Vr-yehnt-r Jahrgang. Sonntags-Beiblatt zur Augsburger PgkMlung. 2. October M- ^ß» Dieses Blatt erscheint regelmäßig alle Sonntage» Der halbjährige Abouncmentsprei» 5tt fr., wofür e« durch alle köuifll. daher. Postämter und all« Buchhandlunge» bezogen werde» kau« Joseph Ottmar von Rauschers, Fürsterzbischofes von Wien, Hirtenbrief an alle Glaubige der Erzdiöcese Wien. Joseph Othmar, von GotteS und des apostolischen Stuhles Gnaden Fürst- erzbischof von Wien, Doctor der Theologie .c. .c., Ritter v. Rauscher, allen Gläu- bigen der Erzviöcese Wien Heil und Segen vom Herrn! Eine treue Mutter bewacht das Kind ihrer Schmerzen mit zärtlicher, unablässiger Sorgfalt. Sie trägt eS auf ihren Armen, sie säugt eS an ihrer Brust, sie läßt es in ihrem Schooße schlummern. Beginnt eS die noch unsichern Schritte zu prüfen, so hält sie es aufrecht, wenn es wankt, und reicht ihm die Hand, wenn es ermattet. Auch dem Knaben, welcher ihrer Leitung nicht mehr zu bedürfen glaubt, solgt sie geduldig nach. Sie zeigt ihm den rechten Weg, sie warnt ihn vor jeder Gefahr, sie richtet ihn auf, wenn er strauchelt und fällt, sie reißt ihn zurück von dem Abgrunde, an dessen Rand er nach dem Schmetterlinge hascht. Allein die Mutterliebe in all ihrer Kraft und Lauterkeit ist nur ein Schattenbild der erbarmenden Huld, womit die ewige Liebe über all unseren Schicksalen und Erlebnissen waltet, und wenn wir uns ihren Führungen ohne Widerstreben hingeben, so dürfen wir die Bahn des Lebens mit ber Sicherheit kindlichen Vertrauens wandeln. „An den Brüsten wird man euch tragen und auf den Knieen euch liebkosen; wie Einen, welchem, seine Mutter liebkoset, will ich euch trösten." So spricht der Herr durch seinen Propheten. Ueber dem Großen, wie über dem Kleinen, über dem völlig Unscheinbaren, wie über dem, was auch vor den Menschen als wichtig gilc, waltet die Hand der Fälschung und ordnet Alles zu unserm Heile; kein Haar fälil von unserem Haupte, zu dem der Vater im Himmel nicht gesprochen: Falle hin! Wiewohl ich lebhast fühle, daß ich nicht würdig bin, dem Ewigen und Hohen als sein Werkzeug zu dienen, so glaube ich doch in dem Rufe, welcher mich zu Euch führt, theure Miterben der Verheißungen Ehrifti, die Leitungen der göttliche» Fürsehung erkennen zu dürsen. Dieß ist der Grund, auf welchem meine Hoffnung ruht. Ich grüße Euch mit dem Gruße deS Friedens: denn ich komme zu Euch im Namen des großen Friedenöfürsten. Seine Worte sind es, die ich Euch zu bringen habe, sein Reich ist eS, nach welchem wir miteinander pilgern wollen. Ich bringe Euch eine frohe Botschaft: denn ich bin gesandt, um die Würde zu verkünden, welche Euch einwohnt, um die Herrlichkeit zu enthüllen, zu welcher Ihr berufen seyd, um Euch dorthin einzuladen, wo Erquicknng ist und Hilfe für Zeit und Ewigkeit. Als der Sohn Gottes auf die Erde kam, schien an ihm und rings um ihn Alles nur Schwäche und Armuth, Beschwerniß und Erniedrigung zu seyn. Er war ein zarteS, neugebornes Kind und hatte kein anderes Obdach, als eine rauhe Höhle, welche bloß Heerden zu beherbergen gewohnt war. Eine Krippe diente ihm statt der Wiege und aus etwaö dürrem Grase war er gebettet. Zur selben Zeit aber leuchtete 314 draußen die Nacht von überirdischem Glänze. Der Engel des Herrn erschien den staunenden Hirten und verkündigte ihnen, daß Israels Hoffnung erfüllt und zu Bethlehem in der Stadt DavivS der verheißene Retter geboren sey. Und es gesellte sich zu ihm die Menge der himmlischen Heerschaaren und feierte mit himmlischen Gesängen den Herrn und seinen Gesalbten, Damit sich mit uns etwas AehnlicheS begebe, hat der Sohn Gottes Knechtsgcstalt angenommen. Der Mensch ist schwach und gebrechlich, auch wenn er in voller Kraft des Alters und der Gesundheit blüht. Es fällt ein Stein, eö weicht Eine von den tausend Nerven, welche in dem künstlichen Bau seines Lebens verschlungen sind und sein zeitliches Leben erlischt. Die Erde selbst mag Demjenigen, welcher nur immer abwärts blickt, eine Unendlichkeit dünken, aber wenn Jemand auch nur zu den sichtbaren Größen mit ernster Erwägung das Auge erhebt, so verengt sie sich. Die Gestirne, die am nächtlichen