Dreizehnter Jahrgang. Sonntags-Beiblatt zur Augsburger Psjtzeitnng. 3. April. ' ^ 14. 1853. Dieses Blatt erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der halbjährige Abonuemcntspre!« TV kr., wofür e« durch alle köuigl. bayer. Postämter und alle BuchhaMuugea bezogen werde» kann. Rom. Allocution Sr. Heil, des Papstes Pius IX., gehalten im geheimen Consistorium am 7 März. Ehrwürdige Brüder I Nachdem es dem Vater aller Erbarmniß, dem Gott jeder Tröstung gefallen hat, UnS in Unsern schwersten Trübsalen Erleichterung zu verleihen, zögern Wir nicht, ehrwürdige Brüder, eS euch mitzutheilen und halteu Uns für überzeugt, daß euere Freudigkeit der Unsern gleich kommen werde, denn Wir verkünden euch, daß durch besondere Wohlthat der göttlichen Huld der ersehnte Tag angebrochen ist, an welchem Wir in dem blühenden Königreiche Holland und Brabant die gewöhnliche Episkopal-Hicrarchie nach den allgemeinen Regeln der Kirche wieder herstellen und so für die Unversehrtheit und Wohlfahrt jenes geliebtesten Theiles der Heerde deS Herrn in ausgedehnterer Weise Sorge tragen können. Jeder von euch, ehrwürdige Brüder, kennt die Verhältnisse jener Gegenden, wie sie schon in den ersten Jahrhunderten der christlichen Aera waren und wie jene Völker im siebenten Jahrhundert vom hl. Willebrod, der durch apostolische Tugend überaus ausgezeichnet war, und von seinen Gefährten im heiligen Amte die göttliche Religion nnd Lehre Christus des Herrn empfingen und lernten, welche Lehre dort so glückliche Fortschritte machte, daß bald hernach Unser Vorgänger, der hl. Sergius I., für gut fand, den erzbischöflichen Sitz von Utrecht creiren und ihn von demselben Willebrod regieren und leiten zu lassen. Ihr wisset ferner recht gnt, mit welcher Emsigkeit, Auedauer und Mühewaltung sowohl derselbe hl, Willebrod, als auch der hl. Bonifazius, dem mit Recht der Titel eines Apostels Deutschlands beigelegt wurde, wie auch andere Bischöfe in spätern Zei- ten, von denen Einige den Reihen der heiligen Himmelsbewohner einverleibt wurden, rastlos arbeiteten und darüber wachten, um den katholischen Glauben in jenen Gegenden von Tag zu Tag weiter zu verbreiten und allen Völkern daselbst die heiligsten Glaubenslehren einzuflößen und sie damit zu speisen. In solcher Weise gelangte unsere heilige Religion in jenen Gegenden nnter Einwirkung der göttlichen Gnade zu solcher Festigkeit, Vermehrung, Lebenskräftigkeit und Blüthe, daß im Jahre 1559 Unser Vorgänger Paulus IV. für angemessen erachtete, durch ein apostolisches Schreiben dem Utrechter Bischofssitz die Würde, Rechte und Privilegien einer Metropolitankirche zu verleihen und fünf andere Bischofssitze als Euffraganen des Utrechter ErzbiSthumS zu creiren. O hätte in jenem geliebten Theile des göttlichen Weinbergs, der nach glücklichem, gedeihlichem Anbau schon die herrlichsten, reichlichsten Früchte zu bringen verhieß, der Feind doch nie den Samen deS UnkrauiS ausgestreut! O, wären doch über jene gläubigen Völker nie die Feinde der katholischen Religion hereingebrochen, die mit ihren Künsten AlleS versuchten, um die Bewohner jener Gegenden vom katholischen Cultus 166 ^iny loszureißen. Wir wollen hier nicht der Wirren jener gewiß sehr trauervollen Zeiten gedenken und die großen, allbekannten Nachtheile auszählen, durch welche zum großen Schaden der Gläubigen jene überaus blühenden Kirchen in beklagenSwerthcr Weise betrübt, gequält und niedergestürzt wurden. Wie euch wohl bekannt ist, haben die römischen Päpste, die es nie unterließen, bei großen Gefahren kranker Glieder Christi sich als eifrige Hirten zu bewähren, nichts unversucht gelassen, um jenen heimgesuchten Kirchen jegliche Hilfe zu bringen und die schweren Uebel abzuwenden, unter deren Druck jene Gläubigen schmachteten. Unnöthig ist eS, euch zu erinnern, mit welch väterlicher Sorgfalt, mit welch nmsichligen und überaus weisen Maaßregeln Gregor XIII, Clemens VIII., Alexander VII., Clemens IX., Jnnocenz XII., Benedict XIII. und XVI. und andere Unserer Vorgänger unablässig bemüht waren, den Katholiken