Dreizehnter Jahrgang. Sonntags-Beiblatt ii^Ä m6 oll» 6njj >iÄ .Q >»t .^z?e?chin^Ilnk>ur Mir^ n»y »nii , ii->ki»iriN'!?^ VW nofioS nt öeil» „(IvL m»«»w„ «w» ii,plivs,8^«N^I ^MAugsi.»rger^oMtnng. -m,IÄ 17 Juli l; gn« »«D'Z?8'»>>D IHnz'lnvIG ' ___' DiescS Blatt erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der halbjährig Adormcmentsneia lr., wofür e« durch alle köni^l. bayer. Postämter »ud alle Buchhaudluugeu dezoge» werde» kaui m Secten in Nordamerika. „zjuolG n^a nt Will man sich eine Vorstellung von dcm protestantischen Sectenwescn machen, so muß man seinen Blick nach Amerika wenden, wo der Protestantismus, abgelöst vom Staate, seiner freien Entwickelung überlassen ist. Wir nennen hier die Haupte seeten nach.dem in Berlin erschienenen Müller'schen Jahrbuche, und zwar zuerst: Die Cougrcgationa listen. Sie stammen von den englischen Jndependenten ab, und werden auch Brownisten genannt, nach Robert Brown, der 1583 die erste congregationalistische Gemeinde in England bildete. Ihren Namen haben sie daher, daß sie von der strengen Kircheunnabhäugigkeit ihrer Vorfahren abgingen, nnd eö für mißlich hielten, zuweilen Synoden und Prediger-Versammlungen um Rath zu sragen, um durch dieselben ihre streitigen kirchlichen Angelegenheiten schlichten zu lassen. Nach Lehre und Cultus gehören sie der calviuischen Secte au, und haben durch die sogenannten blauen Gesetze die genaueste Sonutagsseier und die strengsten daraus bezüglichen Vorschriften angeordnet. IchvH n»Ä,j>^'!>8 ? ,,.,I ^sxomlilz'), die ueue Schule oder puritanische Partei (^rienm»! ^gsemlii)'), die vereinigte preöbyterianische Kirche, die vereinigte verbesserte Kirche, und die reformirte preSbyteranische Kirche. -nsaS Die Episkopalen. Die Gemeinde der amerikanischen Episkopalen ist dieselbe mit der englischen Hochkirche. Vor der Revolution standen alle Episkopalkirchen Amerikas unter der Jurisdiktion des Bischofs von London nnd gebrauchten das englische l^immtin praxc-r Iiovli. Nach der Revolution hörte natürlich diese Jnrisdiction auf, und eö entstanden so viele Episkopalherrschaften, als eS Staaten gab. Ihre ersten drei Bischöfe wurden von englischen ordinirt, so daß alle Nachfolger ihre Succession voir diesen dreien herleiten. Die Bischöfe werden von einer Versammlung von Predigern nnd Laien gewählt, die Wahlen von der Bank der Bischöse bestätigt, und die Gewählten von drei oder vier fungirenden Bischöfen geweiht. Die Episkopalkirche wird in Amerika die Modekirche genannt, hat aber im Verhältniß zu ihrem Reichthum und im Vergleich mit andern Secten nicht sehr bedeutend zugenommen. 22« ^»^.'. < ' M ^ ^ - c^. ^» Die Unitarier. Sie verwerfen, wie schon der Name anzeigt, die Lehre von der Dreifaltigkeit, und haben zum Wahlspruch Joh. 17, 3. Sie sind aus den Con- gregationalisten hervorgegangen und traten im Jahre 1785 in Boston als besondere Kirche auf. Durch den im Jahre 1315 auSgebrochenen Streit hat sich diese Secte zu einem mehr selbstftändigen Körper gebildet und an Ausbreitung gewonnen. Die Methodisten. DaS Dogma dieser Secte geht ungefähr dahin: „Daß die Orthodorie der Glaubensmeinungen kein wesentlicher Theil der Religion, und demnach keine Glaubenslehre zur Seligkeit unbedingt nothwendig sey; daß Religion besonders in der Heiligkeit der Seele, in