Himmel funkeln, sind Welten, und vor der Unermeßlichkeit der blauen Räume, wo sie ihren Rundgang halten, schwindet die Erde mit ihrem Land und Meer, mit ihrer Pracht und Qual zu einem dunklen Puncte hin. Wenn aber der Mensch von Stern zu Stern eilen könnte, doch die Schranke, die ihn in das Räumliche bannt, befestigt bliebe, so bliebe die Sehnsucht seines Herzens ungestillt und die Weltcnräume wären für ihn gleich der dunklen Höhle, wo das Jesuskind lag. Allein von der armen Krippe geht ein wunderbares Licht ans; eS berührt das Auge, seine Schuppen fallen und die Herrlichkeit, zu welcher wir erhöht werden sollen, die Herrlichkeit, welche schon hinieden durch Glauben und Gnade in unser Herz hineinblickt, wird ihm offenbar. Von Ewigkeit zu Ewigkeit waltet, unberührt von dem Wellenschlage der Zeit, der allein Heilige und Hohe, der dreicinige Gott. Alles, was das menschliche Herz wahrhaft erhebt, ist ein Funke, welcher von dem Saume seines GewandeS niederstrahlt. Zur Rechten deS allmächtige» Vaterö thront sein eingeborner Sohn, in welchem unsere menschliche Natur über Alles, was geschaffen ward, erhaben ist. Noch immer ist er der gute Hirt, welcher sein Leben hingab für seine Heerde. Er bleibt bei uns nicht nur durch seine Gnade, sondern auch in dem großen Wunder der Liebe, in dem allerheiligsten Sacramente des Altars. Er hat uus den heiligen Geist gesendet, der mit dem Vater und dem Sohne gleicher Gott lebt und regiert. Der himmlische Tröster schwebt über uns, um unser Herz zu seinem Tempel zu machen. Rings um den Thron des Allerhöchsten verbreiten sich die Chöre der Engel und Heiligen, in welchen die Herrlichkeit ihres ErschafferS sich abspiegelt. Hier steht dem Unerschaffenen zunächst die reine Magd des Herrn, welche zur Mutter Gottes erkoren wurde; hier findet sich alles wahrhaft Große, alles wahrhaft Liebliche, waS seit den Tagen deS gerechten Abels auf Erden erschien, im himmlischer Verklärung vereinigt. Der getreue Pflegevater des Heilandes, der Vorläufer, der vor ihm herging in der Kraft des Elias, die zwölf Boten des Heiles, die helvenmüthigen Märtyrer, die gotterfüllteu Propheten und Lehrer, die getreuen Bekennn, die reinen Jnugfrauen, Alle, Alle, welche die Palme des Sieges empfangen, wo und wie sie immer ihre goltgeweihte Liebe bewährt haben. Diese glänzende Versammlung blickt auf uns nieder, sie sehnt sich, uns in ihrer Mitte zu sehen, sie bringt für uns ihre Fürbitte dar. Die Erstlingskinder der göttlichen Huld, die Engel, bewundern das hochbegnadigte Geschlecht, welchem der Sohn Gottes sich als ein Bruder dem Bruder beigesellt hat, und begleitet unS wie sorgsame Freunde auf allen unsern Wegen. Hinauf, hinauf zu diese» Höhen soll ich Eure Blicke richten, geliebte Christen. Die Welt ist dürr und öde geworden vor Uebermaaß von Bestrebungen, welche im Sande deS Vergänglichen wühlen. Sie fühlt, daß ihr Etwas gebreche, sie ergreift jede Gelegenheit, um sich künstlich zu einer Art von Begeisterung aufzustacheln. Der Beifall, welchen man der Meisterschaft im Gesänge oder auf irgend einem Instrumente zollt, steigert sich manchmal bis zu Uebertreibungen, welche man belächeln muß; aber es gibt sich darin daö Bedürfniß kund, irgend ein Gefühl, welches das Herz über das Alltägliche hinaus hebe, zu erHaschen. Dieß verirrte Streben kann aber nicht nur Lächerliches, sondern auch Entsetzliches hervorrufen. Als das Heidenthum noch seine 315 Feste hielt, als man daS Bild der Göttermutter unter betäubendem Paukenschall und wildem Gesänge umhertrug, während die Priester des Wahnes sich mit Messern ritzten, stürzte mancher Jüngling wie von Wuth ergriffen hervor und wandte die scharfen, bereit gehaltenen Schwerter wider sich selbst. Wir haben AehnlicheS erlebt. Eine ernste Zeit der Entscheidung liegt nicht sehr weit hinter uns. Von denjenigen nuu, welche damals an dem Werke der Zerrüttung und Zerstörung arbeiteten, wußten freilich die Wenigsten, waS sie thaten; Jene, welche es wußten, waren arößteutheilS von den Bestrebungen groben Eigennutzes geleitet, und sie Schwärmer schelten hieße ihnen eine unverdiente Ehre erzeigen. Aber es fanden sich