in Holland und Brabant zu Hilfe zu kommen, jene Kirchen vor dem Untergang zu bewahren und ihnen den früheren Glanz wieder zu geben. AlleS dieses, ehrwürdige Brüder, ist euch bekannt und eben so gut wißt ihr, mit welcher Fürsorge Unser Vorgänger Gregor XVI. eifrigst darauf bedacht war, die religiösen Angelegenheiten in jenen Ländern immer mehr zu ordnen und die kirchliche Disciplin wieder herzustellen. Wenn aber auch dieser Unser Vorgänger, unter Begünstigung deö durchlauchtigsten dortigen Königs, es nicht unterließ, vieles umsichtig und weise anzuordnen und die gewünschte Wiederherstellung der Episkopal-Hierarchie vor Augen zu haben, so glaubte er doch in Anbetracht der damaligen Zeitverhältnisse diese Angelegenheit nicht dringlich behandeln zu müssen und war der Ansicht, die Anzahl der mit bischöflicher Würde versehenen apostolischen Vicare in Brabant zu vermehren. Wir sind daher von hoher Freudigkeit erfüllt, daß, obschon ohne Unser Verdienst, die göttliche Huld UnS zur Vollführung jenes Werkes, an welchem Unsere Vorgänger mit so vieler Sorge nnd so großem Eifer arbeiteten, bestimmt zu haben scheint. Unmittelbar nachdem Wir durch den unerforschlichen Rathschluß Gotteö auf diesen erhabenen Sluhl deö Fürsten der Apostel erhoben worden waren, haben Wir allsogleich eifrigst Unsere Gedanken und Benlühungcu den kirchlichen Angelegenheiten jenes Reiches zugewendet. Kraft Unseres apostolischen Amtes und jener besondern Liebe, mit der Wir die Gläubigen jenes Reiches umfassen, konnte Uns nichts hciiiger seyn, als die Verübung alleS dessen, was unserer beiligen Religion und dem Nutze» jener Gläubigen zu Stalten kommen konnte. Es gereicht UnS zur unsäglichen Tröstung, daß Wir die so sehr ersehnte Zeit herbeigekommen sahen, in welcher zum großen Vortheile der katholischen Sache und jener Gläubigen die bischöfliche Hierarchie den gemeinschaftlichen kirchlichen Vorschriften gemäß wieder eingesetzt werden konnte. Wir gewähren nämlich, daß mit göttlicher Hilfe die katholische Religion in jenem Königreiche täglich Fortschritte macht, daß die grcße Anzahl der dort lebenden Katholiken sich täglich vermehrt, und daß von Tag zu Tag die Hindernisse mehr beseitigt werden, welche einst der katholischen Sache feindlich entgegenstanden uud deren gänzlichen Entfernuug Wir im Vertrauen auf die Billigkeit und Gerechtigkeit der Männer, welche der Lenkung uud Regierung jenes Landes vorstehen, zuversichtlich entgegensehen. Hierzu kommt noch, daß nicht nur die ehrwürdigen Brüder, welche daselbst die Aemter apostolischer Vicare versehen, sondern auch der gesanimte dortige Klerus und sehr viele Laien aus den verschiedensten Ständen uns wiederholt dringend gebeten uud ersucht haben, die besagte Episkopal-Hierarchie dort wieder einzusetzen. Ihr begreift, ehrwürdige Brüder, mit welcher Bereitwilligkeit und Freudigkeit Wir diese Bitten entgegengenommen haben, da alle Unsere Sorgeil, Bestrebungen, Gedanken stets dahin zielten, diese Angelegenheit zum gewünschten AnSgange zu bringen. Nachdem Wir daher dem Rath der ehrwürdigen Cardinälc der Congrcgation zur Verbreitung deS Glaubens, die Wir mit der Prüfung dieser hochwichtigen AngUcgenhcit betrauten, angehört hatten, konnte Uns nichts angenehmer und erwünschter seyn, als im Königreiche Holland und Brabant die Episkopal-Hierarchie Unsern wärmsten Wünschen gemäß wieder einzusetzen. Demnach setzen Wir die Form der kirchlichen Regierung in jenem Reiche ganz nach der Norm fest, die ungehindert vorzugsweise l»i andern gebildeten Nationen besteht, bei denen 1V7 kein besonderer Grund vorliegt, sie durch daS außerordentliche Amt apostolischer Vicaie regieren zu lassen. Indem Wir daher dort eine kirchliche Provinz einsetzen, dccrctircn Wir, daß dort für jetzt fünf Bischofssitze bestehen sollen, nämlich zu Utrecht, zn Hartem, zu Herzogenbusch, zu Breda und Rörmonde. Im Andenken nun an die altberühmtcn Thatsachen und Monumente des Utrechtcr BiSihumS, welches, wie Wir bereits erwähnten, von Unserm Vorgänger Panl IV. mit den Ehren und Privilegien einer