Dreizehnter Jahrgang. Sonntags-Beiblatt zur Augsburger Pojheitung. 30. Oktober 1853. Dieses Blatt erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der halbjährige Abonuementspret« 40 kr., wofür e« durch alle königl. bayer. Postämter und alle Buchhandlungen bezogen werden kaun Hirtenbrief des Erzbischofs von BreSlau. Heinrich, durch Gottes Erbarmung und des heiligen apostolischen Stuhles Gnade Fürstbischof von Breslau :c. ic., entbietet allen Priestern und Gläubigen seines BiSthumS Gruß und Segen in dem Herrn! Als mich einst der Herr durch die Stimme meines Bischofs aus dem stillen Thale hinwegrief, in dem ich durch neun Jahre die mir anvertraute Heerde friedlich geweidet, da zitterte mein Herz rind ich flehete: Nimm, mein Heiland! diesen Ruf von mir, denn drückt schon die Schwere heiliger Pflichten auf meine schwachen Schultern in diesem engen Kreise meiner Wirksamkeit, wie soll ich Größeres auf mich nehmen, wofür ich weder Wissen noch Kraft habe. Der Herr aber nahm den Ruf nicht von mir und weinenden Herzens schied ich aus meiner Gemeinde und betrat die Kanzel der Kathedrale mit dem Gruß: Mir ist bange, aber lch verzage nicht. Wie gerecht meine Bangigkeit war, das haben die folgenden Zeiten, wie gerecht meine Zuversicht, das hat Gottes barmherziges Walten in diesen Zeiten offenbart. Denn Ihr Alle wisset eS, geliebte Priester und Diöcesanen! durch wie schwere gewaltige Jahre unser Weg geführt hat: Jahre, gezeichnet mit Schmach und Schmerz, mit Blut und Thränen, mit Ausruhr und Empörung; aber auch Jahre, gezeichnet mit den Gerichten deS Höchsten und der Verherrlichung seines göttlichen Namens in den Siegen seiner heiligen Sache auf Erden. Denn was die Bösen ersonnen zum Verderben der Guten und welche Gewalten frei gemacht und losgelassen worven sind wider den Fels des heiligen PetruS und welche Umwälzungen die Höhen erschüttert haben und die Tiefen in der Nähe und Ferne: die Kirche hat fest unv würdig gestanden inmitten dieser Bewegungen und ihre Getreuen haben von Nenem die Verheißung erfüllt gesehen: „Siehe, Ich bin bei Euch durch alle Tage bis ans Ende der Welt." So ist eine lange Reihe von Jahren in Arbeit und Mühe und heißen Kämpfen vorüber gegangen; mein Haar ist grau, meine Hand müde, mein Geist matt geworden, und doch ist abermal der Ruf des Herrn an mich ergangen durch die Stimme meiner Brüder, die mich mit ehrendem Vertrauen an DiepenvrockS Grabe zu seinem Nachfolger erwählt haben. Hat mein Herz bei jenem ersten Rufe gezittert, so erbebte dießmal mein ganzes Wesen. Beugte mich damals das Gefühl meiner Schwachheit im Hinblicke auf die Aufgabe, die mir geworden, so drückte mich dießmal das Bewußtseyn meiner UnWürdigkeit und Armseligkeit ganz und gar darnieder. Und betete ich. damals: Herr, nimm diesen Ruf von mir: so klagte ich dießmal mit MoseS zum Himmel hinauf: „Herr, warum finde ich nicht Gnade vor Dir? Warum hast Du die Last dieses ganzen Volkes aus mich gelegt?" Der Herr aber hat mir durch seinen Stellvertreter auf Erden geantwortet: Unterwirf Dich dem Willen Deines Gottes, 346 ^xtZlR denn er ist stark in dem Schwache», und was Du in seinem Namen thun wirst, das wird Er segnen. Und so habe ich, wenn auch mit zagender Hand, doch mit gottvertrauendem Herzen den Hirtenstab ausgehoben, der unsers Diepenbrockö müder Hand entsunken war und trete vor Euch her, geliebte Mitpriester und Diöcesanen — abermal mit dem Worte: Mir ist bange, aber ich verzage nicht. Mir ist bange vor einer Würde, welche so hoch uud heilig, vor einem Amte, welches so umfassend und vielfordernd, vor einem Tagwerk, welches so schwer uud verantwortungsvoll ist, daß die größten Heiligen davor zurückbebten. Chrvsostomus, nachdem er von dem Priefterthume überhaupt gesagt: „Es wird zwar auf Erden verwaltet, hat aber seine Stelle in der Reihe und Ordnung himmlischer Dinge, denn nicht ein Mensch, nicht ein Engel, nicht ein Erzengel, sondern der heilige Geist selbst hat diesen Stand angeordnet;" — nennt das bischöfliche Amt „ein erschreckliches Amt" und beschwor den Kaiser Arkavius, der ihn dafür ausersehen, eine so unerträgliche Last nicht auf seine Schultern zn legen. Der heilige AmbrosiuS verschmähte es nicht, zu