der Liebe GotteS und des Nächsten, im Gebete bestehe, und die Rechtfertigung durch den bloßen Glauben stattfinde u. s. w." Dazu kommen ihre sittlichen Grundsätze, die eben so lar sind, bloß den sinnlichen und zweideutigen Neigungen deS menschlichen Herzens schmeicheln, und die Uebertretungcn der gesetzlichen Vorschriften auf jede mögliche Weise entschuldigen. Bei dieser Erschlaffung in den Glaubenslehren und iu der Moral, bei der innern Nohheit dieser Secte, trägt ihre ganze Erscheinung nur den Charakter der Zügellosigkeit und der tollsten Schwärmerei an sich; bei der Schlechtigkeit der menschlichen Natur überhaupt aber ist eS begreiflich, daß die Methodisten jetzt in Amerika die weitverbreitetsten Sectirer sind, und sogar die Zahl ihrer Prediger die der regelmäßigen Armee, welche 13,000 Mann beträgt, übersteigen soll. Die erste Methodisten-Gesellschaft wurde im Jahre 1766 in New-York gestiftet, und John WeSley, der Stifter deS Methodismus, sendete 1769 und 1771 Prediger nach Amerika. Auch diese Secte hat sich iu verschiedene Zweige getrennt, und bestehen gegenwärtig: die methodistische Episkopalkirche, die methodistische Gesellschaft, die methodistisch-prorestan- tische Kirche, die reformirte methodistische Kirche und die Wesleyische Methodistenkirche. Die Puritaner waren und sind noch die fanatischsten Feinde der Katholiken Sie bekennen sich weder zur gesetzlichen Hochkirche Englands noch zu den Episkopalen, sondern behaupten vielmehr einen ger einigt ern Lehr begriff als jene zu habe», indem die Reformation in England nicht ihre wahre Gränze erreicht, die gesetzliche Kirche antibiblische Lehren beibehalten habe, und die meisten ihrer Gebräuche abergläubisch , anlichristlich und heidnisch seyen. Die Jndependenten fuhren ihren Namen, weil sie von der höchsten bischöflichen Kirche unabhängig seyn und sich von ihr lossagen wollten; sie verdammen auch die PrcSbyteriancr und verwerfen alle Gebetsformeln, sogar das heil. Vater unser. Die Universalisten glauben an keine künftige Belohnung und Bestrafung, sondern „daß Gott das ganze Menschengeschlecht von Tod und Sünde endlich erlösen, und alle Geister durch die Vermittlung Jesu Christi, deS Heilandes der Welt, heilig ilnd glückselig machen will." Sie kennen kein Gebet und auch keinen Gottesdienst, obwohl sie Kirchen oder Versammlungshäuser besitzen, wohin sie von ihren Predigern aber nur zusammenbernsen werden, um sich mit einander zu besprechen und die Ge- meindeangelegenheiten zu verhandeln. Der Erfinder und Gründer dieser Secte soll ein gewisser Elchanan Winchester, und sie ein einheimisches Mißgewächs Amerikas seyn. Andere behaupten, der UniversaliSmuS wäre von einem Engländer John Murray, der durch den Stifter in England, John Kelly (London 1750), vom Methodismus zum Universalismus gebracht worden, nach den vereinigten Staaten gekommen. DaS für jeden gesellschaftlichen Verband Gefährliche dieser Lehre liegt auf der Hand, wie denn schon im Staate Georgien kein Universalist zum Eide zugelassen wird, eben weil er an keine Bestrafung nach dem Tode glaubt. Die Quäker oder, wie sie sich selbst nennen, die Freunde, lehren, daß die heilige Schrift nicht Grund und Richtschnur deS Glaubens sey; die Propheten, Evangelisten ic. hätten dieselbe nach ihrem Gutdünken zusammen