Dreizehnter Jahrgang. Sonntags-Beiblatt .,Ä!dT !^-Ig?m „MW tt^ nwcz nM. nv ,n,:.^ I.^s. uz ,n.chf.»jE N.M. ^, ..M»ii,km-^«v mtt!Zz,!w>5 7s,iS m-z zmMW «,»^,»,-,»5 ai^UMv »ii Sn« Augsburger Postzeitung. Uk^ ?^ lvcn H»N!«L >f^7-7s >n ^^,!,.lt, xailmi 7/s-u hl.j «N'Z hlü'mvl rdub z^7uliliiv?ßim ichill 7>^ri m»?nz^,tt ittwlu^ljUt gni'ti'-K Diese« Vlatt erscheint regelmäßig alle Tonntage. Der halbjährige Aboimementspreis kr., wofür e« durch alle kömgl. bayer. Postämter uud alle Buchhaudluogeu bezogen werden kaou -^---------------^^ Die Erzherzogin Maria von Steiermark, Mutter Kaiser Ferdinand des Zweiten. RededeSHofrathSundReichShistoriographenvi-. v. Hurter-Ammann, gehalten in der Plenarv er sammlungveS Wiener Central.SeverinuS- vereins am 28. April 1853., >Z5lW z'izj? .iuitsln^IiW »><»« tHinG . ,»Z^> ut.7?i?MMv». -tyi t.T ..n»»iii?S a»n>W (Schluß.) Jede äußere Bethätigung war aber bei Maria nur der wahrnehmbare Ausdruck der im Innern wohnenden Gesinnung, ein ununterbrochen angewenveteS Mittel zu deren Erhaltung und Kräftigung. Diese ist der spruvelnde Quell, der bei allen Begegnissen, so freudigen als schmerzlichen, in seinen reinsten Ergüssen hervortritt; sie ist'S, die der Weltanschauung Mariens Bahn und Ziel weist. Kamen tröstliche Berichte auS dem Feldlager, so hatten nicht Menschen das Erfreuliche vollführt, sondern „augenscheinlich" allein Gott es geleitet; drohte Gefahr, so hoffte sie auf GotteS Erbarmen, daß er die Seinigen nicht verlassen werde. Er macht Alles wie er will, pflegte sie zu sagen, daher muß man auf ihn vertrauen, nicht immer Rücksicht auf die Leute nehmen. Auf den Reichstag setzte sie in deS Landes Bedrängniß durch die Türken alle ihre Hoffnung, weit mehr aber „aus Gott; denn der Ewige weiß wohl, waS gut, waS am besten ist." AIS sie im Jahre 1595 unter steter Gefahr vor den durch Ungarn nach allen Richtungen streifenden Türken mit ihrer Tochter nach Siebenbürgen ziehen sollte, befahl sie sich in wohlbcgründeler Furcht Gott, der mit seinen heiligen Engeln ihr Begleiter und Schützer, woneben aber menschliche Begleitung immer nicht überflüssig seyn werde. Solchen Aeußerungen, die wie die milden Strahlen eines hellen Lichtes auS den Tiefen ihres Gemüthes bei jeoer Veranlassung ausströmen, begegnen wir in manchen ihrer Briefe. Sie machte während ihres Lebens verschiedene gotteSdienstliche Stiftungen, um so bereitwilliger, wenn sie Zwecke der Wohlthätigkeit damit verbinden konnte. Schon im Jahre 1578, am ersten Sonntag nach dem Dreifaltigkeitsfeste, stiftete sie eine Messe, die alle Samstage in der Pfarrkirche zu Grätz vor unserer Lieben Frauen Altar, daneben an dem Vorabend jedes Marienfestes eine Vigilie sollte gehalten werden, weil sie als Unwürdige der Gebenedeieten Namen trage. Dieses befahl sie den Jesuiten an und überwies ihnen dafür 15V Pfund ewigen ZinS. Aber nur zehn Pfund sollten zur Zier der Litanei und Processton gelten, 20 Pfund an arme Schüler vertheilt, für 120 zwei solche stetö unterhalten werden. Mäßigung erlaubter Genüsse, eine gewisse Strenge deS Lebens hat als unzertrennbares Wahrzeichen einer ernsten Gesinnung, eineS zu höher» Dingen gewendeten Gemüthes von jeher und unter allen ReligionSgesellschaften gegolten, die nicht eine .ynny7(!l 170 ?ksi,iT solche auf GlaubenSlostgkeit gründen zu können wähnten. Ueber daS Maaß derselben haben die Begriffe gewechselt; die Kirche selbst hat dieses nie weiter ausgedehnt, als wie eS allen Menschen, zu allen Zeiten, an allen Orten zu erfüllen möglich; Schwereres sich aufzulegen hat sie dem Willen, dem Eifer deS Einzelnen anheimgestellt. Wer gerne an Zeltbegriffe und Zeilrichtung Berufung einlegt, der muß fichS gefallen lassen, daß dieser hohe Gerichtshof je zu Fristen anders bestellt gewesen ist, als gerade in demjenigen Augenblick, in welchem er denselben zum Spruch aufruft, in Zuversicht, daß dieser nunmehr nach seinem Wunsch sich erklären werde. JeneS war der Fall in dem Zeitraum, in welchen Mariens Leben fällt. ES wurde auch damals den Gütern der Welt und den Freuden des Lebens und dem Gepränge der Großen ihre Geltung zugestanden, liebendem