einer List seine Zuflucht zn nehmen, um diese Würde von sich fern zn halten, nnd der heilige AthauasiuS, als der sterbende Patriarch von Alerandrieu ihn dreimal beim Namen rief und so a!S seinen Nachfolger bezeichnete, ergriff die Flucht. Und wie handelte und sprach der große Gregor, als er die Bestätigung seiner Wahl vernommen? Er verbarg sich in Wäldern uud Höhlen; und da er deunoch aufgesuudeu und von dem Volke im Triumphe zurückgeführt worden war, schrieb er an die Schwester des Kaisers — Theoktista: „Ich habe alle Süßigkeit der Ruhe verloren uud indem ich äußerlich hinaufzusteigen scheine, bin ich innerlich herabgefallen. Der Kaiser aber," so fügle er hinzn, „hat wohl meine Wahl bestätiget, das erforderliche Verdienst jedoch uust die nothwendigen Tilgenden kann er mir nicht geben." Und daö waren die größten Männer und die erhabensten Lehrer, die je auf dem Leuchter der Kirche gestanden und bei denen es uns zweifelhast ist: ob wir mehr ihr heiliges Leben, oder ihr umfassendes Wissen oder ihre rührende Aufopferung für Christus und seine göttliche Sache bewundern sollen. Oder branme vielleicht nnr dama! die Miira so heiß in die Stirne uud war mir damal der Hirtenstab so schwer in der Hand, als, die sie trugen, fast lauter Anöerwählte waren? und ist, seit die Wissenschaft der Heiligen rar worden ist in dem Geschlechte der Menschen, das Amt cineS Bischofs leicht worden? Statt aller Antwort lasset mich Euch an den edlen, uuveigeßlichen Mann erinnern, den Ihr Alle kennt und liebt, der mein Vorgänger war nnd der die Wichtigkeit und Verantwortlichkeit deS OberhirtenamteS in der Kirche zu würdigen verstand. Wie er, — um in der schristerfülllcu Sprache eiueS Gregor von Nazianz zu reden: „seit ihn der Herr erwählt, daß er diese Heerdc weide mir dem Stäbe eines weisen Hirten imv seit seine Füße standen ans dem hohen Felö — all seine Schritte auf Gott gerichtet, daß sie nicht waukleil noch anSgleilcten": wie sein Streben einzig dahin ging, „sich eine fleckenlose, glänzende Heerde zu bilden, werth der himmlischen Hürde dort in der Wohnung der Jubelnden im Schmucke" — das wisset Ihr. Aus der Kraft und Süßigkeit seiner Hirtenworte erkannten wir: „wie seine Lippen geschlossen waren, um zu verkosten das Göttliche und geöffnet zum Reden zur rechten Zeit." Ans seinen Lied.rn fühlte» wir: „wie seine Zunge mit Jubel erfüllt war, ein Werkzeug himmlischer Melodie», frühe geweckt bei der Morgenröthe, bis sie am heißen Tage schwerer Zeit nnd großer Leiden verstummte." Und dieser Mann, ein auSerwähltes Rüstzeug in GolteS Hand, konnte zu dem Gefühl seiner Würdigkeit und Fähigkeit sür das bischöfliche Amt sich nicht emporringen. Er wies den ersten Ruf der Sendboten, die wir zu ihm geschickt, entschieden ab und vermochte nur mit Thränen uud Seufzen sich der ausdrücklichen Mission des heiligen Vaters zn nnterziehen und ein Opfer zu bringen, von dem er gleich Anfangs fühlte und verkündete, daß es kein langes seyn würde. In die Sielle, die Er zu früh verlassen, soll ich treten; den Stuhl, der durch sein Scheiden leer worden, soll ich einnehmen; die Last, unter der er sobald erlegen ist, soll ich tragen: saget selbst, ob mein Gruß au Euch anders beginnen kann, als mit dem Geständnisse: Mir ist bange! 347 Und wie rechtfertigt sich dieses Geständniß, sehe ich auf das große, weite Ackerland hin, daß ich hinfüro besorgen und überwachen soll. Ausgedehnt im Norden bis in die fernen Inseln der Ostsee, welche die blonden Nachkommen der alten Wenden bewohnen, wird es im Enden durch die hohen Züge der Sudeten und Karpathen begrenzt. Es erstreckt sich im Osten bis an die alte Kirchenprovinz von Gnesen und Posen und berührt im Westen die apostolischen Vicariate von Sachsen und den nordi- sehen Missionen. Mehr als eine und eine halbe Million Katholiken bewohnen diese weiten Länderstrecken, in welchen die deutschen Laute an einigen Orten bereits in das Windische, an anderen in das Mährische übergehen, während mehr als siebenmal hundert tausend Gläubige Polnisch reden, ein armeS, vielgeprüftes, durch Cholera und Hungertyphus gelichtetes Volk, das der Sprache wie dem Glauben seiner Väter Iren geblieben ist. Große und herrliche Tempel