darunter doch auch Solche, über welche ein schimmerndes Wolkenbild Gewalt übte. Der trügerische Schein, womit die Zwecke des Umsturzes prunkten, hatten sie wirklich geblendet; sie glaubten, etwas Höheres leuchte in sie hinein; sie suhlten sich in ihrem Innern gehoben und trachteten mit krankhafter Ueberreizung dieß Gefühl auszubeuten; sie setzten für ein Wahngebilde Blut und Leben ein. Ich aber, theure Christen, bringe Euch dasjenige, was wirklich erhebt und begeistert. Wir wandeln vor Gottes Angesichte und das Reich GottcS ist das uuö beschiedene Erbe. Wenn diese Ueberzeugung srischeS Leben gewinnt, so verleiht sie dem Geiste die Fittige zum wahren Aufschwünge: denn sie erweckt in ihm das Gefühl seiner rechtverstandenen Würde und die Ahnung der himmlischen Güter. Viele sonst erfahrene und verständige Leute lassen sich in Allem, waS den innigen Anschluß an Gott und sein Reich betrifft, durch eine fast kindische Furcht beirren. Es ist ihnen, als werde durch die Ermahnung, cS mit dem Ewigen ernstlich zu nehmen, an sie die Znmuthung gestellt, Alles, waS sie lieben und ehren, aufzugeben. Sie irren aber. Wem ein kraftvolles Bewußtseyn der ewigen Bestimmung einwohnt, der wird ohne Zweifel Gott als das höchste Gut an den ersten Platz und alles Andere hinter ihn setzen. Aber jedes Ding gedeiht an seinem rechten Orte am besten. Der im Glauben wandelnde Christ kennt etwas Höheres als seine Gattin und Kinder; allein dadurch verklärt sich die Zuneigung, dadurch befestigt sich die Theilnahme, welche er denselben zuwendet. Er sieht in seinen Kindern eine heilige Hinterlage, welche der Sohn Gottes ihm anvertraut hat und dereinst zurückfordern wird. Er kennt das Band unauflöslicher Pflichten, welches ihn an die Gattin knüpft, sie ist ihm Gefährtin, mit welcher er den Weg zum Himmel wandelt. Diejenigen, welche die Emancipation des Fleisches predigen und Unterordnung der Gattenpflicht unter die wandelbare Be- gierde zn den Kleinodien ihres Reiches zählen, sind zugleich Feiude des Christenthums, und nnr daö Erbe der christlichen Ueberzeugung, welche sie mit unermüdlichem Hasse bekämpfen, hat die Familie vor der Zerstörung bewahrt. Der Glaube, welcher den Weg zum Throne Gottes gefunden hat, gibt der bürgerlichen Gesellschaft ihre feste Grundlage und höhere Weihe. Der christliche Staatsbürger ehrt in dem LandeSfürften Gott, welcher ihn erhöht hat. Der christliche Landesfürst erkennt sich als einen Diener Gottes zum Heile derer, über die er gesetzt ist. Fürst und Unterthanen sind Eines in dem, dessen Gesetz ihre höchste Richtschnur ist. Als den Gipfel politischer Weiskeil pries man vor Kurzem noch jene künstlich angelegten Einrichtungen, welche ans ein unauslöschliches Mißtrauen und einen nimmer müden Kampf zwischen der Regenten, macht und dem Volke berechnet sind, und immer wieder endete die Sache damit, daß das kostspielige Kunstwerk von der Revolution mit eiserner Faust zerschlagen wurde. Das Christenthum läßt diese Weisheit bei Seite liegen, weil es sie überflüssig macht. Auch im Heereslager schafft und adelt die christliche Begeisterung: denn ihr Abglanz ist jenes ritterliche Ehrgefühl, welches der schönste Schmuck und die stärkste Waffe deS Kriegers ist. Der Wissenschaft ist die Macht der christlichen Ueberzeugung kein Hemm- niß, sondern eine wohlthätige Führerin. Die menschliche Forschung hat in vielen Gebieten Großes erreicht; sie hat viele Verhältnisse des Stoffes mit scharfem Blick erfaßt und ihnen die Ordnung vorgezeichnet, in welcher sie menschlichen Zwecken dienen müssen. Hierin legt daS Christenihum ihr keine Hindernisse; höchstens ermahnt es, man möge den Gewinn, welcher daraus für die Befriedigung menschlicher Wünsche erwachse, nicht allzuhoch anschlagen, damit man sich nicht schmerzlichen Enttäuschungen 316 aussetze. Doch die Forschung glaubte sich der christlichen Wahrheit entwachsen; mit unsäglichen Prahlereien verhöhnte sie die heiligen Belehrungen, in deren Lichte das Geheimniß der menschlichen Nalur und Bestimmung sich erschließt. Wie und wo sie dieß that, vergeudete sie edle Kräfte in thörichten Versuchen, das Grundgesetz der sittlichen