erz- bischoflichcn Kirche geziert wurde und in Erwägung der Normen unserer heiligen Religion und anderer hochwichtiger auf diese Angelegenheit ernsten Bezug habender Verhältnisse, zögerten Wir nicht, denselben Ulrcchtcr Bischofssitz zur frühern Würde und dem Glanz einer Metropolitankirche zu erheben und ihm die erwähnten vier andern Sussragan-Bischofssitze zuzutheilen. Dieß ist es, ehrwürdige Brüder, was Wir euch zu Unserer Befriedigung über die Einsetzung der Episkopat-Hierarchie im Königreiche Holland und Brabant in Kürze und Schnelle mitzutheilen für gnt fanden. Wir haben bereits angeordnet, daß euch die bezüglichen apostolischen Schreiben behufs besserer und vollständiger Einsichtnahme in alles zu dieser Angelegenheit Gehörige vorgelegt werden sollen. (Schluß folgt.) Erinnerungen eines Jesuiten aus seiner seligsten Lebensperiode.*) Als ich im Schuljahr 1761/62 zu Augsburg in der vierten Classe, damals große Syntar genannt, studirte. fragte mich eines Tags der Inspektor des Seminars, bei welchem ich ein Familien-Stipendium genoß, ?. Simon Kugler, ob ich nicht Lust hätte, ein Jesuit zu werden? Ich staunte über diese unerwartete Frage, und sagte mit aller Offenheit, meine Wünsche gingen auf kein so hohes Ziel, welches nur adeliche Jünglinge, oder reiche KaufmaunSsöhne zu erreichen hoffen dürften. Der Jnspector lächelte über meinen Irrthum, und setzte hinzu: „Mein Vater war nur ein Landwirt!), und doch bin ich Jesnit." Jetzt leuchtete mir die Möglichkeit ein, daS nämliche zu werden. Als der ?. Provinzial aus die Visitation nach Augsburg kam, ging ich zu demselben, und trug ihm meine Bitte vor, zu seiner Zeit in den Orden aufgenommen zu werden. Der I>. Provinzial ermähnte mich väterlich, fleißig zu studiren und fromm zu leben, mit dem Beisätze, daß ich dann einst die Gewährung meiner Bitte hoffen dürfte. Jetzt war ich Jesuiten-Candidat. Im folgenden Schuljahre, da ich in der fünften Classe, die Humanität oder Poesie genannt, studirte, wiederholte ich meine Bitte bei dem neuen Provinzial, ?. Jgnaz Rhomberg, nachmaligen Assistenten der deutschen Provinz zu Rom bis zur Aufhebung deS Ordens. Dieser gab mir die nämliche Ermahnung und Vertröstung. In der Vacanz erzählte ich meiner Mutter und Schwester, daß ich bei dem Jesuiten um die Aufnahme in den Orden angesucht habe, machte ihnen aber dadurch wenig Freude. Ich sollte, sagten sie, ein Weltpriester werden; da könnte ich eine Pfarrftelle, und sie von mir Unterstützung hoffen. Um dieselben zu beruhigen, stellte ich ihnen vor, daß daS Ansuchen mich noch nicht zum Jesuiten machte, und daß ich noch immer Weltpriester werden könnte. Denn sollte ich wirklich die Aufuahme erhalten, so würde ich zwar in den Orden treten, doch nur auf einige Zeit, um die Lebensweise der Jesuiten besser kennen zu lernen, dann aber könnte ich den Orden immer wieder verlassen, und mich nach ihrem Wunsche dem Stande der Weltpriestcr widmen. Würde mir hingegen die Ausnahme versagt, so brächte mir das Ansuchen doch keinen Schaden, weil man auf die Kandidaten immer einige Rücksicht nähme. Dieß war damals meine wahre Gesinnung, aber auch nur damals, denn bald ging in derselben eine große Veränderung vor. Diese rühren von einem Manne her, der eine Zierde seines Standes war, nämlich von dem hochw. Franz Anton Neuhauser, Dr. der Theologie und Pfarrer zu Ortelfing im Capitel Burgheim. Geboren zu Siegenburg in der Oberpfalz den 25. Dec. 1744 starb er den 24. Oct. 1834. Da dessen ausführlicher Nekrolog im Jahre 1SZ4 in der Zeitschrift Skon erschien, so dürften diese Aufzeichnungen als Commentar hier eine Stelle finden. Boehaimb. 