Vrey-Hnter Jahrgang. Sonntags-Beiblatt zur Augsburger PostMtung. 10. April. ^ KS 1853. Diese« Blatt erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der halbjährige Abouuementsprel« 4V kr., wofür e« durch alle königl. bayer- Postämter uud alle Buchhaudluuge» bezogen werden kaun. Rom. Allocution Sr. Heil, des Papstes Pins IX., gehalten im geheimen Konsistorium am 7. März. (Schluß.) Wir hegen nicht den mindesten Zweifel, daß ihr mit gleicher Erhebung und Freudigkeit anhören werdet, was Wir in Unserer apostolischen Fürsorge gethan haben, damit die katholische Kirche und ihre heilsame Lehre in der südamerikanischen Republik Costarica fortwährend an Wachsthum zunehme. Es ist keinem von euch unbekannt, wie große Fürsorge Wir für die in Südamerika bestehenden Kirchen tragen, mit welch unermüdlicher Sorgsalt und mit welchem Eifer Wir deren Bedürfnissen entgegenzukommen suchen und wie sehnlich Wir Alles aufzufinden wünschen, wodurch Wir jene Kirchen zn unterstützen und zu fördern vermögen. Mit freudiger Gemüthsbewegung haben Wir daher das Ansuchen Unseres geliebten Sohnes, deö berühmten und geehrten Mannes, Johann Raphacl Mora, gegenwärtigen Präsidenten der genannten Republik, entgegen genommen, in welchem er Uns nachdrücklichst angeht, die kirchlichen Angelegenheiten jenes Staates zn ordnen Da dieser Wunsch Unserem Begehren vollkommen zusagt, so haben Wir sogleich Hand ans Werk gelegt und Sr. Eminenz Unserem geliebten Sohne Giacomo Cardinal Antonelli den Auftrag ertheilt, daß er mit Unserm geliebten Sohne, dem hierzu bestimmten Marquis Fernando de Lorenzana, Gesandten jener Republik bei uns und diesem h. Stnhle, bezüglich der dortigen Angelegenheiten der Religion und Kirche, die Uns vor Allem ain Herzen liegt, verhandle. Demgemäß wurde nach vorgehenden Verhandlungen eine Convention abgeschlossen und von beiden Theilen unterschrieben, nachdem auf Unsern Befehl von einer besondern Cardinalcon- gregation die einzelnen Puncte oder Artikel dieser Convention reiflich erwogen und von uns ratificirt worden waren. Von allen den abgeschlossenen Puncten, ehrwürdige Brüder, werdet ihr genauere Kenntniß erhalten, da ein apostolisches Schreiben über diese Angelegenheit veröffentlicht werden wird. Einstweilen bedeuten Wir euch mit nicht geringer Freudigkeit, wie vor Allem Verwahrung eingelegt wurde, daß dort die katholische Religion alle Rechte frei und ungestört genießen solle, die sie nach ihrer göttlichen Institution und der Sanction der h. kanonischen Gesetze besitzt, so daß in allen Schulen jenes Staates die Unterrichtsweise mit der katholischen Doctrin vollkommen übereinstimmen mnß. Weiteres wurde festgesetzt, daß der ehrwürdige Bruder Bischof zu St. Jose und die andern Bischöfe, die fortan daselbst seyn können werden, falls nene Diöcesen errichtet werden, in den Obliegenheiten ihres HirtenamteS und in der Ausübung der eigenen Jurisdiction volle Freiheit haben, die Schulen überwachen und die theologischen Schulen, so wie alle andern, die heiligen Gegenstände berührenden Institutionen mit jeglicher Freiheit leiten und regieren sollen. Auch wurde bestimmt, .»My-tflv^. ntn?kk.ttM daß der Kirche und ihren geheiligten Dienern angemessene, anständige, völlig freie und sicher gestellte Einkünfte angewiesen werden und daß alle Gläubigen jenes Staates init diesem apostolischen Stuhle, dem Centrum katholischer Wahrheit und Einheit frei verkehren, auch daß fromme Körperschaften wieder daselbst nach ihren eigenen Normen und Institutionen verweilen können sollen; es wnrde auch der Kirche das ihr zustehende Recht sanctionirt und vindicirt, was immer für nutzbringende liegende Güter erwerben und besitzen zu können. Wir verwahrten UnS auch, daß mit allem Eifer die nöthigen Mittel herbeigeschafft würden, daß die Ungläubigen^ die in dem Gebiete jenes Staates leben und noch elender Weise in den Finsternissen und Schatten des Todes verharren, mittelst der Strahlen des evangelischen Lichtes erleuchtet und der Heerde Christi einverleibt würden. Sorglichst trachteten Wir, die kirchliche Disciplin