geschrieben, und wisse man nicht mehr, ob sie lauterund rein, oder verändert und verstümmelt sey. Sie längnen die Dreifaltigkeit, verwerfen Taufe und Abendmahl, und behaupte«: „das göttliche Licht wohne allein in uns, erleuchte uns und offenbare uns alle Wahrheiten." Vor SS? Gericht schwören sie keine Eide, svndcrn geben bloß eine feierliche Versicherung; auch sind sie von persönlichen Kriegsdiensten befreit, wofür sie Geldbeiträge leisten Ihr eigentlicher Stifter ist Georg For, seines Handwerks ein Schuster, der freilich nicht bei seinem Leisten blieb, sondern im Jahre 1647 anfing, seine neue Lehre in England auszubreiten. Für ihren Stifter in Amerika gilt William Penn, der zweimal die Reise dahin machte. Ab- und Unterarten dieser Secte sind die Frei-Quäk er, die unitarischen Qnäkcr, die HicksiteS-Quäker und besonders die Schaker, auch Zitier- oder springende Quäker genannt. Ihre Stiften» war Anna Lee oder Lesse, die Frau eines GrobschmiedeS, welche 177t auS England kam uud sich in NiScaynna, jetzt Water-Vliet, oberhalb Albani, niederließ. Sie lehrte, daß man Gott nicht bloß mit der Zunge und dem Munde, sondern auch mit dem ganzen Leibe anbeten müsse, und führte daher daS Tanzen und Springen bei ihrem Gottesdienste ein, wobei sie sich ans Beispiele aus der Bibel, z. B. auf König David, der vor der BnndeSlade getanzt habe, berief. Sie predigte ferner die Nothwendigkeit eines gänzlich ehelosen Standes, empfahl die Gemeinschaft der Güter nnd die Zurückgezogcnheit ron allen irdischen Vergnügungen. Die bedeutendsten Schaker- Familien oder Ansiedelungen sind Niscayuna, New-Lebanon, Union Villagc, Pleasant- Hill u. s. w. Die Männer stehen unter Leitung eines Oberhauptes, welcher den Titel „der Vollkommene" führt; die Frauen werden von einer „Vollkommenen" regiert. Alle sinv zur Enthaltsamkeit, zum unbedingten Gehorsam, zum gleichmäßigen Zusammenleben und zur Gemeinschaft der Güter verpflichtet. Sie beschäftigen sich theils mit Feldban, theils mit verschiedenen Handwerken, haben festgesetzte Arbeitsstunden und bilden auS ihreu Produkten und Erzeugnissen einen gemeinschaftlichen Fond, womit alle Bedürfnisse in gleichem Maaße für Alle bestritten werden. Ihre Vorsteher sind übrigens die ärgsten GcisteStyrannen, die man sich nur denken kann; sie haben, um Gehorsam zu erzwingen, eine gegenseitige vorschristmäßige Beobachtung und ein nichtö- würdigcö Spiouensystem eingeführt, und um sich einer aufrichtigen Beichte von ihren GeisteSsclaven zu versichern, geben sie vor, durch höhere Eingebung die Sünden und Geheimnisse derselben, auch ohne ihr Bekenntniß, genau zu kennen. Die Baptisten. Die erste Gemeinde dieser Secte, welche baptistisch und anabaptistisch (denn auch schon Getaufte werden nochmals nnicrgetauchi) ist, wurde in Amerika von Roger Williams, Gründer und Gouvcrueur von Rhode Island, und von Ezekiel Hollman, Deputy- Gouverneur, nebst einigen anderen Personen im März 1V39 gegründet. Sie bilden zwischen den Methodisten und PreSbytcriancrn gleichsam eine Mittelstufe, verwerfen, wie die Mcnnoniten, die Kindertanse und wei- gein sich, wie die Quäker, Eidschwüre zu leiste». Ei» wesentlicher Theil ihres Gottesdienstes besteht in der Taufe durch Eintauchen, welche Handlung Jeder, so oft er sich dazu gedrungen