erheben sich aus diesem ausgedehnten Ackcrlande GotteS zum Himmel, schöne Zeugnisse frommen GlaubenSeiferS längst vergangener Jahrhunderte; aber auch armselige Lehm- und Bretterhütten müssen an vielen Orten die Stelle der Kirchen vertreten, die kaum den kleinsten Theil dce Gemeinde zu fassen vermögen, während die übrigen Gläubigen an Sonn- und Festtage», im Sommer und Winter, in Wind und Wetter auf den Kirchhöfen gelagert, den Himmel zn ihrem Zelte, die Gräber der Dahingeschiedenen znm Schemel ihrer Kniee haben: ein rühren» Schauspiel treuer Gottesfurcht und GotteSliebe, das an die Verhältnisse nnd den Geist der ersten Christen erinnert. So auch machen die in entlegenen Gegenden vereinzelten und zerstreuten Gemeinden oft schon bei einer Anzahl von zwei bis dreihundert Seelen die Abwartnng durch einen Priester nötbig, während Gemeinden von drei, sechs, acht, ja sogar zwölstauseud Gläubigen nur einen Seelsorger gewinnen, der auch bei vollster Aufopferung nicht annähend zu leisten vermag, was die Kirche für die Bestellung ihres Saatfeldes fordert. Und was soll ich sagen, denke ich an die armen verlassenen Gemeinden in der Mark und den nordischen MissionSkrcisen, die ohne Priester, ohne Kirchen und Schulen dahin leben, immer darbend am Brode des Heils nnd immer ohne Aussicht auf Abhilfe ihrer geistigen Noth? Waö soll ich sagen, denke ich an die Schule, diese Tochter der Kirche, welche sie geboren, durch lange Jahrhunderte an ihrer Brust genährt und gepflegt und die wir rtun ihren Mutlerarmen so weit entrückt sehen! WaS von der Armuth so vieler Gemeinden uns den daraus hervorgehenden Hindernissen, neue Pflanzstätten deö Heils und dcS Unterrichts aufzurichten! Kann der Hirt unter solchen Verhältnissen und l>ei solchem Umfange der Diöcese im Hinblicke auf seine Hceide sagen: „Ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich?" Kann er die Seinen mit Namen rufen nnd sich deß getröstm: „sie hören meine Stimme und kennen sie und folge» mir?" Kaun er erfüllen, was mit mütterlicher Weisheit und Sorgfalt die Kirche fordert: daß die Hirten in dem Zeitraume von zwei Jahren alle ihre einzelnen Heerden heimsuchen? Ach, so gern nnd überall für die Sache Jesu Christi wirken, der Kirche den Sieg gewinnen, die Heiligung der Brüder schaffen wollen, und bei aller Arbeit, allen Mühen und Kämpfen ohnmächtig vor den Schranken stehen, welche die Gewalten der Welt und ihrer Verhältnisse uns entgegenstellen, das ist mehr als schwer, das nagt am Innern, ras frißt am Herzen. Und doch sind das die Kümmernisse, die mich begleiten, die Sorgen, die mich Tag und Nacht verfolgen, ras langsame Märiyreithum, an dem stil! aber schmerzlich das Leben verblutet. Soll ich nun und darf ich im Hinblicke ans ein solches Gebiet meiner Wirksamkeit nicht klagen: Mir ist bange? > Werfen wir endlich unsern Blick auf die Zeit, in der ich berufen bin, das Hirtenamt zu üben und auf ihre Erscheinungen: habe ich dann weniger Veranlassung zur Bangigkeit? Geliebte! dte Zeit ist krank, und schwer krank. Und warum ist sie krank? Weil sie das Brod des HeileS von sich gewiesen, weil sie mit ihrem Lieben und Leben sich an die Kreatur gehangen und in dem alten Hochmuthschwindel den Menschen an die Stelle GolteS gesetzt hat. Ohne den Glauben, den uns Christus vom Himmel gebracht; ohne die Liebe, die allein aus diesem Glauben geboren wird; ohne die Hoffnung, die zu einer überirdischen Heimath Geist und Herz erhebt, ist sie mit ihrem 348 ganzen Schwerpuncte in die Sinnenwelt versunken, und noch nie, seit daS Christen- ihum der tiefen Sehnsucht des Sterblichen die Aussicht aus der Zeit in die Ewigkeit ausgelhan, ist die Herrschaft deS Fleisches eine so große und allgemeine gewesen als in unsern Tagen, Wer diese Behauptung hart findet, der wende seine Blicke hin aus das Wesen und Walten der Kinder dieser Welt und beobachte, worauf ihr Sinnen und Trachten, ihr Mühen und Arbeiten, ihre Opfer und ihre Begeisterung, ihre Künste und ihre Wissenschaften gerichtet sind- Alles wird er im Irdischen beschlossen, was darüber hinausgeht als Schwärmerei, wenn nicht als Wahn und Heuchelei verachtet finden. Daher die Scheu vor jeder Störung in diesem Sinnentaumel