dort mehr zu beleben, damit sie aufs genaueste auch in allen jenen Dingen beobachtet werde, von denen in der Convention keine Erwähnung gemacht wurde. Nach gehöriger Erwägung des Guten, das auö solcher Convention der katholischen Sache erwachsen muß und der Einkünfte, welche der Kirche und ihren geheiligten Dienern angewiesen wurden, haben Wir für angemessen erachtet, dem Präsidenten jenes Staates und dessen Nachfolgern im Amte das Ehrcnrccht zu verleihen, die Ernennungen zu den vacanten Bischofssitzen uud geistlichen Benefizien vorzunehmen. Alles dieses, welches Uns zur großen Tröstung bei den vielfachen, höchst beschwerlichen Sorgen Unseres Papstthums gereichte, mußte euch, ehrwürdige Brüder, mitgetheilt werden. Wir sind fest überzeugt, daß ihr mit gleicher Freudigkeit Alles vernommen habt, was von Uns zur größcrn Verherrlichung des göttlichen Wesens, zur Förderung und zum Gedeihen seiner heiligen Kirche und zum Heile der Seelen sowohl in dem blühenden Königreiche Holland und Brabant, als in der Republik Costarica vollführt und verübt wurde. Während UnS aber dieser Trost zu Theil wird, finden Wir keine Worte, um den herben Schmerz auszudrücken, der Uns Tag und Nacht quält, ob des grausamen und nie genug zu verabscheuenden Krieges, der in vielen andern großen Staaten die katholische Kirche quält und zerfleischt. In jenen Gegenden werden der unbefleckten Braut Christi täglich herbe Wunden geschlagen, wird der katholische Glaube und die katholische Doctrin bekämpft, mit Füßen getreten und die heiligen und kirchlichen Angelegenheiten mit allen erdenklichen Drangsalen und Beleidigungen bedrückt; Sittenverderbniß, verkehrte Ansichlen aller Art und Irrthümer herrschen daselbst. Darum, ehrwürdige Brüder, wollen Wir nie ermüden, mi- beständigen und inbrünstigen Gebeten Gott anzuflehen, und zu ihm zu beten, daß er iu seiner Huld UnS die nöthigen Kräfte verleihe und Unsere Sorgen, Bestrebungen und Rathschläge segnen wolle, damit Wir solche Anhäufung der Uebel abzuwenden im Staude seyn mögen. Unsere Aufmerksamkeit euerem berühmten Kollegium zuwendend, beschlossen Wir am heutigen Tage, Männer, die durch Geist, Frömmigkeit, Gelehrsamkeit und den Ruhm ihrer Thaten ausgezeichnet sind, euerem Kollegium einzuverleiben. Bevor Wir jevoch dies vornebmen, werden Wir zwei Cardinäle, die Wir in dem von Uns am 15. März v. Js. abgehaltenen Cousistvrium creirtcn und bis jetzt in petto reservirten, proclamiren. Der erste derselben ist der ehrwürdige Bruder Michael Male Prelü, Erzbischos von Karthago, der angescheu durch Reinheit des Lebenswandels, durch Würde und Milde, begabt mit ausgezeichneter Geisteskraft und Gelehrsamkeit, zuerst daS Amt eines apostolischen Nuntius am kgl. bayerischen Hofe in höchst anerkennens- werther Weise bekleidete und den gleichen Posten sodann am kcüserl. apostolischen Wiener Hofe seit mehreren Jahren in den bewegtesten Zeiten und unter den schwierigsten Verhältnissen mit Scharfsinn, Klugheit, Thätigkeit und Eiser für die katholische Kirche versah, so daß er sich um diesen apostolischen Stuhl besondere Verdienste nnv die allgemeine Hochschätzung mi! bestem Rechte erworben hat. Der zweite Cardinal, den Wir gleichzeitig proclamiren, ist der ehrwürdige Bruder Johannes Brunclli, Erzbischos von Thessalonich. Auch dieser ist dnrch Frömmigkeit und Sittenreinheit angesehen und ausgezeichnet durch Gelehrsamkeit in heiligen Doc- tn'nen; er hat in rühmlichster Weise und zum großen Nutzen seiner Zuhörer in Rom kanonische Rechtswissenschaft gelehrt >md ferner sehr viele mühsame Arbeiten sür den apostolischen Stuhl verrichtet, als er die Aemter eines SccretärS der Cvngregation für außerordentliche kirchliche Angelegenheiten und Verbreitung des christlichen GlanbcnS, ferner das Amt Unseres Nnntinö bei der katholischen Königin von Spanien bekleidete; er hat dabei so unermüdliche und eifrige Thätigkeit für den apostolischen Stuhl beur- kuudet, daß Wir der Ansicht waren, ihn mit Verleihung der Cardinalswürde belohnen zu sollen. Außer der Proclamirung der geuanntcn Cardinäle