßen zu können, sondern eS erfreute mich auch sehr, dieses blühende Institut der Gesellschaft Jesu in Augenschein zu nehmen. Gegen 3l)0 Zöglinge der besten Familien des Südens werden daselbst erzogen. Der Moniteur catho- lique von Ncw-Orleans sagt in einer der letzten seiner Nummern, der Succeß dieser Erziehungsanstalt sey beispiellos. — Ueberhaupt haben die Vereinigten Staaten außer den Iesuitencollegien kaum zwei oder drei katholische Erziehungsanstalten für höheren Unterricht, was zur Steuer der Wahrheit hier beigefügt werden muß, um sich zu erklären, warum die Gesellschaft Jesu hierorts ein so besonderes Augenmerk auf die Collegien richtet. Die Hoffnung der Kirche in Amerika beruht ganz besonders auf der heranwachsenden Jugend, und die ist viel zu wenig bedacht. Wären diese vielen Iesuitencollegien nicht, die höhere Bildung der Jugend läge beinahe gänzlich in den Händen der Protestanten. Springhill liegt auf einem Hügel nächst der Stadt Mobile und gewährt einen prachtvollen Ausblick auf die Bai und Umgegend. Ich versprach den Deutschen, die so eben zum Bau einer eigenen Kirche sich vereinigen, dahin zu kommen, so bald dieselbe vollendet ist, um die Mission abzuhalten. Dieß dürfte dann geschehen, wenn ich in einiger Zeit, dem Rufe deS Bischofs von Galveston folgend, mich zu den Deutschen in TeraS begebe. (Schluß folgt.) glll,??«« IUUl»y»yiM °w,1 »II u .»!ws llvv ^yli>> I!^>»! iliiiqcmqiljllciS 1>«z'k> ^«>lMp5»M - - S0Z!iist^(jM .1 .i.j,! ^ Entweder — oder! Dem Deutschen Volksblatt wird aus dem Schwarzwald geschrieben: Wie ich vernehme, soll der geistliche Rath und Professor Schleyer aus dem Kataloge der Vorlesungen an der Universität Freib.urg für das Sommersemester gestrichen worden seyn. Sehen wir darin auch nicht mehr, als daß gewisse Leute ihr Müthchen gekühlt, so dürfte eS doch an der Zeit seyn, ernstlich zu erforschen, waS diese Menschen und waS wir eigentlich wollen. An ihren Früchten werden wir sie erkennen! Sie haben dem Unterthanen den Glauben an Gott genommen, indem sie ihm die sogenannte Aufklärung, d. h. Versinnlichtheit predigten. Der schlichte, nüchterne Geist ist deshalb von unserer Bevölkerung mit der alten deutschen Treue und Biederkeit gewichen; mit der modernen Kleidung hat diese die Verdorbenheit, Untreue, Verschlagenheit angezogen. Sie haben die Klöster, daS lebendige Bild der religiösen Sittlichkeit, daS Obdach der Unglücklichen, die Nährstätte so vieler Armen, den Beschäftigungsort so vieler Arbeitslosen abgeschafft; daS Kirchengut, daS seinen reichen Segen so vielen jetzt unglücklichen Gegenden — wie die um St. Blasien — brachte, verschlungen; die Zehnten mußte der Bauer, dem es früher nickt schwer wurde, einige Garben von den ihm durch GotteS Gnade Geschenkten seiner Kirche zu bringen, ablösen. So fiel er in die Hände der Wucherer. Die Hofgüter wurden zerstückelt, die Erblehen aufgehoben. Während früher die Familie durch die heilige Religion zur Liebe, Demuth und Duldung angefeuert, friedlich beisammen auf dem gemeinsamen Gute lebte, unsere Bevölkerung die Armuth nicht kannte, haben es diese „Volksbeglücker" nun durch Abschaffung alles Althergebrachten so weit gebracht, daß jetzt ganze Dörfer vergantet werden. Die moderne Erziehung hat diesen Unglücklichen auch ihren letzten Trost — die Religion — genommen. Und von einer so systematisch cntmoralisirten Bevölkerung erwartet man noch Unterthaneiitreue? Wenden wir uns zu den sogenannten Gebildeten: Gervinus hat eS nur zu sehr verrathen, daß Alle, die nicht streng religiös - conservativ sind, eS mit den KossuthS und Mazzinis halten I Und gerade den noch übrigen Theil der Bevölkerung, die Männer, welche nicht — wie die Gothaer — zur Zeit der Gefahr Verrath spielten oder feig davonliefen; den Theil, auf welchem allein die Zukunft der Monarchen ruht, sucht man bei unS auf alle mögliche Weise von ihrer treuen Gesinnung abwendig zu machen. Man verfolgt Büß, Schleyer und Andere, läßt aber die Atheisten und Demokraten — daS sind jetzt nach Gervinuö' Geständnis) auch die Gothaer — ihre verderblichen Fäden spinnen. 