suhlt, wiederhole» kann. Sie sind in viele Zweige getrennt, und gibt cS: Vereinigt calv inistische Baptisten, Anti-Mission-Baptisten, Bap- listen vom freien Willen, Sabbatarier (welche den siebenten, statt des ersten TageS in der Woche feiern), Baptisten der sechs nnd Baptisten der zehn Grundsätze, Campbcl litische Baptisten, Baptisten der freien Commu- nion, Unitarische Baptisten, Fullerianer-Baptisten, universalistische Baptisten, Christier-Baptisten und wie die unsinnigen Abarten dieser verwerflichen Secte noch weiter heißen. Die Mennoniten waren ursprünglich ebenfalls Baptisten, und sichren ihren Namen von ihrem Stifter Menno Simon, einem FrieSländer. Sie verwerfen daS alte Testament und geben vor, das neue sey die einzige Richtschnur ihres Glaubens. Sie läugnen die Dreifaltigkeit und daß Christus von Maria geboren worden; auch behaupte» sie, eö sey den Christen ebensowenig erlaubt, einen Eid zu thun, als ein obrigkeitliches Ämt zu verwalten, vielweniger Jemand am Leben zu strafe» oder Krieg zu fuhren. Die ersten Mennoniten sind, auf Einladung William PennS, im Jahre 1W3 nach Amerika gekommen. Im Jahre l311 ist unter ihnen eine Spaltung eingetreten, indem einige dieser Sectirer glaubten, daß ihre Verbindung die alte Reinheit 238 nach uuv nach verloren habe nnd verderbt sey, nnd wollten sie daher in deil alten Znstand zurückführen. Diese neue Verbindung nennt sich die „reformirtc Men- noniten - Gemeinschaft." Die Hcrrcnhuter, auch Mährische Brüder genannt, wurden durch ihren Stifter Graf Zinzendorf, der schon im Jahre 1.738 in Amerika gewesen, im Jahre t7i1 in Pcnnsylvanicn eingeführt Sie lehren hauptsächlich, daß mau nur Jesum Christum, oder Gott den Sohn znm einzigen Gegenstand des Gottesdienstes wählen soll. Sonst zeichnen sie sich vor allen audcru Sccten durch Bescheidenheit, streuge Lebc»Sord»u»g, Redlichkeit nnd Arbeitsamkeit aus. Ihr Hauptsitz ist zu Nnzareth und Bethlehem in Pcuusylvauien. n«j«ttys ,z«liiu!T nni <»nu ,gmi^. i^ÄWWG^in n«O nnm h»« >i»ny?! ,»S ß?,> nWinqÄ <«u m»nvT »o«t ,^»6 ;t, W oiiu , H»m Ntls j«» Z«Ziz!i n»j»»ü «>ki«sn>k5 ^ii» chft i^om ,nk zsj«>l6S»loG mnP n»i Der selige Panl vvm Kreuze nnd die Congregation der Pasfivnisten. (Katholische Bläitcu au- Ty.o... Der selige Paul vom Kreuze stammte von einer altadeligen Familie aus Ovada iu der Diöcese Acqui im Moutferrat'scheu, und wurde am 3. Januar ll>91 gebore». Sein Tanf- und Familicuname war Paul Franz Danei. Von Jngcnd ans zeigte er eine große Borliebe zur Einsamkeit, zum Gebete und zur Betrachtung, wobei er sich fast immer das Leiden Christi als Stoff wählte, und znr Erinnernng an den leidenden und sterbenden Erlöser alle Freitage seinen Leib züchtigte, streng fastete und nur Galle und Essig genoß. Durch diese heroischen Tugenden bereitete er sich zu dem heilige» Berufe vor, welchen Golt ihm zeigen wollte. Iu einer Erscheinung bedeutete ihm die seligste Jungfrau, eS sey der Wille Gottes, daß er eine Cougre- gativn in'S Leben ruse, worin das Andenken an das Leide» und de» Tod ihres göttliche» Sohnes fortwährend erhalten würde. Sie zeigte ihm a»ch das Ordcnslleiv, dessen er uud seine Schüler sich bedicueu sollte». Pa»l theilte ÄllcS dem Bischöfe vou Alcssandria, Msgr Gattinara, mit, welcher damals sein Beichtvater war. Nachdem der fromme