Ordnung umzuändern und verirrte sich schließlich in eine pfadlose Wüste Die Kunst lebt von dem Widerscheine einer höheren Welt; ohne ihn vermag sie nichts, aber sie kau« ihn in der Pfütze suche», welche ja auch die Sonne abspiegelt, freilich nach Art einer Pfütze, Allein die christliche Wahrheit führt sie in das Heiligthum, wo das wahrhaft Höchste thront, und wmn sie die Stufen des Altars hinantritt und einen Funken empfängt von der Flamme, welche dort emporsteigt, so enthüllen sich ihr die herrlichsten Vorbilder, zu welchen der Menschengeist sich erschwingen kann. Der Herr hat gesprochen: „Wer immer sein Haus, oder Brüder und Schwestern, Vater oder Mutter, Weib oder Kinder, oder den Acker um meines Namens willen verläßt, der wird das Hundertfache dafür erhalten nnd das ewige Leben besitzen," Dieß bewährt sich an Jevem, welcher durch die Anhänglichkeit an das Vergängliche sich nicht hindern läßt, Gott seinem Vater ausrichtig das Herz zu schenken. Von Allem, waS er ohne Sünde verlangen und besitzen konnte, geht ihm Nichts verloren, eS wird nur geläutert und verevelt; in seine Seele aber kehrt der Friede GotteS ein, welcher alle Ahnung dessen, welcher niemals seiner gewürdigt wurde, weit übersteigt. Damit ist nun freilich das Leiden aus der Welt nicht hinweggenommen. Aber Panlus, unser großer Apostel, hat sehr viel gelitten; oft ward er gegeißelt oder sonst mü Mißhandlungen überhäuft, oft war sein Leben durch die Verfolgungen der Feinde oder die Gefahren der Reise bedroht; unter vielfältigem Nachtwachen, in Huuger und Durst, in Kälte und Blöße waltete er seines heiligen Amtes und schwerer als alles Andere war die Bürde der Sorge», welche auf ihm lag; dennoch ruft er aus: „Ich glaube, ^daß die Leive» dieser Zeit mit der künftigen Herrlichkeit, welche sich an unS offenbaren wird, gar nicht verglichen werden können." Der Hinblick auf die ewigen Güter bewahrt uns vor dem schlimmsten aller Leisen, vor den scharfen und vervienstlosen Dornen, welche den Becher der verbotenen Lüste bekränzen, und gewährt iu den Beschwernissen und Drangsalen, welche das gemeinsame Loos des Menschengeschlechtes sind, uuS einen kräftigen Trost, Dennoch war dieß dem milden Heilande nicht genug. „Wir haben," spricht der heilige Panlus, „keinen Hohenpriester, welcher nicht mit unseren Schwachheilen Mitleid haben könnte; sondern Einen, welcher in allen Stücken ähnlich wie wir, doch ohne Sünde, versucht worden ist." Weithin erschallt das Lob einer Römerin, welche, da sie den zum Tode verurcheillen Gatten zagen sah, sich mit dem Dolche durchbohrte und sprach: Pätus, es schmerzt nicht. Damil aber wir, die Kinder des Sünders, dasjenige, was zu unserem eigenen Heile dient, bercitwil> liger trage» möchten, hat der Sohn Gottes, der König der Ewigkeit, der Heilige Israels, alle Leiden des Leibes und der Seele zuerst auf sich genommen. (Schluß folgt,) Die kirchlichen Streitigkeiten in Goa Die in der Ueberschrift erwähnten Differenzen haben wiederhol« in neuester Zeit die allgemeine Ansmcrksamkeit auf sich gezogen. Namentlich ist es aber der Tadel, den in der fraglichen Angelegenheit der portugiesische Hof und die öffentlichen Blätter von Lissabon auf die neuerlich hierüber erfolgten Entscheidungen des heiligen Stuhles in Rom werfen, — der die ganze Sache einer anöführlichercn Besprechung werth macht. Wir entnehmen die Darstellung der wahren Sachlage dem Münster Sonntags- blatte, das sich darüber in klarer historischer Entwicklung folgeuvermaaßen vernehmen läßt: Als die Portugiesen im 15. Jahrhundert den neuen Weg nach Ostindien eiitdcckl und daselbst ihre Herrschaft zu begründen angefangen hatten, bemühten sie sich, mit dieser zugleich die Gränzen des Reiches Jesu Christi auszudehnen. Sie sandten 317 Missionäre und unterstützten die Bemühungen derselben. Im Anfange deS 16. Jahrhunderts gab eS bereits vom Vorgebirge der guten Hoffnung an bis nach Makao wenigstens auf den Inseln und Küsten zahlreiche Christengemeinden. Der König von Portugal wünschte denselben einen Oberhirten zu gebe», der seinen Sitz in Goa, der Hauptstadt der portugiesischen Besitzungen, hätte. Paul III. ging