creiren Wir im heutigen Consistorium »och sechs andere Cardinäle. Einer derselben ist der ehrwürdige Brnder Johann ScitowSki, Erzbischof von Gran ; ausgezeichnet durch hervorragende Frömmig» keir und andere vorzügliche Eigenschaften des Geistes wurde er vom Fünfkirchner BiS- thume bis zum Graner ErzbiSlhume erhoben und hat sich durch die dem Bischöfe vorzugsweise zustehenden Tugenden stets so hervorgethan, daß ihn Unser geliebtester Sohn in Christo, Franz Joseph, Kaiser von Oesterreich, UnS besonders empfahl und von UnS verlangte, daß Wir ihn zum Cardinal ernennen sollen. Demgemäß einverleiben Wir den durch seine Verdienste hochberühmten und vor UnS mit einer solchen Empfehlung von so bedeutendem Gewichte gezierten Mann bereitwilligst eurem Kollegium. Wir erfreuen uns auch mit der Ehre des Cardinalats noch einen andern ehrwürdigen Bruder zieren zu können. Es ist dies der ehrwürdige Bruder Franz NicolaS Morlot, Erzbischof von TourS, der angesehen durch ausgezeichnete Religiosität, Ehrerbietung und Treue gegen diesen apostolischen Stuhl, vom BiSthum zu Orleans zur Regierung der erzbischöflichen Kirche von TourS berufen wnrde und mit so viel Sorge, Fleiß, Emsigkeit alle Amtspflichten zu erfüllen und sich um die katholische Kirche verdient zu machen bemüht war, daß Wir ihn sür überaus würdig erachten, euerem Kollegium einzuverleiben. Indem Wir dies thun, sind Wir überzeugt, eine Unserm geliebtesten Sohne in Christo, Napoleon, Kaiser der Franzosen, sehr angenehme Handlung zu verrichten, da er dies dringlichst von Uns verlangt hat. Zu diesen fügen Wir den ehrwürdigen Bruder Giusto Recanati, Bischof von Tripoli in psrt. insicl. in Kleinasien hinzu; schon in früher Jugendzeit trat er in den Orden der Capuziner ein, zeichnete sich durch Eifer in der Ordensregel, durch Bescheidenheit und alle Tugenden, welche das Mitglied eines geistlichen Ordens zieren, so wie durch groß: Gelehrsamkeit im philosophischen und theologischen Wissen besonders aus, stand dem Kollegium jenes Ordens sür sremde Missionen eifrigst vor, admini- strirte die Diöcese von Sinigaglia in kluger, umsichtiger Weise uud hat sich UnS und dem apostolischen Stuhle in den schwierigsten Geschäften so eifrig und thätig erwiesen, daß Wir der Ansicht sind, ihn znr Cardinalswürde zu erheben. Dieselbe Würde verleihen Wir Unserm geliebten Sohne Domenico Savelli, der im Amte eines apostolischen Delegaten mehreren Provinzen Unseres Staates vorstand, dann unter die Kleriker der apostolischen Kammer aufgenommen wurde und als Gouverneur dieser Unserer lieben Stadt und als sodann resignirter Vicekämmerer in allen diesen Aemtern seine Rechtschaffenheit, Klugheit, Einsicht und Geschicklkchkeit dermaßen beurkundete, daß Wir ihn ebenfalls zu eurem Collegen machen wollen. Sehr angenehm wird es euch seyn, zu vernehmen, daß Wir in euren berühmten Orden auch den geliebten Sohn ProSpero Caterini aufnehmen, dessen Reinheit des Lebenswandels, Religiosität, Frömmigkeit, Geistesreichthum und Gelehrsamkeit euch bekannt ist, da er die schwierigen Aemter eines SecretärS der Studiencommission, eirieS DecanS der apostolischen Pronotare, eines Beisitzers des JnquisitionS-Tribunals:c. in dieser Stadt rühmlichst bekleidete. Wir glauben, daß ihr auch die Ausnahme noch eines andern angesehenen Mannes in euer Kollegium beifälligst begrüßen werdet. Es ist dies der geliebte Sohn Vincenz Santucci, der, wie ihr wißt, mit ausgezeichneten Eigenschaften des Geistes und Gemüthes geziert, rühmlichst wegen seiner Religiosität und Frömmigkeit bekannt, 116 in den heiligen Doctrinen besonders gelehrt ist, in den schwierigsten Zeiten in der Verwaltung der ernstesten, wichtigsten öffentlichen Angelegenheiten als Stellvertreter deS Cardinal-StaatsseeretärS emsige und nützliche Dienste leistete und mit so viel Klugheit, Umsicht und Scharfsinn das mühsame Amt eines Secretärs der Kongregation für außerordentliche kirchliche Angelegenheiten bekleidete, daß Wir der Ansicht sind, ihn mit dem geheiligten Purpur zu ehren. Diese sind die ausgezeichneten Männer, welche