Prälat die Sache reiflich überlegt und im Gebcic Gott empfohlen hatte, ermunterte er den jnngeu Mauu, dem Rufe dcS Herr» zu folge», und zog ihm am 22. Nov. 172l) — es war ciu Freitag — eine» schwarzen Talar vo» grobem Tuche au mit einem Embleme des Leidens Christi ans der Brust, gerade so, wie eS ihm die Gottesmutter bei ihrer Erscheinung gezeigt hatte. Bon dieser Stunde au bis zur formliche» Grüudimg der Congregativ» ging er barhaupt und barfuß. Seinen bisherigen Namen Paul Franz veränderte er in Paul vom Krcnze, uud bezog eine kleine Zelle in der Nähe der Sacristci von S. Carlo zu Castellazz.) (Gcburlsstadt seines Vaters LncaS von Danei), fastete vierzig Tage bei Wasser uud Brod, uud schrieb die Regel für die neu zu gründende geistliche Gcnofsen- schaft. Nachdem er sie vollendet hatte, übergab er sie seine», Bischöfe zur Sanction. Dieser ertheilte ihm dc» Auftrag, damit »ach Rom zu reisen, sie dem heilige» Bater J»»oce»z XM. zu unterbreiten und die Approbation derselben zu erbitten. Paul ge. horchte, pilgerte^nach Rom, besuchte zuerst die Gräber der beide» Apostclfürsten und dann den päpstlichen Palast. Gott wollte Pauls Geduld auf die Probe stellen: die Audienz beim heil. Bater ward ihm versagt. Sein Vertrauen ans den Herr» ward dadurch «icht im Mindesten erschüttert; vielmehr zog er froheu MutheS nach Montc- Argcutaro am tvrrheuischcu Meere, uud nach kurzer Zeit in eine Einsiedelei im Mout. ferrat'schen, uud lebte dort ganz zmückgezogen unter bestäudigcm Fasten uud Beten. ES gesellte sich «uu auch sein Bruder JohauueS Baptista zu ihm uud sie kehrte» mit einander nach Monte-Arge»taro zurück, weil ihnen dieser Platz für ihr Anacho- retenlebcn vorzüglich geeignet schien. Der Ruf ihres heiligen Wandels verbreitete sich weit umher und gelangte denn auch zu den zwei Bischöfen von Gaöta und Troja im Neapolitanischen. Diese Prälaten luden die zwei Einsiedler Johannes und Paulus in ihre Diöcesen ein, um auch 229 ihre Diocesanen durch die strenge Lebensweise de> selben zu erbauen, Sie gehorchten und gewannen iu kürzester Frist die Liebe und Verehrung dieser Kirchcnsiirstcn, und namentlich die dcö Bischofs von Troja in solchem Grade, daß sich dieser entschloß, ihr Boihaben, eine neue Congregalion zu stiften, in Rom nach Kräften zu förderu, lind wirklich waren nun die Tage dcr Prüfung zu Ende. Mit einem bischöflichen Schreiben an Se. Heiligkeit Bencdikt XIIl.5) erschienen sie neuerdings in Rom, und der heil. Bntcr, hocherfreut über den günstigen Bericht dcS Bischofs von Troja, er. theilte den zwei Brüdern müudlich (vivav voeis «raculc») die Erlaubniß, Novize» aufzuuehmcn und ein gemeinschaftliches Leben zu führe». Beide bliebe» »uu in Rom, widmeten sich im Spitale zum heil. GallicannS der Krankenpflege und zugleich dcu theologischen Studie». Am 7. Juni 1727 ertheilte ihnen der Papst selbst die heilige Priesterweihe iu der St. Peterskirche mit dem Austrage, als apostolische Missionäre für das Seelenheil ihrer Mitmenschen thätig zu seymA^ Ohne andere Hilfsquellen als ihr Gottvertraucu zu kennen, wanderten die zwei Missiouäre wieder nach Monte-Argentaro, und erbauten dort, unterstützt von frommen Seelen, ihr erstes CongregationShauS^), und kurz darauf iu einiger Entfernung ei» zweites für die Novizen; denn Gott sandte ihnen