aber nicht mißkannt, daß dem zwischendurch sich ziehenden freiwilligen Missen derselben aller Werth nicht dürfe abgesprochen werden. Umgab jenes Alles, an die Stellung geknüpft, die Erzherzogin von außen, so waltete dieses in ihrem Innern. Von Natur in leiblichen Genüssen mäßig, fügte sie der Entsagung, welche die Kirche ihren Kindern, um sie in Gehorsam und Demuth zu üben, auferlegt. Einiges noch freiwillig hinzu. Jeder Dienstag, ihres Gemahls TodeStag, war für sie durch lange Jahre ein Fasttag. Auch äußerer Strenge unterwarf sie bisweilen den Körper, besonders in der Zeit, in welcher die Kirche des Leidens ihres Herrn ernster und inniger gedenkt, so daß nicht selten der Beichtvater ihrem Eifer eine Schranke setzen mußte. Häufig trug sie unter dem fürstlichen Gewand d>n groben Bußgürtel von der Bruderschaft deS heil. Franz, oder Armbänder von härenen Stricken. Da ihre Kammerfrau, die Gräfin von Wildenstein, diese Abtöd- tungSmittel einst entdeckte und sich gegen ihre Herrin die Bemerkung erlaubte: „Euer Durchlaucht leben allzu streng," versetzte die Erzherzogin nicht ohne einige Heftigkeit: „„Wie sollte ich daS nicht, da ich eine große Sünderin bin!"" Anbei verbot sie ihr, gegen irgend Jemand von dem Wahrgenommenen etwas verlauten zu lassen. Daß aber diese Strenge der ächten Wurzel entwuchs, zeigte sich darin, daß sie dieselbe bloß gegen sich selbst anwendete, Andern nur ihre Milde zu erkennen gab. DaS Alles konnte nicht ohne Einfluß bleiben auf jenen tiefen Ernst, dessen Frucht fleckenlose sittliche Würde ist, die ihr als Grundbedingung alles Gedeihlichen galt. „War," schrieb sie an Rumpf nach dem unglücklichen AuSgang eineS Treffens bei Neuhäusel, „wie die Sage geht, in unserem Lager ein solches gotteslästerliches Leben, daß alle Laster darin im Schwange gingen und ihnen kein Einhalt gethan wurde: dann war eS natürlich, daß am Ende Gott die Schuldigen mit den Unschuldigen strafen mußte." Bei einer solchcn LebenSrichtung galt ihr daS Gegenwärtige als vorübergehend, als bleibend einzig daS Künftige. Im Hinblick auf dieses hörte man sie bisweilen sagen: „Gott! wie wird eS dort so wunderbar zugehen! Wie wird so mancher Mensch anders sich zeigen, als er hier schien! Wie viel Heller sieht nicht Gott als wir, die wir uns Alle in so manchen Dingen versündigen; die wir so vieles an unserer eigenen Person nicht erkennen, waS Gott aber wohl weiß und dessen Kenntniß hat." — Derlei Gesinnung mußte zu dem sorgsamsten Aufmerken auf sich selbst auffordern. Maria ward zu demselben um so dringlicher ermuntert, da sie in ihren letzten Jahren oft zu. sagen pflegte: „ich weiß, daß ich nicht mehr lang leben, sondern bald sterben werde!" Deßwegen, bei dem Verein so mancher, zu allem Höhern sie emporhebender Tugenden, war sie auch eine starkmüthige Frau, unverzagt in Gefahren, selbst Anderer Muth zu heben geeignet. Wie die Rebellion der Ungarn im Jahr 1605 auch des SohneS Landschaften bedrohlich zu werden schien, fuhr sie täglich in ihr Kloster und öfters als sonst zu Kranken, bloß damit daS Volk, wenn sie so unverzagt ihm sich darstelle, Muth fasse. Dem Adel aber sagte sie: „sollte er Meinen, nur Pracht, Wohlleben und Faulheit nachgehen zu dürfen, so werde sie als Weib in den Krieg ziehen. Nicht ihrer Person, wohl aber ihnen, welche Rittersleute seyn wollten, könnte eS zur Unehre gereichen, wenn statt ihrer ein Weib streiten müßte." ,7t Gleich ihrer Schwägerin, der verwittweten Kaiserin, und deren Töchtern, Marien« Muhmen, Elisabeth, König Carls IX. von Frankreich Wittwe, und Marga- retha, deren die erste, wie so viele fürstliche Frauen, in den dritten Orden des heiligen Franz getreten war, die andere zu Wien daS Königskloster gestiftet und in dasselbe stch zurückgezogen hatte, die dritte in voller Jugendblüthe den Nonnenschleier den Kronen von Spanien und beider Indien vorzog, gedachte auch Maria, wenn einst in ihrem Sohne ^dem Lande ein Regent, seinen minderjährigen Geschwistern ein Vater würde herangereift seyn, in ein Kloster stch zurückzuziehen. Schon am Ende deS Jahres 1597, als Ferdinand seinen Beichtvater nach Rom schickte, um