und vor jeder Mahnung an daS, was droben ist; und daher der Widerwille gegen die Kirche, die Furcht vor der Entfaltung ihrer geistigen Macht, der Aufwand so vieler Künste und Mittel zu ihrer Niederhaltung; daher auch kein Friede mit ihr, eS sey denn unter der Bedingung, daß sie sich selbst aufgäbe und sich ihre Lehre, ihre Gesetze und ihren Knll von dem Geiste der Welt vorschreiben ließe. Entgegnet mir nicht mit dem alten Einwürfe des Leichtsinnes und der Flachheit, daS dieß Alles schon dagewesen sey und Alles sich nur wiederhole im Leben; denn jede Zeit hat ihren Geist und Charakter. Saget nicht: das Fleisch hat immer sich aufgelehnt wider den Geist und die sinnliche Naiur immer ihre Macht geübt; denn daö soll nicht gcläugnet werden: aber die Erziehung zur Sinnlichkeil, die Predigt der Sinnlichkeit, das Schwimmen in dem Meere ver Sinnlichkeit, dabei des Menschen Haupt ganz und gar vom Himmel hinweg und allein auf die Erde gerichtet wird, die er nur mit seinen Füßen berühren soll — das gehört unserer Zeit, Saget auch nicht: es hat immer Irrthümer gegeben, die ihre jünger gehabt und ihren Anhang gewonnen haben; denn daS soll nicht geläugnet werden: aber der Schutz des Irrthums, die Gleichberechtigung des Irrthums mit der Wahrheit, die Verbreitung des Irrthums durch alle Schichten der Gesellschaft — daS gehörc unserer Zeit. Saget auch nicht, eS hat immer Verbrechen gegeben und Verbrechen der rohesten, himmelschreiendsten Art; denn das soll nicht geläugnet werden: aber die Bußfertigkeit des Verbrechens, die Vertheidigung des Verbrechens, der Stolz des Verbrechens, das Hinauflügcn des Verbrechens zur Tugend — daS gehört unserer Zeit. Saget endlich nicht: eS hat immer Empörungen gegeben wider Gott, wider die Kirche, wiver die Fürsten und rechtmäßigen Gewalten; denn auch das soll nicht geläugnet werben: aber der in civilisirten Staaten geduldete Herd der Empörung, die systematische Organisation der Empörung, die Beschwörung dieses SatanSengels, der feig und frech, zügellos und tyrannisch, glaubenölcer und fanaiisck, Lebensfähiges nicht zu schaffen und Lebensfähiges nicht zu duldcu vermag — daS gehört unserer Zeit. Meine Lieben! solche Zeit ist krank und leidet an Uebeln, welche nicht nur einen bedenklichen Widerwillen gegen alle gesunde Nahrung, sondern auch ein gefährliches Verlangen nach schädlichen Stoffen im Ge>olge haben uns die endlich in beillose Krämpfe ausschlagen und auSschlagen müssen. Den schauerlichen Aufang dieser krankhaften Bewegungen haben wir gesehen. Und auch daö haben wir gesehen, wie, die bis dahin daS große Wort geführt und als die Heilkünstler und Aerzte der Gegenwart sich erachtet, bei dem unerwarteten Tumulte zuerst Blick und Muth und Kraft verloren und in der Angst ihres Herzens die lang verachtete Kirche als Retterin in der Noth begrüßten oder sie doch schweigend gewähren ließen. Darum hat sich der Herr noch einmal erbarmt, uud hat, waS der Ansang einer furchtbaren Katastrophe in der Weltgeschichte zu werden schien, zu einer bloßen, wenn auch erschütternden und blutigen Hinweisnng aus seine Gerichte werden lassen, die hereinbrechen müssen: Wenn dieses Geschlecht „mit sehenden Augen nicht sieht und mit hörenden Ohren nicht hört." So sind die Wetter der Heimsuchung zurück getreten, die gefährlichen Bewegungen äußerlich beruhiget uns die beäugstigenden KrankheitSzeichen unterdrückt worden! Ist darum das Uebel gehoben? oder doch für eine gründliche Heilung die Kur begonnen? Ist der rechte Arzt gewählt? Ist die Kirche mit der Freiheit und den Mitieln ausgestattet, deren sie bedarf, um Glauben, Gottesfurcht und Treue in die Herzen der Menschen zurück zu führen? Geliebte Priester und Diöcesanen I Es ist hier nicht der Ort, nnt entscheidenden Urtheilen vorzutreten über daö, was geschehen oder nicht geschehen ist zum neuen Ausbau des alten VölkcrheileS; aber 349 es ist die Zeit und der Ort, Euch Allen die Mahnung in die Herzen hinein zu rufen: Blicket nach oben und fragt Euch — ein Jeder vor Gott: WaS habe ich gethan seit jenen Prü- fungstagcn, daß der Glaube deS Gekreuzigten wachse, daß sein göttlicher Name verherrlichet, daß seine heilige Kirche erkannt, daß mein Kaiser und