bald Gesinnungsgenossen, die sich unter die neue Regel stellten. Als sich die Anzahl der Mitglieder von Jahr zu Jahr mehrte, und diese eine förmliche Kongregation bildeten, so wurde der Stifter P. Paul vom Kreuze auf dem ersten allgemeinen Capitel zum Geueralsuperior gewählt, und zugleich vom heil. Stuhl die Gnade erbeten, diese Wahl uach Umlauf der festgesetzten sechs Jahre erneuern zu dürfen. So blieb P. Panl OrdcnSobcrcr bis zu seinem selige» Ende, welches am 18. Octobcr 1775 erfolgte. Sein Brnder Johannes war ihm ein Dezennium früher (1765) in die himmlische Heimat voranSgegangen. — Gott verherrlichte seinen Diener durch mehrere Wunder. Papst Pius VI. ertheilte ihm deßhalb schon im Jahre 1784 (Z2, Der.) den Ehrentitel: Vonc>ral>ili8 «ervus I?l!.. Peipst PiuS VII. erklärte, daß P. Paul vom Kreuze die Tugenden im heroischen Grade besessen habe, und Se. Heiligkeit PiuS IX. sprach ihn durch Decrct vom 1. Octobcr 1852 se!ig, nachdem sich die zur Beatification nöthigen zwei Wunder als unbestreitbar herausgestellt hatten. Der feierliche Act der Seligsprechung erfolgte, wie schon ange- dcntet worden, am 1. Mai dieses JahreS. Der Zweck der Passioniften-Congrcgation ist Selbstheiliguug durch ciu strenges Bußlebcn und Förderung des ScclenheileS des Nächsten durch Missionen, geistliche Uebungen u. s. w. Die Mittel, diese» herrlichen Zweck zu erreichen, finden sich in ihrer Regel genau auseinandergesetzt. Wir geben daher einen gedrängten AuSzug aus derselben. Das Noviziat dauert ein Jahr. Zu den drei gewöhnlichen Gelübden der Armuth, Keuschheit und dcS Gehorsams, welche die Passioniften als einfache und nicht als feierliche ablegen, kommt ein viertes: den Gläubigen daS Leiden Jesu Christi *) Von t724 1730 — ein geborene:- Fürst'Orsini, und strenger Ordcnsmann, der sich anch als Papst am liebsten in stille Einsamkeit vergrub. Den ihn für den päpstlichen Siiiht bestimmenden Ausspruch des Conelavc vernahm er mit uubcschrciblichcm Entsetzen. Als aber der General dcö Bcncdietincr-Ordcns ihm den Befehl dazu ertheilte, so that Orsini im Geiste dcö klösterlichen Gehorsams, was er deu Bitten der Lardinäle abgeschlagen; denn er war gewohnt, seinen Obern gegenüber stets den strengsten Gehorsam zu üben. Bencdici XIII. war fortgesetzt Mönch ans dein Throne, gerne allein, bei öffentlichen Ausgängen den Noscnlrauz in der Hand, wie der-frühere schlichte Bruder Vinecnz Maria (so hieß er als Ordensmann) des Klosters. Der die Würde umgebende Glanz, Pferde, Vurus, zahlreiches Gefolge verwundete seine Demuth. Er verminderte auch die pävsti. Garden. In seinem Gemache des Batieaus standen mir Strohstühle: an den Wänden einige Kupferstiche und das Cruzifir, Er war nie glücklicher > als wenn er im Ehore seines Klosters die Hören sang, und im Refektorium desselben gleich einem einfachen Religiösen sein Mittagmahl einnehmen konnte Man hat von Bcnedict XIII. zwei Bände Homilien über das Buch Erodus. Während seiner Regierung entstand auch das Hospiz zum heil. Gallicanus für Hautkrankc. Vergl. I.» komv ciirelicnnt: elv. von I5u- gvno cie la Kournerio ; '1'om. III. Die Congregationohäuscr der Passionisien heißen Häuser der „Zurückgczogcnhcit" (Iteeessns, kiljrj, kelrsilZ). 