87 Die Menschen, welche jetzt Raub und Mord in Europa entzünden — sie haben es auf den Schulen, auf den Universitäten gehört; oder — was sollte einen Pan- theisten oder Atheisten von dem Schändlichsten abhalten? Sollten diese nicht AlleS wagen, um das zu verwirklichen, was ihnen als Höchstes in einer Zeit eingeimpft wurde, in welcher der Geist am empfänglichsten ist? WaS auf den Schulen versäumt wurde, das holten die atheistisch-anarchischen Schriften nach. Und — doch wird Dr. Büß zur Verantwortung gezogen, weil — er Reorganisation der Erziehungsanstalten im religiöS-conservativen Sinne will!! — GervinuS, der immer RongeaniS- mus und „Revolution" gepredigt, wird — wie bemerkt — von Männern in Schutz genommen, deren Pflicht eS wäre, das gefährliche Unwesen offen und entschieden zu bekämpfen, und damit ja kein gutgesinnt-energischer Beamter sich mehr an seiner ron- gisch-revolutionären Hexenküche vergreife, muß jetzt zuvor gefragt werden, ob eS erlaubt und genehm sey, den bösen Feind zu beschwören. Erinnert nicht GervinuS' Proceß an jenen gegen Struve? Dieselbe Zeit, dieselben Freunde, dieselben Lügen. Die neuesten Ereignisse haben gezeigt, daß Europa ein revolutionärer Vulcan ist; dieser Erscheinung gegenüber sollten unS endlich die Augen aufgehen! Es gibt jetzt nur ein: Entweder — Oder. Entweder die Fürsten lassen es gehen wie eS ging, entfremden sich noch die letzten treuen Kämpfer; und wir gehen unwiderruflich einer noch nie gesehenen Barbarei, Anarchie und Gottlosigkeit entgegen. Oder sie schaaren alle religiöS-conservativen Elemente zusammen, und kämpfen den Unglauben, GothaiS« muS und alleS Unsittliche von Grund auS darnieder. Dieß kann aber nur geschehen, wenn eine neue Generation in den wahren Grundsätzen der Religion und Unterthanentreue erzogen wird. Letzteres ist eine bloße Folge deS Ersteren. Deßhalb war, ist und wird daS Felbgeschrei der Anarchisten immer seyn: „nieder mit den Pfaffen, nieder mit den Jesuiten." Ja, die Religion allein ist die Stütze des Staats. Möge man ihr frekS Walten gestatten, möge man der Kirche — indem man sie freigibt, reichen Segen, den Völkerfrieden und das Glück ihrer Fürsten wieder bringen lassen; möge man ihr durch Administrirung ihrer Güter, Anstellung der Geistlichen die Lebensader nicht ferner unterbinden. Die Kirche kann nicht wirken, so lange sie Diener hat, die nicht ganz von ihr abhängen; anerkenne man ihre natürlichen und geschichtlichen Rechte und sie wird das Unkraut ausrotten, und zeitlich und ewig glückliche Menschen wieder schaffen — ehe eS „zu spät" ist! DaS Coneordat zwischen Oesterreich und dem römischen Gtuhle. (Nach dem Unlvcrs.) Die deutschen und italienischen TageSblätter haben verschiedene Male von den Unterhandlungen gesprochen, welche zwischen Oesterreich und dem heiligen Stuhle zum Zwecke eineS ConcorbateS eröffnet worden seyen; sogar die Namen Derjenigen, zwischen welchen diese Unterhandlungen gepflogen worden., sind von diesen Blättern veröffentlicht worden. Von Seite deS Papstes ist eS der päpstliche Nuntius in Wien, Viale Prela, von Seite der österreichischen Regierung die Herren: Graf Buol-Schauenstein, Ministerpräsident, Graf Thun, CultuSministcr und der Fürstbischof von Seckau. Diese erfreuliche Nachricht findet ihre volle Bestätigung in dem Hirtenbriefe des ErzbischofS von Mailant, auS welchem wir einige Stellen unsern Lesern mittheilen wollen. Der Erzbischof erklärt, diese Nachricht auS dem Munde des Kaisers selbst vernommen zu haben, und fordert deßhalb die Geistlichkeit seiner Diöcese zu eifrigen Gebeten für einen glücklichen AuSgang dieses wichtigen Unternehmens auf. Mit heiliger Begeisterung spricht er sich für den jugendlichen Kaiser, seinen Herrscher, auS; von ihm sagt er unter Ändern: „Gepriesen sey der edelmüthige Monarch, der, getreu den alten und glücklichsten Ueberlieferungen deS frommen HauseS von Habsburg und Lothringen, vor dem Angefichte aller Völker seine aufrichtige Anhänglichkeit an den Mittclpunct der kalhol. Einheit und seine Dankbarkeit gegen Gott hat bekennen wollen, der auf wunderbaren Wegen daS glorreiche Erbtheil seiner Ahnen aus den fürchterlichsten Stürmen gerettet 8« und auf seine jugendliche Stirne die Kaiserkrone, glänzender als je, gesetzt hat. Gepriesen sey der weise Herrscher, der ganz beschäftigt mit der Erneuerung der von Gott ihm anvertrauten socialen Familie, die er wachsam und kräftig mit der Schärfe seines Schwertes zu schützen weiß, mit Eifer daran arbeitet, ihr als eine andere