bereitwillig aus seine Vorstellungen ein, und errichtete im Jahre 1534 durch die Bulle ^equum reputsmus das Bisthum Goa, welches seine Gränzen vom Vorgebirge der guten Hoffnung bis nach China ausdehnte. Dieser Bulle gemäß übernahm der König von Portugal die Verpflichtung, nicht nur die Kathedrale zu Goa, sondern auch alle andern Kirchen und Klöster der gan,en Diöcese in gutem Zustande zu erhalten, mit allem Nöthigen zu versehen, dem Bischöfe wie der gesammten Geistlichkeit jährliche Einkünfte anzuweisen, und auf dieselbe Weise die Sorge sür alle neuen Pfarreien oder Klöster der Diöcese zu übernehmen Dafür wurde ihm vom Papste das Patronat sowohl deS BiS- >hums als auch aller Pfründen desselben übergeben. Die Könige von Portugal hatten also das Recht, den Bischof von Goa und alle Geistlichen, die eine feste Anstellung in der Diöcese hatten, zu ernenne». Aber schon im Jahre 1557 wurde diese fast unermeßliche Diöcese von Paul IV. in drei getheilt, Goa wurde M etrop o litan- Kirche, und die neuen Bisthümer Coccina und Malakka ihr unterworfen. PaulIV. ertheilte den Königen von Porrugal die Rechte deS Patronates in diesen beiden Diöcesen unter denselben Bedingungen, die oben erwähnt wurden. Gregor XIII. errichtete das BiSthum Makao, welches ganz China und Japan umfaßte, und die Könige von Portugal hatten sich bis dahin so treu und freigebig gegen die Kirche erwiesen, daß der Papst in der Bulle, welche ihnen das Patronat dieser neuen Diöcese übergab, eine Clausel hinzufügte, wodurch der Krvue von Portugal dieses Recht so unwiderruflich zugesichert wurde, daß auch selbst der heilige Stuhl es ihnen niemals wieder nehmen könne. Dieselbe Clausel findet sich iu den Bullen, durch welche von SirtuS V. zu Funai ein besonderes Bisthum für Japa, vou Paul V. die Diöcese Meliapor, und Alexander VIII. die bischöflichen Sitze von Nankin und Pekin errichtet wurden. Nun geschah es aber, daß der Eifer der porrugiesischen Regenten für die Verbreitung des Glaubens erkaltete, oder wenigstens die Hindernisse, welche ihre Beamten derselben entgegensetzten, nicht beseitigen konnte. Seit dem Ende deS 17. Jahrhunderts dehnten sich besonders in dem großen chinesischen Reiche die Gränzen deS Reiches ' Gottes durch die unermüdliche Thätigkeit der Missionäre immer weiter aus. Mit großer Mühe hatte Alerauder VIII. den König von Portugal bewogen, in die Theilung der Diöcese Makao einzuwilligen, und so die Errichtung der erwähnten Bisthümer Nankin und Pekin zu Stande gebracht. Es war nun aber bald auch unmöglich, von diesen beiden Städten aus die oberhirtliche Sorge bis in die fernsten Provinzen des Kaiserreiches auszudehnen. Da also keine Hoffnung war, in diesen entlegenen Gegenden, mit welchen die Portugiesen gar keinen Verkehr hatten, auf die Weise wie in Ostindien BiSlhümer zu errichten, und der heil. Stuhl doch unmöglich diese neubekehrten Völker ohne Hirten lassen konnte, so sandten die Päpste apostolische Vicare, deren geistlicher Odyut sie einige jener entferntesten Provinzen anvertrauten. Obschon diese durch die Umstände gebotene Maaßregel nicht im Geringsten die Rechte der Bischöfe und des portugiesischen Hofes beeinträchtigte, so unterließ dieser eS deunoch nicht, bittere Klage wider den heil. Stuhl zu führen, und der Metropolitan von Goa ließ sich verleiten, in jene Gegenden, die den apostolischen Vicaren angewiesen waren, Priester zn senden, welche die Gläubigen beunruhigten, und warnte, oen Vicaren des heil. Stuhles nicht zu gehorchen. Aber schon waren die Zeiten nahe, in welchen der portugiesische Hos auf Anstiftung des verruchten Pombal erst durch die Vertreibung der Jesuiten die Missionen in Ostindien eben so wie jene in Amerika zum großen Theil zerstörte, und dann auf mannigfache Weise wider den heil. Stuhl selbst offenen Kampf begann. Die Strafe folgte dem Verbrechen auf dem Fuße nach: Portugal verlor seine Besitzungen in Ostindien, und seine ganze Herrschaft beschränkte sich schon am Ende des vorigen Jahrhunderts auf die fast zerstörte Stadt Goa und 318 einige unbedeutende andere Plätze. Seit dieser Zeit war Portugal gar nicht mehr im Stande, die Bedingungen, unter