108 Im Jahre 1763/64 studirte ich die Rhetorik, welche die oberste Classe des Gym- nasnuns war, und zwar mit so glücklichem Erfolge, daß ich den ersten Platz unter meinen zahlreichen Mitschülern behauptete. Der Winter dieses Jahres ist mir unvergeßlich, da hielt der Missionär ?. Jacob Bauer den Studenten der kleinen Congre- gation, wovon ich ebenfalls Mitglied war, drei Tage nacheinander eine sogenannte Recollection des Geistes, welche in heilsamen Betrachtungen und frommen Uebungen bestand. Stoff der Betrachtungen waren das Ziel und Ende des Menschen, Abweichung davon durch d'^e Sünde, Rückkehr dahin durch die Buße, die mächtigen Beweggründe zur Besserung, nämlich Tod, Gericht, ewige Glückseligkeit oder Unglücklichkeit nach diesem Erdenleben. Ich fand mich durch diese Betrachtungen tief gerührt und zum Vorsatz erweckt und gestärkt, fromm zu leben um einst selig zu sterben, und mein letztes Ziel und Ende, den Himmel zu erlangen. Aber vorzüglich stark ward ich durch die Betrachtung über die Wichtigkeit der Slandeswahl angegriffen. Da war eS mir so hell wie der Mitlag, daß der Orden der Gesellschaft Jesu für mich der sicherste Weg zum Himmel sey, und ich machte ven festen Entschluß, alles anzuwenden, um in diesen aufgenommen zu werdcu. Ich trug meinen Wunsch Gott im Gebete vor, und bat um Erfüllung desselben. Dieß that ich mit besonderem Eifer nach der heiligen Communion, zu der ich alle Sonn- und Festtage hinging. Ich glaubte auch manchmal in meinem Innersten zu vernehmen, daß mein Wunsch noch in demselben Jahre Erhörung finden werde, welches mich mit der süßesten Hoffnung und Freude erfüllte. Der ?. Provinzial kam, wie gewöhnlich, zur Visitation nach Augsburg. Da bat ich denselben inständigst, mich am Ende des Schuljahres in den Orden aufzunehmen. Eben so eifrig trug ich die nämliche Bitte dem sogenannten Socius des ProvinzialS ?. Andreas Oberhub er vor. Dieser fragte mich sehr freundlich, ob ich noch Kandidat bleiben wollte, wenn mir für jetzt die Aufnahme in den Orden verweigert würde. Denn da ich schon zwanzig Jahre alt wäre, so würde eS für mich vortheilhafter seyn, wenn ich erst nach dem zweijährigen CurS der Philosophie in den Orden käme. Dieß wollte mir nicht einleuchten, und ich sagte im zuversichtlichen Tone, daß ich noch selbes Jahr gewiß in den Orden werde aufgenommen werden. ?. Oberhuber lächelte, und fragte, woher ich diese Gewißheit hätte; allein ohne einen Gnind anzugeben wiederHolle ich nur meine Behauptung, daß meine Aufnahme gewiß erfolgen werde, welches den Mann aufmerksam zu machen schien, insonderheit, weil ich noch hinzusetzte, daß ich, wenn die Ausnahme am Ende des Schuljahres nicht erfolgen sollte, dem?. Provinzial überallhin nachreisen und nicht ablassen würde, denselben zu bitten, bis mein Wunsch erhört wäre. Gegen die Mitte deS Augusts fingen die schriftlichen Prüfungen oder Ausarbeitungen um die Preise an. Die erste Ausgabe war eine lateinische Rede: der Stoff davon fällt mir nicht bei. Ich arbeitete die Rede mir aller Anstrengung aus, und überlas den Aufsatz vor der Reinschrift öfter mit der größten Aufmerksamkeit, bis ich nichts mehr zu verbessern fand. Denn ich hatte den ehrgeizigen Wunsch, der erste auf das Theater, wo die Preise ausgetheilt wurden, gerufen zu werden, welches mir auch gelang. Die zweite Ausgabe war ein lateinisches Gedicht in Herametern über den Tod des Klitus durch die Hand des Königs Alexander bei der Tafel. Der Stoff gefiel mir, und ich schrieb, während das Factum aus dem CurtiuS dictirt wurde, mehrere Verse nieder. Ich glaubte, den Preis auS der Dichtkunst schon zu haben, weil ich mir eine große Fertigkeit, Verse zu machen, erworben hatte. Aber mein Stolz ward empfindlich gestraft. Denn als ich an die Arbeit ging, schien die poetische Ader ganz verstopft, und mein Kopf mit Stroh gefüllt zu seyn: ich wußte nicht, wie ich anfangen sollte, und brachte den ganzen Vormittag nicht einen einzigen VerS zu Stande. Mein Gewissen sagte mir laut, daß dieß eine Züchtigung meines Stolzes sey. Ich verhüllte das Angesicht mit dem Mantel, weinte und bat Gott demüthig um Verzeihung. Dem Professor, welcher die Aussicht hatte, und in dem Schulzimmer umherging, fiel mein Betragen auf: er ging zu mir hin, und fragte mich, was mir fehle. 