Stütze die nicht weniger nothwendige Kraft der sittlichen Institutionen und besonders der heiligen Religion zu geben, deren Kind zu seyn er sich rühmet. Die kathol. Kirche, deren thätige Liebe die Erziehung der Völker vollendet, die durch ihren Schutz immer Frieden, Ordnung und Alles, was wahrhaft das Wohlergehen der Gesellschaft befördert, gewahrt hat, soll nach seinem Willen frei in ihrer Wirksamkeit und der Art geschützt seyn, daß nichts sie hindere und abhalte, GuteS und zwar alles Gute zu wirken, daS sie wirken möchte." Nachdem der hohe Prälat darauf seine Geistlichkeit zum eifrigen Gebet für einen glücklichen AuSgang der über daS Concordat schwebenden Unterhandlungen aufgefordert und sie gemahnt hat, dem großen Vertrauen, daS der Kaiser ihr zu zeigen sich anschicke, durch treue, redliche Mitwirkung mit seinen wohlmeinenden Absichten zu entsprechen, spricht er sein auf Erfahrung gegründetes Urtheil über das verschiedenartige Benehmen der sogenannten Liberalen gegen die Kirche auS, bevor sie die Macht in Händen haben und nachdem sie an daS Ruder gelangt sind; seine treffenden, auch für unsere deutschen Verhältnisse beherzigungSwerthen Worte sind: „Die sogenannten liberalen Regierungen versprachen eines TageS der Kirche ihren Schutz, ihre Gunst und dieFreiheit, und durch diese Versprechungen gelang eS ihnen, für einen Augenblick eine große Anzahl sonst gutgesinnter Personen zu täuschen. Aber bald, als sie glaubten, die MaSke nicht mehr nothwendig zu habe», warfen sie dieselbe ab. WaS haben in der That diese sogenannten Liberalen für die Kirche gethan, die sie sich auf jegliche Weise, bevor sie zur Gewalt gelangt waren, geneigt zu machen suchten, alS sie nun wirklich die Gewalt in die Hände bekommen hatten? Sie haben sie mit Beleidigungen uud Ketten überhäuft. Sie. die mit so großem Lärm über die Knechtschaft der Kirche klagten und jammerten, haben, als sie selbst die Herren geworden waren, ihr ei» Joch aufgeladen, daS zwanzigmal schwerer ist, als das war, von welchem sie dieselbe be. freien zu wollen vorgaben. Dem gläubigen Volke aber gaben sie die Antwort RoboamS (3. B. der Könige Xll, 10 u. ll): „„Mein kleiner Finger ist dicker als der Rücken meines VaterS; hal>mcin Vater Euch ein schweres Joch aufgeladen, so will ich noch hinzuthun zu Euerm Joche."" Und nun fragen wir: Bei wem hat die Kirche einige Nachgiebigkeit gegen ihre gerechten Forderungen, oder Erleichterung in ihren Leiden gefunden? Sicherlich nicht bei den nach neuerer Weise eingerichteten Regierungen, auch nicht in den nach sogen, liberalen Verfassungen regierten Staaten, sondern bei den Fürsten, welche auS eigenem, freiem Willen ihr die Ehre haben geben wollen. Keine List, keine Verführungskünste habe jeue unbenutzt gelassen, die Menge zn täuschen. Man hat die Ereignisse verfälscht dargestellt, allgemein anerkannte Grundsätze in Frage gestellt, überall daS Gift deS Skepticismus verbreitet, die dem Volke theuern Vorurtheile und Irrthümer geliebkoSt, seine schlechten Leidenschaften aufgestachelt, auf die boshafteste Weise gewisse edle Richtungen, gewisse große Ideen mißbraucht, ein verfängliches Kauderwelsch von religiösem Idealismus eingeführt, um die Religion, wenn eS möglich gewesen, zur Mitschuldigen an den zum Umsturz der Staaten angezettelten Fäden zu machen. Die falschen Grundsätze haben sich in alle Zweige der Wissenschaft und Literatur eingeschlichen, die Schulen an sich gerissen und die Erziehung beherrscht; und noch sind eS diese falschen Grundsätze, welche, bekämpft aber noch nicht ausgeroltet, der Sache des Umsturzes die kräftigsten Dienste leisten. Diese falschen Principien, deren Scimen man mit so großer Ausdauer während einer langen Reihe von Jahren in alle Classen der Gesellschaft geworfen hat, auszurotten, aufzudecken die Schleichwege, auf welchen die Andersgläubigen Proselyten zu gewinnen suchen, an die Stelle der rationalistischen Träume die einzig wahren Begriffe der kathol. Wahrheit zusetzen—, daS ist die Reform, welche unserer Zeit noth thut, daö aber auch, meine Brüder, die Aufgabe, welche vorzugsweise der Klerus, und nicht der Politiker zu lösen hat; denn immer gehört die sittliche Unterweisung dem Priesterthum." Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen. Verlags-Inhaber,: F. C. Kremer.