Herr geehrt, daß Gesetz und Ordnung geachtet werde? Unv auch dafür ist hier der Ort, Euch offen zu gestehen? wie die Zeichen nun einmal sind am Himmel und auf Erden, so blicke ich mit schwerer Sorge in die Zukunft und zittere vor der Kurzsichtigkeit derer, die in den übel verhehlten Anschlägen der Bosheit, in den durch die Länder zuckenden Bewegungen, selbst in den gegen die Fürsten erhobenen Dolchen keinen Gründ finden, sich in der bequemen Ruhe stören zu lassen, mit welcher sie eben so wie vor dem Jahre 18-48 in die kommenden Tage blicken. Und ich zittere vor der Macht der wachsenden Armuth und ihrer Abwendung von Gott und ihrer Priesterverhöhnung auf den Straßen und ihrer Religionsverspottung in den Werkstätten. Und ich zittere vor den Fortschritten deö DiebstahlS, des Tempelraubes, der UnkeuschheitS- siindcn, des Mordes, teeren Opfer die Gesängnisse nicht mehr fassen, die alljährlich in nie gekanntem Umscmge erbaut werden, Und ich zittere vor der Kaltblütigkeit, mit welcher diese Verbrechen begangen werden; vor der Fühllosigkeit, mit welcher die Schuldigen selbst den Strafacl zu einem moralischen Aergernisse machen; vor der Gleichgiltigkeit, mit der man alle diese Erscheinungen an sich vorüber läßt. Und ich zittere vor dem Wahne, der so tief innere Uebel äußerlich heilen zu können vermeint; vor der Blindheit, die, statt die gesunden Kräfte zu einen, sie in heilloser Selbstsucht spaltet; vor der Unduldsamkeit, die in dieser drohenden Zeit die Tiefen konfessionellen Hasses zum verderblichen Abgrunde aushöhlt und die sichere Retterin, die Kirche, mit den Wolken deS Mißtrauens umhüllt, ja am liebsten in ihrer segensvollen Wirksamkeit hemmen möchte. Darum zittere ich und trete zu Euch mit dem Gruße: Mir ist bange (Schluß folgt.) Zur katholischen Generalversammlung in Wien. Rede des Herrn Legation Sraths Dr. Moritz Lieber aus Camberg. Gelobt sey Jesus Christus! Eminenz, Herr Cardinal, hochwürdigste und hochwürdige Herren, hochansehnliche Versammlung! Sechs Generalversammlungen deS katholischen Vereines Deutschlands habe ich angewohnt; bei keiner einzigen fehlte eS uns an Veranlassung zu den ernstesten Betrachtungen; aber ich darf Sie nur an die jetzt in mehreren Diöcesen deS südwestlichen Deutschlands schwebende kirchliche Lebensfrage erinnern, und Sie begreifen, daß ich zu keiner der vorhergegangenen Versammlungen eine so eigenthümlich ernste Stimmung mitgebracht habe, als zn der gegenwärtigen siebenten, zu welcher die Kaiserstadt uns ihre gastlichen Thore geöffnet. — Besorgen Sie indessen nicht, daß ich unter dem Einflüsse dieser Stimmung Sie ein vielleicht allzuwarmeS Wort der Klage, oder gar Anklage über die Zustände in jenen deutschen Ländern werde hören lassen! O nein! Wohl weiß ich, daß, nachdem der blutige Vernichtungskampf deS antiken heidnischen Staates gegen die Kirche deS Mensch gewordenen SohneS Gottes mit der Begründung des christlichen Staatenelementes geendigt hatte, die Blätter der Kirchengeschichte, die ja in jedem Jahrhundert die mannichfaltigsten Kämpfe unserer heiligen Kirche aufzuzeichnen gehabt, einen Kampf von der Tragweite deS heute in jenen deut, sehen Gebieten zu Tage Getretenen nirgend berichten; — wohl weiß ich, daß, während eS dort allemal nur um die Usurpation einzelner Rechte der Kirche sich gehandelt, hier Princip gegen Princip auf die Spitze gestellt, ein anderer Kampf um Seyn oder Nichtseyn der Kirche gekämpft, daß gerungen wird um die Entscheidung der großen, der wahren Lebensfrage: ob das xesammte Regiment der Kirche Christi, die Bewahrung und Ausbreitung seiner göttlichen Lehre, die Verwaltung der in seiner Kirche hinterlegten Gnadenmittel, die geistliche Jurisdiktion über die Gläubigen, welche er mit seinem Blute sich erkauft; ob, sage ich, vaS gesammte Kirchcnregiment den Händen derer, die der Mensch gewordene Sohn Gottes dazu angeordnet und gesetzt hat für 3S0 alle Zelten, verbleiben, oder Andern verfallen soll, die der Sohn hiezu nimmer sich «übersehen nnd berufen hat. Aber ich weiß auch, dieser Kampf wird, wie er bereits in Aller Munde ist, so auch von allen katholischen Herzen, die da warm schlagen für die heilige Sache der Kirche, mit so lebendigem Mitgefühle und mit so beißen Gebeten begleitet, daß es nicht erst meiner Worte bedarf, Ihre Theilnahme zu wecken.