109 Als ich ihm mein Unvermögen, die Aufgabe auszuarbeiten, entdeckt hatte, tröstete er mich und ricth mir ein wenig zu schlafen. Ich that es, in meinem Mantel gehüllt. Darauf versuchte ich cS wieder, daS Gedicht, nach Anrufung des hl. Geistes anzufangen. Allein es wollte mir noch nicht gelingen. Beim Mittagessen ließ mir der nämliche Professor ein GlaS Wein bringen, um den Kopf aufzuheitern, und die poetische Ader flüssig zu machen. Ich aß und trank wenig; ging wieder an meinen Platz, und arbeitete nach einem kurzen Gebete an der Aufgabe. Jetzt ging es besser und ich brachte das Gedicht mit 70 Herametern zu Stande. Allein meine Arbeit gefiel mir selbst so wenig, daß ich eS mir nicht verbergen konnte, dieselbe verdiene den Preis nicht, welchen auch ein anderer davon trug; doch wurde mir der erste Platz nach demselben zuerkannt. . Die dritte Aufgabe war der griechischen Sprache gewidmet; denn das Studium der Muttersprache ward damals in den Schulen ziemlich vernachlässiget unter dem Vorwande, daß eS eben kein besonderer Vorzug wäre, besser deutsch zu reden und zu schreiben, als ehemals die Schuster und Schneider; da man eS doch für eine große Ehre hielt, besser lateinisch zu reden und schreiben, als ehemals die Schuster und Schneider zu Rom. Auch der Unterricht in der griechischcn Sprache erhob sich damals nicht zu der Höhe wie jetzt. Für die griechische Sprache hatte ich schon damals eine Vorliebe, und war drei Jahre nacheinander so glücklich, den Preis aus derselben zu erhalten. Auf die schriftlichen Prüfungen folgten die mündlichen auS der Geschichte und dem Katechismus, welchen ich aber nicht mehr beiwohnte. Die Veranlassung war folgender Vorfall. Als ich eines Tags nach dem Mittagessen mit andern wie gewöhnlich in den Garten des SeminariumS gegangen war, kam ganz unvermnthct der Rectvr des Kollegiums, ?. Schaum bürg, mit dem Inspektor dahin, und redete sehr freundlich mit uns. Ging dann auf die Thür zu, welche in den anstoßenden Garten des Kollegiums führte; öffnete dieselbe mit dem Schlüssel; wandte sich nochmals um, und sagte zu mir: „Neuhauser, er ist aufgenommen!" WaS ich bei diesen Worten empfunden habe, bin ich nicht im Stande auszudrücken; eS war mir nicht anders, als hätte ich eine Stimme vom Himmel gehört. Ich sprang vor Freuden hoch auf. Dann bat ich um Erlaubniß, nach Hause reisen zu dürfen, um von meinen Verwandten und guten Freunden Abschied zu nehmen, Der ?. Inspektor riech mir, die mündlichen Prüfungen abzuwarten, weil mir ein Preis daraus zu Theil werden könnte. Allein da ich die Erfüllung meines Herzenswunsches erreicht hatte, waren mir die Preise ganz gleichgültig. Ich wiederHolle meine Bitte, und erhielt die Erlaubniß, nach Hause zu gehen, mit dem Auftrage , vor der Preisevertheilung nach Augsburg zurück zu kommen. Ich versprachs mit Freuden. Am folgenden Morgen trat ich die Reise an und ging nach Weilach, einem Dorfe unweit Schrobenhausen, wo meine Schwester mit einem sogenannten Gäumetzger verheiratet war. Da traf ich ganz unerwartet meine Mutter an, welche gekommen war, um meiner Schwester bei ihrer nahen Entbindung beizustehen. Mit Freuden erzählte ich ihnen mein Glück, fand aber wenig Theilnahme. Vielmehr waren beide darüber betrübt, weil sie nun keine Hilfe mehr von mir zu hoffen hatten. Ich sagte ihnen, daß ich dem Gnadcnrufe Gottes folgen müsse; ermähnte sie zum Vertrauen aus die väterliche Fürsehung Gottes, und schloß mit den Trostworten, daß Gott besser für sie sorgen könne und werde, als ich eS, wenn ich Weltpriester geworden wäre, würde haben thun können. Von Weilach ging ich nach einem wehmüthigen Abschiede in meinen Geburtsort, den Marktflecken Siegenburg, nicht weit von AbenSberg; verweilte da einige Tage, und reiste weiter nach Gcmpfing, unweit Rain, einer Hosmarkt des Klosters St. Walburg in Eichstätt, wo mein Herr Vetter Ulrich Richter war. Von da lehrte ich nach Augsburg zurück, wo ich am Vorabeude der Preisevertheilung eintraf. Mein Wunsch ging in Erfüllung: ich ward der erste aufs Theater gerufen, erhielt den Preis auS der Redekunst und dazu noch, wie schon vorher drei Jahre nacheinander, den Preis aus der griechischen Sprache. 