für die Dispense zur Ehelichung seiner Base zu danken, mußte derselbe dem heiligen Vater den Wunsch der Erzherzogin ausdrücken: dannzumal, wenn deS Sohnes Sachen gefestigt, mithin dringlichere Verpflichtungen von ihr genommen wären, unter Klosterfrauen leben zu dürfen. Anfangs hatte sie ihr Auge auf Hall in Tirol geworfen, wohin die Erinnerung an die Schwägerinnen sie ziehen mochte. Bald jedoch neigte stch ihre Vorliebe zu dem Orden der heiligen Clara, also daß sie schon im Jahr 1594 das Gewand desselben sich verfertigen ließ und eS in einer wohlverschlossenen Lade auf allen Reisen stetS mit sich führte. Niemand wußte darum als ihre geheime Kammerfrau ; da aber die Erzherzogin jederzeit bei vem Verpacken mit einer gewissen Aengstlichkeit nachfragte, meinte das übrige Gefolge, dieselbe müßte ihre werthvollsten Kostbarkeiten enthalten. In Beziehung auf die Erzherzogin selbst hatte eS wohl recht. Dennoch lag neben dem OrvenSgewand und einem kleinen, in dasselbe gekleideten Bilde in dem verschlossenen Behältniß nicht» anders als die schriftliche Erklärung: wo immer und wie unvorgesehen der Tod sie ereilen möchte, so wolle sie in diesem Gewände beerdigt werden. Wie sie durch deS SobneS Festigkeit die kirchliche Herstellung in dessen Ländern durchgeführt sah, und wie nach Verbannung der Prädikanten und Lehrer das bisherige unkatholische Schulgebäuve und daS daran stoßende BethauS zu Grätz, einst als Spital und Eapelle, in alier Heiligen Ehre geweiht, zwecklos standen, warf sie zu beabsichtigter Stiftung eines Klosters ihr Augenmerk auf diese Baulichkeiten. Es schien ihr verdienstlich, die Stätte, von der einst unter so großem Erfolg die Anfechtung der Kirche ausgegangen war, in eine solche zu verwandeln, von welcher täglich daS Lob GolteS erschalle. Deßwegen machte sie den Landständen, deren unentrisseneS Eigenthum die Gebäude fortan geblieben waren, den Antrag, dieselben käuflich an sie abzutreten. Diese aber überließen ihr dieselben als Geschenk. Sofort wurden die erforderlichen Einrichtungen getroffen, des Papstes Bestätigung für die neue Stiftung verlangt, daS Innere, vornehmlich aber die Kirche, mit solcher Sorgfalt ausgestattet, daß der Bau deS NamcnS eines KönigSklosterS für würdig erachtet ward. Schon am 10. November 1602 konnten fünf geistliche Jungfrauen und ebenso viele Novizinnen aus St. Jakob am Anger zu München dort eintreffen. Die Erzherzogin war bei ilirer Ankunft so hoch erfreut, daß sie selbst für die Kommenden den Tisch zu decken und die Betten richten half und mit ihnen daS Mahl nahm. Am l. Juli des folgenden JahreS fertigte sie gemeinschaftlich mit dem Sohn den StiftungSbrief auS, kraft dessen den Schwestern jährlich und in vierteljährigen Würfen, „auf ewig zu verstehen," 3000 Gulden aus dem Hall- und Salzantt Auflee (dem Pfand für der Erzherzogin Eingebrachtes) sollte bezahlt werden, welchem Ferdinand noch andere 2000 Gulden von ebendaher beifügte. Dann übergab ihnen Maria noch daS Dorf St. Margaretha bei Marburg sammt zwei erkauften Weingärten. Sie setzte die Zahl der Jungfrauen auf 36 unter einer Aebtisfin. Dabei getröstete sie sich ihres .,herzliehen Sohnes, seiner Erben und Nachkommen," daß sie ihr GottcShauS „durchaus nicht betrüben, sondern es vielmehr vor aller unbilligen Zumuthung jederzeit ernstlich schützen würden." „Wofern sie darwider etwas fürnehmen, oder solches Andern wissentlich zugeben wollten, möchten sie ermessen, wie heftig sie hirdurch den Allerhöchsten erzürnen , alle seine lieben AuSerwählten bewegen und UnS selbst gar in jener Welt betrüben würden." — Den Klosterfrauen war auferlegt, für alle Fürsten der Häuser Oesterreich und Bayern, Lebendige und Abgestorbene, und für „Beschützung 172 dieser Länder vor des grausamen Türken Macht täglich zu beten, daneben alle Qua- tember ein VIgil und Requiem zu halten, an diesen unter alle Arme jederzeit eine Spende von 50 Gulden zu vertheilen." Durch Ferdinands Veranstaltung wurde bald darauf das Kloster durch alle Stockwerke und in seinen vornebmsten Räumlichkeiten mit-Wasser versehen, mittelst einer Maschine aus der Mur dahin