— Besorg-» Sie auch nicht, daß ich Ihnen etwa das staatsrechtliche Moment in diesem Kampfe, daß ich das positive Rechtsverhältniß Ihnen auseinandersetzen werde, welches den Katholiken der bezeichneten Staaten und ihren Hirten zur Seite steht: PaS haben die hochwürdigsten Erzdtfchof und Bischöfe so klar uuv überzeugend dargelegt, daß es einer Vermessenheit ähnlich sehen würde, wollte ich an dieser Sielle ihrer AnSführnng, die ja auch bereits in Aller Händen ist, noch das Mindeste beifüge». Erlauben Sie mir vielmehr, iu einem kurzen Rückblicke auf den Gang der gei- stigen und materiellen Entwicklung, welchen die Gesellschaft seit einem halben Jahrhundert genommen, die Lichlmomente aufzusuchen und anzudeuten, welche den Blick in die Zukunft zu erheitern und zugleich die Bahn zu bezeichnen geeignet sind, welche die Katholiken überall, uuv insbesondere wir, die Männer der katholischen Vereine, zu verfolgen habeu, um als nützliche Werkzeuge der Kirche mitzuwirken zu der Herbeiführung und Begründung einer besseren Zukunft. Wenn ich von der geistigen Entwickelung 5er Gesellschaft zu sprechen gedenke, so weiß ich wohl, daß ich an dieser Stelle, wo dem Einzelnen für den Umfang dessen, was er zu sagen wünscht, nur die engen Gränzen weniger Minutcu vergönnt seyn können, heule nur die Entwickelung dcS kirchlichen Lebens berühren darf. — Blicken wir unn zurück ans die kirchlichen Zustände der letzten fünfzig Jahre! O, ich will eS -nicht entrollen vor Ihrem Auge das endlose Verzeichnis aller Entbehrungen und Bedrängnisse, unter welchen das katholische Volk seine Kirche in dieser Zeit, namentlich seit dem unglückseligen Jahre der sogenannten Säkularisation und in immer steigendem Maaße seii jenem verhängnisvollen Tage seufzen sah, wo der unaufhaltsame Strom unheilvoller Ereignisse mit den Trümmern deK heiligen römischen Reiches deutscher Nation auch den letzten Rest kaiserlicher Schirmvogtei verschlungen hatte. Wahrlich, wir müssen es mit dankbarer Rührung als ein Wunder verehren, daß in Mille all' der unnennbaren Misere, die selbst das Salz der Erde zum guten Theile raub werden und so manches Licht unter den Scheffel sich verkriechen ließ, der Kern unseres wackeren katholischen Volkes gleichwohl noch so viele treue Anhänglichkeit an seine Kirche und seineu Glauben sich bewahrte. Aber, bei Gott, länger hätte dieß kirchliche Elend nicht währen dürfen, wenn die katholische Kirche aus Deutschland nicht gänzlich verschwinden, wenn nicht znlctzt auch im Volke katholischer Glaube, katholische Gesittung,, katholisches Bewußtseyn hätten abhanden komm n sollen. Ein lief inneres Weh lastete dumpf nnd fchwer auf den Herzen der schlichten Bürgers- und Landleute, als sie ihre lieben Klöster mit ihren Schulen und Armeu- und Krankenanstalten, ihre thenre Gna- denonc, Wallfahrten, Missionen unv alle die segenbringeudcn Institutionen ihrer Kirche, eine um die andere, sich genommen unv dagegen eine Generation veS Unglaubens und der Zuchllosigkeil wuchernd in die Höhe schießen sehen mußten, und das immer mehr zusammenschmelzende Hänflein der besseren Elemente der Gesellschaft seufzte in stiller Klage über die totale Verlassenheit unv Schutzlvsigkeit der allen äußeren unv inneren Angriffen Preis gegebenen Kirche. Glauben Sie nicht, meine hochansehnliche Versammlung, daß ich hier überireibe. Haben wir nicht in Mitte alle der Unfreiheit nnd Noth, womit die Kirche nach außen zu kämpfen hatte, Philosophie uud Geschichte, Natur- und StaaiSrecht, kurz alle Wissmschaften und selbst die Künste wider die Kirche alö ein Werk deS Aberglaubens und des Fanatismus verschworen im Bunde gesehen? Ist nicht, waS die Wissenschaft Glänzendes, was die Beredtsamkeit Verführerisches, was die Salyre Äetzenvcö, was die Einbildungskraft dcS Romanschreibers Schmutziges und Schamloses aufzubieten vermochte, gleichzeitig in Bewegung gesetzt worden, um den Glauben, die Silteulehre, die Verfassung, die Institutionen und die gcsammle Geschichte der Kirche Christi dem Hohngelächter ewiger Verachtung zn überantworten?