110 Die ersten Tage nach der Preisevertheilung ging ich, wie andere arme Studenten, in die Klöster, und in die ansehnlichen Hänser der Stadt, zeigte meine Preise vor, und, ward überall beschenkt. Ich war so glücklich, ungefähr 3l) fl. zusammenzubringen, zahlte davon Schuster, Schneider u. s. w, und schickte den Rest meiner armen Mutter. Nur 1 fl. 30 kr. behielt ich für mich aus die Reise nach Landsberg zurück. Am Vorabend von Kreuzerhöhung mußten die aufgenommenen Candidaten im Collegium zu Landsberg, welches das Noviziathaus war, erscheinen. Hr. Kausmann Gaßer von Augsburg, dessen Sohn, mein Mitschüler, ebenfalls in den Orden aufgenommen war, erwies mir die Güte, mir einen Platz in seinem Wagen zu gönnen. Als ich Landsberg und das schöne Collegium, das am höchsten Platz der Stadt sich zeigte, von Ferne sah, hüpfte mir das Herz vor Freuden im Leibe. Dieß ist, dachte ich, meine Ruhestätte, da will ich bleiben! Außer der Stadt standen auf den Straßen, die nach Landsberg führten, Leute, welche die Candidaten bewillkommten, denselben Glück wünschten, und dafür ein Geschenk erwarteten. Ich theilte mit Freuden auS. Als der Wagen im Hofe deS Kollegiums ankam, hatte ich noch ZV kr, welche mich wie eine schwere Last drückten. Denn ich hatte den Stolz , ohne Heller und Psennig Jesuit zu werden. Sorgsam blickte ich nach allen Seiten hin, um Jemand zu entdecken, dem ich meine Last aufbürden könnte. Da sah ich einen Handlanger, winkte demselben, drückte ihm meine letzten Krenzer in die Hand und fühlte mich glücklicher, als der Empfänger sich fühlen konnte. Beim Eintritt in daS Collegium glaubte ich in den Himmel zu gehen, und hatte nichts mehr zu wünschen. Drei Tage lang wurden die Candidaten als Gäste behandelt. Jedem wurde sein besonderes Wohn- und Schlafzimmer angewiesen; jeder hatte einen Novizen vom vorhergehenden Jahre zur Bedienung, der ihn zur bestimmten Stunde aus dem Schlafe wecken, ihm Licht und Speise bringen mußte; denn Jeder aß auf seinem Zimmer, und unterhielt sich mit seinem Aufwärler. Am vierten Tage fingen die sogenannten achttägigen GeisteSübungen deS heil. Ordenstifters JgnaziuS an, welche mit Beten, Lesen, Betrachten zugebracht wurden. In diesen Tagen mußte sich jeder Candidat zur Beicht von seinem bisherigen Leben, und dadurch zur hl. Communion vorbereiten. Am Vorabende der hl. Communion brachte ein Laienbruder jedem Candidaten den schwarzen langen OrdenSrock sammt den Unterkleidern , weil alle in dem Ordenskleide bei der hl. Communion erscheinen mußten. Denn bei den Jesuiten war keine seierliche Einkleidung üblich; jeder zog seinen OrdenSrock selbst an; und wer bisher langes Haar getragen hatte, mußte sich dasselbe von einem Laienbruder, der Barbier war, abschneiden lassen. — Hier kann ich nicht umhin, zwei lustige Anekdoten zu erzählen, welche von der Menschenkenntniß und der guten Art zeigen, womit die Obern der Jesuiten ihre Untergebenen behandelten. Ein Candidat wollte sich seinen schönen Haarzopf nicht abschneiden lassen, und ein anderer wollte seine rothsamm nen Beinkleider beibehalten. Die Sache wurde dem Obern gemeldet, und dieser sagte, man solle jedem seinen Willen lassen. — Am Tag darauf gingen die Candidaten im Ordenskleide öffentlich in der Kirche zur hl. Communion. Da gab es ein Lächeln, Zischen und Murmeln. Der Candidat im Ordenskleide und dem Haarzopse darüber machte Aufsehen, nicht nur bei den andern Candidaten, sondern bei allen Leuten, welche ans der Stadt in die Kirche gekommen waren, um die neuen Candidaten daS erstemal im Ordenskleide zu sehen. Kaum war die Communion vorüber, eilte der Candidat, welcher empfand, daß er der Gegenstand des allgemeinen Aufsehens gewesen sey, zum Obern, und bat um die Erlaubniß, seinen Haarzopf ablegen zu dürfen. Der andere Candidat wurde an einem Werktage mit den übrigen in den Garten geschickt, um dort Obst zu pflücken, zu schütteln und aufzusammeln. Der Brnder Gärtner hatte vom Obern den Befehl, den Candidaten mit den rothen Beinkleidern die Leiter besteigen zu lassen. Die Untenstehenden sahen zum Baum hinauf, erblickten unter dem schwarzen Ordensrocke die rothsammtenen Beinkleider, und