geleitet. Die Sorge um ihre unerzogenen Töchter legie aber der Erzherzogin Verpflichtungen auf, welchen sie daS Uebergewicht vor persönlicher Neigung einräumen mußte. Hätte sie vic letzte derselben, die Erzherzogin Magdalcna, nach Florenz begleiten können, dann würde sie wahrscheinlich nach der Rückkehr ihren Vorsatz, in diese geistliche Gemeinschaft einzutreten, ausgeführt haben. Inzwischen brachte sie doch, und häufig gemeinschaftlich mit ihren Töchtern, manchen Tag in derselben zu. Obgleich sie sich in dem Kloster zwei Gemächer mit ausgezeichnetem Gerüche hatte Herrichten lassen, in denen sie gewöhnlich dann, wenn sie die Erzherzoginen mitnahm, deS TagS über sich aufhielt, wählte sie doch für die Nacht eine gewöhnliche Novizenzelle in dem gemeinsamen Schlafhauö. an deren Thüre von außen'daS gewohnte Täfelchen hing mit der Aufschrift: „1603. Schwester Maria, Erzherzogin." Dann stand sie um elf Uhr auf, ging mit den Andern in den Chor, und trug, wenn die Kammerdienerin nicht sogleich zur Hand war, ihre Laterne selbst, duldete auch nicht, daß eine Klosterfrau ihr leuchte; „denn im Kloster bin ich eine Schwester, wie jede andere." AIS solche erwieS sie sich auch in allem Uebrigen. Sie arbeitete mit den Andern, schürzte sich wie eine Magd , reichte den Schwestern daS Wasser zum Händewaschen, trug die Speisen aus den Tisch, unterzog sich selbst den gemeinsten Küchendiensten und ließ sich gefallen, waS irgend deS Klosters Ordnung erheischte; denn nicht sowohl Mutter unter Töchtern, als Schwester unter Schwestern wollte sie seyn. Aber mit allem Pomp einer Fürstin umgab sie sich, so oft sie unter Zulauf der ganzen Stadt verlobte Jungfrauen dahin führen konnte. »Geht, sagte sie dann, ihr Himmelsbräute, genießt eures GlückeS, wenn zwar ohne mich, doch durch mich; einst als alte Frau werde auch ich in eure Fußtapsen treten und mich nicht schämen Schülerin zn werden, wo ick Meisterin hätte seyn sollen." Die Freude, ihres Bruders Ferdinand Tochter, Maria Beata, Gräfin vom Wartenberg, als achtjähriges Mädchen diesem Kloster übergeben, nach sechs Jahren eingekleidet zu sehen (worauf sie nach weitern neunzehn Jahren die zweite Aebtissin wurde) hat Maria nicht mehr erlebt. In ihrer Zuneigung zu dem Orden der heil. Clara beschränkte sie sich nicht allein auf die Stiftung deS Klosters zu Grätz, sondern auf ihren Antrieb und unter ihrem Mitwirken geschah eS, daß die Schwestern desselben zu Mailand auS einem engen Hause in ein räumliches versetzt wurden, und deßwegen an Zahl zunehmen konnten. Ebenso verschaffte sie denjenigen in Ungarn, welche der steten Kriege wegen oft von Ort zu Ort sich flüchten mußten, einen gesicherten und bleibenden Wohnsitz in PreSburg. DaS sind Bethätigungen der Gottesfurcht und der Gottesinnigkeit sowohl in der Richtung nach Oben, als in ihrer Beziehung auf Festigung der eigenen Anschauung, Ueberzeugung und Lebenswärme. Aber Kiese Bethätigungen, soll ihnen ein wahrer, ein zweifelloser Werth zugesprochen werden, müssen auch nach Außen offenbar werden, gemäß jenem AuSspruch deS ewigen Wortes der Wahrheit: „ein guter Baum bringt gute Früchte, und: an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen." Deßhalb würdigen wir an denjenigen, die nicht von der Welt sich zurückgezogen'haben, nicht bloß die Stufe der Beschaulichkeit, die von ihnen erstiegen worden, sondern eben so sehr und mit gleichem Recht fragen wir nach den sichtbaren Wirkungen derselben auf dem wciten Gebiete der christlichen Liebe. Wie in solchen dießartigen Erweisen die Erzherzogin Maria nicht minder thätig sich gezeigt, nicht minder reich sich bewährt habe, als in allen Manifestationen eines tiefen Gemüthslebens, daS gedenke ich den verehrtesten VereinSgenossen zu anderer Zeit zur Kenntniß zu bringen. -'''! üi-Ätz H'?!'."? 5n>! '-ü. -! ./,^! ^ .n>NB' . k»lNÜjss§ ryAKM iü> > tg,Z»'»juü ^ .".-,>Zi«vl ,,;HzfM ^I^-jH .N750uE chjznZtnZ 7»wöH ,73 Der Dorfeaplan tn den Tyroler Mpen. (Charakterbild von B-da Weber.) s»,t»7 nno«,z.4>tü ,!j!>...ss'-'iII (Schluß:) '.'.!',' ?:M siüig .wm.?^',i!'.!