—? — 351 Aber, meine hochverehrten Vereinsgenossen und Freunde, wie der Mensch glaubt, so lebt er auch; und die öffentliche Sitte ist nur das im Leben sich ausprägende Gewissen der Menschen, Hat man aus diesem Gewissen erst den Glauben an die gött- licke Autorität der Kirche ausgemerzt und für das sittliche Verhalten des Menschen dessen eigene Vernunft als alleinige Autorität proclamirt, so werden die Tage nicht ausbleiben, wo er auch für sein bürgerliches Verhalten keine höhere Autorität als diese nämliche Vernunft gelten lassen, keinen andern König als sie über sich wird anerkennen wollen. — (Beifall.) — Und wir haben sie eintreten gesehen diese Tage, haben den Geist der Verneinung sein letztes aber schauerliches Wort, sein wahres Losungswort: Anarchie! ansrnfen gehört. Doch mitten in die Nacht einer Alles bedeckenden Finsterniß sandte der allmächtige Gott einen Lichtstrahl seiner Barmherzigkeit; das Wehen seines heiligen Geistes zündete in Klerus und Volk, und durch alle Schichten der Gesellschaft begann es sich zu regen in mächtiger Glaubenssehusucht; alle Herzen wandten sich wieder nach dem Mittelpuncte des Glaubens unst der kirchlichen Einheit, nach Rom, und alle Blicke erhoben sich flehend zum Himmel, daß er dem versumpften Geschlechte wieder aufhelfen möge durch die Segnungen seiner heiligen Kirche Und — Bischöfe und Priester wetteifern in glaubenstreuer Hingebung an das katholische Volk, um zu retten, was noch erübrigt aus den Trümmern, und wieder neu zu schaffen, — wenn auch nur erst in den spärlichsten Anfängen —, was der verheerende Strom Alles mit sortgerissen und verschleudert hat. — Und sehen Sie, das ist am Ende die Bedeutung des heute obwaltenden Kampfes, oder wenn Sie wollen, der Kämpfe, deren hier Erwähnung geschehen, daß die Verwüstung und die Dürre eine bleibende, der Wiederaufbau und die Verjüngung nicht gestattet, oder doch eingeschränkt seyn soll. Werfen wir nun einen Blick auf die materielle Entwickelung in der genannten Zeit; wie hal seit fünfzig Jahren Alles um uns her sich veräudertl Der übermenschliche Aufschwung der Naturwissenschaften, Physik, Chemie, Mathematik, Mechanik, häuft Wunder auf Wnnder. Der schaffende Gedanke hat bewegende Kräfte und CommunicationS- mittel von bisher unerhörter Macht nnd Ausdehnung gefunden. Bald wird die ganze Welt nur mehr eine große Stadt, und ihre Quartiere nach den verschiedenen Meeren zu bezeichnen seyn, über welche man mit der Schnelligkeit deS Blitzes auf Feuerbrücken hinübereilt: die äußersten Enden des Erdballs sind wie die Vorstädte, und auch der bequemste Philister wird verhöhnt zu werden fürchten, entschließt er sich nicht, wenigstens einmal im Leben eine Reise um die Welt zu machen. Die Einen sehen mit Bangen und Schrecken auf eine so riesige Entwickelung menschlicher Kräfte, während die Anderen nicht müde werden, davon zn reden mit der ganzen Ueberschwä'nglichkclt des Entzückens. Die Einen wie die Andern haben Recht und Unrecht: es ist Alles zu hoffen uiw Alles zu fürchten; je nachdem der leitende Gedanke in aller der Kraftentwickeluug der höheren Richtung folgt, over aber der niedern, d. h. der Verherrlichung des Schöpfers, oder der menschlichen Jchheit; je nachdem es gilt, das Reich Gottes auf Erden zu erweitern, oder bloß die Herrschaft irdischer Gelüste und Begierlichkeiten. Daß in Mitte dieser allgemeinen Umwandlung die Kirche Christi unverändert bleibt sowohl in der Lehre, als in der Verfassung, die ihr gegeben ist von dem, der da war und ist und seyn wird, darüber ist, zumal unter uns, kein Zweifel: aber eS gilt, aus Lehre und Versassung der Kirche die wahre, sittliche Kraft zu schöpfen. Die Glaubenslehre der Kirche Christi ist das Schienengelcise, auf welchem die Menschheit sich zu bewegen hat; aus welchem sie nicht ausweichen darf ohne die Gefahr einer Katastrophe, die um so schneller und schrecklicher eintreten würde, je blschluinigter allerwärts die Bewegung ist. Alle Wissenschaften müssen hier, wie eben so viele Zweigbahnen, einmünden in die eine große Hauptbahn, die vom Menschen ausgehend zu Gott sich erhebt; dieweil alle sogenannte Wissenschaft, die nicht, ihrer Unvollkommenheit sich bewußt und demüthig zu Gott, dem höchsten Ziel und