konnten sich nicht enthalten, laut zu lachen. DaS wirkte. Am Ende der Arbeitsstunde ging der Candivat !11 beschämt zum Obern, und bat denselben, seine rothsammtnen Beinkleider mit den kalbledernen des Ordens vertauschen zu dürfen. Hätte der Obere die Ablegung deS Haar- zopfeS und der rothen Beinkleider strenge gefordert, so würden vermuthlich beide Can- divaten zurückgetreten seyn, welche durch kluge Nachgiebigkeit dem Orden erhalten worden sind! Bühne und Kirche. Ueber dieses Thema schreibt (in der A. Z.) Baron Eckstein auS Paris: „Wie in gewissen Zonen der Gesellschaft alles sich in ein Börsengeschäft verkehrt, und welt- crschütternde Begebenheiten wie die höchsten oder tiefsten Erfindungen der Wissenschaft in unternehmenden Köpfen den Anstoß zu einem Actienplan geben, so wird hier in andern Kreisen jede Frage der Staatskunst und der schönen Künste, der Geschichte und des Sprachstudiums, kurz aller Thätigkeiten des menschlichen Geistes vor den Richter- stuhl der Theologie und auf das Gebiet des kirchlichen Lebens gezogen. Nach diesem Grundsatz und dieser Gewohnheit wurden anch die ethisch-ästhetischen Probleme, die aus Anlaß der jüngsten dramatischen PieiSvertheilung vor das Forum der öffentlichen Meinung kamen, im „Univers" von einem gewissen Leon Aubineau, einem der geistvollsten Adjutanten des genialen Veuillot, mit halb pedantischer, halb sarkastischer Krilik vorgenommen und über daS ganze Bühnenwesen, selbst über die trefflichsten Werke, die durch ihren Grundgedanken sowohl, als durch die Entwicklung desselben die Läuterung und den Aufschwung der Seele bezwecken, absprechend und schonungslos der Stab gebrochen. Ein großer, ja der größere Theil des französischen KleruS verdammt das Theater ohne Einschränkung, ohne die Vortheile, die es namentlich der Jugend bietet (? ?) , ohne den heilsamen Abbruch, den es durch seine Zugkraft und die von ihm veranlaßten Ausgaben schädlicheren und schändlicheren Vergnügungen thut, in Anschlag, ohne die nicht immer mißglückten Versuche, die Bühne von Unrath und Lüsternheit zu reinigen, in Rechnung zn bringen, als eine der gefährlichsten Fallen, die der Satan den schwachen Menschen gestellt, uud als einen sichern Weg zur Hölle. Die Jesuiten, die nie in dieses Anathem miteingestimmt, werden daher von vielen strengeren Geistlichen schief angesehen, und in mehreren, sogar bedeutenden Provinzstädten leidet (?) das Theater unter dem Verruf, mit dem die Seelsorger es belegen. Der Vormann und Leitstern dieser „Meinung" in der Kirche ist der große Bossuet, und ich bin weit entfernt zu verkenneil, mit welch hohem und unbestreitbarem Recht ter „Avler von Meanr" eine fast souveräne Herrschast über das gebildete katholische Frankreich übt; sein scharfer und tiefer Blick, die Eigenthümlichkeit und Energie seiner Sprache, die Entschiedenheit seines Charakters, die majestätische Würde seines Betragens, kurz sein Genius uud seine Persönlichkeit gesellen ihn den großartigsten, merkwürdigsten Gestalten der Geschichte zu — er ist Frankreichs Michel Angelo und Dante — und von den Gläubigen wie Ungläubigen wird er als Geist und Künstler in gleichem Maß bewundert; aber für Niemand ist er die höchste Stelle, und wo die Kirche sich nicht ausgesprochen, da ist sein Wort kein Glaubenssatz. Wenn ich nun sehe, daß über einen Punct wie die Vereinbarkeit der dramatischen Poesie uud des Theaterbe, suches mit den Lehren uud Pflichten des Christenthums bis jetzt von der wahrhaft höchsten Stelle kein unwiderruflich kauonifcher Entscheid ausgegangen ist, wenn ich im Gegentheil sehe, daß hochverehrte Kirchenlehrer der mildern Ansicht beipflichten, sehe, daß in dem Centrum der katholischen Welt, unter den Äugen des Papstes Schauspiel, Oper und Ballet, geduldet, ja beschützt sind, und der bedeutendste Orden der Kirche der härteren Meinung und Zucht in diesem Stücke beizutreten beharrlich verweigert, wenn ich dann das glühend katholische Spanien besuche und seinen heißen Glauben unter den blumigen Galanterien seiner Komödie nicht erstickt, im