Wir in eueren berühmten Orden aufzunehmen der Ansicht sind. Was ist eure Meinung hierüber? Kraft der Autorität des allmächtigen Gottes, der Autorität der heiligen Apostel Petrus und Paulus uud Kraft Unserer Autorität erklären Wir als Cardinalpricster: Michael Viale Prelü, Erzbischof von Karthago; Johannes Brunelli, Erz- bischof von Thessalonich. Als Cardinalprkester creiren Wir überdies: Johann ScitowSki, Elzbischof von Gran; Franz Nicolas Morlot, Erzbischof von TourS; Giusto Recauati, Erzbischof von Tripolis. AIS Cardinaldiakone- Domenico Savelli, Prospero Caterini, Vincenzo Santncci, unter den nöthigen und angemessenen DiSpensationen, Beschränkungen und Klauseln. Im Namen des Vaters -j- des Sohnes f und des heil. Geistes, f Amen." S»!«M'z»,<,H »«littV.sü'iSli««?^ N' j ts» KV ,.n,nM ux ulmis ?,aül^ u'^ili»?/ Ostindien. Schreiben der Fräulein Aloisia Pisani aus dem Institute der englischen Fräulein. Chi ttagong Kloster Bethlehem, am Feste des hl, Stcphanus 18SL. Geliebteste, theuerste Mutter! Nun ist überstanden die 123tägige Schifffahrt mit allem, was sie im Gefolge hatte. Gottl großer Gott wir loben Dich, wir danken Dir mit tiefbewegter Seele, daß Du Deine hl. Engel uns zu Hilfe und zum Schutze gegeben hast, und uns wohlbehalten, gesund und frohen Muthes an unsern neuen Bestimmungsort geführt hast. Ja, liebe Mutter I danken Sie mit uns, Ihre Kinder haben glücklich Chittagong erreicht. Ehe ich Ihnen aber unsere Ankunft ausführlicher beschreibe, will ich Ihnen den ordentlichen Gang unserer Geschichte erzählen, und von unserer Abreise in Kalkutta beginnen. Am 6, Der. verließen wir nach einem 15tägigen Aufenthalt daselbst Calcutta, nachdem wir von Hrn. Spenze, der uns während der Zeit viele Gastfreundschaft bewies uud uns auch noch, wie dergleichen mehrere Damen nachahmten, mit allerlei Mundvorrath auf die Reise und sonstigen Effecten versah, Abschied genommen. Unser hochw. Hr. Bischof begleitete uns. Nun nahmen uns zwei Boote aus. Der hochw. Hr. Bischof, wie immer sich selbst vergessend, überließ uns dreien das größere und bequemere und wählte für sich und seine zwei Priester vas kleinere, und nun ging eS, wie gewöhnlich auf unserer Reise, Chittagong zu. Ich will Ihnen nun auch unsere Küche beschreiben. Der hochw. Hr. Bischos nahm nun von Calcutta einen Koch und einen Bedienten mit, nebst allem nöthigen Küchen- und Tafelgeräthe, Nun aber, als wir das Erstemal zu Tische saßen, bemerkten wir, daß die Gabeln vergessen wurden. Da hatte die ganze Reisegesellschaft denn nur eine, nämlich die große Transchiergabel , die vom hochw. Hrn. Bischof angefangen immer von Hand zu Hand ging. Unser Frühstück bestand in einem gebratenen Huhu, Reis und einer Tasse schwarzen CaftS mit Butter und Bisquit. Abends 4 Uhr das Diner mit einem Huhn und Reis, und um 7 Uhr Thee mit Butter. Am sechsten Tage unserer Reise befiel mich ein Fieber, das mich an das Bett sesselte. Der hochw. Hr. Bischof bewies mir wieder alle Liebe und ging in seiner Sorgfalt so weit, daß, als wir am dritten Tag unserer Reise in Barrisal landeten, er einen Arzt zu Rathe zog. Wir stiegen ans Land und M gingen zum Pfarrhaus. Aber welch ein Pfarrhos! von Stroh, ganz ärmlich, aber doch nett und geräumig. ES befindet sich eine kleine HanSkapelle darin, in welcher der hochw. Hr. Bischof die hl. Messe las. Den Priester dieses OrtS lrafcn wir ganz elend und fieberkrank an. Eben hatte er das Fieber und es schüttelte und rüttelte ihn gewaltig. Der hochw, Hr. Bischof, welcher Sorgfalt für alle seine Schafe trägt, nahm ihn zur Erholung mit sich, und ließ einen von den ihn begleitenden Priestern an dessen Stelle zurück. Des andern TageS um 12 Uhr setzten wir unsere Reise wieder fort, und erreichten Sonntag den 19. Dec. Morgens 6 Uhr glücklich nnsein Bestimmungsort Chittagong nach beinahe 1-ttägigcr Fahrt. Ich darf nicht vergessen, daß am Schlüsse unserer langen, aber glücklich gesegneten Reise der hochw. Hr. Bischof ein feierliches?e veum anstimmte, das mir fröhlicher Heller Stimme vom Chor abgesungen wurde. Ich lag auf meinem