welchen ihm das Patronat der Kirchen des Orients gegeben worden, zn erfüllen, und konnte also die Rechte desselben nicht mehr in Anspruch nehmen. Die Bisthümer waren meistens verwaist und in dem traurigsten Zustande. Sobald nun in Europa nach den langen Kriegen der Friede dauerhaft hergestellt war, und auch die Wirksamkeit der Missionäre in Indien wieder begonnen hatte, dachten die Päpste auf Mittel, der verlassenen Christenheit in jenen Gegenden zu Hilfe zu kommen. Nach vielen einzelnen Versuchen erließ endlich Gregor XVI. im Jahre 1838 das Breve Uults pr-zool-zre, durch welches er den vier apostolischen Vikaren, die er nach und nach gesandt hatte, auch die Gläubigen der Bisthümer, die seit vielen Jahren ohne Hirten waren, unterwarf, nnd für durchaus unabhängig vom Erzbischofe von Goa erklärte. Jedoch auch der Sitz von Goa war schon lange erledigt, und der Hof von Lissabon bemühte sich erst jetzt, daß derselbe wieder besetzt werde. Der Papst willigte gern ein, jedoch unter der Bedingnng, daß der neue Erz- bischos die im Breve Nulla rirgeclgr» getroffenen Bestimmungen beobachte, uud also sich auf die Verwaltung seiner Diocese beschränke. Joseph von Silva Torres wurde gewählt, und er leistete vor dem Delegaten des heil. StnhleS den Eiv, dem Breve Nults.pratzel-zre zu gehorchen. Aber kaum in Indien angekommen, vergaß der unglückselige Prälat seine eidliche Verpflichtung, verkündigte nur die Bulle, in welcher er zum Metropoliten von Goa ernannt wurde, und unterdrückte das beigefügte Decret, worin erklärt ward, daß jener Titel nur ein Ehrentitel sey, und der Erzbischof von Goa die Rechte des MettopolitanS über die apostolischen Vicare nicht ausüben könne. Die Wirksamkeit dieser letzteren hatte schon immer das größte Hinderniß in der Hartnäckigkeit, womit viele Priester ihnen den Gehorsam verweigerten, gesunden. Diese Priester wollten feine andere» Bischöfe, als die vom portugiesischen Hofe ernannt wären, alö ihre Oberhirten anerkennen. Sie fanden nun in Torres das Haupt ihrer Empörung wiver den heil. Stuhl, und das Schisma war vollendet. Um es auSzu- breiteu, weihte Torres in einem Jahre 600 Priester, die das Laus überschwemmten und die Gläubigen verführten. Nach vielen vergeblichen Bemühungen gelang es endlich Sr. Heiligkeit Pins IX., die Abberufung deS ErzbischofeS von Goa vom Hofe zu Lissabon zn erwirken, und dieses zwar in der Zeit, als der heil. Vater selbst wie in der Verbannung zu Gaeta lebte. Das Schisma nahm nun allmälig ab, bis im letzt- verflossenen Jahre ein unglückliches Mißverständnis des apostolischen Stuhles Gelegenheit bot, das Feuer der Zwietracht ärger als je anznzündeu. Das Capitel von Goa hatte nach Abberufung des ErzbischofeS zu seinem Vicar einen Priester erwählt, welcher zu den wärmsten Anhängern des Schismas gehörte. Aus Mangel an wahrhaftigen Berichten wurde diese Wahl zu Rom bestätigt. Kaum war die Nachricht davon nach Goa gekommen, so setzten sich auch sogleich der Vicar und alle gleichgesinnten Priester in Bewegung, das Schisma zu verbreiten. Sie luden zn dem Ende den Bischof von Makao, der wo möglich noch verwegener als Torres war, ein, nach Goa zu kommen. Er kam, und schon auf dem Wege predigte er überall das Schisma, die apostolischen Vicare uud Missionäre beschimpfend, und die Gläubigen aufforderud, ihm und seineu Priestern allein zu gehorchen. Er ertheilte die Firmung in Gegenden, die weder ihm noch dein Erzbischof von Goa unterworfen waren, und kaum iu dieser Stadt ange^ kommen, ertheilte er die heilige Weihe an Hunderte, die er für sein Unternehmen tauglich hielt. Der heil. Vater hat an den Verirrten ein ernstes Schreiben, jüngst aber auch an die apostolischen Vicare ein Breve erlassen, worin er die Bestimmungen, die Gregor XVI. in dem oft erwähnten Breve Uults >iraec:Iiir«z geiroffen, erneuert, und die schiSmatisirendcn Priester insgesammt, ausdrücklich und namentlich aber den Capitular - Vicar von Goa und drei andere von der Gemeinschaft der Gläubigen ausschließt, wofern sie nicht binnen zwei Monaten in sich gehen und für das gegebene Aergerniß öffentlich genugthuu. Dieses ist nun das Breve, das Lissabon in Bewegung' setzt, als wollten die Portugiesen beweisen, daß sie zwarjenseitS des Meeres alle ihre Macht, nur nicht die, den Frieden der Kirche zu stören, verloren haben.