230 nach Kräften an'S Heiz zu legen. Sie schwöre» auch in der Congrcgalion zu bleiben. Nur der Gencialsnpciwr mit den zwei ihm zur Seile stehenden Eonsnltorcn, der Provincial nud der Snperior dcS betreffenden HanseS kann davon bei sehr wich- tigen Gründen dispensircn, Sie leben gemeinschaftlich uud in strenger Armuth, dürfen somit lein (Eigenthum besitzen, als eine» kleinen Garten oder ein anderes geringes Grundstück in der Nähe des CongrcgationShauscS; sie sind sohin ganz ans das Almosen der Gläubigen angewiesen. Sie halten Tag- und Nachtchor »ach dem römischen RiluS, dreimal betrachtendes Gebet, Morgens, AbcudS und nm Mitternacht nach dem Ma- tuliniim, nnd zweimal deS TagcS GcwissenScrforschuug. Das Stillschweigen ist bei- nahe immerwährend, die geistliche Lesung für jeden Einzelnen nnd für Alle gemein- schastlich vorgeschrieben. Außer der von der katholischen Kirche auferlegten heil. Fastenzeit fasten sie im Advent und alle Mittwoche, Freitage und Samötage des JahrcS. Air diesen Tagen kommt die Kasteiung (Disciplin) dazu. Die Laienbrüder haben die Hauptgeschäfte, namentlich die Emsammlnng des Almosens zu besorgen. Die Kleriker widmen sich nach dem Noviziate den Studien, und zwar durch sieben Jahre. Sie befassen sich während dieses Zeitraums mit den schönen Wissenschaften, Philosophie und der Theologie dcS heiligen Thomas von Aquin, und zuletzt mit praktischer Kaiizclberedsamkcit. Hat ein Passionist diese HanSstndicn vollendet nnd die Priesterweihe empfangen, so muß er sich dem Scclcnheile des Nächsten widmen durch Bcichthöreu, Crthcilnng von geistlichen Uebungen in ihren eigenen Häusern, wohin sich oft Weltpriester zu diesem Zwecke zurückziehen, oder in andern Klöstern, Seminarien und religiösen Gcnossciischastcn, so wie anch i» allen jenen Diöcescn und Gemeinden, wohin sie ein Bischof ruft. Auch zu den Missionen bei den Häretikern und Ungläubigen müssen sie sich verwenden lassen. In Bezug der Kleidung schreibt die Regel vor: Einen schwarzen Talar von grobem Tuche mit einem Lcdcrgürtcl, nebst einem bis an die Knie reichenden Mantel desselben Stoffes. Ans diesem und jenem tragen die Priester und Professen an der linken Brustseite einen herzförmigen schwarzen Schild mit weißem Rande. Zuoberst befindet sich ein Kreuz und in der Mitte desselben die Inschrift mit weißen Buchstaben: IK8V Xkl 1^8810, uutcr dieser drei Nägel, ebenfalls weiß gemalt. Die Laien und Nichtprofcsscn tragen den Schild nur am Talar. Alle sind unbeschnht nnd tragen nur Sandalicn. Die Kopfbedeckung der Priester nnd Kleriker im Hause ist ein gewöhnliches Priesterbarett, außer demselben ein Hut mit breiten Krämpcn, zu beiden Seiten ctwnS aufgestülpt. Ihr Hemd ist von Wolle; nur im Falle einer Krankheit, ans Reisen und bei Missionen dürfen sie sich eines linncnen bedienen. Sie schlafen — im gesnndcn Zustande — iu ihrem OrdcnSklcide aus einem harten Strohsacke. Diese Regel wurde zuerst von Papst Benedict XIV.' durch Rescript vom 15. März 17 il, und nach wiederholter Prüfung derselben mittelst Brevc vom 28. März 17»>!, -. «„..i,^-,.!'. 9m«,jj t-.i >i.^. .il»»nm>v- d»»»M>,»!'-.l>> ,n»fiU!< mckuichiN Ew. Bischöflichen Gnaden treugehorsamste Priester des Landcapitels Wiblingen. ti? nn« fii,1»«^oL 6!^!,?«ni . .IlH d,j,»5 ch»«»l>»paS »chU-W;sv ,»ZK (- i,4 »»«t»M>s.»i ,»i >!ömk.its -ii>-5V i>»»W 5,ttatzi .vi,-», d» :»»iü»ch?n