Bette und stimmte mit vollem Herzen in diesen Jubelgesang ein. Kaum 100 Schritte vom Fluße ewsernt ist daS glückliche Asyl, das uns aufnehmen sollte. Wir gingen raschen Schrittes auf selbes zu, und ich wußte nun nichrs mehr von Unwohlseyir, da wir nun wieder auf festem Boden waren. Wenige Minuten und wir standen an der Klosterpforte, die sich alsbald öffnete und an dessen Schwelle uns schon Frau Oberin und die ganze Gemeinde (freilich sind eö nur drei Personen) mit herzlicher Umarmung empfing. Um den Eintritt in eine neue Lebensperiode ist es immer etwas Eigenes, ein Moment, der uncrklärbare Gefühle erregt. So War es auch mir. Mit klopfendem Herzen uud doch beseelt vou einem Seligkeitsgefühl, betrat ich daö Klösterlein, Bethlehem genannt. Hier ist der Ort meiner Ruhe, hier will ich wohnen ewiglich, sagte ich mit dem königlichen Propheten. Der Eindruck, den daS kleine Klösterlein und seine Bewohnerinen ans mich machten, war ein günstiger. Ich will Ihnen nun Alles näher beschreiben. Die Bauart deS Klosters sieht einem europäischen Landhause gleich, hat ein Stockwerk und drei Thore. Im ganzen Hause sind sieben Zimmer, vier zu ebener Erde und drei im ersten Stock. Unten in der Mitte des Hauses die ganze Breite hindurch befindet sich das Sprechzimmer, auf der einen Seite zwei Schulzimmer, auf der andern daö Refectorium. Nun besehen Sie unsere Zellen. Es ist eine zwölf Schuh lang und acht Schuh breit (nach meinem Schuh gemessen). Hier ist an der Wand eine alte silbergranc Bettstatt mit einer Matratze, Polster und einer wollenen Decke. Neben dem Ruhelager steht ein kleiner alter Strohsessel. Auf der audern Seite befindet sich ein kleines Tischlein, welches mir das Christkindlcin brachte, auf dem das Waschbecken steht. An dem Vorgang hängt mein Reisesack, welcher die Stelle eines Commods vertritt, daneben das kleine Täfelchen, des Prager Kindleins, das ich mitgenommen habe mit einem zerbrochenen Glas. Nun haben Sie Alles gesehen. Gehen Sie hinter den zweiten Vorhang, da finden Sie Schw. Josephine und hinter dem dritten Schw. Aloisia (so nennt man sich hier). Alle Zellen sind gleich eingerichtet, überall dieselbe Armuth, — dieselbe Einfachheit. Darf ich Sie fragen, wie Ihnen unsere Zellen gefallen? Ohne Zweifel recht gut. Aber auch ihre Bewohnerinen fühlen sich ganz glücklich und zu- friedeu, in ihrer Armuth sich freuend, dem Kindlein in Bethlehem etwas ähnlich zu seyn. Ja wir sind arm, recht arm. DaS Kloster hat keinen Kreuzer Foud noch Einnahme. Zöglinge haben wir nur vier, wovon der Betrag monatlich ein paar Gulden ausmacht. Dieß und das Almosen, welches gutherzige Damen von hier und Calcutta uus spenden, ist das Einkommen, wovon wir leben. Daß der hochw. Herr Bischof mit seinen Klosterfrauen die Last trägt, versteht sich von selbst. Er thut aber auch waö er kann. Er kaufte die Matratzen in Ealcntta und allerlei Sachen, welche die Gemeinde nöthig hatte. Allein die göttliche Vorsehung ist eine reiche Vorrathskammer ; hat sie ihre drei Bräute bisher versorgt, wird sie auch sechs nicht verhungern . lassen. Das ist wirklich meine geringste Sorge. Unsere Frau Oberm ist eine aeborne Indianerin, 24 Jahre alt und die gesündeste von den dreien, denn die zwei Schwestern sind immer leidend und kränklich. O die guten Schwestern, sie beginnen zu erliegen unter der Last der Beschwerden! Doch es soll ihnen erleichtert werden, und sie nun manche Ruhestunde genießen können, weil europäische Schwestern sie nach Kräf- 118 ten unterstützen wollen. Ja, an Arbeiten wird es nicht fehlen, und auch ich, obgleich untauglich zu allem, werde vollauf beschäftigt werden. Bei 34 arme Waisenkinder sind im Kloster, die erzogen und unterrichtet werden. Der hochw. Generalvicar, p. Storch mit Namen, ein Benedictiner-Mönch und aus Oesterreich gebürtig, ist unser Beichtvater. Er ist seit zwanzig Jahren hier, und der einzige Priester der Stadt Chittagong, die doch 2000 Katholiken zählt. Daß eS da viel zu thun gibt, ist leicht zu denken. Nun komme ich auf 1>ie Kirche zu sprechen. Diese ist 50 bis b0 Fuß