— Trauriger Stolz! 319 Bemerkenswerthe Bekehrungen. Noch immer spannt der Herr seine heiligen Hände aus, um Alle väterlich zu umarmen, die sich zu Ihm wenden, und bei ihm Trost, Hilfe uud wahre Seelenruhe suchen. Immer noch rufet Er: „Kommet zu mir Alle, die ihr mühselig und beladen seyd, ich will euch erquicken." Immer noch spendet Er seine Gnaden allenthalben aus und kommt den Schwachen, den Kraftlosen, den Betrübten uud Verirrten mit seiner Hilfe zuvor. Und immer noch, wir müssen es zn unserem Troste gestehen, benutzen Viele seine znvorkommende Gnade, hören seine Stimme und folgen dem Rufe, so an sie ergangen. Wenn wir nun sehen, daß der schwache Bruder erstarket, der Verirrte den rechten Weg wieder findet, der ihn zum Leben führt, wenn die Zahl der Mitglieder des Reiches Gottes auf Erden sich mehret, soll dieses für nnS etwa gleich- giltig seyn, da doch selbst die Bewohner des Himmels, mit denen wir auch in Verbindung stehen, über dieses AlleS sich erfreuen? — So trat denn nach dem „4mieo esttolieo" der ehrwürdige Vorstand der Kirche des heiligen Paulus zu Baltimore in den Schooß der katholischen Kirche ein, ein Mann von seltener Wissenschaft und großer. Beredsamkeit, der einen großen Einfluß unter den Proiestanten der Vereinigten Staaten ausübte. Sein Beispiel wird wohlthätig auf andere wirken. — Am 2. Juli schwor ein Glied des amerikanischen Senates zu Rom in die Hände Sr> Eminenz des Kardinals Fransoni, Vorstehers der Propaganda, seine Irrthümer ab. — Ein anderer von einem protestantischen Geistlichen convertirter Amerikaner trat in die Kirche zurück. Zu San-Luigi bekehrte sich die Jungfrau Helena Turner, eine Prcsbyterianerin, und Michael Mallington, ein Methodist. — In einem jüngst erschienenen Blatte zu New-Uork, Freemann Journal, finden wir die Namen von 23 protestantischen Geistlichen, welche ihre Irrthümer abschworen und in die Arme der kathol. Kirche sich begaben. Unter diesen gehörten 19 der Secte der Episkopalen an, welche sich sehr unsern Glaubenswahrheiten und unserer Hierarchie annähert. Dasselbe Blatt veröffentlicht die Namen von zwölf Officieren der regulären Truppen, und von 14 Marineofficieren, welche vor Kurzem den wahren katholischen Glauben annahmen und von denen sich mehrere dem geistlichen Stande widmeten. Um diese beträchtliche Anzahl nach Gebühr zu schätzen, muß mau wissen, daß die ganze reguläre Armee der vereinigten Staaten nur aus 12M0 Mann besteht, daß also deßwegen verh^iltnißmäßig die Zahl der Offi- ciere nur klein ist. — Es sind kaum neun Monate verflossen, daß der bekehrte protestantische Pastor zum Priester ordinirt und bestimmt wurde, eine Mission oder Pfarre zu Stratford am Avon in England zu gründen. Bei seiner Ankunft befanden sich in diesem Orte 8— 10 und nicht mehr katholische Familien. Die Bekehrungsfälle wuchsen so erfreulich an, daß am letzten Juni d. I. daselbst eine neue Kirche eingeweiht wurde. Zu Balliurobe traten sieben Protestanten in den mütterlichen Schooß der katholischen Kirche ein, unter diesen Jakob HeSlin und sein Sohn, — Den 6. Juni verließ Herr Jakob Wallis die anglikanische Secte, und wurde in die kalholische Kirche aufgenommen. - In Folge dieser seiner Bekehrung wurde er aus seinem Amte, so er beim Lord-Bischöfe von Tuam bekleidete, entlassen. — Den 9. Juni schwor Herr Wilhelm Franz Klassy, ein Arzt, den Protestantismus ab in Gegenwart des hochwürd. Maoney. — Die Herzogin von Hamilton hat sich als Katholikin erklärt: man giebt sich der sichern Hoffnung hin, daß auch der Herzog von Hamilton in Bälde ihrem Beispiele folgen werde. — Ein in Stuttgart und im Großherzogthume Baden rühmlichst bekannter deutscher Protestant schwor am 3. Juli in der Gre- nellenkirche zu Paris seine Irrthümer ab. Er widmete sich dem Priefterthume und trug durch seine salbungsvollen Kanzelvortrage zur Bekehrung vieler in dieser Vorstadt lebender Deutschen bei. — In der königl. Kirche della Nuntiatella zu Pizzasalcone schworen