>k.n,H Die Tonkunst war ihm schon in frühester Jugend lieb geworden, besonders der Gesang. Mit allen Musikltebhabern, Organisten und Sängern der Nachbarschaft stand er auf vertrautem Fuß und half ihnen treulich bei jeder Aufführung kirchlicher Musikstücke. Auch in seiner Gemeinde befiederte er das Singen lehrreicher und lustiger Lieder, vorzüglich unter den Kindern, die er in der Kirche zum Gottesdienste brauchen konnte. So kam es, daß er auch während seiner Krankheit von unaufhörlichen Musikfesten umrauscht war. „O. heute war eS so lieblich in ver Kirche," wiederholte er öfters, „die Kinder sangen ein neues schönes Lied vom Mai, wie er kommt und die Reben weinen macht und tausend Keime in'S Sonnenlicht emporweckt. Und die ganze Gemeinde stimmte ein, und eS ging ein mächtiges Klingen von einem Berg zum andern, und alU Wälder zitterten vor Lust, und «elbst auf den höchsten Alpen spürte man die Kraft der Töne, welche durch die blühenden Thäler schollen. Ich fühle mich durch dieses Lied wahrhaft erleichtert, meine Seele emporgerichtet zu Gott, von dem alle Lieder ausgehen und zu dem sie wieder jubelnd zurückkehren. Er legte sich mit verklärten Zügen zurück auf'S Kissen und ruhete lächelnd wie ein Kind im Traume. Die Lippen zuckten leise, die Stirn verlor al!e Runzeln, ein flüchtiges Roth zog wie Abendsonnenschein über sein Angesicht. Und als er wieder erwachte, schlug eS zwölf Uhr Mittags; er fühlte sich gestärkter, betete mit erhobenen Augen und lispelte: „Frieve und Freude und Segen im heil. Geist!" Alles, was auf seinen Ge/vissenSzustand Bezug hatte, nahm er mit Freuden auf, und sein- Reue wurde zur herrschenden Seelenstimmung, die sich unablässig mit JesuS, dem Quell der Versöhnung, beschäftigte. Dom Tode war keine leise Ahnung möglich bei diesew regen Gemüthsleben, kein Schmerz fühlbar, er konnte seinen glücklichen Zustand nicht genug preisen. Immer enger zogen sich die Kreise seiner Wahrnehmung, selbst die Rede, sonst so überfließend, strömte sparsamer. Nur bisweilen brach er mit ver alten Kraft vurch das lose.Gespinnst flüchtig vorüberwallender Gedanken. Wie lange der Tag und die Nacht ist fühlt ein Dorfeaplan mehr, als man im ruhelosen Wirbel der Städte glauben mag. Um sich auf angemessene Weise zu beschäftigen, besonders in den langen Winterabenden, begab er sich auf das eifrige Lesen. Die Zeitläufte und Wellbegebenheiten fanden an ihm den aufmerksamsten Beobachter, unv er bemerkte oft scherzend, daß man ein Dorfeaplan werden müsse, um die Zeitungen mit gehöriger Umschau zu lesen, da sie die Stelle der Conversation ersetzen müßten. Und was ihn darin am meisten anzog, war das Schicksal der katholischen Kirche, daS er mit emsiger Gewandheit nach allen Seiten hin verfolgte. AIS Deutscher seufzte er oft schmerzlich über den Versall deS Glaubens unv der Andacht in deutschen Landen, und schon nahe dem Grabe konnte er deßhalb eine ängstliche Sorge nicht bergen. AuS der Fieberhitze hob er gegen Abend sein Haupt und sagte treuherzig zu mir- „Also draußen geht eS herzlich schlecht! In Deutschland meine ich. Mit der Bibel springen sie um, wie mit einem alten löcherlichen Pergamente; deßwegen heißen sie auch richtig Nichtbibelchristen. Sie suchen den Meister in ihrer Mitte aus sündigem Fleisch und Blut. Und ihre unverschämten Reden in Zeitblättern! Es fehlt an der Nation, die solche Schmach duldet. Und Alles geräth so geistreich, daß man vor lauter Pfeffer Kopfweh bekömmt. So liegt daS Land wie die Wiese deS Schneiders Franz voll Maulwurfshügel statt der Blüthen. Und ihr Kleid hat so viel Löcher, daß die Katze die MauS, und die MauS die Katze nicht findet. Und darüber hesten sie einen Klaftenlangen Aufsatz mil dem Titel, die deutsche Einheit, ^soll heißen: Abneigung gegen alle Kräfte der Einigung." Eine andere Unterhaltung, die er „LuruS" zu nennen pflegte, war seine rege Wanderlust, selten in weite Fernen, sondern ringsumher in die Nachbarschaft zu t7» AmtSgenossen, Freunden und Bekannten, denen er für ihre gut« Aufnahme ein kindlich dankbares Herz im Busen trug. Auf diesen Wanderungen durch Feld und Wald, durch Berg und Thal wurde er mit den Landleuten und ihren Verhältnissen