vom Kloster entfernt, zu welcher ein gedeckter Gang führt; sie ist groß, hat aber nur einen Altar, und die ganze Zierde desselben verräth große Armuth. Jetzt einige Worte über daS hohe WeihnachtSsest. Vom 19, Dec., dem Tage unserer Ankunft, bis zum hl. Christabend ward vom hochw. Hrn. Bischof eine feierliche Novene abgehalten. DeS Morgens war täglich ein Amt mit Predigt, Abends Litanei, abermals mit Predigt. Jedesmal predigte der hochw. Hr. Bischof selbst, mit einem Feuereifer, der mich entzückte, mir schade, daß ich nichts davon verstand. Nun kam der hl. Abend. Um Mitternacht wurden drei Kanonen gelöst und verkündeten die hl. Stunde. Die Kirche war ganz hell beleuchtet. Es trat die seierliche Processiou zum Altare, und der hochw. Bischof mit Jnful uud Stab. Es folgte ein feierliches Poutifical-Amt.. Es ertönten zwar keine Trompeten- und Orgelklänge, eS rauschte keine lärmende Musik, aber alles, waS man hört und sieht, spricht in seiner Einfachheit tief zu Gemüth. Hier war eS, wo nun vermuthlich zum erstenmal ein deutsches Lied ertönte, es war nämlich nach der hl. Wandlung, wo Schwester Aloisia und Josephine mit lauter, kräftiger Stimme das schöne Lied „Laßt uns das Christkindlein preisen" sangen. O wie hat daö ?. Storch erfreut. Er will auf das neue Jahr wieder eines hören. Am Weih- nachtSmorgen selbst hatten wir wieder Amt und Predigt und verweilten in der Kirche bis 11 Uhr. WaS scll ich Jhucu dann noch'erzählen? Nnn eS fällt mir so eben ein, daß wir gegenwärtig Ferien haben, sie dauern aber nur vierzehn Tage. Für daS nächste Schuljahr hoffen wir mehrere Zöglinge; denn es ist überall bekannt geworden, daß europäische Klosterfrauen angekommen sind. Es ist möglich, daß ich zu den Waisenkindern komme, der hochw. Hr. Bischof sagte es einigemal im Spaß. Dieß wäre eine tüchtige aber süße Arbeit, in diesen armen Waislein, die schwarz und arm aussehen, dem Jcsnkindlein zu dienen. Da diese Kinder ganz vom Kloster verpflegt werden, hier essen nnd schlafen, so kann man sich denken, waS dieß für eine Aufgabe für drei arme Klosterfrauen ist. Der guten Frau Oberin machte die Sorge um ihre armen Kinder gewiß schon oft recht warm. Am Christabende ließ der hochw, Hr. Bischof der Frau Oberin sagen, sie soll ja sorgen, daß am Christfeste die armen Kinder auch etwas GuteS, Kuchen, oder dgl. zu Tische bekommen, wenn sie auch nichts hat, sie dürfe die Rechnung ihm schicken, er wird Alles bezahlen. Er schickte auch unS während seines Aufenthaltes immer etwas von seinem Tische, einmal Brod, Fleisch, Wein :c. Nuu haben wir aber nicht mehr lange die Frende, ihn bei unS zu haben. Am 7. Jannar reist er ab. Ein Abschied, der uns heiße Thränen kosten wird. Wir haben ihn auf der langen Reise täglich mehr achten und hochschätzen gelernt, er war mehr als väterlich für unS besorgt. Sollen wir nicht diesem unsern väterlichen Oberhirten Freude zn machen suchen! O ja, daS wollen wir, nnd jede von uns hat vor dem Eintritt in das neue Kloster deu Vorsatz gefaßt, mit der Gnade GottcS, in der neue» Welt, in der neuen Gemeinde, und in einem neuen Kleide ein ganz neues Leben zu führen, fest vertrauend, daß unS der liebe Gott beiftehcn wird. Und nun, liebe Mutter! habe ich Ihnen viel Erfreuliches mitgetheilt, eS bleibt nur der Wunsch, daß Sie und unsere lieben Mitschwestern unS dem lieben Gott danken helfen, daß Er an den Gefäßen seiner Barmherzigkeit die Reichthümer geoffenbart hat. Nicht wahr, liebe Mntter! Sie lassen ein Dankamt am Herz Maria Altare halten, und hicmit wäre der Bittliranei der Anfang gemacht. Denken Sie sich in Bethlehem, und nicht einmal eine Krippe, kein Christkindlein im ganzen Hanse, kein Christus, kein Bild, nichts, gar nichts. — Es sey dieß, liebe Mutter, aber keine Klage, sondern nur erzählen wollte ich Ihnen, wie es aussieht bei 119 unS, und was wir brauchen könnten, wenn vielleicht auch mitleidige Seelen sich erkundigen und etwas Gutes thun wollten, wozu es freilich in Europa Gelegenheit genug gäbe. Man gibt es ja überall'dem Herrn auf Zinsen. An alle lieben Mitschwestern