Ende alles Wissens, hinanführt, nur ein stolzes, unvollkommenes Wissens-Stückwerk ist; — 352 und was ist wunderbarer geeignet, die Menschheit umfaßt zu halten in allen Phasen ihrer Entwickelung, als die Verfassung der wahren Kirche Christi? Was ist eS, das uns vor Allem Noth thut zu sicherer Fahrt aus diesem Geleise? Ein Auge, hoch genüg gestellt, um dem unermeßlichen Zuge folgen, die Heizer, Maschinisten ic. überwachen, auf Verlachlässigungen, Versehen, Fehler und Gefahren aufmerksam und die aus der Richtung kommenden wieder einbiegen zu machen, Streitende aussöhnen zu können, u. s. w.: und dieß hochgestellte Auge, wir besitzen eS in dem Nachfolger dessen, an den die Verheißung des MenschensohneS ergangen: „Du bist Petrus und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen." Wir bedürfen anderer Augen, welche den verschiedenen Abtheilungen deS ZugeS vorstehen und das Wort deS obersten Lenkers wiederholend weiter geben: und diese Augen besitzen wir in unsern Bischöfen. Wir bedürfen aller der untergeordneten Zugbeamten bis zum Bahnwärter hinab, bedürfen Feldspitäler und Aerzte, Pfleger und Wärterinnen der Kranken und Verwundeten — an denen eS niemals sehlen wird —: und das find die Priester, Ordensleute und Klosterfrauen aller Art. Mit einem Worte, wir bedürfen der ganzen und vollen, freien, gesegneten Thätigkeit der Kirche, und, sehen Sie, meine hochverehrten Vcreinsgenossen und Freunde, der Kamps der weltlichen Gewalt gegen die Unabhängigkeit der Kirche dreht sich allüberall nur um die mangelnde Erkenntniß dieser Einen großen Wahrheit. Unsere Aufgabe nun dieser geistigen und materiellen Entwickelung gegenüber? O, die ist unS auf unserer vorjährigen Generalversammlung von dem hochwürdigsten Bischöfe von Münster, und in den Worten der Weihe, welche Se. sürsterzbischöfliche Gnaden, der hochwürdigste Oberhirt dieser Erzdiöcese, gestern Morgen zu uns gesprochen hat, so einfach und klar vorgezeichnet worden, daß eS genügt, an solche gute, getreue Gedanken zu erinnern. — Wir sollen für Eins fundamentiren helfen: den neuen Aufbmi der Gesellschaft und alle Bestrebungen fördern, welche auf Wiedergewinnung wahrhaft katholischer Lehranstalten, Universitäten, Akademien u. s. w. sich beziehen, und in Beförderung der Borromäus- und BonifaciuSvereine gut machen helfen, was durch schlechte Lectüre und unkirchlichen Unterricht verdorben worden ist. — Wir sollen zum Anderen helfen, durch Förderung der Wohlthätigkeitsvereine aller Art, namentlich der Vinccnz- und Elisabethenvereine, so wie insbesondere der uns gestern so warm an'S Herz gelegten Gesellenvereine, die kranken Zustände der Gesellschaft zu heilen. Wir sollen endlich fördern helfen ein wahrhaft inneres, durch Zucht und Gesittung sich glaubenstreu erweisendes, frommes GebetSleben im Geiste unserer heiligen Kirche. Soll eS besser werden, meine hochansehnliche Versammlung, soll es besser werden, so muß eS besser werden im Innern des Individuums; besser, christlicher, katholischer in den Herzen des Einzelgestellten, wie des Familienvaters, der Gemeindebürger wie der Staatsangehörigen, der Gehorchenden wie der Befehlenden. Die bessere Zeit, sie ist da, sobald die Menschen besser, kirchlicher geworden sind. Und unsere Fürsten, vielfach nur mißleitet von einer corrumpirten öffentlichen Meinung der sogenannten Auf- klärungSzeit, welcher alles christliche, insbesondere alles specifisch katholische Bewußtseyn abhanden gekommen war, sie werden, ist erst auf diese Weise die öffentliche Meinung corrigirt und sehen sie ihre katholischen Unterthanen, getragen von lebendigem, in Zucht und Gesittung sich aussprechenden katholischen Bewußtseyn, getragen von treuer, inniger Anhänglichkeit an ihre Kirche, bereit, Leib und Gut und alle ihre edelsten Kräfte einzusetzen für die Verherrlichung Gottes in seiner Kirche, sie werden dann, dessen bin ich fest überzeugt, sie werden den überall nur auf göttliche Anordnung beruhenden Forderungen unserer Bischöse gerne in allen Wegen gerecht werden. Berichtigung. Zu dn vorigen Nummer ist S. S4L. Z. 2. v. o. statt Christenschast zu lesen Priesterschast. Verautw-rtlichn Redacteur: L. Schöucheu. Verlag« - Inhaber: F. E. Kremer.