auf'» Genaueste bekannt, ging mit Liebe in ihre innersten Bedürfnisse ein, und gewann durch freundliche Herablassung ihr Herz zur aufrichtigsten Mittheilung ihrer Gedanken und Wünsche. Er war dadurch die lebendige Chronik der ganzen Umgegend und der Vertraute aller Herzen. Mit jedem Begegnenden hielt er ein Ständchen, in jedes Fenster am Wege warf er einen fröhlichen Gruß, an jedem Brunnen setzte er sich nieder zu rasten unv koSte traulich mit den Wasserjchöpsenden. Allen wußte er eine gute Lehre, einen nützlichen Rath, eine eindringliche Ermahnung zu geben. ES kam so weit, daß er auf dem Wege die wichtigsten GewissenSangelegenheiten der Bergbewohner fertig brachte. Er legte ihnen je nach dem Bedürfniß ihr regelloses Leben. ihrböseS Beispiel, ihre anstößigen Reden so nachdrücklich an'S Herz, daß sie unter häufigen Thränen seine Hand drückten und Besserung versprachen. Niemand blieb davon ver- schont. Aerzte, Doctoren der Rechte, Landgerichtsbeamten, OrtSvorstände ließen sich seine Ermahnungen zur Buße gefallen. Er suchte sie öfter auf, um ihren Fortschritt zu prüfen, ihre Schwäche zu ermuthigen und den Eifer des BefserwerdenS zu loben. So war er ein wanderndes Gewissen geworden, eine Art Beichispiegel wie durch allgemeines Einverständniß. Selten wurde ihm diese Andringlichkeit zum Guten übel genommen, und wo es der Fall war, ging er so lange, so aufmerksam und liebevoll um den Gekränkten, daß er ihn zahm schmeichelte. „Man kann sich vor diesem Dorf« caplan nicht erwehren," sagte mir einst ein OrtSvorstand; „mag ich lächeln oder grollen, durch Regen oder Sonnenschein dringt sein verständiges Gesicht so grundehrlich durch, daß man sich ergeben muß." In seinen letzten Phantasien hatte er noch viel mit solchen „Patienten" zu thun. Er zog im Geiste durch die Gegend, leise flüsternd um'S einsame Gemüth veS Sünders. „Manches Herz ist so zart," sagte er, „man darf eS bloß am Aermel der rechten Hand zupfen, da geht eS in sich. Für andere Herzen braucht man den starken Dust der Alpenkräuter, um sie Allmählich aufleben zu machen zur Gottesfurcht; selten wird ein Sack mit Steinen nothwendig. Aber da muß man vorsichtig werfen, einen nach dem andern, nie auf den Mann, sondern nur auf seinen Schatten. Und zwischen Wurf und Wurf bete ich jedesmal zwei Bater unser, daS hilft gewiß." Besonders zog eine Seele seine sterbende Vorstellungskraft an, er nannte dieses unbekannte Wesen „daS Docterle," und lisperte ihm beständig leise Worte in'S Ohr, wozu er sich etwaS emporhob, wie angeschmiegt zum vertrauten Gespräche. „LiebeS Docterle, gutes Herz! mache dein „Mäulchen" nicht weiter, als eS ist, unv die Zunge nicht spitzer, als sie Gott erschaffen hat. Einmal steht Alles still, das Rad. und die Mühle, daö Wort und die That. Da liegt der Mensch lang ausgedehnt auf Hobelspänen, da steht eS gar ernstlich aus!" DaS war seine letzte zusammenhängende Rede. Die Kraft hatte sich allmählich ganz erschöpft. Er lag die folgende Nacht still und ruhig bis 12 Uhr. Mit der Nachtwende war er etwas reger, öfters leise Seufzer zu Christus und Maria ließen sich vernehmen. Die ganze Thätigkeit hatte sich in herzinnige Andacht zusammengezogen, die nur bisweilen durch Erinnerungen aus vem vorigen Leben durchblitzt wurde. Gegen drei Uhr Morgens sagte er: »Nun wird mir leicht, ganz leicht, eS wird gesund, waS krank war an Leib und Seele." Viele Glieder seiner Kirchengemeinde knieeten weinend um sein Bett. AIS seine Schwester hereintrat, heftete er auf sie einen bedeutsamen Blick und sagte: „Gib ihnen zu trinken das Wasser, welches in daS ewige Leben springt." Hierauf that eS einen Knall, als wäre eine große Sailc gesprungen, seine Glieder dehnten sich wie auS den Fugen gelöst. „JesuS, mein Gott! meine einzige Hoffnung!" lallte er mit brechender Stimme, und nach wenigen Minuten lag er da in freundlichem Tode wie ein Kind, daS schlummernd selig ist.