tausend herzliche Grüße, ich will für selbe noch einige Zeilen schreiben, wenn eS noch seyn kann, Sie sollen beten für uns, wir bedürfen es sehr. Der Beruf zur Mission fordert ein abgetödteteS, ganz hingeopferteö Leben. Die Eigenliebe hat auch unter dem indischen Himmel so gut ein zäheS Leben, wie unter dem europäischen. Wir sind ganz glücklich und zufrieden in unserm Bethlehem, keine hat es bereut, diesen Schritt gemacht zu haben, und ganz natürlich, was man Gott opfert, darf Einen nicht reuen Und nun seyen Sie uns, unvergeßliche Mutter! noch tausend und tausendmal gegrüßt. Dank, tausend Dank für Ihre Liebe, Sorgfalt nnd Treue. Ihre indischen Kinder erheben im brünstigen Gebete ihre Hände und Herzen zum Himmel, Heil und Segen für Zeit und Ewigkeit Ihnen und dem theuren Mutterhause zu erflehen, und lassen eS ihre Sorge seyn, durch ein wahrhaft Gott geweihtes Leben Gottes Ehre zu befördern, der Kirche zu nützen, und Ihnen Freude zu machen. Dazu erbitten wir uns Ihren mütterlichen Segen, Ihr und der Ihrigen fortgesetztes, eifriges Gebet zu den süßen Herzen Jesu und Maria. Schwester Aloisia und Josephine küssen Ihnen dankbar die Hand. Wir Alle grüßen und umarmen im Geiste die liebe Schwestergemeinde, ihr dankend für Alles. Wir bleiben im Herzen Jesu liebend vereint, bis wir uns im Himmel wieder finden. Ihre dankbare geistliche Tochter Maria Augustina, 2. St. M. Cardinal Fürfi-Erzbischof von Olmütz. Olmütz, 2. April. Maximilian Joseph, Erzbischof von Olmütz, Cardinal der heiligen römischen Kirche, Herzog, Fürst, römischer- und der königlich böhmischen Capelle Graf, auö dem Hause der Freiherren v. Sc.nerau-Beekh, Doctor der Theologie, Großkreuz des königlich ungarische» St. Stephans- und des kaiserlich österreichischen Levpoldordens, Ritter des kaiserlich russischen weißen und des königlich preußischen rothen Avlerordens erster Classe, Inhaber des goldenen Militär-EhrenkreuzeS pro piis m«riti8, Sr> k. k. apostolischen Majestät wirklicher geheimer Rath, wirkliches Mitglied des theologischen DoctorencolleginmS der k. k. Universität zu Prag, der k. k. Landwirthschaftsgesellschast und der Gartenbaugesellschaft zu Wie», Mitgn'inver deS dortigen Vereins zur Beförderung und Verbreitung echter Kirchenmusik, wie auch deö Vereins der Kunstfreunde für Kirchenmusik in Böhmen, Ehrenmitglied der k. k. mäh- risch-schlesischen Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues, der Natur- und Landeskunde, der kais. russ, Laudwirthschaftsgesellschast zu Moskau, der kais. österr, Akademie der vereinigten bildenden Künste und des Museums b>gnci5vo-Lk>roImum für Oesterreich ob der Enns und Salzburg, dann Protektor des Olmützer MusikvereinS, wie auch der Olmützer Kleinkmderbewahranstalt, dann deS mährisch-schlesischen Schutzver- einS für aus Straf- und NerwahrungSorlen entlassene Personen Mitglied, war einer jener seltenen Männer, welche das Schwert und den Hirtenstab vereint zum Wohle des Vaterlandes und zum Heile der Kirche mit gleicher Würde getragen. Geboren zu Wien am 2t. Dec. 1769, betrat er in seinem Jugendalter die militärische Laufbahn und bekleidete die OfficierScharge. In seinem vierundzwanzigsten Lebensjahre verließ er jedoch diesen von ihm mit Ehren versehenen Stand und trat als Zögling in das Wiener fürsterzbischöfliche Seminar, als welcher er am 10. Sept. 1797 zum Priester ordinirt wurde. AlS neugeweihter Priester wurde er auf der landesfürstlichen Pfarrei znm hl. Martin in Pillichsdors angestellt, kam sodann in die Wiener Vorstadtpsarrei zum hl, Florian in Matzleinödorf und endlich zu den heiligen Schutzengeln auf der Mieden. Im Jahre 1808 wuroe er Feldprediger und zeichnete sich in dieser Eigenschaft im vorzüglichen Maaße aus, Wege» welcher Verdienste er auch das goldene Militur-Ehrenkreuz pro piis meritis erhielt. Im folgenden Jahre wurde Freiherr v. Somerau auf die Wiener Vorstadtpsarrei zu St. Leopold in der Leopoldstadt befördert. Ä 120 Im Jahre 1812 wurde er zum Dom- und Capi'tiilarherrii deS ehrwürdigen getreuen Metrvpolitancapitels in Olmütz ernannt nnd als