Gegentheil gerade zur Blüthezeit seiner Degen- und Mantelstücke am lebendigsten finde, und endlich mich daran erinnere, daß die französischen Bischöfe in den jüngsten Tagen den Künstlern und Künstlerinnen der Bühne eine versöhnliche Hand geboten, so fühl' ich mich einem » Bossuet gegenüber minder beengt, und trage ihm zu widersprechen keine Scheu mehr. Es mag das Alter ihn mürrisch gemacht haben, denn er war, als er seinen Bannfluchbrief gegen das Theater schrieb, dem Ende seiner Lausbahn ziemlich nahe. ES ist möglich, daß er, in seiner Jngend wie in seinem Mannesalter, verstohlen zärtlicher, zwar erfolgreich bekämpfter, aber darum nicht minder vorhandener Anwandlungen beschuldigt, die ihm verbotene Frucht, weil ihr Genuß ihm versagt war, als eine Giftpflanze verfluchte und verschrie. Auch mögen die Ausschweifungen, die schon damals auf der Pariser Bühne grassirten, ihn mißtrauisch gemacht, und ihm selbst für daS Gute, waS sie brachte, den richtigen Maßstab genommen haben. Bei alledem aber bleibt eS mir ausfallend, daß ein so großer Kirchenlehrer die Darstellung der menschlichen Schwäche, Verkehrtheit und Verderbnis) so ungestüm und ohne Rückhalt verdammte. Ich kann mir schwer erklären, wie es einem so ungemein scharfsinnigen Geist entgehen konnte, daß die Kirche im Allgemeinen und als Dogma nur daS von jeher lehrte, was die Bühne, wenn sie anders ihrem Beruf treu bleibt, im Kleinen und Einzelnen darstellt, die gefallene Menschheit. Wollte Bossuet folgerichtig seyn, so durfte er eS nicht dabei bewenden lassen, dagegen zu eifern, daß man die Nachtseite des Lebens in zerstreuten Bildern zeige, er mußte die Unterdrückung aller Rede von dem Daseyn deS Uebels verlangen, und die Quelle, auS der Komiker und Tragiker, Shakspeare und Moliöre, Kotzebue und Scribe schöpften, den Sündenfall unserer Ureltern, abzusperren anrathen. Die Mission in Aschaffenburg. AuS Aschaffenburg, 27. März, wird dem Volksboten hieiüber berichtet: „Heute sind'S gerad' fünfzig Jahre, seit die Jesuiten hier auS ihrem Kollegium entfernt und unter den Thränen der Bevölkerung in andere Klöster gebracht wurden. Und gerad' hent', nach einem halben Jahrhundert, haben die nämlichen Jesuiten hier einen Triumph gefeiert, wie kaum an einem andern Orte. Es war der Schluß der hl. Mission, die vor vierzehn Tagen begonnen, vvn Tag zu Tag größere Theilnahme fand und heute endete. Wer hätte auch der christlichen Liebe und der UeberzeugungSgabe dieser Männer, die vom Beichtstühle wie von der Kanzel unermüdlich für das, Heil der Seelen arbeiteten, wiederstehen können! Dieser letzte Tag zeigte insbesondere, wie nicht nur alle Vornrtheile geschwunden waren, sondern wie lieb Alle die Missionäre gewonnen hatten. Wohl an 19,l)l1l) Menschen mochten vor dem freien Platze vor der Stiftskirche versammelt seyn, als heute Haßlacher von der in Eile errichteten Kanzel die Rede hielt. Alles war zu Thränen gerührt, als er seinen Dank und sein Lebewohl aussprach. Gewiß, diese heil, Mission wird für unsere Stadt und tie ganze Umgehend von den heilsamsten Folgen seyn: denn mit ihr war offenbar der Segen deS Himmels. Das fühlen die Bewohner AschaffenburgS ohne Unterschied des Standes, und ich möchte sagen, ohne Unterschied der Konfession: denn auch nicht Ein Wort hat in allen Vorträgen je den vernünftigen Nichtkatholiken verletzend berühren können. Die Wahrheit, die reine katholische W«hrheit war daS ausschließliche Thema unserer Missionäre, und die Wahrheit dringt überall dnrch, wo die Herzen sich nicht gewaltsam verschließen. Um den ehrwürdigen Vätern den wohlverdienten Dank auszusprechen, begab sich deshalb heute eine Deputation der Bürger zu ihnen und überreichte ihnen im Namen der Bewohner der Stadt einen silbernen Kelch sammt Meß- kännchen, und jedem iin kleines Andenken für sein Kollegium. Mögen die frommen Priester darin und in andern Kundgebungen einen kleinen Beweis unseres Dankeö erkennen, ihr Andenken aber wird bei uns stets im Segen bleiben! Verantwortlicher Redacteur: L, Schönchen, Verlags - Inhaber: F. C. Krem er.