— So endete dieses edle Priesterherz in den tprolischen Bergen. Ich dachte wäh- r«nd jener Stunden oft an'S Wort deS deutschen Dichters: „Leben, süße freundliche Gewohnheit deS Daseyns und Wirkens, von dir soll ich scheiden?" Sie klangen so !75 wahr auS dem Munde des sinnlichen Mannes, dem sie der Dichter in den Mund legt. Beim Dorfcaplan stellte sich daS gerade Gegentheil hervor. Die Gewohnheit seines frommen Daseyns und Wirkens wurde in ihm desto lebendiger und geistig verklärter, je schwächer sein Leib wurde. Alle Gegenwärtigen fühlten eS tief, daß sie mit seinem Geiste fortlebe und der schönsten Vollendung im Himmel entgegengehe, so daß man mit Wahrheit sagen konnte, daß seine Thaten ihm nuchfolgten. Jeder begriff in diesem herrlichen TodeSbild die Wichtigkeit der Vorarbeiten und LebenSge- wohnheiten auf der Erde für die glückliche Ueberlebung in den Himmel. Zugleich war ich auf daS innigste erbaut durch dieses Mark und Korn ächter Lebensbildung in der tyrolischen Priesterschaft. In neuerer Zeit haben geistreiche Leute über diese Volkömänner im besten Sinne vielleicht mehr aus Unkenntniß, als auö bösem Willen gespottet und gewitzelt. Schein und Firniß ist bei denselben freilich wenig anzutreffen; wer sie aber kennt, muß sie achten, diese ganze volle Wahrheit eines harmonischen LebenS bis zum Tode für daS Volk. Fragt man die Buchhändler in Tyrol, wer die fleißigsten Bücherkäufer seyen, so gestehen sie unverholen: „Unsere Geistlichen!" Die Einsamkeit der Berge führt durch tägliche Nöthigung fast unwillkürlich zum Lesen und Studiren, und der Eindruck ist desto tiefer und reiner, je weniger der Drang deS äußerlichen Verkehrs störend in'S HauS fällt. Daher findet man einen kaum geahnten Fond von praktischer Lebensweisheit und Durchbildung bei diesen einsamen Priestern der Gebirge. PolyHistorie deutscher Journalisten und Doctoren muß man von ihnen nicht fordern, sie könnte in der Regel nur sehr, störend in ihr Berufsleben eingreifen. Die Perle mannhafter Gesinnung und kernhafter Frömmigkeit leistet Ersatz für tausend Papierblüthen gelehrter Hoffart. So habe ich die Erfahrung machen müssen, daß die abgelegenen Dörfer deS Gebirges weit gründlichere Priesterbildung aufzuweisen haben, als daS Flachland mit seinen berühmten Universitäten, wo der Student AlleS lern», nur daS nicht, was ihn zum wahren Priester und Manne deS Volkes macht. Die Klause bet Abbach. f Eine halbe Stunde von dem durch den Aufenthalt deS Kaisers Heinrichs deS Heiligen in der Geschichte bekannten Markte Abbach an der Donau, an dessen Ostseite sich noch die Ruinen der Heinrichsburg mit dem hochragenden runden Thurme erheben, liegt in südlicher Richtung die sogenannte Klause. Am Westende eineS WaldeS dunkler Tannen, von schlanken Birken freundlich durchwoben, deren Aeste fast über die Mauern deS Gärtchenö hereinlangen, blickt das stille Kirchlein mit der anstoßenden Einsiedlerwohnung in die mit üppigen Wiesen und Saatfeldern bekleidete Thalmulde. Ein riesiger Kastantenbaum, wie ich noch keinen gesehen, breitet den Schutz setner Aeste wie einen schirmenden Mantel über daS Kirchlein hin. Hinter dem Choraltare auf der Außenseite ist ein Gemälde angebracht: die Mutter deS Herrn mit dem Leichname auf den Armen unter dem Kreuze sitzend. AuS der Seitenwunde quillt gar finnreich ein Brünnlein frischen Quellwassers in ein kleines Becken nieder. Diese Klause ist »och jetzt von einem Einstedler bewohnt, der dieselbe von einem Privaten käuflich an sich gebracht hat. Der Anblick deS Siedlers erinnert in seiner Kleidung und seinem wallenden Barte an die ehrwürdige Gestalt des Eremiten in der „BeatuShöhle." Im anstoßenden Gärtchen zieht derselbe Kräuter für die Apotheken, und beschäftigt sich sonst mit dem Backen von Hostien, die er für mehr als vierzig Pfarreien zu besorgen hat. Zu ebener Erve hat er seine Wohnung; über eine Stiege ist ein größeres Gemach, daS ehemals, vor dem Aufheben deS EinsiedlerordenS, den Einsiedlern auS dem BiS- thume RegenSburg zur Capitelversammlung diente. Dieser Saal, wenn man ihn so heißen will, hat eine historische Bedeutung erlangt durch den Aufenthalt eineS der größten Männer der neuesten Zeit, dessen Name weit über den Sprengel der Diöcese RegenSburg hinauöreicht, deS hochseligen Bischofs Wittmann. In diese einsame Zelle hat sich der »von Gott und