solcher installirt. In dieser Eigenschaft wirkte er bei verschiedenen Fnnctioncn in unserer Stadt mit solcher Auszeichnung, daß er sich die Liebe und das Vertrauen Aller erwarb; namentlich wirkte er als Probst zu Sanct Mauriz zur Zeit der Cholera in ausgezeichneter Weise. Er selbst eilte in die Wohnungen der Kranken und spendete Trost und Hilfe, wo er nur konnte, ohne die Gefahr zu scheuen. Alle diese trefflichen Eigenschaften bewirkten, daß er bei der Erledigung des Olmützer Erzbisthums durch deu Tod des Metropoliten Grafen Chotek am 2t. Nov. 1836 durch kanonische Wahl auf den erzbischöflichen Stuhl der Olmützer Erzdiöcese berufen wurde. In dieser bohen Stellung war er würdiger hoher Priester uud eifriger Patriot, und als Se. Majestät der Kaiser von Oesterreich in jenen bedenklichen Zeiten in unserer Stadt Allerhöchster Hoflager aufschlugen , zeichnete er sich durch seine Liebe und Anhänglichkeit an das allerhöchste Kaiserhaus in hohem Maße ans, und die vielen Zeichen allerhöchster Huld, welche die Brust deS hohen Verstorbenen zierten, beweisen dieß zur Genüge. Die höchste Dignität erlangte der würdevolle Metropolit, als er am 30 Sept. 1850 zum Cardinal der hl. römischen Kirche ernannt wurde. Ein länger anhaltendes Unwohlsein, welches Se. Em, bereis zu Anfang deS heurigen Jahres an den höhern kirchlichen Funktionen hinderte, hatte in der verflossenen Charwoche einen ernstlichen und bedenklichen Charakter angenommen, bis am 31. März um 6^ Uhr Nachmittags der Tod Sr. Em. dnrch Lnngenlähmung erfolgte. Noch in der letztwilligen Anordnung hat Se. Em. seine Liebe uud seinen WohlthätigkeilSsinn bewährt; er hat für mehrere seiner Beamten und Diener sehr anschliche Vermächtnisse ausgesetzt, und die Armen-Institute von Olmütz und Kremsier mit Legaten von je 36,000 fl. bedacht, welches erstere der hohe Verstorbene auch selbst begründete. Der Leichnam Sr. Ein. wird in einer von ihm eigens erbauten Gruft in der Manrizkirche begraben werden, dagegen sein Herz in der hiesigen Metropolitankirche beigesetzt. (W. Ll.) Ein christlicher Philosoph. Einige schöne Züge von Almosengebern erzählt Beda Weber in „das Thal Passeicr und seine Bewohner." Innsbruck 1822, S. 218: „Ein armer Krachsenträger halte sich durch lebenslange Arbeit einige hundert Gulden erspart, und lag sterbend auf einem fast verfaulten Bette. Man machte ihn aufmerksam, daß er sich mit seinem Gelde wohl ein besseres anschaffen konnte. „Ja, das könnt' ich, wenn ich ein Narr wäre", sagte er lächelnd, „meine blutarmen Verwandten sollen sich eines anschaffen, für mich ist es zu spät, ich bin nichts als Stroh gewohnt." Man muthete ihm an, Fleischsuppe kaufen zu lasse». Er weigerte sich dessen, weil eS ihm doch nichts helfe gegen den Tod und das letzte Gericht, er habe mit der Mchlsnppe gelebt, nnd wolle mit ihr anch sterben. Auf die Anregung eines schriftlichen Vermächtnisses erwiederte er lebhast: „Sie verschreiben beim Landgerichte ohnehin Papier genng. Ich verlasse mich auf den Kaiser, der läßt es gewiß in keinen falschen Sack fallen." Sein zurückgelassenes Vermögen von 500 fl. machte eine arme Familie im Gebirge ganz glücklich." - Bassenhein». Vassenheim, 11. März. Von der opferwilligen Begeisterung der frommen Vorzeit angeregt und sich so dem rheinischen Adel würdig anschließend, hat der Hr. Graf v. Waldbott-Bassenheim nngeachtet dessen, daß er erst kürzlich der hiesigen Gemeinde einen Pachtnachlaß von 900 Thlrn. gewährte, außer dem benöthigten Bauholze auch noch 500 Thlr. in Gold zur Instandsetzung der Waldcapelle auf dem Karmelenberge angewiesen, damit dieses im schönsten ilalienischen Baustyle erbaute Gotteshaus, welches trotz seiner stillen und erhabenen Einsamkeit einst das Ziel und der Andachtsborn unübersehbarer Pil- gcrschaaren war und auö dessen geweihten Mauern noch jetzt eine heilige Ruhe sich über den ganzen Berg verbreitet, in seiner ursprünglichen Pracht wieder hergestellt uud dem Gottesdienst geöffnet werden soll. Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen. Verlags - Inhaber: F. C. Krem er.