zwölf schweizerische Protestanten die Irrthümer ihrer Secte ab, und nachdem sie das öffentliche katholische Glaubensbekenntniß abgelegt hatten, wurden sie in den Schooß unserer heil, katholischen Kirche von Sr. Eminenz dem hochw. Herrn Nasselli, nunmehr Erzbischof von Palermo, aufgenommen. — Am 12. Juni wurde in der Kirche von Alcamo im Königreich Neapel einem Anhänger des Islamismus das 320 heil. Sacrament der Taufe in Gegenwart der sehr zahlreich versammelten Gläubigen gespendet. Katholische Blätter aus Deutschland verkündigten auch die Bekehrung des gewesenen königl. würtembergischen Gesandten am kaiserl. Hofe zu Wien und der Fürstin von Salm-Hoogsträten, und jüngst auch die förmliche Abschwörnng des lutherischen Pastors Lütkemüller, der in seinem im verflossenen Jahre erschienenen Werk schon die Wahrheit der katholischen Kirche bewies, und seine lutherischen Glaubensgenossen her ausforderte, ihn Lügen zu strafen. — Das Werk der Erlösung und der Bekehrung der Nezerkinder beiderlei Geschlechtes wird aus bewunderungswürdige Weise durch den Eifer des Priesters Olivieri fortgesetzt, welcher unlängst mit 40 Individuen aus Egyvten angekommen ist, unter welchen sich drei Mütter mit säugenden Kindern nach nichts so sehr sehnten, als die heil. Taufe zu empfangen. — Am Montage den 20. Juli d. I. kam überdieß aus Kairo über Malta und Livorno der ehrwürdige Vater Peremia Bertocci auS Livorno, durch 47 Jahre schon Missionair in Egypten, mit einer Anzahl von 30 arabischen kleinen Kindern an, welche in das Institut des berühmte» Priesters Angelo Mazza gesendet wurden, um die Ansangsgründe der Religion zu erlernen und sonstige Bildung zu erhalten, von welcher sie gar keine Kenntniß haben, besonders jene, welche bis jetzt nnler dem harten Joche der Sklaverei geseufzet haben. Mit Freude wollen wir daher unsere neuen Brüder begrüßen, und um die Bekehrung der vielen noch in Finsternissen Irrenden den Herrn der Gnade und Barmherzigkeit anflehen. (Oeft.Volksfr.) China. Mons. Rizzolati, Bischof von Aradus i. p. i. und apostolischer Vicar von Hou- Kouang, berichtet an die Mitglieder des Centralratheö in Lyon und Paris der Gesellschaft für Verbreitung des Glaubens über die Empörung in China und über den Einflnß derselben auf die Verhältnisse der Katholiken. Wir entnehmen uach dem Schl, Kchdl. Einiges aus diesen Berichten: „Ich weiß nicht, was ich von den chinesischen Aufrührern halten soll. Sie haben Nichts mit dem Götzendienste gemein, welcher sich über China und die benachbarten Länder erstreckt. Ueberall, wo sie ankommen, stürzen und zerstören sie die Götzentempel bis aus den Grund; sie verstümmeln, treten mit Füßen und machen zu Staub die so verehrten Götzen des Volkes. Eben so wenig werden die Manns- und Frauenklöster der Bonzen verschont. Nachdem sie die Klöster geplündert und zerstört haben, führen sie die Götzenbilder und andere Gegenstände des Aberglaubens in einem Maskenznge durch die Straßen" Die chinesische Regierung nimmt hiervon Veranlassung, die Christen zu verfolgen, weil uuter allen Religionen, welche in China sich finden, nur daS Christenthum die Götzen und den Götzendienst haßt. Derselbe apostolische Vicar theilt in einem Schreiben vom 23. März mit, daß die Nebellen in allen Städten, welche sie erobern, Erlasse bekannt machen, welche fast immer so abgefaßt sind: Der Gott, dessen Allmacht den Himmel und die Erde in sechs Tagen schuf, welcher der Sündfluth seine Rache an den Menschen anvertraute, die fünf Städte des Landes Sodoma mit Feuer strafte, derselbe Gott hat uns gesendet, die Sünden der Chinesen zu bestrafen, und seine Verehrung bei ihnen wieder herzu stellen. Diese Verehrung kannten unsere ältesten chinesischen Vorfahren, die folgenden Herrschergeschlechter aber verließen sie und verführten China, mehrere Götter anzu^ nehmen. Darum lassen wir nur die Verehrung Eines Gottes zu, welcher Himmel und Erde erschaffen hat, und befehlen, daß überall die Götzenbilder zerstört, die Tempel umgestürzt und die ihrem Dienste geweihten Bonzen und Bonzinnen getödtet werden. Verantwortlicher Redacteur: L, Schönchen. Verlags-Inhaber: F. C. Kremer.