Menschen Geliebte" alljährlich in den September- lagen zurückgezogen in die Erercitien, um seinen großen Geist der Liebe aufS Neue zu 176 erfrischen. Mit kindlicher Verehrung zeigte unS^dcr Einstedler die einfache hölzerne Feldbettstelle, auf der Wittmann geruht, und das Tischchen, auf dem er seine Meditationen niedergeschrieben. Von frommer Erinnerung an den großen Todten durchschauert schieden wir von dem Klausner und dem einsamen, reich mit Täfelchen und lebendigen Blumen gezierten Kirchlein, in welchem an Sonn- und Festtagen die Leute auS der Nachbarschaft zum Gebete sich einzufinden pflegen. ?. Rom» Rom, 29. April. Am verflossenen Dienstag den 26. v. M. hat der hochw. Bischof von Münster die Hauptstadt der Christenheit aus 14 Tage verlassen und eine Reise nach Neapel angetreten, wo Hochderselbe gestern schon angekommen seyn wird. In den Tagen vorher unternahm^! se. ischöfl. Gnaden auch, begleitet von dem geheimen Kammerherrn Sr. Heiligkeit Fürsten Hohenlohe. einen Ausflug nach Su- biako, um diese eben so durch vie Großartigkeit der Natur als der damit verbundenen religiösen Erinnerungen und Institute merkwürdige Stätte kennen zu lernen. In einer der schauerlichen Felsgrotten dieser Gegend legte nämlich vor dreizehnhundert Jahren ein junger Mann in stiller Zurückgezogenheit den Grund zu einer Unternehmung, welche ihre friedlichen Colonien viel weiter aussandte, als vaS kriegerische Rom seine Eroberungen ausgedehnt hat: der heilige Benedict von Nursta stiftete hier den Benediktiner-Orden. Zwei Klöster zu Subiako bewahren noch das Andenken an diesen heil. Patriarchen. DaS eine, welches den Namen seiner Schwester, der heil. Scholastik«, trägt, schließt Monumente aus verschiedenen Zeitepochen in sich, eine Kirche im neuen Styl, eine Sacrisiei aus dem dreizehnten Jahrhundert und einen Kreuzgang aus dem zehnten, einen andern aus dem dreizehnten Jahrhundert; daS Kloster selbst wurde 520 vom heil. Benedict gegründet. In einiger Entfernung und höher in den Felsklüften ist ein anderes Kloster fast wie ein Vogelnest an eine Bergwand geheftet, San Be- nedetto genannt, eS schließt die Grotte, in welcher der heil. Benedict fern und unge- rannt von der Welt in den strengsten Bußübungen lebte, und^ somit die eigentliche Wiege deS Mönchsordens deö AbenvlandeS ein und zeigt überaus interessante Bauten. Von beiden Klöstern ist bekanntlich der Papst selbst immer der Abt; PiuS IX. aber sandte zu seiner Stellvertretung den durch seine unermüdlichen Bemühungen für die Herstellung der strengen Ordensdisciplin berühmten Abt Casaretti, jetzt Generalabt der casstnetischen Provinz, dorthin, und unter dessen Leitung ist die ehrwürdige Stiftung wieder eine der schönsten und hoffnungsvollsten Pflanzschulen der Kirchen geworden. Fast alle Nationen find schon in dem blühenden Hause vertreten, selbst die Schwarzen find durch drei Mohren repräsentirt; alle bereiten sich vor, um als Missionäre wilden Völkern daS Licht deS heil. Glaubens zu bringen, und der Eindruck, den diese Gesell« schaft macht, wenn man sich deS Abendö bei dem Nachtessen zum Erstenmale in ihrer Mitte befindet und den langsam-feierlichen Choral hört, in dem fie das Tischgebet fingen, wird gewiß jedem unvergeßlich seyn. Zwei Uhr in der Nacht erhoben sich Alle und sangen mit demselben heiligen Ernste daS Matutinum und die LaudeS, die um vier Uhr Morgens zu Ende waren. — Der hochw. Bischof von Münster wurde sehr ehrerbietig von den Vorstehern deS Klosters empfangen; der heil. Vater hatte ihm zur Wohnung die päpstlichen Gemächer anweisen lassen; eine große Freude war es für ihn gewiß, unter den jungen Denedictinern auch einen seiner Diöcesanangehö- rigen alö Pater LudgcruS wieder zu finden. Am andern Morgen brachten Se. bischöfl. Gnaden auf dem in der FelSgrotte deS heil. Benedict errichteten Altare das heilige Meßopfer dar und traten nach genauer Besichtigung aller Localitäten die Rückreise nach Rom über Tivoli an. (Münsterer S.-Bl.) 5mr,iim lit. .NliomN-Ä S -u n»üttj?-:^ 'l 5,6 »sdi>,»uknick, n«,«»»»'.^.» Verantwortlicher Redacteur: L, Schönchen. Verlags - Inhaber: Z. E. Krem er.